Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Allen Lesern ein geruhsames Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr!


Motto des Tages

Allen Lesern ein geruhsames Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr!


Dazu ein Gruß des IHI


01. Editorial

Lieber Weihnachtsmann,

vielleicht hast Du meine Wünsche zum Jahresende in dem guten Jahrzehnt, in dem der hmanage Newsletter nun erscheint, nur deshalb nie erhört, weil ich Dich nie persönlich angesprochen habe. Also will ich es diesmal mit der Wiederholung der Wünsche Ende 2002 – zwei, null, null, zwei[1] – mit einer direkten Anrede versuchen:

  • 1) Wir wollen (2003) zu nachvollziehbaren Behandlungsergebnissen kommen. Zumindest bei den ersten, besonders häufigen Erkrankungen.
  • 2) Wir wollen … den Weg dorthin Krankheit für Krankheit fächer- und berufsgruppenübergreifend so gestalten, dass Fehler vermieden sowie Um- und Irrwege ausgeschlossen werden.
  • 3) Wir wollen unsere eigenen Strukturen überall dort ändern, wo sie nachvollziehbar besseren Ergebnissen für den Patienten im Wege stehen. Auch ökonomisch.
  • 4) Wir wollen den besten Weg zum jeweiligen Behandlungsergebnis bindend vorgeben und alle Beteiligten darauf verpflichten. Wirklich alle.
  • 5) Wir wollen - besonders bei unterschiedlich invasiven Behandlungsalternativen – jeden Patienten erstklassig informieren, damit er hinsichtlich der Therapie seine eigene Wahl treffen kann.
  • 6) Wir wollen uns vornehmen, keine finanziellen Ressourcen mehr zu verschwenden, und in dieser Hinsicht (Ende 2003) ein gutes Stück des Weges vorangekommen sein.
  • 7) Wir wollen fortan bei jedem unserer Patienten herausfinden, ob wir die – zuvor abgestimmten – Erwartungen erfüllten, und dabei Anregungen einsammeln, noch besser zu werden.
  • 8) Wir wollen Dünkel und Gruppenegoismus als Barrieren für erstklassige Gemeinschaftsergebnisse schnellstens beseitigen. Zumindest in der eigenen Organisation.
  • 9) Wir wollen – was die Belastung der Umwelt und den Umgang mit endlichen Ressourcen betrifft –ein nachvollziehbar guter Nachbar werden. Als Organisation.
  • 10) Wir wollen, was wir uns an Veränderungen vornehmen, als Hebel für noch bessere Ergebnisse messen, uns dafür ehrgeizige Zielgrößen setzen und diese möglichst noch übersteigen.

Möglicherweise war ich nur zu ungeduldig, die eigenen, damals schon in 30 Berufsjahren aus Reisen, Diskutieren und Nachdenken gewachsenen Erkenntnisse, wie Verbesserungspotentiale mit bereits praxiserprobten Mitteln zu heben wären, auch im eigenen Lande umgesetzt zu sehen.

Vielleicht habe ich damals nur vergessen zu beteuern, dass es dabei zu allerletzt um das Stillen eigener Bedürfnisse geht – höchstens als potentieller Kunde des „Systems“. Es geht um das vitale Patienteninteresse. Und dann selbstverständlich auch um die Wahrung der Interessen der Menschen an der Basis, die diese Verbesserungen vorantreiben sollen. Auch 2013!

Dein

Rolf Hildebrand


[1] Geringfügig gekürzt und erläuternd modifiziert, stilistisch leicht überarbeitet.


02. (H&HN) Die Agenda des strategischen Veränderns

The CEO's Primary Agenda. Creating a culture of high-quality patient care requires attention and focus

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03. (AHANews) Wie man nosokomiale Infektionen nachweislich verringert. Wirklich!

AHRQ: Project reduces blood stream infections by 40%

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Anmerkung:
In Deutschland ist man da – von Ausnahmen wie im „grenzüberschreitenden“ Münsterland abgesehen – nach wie vor deutlich bescheidener: Da hängt man bunte Plakate auf („erste Kampagne“ mit gerade einmal 750 Beteiligten). Und verkündet stolz, wer einen größeren Desinfektionsmittelverbrauch meldet! Was der allerdings bewirkt, bleibt weiter im Dunklen. Bitte endlich etwas mehr Ehrgeiz!

Dazu

(H&HN) So etwas wie die Mondlandung fürs Gesundheitswesen

Health Care's Man-on-the-Moon Moment

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04. (H&HN) “Blood Management” – ein ungehobenes Verbesserungspotential?

Better blood management could be a boon for hospitals

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Siehe z.B. auch:

Blood Management in Österreich

Strategic Blood Management in den USA


05. (ASQ) Was man in Sachen Qualität von der Mayo Clinic lernen kann

Journey to Perfect. Mayo Clinic and the Path to Quality

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06. (Trustee) Schriftlich festlegen: Vereinbarung des Aufsichtsorgans bei Virginia Mason

Put It in Writing. Virginia Mason's board compact drives accountability and performance

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07. (Quality Progress) Was behindert Innovationen in Ihrer Organisation am meisten?

"What usually stifles change efforts at your organization?" Quick Poll Results

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Hier die Antworten

  • Uncommited leaders 59%
  • Lack of planning 22.7%
  • Little buy-in from team members 15.2%
  • Limited financing 3%

Anmerkung:
Bezeichnende Antworten auf eine QP-Leserbefragung


08. (Hospital Impact) Die Frage nach dem “Warum?” in der Krankenbehandlung nicht vergessen

Why: The most important letter of healing alphabet

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09. Zu Weihnachten drei Buchbesprechungen

Oda Rink, Josef Zacher, Jörg Martin (Hrsg.), Jahrbuch Qualitätsmedizin 2012, Berlin 2012, ISBN-10: 3941468871, ISBN-13: 978-3941468870

Dies ist nun schon das dritte Jahrbuch der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), an dem eigentlich nur eine Kleinigkeit stört: Der irreführende Titel! Denn bei genauerem Hinsehen wird hier nur ein winziger Ausschnitt des Riesenthemas ‚Qualitätsmedizin in der stationären Versorgung‘ angesprochen. Dies aber, auch was die darin zum Ausdruck kommende Konsequenz und die sich abzeichnenden Ergebnisse betrifft, zunehmend eindrucksvoll:

Beim Ansatz von IQM geht es – auch wenn man dies nicht so deutlich wie Donald Berwick[i] ausdrückt: ‚faule Äpfel aus dem Korb entfernen‘ – auf dem Wege des externen Betriebsvergleichs um die Suche nach „Schwachstellen“ (Zitat[ii]). Bezogen auf Teilaspekte „repräsentative(r) Krankheitsbilder“ in relativ wenigen Krankenhäusern („In Deutschland … rund 17%, in Österreich … 15% und in der Schweiz … ca. 12%“). Damit erreicht der Ansatz der „G-IQI“ „rund 39% des stationären Behandlungsgeschehens … (also) doppelt so viel wie die derzeitigen Indikatoren der gesetzlichen externen Qualitätssicherung leisten können“. Aber nicht auch komplett die Ergebnisse der diesbezüglichen Behandlungen.

Die (Ergebnisse der) „Qualitätsmessung mit Indikatoren aus Routinedaten … haben die IQM-Mitgliedskliniken … im Internet veröffentlicht“. Vollständig. Jedes Haus für sich. Das ist ungleich mehr, als man in den gesetzlich vorgeschriebenen ‚Qualitätsberichten‘ deutscher Krankenhäuser findet. „Diese … Transparenz … motiviert die Verantwortlichen in den Krankenhäusern, Ergebnisse und Behandlungsabläufe immer wieder kritisch zu hinterfragen und kontinuierlich zu verbessern“. Über die Inhalte und Ergebnisse der „nachweisliche(n) Verbesserungen“ liest man wenig.

Immerhin gibt es jetzt „zur Überprüfung der … Hypothese … die offene Fehlerkultur bei IQM (trüge dazu bei) … die Behandlungsqualität kontinuierlich zu verbessern … (eine unabhängige, vom BMBF geförderte) wissenschaftliche Evaluation von IQM-Daten“. Die von den „rund 270“ Peers und der von einem Review betroffenen Chefärzte in den „70 diesjährigen Peer Reviews“ und aus den früheren Aktivitäten gewonnenen Erfahrungen dürften unbezahlbar sein.

„Für die eigene Arbeit in der Klinik kann der Leser die Darstellung der je Krankheitsbild typischerweise auftretenden Schwachstellen und Verbesserungsmaßnahmen nutzen“. Das ist angesichts der im Lande ansonsten herrschenden Unkultur des Mauerns, verbunden mit der zumeist leeren Behauptung einer ‚selbstverständlichen‘ Spitzenqualität, Empathie & Ethik ein enormer Fortschritt! Da kann bei den Akteuren schon zu Recht Stolz aufkommen! Das hier investierte Herzblut ist jedenfalls deutlich spürbar.

Hier eine knappe Übersicht des Inhalts:

  •  I   IQM-Methoden, Erfahrungen, Ergebnisse
       1   Ergebnisse 2011
       2   Grafische Darstellung der Ergebnisentwicklung von IQM-Indikatoren
       3   G-IQI-Version 3.2
       4   Bedeutung der Kodierqualität
  •            Peer Review Verfahren
       5   Fallsammlung typischer Fehler und Probleme
       6   Peer Review Verfahren 2011
       7   Auffällige Häufigkeit von Todesfällen nach hüftnaher Fraktur
       8   Peer Review Verfahren – Wie eine Klinik den Prozess erlebt
       9   Erste Erfahrungen eines Teamleiters mit dem Peer Review Verfahren
       10   Erfahrungen und Erkenntnisse eines Teamleiters mit dem Peer Review Verfahren
       11   Erfahrungen mit dem Curriculum „Ärztliches Peer Review“
       12   Zusammenfassung der Ergebnisse des Peer Review Verfahrens 2011
  •            Erfahrungen aus Österreich und der Schweiz
       13   Österreich: Harter Boden der Politik
       14   Erfahrungen eines Schweizer Universitätsspitals
  • II   IQM im Kontext der Methoden und Verfahren zur Qualitätssicherung
       1   Ergebnisqualität ethischer Aspekte aus medizinischer Sicht
       2   Nutzung von Routinedaten in der gesetzlichen Qualitätssicherung
       3   Update der QSR-Klinikberichte
       4   Das intensivmedizinische Peer Review Verfahren der DIVI
       5   Die Arbeit im Team verbessern
       6   Kommunikation nach einem Zwischenfall
       7   Lernen aus der Analyse von Haftpflichtfällen
  • Mitglieder der Initiative Qualitätsmedizin
  • Ansprechpartner der Initiative Qualitätsmedizin

Dies ist schon das dritte hier besprochene Jahrbuch Qualitätsmedizin. Die Ausführungen zu den einzelnen Punkten sind – jede für sich – nach wie vor sehr lesenswert. Etliche auch außerordentlich informativ. Mit einer betrüblichen Ausnahme (Teil II, Kapitel 1): Was der Autor sich dabei gedacht hat, wollte sich dem Rezensenten auch nach mehrmaligem Durchlesen beim besten Willen nicht erschließen: Sorgfältiges ergebnisorientiertes Arbeiten schließt doch Empathie und Ethik nicht aus!

Die gründliche Lektüre des Buches ist trotzdem als Denkanstoß wirklich Jedem zu empfehlen, der auf irgendeine Weise  mit der Materie zu tun hat. Besonders natürlich in der „schweigenden Mehrheit“ jener Krankenhäuser, die immer noch glauben, sich auf die gesetzlich vorgeschriebene Routine und die Beschäftigung eines Qualitätsbeauftragten beschränken zu können. Hier noch eine Anregung zum generellen Weiterdenken jenseits einer Verfeinerung der Methoden und  Ergebnisse:

Das Streben nach der Qualitätskomponente des individuell und insgesamt jeweils höchsten Patientennutzens[iii] ließe sich z.B. in diese Teilbereiche aufteilen:

  1. Die Entwicklung und Implementierung nachweislich zielführender Behandlungsmethoden für das krankheitsbezogen angestrebte Ergebnis[iv]
  2. Die – nachweisliche – routinemäßige Orientierung aller Behandlungen an dem wissenschaftlich gesicherten Stand der Erkenntnis[v]
  3. Den retrospektiven Nachweis der Regeleinhaltung[vi] und – wichtiger noch – des jeweils angestrebten individuellen Behandlungsergebnisses[vii]
  4. Das Leben einer Qualitätskultur, in der Fehler nicht länger vertuscht werden und man sich auf die Suche nach den Schuldigen beschränkt, wenn die trotzdem auffliegen
  5. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Qualität als konstitutives Element einer qualitativ immer besseren Routine interdisziplinär-multiprofessioneller Behandlungsteams

Der Patient braucht ein Krankenhaus, das ihm persönlich nachweislich bei der Wiederherstellung seiner Krankheit hilft und nicht nur eine Institution, in der in einem anderen Fach bei der Behandlung einer anderen Krankheit eine „Schwachstelle“ im Nachhinein gefunden und – noch später – auf dem Wege eines Peer Review beseitigt wird. IQM befasst sich bislang nur mit gewissen Teilelementen der Punkte 3 bis 4 – zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung. Doch bis zu einem wirklich exzellenten Gesundheitsunternehmen bleibt auch bei seinen Mitgliedern vermutlich noch sehr viel zu tun. (Woanders allerdings noch weit mehr). Das sollte man nachdenklich gerade dann auch zu erkennen geben, wenn man auf das bisher Geleistete zu Recht sehr stolz sein kann. (+++)


[i] Vgl. Berwick, Donald M., Continuous Improvement as an Ideal in Health Care, N Engl J Med 1989; 320:53-56 January 5, 1989, vgl. z.B. http://www.kaiserpermanentehistory.org/tag/theory-of-bad-apples/.

[ii] Alle kursiven Textteile sind Zitate.

[iii] ‚Value = (Medical outcomes + Service outcomes) / Cost outcomes‘

[iv] ‚Evidence based medicine‘

[v] ‚Evidence based medicine‘

[vi] ‚Compliance‘

[vii] ‚Medical outcomes‘

 

 

 

 

Jörg Heberer (Hrsg.), Arzt und Recht, Berlin 2012, ISBN-10: 3939069523, ISBN-13: 978-3939069522

Hier präsentiert eine Handvoll juristischer Experten auf 620 Seiten ein eindrucksvolles Werk. „Komplett, verständlich, praxisorientiert“ (Klappentext). Als „Nachschlagewerk für alle Fälle“. Den ersten Teil des Satzes man nur bestätigen. Vielleicht ergänzt um den Halbsatz „für Nichtjuristen“. Was hier steht, ist praktisch ohne jeden Fachjargon geschrieben und bestens verständlich. Den zweiten Teil des Satzes, der sich auf juristische Fälle beschränkt, kann der Rezensent als Nichtjurist nicht wirklich beurteilen. Das Spektrum ist – wie schon die (alles in allem überzeugende) Gliederung des Buches signalisiert – eindrucksvoll. Hier eine Übersicht:

  • Gliederung
    Abkürzungsverzeichnis
    I   Der berufliche Werdegang des Arztes
       1  Die Approbation
       2  Die Promotion
       3  Die Weiterbildung
       4  Die Niederlassung und der Praxiskauf
       5  Die Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung
       6  Die Berufsorganisationen
  • II   Kooperationsformen der Ärzte
       1  Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ)
       2  Die ärztliche Kooperation mit Krankenhäusern
  • III   Das Arzt-Patienten-Verhältnis
       1  Behandlungsvertrag und Vergütung ärztlicher Tätigkeit
       2  Dokumentation
       3  Aufklärung und Einwilligung
       4  Die Patientenverfügung
       5  Arzthaftung für Behandlungsfehler
       6  Praxis des Arztstrafrechts
  • IV   Die Berufsausübung des Arztes
       1  Die Berufsordnung
       2  Berufsrechtliches Verfahren
       3  Approbationsverfahren
       4  Disziplinarverfahren
       5  Schweigepflicht und Schweigerecht
       6  Das Werberecht
       7  Fortbildung und Qualitätssicherung
       8  Der Arzt als Gutachter
       9  Der Schwangerschaftsabbruch
       10  Der Umgang mit natürlichen und künstlichen Körperteilen
       11  Das Medizinproduktegesetz (MPG)
       12  Die Sterbehilfe
       13  Die Leichenschau
       14  Strahlenschutz und Röntgen
  • V   Arbeitsrecht der Ärzte
       1  Die arbeitsvertraglichen Strukturen im Krankenhaus
       2  Die Kündigung des Arbeitsvertrages
       3  Die Befristung
       4  Der Aufhebungsvertrag (im Chefarztdienstvertragsrecht)
       5  Ruhestand mit 65
       6  Das Chefarztdienstvertragsrecht
       7  Der Chefarztdienstvertrag
       8  Die arbeitsrechtliche Stellung des Oberarztes
       9  Die Ärzte in der Weiterbildung
       10  Der Bereitschaftsdienst und die Rufbereitschaft
       11  Die Poolbeteiligung
       12  Die Delegation ärztlicher Arbeit auf das Pflegepersonal
       13  Der Arbeitsschutz
       14  Der Mutterschutz
       15  Das Arbeitszeitgesetz
       16  Die Haftung im Arbeitsrecht
  • Literaturverzeichnis
    Sachwortverzeichnis
    Der Autor (Besser: Die Autoren)

Als Leser ist wohl vor allem der Arzt im Visier. Für Nichtmediziner, die mit Ärzten beruflich zu tun haben, ist die Lektüre ebenfalls hilfreich. Einschließlich der Orientierung am arztzentrierten Weltbild (Beispiel Kapitel 13) und an der ärztlichen Interessenlage. Das  - nur etwa 75 Seiten in Anspruch nehmende – „Arzt-Patienten-Verhältnis“ wird nur aus dieser Sicht betrachtet.

Der Rezensent hat im Buch quer durch die Themen Vieles, aber nicht – wie ansonsten üblich – jede Zeile gelesen. Er hat nichts gefunden, was nicht Hand und Fuß hätte. Als (erstes) Nachschlagewerk kann er es vor allem Nichtjuristen nur sehr empfehlen. (+++)

 

 

 

Michael J. Sandel, Was man für Geld nicht kaufen kann, Berlin 2012, ISBN-10: 3550080263, ISBN-13: 978-3550080265. Deutlich billiger der Originaltitel: What Money Can't Buy: The Moral Limits of Markets. Besprechung der deutschen Übersetzung

Wer sich – wie der Autor – intensiv mit den Besonderheiten des Managements von Krankenhäusern befasst, kommt bei genauerem Hinsehen um eine Auseinandersetzung mit der Frage nicht herum: Ist es ethisch vertretbar, mit Krankenhäusern Gewinne zu erzielen? Die einen sagen „Ja!“, die anderen – zumeist deutlich vehementer – „Nein!“. Dabei gibt es allerlei gute Gründe, sich den vor der deutschen Privatisierungswelle herrschenden Mief nicht zurückzuwünschen. Und wer heutzutage so manchen deutschen Medizinethiker reden hört, muss den Eindruck haben, ökonomisches Handeln sei a priori nicht ethisch. (Eine ärztliche Einkommensmaximierung zählt aber merkwürdigerweise nicht dazu). Insoweit ist es schon nötig, sich mit Autoren auseinanderzusetzen, die – weniger parteilich – über einen etwas weiteren Horizont verfügen. Wie Sandel[1].

So war es zu Beginn des deutschen Hypes um den Autor schon ein Reflex, sich das Buch zu besorgen und – weil gut und flüssig geschrieben (und übersetzt) in einem Zug durchzulesen: „Was man für Geld nicht kaufen kann“. Sandels äußerst anregende Ausführungenzum Gegensatz von gerechtem und marktgerechtem Handeln kreisen hier (mit an die 40 Seiten Fußnoten) um diese Themenkreise:

  • Privilegien (auch bei Arztbesuchen)
  • Anreize und Belohnungen
  • Wie Märkte die Moral verdrängen
  • Das Geschäft mit dem Tod
  • Sponsoring und Werbung

Leider gibt es in diesem Buch aus dem Krankenhaus nahezu keine Beispiele. Man hätte z.B. gern etwas zu volumenabhängigen Bonuszahlungen für Chefärzte gelesen (Stichwort „Anreize“). Oder die unterschiedliche Behandlung (Über- und Unterversorgung) von PKV- und GKV-Patienten, z.B. bei denselben chirurgischen Eingriffen mittels Physiotherapie. Was die – schon angesprochenen – deutschen Medizinethiker alles unethisch finden, kommt hier leider ebenfalls nicht vor.

Sandels Ausführungen gipfeln in diesen Sätzen: „Am Ende läuft die Frage nach den Märkten also auf die Frage hinaus, wie wir zusammenleben wollen. Wünschen wir uns eine Gesellschaft, in der alles käuflich ist? Oder gibt es gewisse moralische Werte, die von den Märkten nicht gewürdigt werden – und die man für Geld nicht kaufen kann?“

Leider kann man es als Patient den Ärzten nicht ansehen, wie sie diese Fragen für sich beantworten. Und Krankenhäusern – was die unbestreitbare Über- und Unterversorgung angeht – auch nicht. Leider stimmt da die aktuelle Auseinandersetzung um den WIdO-Krankenhaus-Report 2013[2] nicht gerade optimistisch. Die Reaktion der DKG klingt mächtig nach einem beim Klauen erwischten „Haltet den Dieb!“[3]

Glaubwürdiger wäre sicher eine Haltung, die das Gewinnstreben nicht verteufelt, sondern die Selbstverpflichtung auf ein ethisches Handeln zum Kompass jeglichen Handelns macht. In der Klinik und an der Unternehmensspitze. Und dies zum Alleinstellungsmerkmal macht. Nicht mittels leerer Behauptungen wie  bei der Qualität. Sondern zur Abwechslung nachweislich. Tugenden und moralische Motive sind keine knappen Ressourcen. Für die kritische Selbstreflexion des Lesers ist das Buch allemal eine äußerst anregende Lektüre! (+++)

 

 

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Sicht fürs Management im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Entsprechend positiv ist die Grundhaltung, mit der die Bewertungen entstehen. Das sollte sich jeder Leser auch bei naturgemäß knappen Formulierungen stets bewusst machen, die man vielleicht positiv oder negativ auslegen kann. Es gilt stets die positve Auslegung!

Nur sehr selten finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Als neutrale Entscheidungshilfe werden die Texte bewußt prägnant formuliert, auch wenn dass gelegentlich zu Irritationen führen mag.

Bewertung (soweit vorhanden):
(+++) = Sehr gut (= großer Nutzen)
(++) = Gut (= als Lektüre auch nützlich)
(+) = Lesenswert, aber nicht zwingend nötig
(0) = Neutral (= keine positive / negative Bewertung)

 

 

 

 


10. Links

Deutschsprachige Links

 

(Cicero) Krankenhaus im Ausverkauf

StepStone Gehaltsreport 2012

(Zeit Online) Muff unter Kitteln. Hygiene für viele deutsche Ärzte immer noch ein Fremdwort?

(Spiegel Online) Ambulantes Operieren. Lebensgefahr in der Arztpraxis

(aerzteblatt.de) vdää fordert Abschaffung des DRG-Systems

(Deloitte) Deloitte-Studie: Personalverantwortliche müssen in Krankenhäusern strategisch planen

(Die Welt) Kliniken sollen zu Auskunft über Hygienestatus verpflichtet werden

(Bibliomed) Helios veröffentlicht Daten zur Keimbelastung

Siehe dazu auch Helios selbst

Sowie Helios Hygieneportal

(Spiegel Online) Viele Operationen medizinisch nicht erklärbar

(Spiegel Online) AOK-Report zu Operationen: Kliniken wehren sich gegen Abzock-Vorwurf

(aerzteblatt.de) Jenaer Studie sieht Schätzungen zu Krankenhausinfektionen bestätigt

(G-BA) Neuer Themenschwerpunkt „Hygiene“

(aerzteblatt.de) Große regionale Unterschiede bei Kaiserschnitt-Geburten

(das krankenhaus) Differenzierte Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems

(Spiegel Online) AOK-Krankenhausreport: Zahl der Wirbelsäulen-OPs drastisch gestiegen

AOK Krankenhausreport 2013 Abstracts

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Englischsprachige Links

 

US-Cartoon (1)

US-Cartoon (2)

US-Cartoon (3)

US-Cartoon (4)

US-Cartoon (5)

(Fierce Healthcare) Ignoring patient treatment preferences leads to 'silent misdiagnosis'

(AHA Trendwatch) Hospitals Demonstrate Commitment to Quality Improvement

(JAMA) Association of Online Patient Access to Clinicians and Medical Records With Use of Clinical Services

(Kevin MD) Why I hate the SOAP note

(The New York Times) Academic ‘Dream Team’ Helped Obama’s Effort

(IHI Open School) 'Enjoy What You Have Left of Your Life'

(NIST) Malcolm Baldrige National Quality Award: North Mississippi Health Services 2012 Award Recipient, Health Care Category

(Fierce Healthcare) Hospitals turn to patient councils for care improvements

(Gallup Business Journal) Leading the Way to Better Patient Care

(Fierce Healthcare) Patients reluctant to tell providers to wash hands

(Kevin MD) “Wenn Piloten wie Ärzte arbeiteten, würde es Flugzeuge vom Himmel regnen”

(Kevin MD) If pilots worked like doctors, the sky would rain planes

(Hospital Impact) Make compassion a priority in patient-centered care

(Fierce Healthcare) How one hospital system changed hand hygiene compliance

(Fierce Health IT) Predictive modeling shapes the future at Boston Children's

(Fierce Healthcare) Reporting errors leads to workflow improvements

(Fierce Healthcare) Do hotel-like hospitals deliver patient-centered care?

(Fierce Health IT) HL7 to offer its interoperability standards for free

(Fierce Healthcare) New hospital design keeps patient in mind, improves safety

(Fierce Healthcare) Better transitions curb post-op complications, readmissions

(KHN) Project Shows Simple Steps Reduce Hospital Infectionshttp://www.kaiserhealthnews.org/Daily-Reports/2012/November/29/public-health.aspx

(hhs.gov) Guidance Regarding Methods for De-identification of Protected Health Information in Accordance with the Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) Privacy Rule

(Fierce Health IT) 'Substantial overdiagnosis' of breast cancer blamed on screening mammos

(Fierce Health IT) U.K. telehealth model, smartphone prescribing unlikely to take hold in U.S.

(H&HN) Skills Needed to Lead the Hospital of the Future

(pwc) Warning signs for health industry: HRI post-election consumer survey results

(Blogridge) Where Can I Find Examples of Baldrige ROI?

(Fierce Health IT) KLAS: More than half of providers offer patient portals

(Fierce Healthcare) Communication failures lead to rampant discharge medication errors

(Business Insider) The One Massive Trend That Will Change Healthcare Forever

(HealthLeaders Media) How Leaders Evaluate Leaders

(NIST) New Study Finds that Baldrige Award Recipient Hospitals Significantly Outperform Their Peers

(Premier) Safety topics A to Z

(Hospital Impact) Understand the patient's passion, purpose for better care

(H&HN) Treating Health Care's Costliest One Percent (Video), Text dazu

(Fierce Healthcare) Use checklists, improve communication to reduce surgical complications

(Jama) Effect of a Protected Sleep Period on Hours Slept During Extended Overnight In-hospital Duty Hours Among Medical Interns

(Fierce Health IT) Researchers create real-time, EHR-based reporting model for cancer registry

(Annals of Emergency Medicine) Effect of Emergency Department Crowding on Outcomes of Admitted Patients

(Health Leaders Media) ED Waits Linked to Higher Costs, LOS

(Fierce Healthcare) Cleveland Clinic's 4 radical approaches to care integration, patient satisfaction

(Gallup) Congress Retains Low Honesty Rating. Nurses have highest honesty rating; car salespeople, lowest

(Health Affairs) Disclosure-And-Resolution Programs That Include Generous Compensation Offers May Prompt A Complex Patient Response