Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

209 - 20.09.05 - Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net.


Motto des Tages

"From what we get, we can make a living; what we give, however, makes a life"

 

(Arthur Ashe)

 

Quelle: Baptist Health Care Leadership Institute

 


01. Editorial: Ahnungslosigkeit oder Volksverdummung?

Cluelessness or Dulling of the Mind of People?

 

„Die klinische Medizin scheint aus einigen Dingen zu bestehen, die wir wissen, und aus einigen Dingen, die wir zu wissen glauben (aber es vermutlich nicht tun), und vielen Dingen, die wir überhaupt nicht wissen“ (Der Spiegel 35/2005, Seite 135,  zitiert The Lancet). Das erfreut Patienten sicher nicht. Aber es scheint wohl so zu sein - auch wenn der normale Bürger von deutschen Ärzten so etwas selten zu hören bekommt. Da könnte ja der (Selbst-)Respekt Schaden leiden! Unsere wunderbare deutsche „Selbstverwaltung“, also der Zusammenschluss der Leistungserbringer und jener Institutionen, welche diesen die „solidarischen“ Zwangsbeiträge der Versicherten als Honorar weiterreichen, tut verständlicherweise alles, den Bürgern den Sachverhalt nicht ins Bewusstsein sickern zu lassen. Anders kann man nicht verstehen, was sie der Öffentlichkeit durch ihre Vorgaben zu den nunmehr vorgeschriebenen „Qualitätsberichten“ der deutschen Krankenhäuser zumuten zu können glaubt. Qualität? – Fehlanzeige! Doch die „Selbstverwaltung“ besteht schließlich aus Interessenvertretern.

 

Anders müsste es beim BMGS aussehen. Das Gesundheitsministerium sollte doch auch die Interessen der Bürger als Versicherte und/oder (potentielle) Patienten („die Menschen“ – Ulla Schmidt) im Auge haben. Denkt man. Doch dem scheint nicht so zu sein. Zumindest nicht, wenn man die Erläuterung der 55-seitigen Broschüre „Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen” durch das Ministerium ernst nehmen will: „Woran ist gute Qualität im Gesundheitswesen zu erkennen? Antworten und umfassende Informationen bietet die neue vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung erarbeitete Broschüre”. Leider nicht. Trotz dieser Gliederung:

 

  1. Was ist Qualität und was bedeutet sie für Patientinnen und Patienten? (Gender-spezifische Qualität?)
  2. Was tut die Bundesregierung für die Sicherung der Qualität in der gesundheitlichen Versorgung?
  3. Wie wird die Qualität in der Versorgung gesichert?
  4. Wie kann ich gute Qualität im Gesundheitswesen erkennen?
  5. Wo kann ich mich über Qualität informieren und an wen kann ich mich bei Problemen wenden?
  6. Kontaktdressen
  7. Weiterführende Informationen
  8. Bürgertelefon
  9. Impressum

 

Davon kann sich jeder durch Herunterladen selbst überzeugen. Dort steht zwar: „Medizinische Leistungen müssen sich an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausrichten. Patientinnen und Patienten sollen im Mittelpunkt des Gesundheitswesens stehen. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass die Leistungen ausreichend, zweckmäßig und bedarfsgerecht sind, dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen und pflegerischen Erkenntnisse entsprechen und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Die Leistungen müssen nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem in der fachlich gebotenen Qualität erbracht werden“. Dem ist nur zuzustimmen. Nur leider findet sich dazu in den angebotenen „Checklisten“ nichts. Nichts! Stattdessen können wir etwas über den „Anspruch“ der Patienten lesen und eine Menge über die politischen Aktivitäten des Ministeriums, die Verwendung von Projektmitteln (http://www.patient-als-partner.de, http://www.lernen-vom-besten.de/; da mag ja irgendwann durchaus etwas Gescheites herauskommen) und eine nützliche Übersicht über die mit dem Thema befassten Teile der umfänglichen deutschen Gesundheitsbürokratie.

 

Dafür finden wir in der Broschüre eine ganz merkwürdige Auslegung international eigentlich einheitlich verwendeter Begriffe: „Unter Qualitätssicherung wird .. die Sicherung eines Qualitätsniveaus durch die Verantwortlichen verstanden, währenddessen mit Qualitätsmanagement das kontinuierliche und systematische Bemühen um eine stetige Qualitätsverbesserung gemeint ist. Qualitätsmanagement bedeutet konkret, dass Organisation, Arbeitsabläufe und Ergebnisse einer Einrichtung regelmäßig nach bestimmten Vorgaben dokumentiert, überprüft und gegebenenfalls verändert werden. Qualitätsmanagement ist gewissermaßen die Voraussetzung für eine kontinuierliche Qualitätssicherung“.

 

Qualität ist Ergebnisqualität, das Vorhandensein der (Mindest-)Voraussetzungen dafür und das Vorgehen im Einzelfall. Eine Qualitätssicherung erfolgt durch Messen, Auswerten und ggf. Korrektur der Ergebnisse. Dazu findet sich in der Broschüre kein einziges Wort. Unter einem Qualitätsmanagement versteht man die Gesamtheit der Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität einschließlich der entsprechenden Nachweise. Was schreibt die Broschüre zum Thema “Wie wird die Qualität in der Versorgung gesichert?“ Sie stellt die „zuständigen“ Institutionen vor (z.B. die KBV oder die „Bundesärztekammern“ – das steht da wirklich!). Und sie wirft mit den einschlägigen Begriffen („Leitlinien“, „Evidenzbasierte Medizin“) um sich, ohne auf deren Qualität oder gar die konkrete Anwendung tauglicher Regeln einzugehen. Damit entsteht der (fälschliche) Eindruck, so würde „qualitätsgesichert“ gearbeitet. Zudem werden brandneue Privatinitiativen wie das 11.4.2005 gegründete „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ und die Möglichkeit einer „Zertifizierung“ („Eine solche Zertifizierung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben“; und was belegte sie bei Vorhandensein?), die BQS sowie die unsäglichen Qualitätsberichte und das QS-Reha®-Verfahren der Krankenkassen aufgezählt, ein entsprechender Qualitätsbericht angedroht und die segensreiche Tätigkeit des MDK beschrieben. Die „Umsetzung der Qualitätssicherung bei der Pflege durch Familienangehörige und Nahestehende“ wird offensichtlich durch „Pflegekurse“ gesichert. Was soll damit bewiesen werden? „Woran ist (also) gute Qualität im Gesundheitswesen zu erkennen?

 

Wie kann (der geneigte Leser also) gute Qualität im Gesundheitswesen erkennen?“ „Für die Qualität der medizinischen Behandlung kommt es am Ende jedoch darauf an, was die einzelnen Leistungserbringer jeweils daraus machen, wie also Ärztinnen oder Ärzte, Pflegende, Krankenhäuser, Apothekerinnen oder Apotheker und Krankenkassen ihr Engagement und ihr Können zum Wohl der Patienten einsetzen“. Sic! „Die gute Ärztin oder der gute Arzt wird ihren Patientinnen und Patienten die Behandlung erklären und sie in Entscheidungen angemessen einbeziehen. Die gute Apothekerin oder der gute Apotheker wird ihre Kundinnen und Kunden kompetent und unabhängig beraten“ usw. usw. Gender Mainstream, aber Nachweis von Qualität? Die (aus den einschlägigen Quellen bekannten) „Checklisten“ zum Drumherum der Krankenbehandlung und der Pflege enthalten leider nichts, was auch nur andeutungsweise auf die Qualität der Handelnden, der Methode und/oder gar der zugehörigen Ergebnisse hinwiese. Immerhin kann man sich unter http://www.patienten-information.de/ sehr allgemein über Gesundheitsfragen informieren.

 

Wo kann ich mich (also wirklich) über Qualität informieren? Es gibt für Patientinnen und Patienten vielfältige Möglichkeiten, sich über die Qualität im Gesundheitswesen zu informieren“. Das mag ja theoretisch sein. Doch leider helfen da auch nicht die dazu genannten Institutionen von www.patientenbeauftragte.de bis  www.bmgs.de wirklich weiter. Handfeste Informationen wie der "Fragenkatalog für Operationen" im unten besprochenen Buch von Jörg Blech fehlen dagegen, desgleichen fast alle dortigen Adressen im Internet". Weiß man es im BMGS wirklich nicht besser oder soll der hier vorgelegte Tätigkeitsnachweis der Ministerialbürokratie nur von den wirklich wichtigen Fragen zu Qualität der Krankenbehandlung in Deutschland ablenken? Lesen Sie selbst!

 

 

Kursiv hervorgehobene Textteile sind Originalzitate. Durch Anklicken des US-Pendants der Schrift könnte man übrigens nachlesen, was eine nützlichere Patientenbroschüre des Ministeriums enthalten sollte. Informationen und konkrete Fragen anstelle von Selbstbeweihräucherung und leerem Wortgeklingel!

 


02. "Herumdoktern wie gehabt" (Jörg Blech)

Business as Usual

"Goldene Regeln, wie man als Arzt an überkommenen und irrigen Heilversuchen festhalten kann, hat das British Medical Journal veröffentlicht.

  • Zeige keinerlei Beachtung
    Engagiere dich so stark in deiner Praxis, dass du keine Zeit hast, zu lesen, Kongresse zu besuchen, dein eigenes Handeln als Arzt zu verstehen, geschweige denn das Handeln deiner Kollegen zu verfolgen.
  • Attackiere die Daten
    Erstens: Ziehe die Quelle in Zweifel. Keiner erwartet allen Ernstes von dir, Informationen zu glauben, die von außerhalb deines Fachgebiets oder deiner geographischen Region kommen. Zweitens: Stelle die Korrektheit in Frage. In jeder Studie lässt sich eine kleine Ungenauigkeit finden, und dann greift folgender rhetorischer Trick: Wenn auch nur ein Aspekt nicht perfekt ist, muss ja wohl die gesamte Aussage der Studie falsch sein. Drittens: Bezweifele, ob die Daten überhaupt auf deinen einzigartigen Patientenstamm und dein einmaliges ärztliches Handeln anwendbar sind. Das hilft besonders dann weiter, wenn Daten aus großen klinischen Studien deinem persönlichen Eindruck von deinen wenigen Patienten widersprechen.
  • Bring Anwälte ins Spiel
    Argumentiere, du würdest verklagt, falls du die neue Therapie anwenden und die alte einfach fallen lassen würdest.
  • Schiebe es auf die Patienten
    Behaupte, du selbst würdest ja gerne deine Methoden ändern, aber deine Patienten forderten die alten. Dann wird jeder verstehen, warum du immer noch einmal im Monat Vitamin B-12 gegen Blutarmut spritzt und bei Schnupfen Antibiotika verabreichst.
  • Lass den Arzt raushängen
    Hat ein Mitarbeiter einer Krankenkasse, ein Apotheker oder eine Krankenschwester eine Anregung oder zeigt dir ein Patient Informationsmaterial aus dem Internet, dann ignoriere alles und frage lieber: „Wann haben Sie eigentlich Ihr Medizinstudium abgeschlossen?“
  • Weise alles zurück
    Wenn du mit neuen Erkenntnissen konfrontiert wirst, sage jenen Satz, der auch bei ärztlichen Fortbildungen so häufig gemurmelt wird: „Selbst wenn das stimmt, würde ich es nicht glauben.“

Quelle: Allen F Shaughnessy, Department of Family Medicine and Community Health, Tufts University School of Medicine, and David C Slawson, B Louis Barnett Jr professor of family medicine, Department of Family Medicine, University of Virginia Health Sciences Center, Charlottesville, Easy ways to resist change in medicine, BMJ. 2004 December 18; 329(7480): 1473–1474 (sinngemäße Übersetzung durch Jörg Blech, im von uns heute besprochenen Buch “Heillose Medizin”)


03. (AHA) Studie zum Nutzen eines gezielten IT-Einsatzes

With government help, study projects health IT could save $162 billion a year...

...The study was published today in a health IT-focused edition of Health Affairs.


04. (BHLI) Kommunikation eines umfassenden Qualitätsmanagements

Comprehensive Communications: a website making way for excellence

Leadership Institute client The University of West Florida is utilizing the web to share information about their Voyage to Excellence...

To visit UWF’s Voyage to Excellence website, click the link http://www.uwf.edu/excellence, http://www.uwf.edu/excellence/teams/outcomes.html

 


05. Selbstverwaltung legt Eckpunkte für DRG-System 2006 vor

“Selbstverwaltung” increases # of G-DRGs to about 1000

Gemeinsame Pressemitteilung von DKG, GKV und PKV

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) haben sich auf die maßgeblichen Bausteine des Klinik-Fallpauschalensystems 2006 geeinigt. Kernbestandteil des Gesamtpaketes ist der DRG-Katalog (DRG, Diagnosis Related Groups = Fallpauschalen), der im Jahr 2006 insgesamt 954 abrechenbare Fallgruppen enthält. Damit verfügt der im Vergleich zum Vorjahr in Teilen umstrukturierte und erweiterte Katalog über 76 zusätzliche DRGs (2005: 878 DRGs). Die Änderung stellt eine Verfeinerung dar, mit der komplexe Behandlungsgeschehen genauer differenziert und dadurch adäquater vergütet werden können. Begrüßenswerte Änderungen erfolgten etwa im Bereich der Krebsmedizin, der Kinderheilkunde oder der Unfallchirurgie.

Gleichzeitig erfolgte eine Einigung bei den Abrechnungsbestimmungen und bei der Festlegung von Zusatzentgelten, das heißt für Leistungen, die neben den DRG-Pauschalsätzen abgerechnet werden können. Für 2006 wurden insgesamt 83 Zusatzentgelte vereinbart – 12 mehr als im Jahr 2005 (71 Zusatzentgelte).

Zum ersten Mal haben die Selbstverwaltungspartner auch zwei DRGs für die Abrechnung von teilstationären Krankenhausleistungen mit in den Katalog aufgenommen. Künftig ist eine teilstationäre Dialysebehandlung über eine bewertete Pauschale für Erwachsene und eine unbewertete – d.h. je Krankenhaus zu vereinbarende – Pauschale für Kinder abrechnungsfähig. Ebenfalls erfolgte eine Einigung zu den Deutschen Kodierrichtlinien, die die Dokumentation von Diagnosen und Prozeduren regeln.

Für die Ermittlung der Fallpauschalen 2006 wurden erneut die tatsächlichen Behandlungskosten in ausgewählten Kliniken kalkuliert. An der aktuellen Kalkulationsrunde haben sich 214 Krankenhäuser auf freiwilliger Basis beteiligt – im vergangenen Jahr waren dies 148 Kliniken. Erstmals erhielten Krankenhäuser in diesem Jahr finanzielle Zuwendungen für die Teilnahme an der Kalkulation. Für die Berechnung der Fallgruppen (bei Hauptabteilungen) standen mit der Kalkulationsstichprobe gelieferte Daten von 2,6 Millionen Krankenhausbehandlungen (Fälle) zur Verfügung.

Die Partner werteten die Vereinbarung als Erfolg und Beweis für die Handlungsfähigkeit der Selbstverwaltung. Insbesondere lobten die Beteiligten die guten Vorarbeiten des von der Selbstverwaltung gegründeten „Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK)“ und die konstruktive Arbeit der Verhandlungsparteien bei einer mitunter konflikthaltigen Beratungslage. Insgesamt stellten die vereinbarten Ergebnisse der G-DRG-Systementwicklung (G-DRG, German Diagnosis Related Groups) einen weiteren Fortschritt hinsichtlich einer leistungsgerechteren Abbildung von Krankenhausleistungen dar.

Anmerkung: Die “Erfinder” der DRG kommen nach wie vor mit weit unter 500 DRGS aus! Je komplizierter, desto mehr Erhebungsaufwand – und desto größer das ‚Mogel-Potential’! Im übrigen geht man heute in den USA mit Siebenmeilenschritten in die Richtung einer Bezahlung von Ergebnissen (pay for performance) - siehe z.B. auch die nächste Nachricht. 


06. (Most Wired) Heute höhere Qualität, morgen Geld für Ergebnisse

Better Quality Today, Pay for Performance Tomorrow

“By embracing health IT, hospitals can address both rising health care costs and pay for performance initiatives. In fact, industry leaders say it's the only way to keep care affordable. … 

Mehr

Anmerkung: Dahin wird es bei uns wohl nie kommen. Wir "perfektionieren" lieber die G-DRGs (siehe oben) und schmücken uns anstelle von Qualität mit Zertifikaten, bis die "Zuzahlung" für immer stärker rationierte Leistungen zu 100% das gesamte Einkommen der (Zwangs-)Versicherten auffrißt - oder?


07. (NCQA) National Committee for Quality Assurance drängt Ärzte zu umfassendem IT-Einsatz

NCQA Program Urges Doctors to Adopt Health Information Technology

Leading legislators, MedPAC, ABIM view Physician Practice Connections standards as path to better care; comments due October 11

The National Committee for Quality Assurance (NCQA) has unveiled for public comment revised standards for its Physician Practice Connections (PPC) program, a two-year-old program that recognizes doctors who use clinical information and technology to improve patient care. The PPC program has generated extensive interest since its launch: the Bridges to Excellence pay-for-performance program uses it as the basis for paying rewards to doctors in several metropolitan areas and the American Board of Internal Medicine (ABIM) will include the PPC standards in its practice improvement modules (PIMs) that will expose the standards to thousands of doctors annually. NCQA and ABIM have collaborated on the effort over the past two years.

 

The public sector has been similarly supportive of the PPC program. On Capitol Hill, the program has been cited by the Medicare Payment Advisory Commission (MedPAC). PPC has also been noted as a model initiative for driving improvement and investment in health information technology in the recently introduced Medicare Value Purchasing Act of 2005.  That bill is expected to be considered by the Senate in the fall.

 

“There’s probably no single more important step a doctor or medical group can take than to incorporate information technology into their practice,” said NCQA President Margaret E. O’Kane. “It makes the difference between having all the information you need to provide exactly the right care, and relying on memory and educated guesses. The latter just isn’t good enough anymore. Health information technology is crucial—that’s what the PPC program promotes.” 

Several recent studies, including the Institute of Medicine’s Fostering Rapid Advances in Health, have shown that use of electronic information systems help improve health care quality, enhance patient safety and reduce waste; yet such systems remain rare in today’s health care system, found in only about 15% of physician practices. A notable exception is the Veterans Administration, where all health records are electronic; not surprisingly, the VA has become an oft-cited example of a system that consistently provides some of the nation’s best health care.

“The Medicare Value Purchasing Act was designed to help build on the significant strides being made in the private sector under the leadership of organizations such as the National Committee for Quality Assurance,” said Sen. Chuck Grassley (R-Iowa), Chairman, Senate Finance Committee. “The Physician Practice Connections program recognizes that a doctor is only as good as the information he or she has to work with. Our bipartisan legislative initiative works to encourage the adoption of health information technology by rewarding doctors who provide higher quality, more efficient care.”

The revamped standards also align with MedPAC’s recent call for measures assessing the use of IT in physicians’ quality improvement efforts. In a recent report to Congress, MedPAC recommended further development of clinical process measures such as those in PPC. The report also called for collaboration between the public and private sectors to expand their adoption in the health care marketplace.

“NCQA's Physician Practice Connections sets clear expectations about how practices can and should use information technology to improve care,” said Glenn Hackbarth, J.D., Chairman, MedPAC. “By developing this program, NCQA has once again demonstrated its leadership in improving the quality of care.”

ABIM’s support of PPC holds enormous potential to introduce the program to a significant number of doctors over the next few years and to provide consistent guidance for quality improvement efforts among its diplomates. ABIM offers seven PIMs for internists that incorporate PPC standards as a means for assessing a practice’s use of care management, quality improvement, and health information technology. The same standards will be incorporated into new PIMs as they are completed over the next several months. Approximately twelve thousand ABIM diplomates apply for recertification every year, meaning that they will be examining their performance in practice and ways to improve their systems of care. The PIMs provide a convenient way to do this.

“For doctors, the advantages of adopting good information systems are right there on the surface – easier access to patient information, support for clinical decision-making, and more effective communications with patients,” said ABIM Executive Vice President F. Daniel Duffy, M.D. “The strong signal that NCQA and ABIM are sending by working together to advance standards for office information systems will accelerate that adoption.” 

The revised PPC standards have been fine-tuned to make them consistent with other public and private initiatives promoting the adoption of EHRs in doctors’ offices. The new standards are sorted into three categories; while electronic systems are required for meeting more advanced standards, physician groups without these systems can earn Recognition by meeting the basic requirements. (See below for descriptions of the standards).

“A typical quality challenge for doctors today might be, for instance, to quickly determine which of their 800 patients have diabetes and which of those have their blood sugar screened and under control,” said Phyllis Torda, NCQA Vice President for Product Development. “You can’t do that without technology. But with technology it’s not just realistic—it’s incredibly useful for making sure those patients get the extra help they need. That’s the sort of thing that PPC measures, and why it drives not just adoption of technology, but the right use of technology.”

There are currently 80 PPC-Recognized practices representing nearly 700 physicians. The practices range in size from large to small, with the typical group including just four doctors. Of the 80 practices recognized, 10% have received recognition by meeting advanced standards (see descriptions below) related to electronic health records (EHRs); the other 90% received recognition by meeting basic standards related to use of patient registries and other such systems. For more information about the program, visit www.ncqa.org/ppc. To see a list of PPC-Recognized practices in your area, visit recognition.ncqa.org.

The revised standards are available for public comment on NCQA’s Web site at www.ncqa.org. Public comments will be accepted through October 11; final standards for the new version of PPC will be published in early 2006.

NCQA is a private, non-profit organization dedicated to improving health care quality. NCQA accredits and certifies a wide range of health care organizations.  NCQA provides health care quality information free of charge through the Web and media in order to help consumers, employers and others make more informed health care choices.

Three Levels of PPC Standards

  1. Basic standards assess the use of evidence-based standards of care, practice-wide measurement of clinical quality, maintenance of patient registries for the purpose of identifying and following up with at-risk patients and provision of educational resources to patients.
  2. Intermediate standards ask whether practices use electronic systems to maintain patient records, provide decision support, enter orders for prescriptions and lab tests and provide patient reminders.
  3. Advanced standards ask whether a practice’s electronic system is “interoperable” with other systems, whether it uses nationally accepted medical code sets and whether they can automatically send, receive and integrate data such as lab results and medical histories from other organizations’ systems.

Anmerkung: Wir haben stattdessen (irgendwann einmal) die Gesundheitskarte! 


08. Links

Economic Appraisal of Public Health Interventions, Mike Kelly, David McDaid, Anne Ludbrooke, Jane Powell Briefing paper from the Health Development Agency, June 2005.

 

Die Charité wird zu Tode gedoktert Dem ist nichts hinzuzufügen - außer dass Berlin sich schon seit Jahrzehnten bei seinen Universitätsklinika unabängig von den politischen Mehrheiten eine solch "intelligente" Politik leistet.

 

Im Januar kommt der neue Chef von Vivantes

 

http://www.myphr.com/ My Personal Health Record. A free public service by the American Health Information Management Association (AHIMA).

 

http://www.lumenos.com/public Health Care enlightened

 

http://www.gesundheitswirtschaft.info/content/view/1077/117/ "Abgezockt und totgepflegt - Alltag in deutschen Pflegeheimen" - Stellungnahme

 

http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/publikationen/p_8.php Was das BMGS peinlicherweise immer noch unter einer Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen versteht

 

www.gesundheitskarte.de - Was schon der Name sagt.

 

http://webmm.ahrq.gov/ Eine nützliche Quelle mit Beispielen von wirklichen Qualitätsverbesserungen in der Krankenbehandlung - monatlich aktualisiert

 

HBR-Artikel "Fixing Health Care from the Inside, Today" - Toyota-Fabrikorganisation im Krankenhaus: Es geht!

 

http://www.qualitycounts.org/ QualityCounts: Consumer Information for Better Health Care

 

http://www.emrupdate.com/resources/primer.asp An EMR Primer (Elektronische Krankenakte), Mindesterfordernisse

 

http://www.myhealthbank.com/ MyHealthBank was founded in April 2000 by leaders in health care, health insurance, health benefits, and technology with the vision of leading the revolution of a consumer-driven health care marketplace.

 

http://www.vivius.com/Public/ Founded in 1999, Minneapolis-based Vivius developed a unique transaction model and web-based technology for consumer choice healthcare. The company was originally an application service provider to managed care organizations and insurance companies of its proprietary software. Vivius is now an intellectual property (IP) company that licenses its IP to companies serving the healthcare industry.

 

http://www.iqwig.de/ Das IQWiG ist ein unabhängiges wissenschaftliches Institut, das den Nutzen medizinischer Leistungen für den Patienten untersucht.

 

http://medikamente.focus.msn.de/ Medikamente im Check

 

www.arzt-auskunft.de Wie der Name sagt.

 

http://www.akdae.de/45/pAVK.pdf Patienteninformationen der Techniker-Krankenkasse in Zusammenarbeit mit der AKDÄ: NEUAUFLAGE ZUR PERIPHEREN ARTERIELLEN VERSCHLUSSKRANKHEIT (PAVK)

 

www.carelounge.de "The Care Community" - deutsche Website!

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

Blech, Jörg, Heillose Medizin, Fragwürdige Therapien und wie Sie sich davor schützen können, Frankfurt / Main 2005, ISBN 3-10-0044413-4

 

Der (ganz offensichtlich sachkundige) Autor des Bestsellers „Die Krankheitserfinder“ hat also wieder zugeschlagen. Der Tenor des neuen Buches findet sich gleich auf der ersten Seite: „Je schlechter Menschen informiert sind, desto häufiger werden sie medizinisch behandelt“. So ist es wohl. Und so sollte es in einer ethisch handelnden und auf Qualität setzenden (und nicht nur mit einem "Leitbild" geschlagenen) Institution auf keinen Fall sein. Hier werden Beispiele dafür vorgestellt, was sich „die moderne Medizin“ in ihrer bundesdeutschen Ausprägung zu Lasten der Patienten so alles leistet. Der Inhalt:

 

Vorwort

Kapitel  1 Die dunkle Seite der Medizin

Kapitel  2 Torheiten und Trugschlüsse

Kapitel  3 Viel hilft nicht viel

Kapitel  4 Die Arztpraxis wird zum Supermarkt

Kapitel  5 Im Land der Pillenschlucker

Kapitel  6 Früh erkannt, aber nicht gebannt

Kapitel  7 Zweifel an der Chemotherapie

Kapitel  8 Mythen der Orthopädie

Kapitel  9 Messer im Rücken

Kapitel 10 Technik, die zu Herzen geht

Kapitel 11 Der Schein der Chirurgie

Kapitel 12 Wissen ist die beste Medizin

Anmerkungen

Glossar

Adressen im Internet

Fragenkatalog für Operationen

Danksagung

Register

 

Leute, die den Rezensenten persönlich kennen, werden ihm kein ‚Doctor Bashing’ unterstellen. Die Tatsache, dass dieses Buch in der Besprechungsliste des hmanage Newsletters auftaucht, hat also nicht damit zu tun, (unvermeidliche) Fehler in der Krankenbehandlung zu skandalisieren. Das will auch der Buchautor Jörg Blech ganz offensichtlich nicht. Er will aufklären. Dazu verbindet er (mit Quellen) eine Vielzahl neuerer Beispiele für unnütze oder gar gefährliche Heilversuche mit wenigen Rückgriffen in die jüngere und ältere Geschichte der ärztlichen Heilkunst als für die Patienten mehr oder weniger gefährlichem Hokuspokus.

 

Doch überflüssige oder gar schädliche Behandlungen sollten nicht nur die potentiellen Patienten als „Opfer der Bemühungen“ interessieren. Sie sollten auch – als Zeichen einer miserablen Qualität – all jene interessieren, die für das (Qualitäts-)Management der Krankenbehandlung, das Leben des Leitbilds in ihrer Einrichtung und für deren Qualitätsbericht Verantwortung tragen. Qualität kann man am besten praktisch erklären: „Unsere Einrichtung mutet ihren Patienten Behandlungen, wie sie in diesem Buch beschrieben werden, nachweislich nicht zu!“ Und das kommuniziert sie als ihre Unique Selling Proposition (USP)! – Für eine Konkretisierung des eigenen Leitbilds etrem nützlich ("In unserer Institution ist, was in den Beispielen in diesem Buch aufgeführt ist, zuverlässig etwas ausgeschlossen. Hier wird nur gemacht, was wirklich zielführend und nützlich ist. Das allerdings bestmöglich").

 

Im übrigen bietet das Buch jede Menge überzeugendes Material dafür, die potentiellen Ergebnisse medizinischer Behandlungen endlich für jeden Interessierten transparent zu machen - eine zwindend notwendige Voraussetzung für jede Art von sinnvollem Wettbewerb im Gesundheitswesen. Was heute unter dieser Flagge segelt, spielt veranwortungslos mit der Unkenntnis der Mitmenschen. Und die Verantwortlichen in Politik und Standesverbänden machen auch noch fleißig mit. Dagegen sollten sich nicht nur die Bürger als Betroffene wehren. Verantwortungsbewußte Leistungerbringer könnten sich durch eine freiwillige Selbstverpflichtung einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

 

Das Buch ist daher sehr lesenswert. (+++)

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Training

Öffentliche Veranstaltungen abgesagt. Inhouse-Trainings weiter im Programm.