Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

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23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

"Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen"

(Georg Christoph Lichtenberg 1742 - 1799)

Quelle: Kurt W. Schmidt, Markus Sold, Torsten Verrel (Hg.), Zum Umgang mit Behandlungsfehlern, Berlin 2012


01. Editorial

Editorial: Nosokomiale Infektionen – was die Charité zur Patientensicherheit von CUSP lernen kann

Die hanebüchenen Vorkommnisse in Mainz und Bremen liegen noch nicht allzu lange zurück. Diesmal hat es also die Charité erwischt (siehe dazu das Video der ersten Stellungnahme), zusammen mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB), das sich dazu im Unterschied zur Charité vergleichsweise bedeckt hält. Doch dann kam es immer heftiger. Beginnend mit der Nachricht:Ein Kind ist tot, 15 Frühchen sind infiziert, sieben weitere erkrankt. Charité-Fall löst Debatte über Klinikhygiene aus.

Es ist nicht alles optimal gelaufen, findet Charité-Chef Einhäupl im Tagesspiegel. Er spricht vom „Krisenmanagement“ der Charité, meint wohl die Öffentlichkeitsarbeit und findet deren Routine völlig in Ordnung: „Auch deshalb sind wir führend … und haben dabei so gute Ergebnisse“. Wer sich selbst Bestnoten verteilt, braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, was möglicherweise noch besser laufen könne. Angefangen bei der Transparenz des Vorgehens und seiner Ergebnisse. Und aufgehört beim strukturierten Bemühen, immer besser – noch besser – zu werden.

Veränderungsnotwendigkeiten sieht Einhäupl nicht: „Ich bin sehr sicher, dass unsere Mitarbeiter die Hygienevorschriften penibel einhalten“: Angesichts der Faktenlage starke Worte! Und dann der – (nicht nur) hierzulande – immer noch übliche Reflex der „Theory of bad apples[1]: „Ich konnte jedenfalls noch kein Fehlverhalten feststellen“. Eine derartige Reaktion hatte Donald Berwick bereits 1989 im New England Journal of Medicine (NEJM) verworfen! Seitdem hat es in den USA (und in vielen anderen Ländern der Erde) erhebliche Fortschritte gegeben – auch was die nachweislich immer besseren Ergebnisse der Risikoprävention nosokomialer Infektionen betrifft. Wir begnügen uns mit Deklamationen – siehe Aktionsbündnis Patientensicherheit – und mit Alibi-Aktivitäten.

Und mit Ausreden: Pannen seien – so Einhäupl – allerdings „bei einem solch komplexen Geschehen nicht ganz auszuschließen“. Schwer vorstellbar, dass man in einem Unternehmen zur Fertigung von Computerchips Ähnliches zu hören bekäme. Auch nicht bei klinischen Weltmarktführern wie dem Johns Hopkins Hospital in Baltimore[2], in dem das – später vorzustellende – Vorgehen seinen Ausgang nahm. Professor Ulrich Frei, der Ärztliche Direktor der Charité, tutet ins gleiche Horn: In der Ärztezeitung lesen wir: „Vorwürfe der Schlamperei gegen Ärzte und Pflegekräfte der beiden Stationen wies (Frei)… entschieden zurück. ‚Ich stelle mich voll vor dieses Personal!‘“ Soll er auch. Doch damit ist das Problem nicht erklärt. Oder gar aus der Welt geschafft.

„Wir müssen (allerdings noch) klären, wie dieser Keim über einen Zeitraum von sieben Wochen in unserer Neonatologie persistieren konnte“ (Frei). Das verstehe, wer will. Darmkeime fliegen doch bekanntlich nicht durch die Luft! Auch diesmal wieder keinerlei Hinweise auf die in der Neonatologie in der Charité verbindliche Präventionsroutine oder gar den Nachweis ihrer strikten Einhaltung. Dass man seine (nötigen) Routineaufzeichnungen in einem ausgesprochenen Hochrisikobereich so wenig im Griff hat, dass es – der Beginn des Vorkommnisses lag nun schon eine Weile zurück – erst zeitraubender „Klärungen“ bedarf, bevor man Einzelheiten mitteilen könne, ist für diesen Bereich – und die Charité als Ganzes – nicht gerade vertrauensbildend!

„Frei… räumte ein“ – so die Ärztezeitung – „dass die Personalausstattung… hinter den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts von drei Pflegevollkräften pro Bett zurückbleibt“. Viel mehr würde interessieren, wie die konkrete Personalbesetzung in der fraglichen Zeit aussah! Über so etwas – und über den routinemäßigen Betreuungs- und Überwachungsablauf jedes einzelnen Frühchens – gibt es doch Aufzeichnungen!

„Hochspezialisiertes Pflegepersonal sei nicht so einfach zu bekommen“, wird Frei zitiert. Hat man sich darum überhaupt bemüht? Wie ist die Sicherstellung der Hygiene in der Neonatologie – und in der Charité – genau organisiert? Der Tagesspiegel: „Kritiker bemängeln, dass die Hygienebeauftragte keine Weisungsbefugnis in der Charité hat. Stimmt das?“ Dazu von Einhäupl eine längliche ‚Politiker-Nicht-Antwort‘ über den „sehr kollegialen Umgang“ und „gemeinsame Lösungen… wobei letztlich immer das Wohl des Patienten im Mittelpunkt steht“. Das lingt schon sehr nach Ausreden! Wer in der Charité (siehe Video) welche Ergebnisverantwortung trägt, die – international allseits gelobten – Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts (RKI) durchzusetzen, bleibt dem interessierten Zeitgenossen jedenfalls verborgen.

Was lernen wir daraus?

Das Risikomanagement der Charité hat versagt. Ob die vom RKI zu verantwortenden Regeln als Vorgabe ausreichen, soll (und kann) hier nicht diskutiert werden. Ob sie in Charité und / oder DHZB überhaupt verbindlich gelten, haben deren Offizielle mit ihren wolkigen Reden im Dunklen gelassen. (Wohlweislich?) Das – renommierte – Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité von Frau Prof. Gastmeier kann – auch als Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) – für die Routine vor Ort doch nur Hinweise, aber keine Weisungen geben!

Zur Aufklärung des Sachverhalts und der diesem zugrunde liegenden Strukturen und Prozesse der Neonatologie und ihrer Hygiene haben die Offiziellen der Charité nichts Wesentliches beigetragen – im Gegenteil! (Wetten, dass der Sachverhalt beim Charité-CIRS nicht gemeldet wurde? Es handelt sich ja schließlich „nur“ um ein tatsächliches Geschehen!) Die Art, wie die Offiziellen – zum Fenster hinaus – die Mitarbeiter pauschal in Schutz nehmen, ermutiget nicht gerade dazu, im konkreten Fall aktiv für Aufklärung zu sorgen. Oder gar für eine künftig noch bessere Fehlerprävention. Vertrauen lässt sich so nicht wecken!

Bei den Verantwortlichen der bekannte Reflex: Niemand ist schuld! (Wenn es enger werden sollte, dürfte die Suche nach den Schuldigen umso heftiger ausfallen). Auf die Idee, einfach die – angeblich bestehenden – wasserdichten Regeln für die Hygiene-Routine in der Neonatologie vorzulegen, scheint dort niemand gekommen zu sein. Ohne auf Anordnungen ‚von oben‘ zu warten. Oder gar für den eigenverantwortlichen Umgang mit unklaren Todesfällen – ‚Autopsie zur Qualitätskontrolle‘. Und die daraus resultierenden Erfolge. Wofür gibt es in der Krankenbehandlung eigentlich eine Verlaufs- und Ergebnisdokumentation?

Von dem Nachweis einer strikten Regeleinhaltung auch unter den Randbedingungen einer engen Personaldecke in der konkreten Situation gar nicht erst zu reden! Ohne Schuldeingeständnis, aber samt aller einschlägigen Zahlen. Auch wäre ein Beleg dafür hilfreich gewesen, dass man sich sofort intensiv um die Angehörigen des toten Kindes gekümmert hat. Und um die Sorgen der übrigen, von dem Vorkommnis betroffenen Eltern. Wäre all dies geschehen, hätte man davon sicher längst gehört! Wahrscheinlich hat man sich bisher auch hier mit dem Aufhängen bunter Plakate begnügt. Und mit – erst zögerlichen und dann eher einnebelnden – trockenen Presseerklärungen.

Die Art des öffentlichen Umgangs mit dem Vorkommnis lässt nicht gerade vermuten, dass man in der Charité wirklich hart daran arbeitet, den Sachverhalt aufzuklären, ohne dem falschen Impuls der ‚Suche nach den Schuldigen‘ nachzugeben. (So wird nur der – angstbesetzte – Reflex der Mitarbeiter gefördert, eigene Fehler besser zu vertuschen). Ohne freiwillig offengelegte Fakten kann man schwer nach (noch) besseren Wegen suchen, eine Wiederholung des tragischen Vorkommnisses zuverlässig auszuschließen! So ist zu befürchten, dass alles so weitergeht wie gehabt.

Zur Neonatologie selbst: Von einem besonderen Bemühen der dortigen Ärzte und Pflegekräfte sowie allen Hilfspersonals um die höchstmögliche Qualität darf man in diesem neuralgischen Bereich wohl ausgehen. Umso sicherer müsste man sich dort sein, von der eigenen Leitung vorbehaltlos dabei unterstützt zu werden, das beste Ergebnis für jeden Patienten zu erzielen; einschließlich einer Null bei hausgemachten Infektionen. Nicht nur durch Sprüche. Sondern auf dem Wege

  • eindeutiger Ergebnisziele für jede einzelne Behandlung, die eine strikte Risikoprävention, speziell nosokomialer Infektionen, einschließen
  • ergebnisoptimierender Regeln, Handlungsanweisungen, Arbeitsmittel (Checklisten) und Messungen, die für alle Akteure gleichermaßen verbindlich sind
  • einer (IT-gestützten) Aufbau- und Ablauf-Organisation samt einer Personalbesetzung, die diese Qualität zuverlässig ermöglicht und nicht nur irgendwelche Anhaltszahlen erfüllt
  • einer strikt regelgestützten Routine, die jeden vorgegebenen Schritt (wie im Flugzeug-Cockpit) nachvollziehbar abarbeitet
  • einer stetigen Messung und Auswertung sowie Weiterentwicklung der dabei erzielten Behandlungsergebnisse
  • einer klaren persönlichen Ergebnisverantwortung, verbunden mit einer soliden Risikoabsicherung und einer nie endenden Rückenstärkung und Weiterqualifizierung
  • eines angstfreien Arbeits- und Qualitätsklimas, in dem zu arbeiten Freude macht und stolz auf die damit – tatsächlich – erzielten Spitzenergebnisse

Dafür reichen keine Behauptungen, vor deren Wahrheitsbeweis man sich – aus welchen Gründen und mit welchen Ausreden – drückt. Das bedarf schon einer klaren Verantwortung und förmlicher Veränderungen der Regelorganisation. Auch und gerade im Umgang mit bösen Pannen. Ohne jede (und sei es auch nur verdeckte) ,Suche nach Schuldigen‘, wenn trotzdem etwas schief geht! Wer die – nach sorgfältiger Überlegung – ankündigt, macht schon den ersten Schritt, verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen.

Fürs professionelle Vorgehen beim zielführenden Verändern in einzelnen Organisationseinheiten gibt es mit dem aus US-Steuermitteln finanzierten CUSP-Toolkit[3] international schon längst einen – mit allergrößtem Erfolg in der Praxis breit erprobten kompletten Werkzeugkasten[4], mit dem sich außerordentliche Verbesserungen erzielen lassen. Mit diesen Bausteinen:

  • Von CUSP lernen
  • Ein Team zusammenstellen
  • Die oberste Leitung engagieren
  • Die Patientensicherheit wirklich konkret angehen
  • Fehler identifizieren und ausmerzen
  • Teamwork & Kommunikation implementieren
  • CUSP-Routine

Man müsste sich nur entschließen, den gesamten Ansatz konsequent zu nutzen. Der geht allerdings deutlich über das hinaus, was heutzutage – von Schlagworten abgesehen – in Deutschlands Gesundheitswesen in dieser Hinsicht konkret geschieht. Die – größenmäßig überschaubare – Neonatologie wäre ein guter Platz, damit zu beginnen. Und den Ansatz bei hinreichender Erfahrung lateral aufs gesamte Klinikum auszubauen! Das Ganze mag angesichts der Faktenlage im Lande unrealistisch erscheinen. Es könnte aber durchaus eine Anregung sein, nachweislich wirklich so gut zu werden, wie man gern behauptet. Nicht nur in der Charité.


[1] Vgl. Berwick, Donald M., Continuous Improvement as an Ideal in Health Care, N Engl J Med 1989; 320:53-56 January 5, 1989, siehe z.B. http://www.kaiserpermanentehistory.org/tag/theory-of-bad-apples/.

[2] Verbunden mit dem Namen Peter Pronovost, M.D.; wir berichteten vielfach darüber.

[3] Die Abkürzung für das – auch international erfolgreiche – „Comprehensive Unit-based Safety Program”. Sinngemäß übersetzt: Umfassendes Programm für die Patientensicherheit von Oragnisationen. Oder Teilen davon.

[4] Irgendjemanden zum Übersetzen, der des Englischen mächtig ist, wird man hoffentlich finden! 

 

 


02. (NYT) Mit Baldridge-Ansatz die Kosten senken

A Formula for Cutting Health Costs

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Anmerkung:
EFQM kann ohne das Zertifizierungsgedöns so ähnlich wirken!


03. (H&HN) Joint Commission will Übergaben besser organisieren

Preventing Fumbles on Patient Handoffs. A new Joint Commission initiative aims to improve transitions of care.

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04. (Financial Times) Die enormen Kosten einer schlechten Medizin. Ein Chirurg packt aus

High Price of Bad Medicine: One Surgeon Speaks Up

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Anmerkung:
Auf ähnlich selbstkritische Stimmen aus der Ärzteschaft wird man hierzulande wohl noch lange Zeit warten müssen. Warum auch sollte man auf einmal ehrlich sein? Es merkt ja keiner! Noch. Mit einer solchen Haltung lässt sich allerdings auch nichts zum besseren wenden. „Qualitätsverbesserung“ ist im deutschen Gesundheitswesen – interessengeprägt – immer noch ein Fremdwort!


05. (H&HN) Wertorientierung: Rechnungswesen-Leiter für mehr verantwortlich als nur fürs finanzielle Erbsenzählen

Chief financial officers, Analyzer-in-chief. Bean counters no more, today's CFOs must assess and communicate the true value of operational and clinical decisions

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06. (Fierce Healthcare) Weniger chirurgische Todesfälle in Magnet-Krankenhäusern

Magnet hospitals have fewer surgical deaths

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07. (Fierce Health IT) Wenn Radiologen insgesamt weniger Geld für zu viele Untersuchungen bekommen, werden weniger medizinisch nicht indizierte gemacht

Docs under threat of reimbursement cuts curb inappropriate imaging

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08. (The Atlantic) Notlügen, Lügen, medizinische Forschung

Lies, Damned Lies, and Medical Science

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09. Buchbesprechung

Werner Bartens, Heillose Zustände, Warum die Medizin die Menschen krank und das Land arm macht, München 2012, ISBN-10: 3426275813, ISBN-13: 978-3426275818.

Bartens zu lesen (und zu hören), ist allemal lehrreich: In Deutschland gibt es wenige zum Journalisten mutierte Mediziner, die so sachkundig-distanziert über ihr ursprüngliches Metier zu schreiben wissen wie er. Damit ist er glücklicherweise auch erfolgreich. Für ihn selbst und für den Leser, weil der stets etwas Nützliches dazulernt. Selbst wenn letzterer – wie der Rezensent – den größeren Teil seines Berufslebens selbst im Gesundheitswesen verbracht hat. Speziell im Krankenhaus. So war es eine „Pflichtübung“, auch Bartens‘ Ausführungen in seinem neuen rund 180 Seiten Text umfassenden Buch zu lesen. Es ist wieder lesenswert; trotz mancher leichtfertigen Verallgemeinerung, z.B. deutsche Chefärzte betreffend. Besonders für all Jene, die nicht schon eines seiner früheren Bücher gelesen haben. Hier wird Manches daraus wiederholt. Vermutlich zu Recht: Steter Tropfen… Hier zur Übersicht die Gliederung des Werks:

  • Vorwort: Das kranke System
  • Die Medizinindustrie
  • Weniger ist mehr
  • Die Praxis als Basar – Propaganda für Patienten
  • Die Krankheitserfinder
  • Die Folgen der Schweinegrippe – wer wird Millionär?
  • Ärzte – denn sie wissen nicht, was sie tun
  • Patienten in Gefahr
  • Was tun? Aufruf für eine bessere Medizin
  • Literaturverzeichnis
  • Anmerkungen
  • Register

Der Gesamteindruck nach der angeregten Lektüre: Eine enorme Fleißarbeit! Die hier anhand von Beispielen aufgestellten Thesen sind überwiegend gut begründet und mit soliden, zumeist – wen wundert’s? – britisch-amerikanischen Quellen belegt, wie das 12-seitige Literaturverzeichnis und die daran anschließenden Anmerkungen zeigen. Bei manchen Folgerungen macht Bartens leider den ‚Systemfehler‘ allzu vieler deutscher Mediziner, als selbsternannte ‚Experten für Alles‘ falsche Tatsachenbehauptungen mit unbewiesenen Konsequenzen in die Welt zu setzen. „Eminenzbasiert“. Auch auf fachlich fremden Feldern. Hier leider an vielen Stellen, wenn es ums Ökonomische geht.

Hier einige Stichworte und Anmerkungen zum Text:

  • Zum „Vorwort: Das kranke System“
    Gleich hier wird – mit dem Zitat einer Behauptung als Beweis – die Klage mancher deutscher Krankenhausärzte über eine „ökonomisierte“ Medizin (S. 12) übernommen. Und die „Privatisierung“ sei des Teufels: „Der Fehler liegt im System“ (S. 10). Mit dem – zutreffenden – Hinweis auf falsche Anreize, Beispiel Norwegen (S. 13). „Der Patient wird zum Störfaktor“ hört sich zwar knackig an, wird aber nicht weiter begründet (S. 11). Überdiagnosen und Übertherapien („less is more“) sind ja wohl auch eher Ausdruck übereifrigen ärztlichen Handelns (S. 13). Diskutierungswürdig, weil richtig und falsch, die Aussage: „Ein Konzept, das auf Wachstum setzt, ist im Gesundheitswesen fehl am Platze“. Man könnte ergänzen, ‚in einem Lande mit schrumpfender Bevölkerung und wachsenden Schwierigkeiten, das Ganze dauerhaft zu finanzieren‘. Die Seitenhiebe auf „Betriebswirtschaftler“, „Kaufleute und Controller“ (S. 14) bedienen nur ärztliche Vorurteile und sind in dieser Rigorosität Unsinn. Und – wenn man die Überschrift des Schlusskapitels ernstnimmt – kontraproduktiv! Beim Stichwort „Interessenpolitik“ fallen dem Rezensenten neben der Pharmaindustrie vor allem gewählte Standesvertreter der deutschen Ärzteschaft ein, die in dieser Rolle hier merkwürdigerweise völlig ausgespart werden. Ist der Autor etwa auf einem Auge blind?
  • Zur – etwas schiefen – Überschrift „Die Medizinindustrie“
    Was hier an „Wahnsinn mit Methode“ (S. 15) akribisch und überzeugend an Beispielen zusammengetragen wird, ist nahezu vollständig dem individuellen Aktionsdrang (und dem Erwerbsstreben) einzelner Vertreter der Ärzteschaft und – abgesehen von der Lobby der Lieferanten der Medizinprodukte – keinerlei industriellem Handeln geschuldet: „Zement-Wirbel…, Tumormarker…, Tinnitustherapie… Herumdoktern an Symptomen… Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt… (für Krankenhausärzte) Krebs – hoher Preis für fragwürdige Nutzen… Statistisch signifikant… Medizin mit Preisschild… Illusion vom medizinischen Fortschritt…“: Statt „Rettet die Medizin vor der Ökonomie!“ (S. 39) müsste es wohl besser heißen: ‚Rettet die Medizin vor manchem Mediziner!‘ Unklar ist hier auch dieser denkwürdige Satz: „Wird die Medizin auf die Monetik reduziert, bleibt nur die Karikatur einer Arzt-Patienten-Beziehung übrig“ (S. 40). Wer ist damit konkret gemeint? Den – von ihm zitierten – Satz „Die neue Rolle des Patienten als Wirtschaftsfaktor“ (S. 41) spießt Bartens zu Recht auf! Desgleichen weitere Beispiele für sinnlose, gleichwohl nach wie vor angewendete Therapien.
  • Zu „Weniger ist mehr“
    Bartens zitiert aus der Liste unnötiger Therapien der amerikanischen National Physicians Alliance (NPA) (S. 45), fordert aber leider nicht unverzüglich ein ähnliches Handeln deutscher Ärzte. Warum eigentlich nicht? So hilft dem Patienten auch nicht das schöne Zitat von Gerd Antes von der Freiburger Dependance der Cochrane Collaboration: „Jede medizinische Intervention muss gut begründet sein, sonst kann der Schaden den Nutzen überwiegen“ (S. 48). Im Buch folgen allerlei Beispiele zu Überdiagonstik und -therapie in Sachen „Brustkrebs“ (S. 49), „Lungenkrebs“ (S. 51), „Mammografie“ (S. 52), „Stent“ (S. 54), „unnötige OP“, „unnützes Röntgen: (S. 56): „Privatversicherte sind die Märtyrer der Medizin“ (S. 57). Nur eher ahnungslos als freiwillig! Es geht weiter mit „Antibiotika bei Nebenhöhlenentzündung“ (S. 64), „Cholesterinsenkern“ (S. 65), „Blutzuckereinstellung (S.71). Gefolgt von der zusammenfassenden Darstellung einer kritischen US-Untersuchung (S. 72). Und der Forderung: „Mehr Qualität, bitte“ S. 739. Dann wird wieder einmal schlagwortgestützte Medizin zitiert: „80% OP-Checklisten… die Hälfte… Fehlermeldesystem“ (S. 75). Wo belegt? Mit welchem – messbaren – Effekt, bitteschön?
  • Zu „Die Praxis als Basar – Propaganda für Patienten“
    Allerlei über „IGeL“ (S. 77), „Individualisierte Medizin“ (S. 81), „Blutwerte ohne Wert“ (S. 87). Hier geht es überwiegend um die ambulante Versorgung. Auch im Folgekapitel.
  • Zu „Die Krankheitserfinder“
    Es folgen allerlei Beispiele (ab S. 91) für ‚neue Krankheiten‘ (restless legs…, motivational deficiency disorder…, Alzheimer als Krankheit…, female sexual dysfunction…“: Es wird „ein ganzes Land krankgeschrieben“ (S. 102). „Multivitamine? Multi-Risiko-Tabletten“ (S. 104). „ADHS – gedämpft und ruhiggestellt“ (S. 106), „Die Pille für alle gegen alles“ (S. 107).Die Sinnlosigkeit vieler Screenings wird nur gestreift: „Überleben mit Brustkrebs: Die Therapie macht es – nicht das Screening“ (S: 109). Es folgen weitere ärztliche Merkwürdigkeiten, unter diesen Stichworten: „Übergewichtige Kinder“ (S. 112), „Wechseljahre des Mannes“ (S. 114), „Schnarchen unter Aufsicht… Fatigue“ (S. 117)
  • Zu „Die Folgen der Schweinegrippe – wer wird Millionär?“
    Tamiflu etc. (S. 121). Hier ein weiteres wichtiges Zitat. Zum Auswendiglernen: „Wirkliche Fortschritte zum Nutzen der Patienten kann es nur geben, wenn sich alle Beteiligten nicht nur zur Transparenz bekennen, sondern sie auch praktizieren“ (Gerd Antes – S. 127).
  • Zu „Ärzte – denn sie wissen nicht, was sie tun“
    „Statistischer Analphabetismus“ (Gerd Gigerenzer – S. 142), „Deutschland produziert kaum relevante Studien, 99 Prozent der wichtigsten Ergebnisse stammen aus anderen Ländern“ (Gerd Antes – S. 146), „80 Prozent der Ärzte in Deutschland lesen keine englischsprachige Fachzeitschrift“ (S. 146). „Der Arzt als Pharmareferent“ (S. 148). Schlechtes Vorbild Arzt (S. 151), „Ärzte wissen, dass manche Eingriffe zu oft stattfinden, etwa die Ausdehnung der Herzkranzgefäße… Vermutlich sind sie dann für sich noch vorsichtiger als bei ihren Patienten“ (Max Geraedts, Universität Witten-Herdecke – S. 152). „Medizin von gestern… Doch viele kennen diese Leitlinien nicht“ (S. 153), „Müllvermeidung in Medizinjournalen“ (S. 155), Allerlei zum falschen Spiel mit Studien, „Die Macht der Mietmäuler“ (S. 155) sowie „Antidepressiva – die halbe Wahrheit“ (S. 157), noch mehr zu Studien. Lob von IQWiG.
  • Zu „Patienten in Gefahr“
    „Im Tollhaus der Medizin“ (S. 161), Brustimplantate, Medizinprodukte generell, „Das Laster des Weglassens“ (S. 163) nicht genehmer Daten, „Giftige Gelenke“ (S: 166), Stichwort Endoprothesen-Register, „Knirschen im Knie“ (S. 169), „Neue Medikamente – der Vergleich fehlt“ (S. 170). „Die größte Gefahr für Patienten (S. 171), Seitenverwechselung, Checklisten, falsche bzw. verspätete Diagnosen, Kopfschmerzen, klassische Untersuchungsmethoden, „Alt, krank und falsch behandelt“ (S. 173), „Kittel des Schweigens“ (S. 176), Ärztepfusch, Todesfälle durch Krankenhausaufenthalt. Unter Verweis auf die alte IOM-Veröffentlichung ‚To Err is Human‘ die Forderung nach besserer Kommunikation, nach einer Standardisierung von Abläufen. Hinweise auf „Todesfälle durch Medikamente“ und „Hygienemängel“, „Nutzlose Tests für Todkranke“. Kritik an einer gesetzlich neuerdings erlaubten laxeren Zulassungspraxis für Medikamente gegen seltene Leiden unter der Überschrift „Grüne Giraffen und andere Beweise“.
  • Zu „Was tun? Aufruf für eine bessere Medizin“
    Was hier steht, klingt vergleichsweise hilflos. Der – von Bartens nicht so bezeichnete – ärztliche Laie soll sich in die von ihm empfohlene Fachliteratur vertiefen. Da dies zumeist (wichtige) englischsprachige Texte für ein ärztliches Auditorium sind, ist das wohl eher nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Nützliche deutsche Texte sind hier eher spärlich vertreten.
    Der Leser soll mit den von ihm zitierten Experten Kontakt aufnehmen. Das hat selbst der Rezensent in jahrzehntelanger Berufserfahrung nur ausnahmsweise geschafft. Die Anregung, nach Gleichgesinnten zu suchen, ist brav, aber eher weniger erfolgversprechend. Zu demonstrieren und politisch aktiv zu sein, ist immer nett, aber nur selten erfolgreich.
    Die ärztlichen Lesern anempfohlene ‚Tätigkeitsliste‘ wirkt etwas unsortiert und hat zudem wenig mit den vorherigen Ausführungen zu tun: Mehr Psychosomatik, nicht hinter der Technik verstecken, ehrlich zu Patienten zu sein, leistungsabhängiger bezahlt werden, mehr Transparenz zu bieten, die Rolle des Hausarztes stärken, mehr und bessere Wissenschaft, her mit der Positivliste, bessere und weniger Krankenkassen, reformiert das Medizinstudium, Schluss mit überflüssiger Medizin, die weitere Industrialisierung der Medizin stoppen, nicht noch mehr Krankenhausbetten privatisieren, die PKV abschaffen. Mehr nicht. Das hätte Dr. med. Bartens besser gänzlich weglassen (oder begründen) sollen! Das Ganze ist auf den Innenseiten des Einbands zu „50 Thesen“ verdichtet. Der letzte Satz im Text: „Haben Sie Anregungen für eine bessere Medizin? Dann melden Sie sich bitte unter: www.werner-bartens.de.

Das Fazit wurde bereits mit den Eingangssätzen vorweggenommen. Das Buch ist lesenswert – auch und gerade für Health Professionals jeglicher Profession, die sich ein hinreichendes Maß kritischer Reflexion des eigenen Tuns und der Organisation erhalten haben, der er / sie dient. Es bietet jede Menge Beispiele, dem Hippokratischen Eid besser zu folgen, den Patienten dabei zugleich mancherlei vermeidbares Leid zu ersparen und zudem auch noch eine Menge Verschwendung zu vermeiden.

Bartens‘ Werturteilen ist nicht immer zu folgen. In Sachen „Ökonomisierung“ hat er sich ganz offensichtlich verrannt. Ökonomisches Handeln ist auch in der Medizin zwingend geboten, Geldverschwendung zu Lasten des Patienten ist ebenso unethisch, wie zu dessen Nachteil zu wenig zu tun, auch wenn dies möglich wäre. In beiden Fällen liegt es ausschließlich in der ärztlichen Entscheidung, jederzeit das Richtige, weil Zielführende zu tun. Auch – und gerade – mit einer Erfolgsbeteiligung, die nur darin bestehen kann, so vielen Patienten die beste arbeitsteilige Behandlung und Betreuung angedeihen zu lassen wie möglich. (++)

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Welch, H. Gilbert, Schwartz, Lisa M., Woloshin, Steven, Over-Diagnosed: Making People Sick in the Pursuit of Health, Boston 2011, ISBN-10: 0807021997, ISBN-13: 978-0807021996

Die Botschaft:

“I believe overdiagnosis is the biggest problem posed by modern medicine. It is a problem relevant to virtually all medical conditions. It has led millions of people to become patients unnecessarily, to be made anxious about their health, to be treated needlessly, and to bear the inconvenience and financial burdens associated with overdiagnosis. It has adding staggering costs to our already overburdened health-care system. And all the forces that helped create and exacerbate the problem – financial gain, true belief, legal concerns, media messages, and self-reinforcing cycles – are powerful obstacles to fixing it” (S. 180).

Sinngemäß übersetzt: ‚Überdiagosen sind nach meiner Überzeugung das größte Problem der modernen Medizin. Bei jeder Art von Gesundheitszustand. Sie haben Millionen Menschen zu Patienten gemacht, ihnen Sorgen um ihre Gesundheit verursacht, zu unnötigen Behandlungen geführt, verbunden mit Unannehmlichkeiten und finanziellen Belastungen. Überdiagosen haben im ohnehin schon überteuerten Gesundheitssystem zu atemberaubenden Zusatzkosten geführt. Und ökonomische Aspekte, ein fester Glaube, eine Defensivmedizin, Medienberichte und ein sich verstärkender Teufelskreis, also alle Ursachen für das Entstehen und die Verschlimmerung des Problems, verhindern eine wirksame Lösung des Problems‘.

Unter einer Überdiagnose versteht man nach WIKIPEDIA die Diagnose einer „Krankheit“, die keine Symptome hervorruft oder verursacht, dass ein Patient daran stirbt. Überdiagnosen sind ein Begleiteffekt einer frühen Suche nach Hinweisen auf eine mögliche Krankheit, die Patienten unnötig in Angst und Schrecken versetzen und oft zu Behandlungen führen, die dem Patienten eher schaden als zu nutzen. Das sollte nicht nur (potentielle) Patienten oder Mediziner interessieren, sondern auch jene, die für den Erfolg von Gesundheitsunternehmen Verantwortung tragen.

Dieses – von drei renommierten Ärzten und Epidemiologen am Dartmouth Institute for Health Policy and Clinical Practice (TDI) geschriebene – Buch zur „Overdiagnosis“ bringt ein Riesenproblem auf den Punkt, das hierzulande ebenso wie in den USA besteht (siehe dazu auch die andere Buchbesprechung in diesem Newsletter), aber noch nie mit einer Prägnanz auf den Punkt gebracht wurde wie hier. Und dies in einer – auch medizinischen Laien gut verständlichen – Weise. Leider nur auf Englisch.

Während Bartens‘ Buch einen gut bekömmlichen Blütenstrauß unendlich vieler Fakten überreicht, ist dieses Werk weit weniger journalistisch als wohlstrukturiert nach Krankheitsfeldern („medical conditions“) wissenschaftlich trocken, wenn auch gelegentlich leicht sarkastisch geschrieben: „We live longer, we are healthier, but we are increasingly more likely to be told we are sick“ (S. xiii). Aufgelockert durch allerlei ärztliche Fallbeschreibungen und persönliche Erfahrungsberichte. Das Buch beschreibt anhand harter Fakten aus vielen Untersuchungen, illustriert mit aussagefähigen Grafiken, wie Überdiagnosen entstehen, warum sie schaden können und was die Ursachen dafür sind: „And the simple truth is that almost all treatments have the potential to do some harm“ (S. xv).

Hier die – frei übersetzte – Gliederung:

  • Einführung: Unsere Begeisterung für Diagnosen
  • Kapitel 01: Genesis – Menschen werden zu Patienten mit hohem Blutdruck gemacht
  • Kapitel 02: Wir ändern die Regeln
  • Kapitel 03: Wir können immer mehr sehen
  • Kapitel 04: Wir suchen immer stärker nach Prostata-Krebs
  • Kapitel 05: Wir sehen auch bei anderen Krebsarten stärker hin
  • Kapitel 06: Wir suchen stärker nach Brustkrebs
  • Kapitel 07: Wir stolpern über Zufallsbefunde („Incidentalomas“), die Krebs sein können
  • Kapitel 08: Wir sehen überall genauer hin – wie ein Screening Ihnen (und Ihrem Baby) einen Schwung neuer Probleme beschert
  • Kapitel 09: Wir verwechseln DNA mit Krankheit – Wie eine Untersuchung unserer Gene fast alles zutage fördern
  • Kapitel 10: Faktencheck
  • Kapitel 11: Systemcheck
  • Kapitel 12: Blick aufs große Ganze
  • Schlussfolgerung: Gesundheit mit weniger Diagnostik!
  • Danksagungen
  • Fußnoten
  • Stichwortverzeichnis

Dazu einige Zitate und Anmerkungen:

  • Einführung: „Americans love diagnosis, especially early diagnosis (S. xii) … we live longer, we are healthier, but we are increasingly more likely to be told we are sick (S. xiii). Screening ist problematisch; Diagnostik möglichst nur im Falle von verdächtigen Symptomen!
  • Kapitel 01: GenesisMenschen werden zu Patienten mit hohem Blutdruck gemacht:
    „In fact, detecting and treating high blood pressure is one of the most important things we doctors do (S. 1) … The management of hypertension represented a true paradigm shift in medicine: from treating patients experiencing health problems now to treating for people who may develop problems in the future“ (S. 13).
    Allein aussagefähige RCTs werden griffig erklärt; Abhängigkeit des Nutzens einer Behandlung von der Höhe des Bluthochdrucks; mögliche Kollateralschäden; nicht unbedingt im Patienteninteresse liegende Gründe dafür, dass der heute doch behandelt wird. (S. 1 ff.)
  • Kapitel 02: Wir ändern die Regeln – Wie mit dem Ändern von Grenzwerten bei Diabetes, beim Cholesterinspiegel und bei der Osteoporose immer neue Kranke produziert werden: Grenzwerte lassen sich leicht per Beschluss ändern. Sie können auch – z.B. festgemacht am Blutzuckerspiegel – das Gegenteil dessen bewirken, wofür sie gedacht sind: Patienten zu helfen. Mit einem eindrucksvollen realen Beispiel einer Kettenreaktion ganz normaler ärztlicher Fehlleistungen auf dem Wege der strikten Regeleinhaltung. (S. 15 ff.)
  • Kapitel 03: Wir können immer mehr aufdecken – Was passiert, wenn sich dank leistungsfähigerer Messverfahren immer mehr erkennen lässt – oder wie man mittels Scanning zu immer mehr Gallensteinen, beschädigten Knorpeln am Kniegelenk, heraustretenden Bandscheiben, Aorten-Aneurysmen und Blutgerinnseln gelangt: Über den zweifelhaften Nutzer immer besserer Technik mit etlichen weiteren Beispielen, z.B. zu Stirnhöhlenkatarrh, Schlaganfall. „The cycle of seeing more, finding more, and doing more“. Und „The typical way we doctors get into this quagmire is when we order a scan to evaluate a symptom, not because we think the symptom suggests that an abnomality is likely, but because we can’t imagine what else we can don. Call it a fishing expedition” (S. 43). Man sollte sich aufs Untersuchen bei Symptomen beschränken! (S. 32 ff.)
  • Kapitel 04: Wir suchen immer intensiver nach Prostata-Krebs – Wieso das Screening klarmacht, dass es beim Krebs ein großes Maß an Überdiagnostik gibt. Wobei immer wieder – so auch hier – auf den Unterschied zwischen einer (wichtigen, aber in ihrer Treffsicherheit arg eingeschränkten – „je mehr Nadeln, desto mehr Krebs“) Diagnostik zur Abklärung von Symptomen und einem (zweifelhaften) Screening unterschieden wird. Wobei anschließende vermeidbare Behandlungen tödlich sein können: „cancer treatment can hurt and even kill you (S. 45) And, ironically the fastest way to get prostate cancer is to be screened for it“(S. 47). Eine Menge Solides und Überzeugendes zu Thema ‚Früherkennung‘ und seiner Verwechslung mit einer wünschenswerten Vorsorge. (S. 45 ff.)
  • Kapitel 05: Wir sehen auch bei anderen Krebsarten stärker hin – Screening bei Schilddrüsenkrebs, Melanome, Lungenkrebs (Überdiagnosen besonders gefährlich) und – mit weniger Überdiagnostik – Zervikal- und Dickdarm-Karzinom. Mit zweifelhaftem Nutzen. Weil die zunehmende Zahl nicht mit der Zahl der Todesfälle korreliert. Zur Problematik einer – in den USA noch ausgeprägteren – juristisch indizierten Defensivmedizin: „While there are substantial penalties for missing a diagnosis of melanoma, there is no corresponding penalty for overdiagnosis“(S. 66). Dazu der Hinweis auf zwei interessante Einrichtungen: Die U.S. Preventive Services Task Force und SEER mit seinen zentralen Registern.
  • Kapitel 06: Wir schauen bei Brustkrebs immer genauer hin – Mit mehr als zwiespältigem Ergebnis. Der bestuntersuchte aller Krebse, wobei die bisherigen, hier zahlenmäßig eindeutig belegten Ergebnisse und die SEER-Daten von einem „präventiven“ Screening – alles in allem – wegen der absehbaren Risiken eher zu der Konsequenz führen, von einem Screening abzuraten. (Was auch hierzulande breit diskutiert wird).
  • Kapitel 07: Wir stolpern über Zufallsbefunde („Incidentalomas“), die einen Krebs signalisieren – Aber zumeist nie zu schweren Folgen führen, wenn weitere Maßnahmen unterbleiben. Beispiel Nierenkrebs. Doch „we feel obligated to evaluate them even as we worry that doing so is really not in the patients’ best interest” (S. 93). Auch hierzu wieder eine Reihe eindeutiger Zahlen.
  • Kapitel 08: Wir sehen überall genauer hin – wie Screening Ihnen (und Ihrem Baby) einen Schwung neuer Probleme beschert – Die Begeisterung fürs Screening reicht weit über den Krebs hinaus. Dazu werden – mit entsprechenden Kommentaren – allerlei Beispiele geboten: zur Herzfunktion, auch bei Babys, Untersuchungen an Schwangeren und an allerlei Blutgefäßen. „More often we are not sure if screening has any benefit at all“ (S. 115).
  • Kapitel 09: Wir verwechseln DNA mit Krankheit – Sehr überzeugende faktengestützte Darlegungen über Untersuchungen, die aus dem genetischen Code auf die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten (Risikofaktoren) schließen sollen. Erklärung der Unterschiede zwischen dem Wissen um einem generellen und einen individuellen genetischen Code. „The central problem with genetic information is uncertainty“ (S. 119). Über den Unterschied von Genotyp (= Satz genetischer Informationen) und Phänotyp (der ‚anfassbare“ Mensch mit allen seinen physischen, biochemischen und verhaltensmäßigen Eigenschaften). Die persönliche Ausprägung des Phänotyps hängt wiederum ab von Genotyp, Umwelteinflüssen und Zufall (S: 120). „Abnormal gene does not equal disease“ (S. 119). Fallstudie hemochromatosis (S. 123). Gentests für allerlei Krebse noch in den Kinderschuhen (Überdiagnose!), auch mittels Gen-Bausteinen (Snips = SNPs) (S. 127). Zumindest wenn man Therapien daraus ableiten will. Beispiel Prostatakrebs (S. S128). „Although all of us have normal phenotypes, virtually all of us harbor genetic abnormalities. Each of us can be shown to be at high risk for some disease“ (S. 134). Daher solle man manche Informationen besser gar nicht erst suchen: „The problem is that it is very hard to ignore information“ (S. 135).
  • Kapitel 10: Faktencheck – Viele Aussagen über das Screening laufen auf dasselbe hinaus: Falsche Versprechen. Daher ist es klug, stets nach harten Fakten zu fragen. Sonst werden falsche Hoffnungen geweckt: „Many messages are plainly misleading“ (S. 136). Damit wird eine Menge Geld zum Fenster hinausgeworfen. Eine Früherkennung – von was auch immer – nutzt nichts, wenn sie nicht mit einem vernünftigen Verhältnis von möglichem Nutzen und Kosten (in jeder Hinsicht) verbunden sind: „… the goal is not to find cancer. The goal is to save lives. And the only way to know if the screening is saving lives is by doing a randomized trial” (S. 137). Und davon ist man noch weit entfernt. Was immer die einschlägigen Fachgesellschaften dazu behaupten (S. 138). Dazu noch ein Fallbeispiel mit der Folgerung: „She wonders if she went through all this for nothing. She wonders if she should see a lawyer, not a doctor“ (S. 143). Es folgen – mit der nochmaligen Forderung nach RCTs – Ausführungen über allerlei frappante, aber leider irreführende statistische Zahlenvergleiche (wie bei Gigerenzer). Aber “good studies … have to involve a lot of people for al long period of time“.
  • Kapitel 11: Systemcheck – Die Fehlentwicklung zur Überdiagnose mittels Früherkennung liegt im System. Sie liegt sich nicht nur an der Geldgier („money“ –S. 153). Stichworte sind auch „lawyers“ (S. 151) und vermeintliche „patient demands“ (S. 151). Aber auch „true belief“ (S. 151, 157). Eine Zwischenüberschrift „Selling treatment fort he well“ (S. 151). Und alles hängt miteinander zusammen. Selbsthilfegruppen machen Druck (S. 158); Forscher suchen nach Finanzierungsquellen (S. 158). Sprüche wie dieser machen die Runde: „Better safe than sorry“. (S. 159). Das sagte auch sinngemäß die Hausärztin des Autors bei der Vorstellung dieses Buches. Hinzu kommt die verstärkende Rolle der Medien (S. 160). Die Patienten sind in diesem Spinnennetz gefangen (S. 160); die Ärzte desgleichen: die wollen gut bewertet werden: „If ordering more screeing tests leads to better grades, we’ll do it … safety first“ (S. 161). „We see that there are legal penalties for underdiagnosis (failure to diagnose) and no corresponding penalties for overdiagnosis” (S. 161). Doch “doctors’ fear of malpractice shouldn’t be the reason healthy people are subjected to more testing” (S. 164). Schließlich wird noch ein unschlagbares Argument – sozusagen als „wild card” ins Feld geführt: „intolerance to uncertainty“ (S. 164).
  • Kapitel 12: Blick aufs große Ganze – Hier werden noch einmal die zuvor vorgestellten Beispiele unter dem Aspekt zusammenhängend diskutiert, ob eine Früherkennung wirklich nützlich gewesen wäre (S. 167). Mit dem gleichen Ergebnis wie zuvor. Daraus leiten die Autoren anhand vieler Grafiken (S. 172ff.) eine Methode ab, Nutzen und Kosten von Diagnostik und Therapie für den Patienten besser abzuwägen. Als Ironie empfinden sie: „No matter what the experiences have been, the public tends to seek more testing“ (S. 178). Warum wohl? Mit dem gleichen Ergebnis wie beim Versuch einer “hurricane prevention” (S. 178).
  • Schlussfolgerung: Gesundheit mit weniger Diagnostik! – das Kapitel beginnt mit dem eingangs zitierten Satz (S. 180). seine – stets mit Fakten unterfütterten – Zwischenüberschriften lauten (teilweise sinngemäß übersetzt): „Herausforderung eines Paradigmenwechsels“ (S. 180), Besonders wenn es um „scientific paradigms“ (S. 180) geht. „Needed: A healthy scepticism about early diagnosis“ (S. 182). „Früh mag manchmal gut sein, früher nicht unbedingt besser“ (S. 184). „Überzeugende Botschaften durchschauen“ (S. 186). „Prävention ist mehr als Früherkennung“ (S. 190). Die Schlussbotschaft: „Health is more than ‚absense of disease‘ … My coauthors and “I believe overdiagnosis is the biggest problem posed by modern medicine. It is a problem relevant to virtually all medical conditions. It has led millions of people to become patients unnecessarily, to be made anxious about their health, to be treated needlessly, and to bear the inconvenience and financial burdens associated with overdiagnosis. It has adding staggering costs to our already overburdened health-care system. And all the forces that helped create and exacerbate the problem – financial gain, true belief, legal concerns, media messages, and self-reinforcing cycles – are powerful obstacles to fixing it” (S. 191).

Ein mehr als überzeugendes Buch, aus dem sich jede Menge lernen lässt. Für Patienten, für Ärzte, für die Leitungen von Gesundheitsunternehmen, für die Gesundheitspolitik und für die gesamte Öffentlichkeit. Leider haben die hiesigen Medizinprofessoren und Gesundheitsökonomen hierzulande andere Interessen. Zudem gibt es übermächtige Interessen, die die Verbreitung seiner Botschaft schon werden zu verhindern wissen. ‚Rationierung‘ (zu Lasten der Patienten) ist ja auch weit bequemer! Und – wenn man manchen Fachleuten auf diesem Gebiet glauben will – angeblich sogar „ethisch“. Gleichwohl sollte man mit allen Mitteln für eine Ausbreitung kämpfen. (+++)

 

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Sicht fürs Management im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Entsprechend positiv ist die Grundhaltung, mit der die Bewertungen entstehen. Das sollte sich jeder Leser auch bei naturgemäß knappen Formulierungen stets bewusst machen, die man vielleicht positiv oder negativ auslegen kann. Es gilt stets die positve Auslegung!

Nur sehr selten finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Als neutrale Entscheidungshilfe werden die Texte bewußt prägnant formuliert, auch wenn dass gelegentlich zu Irritationen führen mag.

Bewertung (soweit vorhanden):
(+++) = Sehr gut (= großer Nutzen)
(++) = Gut (= als Lektüre auch nützlich)
(+) = Lesenswert, aber nicht zwingend nötig
(0) = Neutral (= keine positive / negative Bewertung)
(-) = Nicht empfehlenswert.


10. Links

Deutschsprachige Links

 

Quinth Indikatorendatenbank des GKVSpitzenverbands.

(Die Zeit) Geld oder Leben

(Die Zeit) Das Ende der Schweigepflicht

(Die Zeit) "Klappe halten und wegsehen"

(Stuttgarter Zeitung) Göppinger Eichert-Klinik. Gefährliche Unaufmerksamkeiten

MEZIS Mein Essen zahl ich selbst

(Prognos) Krankenhauslandschaft 2020 – im Verbund stärker! Studie zu den zukünftigen Herausforderungen für kirchliche Krankenhäuser in Deutschland im Auftrag des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes e.V. (DEKV) und des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands e.V. (KKVD)

(Berliner Ärzte) G-I-N-Konferenz: Leitlinien und der Kanarienvogel in der Kohlengrube

(Die Welt) 2030 fehlen Deutschland über 300.000 Pflegekräfte

(G-BA) Maschinenverwertbare Qualitätsberichte deutscher Kliniken erstmals im lesbaren PDF-Format verfügbar

(FAS) „Mit 5500 Euro netto verdienen Ärzte nicht schlecht

(Die Zeit) Ärztehonorare: "Wir kontrollieren uns zu Tode"

(Die Zeit) Geld oder Leben. Was hat in Krankenhäusern Vorrang – der Profit oder die Patienten? Einladung zu einer überfälligen Debatte

(FAS) Unnötige Eingriffe. In der OP-Fabrik

(Die Zeit) Doktor Know-all. Stellen Computer in Zukunft die Diagnosen? Ein Gespräch mit Hermann Requardt

(Süddeutsche) Wenn Ärzte IGeL verkaufen. Ahnungslos zum Selbstzahl-Test

(Deutsches Ärzteblatt) Qualitätssicherung im Krankenhaus: Indikatoren für die Bewertung von Komplikationsraten

(AOK / WIdO) QSR

(Spiegel Online) Studie: Gesundheits-Checks bringen nur wenig

(WAZ) Studie bemängelt Qualitätsgefälle bei Klinik-Operationen

(Ärzte Zeitung) Qualitätsberichte erreichen Ärzte nicht

(aerzteblatt.de) Klinische Dokumentation: Mehr Effizienz ist möglich

(Tagesspiegel) Nicht alle Frühgeborenenzentren legen ihre Daten offen

(Yahoo) Städtische Krankenhäuser überleben nur in Verbünden / 2. A+S-Ranking der größten öffentlichen Klinik-Konzerne in Deutschland erschienen

(Statistisches Bundesamt / Medinfoweb) Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) 2011

Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS)

(Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. / Allianz) Krank im Krankenhaus (2007)

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Englischsprachige Links

 

US-Cartoon (1)

US-Cartoon (2)

US-Cartoon (3)

US-Cartoon (4)

US-Cartoon (5)

US-Cartoon (6)

US-Cartoon (7)

US-Cartoon (8)

US-Cartoon (9)

The Walker Library

(Michael Sandel) Justice: What's The Right Thing To Do? Youtube

(National Cancer Institute) Surveillance, Epidemiology and End Results (SEER) Program

(AHRQ) CUSP Toolkit

Grade: The Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation Working Group. Grading the quality of evidence and the strength of recommendations

Pulse. Voices from the Heart of Medicine

(AHRQ) Using a Comprehensive Unit-based Safety Program to Prevent Healthcare-Associated Infections

The Health Care Incentives Improvement Institute

(Journal of Healthcare Risk Management) Beyond FMEA: The structured what-if technique (SWIFT)

(HFM) Well-scripted success. Data, technology and attention to detail drive performance

(AHRQ) SWIFT: a new tool for identifying prospective hazards

(Financial Times) High Price of Bad Medicine: One Surgeon Speaks Up

(EASA) European Aviation Safety Agency Flight Standards

(EASA) Safety Management and Safety Culture

G-I-N Conference 2012 Berlin Follow up

The James Lind Library. Creating and illustrating of fair tests of treatments in health care

(Fierce Health IT) Implants that do their work ... then go away

(Fierce Healthcare) Surgeons unhappy with OR resources, work-life balance

(KHN) Study Finds Access To Doctors' Notes Helps Patients Manage Their Health

(NYT) When Doctors Stop Taking Insurance

(Hospital Impact) How hospitals can survive the age of the customer

(Kevin MD) Speak the truth, document the truth: To do otherwise is malpractice

(Kevin MD) How many times have you done this procedure, doc?

(Fierce Healthcare) Feds busts 91 people in $429M Medicare fraud takedown

(Fierce Healthcare) Study: Certificate of need won't curb healthcare costs

(Fierce Healthcare) 7 traits of a high-performing system

(Trustee) Put It in Writing. Virginia Mason's board compact drives accountability and performance

(Joint Commission) Two Leading Health Care Quality Organizations Hold National Summit to Build Consensus Around Ways to Minimize Overuse of Five Treatments. Appropriate Use Will Improve Quality and Safety of Patient Care

(H&HN) Communication during Crisis. Understanding the 10 leading indicators of executive presence can help your organization navigate a major crisis

(Quality Progress) Quick Poll Results: "What usually stifles change efforts at your organization?"

(Gartner) „The Healthcare Supply Chain Top 25 for 2011

(The New York Times) New Style of Health Care Emerges to Fill Hospital’s Void

(JAMA) Association of Public Reporting for Percutaneous Coronary Intervention With Utilization and Outcomes Among Medicare Beneficiaries With Acute Myocardial Infarction

(Hospital Impact) Succession planning: Luxury or necessity?

(Hospital Impact) Die Frage nach dem “Warum?” in der Krankenbehandlung nicht vergessen

(Hospital Impact) Why: The most important letter of healing alphabet

(Hospital Impact) Lean Six Sigma and the patient experience

(Fierce HealthIT) Electronic checklist improves accuracy of medication histories

(Health Facilities Management) Driving patient involvement: TV systems, mobile devices help educate and engage patients

(KHN) Hospital Payments Will Soon Be Tied In Part To Patient Satisfaction

(Fierce Healthcare) Lean management boosts patient satisfaction to 95%

(AHRQ) Redesigned Inpatient Care Model Increases Quality and Patient Satisfaction, Reduces Costs and Length of Stay

(IHI) How-to Guide: Prevent Obstetrical Adverse Events

(NEJM) Effect of Nonpayment for Preventable Infections in U.S. Hospitals

(Health Affairs) High-Performing Organizations Point The Way

(The New York Times) The Doctor Can See You Now. Really, Right Now.

Dazu: https://www.appointmentstatus.com/

(H&HN) Patient safety in the OR

(Fierce Health IT) Massachusetts launches statewide health information exchange

(Fierce Health IT) Costly computerized checklist improves blood clot treatment

(Hospital Impact) What's behind the patient satisfaction, doc communication disconnect

(Trustee) ED Interventions. How to curb overuse through case management and community support

(AHRQ) Improving the Measurement of Surgical Site Infection Risk Stratification/Outcome Detection

(Joint Commission) Sentinel Event Data Summary

(USA Today) Healthgrades: Which states have the safest hospitals?

(Fierce Health IT) Docs increasingly use texts to communicate with each other

(Fierce Healthcare) Magnet hospitals have fewer surgical deaths

(Wolters Kluwer) The Economics of Health Care Quality and Medical Errors

(Health Leaders Media) U.S. Trails in Adopting Value-based Healthcare

(Fierce EMR) OIG official: 2013 work plan to focus on EHR-enabled fraud

(Fierce Healthcare) 4 keys to 'right-time' performance data

(HBR Working Knowledge) 10 Reasons Customers Might Resist Windows 8

(NAHQ) Call to Action. Safeguarding the Integrity of Healthcare Quality and Safety Systems

(Fierce Health IT) 8 Influential women in health IT

(KHN) ACP Urges Use Of Performance Measures Targeting 'Low-Value Services' To Reduce Overuse, Misuse Of These Approaches

(Fierce Health IT) Indian Health Service to offer personal health records

(KHN) For Med Students, How To Define ‘Best’ Residencies

(KHN) Study Compares Mortality Rates At Magnet And Non-Magnet Hospitals

(Hospital Impact) Reframe hospital business objectives to rebuild trust

(Fierce Health IT) 6 ways to improve safety of medication administration and delivery

(H&HN) A New Toolkit Helps Hospitals Reduce CLABSIs

(H&HN) Is There a 'Hidden' Curriculum at Teaching Hospitals? New Dartmouth Atlas report gives residents something else to consider when selecting a place to train.

Outcome Engenuity

The Just Culture Community

(JAMA) Deciphering Harm Measurement