Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

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26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

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Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

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192 - 11.05.05


Motto des Tages

"I know this sounds terrible, but I'm more interested in speed than direction. Once you get moving, you can sort of veer and tack. But the important thing is, you're moving"

 

(John Harvey-Jones - ICI)

 

Quelle: ASQ


01. Editorial: "Ökonomisierung"

„Ökonomisierung“ gehört – wie jedermann weiß, der in irgendeiner Weise beruflich mit dem deutschen Gesundheitswesen zu tun hat, zum Standard-Lamento des derzeitigen Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dieter Hoppe. Nun ist es jedem Lobbyisten in einem freien Land wie dem unseren selbstverständlich freigestellt, auf welche Weise er sich bemüht, die Pfründe seiner Klientel zu mehren. Doch leider belasten „Sprüche“ wie dieser auch immer mehr das Arbeitsklima vor Ort. Das geht zu Lasten jener, deren Wohl doch alle angeblich so dringlich im Auge haben: der Patienten!

 

„Das Wort ‚ökonomisch’ bedeutet ‚wirtschaftlich, sparsam’. So soll sie (aus der Sicht der Lobbyisten) also nicht sein, die Gesundheitspolitik“ (Magnus Heier am 8. Mai 2005 im Wissenschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – FAS). Er fährt fort: „Wie immer im Medizinbetrieb wird bei Unzufriedenheit reflexartig nach mehr Geld gerufen“. So ist es!

 

Da hilft es nicht, wenn besonnene Leute wie Michael Philippi von der Sana mit Sätzen wie diesem zitiert werden: „Mehr Geld im System würde die notwendigen Veränderungsprozesse im Krankenhauswesen verlangsamen“. „Würde“ ist gut: Präziser müsste es heißen: „Den allgemeinen deutschen Stillstand auch im Gesundheitswesen bis zum Sankt-Nimmerleinstag fortsetzen!“ Weil das niemand bezahlen kann, wird dann zu allem Überfluss von Ärztefunktionären auch noch von einer drohenden „Rationierung“ gefaselt. Dabei ist für die Krankenversorgung nicht zu wenig, sondern mit Sicherheit zu viel Geld im System!

 

Von der Politik – gleich welcher Couleur – sind ohnehin nur Trippelschritte in die richtige Richtung zu erwarten: Auf dem Wege zu einer Krankenversorgung, die vor allem den Bürgern nutzt und ihnen nicht immer mehr Geld für immer weniger Leistung bei unverändert unbekannter Qualität aus der Tasche zieht. Und das System immer weiter bürokratisiert. Bis zur völligen Unbeweglichkeit. – So zumindest die 35-jährige Erfahrung des Autors in diesem wunderbaren deutschen Gesundheitswesen.

 

Genauer gesagt sind dies oft Schritte nach dem Muster der „Echternacher Springprozession“, wie die jüngste „Präzisierung“ der einschlägigen DRG-Gesetzgebung einmal mehr recht eindrucksvoll belegt: So wird sehenden Auges mit einer Subventionierung von Unwirtschaftlichkeit von Einrichtungen der Stillstand zementiert, deren „Hochleistung“ vor allem darin bestehen dürfte, für gleiche Leistungen weitaus mehr Geld zu verbrauchen als „der Rest der Welt“.

 

Herrn Germis (im Wissenschaftsteil der gleichen Ausgabe der FAS) ist absolut recht zu geben: „Es fehlt im deutschen Gesundheitssystem an vielem, aber gewiss nicht am Geld“. Das mag aus der subjektiven Sicht der Betroffenen mehr als berechtigt und legitim sein. Der organisatorische und personelle Umbau von Universitätskliniken ist wahrlich eine Herkulesaufgabe, vor der man sich lieber drückt, solange man sich dies leisten kann. Dem Bürger schadet der Stillstand allerdings sehr!

 

Wo – aus welchen Gründen auch immer – die äußeren Anreize fehlen, die gleiche Leistung für weniger Geld, mit anderen Worten ökonomischer zu erbringen, ist es gleichwohl keiner Unternehmensleitung verboten, ihre Organisation genau in diese Richtung weiterzuentwickeln. Nicht, wie in Deutschlands Krankenhäusern weithin üblich, durch „Sparen“ (an der Qualität mit allen negativen Folgen für die Bereitschaft der Mitarbeiter, bei so etwas auch noch mitzuziehen), sondern auf dem Wege einer intelligenten strategischen Neugestaltung. Möglichst mittels einer der strukturierten Beantwortung folgender – an dieser Stelle schon des Öfteren sinngemäß publizierten – Fragen:

 

  1. Wer sollen in Zukunft vor allem die Adressaten unserer Bemühungen (= unsere Kunden) sein? Für welchen strategischen Case Mix an Erkrankungen besteht mittelfristig eine hinreichend große Nachfrage? Wie können wir die eigenen Stärken in dieser Richtung sichern und ausbauen? Welche Ergänzungen / Modifizierungen sind für die anderen Interessengruppen (= Stakeholder) geboten? Die Werkzeuge auf dem Wege in die Zukunft sind eine solide Unternehmensstrategie, eine  richtig  verstandene Balanced Scorecard (BSC) und das EFQM-Modell für Excellence (und nicht irgendein Zertifizierungsverfahren).
  2. Was sind die – je Diagnose – berechtigten konkreten Erwartungen der Patienten, mittels deren gezielter Übererfüllung wir Alleinstellungsmerkmale (= USPs) herauszuarbeiten haben? Was ist für unsere anderen Interessengruppen (= Stakeholder) zu beachten? (Ergebniskriterien des EFQM-Modells für Excellence)
  3. Wie lassen sich am besten (auch unerwünschte) Behandlungsergebnisse, wie die Ergebnisse für die anderen Interessengruppen (= Stakeholder) messen? Welche strategischen / operativen (Ergebnis-) Ziele sind für die Krankenbehandlung je Diagnose zu setzen, in Abstimmung mit jenen für die anderen Interessengruppen (= Stakeholder). Ergebnisse werden als Zielerreichungsgrade gemessen.
  4. Mit welcher Ausformung und Standardisierung unserer Prozesse (Innovations-, Kundenprozesse, Routinebehandlung incl. präventiver Fehlervermeidung sowie der zugehörigen Infrastrukturprozesse, sozialer Prozesse sowie der Prozesse der zuverlässigen Einhaltung extern gesetzter Regeln und Vorschriften) können wir – auch ökonomisch, also ohne Um- und Irrwege – die besten Ergebnisse erzielen? Welche personellen / materiellen Ressourcen sind zur Ergebnisoptimierung  erforderlich? Welche Strukturen sind dafür am besten geeignet? Welche Konsequenzen hat dies für den Ist-Zustand? (Prozessmanagement, wirkliche und nicht nur vermeintliche Klinische Pfade samt dem Abfallprodukt einschlägiger Zertifikate, falls diese vorgeschrieben oder als nützlich angesehen werden).
  5. Wie lässt sich sicherstellen, dass vereinbarte arbeitsteilige Vorgehensweisen und Strukturveränderungen mit allen Veränderungen gegenüber dem Ist-Zustand – im Unterschied zu verbreiteten bisherigen Gepflogenheiten – tatsächlich eingehalten und in der Routine systematisch weiterentwickelt werden? Hierher gehört auch die ersatzlose Abschaffung aller als nicht zielführend erkannten Prozesse, Strukturen und Stellen, wobei die Interessen der betroffenen Mitarbeiter selbstverständlich angemessen zu berücksichtigen sind.

 

Wer als Organisation auf diese Weise vorgeht, findet zu Lösungen, die – je nach Ausprägung der auf dem Wege einzugehenden Kompromisse – auch ökonomisch zwangsläufig nahe beim Optimum liegen werden. Ohne das Wort „Sparen“ auch nur einmal in den Mund zu nehmen! In diesem reichen Land (und im Krankenhaus vor dem Hintergrund von DRGs, die auf der Grundlage von Ist-Kosten kalkuliert worden sind) ist es überhaupt nicht nötig, im traditionellen Sinne weiter zu „sparen“. Das verstärkt nur völlig unnötig bestehende Konflikte. Dafür muss man allerdings schon bereit sein, jenen Lobbyisten hier und da auf die Füße zu treten, die doch nur ihre Interessen vertreten. Auf geht’s!

 


02. (Most Wired) Wie drei verschiedene Krankenhäuser IT-mäßig kommunizieren

Most Wired Community: Santa Barbara

Three one-hospital towns in California's Santa Barbara County had little reason to ally with each other, but they did just that to create the Santa Barbara Care Data Exchange.

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03. (AHA) Monetik mittels amerikanischer "Selbsteinweisung" - wirkungsvoll angegangen

AHA: Studies highlight need to permanently ban physician self-referral...

The study is available on the AHA Web site.


04. (H&HN) Alternativmedizin - offiziell integriert

Caring for the Leaders and Caregivers of CAM

Participants at this year's Integrative Medicine for Healthcare Organizations conference learned how to nurture their alternative medicine programs as well as their caregivers.

...Mehr


05. (AHA) Gesunder Lebenswandel in den USA wenig verbreitet

"Few U.S. adults report having a healthy lifestyle

According to a study in  .. Archives of Internal Medicine, only 3% of American adults follow four common characteristics of a healthy lifestyle: ..."


06. (AHA) Wechsel an der Spitze von Krankenhäusern in den USA > 16% pro Jahr

"CEO turnover at the nation’s hospitals increased to 16% in 2004 from 14% in 2002 and 2003, according to a report released today by the American College of Healthcare Executives..."

Anmerkung:
Vermutlich sähen die Zahlen in Deutschland ganz anders aus - vielleicht ein Teil des Problems?


07. (AHA) Warum werden Männer Pflegekraft?

Survey examines why men enter nursing

A recent survey of men in nursing by Bernard Hodes Group examined the reasons men enter the field and their views on effective recruitment approaches for men...


08. Links

Eine STARKE WEBSITE, wenn man die Patientenorientierung wirklich ernst nähme:

'Put It In Writing' Web site opens strong: The AHA's "Put It In Writing" Web site has attracted more than 11,830 individual visitors since it went online Monday (01.05.05), with visitors staying more than eight minutes on average, AHA reports. The wallet card was downloaded more than 4,150 times, and the brochure more than 3,550 times. Hospitals are encouraged to include on their Web sites a link to the site, which contains resources to help people put their wishes about end-of-life care into advance directives.

 

http://psnet.ahrq.gov/ Patient Safety Network

 

http://www.aekwl.de/

DRG: Bewusstseinswandel im Krankenhaus hat begonnen

Anmerkung: Schon???

 

http://www.facs.org/cqi/index.html The American College of Surgeons Continuous Quality Improvement (CQI)

 

The federal Agency for Healthcare Research and Quality and Department of Defense have released a compendium of 140 peer-reviewed articles on patient safety studies by government-sponsored researchers.

Anmerkung:
Lektüre-Anregung für unsere "Grundsatzerklärungs-Pioniere" in Sachen Patientensicherheit. Vielleicht ginge es nach der Lektüre auch hierzulande mit der Umsetzung etwas schneller?

 

http://www.pickersymposium.com/ Hinweis auf 11th Annual Picker Institute International Symposium “Improving the Most Important Aspects of the Patient Experience, Navigating to a Culture of Patient-Centered Excellence” August 17-19, 2005, San Diego Marriott Hotel and Marina

 

http://www.bqs-online.de/ Herr Lauterbach hat eine amerikanische Veröffentlichung aus dem Jahre 2003 gefunden, die belegt, dass die Qualität des Behandlungsergebnisses sehr wohl von der Fallzahl abhängt

 

The May issue of AHRQ WebM&M is now available online at webmm.ahrq.gov

 

http://www.aerzteblatt.de Herzversagen: Viele europäische Kardiologen ignorieren Leitlinien

Anmerkung: Eminenzbasierte Medizin - mal gut, dass die Patienten dies (noch) nicht wissen!

 

http://www.bncev.de/ "Fehlermanagement: Ein entdeckter Fehler ist ein Schatz"

 

http://www.mb-zeitung.de/ Unbedingt lesen und ernstnehmen - aber nicht alles glauben! 

 

http://www.fhf.fr/fhf/htm/ Französische Krankenhausgesellschaft

 

http://www.aerzteblatt.de/v4/ 108. Deutscher Ärztetag in Berlin beendet – die Abschlussforderungen

Anmerkung: Leider überwiegend Interessenpolitik und Internes

 

Campaigning for a Healthier America Öffentliche Kampagne zu gesundheitsbewußterem Verhalten

 

http://www.jcipatientsafety.org/ The new website of the Joint Commission International Center for Patient Safety

 

Health care employees encouraged to complete workforce survey The American Society for Healthcare Human Resources Administration (ASHHRA) is conducting its’ sixth national study of the workplace and the employer-employee relationship in the health care sector.

Anmerkung: SEHR interessant!

 

http://www.cms.hhs.gov/ "Acute Inpatient Prospective Payment System": Aktuelle Informationen zu amerikanischen DRGs

 

http://www.hhnmag.com/hhnmag/index.jsp Netzversion der Krankenhauszeitschrift der AHA

 

"Qualitätsverlust durch Auslagerung von Sozialdiensten aus Krankenhäusern befürchtet"

Anmerkung:

1. Selbst G-DRGs beruhen auf dem Prinzip, den gleichen Leistungsumfang wie in der Vergangenheit zu finanzieren; es ist nicht weniger Geld im System!

2. Die Qualität eines Beitrags hängt nicht davon ab, dass der diesen Leistende auf der Gehaltsliste des Krankenhauses steht 

 

http://www.medinfo.de/ "Das erste medizinische Infoleitsystem weltweit, das Qualitätsauszeichnungen sichtbar macht" - Solange die etwas taugen? Die ersten (bis URAC) sind sofort plausibel, andere wie "EFQM" ff. erscheinen aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen. Da wäre eine vorherige kritische Wertung schon angebracht.

 

Reformchaos im Gesundheitswesen - Unsere Kinder bleiben auf der Strecke

Anmerkung:

Solide journalistische Arbeit, dennoch: Weniger Hereinfallen auf Lobbyarbeit und ein noch kritischeres Hinterfragen von Behauptungen würde allerlei Beunruhigung in der Bevölkerung vermeiden helfen: Solange die Kinderkliniken nicht durch Zahlen belegen, was bei ihnen wirklich länger dauert, ist ihr Kampf gegen DRGs bei genaurem Hinsehen wenig glaubwürdig! 

 

Wann Zertifizierungen wirklich Sinn machen: CARF - ein hierzulande kaum bekanntes Beispiel

 

 

 


09. Buchbesprechung

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung - soweit nicht ausgeschlossen - durch Anklicken des Titels hier oder auf unserer Website www.hmanage.de.

 

Hinrichs, Ulrike, Nowak, Dana, Auf dem Rücken der Patienten, Selbstbedienungsladen Gesundheitssystem,
„Mit Beiträgen von Horst Seehofer und anderen Experten, Berlin 2005, ISBN 3861533472

 

Wenn man so die aus dem deutschen Gesundheitswesen sprießenden Veröffentlichungen Revue passieren lässt, ist alles eitel Sonnenschein – außer dass es „natürlich“ leider zu wenig Geld gibt. Man geht mit unterschiedlichem Erfolg seinen Geschäften nach und schmort mehr oder weniger selbstgefällig im eigenen Saft. Die Positionen im politischen Schlachtgetümmel sind bekannt. (Deshalb wollen wir uns zu den Aussagen der „Experten“ Lauterbach, Seehofer und Thomae an dieser Stelle auch nicht weiter äußern. Dafür muss man kein Buch kaufen).

 

Umso notwendiger ist es, dass immer einmal wieder Autoren wider den Stachel löcken wie diesmal die „Gesundheitsexpertinnen der ZDF-Sendung ‚frontal 21’“ (Klappentext). Was sie zusammengetragen haben, kann sich sehen lassen. Doch warum sie sich deshalb gleich „Gesundheitsexpertinnen“ nennen müssen? – Nun ja. Hier das Schema der Gliederung:

 

Vorwort

Die kranken Kassen

Reportagen / Teilaspekte

Hintergrundinformationen, praktische Hinweise

Expertenstandpunkt Lauterbach

 

Die interessengeleiteten Ärzte

Reportagen / Teilaspekte

Hintergrundinformationen, praktische Hinweise

Expertenstandpunkt Seehofer

 

Die angeschlagenen Krankenhäuser

Reportagen / Teilaspekte

Hintergrundinformationen, praktische Hinweise

Expertenstandpunkt Thomae

 

Die verwöhnte Pharmabranche

Reportagen / Teilaspekte

Hintergrundinformationen, praktische Hinweise

Expertenstandpunkt Seehofer, Lauterbach

 

Die notwendigen Reformen

Reportagen / Teilaspekte

Hintergrundinformationen, praktische Hinweise

Expertenstandpunkt Seehofer, Lauterbach

 

Epilog

Reformen über Reformen

Die unheilvolle Rolle der Medien

Der mündige Patient

Zehn Thesen für eine bessere Gesundheitspolitik

 

Anhang

 

Hier wurde mit Akribie eine Menge von Fakten zusammengetragen, dankenswerterweise auch kritische. Den Autorinnen ist anzumerken, welche Verblüffung sie immer wieder beim Eintauchen in das merkwürdige deutsche Gesundheits- „System“ empfunden haben müssen. Und natürlich auch Empörung. Das zeigt schon die Wahl der Zwischentitel. Da werden Zensuren verteilt. Andererseits ist es für Newcomer angesichts des dicht gewalkten Interessen-Filzes völlig unmöglich, sich so weit in die Tiefen zu begeben, dass man nicht doch immer wieder ziemlich oberflächlich wirken muss. Grundlegende Zusammenhänge werden in diesem Buch nur angekratzt.

 

Nicht nur die „Selbstverwaltung“ aus Gewerkschaftsfunktionären „“Versichertenvertreter“) und Verbandsfunktionären („Arbeitgebervertreter“) gilt es noch viel kritischer zu hinterfragen, als es hier geschieht, sondern das ganze „System“ der gesetzlichen Krankenkassen.

 

Die vermeintliche „Ökonomisierung“ hört sich angesichts der hier zusammengetragenen Beispiele für (zahn-) ärztliche Geldgier an wie der Ruf: „Haltet den Dieb!“ Ethik versus Monetik? – Da hat die deutsche Ärzteschaft wahrlich selbst noch einiges in Ordnung zu bringen! Leider fragen die Autorinnen nicht: „Wie lange müssen wir uns noch mit KVen heutigen Typs herumquälen?“

 

Das Kapitel über die „angeschlagenen Krankenhäuser“ ist schwach. Den (FDP-) Positionen von Dieter Thomae ist im Prinzip sicher zuzustimmen. Doch auch hier fehlt das Wichtigste: Selbst im Krankenhaussektor herrscht für die Verbraucher keinerlei Ergebnistransparenz. Stattdessen werden diese mit einem unsinnigen „Qualitätsmanagement“ zunehmend für dumm verkauft. So kann es den geforderten Wettbewerb doch gar nicht geben!

 

Verdienstvoll das Kapitel „Die verwöhnte Pharmabranche“ – auch wenn darin für Insider kam Neues steht. Ein breites Publikum erfährt, warum es wichtig ist, den in einem Schutzraum prosperierenden Pharmaunternehmen sehr viel stärker auf die Finger zu sehen, als dies offensichtlich bisher geschieht. Und jeder denkbaren Form von weltweitem Wettbewerb Tür und Tor zu öffnen. Und die Ärzte besser darin zu unterstützen, Medikamente ausschließlich nach Wirksamkeit zu verschreiben. Evidence based. Was das bedeutet, sollte ganz breit publiziert werden. Am besten im Internet. Niemand sollte daran gehindert werden, Medikamente zweifelhaften Nutzens zu konsumieren – nur nicht zu Lasten der Pflichtversicherung.

 

Das Kapitel „Die notwendigen Reformen“ käut leider nur wieder, was in den letzten Jahren so öffentlich als Alternativen diskutiert wurde. Den Herren Seehofer und Lauterbach wird hier eine Plattform bereitgestellt. Zum Kern der Dinge, den angestrebten Ergebnissen der eigentlichen Krankenbehandlung, ihrer Organisation und Finanzierung stößt es leider nicht vor. Internationale Anregungen fehlen völlig.

 

Die „zehn Thesen für eine bessere Gesundheitspolitik“ lassen durchschimmern, wo die Präferenz der Autorinnen im Parteienstreit liegt. Sie enthalten außer einigen praktischen Forderungen wie jener nach mehr Transparenz (nur in Sachen Finanzen?) leider praktisch nichts, was uns aus der heutigen Misere herausführen könnte. „Das bisherige Umlage-Prinzip hat sich (keineswegs) bewährt“! Es ist die Ursache für die bestehende Intransparenz. Da helfen auch keine Gesetze und Verordnungen. Nachhaltige Verbesserungen erzielt man dadurch nicht! Das Problem der demografischen Entwicklung löst man so sowieso nicht!

 

Sehr lesenswert, aber nicht umwerfend (++)

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Training

"Feuerwerk" Strategisches (Qualitäts-)Management

 

Wir haben für Sie jahrelang - als Mischung aus soliden Grundlagen, internationalen Erkenntnissen und sehr viel Praxiserfahrung - ein außergewöhnliches Trainingsprogramm zusammengestellt. Irgendwann muß damit ein Ende sein - trotz des außerordentlichen Erfolgs. Für das zweite Halbjahr haben wir deshalb vom 17. bis 21.10.05 für eine "Abschiedsveranstaltung" zu den Themen Strategisches (Qualitäts-)Management, BSC, EFQM, Prozessmanagement und klinische Pfade eine ganze Woche reserviert. Einzeln buchbare Bausteine. Näheres in Kürze! 

Hier also unser letzter Termin im ersten Halbjahr zum Tanken von Know-how und (in dieser Form in Deutschland sicher) einmaligen Anregungen:

 

02.-03.06.05 Strategieentwicklung - samt einer wirklichen Balanced Scorecard (BSC).

Wie Einrichtungen des Gesundheitswesens eine wirksame Strategie implementieren.

 

In diesen unruhigen Zeiten gilt es hierzulande schon als „Reform“, wenn durch immer tiefere Griffe in die Taschen der Menschen die Kassenbeiträge (und damit die Lohnnebenkosten) etwas weniger steigen als bisher. Wie lange dies so bleiben wird, weiß kein Mensch! Und irgendwann merkt auch der Dümmste, dass die persönlichen Gesundheitskosten unvermindert weiter steigen. Deren „Dämpfung“ (oder wenigstens der Versuch dazu) steht also noch bevor. So viel allerdings ist sicher:

 

Die Institutionen im deutschen Gesundheitswesen stehen vor grundlegenden Veränderungen – auch wenn deren Verantwortliche und ihre – mehr oder weniger renommierten – Berater dies (ausweislich ihrer öffentlichen Verlautbarungen und des erkennbaren tatsächlichen Handelns) offensichtlich noch nicht so recht erkannt zu haben scheinen. Mit einer verstärkten Verlagerung interner Dienstleistungen an Dritte und eher kosmetischen Korrekturen an der Struktur der Krankenbehandlung wie der Zentrenbildung sowie mit allerlei Zertifikaten dafür sowie für die (vermeintliche) Qualität allein dürfte es jedenfalls nicht getan sein. Schon gar nicht mit „Qualitätsberichten“, wie sie sich die Selbstverwaltung ausgedacht hat; die dürften (in der aktuellen Form) eher davon abhalten, sich um Wesentlicheres zu kümmern.

 

Heute müssen vielmehr – im Kontext des gesamten regionalen Gesundheitssystems – die Weichen für grundlegende Veränderungen am eigenen Leistungsangebot gestellt werden. Worauf dabei jenseits heute diskutierter gesetzlicher Vernetzungsansätze und „Verbünde“ und deren Finanzierung gedacht werden muß, wird in diesem Training andiskutiert. Unter Einbeziehung von Erfahrungen aus den USA, die uns auch bei den Um- und Irrwegen im Gesundheitswesen wieder einmal voraus sind, werden heute gängige (und empfohlene) Ansätze zur Erlösoptimierung auf den Prüfstand gestellt.

 

Auf die Dauer kommt es für die Leistungserbringer am allerwenigsten darauf an, sich zu Lasten Dritter – seien dies die eigenen Wettbewerber oder die „Kostenträger“ – einen vorübergehenden finanziellen Vorteil zu verschaffen (et vice versa). Vielmehr gilt es, einen – durchaus möglichen – „großen Sprung" in die Richtung einer Krankenbehandlung nachweislich hoher Qualität zu bezahlbaren Kosten zu machen. Das bedarf – vor dem Hintergrund einer Verpflichtung auf grundlegende Werte – der professionellen Anwendung der Werkzeuge einer strategischen Unternehmensplanung und, was denkbare Veränderungen angeht, einer gehörigen Portion Phantasie.

 

Im Zentrum dieser Veranstaltung steht allerdings die strategische Umsetzung. Denn über eine professionelle Unternehmensstrategie verfügen heute viele Unternehmen der Wirtschaft, ohne allerdings – so eindeutige Belege aus glaubwürdigen Untersuchungen - in ihrer großen Mehrheit in der Lage zu sein, diese in der Praxis mit Leben zu füllen. Das hat auch in der Wirtschaft verschiedene Ursachen. Zuallererst beruht dieser Mangel allerdings zumeist auf einer riesigen Lücke zwischen dem strategischen Ansatz des Unternehmens und der tatsächlichen betrieblichen Praxis.

 

Diese „Management Gap“ erfolgreich zu schließen, ist Aufgabe der Anfang der 90er Jahre von Kaplan und Norton erstmals publizierten Balanced Scorecard (BSC). Die hat sich mittlerweile weltweit ganz außerordentlich bewährt. Wie die BSC – im Unterschied zu einer Flut von Vorträgen und Veröffentlichungen gerade im Milieu des Gesundheitswesens, welche die BSC als Kennzahlensystem gründlich missverstehen – zielführend erarbeitet und umgesetzt wird, erarbeiten die Teilnehmer in unserem Intensivtraining. Das haben wir bei Kaplan und Norton in Amerika direkt gelernt. Dabei werden selbstverständlich auch die Verbindungen zu anderen Ansätzen (z.B. zum EFQM-Modell für Excellence) aufgezeigt.

 

Durch Anklicken können Sie von unserer Website eine Übersicht über unsere Trainings: http://www.hmanage.net/index.php?id=30. Dort können Sie sich auch direkt anmelden oder ein Anmeldeformular herunterladen. Flyer