Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

"The leader is the one who climbs the tallest tree, surveys the entire situation, and yells, 'Wrong jungle!' "
(Steven Covey)
Quelle: ASQ


01. Editorial: „Mengendynamik“, „Fehlanreize“: Wer hat Recht? Und was wäre zu tun? – Teil II

Im vorigen Editorial ging es um das Phänomen einer schleichenden Fallzahlsteigerung im stationären Bereich, deren Notwendigkeit lautstarke Gegenbehauptungen von DKG/DKI im Zeitalter G-DRG-basierter Fallpauschalen ebenso wenig rational erklären wie die ständige Verlängerung der Verweildauer im Krankenhaus, als noch Tage in Rechnung gestellt werden konnten. Zumindest nicht mit Gründen, die mit dem Versorgungsauftrag zusammenhängen. Dass diese Art der „wundersamen Geldvermehrung“ die Krankenkassen seit jeher beklagen, ist nur zu verständlich. Damals wie heute fehlt hierzulande jede Transparenz darüber, welchen Gegenwert der einzelne Patient für die seiner Krankenkasse in Rechnung gestellte Pauschale (plus Zuschlägen) eigentlich erhält.

Dass der deutsche Durchschnittspatient auch noch von Jahr zu Jahr im Zeitverlauf immer kränker zu werden scheint, sei hier nur am Rande bemerkt. Zumindest mittels Kodierung.

Das Problem der heutigen Zahlung für eine mit einem Etikett versehene Blackbox wird sich mit einer Fortsetzung von Behauptung und Gegenbehauptung sowie gegenseitigen Schuldzuweisungen nicht lösen lassen. Genau so wenig wie mit einem weiteren Kurieren der Politik an den Symptomen. Das Zauberwort für eine wirkliche Lösung lautet „Transparenz“! Transparenz der individuellen Fakten, welche die Sinnhaftigkeit, Notwendigkeit und die Unabweisbarkeit einer Behandlung begründen, der diesbezüglichen Befunde, der Diagnosen, der Indikation, der Wahl der Behandlungsalternative, des Behandlungsprozesses und der damit erzielten Ergebnisse. Selbstverständlich unter striktem Schutz der Persönlichkeitssphäre des Einzelnen. Aber nicht als Datenschutz vor dem Patienten. Dabei hilft ein retrospektives Stochern in großen Datenbeständen (zweifelhafter Qualität) im Zuge der „externen Qualitätssicherung“ gem. § 137 SGB V auch nicht weiter!

  • Damit befinden wir uns ganz offensichtlich in einer Sackgasse.

Intransparenz: Solange die stationäre Behandlung ausweislich ihrer üblicherweise bescheidenen Dokumentation und Auswertung hierzulande großenteils im Verborgenen stattfindet, lässt sich über die Qualität der einzelnen Behandlung schon im Inneren füglich streiten. Außenstehende können in dieser Hinsicht – alles in Allem – also nur spekulieren. Patientenindividuelle interne Aufzeichnungen zur Qualität der Behandlung und ihren Kosten scheinen in Deutschland nach wie vor nur im Einzelfall zu existieren. Krankenhausleitungen stochern mit einer Stange im Nebel, besonders fortschrittliche unter ihnen sogar mit einer fachabteilungs- (und nicht etwa fallarten-)bezogenen mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. Leider können sie sich dabei im Unterschied zur industriellen Fertigung nicht auf eine krankheitsbezogen auch nur halbwegs gleichartige Leistungserbringung stützen.

Zielklarheit: Das liegt vor allem daran, dass hierzulande in dieser Hinsicht jede (Ergebnis-)Zielklarheit fehlt: Fürs Gesundheitswesen als Ganzes, wo heute in erster Linie um die Finanzierung (sowie um die Verteilung des Kuchens) gestritten wird, über die Krankenhausleitung, die in aller Regel nur ökonomische Ziele verfolgt, bis hin zur ärztlichen Behandlungsentscheidung in jedem Einzelfall:

„Was soll dabei – warum – konkret herauskommen?“ fragt der Arzt praktisch nie, bevor er mit dem Behandeln loslegt. Es ist nicht einmal hinreichend klar, ob es zuvor schon eine gesicherte Diagnose gibt. Nicht einmal vom betroffenen Patienten. Der hofft hierzulande autoritätsgläubig wie eh und je: „Der Doktor wird schon wissen, was gut für mich ist“. Dass dies nur teilweise so ist und den Arzt auch gänzlich andere Motive treiben mögen, ist dem Patienten bislang wohl eher selten bewusst. In der Dokumentation steht darüber im Allgemeinen sowieso nichts.

Methodenklarheit: Hinsichtlich der Wirksamkeit nachvollziehbare Methodenbeschreibungen sind wohl hierzulande– soweit erkennbar – eher selten. Noch seltener dürften nachvollziehbare Begründungen sein, warum im konkreten Einzelfall überhaupt eine Behandlung erfolgte und warum – angesichts zumeist vorhandener Behandlungsalternativen – gerade die gewählte. Wurde der Patient dazu gehört? Nahm die Behandlung – Fall für Fall – den angestrebten Verlauf?

Behandlungsergebnisse: Welches Behandlungsergebnis wurde in jedem Einzelfall erzielt, und inwieweit entspricht es dem angestrebten Ergebnisziel? Das schließt auch die Abwesenheit unerwünschter Begleiterscheinungen der Behandlung wie nosokomialer Infektionen ein: Nur eine angemessene Ergebnisqualität rechtfertigte den gezahlten Preis. Oder?

Das hindert die an der Krankenhausspitze und in den Fachabteilungen Verantwortlichen vielerorts keineswegs, im Zusammenhang mit der Krankenbehandlung ständig von einer „hohen Qualität“ zu reden. Bei genauerem Hinsehen allerdings fast immer nur auf äußerst spärliche Daten aus Pflichtaufzeichnungen gestützt, die in ihrer risikoadjustierten Form alles Mögliche zu belegen vermögen, nur keine durchgängig hohe Qualität. Nicht einmal in den heute üblichen Auswertungen. Bestenfalls werden hier und dort negative Ausreißer für die Zukunft korrigiert.

Ressourceneinsatz, Kosten: Die InEK-Kalkulation zur Preisermittlung liefert bestenfalls angenäherte Durchschnittswerte. Über einen – für ein angemessenes Behandlungsergebnis notwendigen – Einsatz personeller und materieller Ressourcen sagen die (wenn überhaupt) hausspezifisch errechneten Werte nichts aus. Ein Zusammenhang mit dem Einzelfall wird heutzutage nicht hergestellt. Der Unternehmenserfolg wird völlig entkoppelt davon ermittelt: Je nach Träger bei vergleichbaren Fallerträgen zwischen tiefroten Zahlen und zweistelligen Prozentanteilen vom Umsatz oszillierend. Ohne dass es bisher irgendeinem Kritiker an Gewinnen „zu Lasten der Patienten“ gelungen wäre, seine Behauptungen mit Fakten zu belegen. Das Gegenteil aber leider auch nicht!

  • Hinsichtlich fallbezogener Informationen besteht erheblicher Handlungsbedarf.

Was könnte die Politik daran ändern? Hier wird keiner Neuordnung der Grundstrukturen der Leistungserbringung und / oder ihrer Finanzierung das Wort geredet, auch wenn sie aus vielerlei Gründen durchaus wünschenswert wäre. Die Politik sollte sich tunlichst auch ansonsten aus jedwedem „Micromanagement“ heraushalten. Auch in der Bedarfsplanung. Nur so lassen sich die „bad apples“ unter den Krankenhäusern zuverlässig aussortieren.

Weitaus erfolgversprechender wäre da schon eine massive Förderung einer leistungsfähigen und sicheren IT-Infrastruktur, die – wie in der Industrie schon lange – nicht länger auf dem Rechnungswesen aufsetzte (mit irgendwelchen Huckepack-Auswertungen aus „Data Warehouses“ mit zwangsläufig unzulänglichen Dateninhalten. Dann – und nur dann – würden „performance based“ Bezahlungsformen beginnen, Sinn zu machen. Eher ist auf dezentrale Initiativen für eine Steigerung des Patientennutzens [Value = (Medical outcomes + Service outcomes) / Cost outcomes] zu setzen – auch wenn man damit nebenher bei gleichen „Festpreisen“ zusätzlich verdiente.

Was müssen Träger bzw. Krankenhausleitungen tun? Man sollte nicht länger auf die Lösung (und mehr Geld) „von oben“ warten. Und sich auch nicht von jenen (teilweise verkappten) Gutmenschen irritieren lassen, die lieber über – eine angebliche – unethische Gewinnmaximierung im Krankenhaus klagen und sich über das eigentliche klinische Geschehen im Hause beredt ausschweigen. Es muss nur gleichzeitig deutlich nachvollziehbar gemacht werden, womit die Gewinne erzielt werden:

Dies ist die Managementaufgabe der Zukunft: Erstens auf dem Wege einer patientenfreundlichen – regional und politisch abgestimmten – strategischen Neuordnung des eigenen Behandlungsangebots und der Organisation seiner Erbringung im Schulterschluss mit den eigenen Mitarbeitern. Zweitens mit einer Neukonzeption der IT-Unterstützung des Krankenhausgeschehens auf der Basis des Kerngeschäfts der individuellen Krankenbehandlung. Beides ist mit einer hinreichenden Portion unternehmerischen Denkens durchaus möglich und vermutlich auch durchaus finanzierbar. Alles andere machte die stationäre Krankenbehandlung tendenziell nur teurer. Und schlechter. Das kann eigentlich Niemand wollen. Wie dem auch sei:

  • Die Hoffnung stirbt jedenfalls zuletzt!


02. (Fierce Healthcare) Cleveland Clinic: Vier radikale Verbesserungsansätze

"Cleveland Clinic's 4 radical approaches to care integration, patient satisfaction"

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Anmerkung: Maßnahmen sinngemäß übersetzt
1. Neudefinition der Abteilungen
2. Jährliche Bewertung der ärztlichen Akteure
3. Ärzten Kostenbewusstsein einimpfen
4. Patienten-Wohlbefinden maximieren
Das könnte man glatt unverändert übernehmen!


03. (The New England Journal of Medicine) Patientenurteil als Maßstab für die Behandlungsqualität?

"The Patient Experience and Health Outcomes"

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Anmerkung:
Eine nützliche Abhandlung über den Zusammenhang von Patientenurteil und Behandlungsqualität.


04. (Fierce Healthcare) Bonus-Systeme woanders: Gestützt auf Qualität und Patientenzufriedenheit

"Hospital CEO incentives focus on clinical quality, patient satisfaction"

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Anmerkung:
Auf solch eine Akzentverschiebung müssen wir wohl noch eine Weile warten!


05. Neue Baldrige-Kriterien für Performance Excellence

Die Baldrige-Kriterien helfen in den USA seit 25 Jahren Unternehmen, ihre Ziele zu erreichen und immer besser zu werden. Seit nicht ganz so langer Zeit auch im Gesundheitwesen. Seitdem haben 16 Gesundheitsinstitutionen den Baldridge Award gewonnen. Eine Menge Einzelheiten hier! Wir haben darüber immer wieder berichtet.

Die Kriterien werden – dem Stand der Entwickung praktischer Management-Erfahrungen entsprechend – evolutionär weiterentwickelt. (Die später gegründete EFQM hat diese Kraft leider nicht gehabt und ist auch zwischenzeitliche auf Abwege geraten). Baldrige ist heute inhaltlich deutlich interessanter. Jetzt wurde die aktuelle Fassung 2013–2014 der Kriterien veröffentlicht. Leider seit der Streichung staatlicher Fördermittel nicht mehr gänzlich kostenlos, aber immer noch höchst anregend! Mit den traditonellen Inhalten und neuen Akzenten:

  • Innovationsmanagement, intelligenter Umgang mit Risiken und strategische Prioritäten
  • Soziale Medien
  • Effektivität der Organisation
  • Arbeitssysteme und Kernkompetenzen

Das Baldridge-Procedere ist zwar für US-Krankenhäuser gedacht. Diesem zugrunde liegende Details gelten ohne Einschränkung auch in Europa. Die einzige Einschränkung: Das Ganze gibt es leider nur auf Englisch!

P.S. Schade, dass EFQM im Vergleich dazu seit Jahren nur noch vor sich hindämmert.


06. (Fierce Healthcare) Die Patientenzufriedenheit ist am einfachsten zu steigern

"Poor patient satisfaction: The easiest thing to fix. University of Utah Health Care post unfiltered patient comments online"

Mehr

Anmerkung:
Eine sehr interessante Anregung. Vorsichtshalber allerdings nur für jene, die sich wirklich sicher sind, einen perfekten Service zu bieten!


07. (Health Leaders Media) Pflege in den USA: 5 Haupt-Aspekte 2013

„Top 5 Nursing Issues for 2013”

Mehr

Anmerkung:
Die Pflege auf dem Wege zu einer immer wichtigeren Rolle.


08. (HealthLeaders Media) Wann ist eine Stroke Unit erst richtig gut?

"Comprehensive Stroke Center Designation Doesn't Come Easily"

Mehr

Anmerkung:
Konkrete Beispiele zeigen, was dazu gehört und welche Rolle eine wirkliche Zertifizierungsinstanz wie die Joint Commission dabei spielen könnte.


09. Buchbesprechung

Gigerenzer, Gert, Muir Gray, J.A. (Hrsg.), Bessere Ärzte, bessere Patienten, bessere Medizin, Berlin 2013, ISBN 978-3-941468-82-5

„Better care is possible for less money“. (Zitat aus dem Originaltext)

Mit diesem – von uns bereits im hmanage Newsletter 442 in der englischsprachigen Originalversion aus dem Jahre 2011 besprochenen – Buch haben die beiden nicht nur in Deutschland bzw. in Großbritannien, sondern international renommierten Herausgeber mit Hilfe einer Reihe von – mehr oder weniger aktiven – „Mitstreitern“ mit Förderung durch eine private deutsche Stiftung sowie die DFG einen großen Wurf geleistet:

Einen klaren Nachweis der – im hmanage Newsletter schon seit jeher vertretenen – These, für eine bessere Krankenbehandlung fehle es im Gesundheitswesen der Industriestaaten nicht etwa an Geld, sondern an dessen für den Patienten ergebnisoptimierenden Einsatz. Dabei beschränkt sich das Buch auf einen – äußerst wichtigen – Teilaspekt: Den Mangel an Faktenwissen. Sowohl hinsichtlich der heutzutage wissenschaftlich gesicherten Behandlungen als auch ihrer Risikowahrscheinlichkeit.

Die – nach der Erfahrung des Rezensenten ebenso gewichtigen – Organisationsdefizite in der arbeitsteiligen Behandlung werden im Buch leider nicht auch noch abgehandelt.

Nun gibt es also eine deutschsprachige Fassung. Soweit – nach einer nicht gar so gründlichen Lektüre des ja schon bekannten Inhalts wie beim ersten Mal erkennbar – gut und nicht wirklich sinnentstellend übersetzt. Manches wird dadurch allerdings weniger deutlich. Das ist bei englischsprachigen Fachbüchern keineswegs immer der Fall!

Sowohl die Ärzte – so die im Buch wohlbegründete These – als auch die Patienten seien im Umgang mit medizinischem Wissen „Analphabeten“ („illiterates“). In den USA und in Europa. Infolgedessen informierten Ärzte schlecht, und Patienten hätten falsche Erwartungen. Auf dieser Grundlage würde heutzutage munter vor sich hin therapiert. (Letzeres wird im Buch allerdings „wissenschaftlicher“ formuliert. Schon in den ersten Zeilen wird überdeutlich ausgeführt, an welchen „Sünden“ das liegt: An Voreingenommenheit („biased“). Mit anderen Worten an einem (hier aus der ursprünglichen Fassung frei übersetzten) Brett vor dem Kopf:

  • Voreingenommenheit bei der Finanzierung („biased funding“)
  • Eine voreingenommene Berichterstattung in medizinischen Fachzeitschriften („biased reporting in medical journals“)
  • Voreingenommenheit in Patientenbroschüren („biased patient pamphlets“)
  • Voreingenommenheit in der Berichterstattung der Medien („biased reporting in the media“)
  • Interessenkonflikte („conflict of interest“)
  • Defensivmedizin („defensive medicine“)
  • Ärztliches Analphabetentum in Sachen Statistik („medical curricula that fail to teach doctors how to comprehend health statistics“)
  • Die Konsequenz: Fehlinformierte Patienten. Iatrogen* fehlinformierte Patienten!

Den vorletzten Punkt hat Gigerenzer Deutschlands Ärzteschaft schon länger unter die Nase gerieben. Per saldo erfolglos. Davon liest man – wen wundert’s – in der einzigen neuen Ergänzung im hier zu besprechenden Buch, dem neuen Vorwort von Dr. med. Günther Jonitz, dem derzeitigen Präsidenten der Ärztekammer Berlin, leider nichts. Im Gegenteil! Seine Ausführungen nähren eher den Argwohn, dass er das Buch gar nicht vollständig gelesen hat. Dass sich vor Allem bei der hiesigen Ärzteschaft etwas Grundlegendes ändern müsste, lässt er zumindest aus. Oder er relativiert dessen faktengestützte Aussagen auch noch, ohne sich mit ihnen inhaltlich auseinanderzusetzen: „Dieses Buch ist kein medizinisches Lehrbuch. Die dort erwähnten Zahlen unterliegen wie alle wissenschaftlichen Aussagen dem kontinuierlichen „sich in Frage stellen“ und damit dem Prinzip des kontinuierlichen Lernens“. Na ja… Vielleicht kommt er ja doch noch einmal dazu, das Buch genauer zu studieren!

Hier – wie üblich – eine frei übersetzte Übersicht des Inhalts aus Beiträgen einer Vielzahl unterschiedlicher Autoren, ggf. mit knapper Kommentierung (kursiv). Zur Arbeitsersparnis in der vom Rezensenten seinerzeit vorgenommenen sinngemäßen Übersetzung. Soweit aus der Übersetzung etwas Anderes herausgekommen ist, ist diese unterstrichen hinzugefügt.

  • Das Ernst Strüngmann Forum (Der Veranstalter / Hauptsponsor)
  • Teilnehmer (44, aus etlichen Ländern, vornehmlich aber aus den USA und Deutschland)

    Ist der Patient am medizinischen Analphabetismus schuld?
    (Ist der Patient das Problem?)
  • 1. Das Jahrhundert des Patienten starten (Dieser Schlüsseltext der beiden Herausgeber allein ist schon den Kauf des Buches wert)
  • 2. Wenn fehlinformierte Patienten Entscheidungen zu beeinflussen suchen (Beispiele für Statistik-Analphabetismus)
  • 3. Reduktion unerwünschter Abweichungen durch Unterstützung von Klinikern und Patienten bei der Entscheidungsfindung (Koautor Wennberg, „die informierte Patientenentscheidung zum Standard (!) machen“)
  • 4. Wünschen Patienten eine Beteiligung und wie wird die gemessen? (Was wollen die Patienten und wie kann man die Präferenz messen?)
  • Medizinischer Analphabetismus: Wurzeln in der Forschung
  • 5. Schwerpunkte der klinischen Forschung und ihre Finanzierung (Beispiel USA)
  • 6. Forschungsberichterstattung: Werden wir 2020 ein besseres Gesundheitswesen haben? (Koautor Gert Antes, einige Erfolge, aber es bleibt noch viel zu tun)
  • 7. Medizinische Fachzeitschriften können weniger vorurteilsbehaftet sein
    (Medizinische Zeitschriften könnten objektiver sein)
    (Unbedingt strukturierte Protokolle verwenden!)
  • 8. Was braucht man für ein besseres Gesundheitswesen: Bessere Systeme, bessere Patienten oder beides? (Diskussion verschiedener Vorgehensweisen)
  • Medizinischer Analphabetismus: Verbreitung in der Öffentlichkeit
  • 9. Statistik-Analphabetismus bei Ärzten
    (Mangelnde Statistikkompetenz bei Ärzten)
    (Das ließe sich mit wenig Aufwand ändern und würde sehr viel Geld für Fehlentscheidungen sparen)
  • 10. Statistik-Analphabetismus im Journalismus: Sind dessen Tage gezählt? (Es bleibt noch viel zu tun)
  • 11. Medizinjournalismus verbessern (dito)
  • 12. Hindernisse für Gesundheitsinformationen und deren Überwindung (individuelle und Systemveränderungen nötig)
  • Gesundheitswesen 2020
  • 13. Wie kann die Evidenz gesteigert werden?
    (Wie können wir Evidenz besser vermitteln?)
    (Bias verringern!)
  • 14. Die „Drug Fact Box“: Wie werden bei der Medikation bessere Entscheidungsinformationen möglich? (Eine interessante strukturierte Darstellung der wichtigsten Fakten)
  • 15. Reengineering der Medizinerausbildung (Teil US-Realität, teils konzeptionelle Weiterentwicklung)
  • 16. Die Lücke zwischen Evidenz und Praxis: Ausmaß, Ursachen und Lösungsansätze (Hoffnungsvolles zur Schließung der Riesenlücke zwischen medizinischer Evidenz und der klinischen Praxis aus Großbritannien)
  • 17. Die Zukunft der Diagnostik: Vom Optimierungsversuch zu einer hinreichenden Sicherung der Therapie („Satisficing“)
    (Kunstwort gar nicht erst übersetzt)
    (Zusammenwirken biologischer und sozialer Systeme)
  • 18. Konsumentenwerbung bei Medikamenten (Forschung zum umstrittenen Thema)
  • 19. Wie werden Health Care Professionals und Patienten 2020 zusammenarbeiten? Ein Manifest für den Wandel
    (Die Übersetzerinnen sprechen von „Gesundheitsfachkräften“)
    (Wie lässt sich der Wandel beispielhaft beschleunigen, obwohl es dafür keine einfachen Lösungen geben kann?)
  • Abkürzungen
  • Glossar
  • Bibliographie
  • Stichwortverzeichnis

Das Buch adressiert in den USA und in Europa, bei genauerem Hinsehen in allen Industriestaaten, ähnliche Probleme. Es dürfte inhaltlich als Anregung äußerst nützlich sein. Für interessierte Patienten wie für ebensolche Angehörige der unterschiedlichsten Professionen. Dafür ist es sehr verständlich geschrieben und übersetzt. Die deutschsprachige Fassung ist ebenso sorgfältig editiert wie das liebevolle englische Original. Mit hübschen Fotos aller Teilnehmer an der Veranstaltung, aus der das Buch hervorgegangen ist, – auch der im Text stumm gebliebenen!

Damit liegt hier endlich auch auf Deutsch eine bedingungslose Pflichtlektüre vor, die jeder, der sich wirklich ernsthaft mit der Entwicklung im Gesundheitswesen und speziell mit dem Management seiner Institutionen befasst, gründlich absolviert haben sollte! (+++)

_________

* Der Begriff wird im Buch allerdings nicht verwendet.

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Sicht fürs Management im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Entsprechend positiv ist die Grundhaltung, mit der die Bewertungen entstehen. Das sollte sich jeder Leser auch bei naturgemäß knappen Formulierungen stets bewusst machen, die man vielleicht positiv oder negativ auslegen kann. Es gilt stets die positve Auslegung!

Nur sehr selten finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Als neutrale Entscheidungshilfe werden die Texte bewußt prägnant formuliert, auch wenn dass gelegentlich zu Irritationen führen mag.

Bewertung (soweit vorhanden):
(+++) = Sehr gut (= großer Nutzen)
(++) = Gut (= als Lektüre auch nützlich)
(+) = Lesenswert, aber nicht zwingend nötig
(0) = Neutral (= keine positive / negative Bewertung)
(-) = Nicht empfehlenswert.


10. Links

Deutschsprachige Links

 

Ein vielleicht interessanter Veranstaltungshinweis: 4. Tagung HENS Health Excellence Netzwerk Schweiz am Donnerstag, 21. März 2013

(Süddeutsche) Wenn der Arzt mit Worten tötet

(Tagesspiegel) Kesseltreiben im Klinikkeller

Kienbaum-Studie zur Vergütung von Führungs- und Fachkräften in Krankenhäusern

(NetDoktor) Behandlungsfehler: Immer mehr Patienten beschweren sich

(Berliner Ärzte) Warum Chirurgen zu viel operieren müssen
sowie Kliniken: Masse vor Klasse?

(Tagesspiegel) Ein Zwischenruf zu ...: …Technik und Ethik

(KU-Gesundheitsmanagement) IQM veröffentlicht Ergebnisse seiner Krankenhaus Peer-Reviews

(Süddeutsche) Landau: Hochburg des Kaiserschnitts

(Bertelsmann-Stiftung) Faktencheck Gesundheit mit Eckart von Hirschhausen

(VerDi) „Kliniken fehlen 162.000 Beschäftigte“ (Interessante Bemessungsmethode!)

(faz.net) Krankenhausfinanzierung: Schlecht behandelt

(Jörg Gottschalk) Lean Management in der Inneren Medizin

(Clinotel) Interdisziplinäre Beiträge zum Krankenhaus-Management

(ZDF-Archiv) Maybrit Illner: Hilfe, der Arzt kommt! (Videos)

(FAS 3. März 2013, S. 11) „Gehorsam vor Patientenwohl. Junge Ärzte werden aufs Operieren gedrillt und begehren nicht auf. Daran krankt das ganze System“. (Leider noch nicht im FAZ-Archiv)

medleaks http://www.medleaks.org/

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Englischsprachige Links

 

US-Cartoon (1)

US-Cartoon (2)

US-Cartoon (3)

US-Cartoon (4)

US-Cartoon (5)

US-Cartoon (6)

http://www.webmm.ahrq.gov/ Februar 2013

(AHRQ) Patient-Centered Hospital Redesign Leads to Low Infection Rates, Higher Patient Satisfaction, More Admissions, and Other Benefits

(AHRQ) Eliminating CLABSI, A National Patient Safety Imperative. A Progress Report on the National On the CUSP: Stop BSI Project, Neonatal CLABSI Prevention

(H&HN) Unified Vision + Right Culture = Improved HCAHPS

(Hospital Impact) How to take the pain out of healthcare change

(KevinMD) Why your nurse practitioner is your friend

(HEN) Hospital Engagement Networks

(The New Yorker) The Operator. Is the most trusted doctor in America doing more harm than good?

(The New York Times) Carrots for Doctors
Siehe auch: http://economix.blogs.nytimes.com/author/uwe-e-reinhardt/

(Mayo Clinic Proceedings) The Promise of Lean in Health Care

(Health Leaders Media) CEOs Get a Medicare Compliance Checklist

(Fierce Health IT) Audit finds hundreds of hospital's laptops lacked proper encryption

(Fierce Healthcare) 4 ways to engage patients, staff to improve satisfaction and quality

(H&HN) Berwick: Mehr Engagement im Qualitätsmanagement!

(H&HN) Berwick: Quality Leaders Need to Step Up

(HealthLeaders Media) Physicians' Persistent 'Overuse' of Care Continues

(H&HN) Making Most Wired 2013

(JAMIA) Enhancing patient safety and quality of care by improving the usability of electronic health record systems: recommendations from AMIA

(Trustee) Trends to Watch in 2013

(Kevin MD) The myth of the difficult patient: Blame the system instead

Samueli Institute: Our Mission is to create a flourishing society through the scientific exploration of wellness and whole-person healing.

(Hospital Impact) Creating optimal healing environments: Connectivity

(HealthLeaders Media) Patient Satisfaction, HCAHPS Scores Bolstered by 'Sacred Moment'

California HealthCare Foundation

(Fierce EMR) Interoperability deal could bring Cerner, McKesson together

(The Boston Globe) Medical malpractice: Why is it so hard for doctors to apologize?

(Hospital Impact) For healthcare employee passion, each moment matters

(Hospital Impact) Compassion: Hospital priority, critical competency

(Hospital Impact) Use blogs to manage your healthcare brand

(Hospital Impact) Community engagement boosts hospital revenue, quality

(HealthLeaders Media) Medical Errors Draw Fines for 7 CA Hospitals

(Fierce Health IT) Busy docs, inadequate IT systems hinder shared decision-making

(HealthLeaders Media) Hospital Chiefs: Cut Costs with Care

(The University of Chicago Booth School of Business) The Initiative on Global Markets

(IGM Forum) Health-Care Licensing

(RWJF) The Revolving Door: A Report on U.S. Hospital Readmissions

(Fierce EMR) CMS establishes new quality reporting system for long term care hospitals

(Fierce Healthcare) Hospitals make headway in infection prevention

(Kevin MD) 6 tips for getting your doctor to listen to you

(HealthLeaders Media) AMA Issues 5 Patient Safety Guidelines

(Kevin MD) When doing nothing makes the most sense and is the least risky option

(Kevin MD) Healthcare businesses need better managers

(Fierce Healthcare) Mortality rates vary, even in 'top cities'

(Fierce Healthcare) Catholic Health Initiatives under fire for alleged unnecessary stenting

(Hospital Impact) We all must lead to improve patient experienceu

(Hospital Impact) Continuous learning drives healthcare improvement

(Fiscal Times) Do You Really Need That Test? Doctors Warn on 90 Treatments

Dazu:
http://www.choosingwisely.org/

(BMJ) Staff perceptions of quality of care: an observational study of the NHS Staff Survey in hospitals in England

(Information Week) 4 IT Leadership Failures That Make Employees Leave

(Fierce Healthcare) Flash Mobs: Vier eindrucksvolle Videos zur Infektionsbekämpfung:
(Fierce Healthcare) 4 awesome infection-prevention videos: From flash mobs to musical dream sequences, hospitals educate staff in fun and memorable ways

(Becker’s Hospital Review) Advanced Medical Teams: Improving Patient Health, Care Coordination at Iowa Health

(The New York Times) Afraid to Speak Up to Medical Power

(Fierce Healthcare) Do hotel-like hospitals deliver patient-centered care?