Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

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26.05.17 14:19

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Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

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218 - 22.11.05 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

"The problem is never how to get new, innovative thoughts into your mind, but how to get old ones out"

 

(Dee Hock, founder, Visa International)

 

Quelle: Baptist Health Care Leadership Institute

 


01. Editorial: “From Good to Great” versus “Qualitätssicherung” wie gehabt – von was auch immer?

„Der Wandel einer Organisation von „Gut“ zu „Großartig“ ist alles andere als leicht. Wenn das anders wäre, wäre jede Organisation großartig. Wie wir wissen, sind dies nur ganz wenige. Die meisten Einrichtungen im Gesundheitswesen sind sehr gut. Aber sehr gut ist nicht gut genug. Wir akzeptieren auch keine Fluggesellschaft, deren Landungen zu 99,99% unfallfrei verlaufen. Und wir können das auch im Gesundheitswesen nicht akzeptieren.

 

Mit diesen – von uns sinngemäß ins Deutsche übertragenen - Sätzen beginnt ein Text im Novemberheft von Progress“ der American Society for Quality Management (ASQ), das sich schwerpunktmäßig dem Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen widmet*. Der Text fährt fort:

„‚To Error Is Human’ des Institute of Medicine (IOM) schätzt, dass sogar 98.000 Menschen jedes Jahr in U. S. Krankenhäusern in Folge medizinischer Fehler sterben. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) nehmen an, dass auf jeden, der an einem Krankenhausfehler oder einer Infektion stirbt, 5 bis 10 weitere Patienten kommen, die dort eine nicht tödliche Infektion erleiden“.

 

„Das IOM schätzt die Kosten dieser Medizinfehler auf jährlich über 20 Milliarden $. "Mit etwa 33,3 Millionen jährlichen Krankenhauseinweisungen bedeutet dies, dass sich in den Vereinigten Staaten sogar 88 von 1.000 Krankenhauspatienten verletzen oder eine Krankheit zuziehen und etwa sechs davon in deren Folge sterben". Der IOM-Bericht aus dem Jahre 1999 wird auch bei uns zunehmend zitiert – wenn auch des Öfteren in einem ziemlich merkwürdigen Tonfall. Sätze wie diese hat der Autor beispielsweise x-mal gehört: „Solche ‚amerikanischen Verhältnisse’ gibt es bei uns nicht. ... Aber dort ist man ja auch nicht versichert!“ Ersatz von Fakten durch Meinung.

 

Gegen ein vermehrtes Messen steht eine Haltung, für die Kammerpräsident Dr. Jonitz ein typisches Beispiel liefert **: "Die vor wenigen Wochen durch die Medien geisternden Horrorzahlen von angeblich 98.000 jährlichen Todesfällen durch Behandlungsfehler in den USA entbehren zwar der wissenschaftlichen Grundlage, aber...". Ärztlichem Handeln ist eben in Deutschland Qualität immanent. Wenn Zahlen anders aussehen, kann nur deren wissenschaftliche Grundlage fehlen. Oder es sind äußere Einwirkungen im Spiel: „..., doch Tatsache ist, dass in einer immer komplizierter werdenden Medizin unter höchstem wirtschaftlichen Druck bei wachsendem Alter der Patienten die Fehlerzahlen steigen. ... mit den Möglichkeiten steigen die Risiken. ... Patienten werden älter, anfälliger und anspruchsvoller “. ... Kostendruck und Bürokratisierung führen zu undifferenzierten Einsparungen. ... Die Fehlerwahrscheinlichkeit steigt“ (Jonitz). Die Möglichkeit, schon heute mehr Fehler zu machen, als einem lieb ist, wird weit von sich geschoben. Jonitz: „Der ‚Null-Fehler-Anspruch’ ist dem Gesundheitswesen immanent”. Man muß nur so weitermachen. Also scheint zusätzliches Messen offensichtlich entbehrlich zu sein. Damit steht der Mann unter seinen Kollegen keineswegs allein da.

 

Dass – um das obige Beispiel noch einmal herauszugreifen – die Flugzeug-Landungen heute mit Sicherheit zu 99,99% unfallfrei verlaufen, hat mit drei Dingen zu tun, die in der Krankenbehandlung hierzulande noch weitgehend ausstehen:

 

  1. Es gibt für den Flugkapitän seit langem verbindliche Regeln, die er strikt einzuhalten hat.
  2. Es wird gemessen und ausgewertet, was an signifikanten (Zwischen-)Ergebnissen anfällt.
  3. Die Fehlerrate wird in einem systematischen Verbesserungsprozess immer weiter verringert.

 

Dagegen steht in Deutschlands Krankenversorgung – aus welchen Gründen auch immer – eine (den Angelsachsen weitgehend fremde) Kultur der Ablehnung quantifizierender Aufzeichnungen oder gar zahlenmäßiger Auswertungen, welche die Handelnden (oder die Patienten) identifizieren. Selbst zur Durchsetzung von Dokumentations-Anforderungen im Zusammenhang mit der Abrechnung von DRGs und von Meldepflichten für die BQS bedurfte es hierzulande eines außerordentlichen Drucks. Für damit verbundene fallartenbezogene Auswertungen scheint man sich bisher fast nur zu interessieren, wenn ein optimiertes Kodieren Ertragsverbesserungen nach sich ziehen kann.

 

Die Flut deutscher Programme für ein vermeintliches Qualitätsmanagement in der ambulanten und stationären Versorgung spricht eine beredte Sprache. Gemessen werden muß dafür fast nichts. Zumindest nichts, was mit der Verlaufs- und Ergebnisqualität der Krankenbehandlung zu tun hat (mit Ausnahme von BQS für einige wenige invasive Verfahren). Ohne Messen keine Qualität. Und schon gar keine Qualitätsverbesserung. In Deutschland sind keine Programme bekannt, die (Ergebnis-) Qualität der routinemäßigen Krankenbehandlung im Sinne von TQM oder Six Sigma systematisch zu verbessern. (Das allmähliche Nachgehen negativer Ausreißer im BQS-Prozess zählen wir nicht dazu).

Hierzulande bekommt man schon einen Qualitätspreis (Golden Helix Award), wenn man die Arztbriefschreibung beschleunigt. Daher ist der Versuch müßig, sich gegenüber den potentiellen Kundenauf andere Weise Wettbewerbsvorteile auszudenken (z.B. durch eine imposante neue Eingangshalle).

 

Erst wer seinen Kunden  (= Patienten, Zuweisern etc.) gegenüber für seine eigentliche Krankenbehandlung belegen kann, dass diese

 

  1. durchweg von einer vorzüglichen Qualität ist (also nicht nur oberhalb der von der BQS definierten „Auffälligkeitsbereiche“, sondern am besten im obersten Quartil der diesbezüglichen Werte liegt),
  2. im Plan-Ist-Vergleich und im Vergleich mit Dritten sukzessive immer bessere Ergebnisse zeitigt und c) sich nach einiger Zeit nachweislich in der Größenordnung der weltweit Klassenbesten bewegt

 

verschafft sich Alleinstellungsmerkmale in einem künftig sicher aufbrechenden Ergebniswettbewerb. (Helios scheint also auf dem richtigen Weg zu sein). Für das „Wie“ finden sich im übrigen auch weltweit genügend Anregungen, u.a.. im zitierten Eingangstext. Leider spricht offensichtlich die deutsche Überheblichkeit dagegen, diese auch zu nutzen. Ein solches „Alleinstellungsmerkmal“ hilft allerdings im Wettbewerb kaum!

 

 

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* Bodinson, Glenn W., Change Healthcare Organizations From Good to Great, Quality Progress, November 2005, p. 22f.

** Jonitz, Günther, Fehlerfreiheit gibt es nicht, Berliner Ärzte 05/2005


02. (AHA) Anregung aus den USA, die ärztliche Qualität besser nachvollziebar zu machen

JCAHO issues revised credentialing, privileging standards for review

For more information or to submit comments online, visit the JCAHO Web site.

Anmerkung:

Die Begriffe Credentialing / privileging umschreiben in den USA den Prozess der Berechtigung, im Krankenhaus ärztlich tätig zu werden.

 

 

 


03. (AHA) Interessantes Dokument zur klinischen Medizinerausbildung in den USA

Compact outlines medical education goals, resident and faculty commitments

The Association of American Medical Colleges .. released a document intended to serve as a model agreement between resident physicians and their teachers...


04. (AHA) IT-Infrastruktur für nationales Gesundheitsnetz in Auftrag gegeben

Groups to develop national health information network architecture


HHS Secretary Mike Leavitt today announced the award of contracts totaling $18.6 million to four groups that will develop prototypes for a Nationwide Health Information Network architecture...


05. (AHA) Fehlerquellen aus Abkürzungen vermeiden

Campaign will target elimination of error-prone medical abbreviations

...Slated to begin in the first half of 2006, the campaign will recommend health care professionals reference the ISMP’s list of error-prone abbreviations, symbols and dose designations whenever they communicate medical information...


06. (AHA) Die meisten US-Bürger würden persönliche Daten zum Nutzen der Qualitä bereitstellen

Most Americans willing to share personal health data to benefit care

... a national consumer survey released today by the California HealthCare Foundation...


07. (AHRQ) Erleichtert die Elektronische Krankenakte Ärzten und Pflegekräften die Arbeit?

The impact of electronic health records on time efficiency of physicians and nurses: a systematic review...

Mehr 


08. Links

MedlinePlus zu Patientensicherheit

 

ASQ Quality Tools

 

SCIP Surgical Care Improvement Project

 

Pay for Performance Improving Health Care Quality and Changing Provider Behavior; But Challenges Persist

 

http://www.chcf.org/ California Health Care Foundation

 

http://www.ehealthinitiative.org/ The eHealth Initiative

 

Kunstraubliste

 

The poor state of health care quality in the U.S.: is malpractice liability part of the problem or part of the solution?

 

Disclosure of Adverse Events to Patients: Ein vorbildliches Vorgehen im Umgang mit (nicht nur) Behandlungsfehlern

 

http://www.bridgestoexcellence.org/ Bridges to Excellence

 

Handhelds and Hotspots: Success Stories in Healthcare

 

http://www.hospitalcompare.hhs.gov/ Ein erster wirklicher US-Qualitätsvergleich von Krankenhäusern - durch die US-Bundesregierung!

 

http://www.talkingquality.gov/ Noch eine interessante Website für die Bürger: Was ist im Gesundheitswesen Qualität?

 

http://www.psnet.ahrq.gov/ PSnet Patient Safety Network

 

http://www.rwi-essen.de/ Die Lage der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft im Herbst 2005 - Gemeinschaftsgutachten

 

The ISO Survey 2004

 

Interessante Mikrofotos

 

http://iaq.asq.org/ International Academy for Quality (IAQ) is an independent, self-supported, nonprofit organization run by academicians, who have been chosen from the most respected, active and experienced protagonists of quality in the world.

 

QEP-Handbuch, für den niedergelassenen Arzt, der es denn für nützlich hält, vorgefertigt (Quelle)

 

Ansätze zu einer wirklichen Qualitätssicherung in der Arztpraxis


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

IQWiG, Methoden, Version 1.0, Köln 2005, von der IQWiG-Website herunterladbar

 

Nachdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in diesen Tagen auch eine englischsprachige Fassung seiner „Wissenschaftlichen Methodik“ verfügbar gemacht hat, haben wird uns die Broschüre noch einmal genauer angesehen, deren Inhalt – so die Selbstverpflichtung des Instituts – jedem seiner Produkte zugrunde liegen wird. Das Inhaltsverzeichnis gliedert sich in folge Blöcke:

 

Präambel

1. Wissenschaftliche Methoden und Biometrie

2. Spezielle Beurteilung medizinischer und versorgungsrelevanter Inhalte

3. Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen für Bürger und Patienten

4. Berichtserstellung

 

Im ersten Punkt „Wissenschaftliche Methoden und Biometrie“ werden unter Verweis auf eine eindrucksvolle Zahl von Quellen vor allem Zielsetzungen und statistische Methoden angesprochen (1.1 – 1.22), allerdings nicht zumindest ebenso genau erklärt wie was man damit macht. So ist der Leser genötigt, nach der richtigen Literatur dafür zu suchen. Den ersten Satz des Kapitels 1.1 sollten sich all jene hinter die Ohren schreiben, die sich immer noch einbilden, ein wirksames Qualitätsmanagement durch allerlei Mengenangaben und eine Ansammlung wolkiger Sprüche ersetzen zu können: „Die Darstellung von Interventions- und Expositionseffekten ist zunächst eindeutig an eine klare Zielvariable zu knüpfen“. Einfacher: Ohne quantitative Qualitätsziele keine nachvollziehbaren Erfolge (= Abweichungen von der Zielerreichung)! Kapitel 1.23 spricht qualitative Studien an, Kapitel 1.24 den Einsatz von Konsultationstechniken und 1.25 die Peer Review.

 

Unter Punkt 2. „Spezielle Beurteilung medizinischer und versorgungsrelevanter Inhalte“ werden allerlei heterogene Themen von der Nutzenbewertung über die Gesundheitsökonomie bis zu Placeboeffekten angesprochen und kritisch bewertet. Für deren hinreichende Erklärung gilt das zuvor Gesagte: Statt einer Erläuterung gibt es jeweils jede Menge Quellen, durch die man sich allerdings erst einmal durcharbeiten müßte, um zu verstehen, was inhaltlich als Lösung vorgeschlagen wird: Handelt es sich also um eine Veröffentlichung für Insider, die selbstverständlich „wissen“, worum es geht? Oder soll der Leser halt „glauben“ – sozusagen eine höhere Stufe von eminenzbasierter Medizin? Damit würde das IQWiG die Chance vertun, sich wirklich mitten in der Gesellschaft zu etablieren, für die es geschaffen worden ist.

 

Unter 3. „Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen für Bürger und Patienten“ lesen wir gleich zu Beginn von 3.1 erfreut: „Das Institut verfolgt das Ziel, ein effektiver, zuverlässiger, vertrauenswürdiger Herausgeber von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen für Bürger und Patienten zu sein“. Sehr lobenswert. Mal hoffen, dass man davon als einfacher Bürger und Patient bald etwas merkt! Leider fehlt jeglicher Hinweis darauf, den interessierten selbst mitdenkenden Bürger und Patienten auch darüber aufzuklären, wie begrenzt das medizinische Wissen immer noch ist. Deshalb wirken IQWiG-Freudenmeldungen wie „Patienten bescheinigen dem deutschen Gesundheitswesen hohe Qualität“, wenn man den ganzen Sachverhalt studiert, gleich ziemlich ernüchternd. Erstens ist dies gar nicht so. Und zweitens sollte ein Institut wie IQWiG wohl eher dazu anhalten, offen gelegte Defizite herauszuarbeiten und zu helfen, diese zu beseitigen! Die Kapitel 3.1 – 3.5 befassen sich mit Details der Informationsvermittlung. Das gesamte Kapitel 4. ist schließlich der Darstellung der Vorgehensweise bei der Berichtserstellung durch das IQWiG gewidmet.

 

Insgesamt eine verdienstvolle, in dieser Form wohl einmalige Methodenzusammenstellung in der Form einer Selbstverpflichtung, der man in der Neuauflage noch einige Details zur jeweiligen Methode oder zum Nachlesen der angesprochenen Methoden wünschen würde. Sonst dürfte die Broschüre höchstens IQWiG-intern von Nutzen sein. Und das wäre angesichts der Vorarbeiten wirklich schade! (+)

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Training

Wir haben öffentliche Veranstaltungen vorerst abgesagt. Inhouse-Trainings sind selbstverständlich weiter im Programm. Unser aktueller Schwerpunkt ist dabei die Vermittlung des internationalen Standes der Erkenntnis auf dem Gebiete klinischer Pfade. Fragen Sie uns nach Einzelheiten: hildebrand(at)hmanage.de!