Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

"I am called eccentric for saying in public that hospitals, if the wish to be sure of improvement, must find out what their results are. Must analyze their strong and weak points. Must compare thier results with those of other hospitals. Such opinions will not be eccentric a few years hence"

(E.A. Codman, MD, 1917)


01. Editorial

Zielbeitrag neuzeitlicher Informationstechnologie zur Maximierung des Patientennutzens

Die IT-Durchdringung deutscher Krankenhäuser ist hoch. Signalisieren jedenfalls Befragungen. Selbst über ein KIS verfügen danach über 40%, was auch immer das genau sein mag. Dazu eine Flut von IT-Produkten unterschiedlicher Hersteller. Gleichwohl werden Investitionsentscheidungen in Sachen IT anscheinend immer noch an Einzelproblemen festgemacht. Überwiegend technischen. Ein nachvollziehbares IT-Gesamtkonzept ist wohl immer noch die Ausnahme. Eher geht es um die Frage: „Können wir uns das leisten?“ Nach dem Patientennutzen, also dem Verhältnis aus Qualität und Kosten, wird bislang wohl gar nicht erst gefragt.

Hört man sich – z.B. auf der ConHit – bei den hiesigen IT-Herstellern um, inwieweit sie heutzutage nicht nur die selbstverständlich beste Technik, sondern auch strategische Systemlösungen für ein besseres Erreichen der Krankenhausziele bieten, stellt sich rasch Ernüchterung ein: Danach werde leider kundenseitig nicht gefragt. Weder was den Bezug zur Qualität der Behandlungsergebnisse oder gar den individuellen Patientennutzen betreffe, noch den wirtschaftlichen Erfolg. Nur bezahlbar müsse das Angebot sein.

Über die Gründe für die seit den 70er Jahren anhaltende Managementlücke zwischen beiden Seiten des Atlantiks soll hier nicht spekuliert werden. Es bleibt nur festzuhalten: Von den besser geführten Krankenhäusern in den USA kann man in Deutschland nach wie vor eine Menge lernen! Auch in Sachen IT. Nicht technisch. In dieser Hinsicht besteht wohl mittlerweile ein gewisser Gleichklang. Aber was die abgedeckten Aufgaben betrifft. Und den damit erzielten Patientennutzen. Das zeigt in diesen Tagen wieder, was – in der mittlerweile 15. Jahresauswertung bei 289 Krankenhäusern als besonders gelungen herausgefunden wurde („2013 Most Wired"):

  • Hinsichtlich der IT-Infrastruktur
  • - Die Routine von Personenidentifikation, Zugangssicherheit und -kontrolle
    - Die Datenwiederherstellung im Katastrophenfall (<< 72h incl. Routineübungen)
    - Technische Sicherungen, incl. Verschlüsselung von Zugriffscodes
    - Regelmäßige Sicherheitsprüfungen und Risikoanalyse des Gesamtsystems
    - Drahtloser Zugang zu klinischen Anwendungen bei Berechtigung
  • Hinsichtlich der Integration des Managements von Klinik und Verwaltung
    - Zunehmende elektronische Abrechnung und Bezahlung
    - IT-Unterstützung des Lebenszyklus-Prozesses einer Behandlung
    - Teilautomation der Nachschubkette, Barcode-Einsatz
    - IT-Unterstützung des Patientenflusses
    - IT-Unterstützung des HR-Managements und des Trainings
    - Wertorientierte Unternehmensführung
  • Klinische Qualität und Patientensicherheit
    - Strukturierte Haltung von Patientendaten (ID, Demografie, Status, Verlauf und Ergebnisse)
    - Routinemäßige Nutzung klinischer Patienteninformationen durch Ärzte und Pflegekräfte
    - Ortsunabhängiger Arztzugang zu Behandlungspfaden, Checklisten und Bilddokumenten
    - Gefahrenmeldungen im IT-gestützten Medikationssystem
    - Systemweite Nutzung bildgebender Verfahren und PACS
    - IT-gestützte ärztliche Anordnungen, Medikation (CPOE)
    - Automatisiertes Medikamentenmanagement am Behandlungsort (POC)
    - IT-gestützte Aufzeichnung von Qualitätsdaten
    - IT-gestützte Infektionskontrolle
  • Klinische Integration (Arzt / Patient / sektorenübergreifend / Community)
    - IT-gestützte Entlassungsinformationen und -anordnungen
    - Zugang zu Krankenakte / Bildern für Niedergelassene in der Behandlungskette
    - IT-gestützte Anordnungen / Verschreibungen sektorenübergreifend
    - Interoperationalität der Innerbetrieblichen IT-Bausteine

(Quelle H&HN, frei übersetzt und ergänzt, siehe dazu auch Fierce Health IT, 289 make 'Most Wired' list).

Dabei sind von Kontinent zu Kontinent unterschiedliche äußere Zwänge zu beachten. Dazu gehört in den USA der im Zuge der „Obamacare“ zunehmende Zwang, einen angemessenen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohlergehen zu leisten und diesen auch in neuen Organisationsformen (Accountable Care Organizations - ACOs) nachzuweisen. Außerdem  reicht es dort schon lange nicht mehr, nur wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Das müsste man hierzulande erst einmal kapieren!

Entsprechend höher sind jenseits des Atlantiks seit jeher die inhaltlichen Anforderungen an die IT-Hersteller integrierter Krankenhausanwendungen. Wer sich als Krankenhaus hierzulande – freiwillig oder gezwungen – eine Maximierung des Patientennutzens zum Ziel setzt, kommt mit dem heutzutage auf dem deutschen Markt befindlichen IT-Angebot kaum aus. Und die Anbieter werden erst dann tätig, wenn sie eine Nachfrage verspüren. Vielleicht wacht ja unter den Krankenhausverantwortlichen doch einmal jemand auf? Ein Umdenken ist jedenfalls überfällig.

Siehe dazu auch:

(Fierce Health IT) USA: Fortschritte im IT-Einsatz aus offizieller Sicht

“5 ways ONC is demonstrating health IT progress“


02. (Fierce Healthcare) Die Pflege ist wichtig: Bessere Behandlungsergebnisse in einigen Magnet-Krankenhäusern

"Study credits nurse work environment for better outcomes"

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03. (Fierce Healthcare) Infektionen an zentralen Venenkathetern werden weniger – außer in Uniklinika

Central-line infections drop, but teaching hospitals remain area of concern

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Anmerkung:
Bunte Plakate sind gut. Bessere Ergebnisse erzielt man nur durch knallharte Vorgaben. Und Kontrollen. Und den Einbau der Hygiene in eine standardisierte Behandlungsroutine. Und - selbstverständlich - Lob, wenn es etwas zu feiern gilt!


04. (Medscape) 'Never-Events' in der Chirurgie erschreckend häufig

Surgical 'Never-Events' Are Shockingly Common; and More

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Anmerkung:
Um so etwas herauszufinden, braucht man eine angstfreie Fehlerkultur. Und den ernsthaften Willen, fortan im Patienteninteresse nichts mehr zu vertuschen.


05. (Time) Fehldiagnosen sind die häufigsten Behandlungsfehler

Diagnostic Errors Are the Most Common Type of Medical Mistake

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Anmerkung:
Ein glückliche(re)s Land, das so etwas herauszufinden vermag!


06. (HealthLeaders Media) Kaiser Permanente: Sepsisfreie Krankenhäuser? Es geht!

“Q&A: Kaiser Permanente's CIO on Predictive Analytics and Other Challenges”

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Anmerkung:
Ja, aber...!


07. (Hospital Impact) Den Krankenhausaufenthalt zu einer positiven Patientenerfahrung machen

“How to deliver a world-class patient experience”

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08. (HealthLeaders Media) Systematische chirurgische Qualitätsbemühungen verringern Komplikationen und Kosten

„Surgeon-Driven Quality Effort Slashes Complications, Costs”

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Anmerkung:
Das erfordert allerdings Nachweise. Und nicht nur Beteuerungen.


09. Zwei Buchbesprechungen

John Toussaint MD, Potent Medicine, The Collaborative Cure for Healthcare, Appleton WI 2012

Diese – kompetente und engagierte – Aufforderung des prominenten US-Mediziners, die Krankenbehandlung durch mehr Transparenz von Qualität und Kosten nachhaltig zu verbessern, hat die ASQ geliefert. Wie schon viele Bücher zuvor.

Die Super-Experten des deutschen Zolls haben die Auslieferung des Buches tagelang blockiert. Wegen Drogenverdachts, sagt die DHL. Und das Päckchen nach einem gewissen „Abhängen“ kommentarlos durchgewinkt. Ungeprüft. Oder hatte da jemand anderes seine Hand im Spiel?

Damit hat sich die spannende Lektüre unnötig verzögert.

Was auch immer hierzulande – interessengefärbt – hinsichtlich der Nichtplan- und -messbarkeit der Effekte der Krankenbehandlung behauptet wird, wird hier durch einen weiteren Praktiker Lügen gestraft, wobei die Widerstände gegen allzu große Transparenz in den USA praktisch die gleichen sind wie hier: Man fühlt sich auf einmal beobachtet, wo bisher alles so schön im Dunklen blieb. Jenseits des Atlantiks wächst nur mittlerweile die Einsicht, dass mehr Transparenz nicht nur für die Patienten besser ist, sondern auch für die – weiter gut verdienenden – Ärzte. Daran ist hierzulande wohl noch eine Weile zu arbeiten.

Dr. Toussaint berichtet anhand von Beispielen über praktische Erfolge einer nichtkommerziellen Kooperation regionaler Krankenhäuser und ihrer Stakeholder in Wisconsin auf dem Wege zu einer höheren Qualität für den Patienten für weniger Geld: „quality / cost = value“. Wobei als „Kosten“ hier verstanden wird, was für die Behandlung der Krankheit eines Patienten in einer bestimmten Qualität bei unterschiedlichen Leistungserbringern von den Krankenversicherern vor und nach gezielten Verbesserungen zu bezahlen ist (http://www.wchq.org/, www.wisconsinhealthreports.org).

Hier die – frei übersetzte, punktuell kommentierte – Gliederung (Originalzitate kursiv):

  • Vorwort
    [des US-Gesundheitsministers]
  • Einführung
    [„Evidence-based redesign“: 1) Transparenz von Qualität und Kosten, 2) Bezahlung von Ergebnissen, 3) Organisation rund um den Patienten und nicht um den Arzt herum. „Quality and cost are inextricable“]
  • Teil I: Daten und Transparenz
  • 1. Ein realer Fall
    [Ärztliche Forderung nach Ergebnistransparenz (Outcomes), gestützt auf eine ergebnisorientierte Organisation: „Measure how closely medical teams follow known standards of care?“ Und: “How many medical errors and preventable deaths occur?” Die gesamte Behandlung einer Krankheit sollte aus einer Hand erfolgen: “What we need is one-stop shopping”]  
  • 2. Den Wandel in Gang setzen. Schon am Telefon
    [Es ist Handeln geboten; aber es macht Mühe, alle an einen Tisch zu bekommen, dort zu halten und sich auf institutionsübergreifende Messungen und Auswertungen pseudonymisierter individueller Ergebnisse und zugehöriger Kosten (~ Preise) zu verständigen: „Because we know that measurements drive behavior, we wanted to have a say in what got measured”. Verhalten & Gepflogenheiten ändern:  “All of us doctors were using the methods we are taught, based on methods previously taught. Remarkably little had been done to measure outcomes. We had no Data” Dabei: “None of us was as good as we thought or as bad as we feared”. Sowie: “But the distrust between doctors and insurers was profound”. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor?]
  • 3. Aufbau einer gemeinnützigen Kooperative
    [Institutionalisierung: Generallinie, Kurzfristziele, gegenseitige Unterstützung; Ausüben von (staatlichem) Zwang zur Datenlieferung und Termineinhaltung]
  • 4. Effekte
    [Eindeutige Verbesserungen im Zeitablauf mehrerer Jahre. „Measurement changes behavior”]
  • Teil II: Bezahlung der ganzen Behandlung
  • 5. Wofür die Rechnung?
    [Früher für Einzelleistungen, stationäre Fallarten (DRGs), „… nobody is managing the patient’s total health“. Die Kosten der Koordinierung minimieren, Abbau von Verschwendung: „Lean healthcare”. … “ThedaCare’s redesigned hospital units, called Collaborative Care” Und ein Eingeständnis: “And to be honest, we did not have a clue about quality in the 1990s. We thought that if a patient was seeing a board-certified doctor, that was good enough to be called quality healthcare”. Klingelt es da etwa? Hierzulande würde nur niemand so etwas zugeben! “I continue to believe that a free market is the best answer for healthcare’s future”. Die “freie Arztwahl” in Deutschland ist dagegen bisher eine Farce. Denn: We need to know what our choices really are before we can exercise that freedom of choice”]
  • 6. Die Macht des Geldbeutels
    [„If we pay for procedures, we get more procedures”. Das muss sich ändern: “Making the transition to global payment”. … “Once the doctors are paid to think about the best care, as opposed to the most fully booked waiting room, they will realize that they are not the only – and not always the best – caregivers”: Diese Einsicht würde hierzulande auch nicht schaden!]
  • 7. Der Patient
    [Das Ziel: Organisieren um die Patientenbedürfnisse herum: “Currently, the system is set up for the benefit and convenience of doctors and other providers”]
  • 8. Die künftige Rolle des Arztes
    [Interessante Anregungen zur künftigen Rolle des Arztes, auch in neuen Organisationseinheiten, z.B. in einer „Ambulatory Intensive Care Unit“]
  • 9. Die Rolle der Unternehmen
    [Bezugnahme auf aktuelle US-Gesetzgebung: Affordable Care Act (ACA). … „Many are not happy to be bothered with measurement and data, but in the new world of better patient value, that is not an option“. Die Chance: Niedrigere Kosten und eine höhere Qualität. “Reducing bed days, done right, will mean better aftercare, not less”]
  • Teil III: Patient-Focused Healthcare
  • 10. Patientenzentrierte Krankenbehandlung
    [„If medical team lacks coordination, the patient lacks the benefit of all preceding cases“. … Improving the patient’s journey” …
    (incl. mehrerer Beispiele) … „Value stream mapping“ … „Collaborative care units“ …: Signifikante Ergebnisverbesserungen bei ThedaCare seit 2002]
  • 11. Die Erwartungen ändern
    [„The old … doctor-knows-best paradigm will someday look as absurd as television news anchors smoking cigarettes during broadcast”. … “The critical need for item one on a healthcare redesign agenda: transparency of quality and cost measures, published in a clear, concise, and easily accessible manner”. … “Choice of treatment, I believe, belongs to the fully informed patient”. … Physicians … We have a deep-seated need to tell patients that we can fix their problems“]
  • 12. Und die Leistungserbringer?
    [Besser für alle: „Achieving financial stability in the new reality will mean removing waste from the system faster than revenue drops” … “Physicians in a lean environment find that work is more streamlined and there is much better chance of being home in time”]
  • 13. Rezepte
    [Konsequenzen, zusammengefasst]
  • Schlussbemerkung
  • Danksagung
  • Index

Auch wenn sich das Buch auf die aktuelle Situation in den USA bezieht, bestehen doch, was die Ausgangssituation betrifft, sehr viele Parallelen. Die Lösung der anstehenden Probleme wäre die Gleiche. Doch in dieser Hinsicht besteht immer noch ein Zeitverzug von mindestens 20 Jahren. Clevere Leitungen deutscher Gesundheitsunternehmen könnten ihn für ihr Haus leicht reduzieren. Dazu wären nur die heutigen Scheuklappen abzusetzen. Dafür bietet dieses – erfreulich deutlich und ohne Selbstbeweihräucherung geschriebene – Buch den nötigen unternehmerischen Ansatz. (+++)

 

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Jörg Schlüchtermann, Betriebswirtschaft und Management im Krankenhaus, Grundlagen und Praxis, Berlin 2013

„Anders als in anderen Wirtschaftszweigen kann es im deutschen Krankenhausmarkt keinen Kompromiss bei der Qualität geben“ (S. 191)

Dies ist seit Siegfried Eichhorns Zeiten auf gut 400 Seiten – was die Grundlagenvermittlung betrifft - die mit Abstand beste Betriebswirtschaftslehre fürs Krankenhaus in deutscher Sprache, die der Rezensent in die Hand bekommen hat. Samt einer gehörigen Portion Historie, ohne die Kuriosa des deutschen Gesundheitswesens kaum rational nachvollziehbar sind. Also ein Buch, das eher für die Lehre taugt, als der Praxis neue Erkenntnisse bringt. Von einer schönen Zusammenschau abgesehen. Mit Lücken, was konkrete Beispiele aus der Krankenbehandlung betrifft, die sich in Folgeauflagen sicher schließen lassen. Von Ausnahmen (auf S. 239, S. 275 und in den hinteren Kapiteln) abgesehen.

Mit einem – hierzulande fachspezifischen – Grundmangel: Der Aussparung dessen, was Erich Gutenberg in seinem dreibändigen Standardwerk neben „Finanzen“ und „Absatz“ als „Produktion“ bezeichnet[i]. Vor allem, was die krankheitsbezogene Behandlungsorganisation und die von dieser zu Recht erwarteten Ergebnisse betrifft. So hängen alle Kostenzahlen in der Luft. Die „Selbstkosten eines Standardpatienten“ (S. 361) sind angesichts der klinischen Realität in Deutschland eine glatte Fiktion! Da verwundert es überhaupt nicht, dass nur das Thema „Qualitäts- und Risikomanagement“ höchst kursorisch abgehandelt wird. Dabei geht es hier doch um die Sicherstellung des Produkts im stationären Ausschnitt der krankheitsbezogenen Behandlungskette (S. 241f.) als die Kehrseite der Medaille der  Kosten der Leistungserbringung!

Bei einer Akzentverlagerung von ärztlich interessengeprägten Strukturen zum Fokus Patientenwohl ergäben sich zwangsläufig andere als die hierzulande gewohnten klinischen Strukturen! Außerdem ist auch hier (wie schon bei S. Eichhorn) das Krankenhausgeschehen außerhalb der deutschen Landesgrenzen offensichtlich eine Blackbox. Daher klebt der Autor nahezu durchweg am ist-Zustand der hiesigen Gepflogenheiten (wie der Einteilung in Fächer und Sektoren), die für die Krankenbehandlung keineswegs konstitutiv sind.

Doch zunächst zur – hier zusammengefassten – Gliederung:

  • 1   Krankenhäuser als Erkenntnisobjekt der Betriebswirtschaftslehre
  • 2   Grundlegende Fragen der Führung von Krankenhäusern
  • 3   Die interne Aufbau- und Ablauforganisation im Krankenhaus
  • 4   Die Organisation der Außenbeziehungen
  • 5   Beschaffungsmanagement und Material-Logistik
  • 6   Strategische Planung und Marketing
  • 7   Qualitäts- und Risikomanagement
  • 8   Einführung in das Krankenhaus-Controlling
  • 9   Rechtliche Grundlagen der Krankenhausfinanzierung
  • 10 Investitionsplanung und Unternehmensbewertung
  • 11 Finanzierungsentscheidungen
  • 12 Das externe Rechnungswesen
  • 13 Die Kostenrechnung im Krankenhaus
  • 14 Strategisches Controlling im Krankenhaus
  • Sachwortverzeichnis
  • Der Autor

Praktisch jedes Kapitel vermittelt eine vorzügliche, gut lesbare Übersicht über den angesprochenen Teilaspekt. Was in der ersten Hälfte des Buches an Beispielen fehlt, wird in der zweiten Hälfte mehr als wettgemacht. Schön die generellen Ausführungen zur „Steuerung von Patientenströmen als Planungsproblem“ (S. 85). Wo es allerdings konkreter ums Kerngeschäft des klinischen Geschehens und dessen Standardisierbarkeit (S. 81) geht, bleibt das Buch leider vergleichsweise wolkig. Da scheint der Autor auch vor allem zu glauben, was von dort so – interessenbesetzt – behauptet  wird. So lässt sich die Qualität kaum transparent machen, von einer Steigerung zu deutlich niedrigeren realen Fallkosten als heute gar nicht erst zu reden! (Über die Kostenrechnung und die Balanced Scorecard würde der Rezensent gern einmal mit dem Autor diskutieren).

Das Fazit ist bereits im ersten Satz vorweggenommen: Das Buch ist eine Pflichtlektürel (+++)



[i] Vgl. Erich Gutenberg, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre , 8. Auflage 1968, Berlin, Heidelberg, New York 1968. Heute ist die 18. Auflage im Handel.

 

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Sicht fürs Management im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Entsprechend positiv ist die Grundhaltung, mit der die Bewertungen entstehen. Das sollte sich jeder Leser auch bei naturgemäß knappen Formulierungen stets bewusst machen, die man vielleicht positiv oder negativ auslegen kann. Es gilt stets die positve Auslegung!

Nur sehr selten finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Als neutrale Entscheidungshilfe werden die Texte bewußt prägnant formuliert, auch wenn dass gelegentlich zu Irritationen führen mag.

Bewertung (soweit vorhanden):
(+++) = Sehr gut (= großer Nutzen)
(++) = Gut (= als Lektüre auch nützlich)
(+) = Lesenswert, aber nicht zwingend nötig


10. Links

Deutschsprachige Links

 

 

(Spiegel Online) Zukunftsbremse langsames Internet: Die Schmalband-Republik

 

(Spiegel Online) Ein Gründer blickt zurück: "BWL nützt gar nichts"

 

(Süddeutsche) Niederländische Studie Zu Hause gebärt es sich besser

 

(Focus) Qualitätsunterschiede: Wahl der … Klinik entscheidet über Leben und Tod

 

(SAEZ) «Zertifizitis» oder Wer zertifiziert die Zertifizierer?

 

(avenir aktuell) Patient Schweiz. Das Poster … zeigt, woran das Schweizer Gesundheitswesen krankt

 

(Das Erste) Krankenhaus-Report – Wo Medizin Kasse macht (Video)

 

(aerzteblatt.de) Umfrage: Wie viel Markt verträgt die Medizin? (Video)

 

(DW) Die Ökonomisierung der Medizin

 

(SQG) Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen

 

 

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Englischsprachige Links

 

US-Cartoon (1)

 

US-Cartoon (2)

 

US-Cartoon (3)

 

http://clinicaltrials.gov/

 

(Fierce Healthcare) Hospitals avoid high-risk procedures to lower publicly reported mortality rates

 

(AHRQ) Journal of Quality Improvement in Healthcare, Second Edition. University of New Mexico; May 2013.

 

(Hospital Impact) Process improvement: Strive to do better than your best

 

(Hospital Impact) Aspirational marketing: Not just for luxury brands

 

(Fierce Healthcare) Multidisciplinary approach drives down C. diff infections, associated deaths

 

(Fierce Health IT) Surgeons in Spain first to put Google Glass to the test

 

(The Wallstreet Journal) Deloitte, Intermountain Launch OutcomesMiner Solution

 

(Fierce Healthcare) Patient care makeovers improve quality outcomes, satisfaction scores

 

(HealthLeaders Media) Killer Metric Separates Good Hospitals From Bad

 

(AMED News) VA tries quality improvement approach to medical ethics

 

(H&HN) A Leader Reflects on the Path to a Better Health Care System

 

(Hospital Impact) Mobility helps our docs provide faster, better care

 

(The Atlantic) The Drawbacks of Data-Driven Medicine

 

(HealthLeaders Media) C-Section Rate Reductions Panned

 

 (Fierce Healthcare) Hospitals get 10 more checklists to keep patients safe

 

(Newsworks) Could doctors admit to "near-misses," mistakes that were caught to increase patient safety?

 

(Fierce Health IT) Computer-assisted coding adds speed without loss of accuracy

 

(Fierce Healthcare) Public reporting of death rates doesn't catch poor performance

 

(Hospital Impact) What toddlers at Disney can teach about improving patient experience

 

(Fierce EMR) VistA lead designer slams Hagel for iEHR approach

 

(MCG) Milliman Care Guidelines

 

(AMA) PCPI® and PCPI-Approved Quality Measures

 

(Fierce Healthcare) Massachusetts hospitals see hike in surgical errors

 

(The New York Times) Playing, and Losing, as a Medical Team

 

https://healthy.kaiserpermanente.org/

 

(Media Planet / USA Today) Beilage „Patient Safety“: Lesenswert!

 

(KHN) More Doctors Adopt Electronic Health Records

 

(The Joint Commission) Two Leading Health Care Quality Organizations Recommend Strategies to Minimize Overuse of Five Treatments

 

(H&HN) Improving Safety in Surgery Centers. By Atul Gawande, M.D., and Maulik Joshi (Video)

 

NQF http://www.qualityforum.org/Home.aspx

 

(Kevin MD) Quality is a word that lacks universal meaning

 

(Fierce Healthcare) AHRQ offers evidence-based patient engagement tips

 

(The New York Times) Health Plan Cost for New Yorkers Set to Fall 50%

 

http://health.usnews.com/best-hospitals

 

Forum on Healthcare Innovation

 

(HBS) Five Imperatives for Improving Health Care

 

Society to Improve Diagnosis in Medicine

 

Missed It: A Misdiagnosis Cartoon

http://c.ymcdn.com/sites/www.improvediagnosis.org/resource/dynamic/blogs/20130709_151603_24266.pdf

 

(HealthLeaders Media) How Safety-Net Hospitals Are Improving the Patient Experience

 

(Fierce Healthcare) Is your hospital worth five stars?

 

(Kevin MD) Doctors should give patients their damn data

 

(Fierce Healthcare) Innovation forum urges healthcare providers to make value top priority

 

(HealthLeaders Media) SEC Poised to Modify 'No Admit, No Deny' Policy in Settlements

 

(HRET) On the CUSP: Stop CAUTI

 

(AHRQ) Conversations with...Lucian Leape, MD. (Video)

 

(The New Yorker) Atul Gawande, MD: Slow Ideas. Some innovations spread fast. How do you speed the ones that don’t?

 

(The New York Times) Nightmares After the I.C.U.

 

(Wired) What Would the Ideal Hospital Look Like in 2020?