Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

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Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

The ancient Romans had a tradition: whenever one of their engineers constructed an arch, as the capstone was hoisted into place, the engineer assumed accountability for his work in the most profound way possible: he stood under the arch.
(Michael Armstrong)
Quelle: Baptist Leadership Institute


01. Editorial

Bericht vom 3. QMR-Kongress „Qualitätsmessung und Qualitätsmanagement mit Routinedaten“

Auch vom 3. QMR-Kongress am 19. Und 20. September in Potsdam ist wieder Positives zu berichten: Handelt es sich doch um eine der – in Deutschlands Gesundheitswesen raren – Veranstaltungen zur Qualität der Krankenbehandlung, an denen es angesichts des allgemeinen Schneckentempos des Wandels zum Besseren überhaupt noch teilzunehmen lohnt. Statt der immer gleichen Sprechblasen der immer gleichen Repräsentanten des Verbändestaates kamen hier auch viele Vertreter jener zu Wort, die sich tagtäglich mit den praktischen Details herumschlagen. Die Berichterstattung dazu erfolgt – wie üblich aus der Sicht des (potentiellen) Patienten. Und / oder der Gesellschaft.

Den Veranstaltern (AOK-BV, Helios Klinken, IQM und TU Berlin) ist es erneut gelungen, eine – von Beginn an – positive Ausnahme von QMR weiter zu festigen, die in den ganzen deutschsprachigen Raum ausstrahlt. Mit den Akzenten a) externer Vergleiche auf der Grundlage von Routinedaten und b) des „Einfangens“ von Ausreißern von einem Mindest-Qualitätsniveau mittels Peer Reviews.

Das ist zwar nach wie vor weit von dem entfernt, was sich – in den 50er Jahren von Japan ausgehend – als basisgetriebenes Qualitätsmanagement auf dem Wege zu Spitzenleistungen in der Industrie und (zeitlich versetzt) auch im Gesundheitswesen weltweit etabliert hat:

  • Weg von der alleinigen Qualitätskontrolle von Behandlungsergebnissen = Outcomes (Quality Assurance – QA) als einer Suche nach „faulen Äpfeln im Korb“ ((„bad apples“ – Berwick).
  • Hin zu einem – nie endenden – Bemühen aller an der Routine Beteiligten um eine zeitnahe Eigensicherung der routinemäßigen Ergebnisqualität und deren weitere Steigerung mittels Prozessverbesserung (Continuous Quality Improvement – CQI).
  • Flächendeckend für alle Behandlungen aller Patienten vom Beginn der Krankheit bis zu Behandlungsabschluss, nicht nur ausschnittartig und punktuell, wo es einem gerade einfällt.
  • Einhergehend mit einer immer größeren Wertschöpfung für den Patienten (Value = Outcomes / Cost) dank gesenkter Gestehungskosten einer solchen Qualität.

Das Grundprinzip des Ansatzes von QMR: Eine IT-gestützte Durchleuchtung ohnehin vorhandener Abrechnungsdaten von G-DRGs lässt Auffälligkeiten in der Todesrate) erkennen. Die werden gezielt mittels Peer Review geklärt. Die Ursache wird beseitigt. Wenn betroffene Kliniken im nächsten Datendurchlauf nicht mehr auf fallen, Das Qualitätsniveau gleicht sich an das angestrebte Mindestniveau an: Ein Ausschnitt eines klassischen QA-Verfahrens (siehe oben!), wie es weit umfassender die Industrie seit eh und je praktiziert.
QMR ist eindeutig besser als alles, was in Deutschlands Krankenhäusern ansonsten unter der Flagge der Qualität so läuft. Besser auch deshalb, weil die „Qualitätssicherung“ nach § 137 SGB V ja ohnehin hier wie dort vorgeschrieben ist. Doch QMR scheint noch – wie Deutschlands Gesundheitswesen insgesamt – ein Stück strategischer Zielklarheit zu fehlen, wohin die Reise insgesamt gehen soll. Während man sich in Österreich und der Schweiz (wie auch die Kongressbeiträge und eine knappe Recherche ihrer Hintergründe zeigen) trotz föderal zersplitterter Strukturen zumindest darum bemüht. Davon abgesehen ist QMR und somit auch der 3. QMR-Kongress ein Glücksfall. (Einzelheiten zum Programm im Internet). Mit einer (Über-)Fülle interessanter, wenn auch sicher nicht jeden gleichermaßen interessierender Beiträge. (Da diese diesmal erfreulicherweise alle nacheinander stattfanden, entfiel endlich einmal die übliche Qual der Wahl, wohin man gehen sollte).

Der erste Tag steht unter dem Motto „Qualitätsmessung und Qualitätsmanagement in der Praxis – Verbesserung als Ziel!“ (Dabei fehlt – wie gesagt – jede Andeutung, dass hier bezogen auf die Gesamtaufgabe nur an der Oberfläche gekratzt wird. Wenn auch erfolgreich). Am zweiten Tag geht es um die „Sektorübergreifende Qualitätssicherung: vom Behandlungsfall zum Patientenergebnis“. (Auch dazu wäre zumindest ein Hinweis wünschenswert gewesen, dass damit für den Patienten und das von diesem erhoffte Ergebnis unzulängliche, weil fragmentierte Strukturen unterstützt werden, die keineswegs naturnotwendig so bleiben müssen).

Die Organisation war trotz der Fülle der Vorträge nahezu perfekt. Es gab genügend Pausen. (Nur das Abendvergnügen fand diesmal in einem weniger urigen und kulinarisch deutlich abfallenden Umfeld statt. Dafür waren die Wege kürzer. Und einen etwas lichtstärkeren Projektor mit höherer Auflösung sollte sich das Tagungshotel zulegen! So liegt Vieles für den Teilnehmer im Nebel). Der Effekt des Vorüberrauschens der Vorträge angesichts des solchen Veranstaltungen eigenen Schweinsgalopps wurde dadurch etwas gemildert, dass die – nicht immer mit den Vorträgen deckungsgleichen – „Abstracts“ von Beginn an zur Verfügung standen (unter den angegebenen Web-Adressen allerdings nicht zu finden waren).

Statt des krank gemeldeten Helios-Chefs Francesco de Meo begrüßt der – dort zentral fürs Medizinische Zuständige – Prof. Dr. Ralf Kuhlen die Teilnehmer. Auch gut. de Meo hätte ein noch stärkeres Signal des unveränderten Commitment der Unternehmensleitung und aller seiner Angehörigen und nicht nur des Führungspersonals einer Berufsgruppe geben können, mit dem Ziele eines Gemeinschaftserfolgs von „140 Kliniken mit 2 Mio. stationären Patienten“. So wirkt es eine Spur anders herum. Laut Kuhlen werden bei Helios jetzt ~30% aller Patienten in die Auswertungen und ihre erfreulich offene Darlegung im Internet einbezogen. Also für 1,3 Mio. Patienten hat man keine Qualitätsdaten. Viel zu wenig, aber auch so erkennbar mehr als bei den Wettbewerbern!

Der 1. Vortragstag startete mit einer kursorischen Übersicht über die aktuellen AHRQ-Aktivitäten vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Bemühungen um ein systematisches Messen, Aggregieren, Auswerten und Verbessern von Verlaufs- und Ergebnisdaten der Krankenbehandlung, vorgetragen durch John Bott, MSSW, MBA. Die AHRQ gliedert ihre Indikatoren in a) Prevention Quality Indicators, b) Inpatient Quality Indicators, c) Patient Safety Indicators und d) Pediatric Quality Indicators. Bemerkenswert der – hierzulande noch weithin unbekannte – Akzent, sich verstärkt um PoA-Messungen zu bemühen (Present on Admission - PoA ) – auch um im Krankenhaus erworbene Schäden („Hospital-acquired conditions“, die hierzulande nicht einmal so heißen; zur Tarnung?) eindeutig identifizieren zu können.

Manfred Langenegger, Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bern, zeigt anhand des Themas „Qualitätsindikatoren im Kontext der Qualitätsstrategie der Schweiz“ auf, dass man – im krassen Unterschied zu Deutschland – trotz aller föderalen Beschränkungen im Rahmen eines Nationalen Qualitätsprogramms kurzzeitig auch bundesweit ein gewisses Maß an Qualitätstransparenz verbindlich durchsetzen kann. Wenn gesundheitspolitisch a) Zielklarheit besteht und b) man es denn will. Methodisch mit deutscher Unterstützung, indem man die IQM-Indikatoren übernimmt.
Schon die ersten Bilder sind anregend: „Was beunruhigt den Arzt am meisten? Selbst Patient zu sein!“ (Übersetzt von einem Titel in Time Magazine). „Trying harder doesn’t work. We have to change the system” (Donald Berwick).
Auf die Idee, Letzeres auch einmal hierzulande zu probieren, ist – wie auch der Gesamteindruck dieses verdienstvollen Kongresses bestätigt – noch niemand gekommen. Auch zum Bedauern von Thomas Mansky, dem „Erfinder“ des verwendeten Ansatzes. Nicht einmal bei den Pionieren! Langenegger verweist auf internationale Vorbilder – sogar aus Übersee. Etwas, das bei uns gänzlich unvorstellbar ist. Wir sind selbst die Größten. Auch ohne Daten. Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse! In der Schweiz will man sich mit seinen 167 Akutspitälern sogar international mit IQM (133 Häuser) und Österreich (ca. 200 Häuser) vergleichen! Und sich dabei nicht nur an Mittelwerten orientieren, sondern am jeweils besten Wert. (Der wird hierzulande nicht einmal ausdrücklich als solcher bezeichnet; „Benchmark“ wird in Deutschland auch anderweitig verwendet: falsch!)
Peer Reviews liegen in der Schweiz „leider“ nicht in der Zuständigkeit des Bundes. Langeneggers Schlusszitat: „Wir sind nicht nur verantwortlich für das was wir tun, sondern auch für das was wir nicht tun“ (Albert Schweizer). – Hoffentlich gerät den Schweizern bei allem berechtigten Stolz über das schon geradezu blitzartig Erreichte die Tatsache nicht aus den Augen, dass mit dem Erreichten erst ein eher kleines Stück der Oberfläche der Qualitätstransparenz angekratzt wird!

Mit der strategischen Unterstützung hat es Dr. Silvia Türk vom Österreichischen Bundesministerium für Gesundheit, die nächste Referentin, mit ebenfalls der deutschen Entwicklung G-IQI entlehnten – A-IQI vergleichsweise schwerer. Eine zentrale „Qualitätsstrategie des Bundes“ scheint in Österreich angesichts der Verfassungswirklichkeit auf nahezu unüberwindbare Barrieren zu stoßen. Doch in Österreich ist man – unter internationalem Druck wenig schmeichelhafter OECD-Daten (was übrigens auch für Deutschland gilt) – wenigstens am Ball!
Man will sich trotz aller landesspezifischen Unterschiede in Abrechnung und Finanzierung auch international vergleichen. Auch Frau Türk scheint sich – ausweislich ihres sinngemäßen Zitats aus dem IOM-Werk „To Err is Human“ – QM-mäßig auch ein wenig international auszukennen: „Gemessen an der US-Todesrate durch Krankenhausaufenthalt müsste monatlich ein Jumbo Jet abstürzen“. (So ist es. Bei uns kann so etwas selbstverständlich nicht passieren. Wir haben dazu keine Daten! Und wenn es nach der deutschen Ärzteschaft geht, wird sich das –wie Dr. Wulf Dietrich Leber am Ende des Kongresses aus dem Beschlussprotokoll des 114. Deutschen Ärztetages verliest –  auch nicht so schnell ändern. In Deutschland steht der Arzt im Mittelpunkt. Und dessen Standesvertreter haben eine sehr eigene Vorstellung davon, was dem Patienten nutzt).

Das Fazit der ersten drei Vorträge: In anderen Ländern ist man, was erste Schritte zu einer landesweiten Transparenz betrifft – deutlich weiter. Und schneller. Was die Entwicklung des Themas an der Basis angeht, hat keiner der Referenten verdeutlicht. John Bott hat allerdings erkennen lassen, wie tiefgreifend und breit die Bewegung zum Thema Qualität in den USA schon seit Jahren ist. Dafür ist es vergleichsweise nachrangig, ob AHRQ oder IQI über mehr und die besseren Indikatoren verfügt.

Damit geht es in die Mittagspause. Der zweite Teil des ersten Tages bringt für jene der rund 270 Teilnehmer etwas, die sich speziell für den Fortschritt bei IQI interessieren. Für die Erfahrungen im Umgang mit dem Verfahren und die kleinen, aber nützlichen Schritte der Weiterentwicklung. Nach der ersten Kaffeepause am Nachmittag folgen die „Peer Reviews“, zu denen es nun auch jenseits von Helios erste Erfahrungen gibt. Nach einer zweiten Nachmittagspause sind „Perspektiven der Qualitätsmessung“ dran, wohl eine andere Bezeichnung für „Diverses“.

Zunächst berichtet Prof. Dr. Thomas Mansky, TU Berlin, als Vater von QMR / IQI in vielen Details über die Erweiterung (und die Vorzüge) der Inpatient Quality Indicators G-IQI Qualitätsindikatoren– Version 3.1. Man biete so (im Unterschied zum Statistischen Bundesamt) Referenzdaten für Ergebnisse, während sich letzteres immer noch auf Diagnosen beschränke.
Seit dem Start hat sich – so Mansky – Vieles geändert. Auch das Kürzel: G-IQI. Das klingt gut! Die Version 1 gibt es seit 2000, Version 2 seit 2006, Version 3 seit 2010 und die Weiterentwicklung zur Version 3.2 ff. nun seit 2011. Mit aktualisiertem Handbuch. „Das Ziel: Ein ergebnisgesteuertes QM“.
Der Erfolg der Arbeit ist greifbar. Nun gebe es – auch in neu akquirierten Kliniken – so nötig eindeutige Nachweise für Verbesserungen. Und Wünsche nach einer Weiterentwicklung, z.B. in die Richtung zeitnäherer sowie von Langzeitauswertungen und dem Ausweis von Sentinel Events.
Auf die Frage aus dem Publikum, wie hoch bisher die Durchdringung mit Messungen und Auswertungen („Abdeckungsgrad“) sei, die Antwort: „Bei etwas weniger als 1/3!“

Die nächste Referentin, Dr. Fabiola Fuchs von der NÖ Landeskliniken-Holding mit 20.000 Bediensteten, spricht eindrucksvoll aus der Erfahrung des österreichischen Pioniers für A-IQI 1.0.
(Leider verwendet sie das – im deutschsprachigen Gesundheitswesen scheinbar unausrottbare – Wort „Benchmarken“. Es scheint sich irgendwie bedeutsamer anzuhören als ein simples Vergleichen: Man sollte eben keine Äpfel mit Birnen benchmarken! Auch in NÖ scheint man im Übrigen „BSC“ falsch zu verwenden, nämlich als bedeutsames Etikett für ein bloßes Indikatoren-Tableau: „Einige Indikatoren fließen in die BSC ein“. „Mit Ampel-System“).
Dafür arbeitet man mit Peer Reviews und hat dazu auch ein „Handbuch Peer Review Verfahren“ veröffentlicht. Die derzeit bearbeiteten Felder: Herzinfarkt, Schlaganfall, Pneumonie, Schenkelhalsfraktur, Kolorektale Resektionen. Die Reaktion unter den betroffenen Klinik-Fürsten – in Österreich Primarärzte genannt – ist nicht nur begeistert. Mitnotiert: „Leichenschänderei!“ und „Bei Ihnen wird man vorgeführt wie ein Tanzbär“. Da hilft nur Unverdrossenheit beim Weitermachen. Am Schluss werden Einzelprobleme angesprochen, z.B. das der Nachvollziehbarkeit, der fehlende Einbezug von Konsiliarärzten, die örtlich uneinheitliche Ableitung der Hauptdiagnose oder der Indikationsqualität („Rate der Hysterektomie umso höher, je niedriger die Auslastung“). Man arbeitet an Gegenmaßnahmen, z.B. an einem „Tool zur Bewertung von Upcoding“, und an der Steigerung der Aussagefähigkeit von Registern. Sonst seien „Registerraten l’art pour l’art!“ Die große Linie in OÖ: „Versorgungsleitlinien“, „Aufbau eines Qualitätscontrollings“, Einbetten in EFQM“.
Hut ab! Besonders angesichts der äußeren Bedingungen, unter denen das alles geschieht. Vor allem auch die – in Deutschland  schwer vorstellbare – Verbindlichkeit des ganzen Verfahrens.

Zu den anschließenden, stärker ins Spezielle gehenden Ausführungen von Dr. David Zahnd vom Inselspital Bern zur Aussagefähigkeit und Vergleichbarkeit sowie zur Verfügbarkeit von Eintritts- statt Austrittsdaten, dem Vergleich mit Registern etc. fehlen berichtenswerte Notizen. Das interessiert stärker jene, die sich vor Ort mit der realen Umsetzung herumschlagen müssen, wenn man erst einmal angefangen hat. (Außer der Notiz, dass auch Dr. Zahnd den Begriff „BSC“ offensichtlich falsch verwendet. Wie schön wäre es, wenn der hinter „BSC“ stehende strategische Ansatz wirklich verstanden und dann auch genutzt werde würde! Auch für QM).

Immer nützlich ist es anzuhören, welche Erfahrungen ärztliche Schlüsselpersonen in der Helios-Gruppe wie Prof. Dr. Zacher vom Klinikum Berlin-Buch, zugleich Leiter der Helios-Fachgruppe Indikatoren, mit dem IQI-Ansatz preisgeben. Unter anderem, wie schwer es ist, Ärzten klarzumachen, dass es hier nicht um eine Bewertung ihrer persönlichen Qualität gehe, sondern stets um die Gesamtqualität der Institution. Ein in Deutschland äußerst wichtiger Hinweis! (Dass dies auch in der Realität so gelebt wird, hat man auf dem Kongress allerdings nichts merken können; auch be Helios scheinen die traditionell hierarchischen Strukturen wie wonaders noch unverändert fortzubestehen).
Er versucht die Vermittlung mit der Konfrontation mit Szenarien konkreten Beispielen des Umgangs mit Ergebnissen. Bei Helios habe man sich mittlerweile – alles in allem – an die neuen Spielregeln gewöhnt. Jetzt gebe es sogar „viele Fachabteilungen, die sich benachteiligt fühlen, weil sie nicht berücksichtigt sind“. Was die Auswertungen angeht, wird das Fehlen konkreter Anfangsdaten (Present on Admission – PoA) auch hier ein zunehmendes Problem.

Zum Vortrag von Thomas Petzold, Universitätsklinikum Dresden, wurde nichts Berichtenswertes notiert. Der nächste Referent war krank. Dann kam die erste Kaffeepause dieses Nachmittags.

Danach geht es unter der Sammelüberschrift „Qualitätsverbesserung & Peer Review“ um das schöne Thema der strukturierten Begutachtung jener Fachabteilungen durch externe Experten („Peers“), die ausweislich der von deren Leitern zu verantwortenden Daten als „Bad Apples“ (Donald Berwick) auffällig geworden. Deren Verantwortliche – möglichst ohne Beschädigung ihrer Befindlichkeit –  auf dem Pfad der Tugend zurückzuzerren waren. Eindrucksvoll die Phalanx der Helios-Chefärzte, die sich mit dem Ansatz identifizieren. Doch das Patientenwohl, um das es doch eigentlich geht, kam als oberstes Ziel in der gesamten Veranstaltung nicht ein einziges Mal vor.

Die Vortrags-Sequenz beginnt mit Dr. Oda Rink, bei der Initiative Qualitätsmedizin, die sich von Beginn an, also schon bei Helios, mit Peer Reviews befasst. Es geht um erste „Erfahrungen mit trägerübergreifenden Peer Review Verfahren“. Für die IQM-Reviews war zunächst einmal ein „Handlungskonsens“ unter fremden Einrichtungen herbeizuführen. Das „Ablaufdiagramm Peer Review“. Seit 2009 wurden in allen Trägergruppen für bestimmte

  • internistische,
  • neurologische,
  • chirurgische,
  • unfallchirurgisch-orthopädische

Krankheitsbilder sowie für

  • Behandlungen mit Langzeitbeatmung

Peer Reviews durchgeführt. 21 Peer Reviews 2010 und 44 im Jahre 2011. Dabei wurde „durchaus reichlich Optimierungspotential gefunden“. (Im Abstract steht es konkreter): Bei der Dokumentation, beim Hinterfragen des Behandlungsprozesses und hinsichtlich einer inhaltlich und zeitlich sachgerechten Behandlung. „Was die Kliniken damit machen, ist zunächst deren Sache“. Schade! Denn da fängt es eigentlich erst an, spannend zu werden: Wie stellt man bei Helios und IQM zuverlässig sicher, dass die georteten Fehler fortan nicht mehr passieren?
Im Bericht von Dr. Rink geht es mehr darum, die Erfahrungen mit dem ungewohnten Procedere zu vermitteln: Der Vorbereitung und Zusammenstellung der Zweierteams (die mit Unterstützung der BÄK und eines neuen Curriculums vertieft wird), der Terminabstimmung, der Reviews bei Reviewern, dem Annähern an eine „offene Fehlerkultur“. (Was ist das konkret? Darüber findet sich auch nichts im Curriculum der Bundesärztekammer. So bleibt das nur ein Schalgwort). Samt einer „Optimierung interdisziplinärer Prozesse“. (Was immer damit konkret gemeint sein mag). Und der „Einbindung der Geschäftsführung“. (Die müsste den Prozess doch selbst treiben!)

Es folgt Helios-Chefarzt Dr. Wolfgang Krahwinkel, Leisnig, zum Thema „Welche Fehler zeigt das Peer Review Verfahren auf?“ (Schon die unkommentierte Verwendung des Begriffs „Fehler“ im Vortrag signalisiert einen gewaltigen Sprung nach Vorn. Denn „Fehler“ kannten deutsche Ärzte bis in die jüngste Zeit grundsätzlich nicht! Daher war es ja auch so praktisch, Dritte nicht in die Dokumentation hineinsehen zu lassen. So blieb deren oft schweizerkäsemäßiger Charakter dem „Laien“ verborgen). Krahwinkel berichtet weniger über tatsächlich gefundene Fehler („die gab es“) als über deren Klassifizierung in drei Kategorien (1) Verbesserungspotential, (2) Fehlkodierung und (3) suffiziente Therapie. (Muss das nicht „insuffizient“ heißen?) Im Zuge des Peer Reviews wird festgehalten, ob bestimmte Teilaspekte der Behandlung berücksichtigt sind:

  • Diagnostik und Behandlung adäquat und zeitgerecht?
  • Behandlungsprozesse zielführend und zeitnah kritisch hinterfragt?
  • Indikation zur OP / Intervention / Intensivtherapie angemessen und rechtzeitig?
  • Behandlungsleitlinien und Standards berücksichtigt?
  • Dokumentation umfassend und schlüssig?
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit reibungslos?
  • Kontrolle der Behandlungsabläufe?“

Dazu zitiert Krahwinkel aus einem Aufsatz: „Fehler und Ursache“ in einer – vergriffenen – Springer-Textsammlung zu „Human Factors“ in „High Risk“-Unternehmen. (Der Begriff „Human Factors“ ist in jüngerer Zeit öfter in Ärztekreisen zu hören. Als Folge der zunehmenden Beliebtheit von Lufthansa-Vorträgen?) Krahwinkel unterscheidet (sinngemäß zitiert), ohne zu erklären, wie man die in der Praxis wohl messend unterscheidet

  • „aktive Fehler“ im Sinne eines bewussten Abweichens vom optimalen Behandlungsprozess; die seien seltener. (Wer gibt so etwas freiwillig schon zu?)
  • „passive Fehler“ im Sinne eines unbewussten Abweichens vom optimalen Behandlungsprozess; die seien häufiger. (Auch hierzu keine Zahlen)

Letztere resultierten in der Regel aus einem Aus- und Weiterbildungsdefizit von Individuen und Teams. Auch „latente Bedingungen“ wie diese können zu Fehlern führen:

  • Strukturelle Gegebenheiten (baulich, gerätetechnisch)
  • Prozessuale Bedingungen (wie eine unzureichende OP-Planung)

Beim HELIOS Peer Review Verfahren werden Krankenakten ausgewertet. Die Dokumentation sei teilweise unzureichend. Dies sei ein Indiz für eine unzulängliche Behandlung, lasse aber nicht zwingend darauf schließen. Eine unzureichende Kommunikation führe zu Teamfehlern. Fehler summierten sich leicht zu Fehlerketten (Stichwort „Schweizer-Käse-Modell“).
Insgesamt bleibt das alles im Allgemeinen. Auf Befragen nennt Krawinkel als „Aufwand für ein Review 3-4 Mann, davon 1 Tag Review, 1 Tag vorher, 1 Tag nachher. Der Nutzen sei erheblich“, wird aber offensichtlich nicht quantifiziert.

Der nächste Vortrag zum Teilkomplex aus dem Insel-Spital in Bern entfällt. Dafür rückt Prof. Dr. Norbert Weiss, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, mit seiner sowohl aktiven als auch passiven persönlichen Erfahrung mit dem Procedere auf. Sein Thema: „Erfahrungen mit Qualitätsindikatoren und Peer Review an den Universitätsklinika Halle und Dresden“. Ein Peer Review sei für ihn ein Anstoß zur kritischen Selbstreflexion. Strukturelle Verbesserungen seien beim Beispiel „Todesfall Hirninfarkt erhöhte Sterblichkeit“ mit organisatorischen Änderungen möglich, z.B. mit der „Etablierung einer interdisziplinären Fallkonferenz“, der „Telemedizin für die Neuroradiologie“, einer „höheren personellen Verfügbarkeit“. Prozessual könnte z.B. eine „Checkliste Lyse-Indikation“ helfen, für „Kosteneinsparungen“ eine „Limitierung“ bzw. das „Verhindern (wörtlich) sinnloser Behandlungsschritte“. Was Auswertungen des „longitudinalen Verlaufs“ brächten, müsse sich noch herausstellen. (Das hängt wohl davon ab, was man organisatorisch nachhaltig verändert. Auch hier bleibt leider offen, welche verbindlichen Regeln nach dem Peer Review nachvollziehbar durchgesetzt werden, mit denen die Angelsachsen ihre nachvollziehbaren Erfolge erzielen).

Anschließend erläutert Dr. Josef Mischo die Unterstützung von „Einführung und Begleitung von Peer Review Verfahren seitens der Bundesärztekammer“ mit der Entwicklung eines Curriculums Peer Review. (Hier – wie auch in den anderen Vorträgen – fällt auf, dass die Notwendigkeit einer Orientierung am Unternehmensergebnis und nicht nur am persönlichen Ergebnis zwar irgendwie im Raume steht, aber in der ärztlichen Behandlungspraxis tatsächlich keine Rolle zu spielen scheint).

Den Abschluss bildet ein – wichtiger – Vortrag von Andreas Meyer, Leiter Risikomanagement / Versicherungen der Helios Kliniken, zum Thema „Lernen aus der Analyse von Haftpflicht-Versicherungsfällen“. Helios arbeitet bei Haftpflichtfällen seit 2007 mit standardisierten Schadensakten, einem Behandlungsfehler-Register und einem darauf gestützten Reporting und berichtet darüber im Jahresbericht. Einschließlich „Never Events“. (Zahlen im Abstract). Die Regulierung erfolgt großenteils ohne Hinzuziehung eines Haftpflichtversicherers. Am Ende ein Hinweis darauf, sich auf jeden Fall beim Patienten zu entschuldigen: „Sorry Works!“

Nach der zweiten Kaffeepause des Nachmittags Jürgen Malzahn vom AOK-Bundesverband über den Stand des Kombinierens klinischer Routinedaten mit bei der Krankenkasse verfügbaren Routinedaten. Es folgen – vorgetragen von den Professoren Dr. Mansky und Dr. Robra sowie von Dr. Ingrid Schubert – detaillierende Ausführungen zur besseren Nutzung von Routinedaten zur Umsetzung der §§ 303a-f SGB V und der damit bislang verbundenen Hindernisse: Kleinarbeit auf dem Wege neuer Erkenntnisgewinne im Dickicht interessengeprägter Hindernisse.

Richtig spannend war zu relativ später Stunde eine geballte Ladung US- Inputs, in welchen Kategorien man dort bereits routinemäßig denkt und handelt, im Abschlussvortrag des ersten Tages von David M. Shahian, MD, Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School Boston „Quality indicators: What is the right way to measure outcome?“
Shahian holt bei seinen – fürs deutsche Auditorium, das so etwas nicht kennt viel zu kursorischen – Ausführungen zu routinemäßigen prozeduralen Einzelmessungen und aggregierten Daten zur Performance und deren Grenzen weit aus: Von ersten Qualitätsauswertungen von Ergebnissen durch Florence Nightingale 1863 (die zunächst angefeindet wurde) über Ernest Amory Codmann 1911 – 1916 (der zunächst angefeindet wurde) und Avedis Donabedian 1966 bis zur „größten existierenden Datenbank medizinischer Daten durch MEDICARE.
Es geht bei Dr. Shahian um

  • den Zeitpunkt (der Erhebung, der Entlassung oder – viel – später),
  • die Art der Messung (Struktur, Prozess, Ergebnis),
  • die Risikoadjustierung für Vergleichszwecke,
  • die Stichprobengröße,
  • komplexe Indikatoren für eine zusammenfassende Sicht auf die Qualität und für die öffentliche Berichterstattung,
  • Vergleichsportale wie Dr. Foster (GB), UHC Premier (USA), 3M (USA) und HealthGrades (USA) und deren Wirkung.

Am Ende ein paar nachdenkliche Worte zu Sinn und Zweck des Ganzen: „Kant moral duties instead of outcomes measurements?“ Im Handeln und in der diesbezüglichen Kommunikation. (Für deutsche Teilnehmer sicher interessant: Viele Beispiele setzen bereits in den frühen 90er Jahren auf, als man sich in Sachen „Messen, Aggregieren, Auswerten und Verändern in der Routine“ in der Ärzteschaft hierzulande – von löblichen Ausnahmen, die heute als Beweis für deren Pioniergeist herhalten müssen, abgesehen – noch gänzlich im Tiefschlaf befand. Hier ist es sicher besonders interessant, die Dias noch einmal im Einzelnen zu studieren).

Der zweite Tag sollte mit dem Generalthema „Sektorübergreifende Qualitätssicherung: vom Behandlungsfall zum Patientenergebnis“ wohl verdeutlichen, dass es letztlich nicht allein um eine – wie auch immer geartete – Messung und Bewertung von Qualität in Ausschnitten der Behandlungskette gehen kann, sondern um das Erkennen und Verbessern des Gesamtergebnisses für den Patienten. (Das hätte – wie gesagt – ruhig etwas deutlicher hervorgekehrt werden können. Es fehlte auch jegliche kritische Anmerkung zu der Frage, ob es denn mit vertretbarem Aufwand überhaupt realistisch möglich sein kann, mit irgendwelchen Klimmzügen für das Gesamtergebnis einer Behandlung unsinnige, aber als Pfründe tradierte Strukturen abzubilden).

Zum Teilkomplex „Spezielle Fragestellungen in der Qualitätsmessung“ hörten die Teilnehmer zunächst von PD Dr. Günther Heller vom AQUA Institut, wie es dort mit der Qualitätsmessung nach § 137 SGB V weitergeht: Langsam, aber (hoffentlich) sicher. Zu den anschließenden Ausführungen von Frau Prof. Dr. Saskia Drösler, Hochschule Niederrhein Krefeld, zum „Vergleich der Qualitätsmessung nach § 137 SGB V mit Messungen aus Routinedaten (des Statistischen Bundesamtes)“ über signifikante, nicht konsistente Unterschiede und daraus resultierende Verbesserungspotentiale gibt es keine verwertbaren Aufzeichnungen.
Auch sie betont die Notwendigkeit von PoA-Daten, um etwaige Nebendiagnosen bei der Aufnahme. (Auf den Unterschied einer „Comorbidity“ bei der Aufnahme und einer „Complication“ und deren notwendige Routineerhebung im Zuge der Behandlung hat der Berichterstatter in f&w bereits ganz zu Beginn der deutschen DRG-Diskussion vergeblich hingewiesen. Eine retrospektive Diskussion unzulänglich erhobener Daten grenzt schon sehr an ein absurdes Theater!)
Der Gesamteindruck dieses Themenkomplexes: Man jongliert mit einem Blick „von ganz“ oben mit allerlei statistischen Auswertungen, ohne sich auch nur halbwegs der korrekten Datenerhebung an der Basis sicher sein zu können. Und die Basis betrachtet das Erheben, Aggregieren, Auswerten von Verlaufs- und Ergebnisdaten der Behandlung und das Anstoßen von Folgeverbesserungen auf breiter Front als lästigen und eher überflüssigen Bürokratismus. Ohne dass die Wissenschaftler „ganz oben“ überhaupt merken, das das Ganze nur einen Sinn hat, wenn es „unten“ als notwendig und sinnvoll angesehen wird. Sonst nutzen auch keine Forderungen nach noch mehr Daten!

Als nächstes referiert Dr. Ekkehard Schuler, Leiter des Qualitätsmanagements der Helios Kliniken, über das Thema: „Cholezystektomie: Unterschiede zwischen Erhebungs- und Routinedaten“. Er bestätigt inhaltliche Unterschiede: „Man redet über Äpfel und Birnen“. Das Ziel sei neben besten Ergebnissen auch eine „beste Dokumentation für Auswertungszwecke“, bezogen auf

  • Interne Erkenntnisziele des behandelnden Arztes bzw. des Gesundheitsunternehmens
  • Externe Vorgaben von Fachgesellschaften, Gesetzgeber, G-BA etc.

Das bedürfe einer weiteren Abstimmung der Begrifflichkeit und der Erhebungselemente (incl. ASA und Zeitstempel) sowie einer systematischen Verprobung. In dieser Hinsicht seien noch „erhebliche Erhebungsdefizite“ zu beseitigen.

Etwas weiter ist man – ausweislich der Ausführungen von Prof. Dr. Joachim Hassenpflug, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, ehrenamtlicher Geschäftsführer der neuen Einrichtung – mittlerweile mit einem (längst überfälligen) Spezialthema „Das Endoprothesenregister Deutschland am Start“. Die genaue Bezeichnung: „Endoprothesenregister Deutschland Produktdatenbank (EPRD)“. Eindrucksvoll die eingangs für Deutschland genannten Zahlen (für 2009): ~400.000 künstliche Gelenke, davon 159.221 Hüftendoprothesen, 23.269 Wechseleingriffe am Hüftgelenk, ~50.000 Hüftendoprothesen bei Schenkelhalsfrakturen, 148.298 künstliche Kniegelenke, 11.256 Wechsel von Kniegelenken.
„Ein nicht unerheblicher Teil der Wechseloperationen wird jedoch nicht erst 10 bis 15 Jahre nach dem Einbau notwendig, sondern teilweise schon sehr viel früher… bisher keine systematische Analyse“. (Beim industrieerprobten Zuhörer, der mit Fragen der vertraglichen Zusicherung von Qualität und Gewährleistung vertraut ist, verursacht eine solche Wurstigkeit im Umgang mit dem Patientenwohl Entsetzen: Wie konnte das bisher niemanden interessieren?).
Immerhin ist das EPRD nun endlich gestartet. Man hat von „Ländern mit funktionierendem Register wie Schweden ... Finnland“ gelernt und verwendet als Input „manipulationsresistente ... Abrechnungsdaten ... (und) patient related outcomes“. Das ermöglicht bei „Rückruf ... (eine rasche) Reidentifikation der Patienten“. Hassenpflug erwartet mit dem neuen Register „eine valide Basis für die Versorgungsqualität“. Neben dem Nachweis könnte es bei Nutzung für die Routine vor allem dazu beitragen, bestehende Qualitätsmängel zu verringern.

Als nächstes berichten Dr. Friederike Burgdorf, Kassenärztliche Bundesvereinigung, (AQUIK) und Dr. Gerhard Schillinger, AOK-Bundesverband, (QUISA) über zwei verschiedene Bemühungen, Qualitätsaspekte in der ambulanten Versorgung freizulegen. Keine Notizen.

Dann referiert Dr. Elke Jeschke, Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), über die Untersuchung von Komplikationen bei Koronarangiographie und perkutaner Koronarintervention (PCI) in der sektorübergreifenden Qualitätsmessung als ein Beispiel sektorenübergreifender Qualitätsmessung über das Interventionsende hinaus. Damit sollen „Rahmenbedingungen für einen fairen Klinikvergleich“ geschaffen werden. Keine weiteren Notizen.

Mit der letzten Präsentation vor der Kaffepause zum schönen Thema „„Nur Marketing? Mindestanforderungen an P4P Verfahren““ hatte Dörte Seeger, TU Berlin, offensichtlich über etwas zu berichten, was es noch nicht gibt: Einen Anforderungskatalog, der die notwendigen Kriterien für P4Q (Pay for Quality, und nicht etwa für P4P = Pay for Performance) beschreibt. Was in diesem Zusammenhang zu Wirtschaftlichkeitsaspekten vorgetragen wurde, hat der Berichterstatter nicht so recht verstanden. Viel Glück bei der weiteren Konkretisierung!

Die nächste Vortragsreihe ist dem Thema „Versorgungsmonitoring und Versorgungsmanagement“ gewidmet, wobei letzteres scheinbar makroökonomisch irgendwo weiter oben erfolgen soll. Die erste Präsentation von Dr. Ingrid Schubert, „PMV forschungsgruppe“, Uni Köln, trägt denn auch den Titel „Versorgungsmonitoring mit Routinedaten“. Datengrundlage ist eine Stichprobe von Versichertendaten von AOK-Patienten mit Diabetes mellitus. Das Ergebnis: „Mittels eines Versorgungsmonitoring … kann kontinuierlich dargestellt werden, in welchem Umfang Therapieempfehlungen und Verlaufskontrollen durchgeführt werden … und sich im zeitlichen Verlauf entwickeln… Ebenso ist ein Monitoring der Kosten möglich“. Und dann?

Dann trägt Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Universitätsklinikum Heidelberg und AQUA, vor zum Thema „Wirkt DMP qualitätsverbessernd?“ Die Ergebnisse der ELSID-Studie“. Nichts notiert. Wer dazu mehr wissen will, schaue einmal bei der AOK ins Internet!

Von Dr. Christian Graf, Barmer GEK, Wuppertal, erfahren die Teilnehmer, dass sich auch diese mit der „Evaluation des Disease Management Programms Diabetes der Barmer“ befasst. Das bisherige Korrelations-Ergebnis des Vergleichs mit einer Kontrollgruppe: Es könnte sein, dass damit ein geldwerter Nutzen erzielt wurde. Die Konsequenz: es muss noch länger und differenzierter untersucht werden. Auch an der Risikoadjustierung.

Der Dritte im Bunde, Prof. Dr. Roland Linder vom Wissenschaftlichen Institut der TK (WINEG), Hamburg („Wirkt DMP qualitätsverbessernd? Eine empirische Untersuchung mittels Routinedaten“) kommt zu einer anderen Einschätzung. Angesichts der ca. 1,1 Milliarden € Investition in DMP-Programme allein im Jahre 2009 sind die Ergebnisse dürftig. „Kosteneinsparungen (sind ausweislich einer TK-Untersuchung) nicht erkennbar“. Da scheint zu Lasten des Geldes Dritter wohl das zu fehlen, was die Überschrift zum letzten Themenkomplex suggeriert: Eine wirkliche Strategie!

Nach dem Mittagessen geht es im Endspurt um „Strategien und Perspektiven der Qualitätsmessung“. Es beginnt der letzte – auch so genannte – “Keynote Speaker” Prof. John Nicholl BA, MSc, DSc, FFPH, University of Sheffield, mit dem Thema „Risk adjustment: Never enough or too much?“ Mit dem Hinweis auf einen „constant risk fallacy“ streut er Salz in die Begeisterung um die Risikoadjustierung. „The quality of the data is fundamental“. Das kommt der Skepsis des Berichterstatters entgegen. Warum gibt es in Deutschland nur so wenige ähnlich (selbst-)kritische Vorträge zum Thema?

Unter der Überschrift „Perspektiven der Qualitätsmessung am AQUA-Institut“ folgt eine Übersicht über die AQUA-Aktivitäten durch dessen Chef Prof. Dr. Joachim Szecsenyi. Der verweist auf den – lesenswerten – unter www.sgq.de herunterladbaren AQUA Qualitätsreport 2010. Dort ist auch sinngemäß nachlesbar, was hier vorgetragen wird.

Dann spricht Dr. Dominik Graf von Stillfried vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland zum Thema „Qualitätsmessung im vertragsärztlichen Bereich: Ist die Nutzung der Abrechnungsdaten sinnvoll?“ Keine Aufzeichnungen. Gefolgt von Jürgen Klauber, Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), der über Stand und Weiterentwicklung des 2002 gestarteten QSR-Projekts berichtet. Der QSR-Klinikbericht fließt 2011 auch in den AOK-Krankenhausnavigator ein. Dazu gibt es für QSR jetzt eine – informative – eigene Website: www.qualitaetssicherung-mit-routinedaten.de und einen neuen Wissenschaftlichen Beirat. Die Weiterentwicklung wird fortgesetzt. Auch Klauber spricht vom „Benchmarken“.

Dr. Wulf-Dietrich Leber bot, wie gewohnt, unter der unverfänglichen Überschrift „Was erwartet der GKV-Spitzenverband von der sektorübergreifenden Qualitätssicherung?“ Klartext: Schon „Quesü-RL“ zeuge als Name für die Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung: vom Abscheu, mit dem das Thema behandelt würde:
„Die Fortschritte… sind ernüchternd“. Bestenfalls in ein paar Jahren gebe es erste Routineergebnisse. Daher solle, z.B. bezogen auf die MDCs (siehe bei G-DRGs), nach schneller greifenden Alternativen gesucht werden. Auch angesichts des Mengenproblems: Schon bei geringer prozentualer Abdeckung gebe es 3 Mio. Datensätze. Solle es bei 100% 100 Mio. Datensätze geben? Der „G-BA-Herrschaftsbereich“ solle überdacht werden. „QUALIFY (stehe wohl für) Qualitätsverhinderungsveröffentlichungsverfahren“. Beispiel Herztransplantationen: „So kann man mit so teuren Verfahren nicht umgehen!“ Der QB 2004 hatte überhaupt keine Qualitätsinformationen. Die PKV solle einbezogen werden. „Der Leidensweg ist in der Regel sektorenübergreifend“.
Es gebe zudem noch jede Menge Handlungsbedarf. Beispiele: Abgleichstelle, Kassenwechsler, Kassenfusionen, Indikatoren. Zu letzteren Verweis auf die Initiative www.quinth-spitzenverband.de mit 2000 deutschen Qualitätsindikatoren. Dazu „Indikatorenideen“. Positiv der „Quantensprung“ der Vermehrung der veröffentlichungspflichtigen Indikatoren „von 2 Dutzend auf 182“. Im Übrigen verlagere sich die Entwicklung auf „Initiativen außerhalb des G-BA“, Beispiele: Routinedaten statt extra erfasster Daten, Endoprothesenregister: „Was wir unbedingt brauchen? Einen etwas flotteren G-BA! Manches, wie P4P, müssen wir erst besser beherrschen“!
Der „GKV-Spitzenverband… erwarte, dass die QS künftig stärker aus der Patientenperspektive erfolgt… übertrieben (sind) Befürchtungen in der Ärzteschaft, die in einer fundamentalistischen Widerstandsresolution auf dem Ärztetag ihren prägnanten Ausdruck fand“. Zum Schluss verliest Leber dem Auditorium als Beleg dafür, wo die Verhinderer stehen, aus dem Beschlussprotokoll der Bundesärztekammer genüsslich die Entschließung des 114. Deutschen Ärztetages 2011:
“Die Bundesärztekammer wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass den Aktivitäten des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der sogenannten sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS) Einhalt geboten wird. Die vom G-BA konzipierte und zunächst vom Bundesgesundheitsminister gestoppte sQS ist eine Gefahr für die freie ärztliche Berufsausübung. Es handelt sich dabei um planwirtschaftliche Bestrebungen mit dem Ziel totaler Kontrolle und Normierbarkeit ärztlicher Tätigkeit. Zugleich würde die sQS den Aufbau eines weiteren monströsen Bürokratieapparates erfordern“.

Der Gesamteindruck: Ein eindrucksvolles Programm. Nahezu durchgängig prima Vorträge! Auch jene, für die sich der Berichterstatter nicht allzu sehr interessierte. Die Powerpoint-Sequenzen etlicher Vorträge möchte man gern noch einmal nachlesen. Insgesamt eine vorzügliche Veranstaltung! Die knappe Zeit für Wortmeldungen aus dem Publikum wurde gut und zielführend genutzt. Erhebliche Qualitätsunterschiede gab es bei der Moderation. Gleichwohl eine runde Veranstaltung!

Sozusagen als Anhang noch ein paar Wünsche an die Veranstalter:

  • Wenn man die zwei Tage vor dem Hintergrund der Gesamtentwicklung im deutschen Gesundheitswesen kritisch Revue passieren lässt, fällt neben der – unbedingt positiv zu bewertenden – Tatsache, den Vorhang der Verschleierung der Behandlungsergebnisse bei QMR / IQM über BQS / SGQ hinaus etwas gelüftet zu haben, auf: Auch hier wird trotz der nach wie vor engen Grenzen der Transparenz des eigenen Tuns der Eindruck geweckt, „die Qualität“ transparent zu machen. Von einer wenigstens zufriedenstellenden Transparenz der Sinnhaftigkeit, Risiken und Nebenwirkungen der Krankenbehandlung sind wir in Deutschland – trotz allen bewundernswürdigen Engagements der Akteure – noch sehr weit entfernt. Vielleicht sollte man darauf künftig etwas deutlicher hinweisen.
  • Die jeweilige Einschätzung der Qualität der Behandlung (und nicht nur „der Zufriedenheit“) durch die Patienten und deren Abgleich mit der des Arztes fehlt bisher nahezu völlig.
  • Angesichts der Tatsache, dass die Krankenbehandlung in Deutschland allmählich an die Grenzen der Bezahlbarkeit stößt, wäre auch eine unverzügliche Verbindung von Qualitätsaussagen und Kostenaspekten geboten: Die Identifizierung der Wertschöpfung des „Produkts“, d.h. einer Behandlung für den einzelnen Patienten [Value for Money = (Medical Outcomes + Service Outcomes) / Cost Outcomes]. Für die Versicherten und für die Gesellschaft! Auch darüber – zumindest darüber, dass man sich auch damit befasst – würde man gern Genaueres hören! Besonders im Zusammenhang mit zu wenig oder zu viel oder für den Patienten angesichts seines Alters, der Prognose etc. unnötig risikobehafteten eistungen. Auch – und besonders – aus der Patientensicht.
  • Während der Veranstaltung fiel immer wieder das Wort „Management“, ohne dass es dabei immer so recht klar war, wer (auf der Makro-, Meso-, Mikroebene des „Gesamtsystems“) hier eigentlich mit welcher Aussicht auf Erfolg was zu „managen“ hat. das betrifft besonders alle Vorträge, die sich mit der Datenauswertung oberhalb der Unternehmensebene befassen. Wie und unter wessen Federführung wird eine sektorenübergreifende Behandlung am besten organisiert, ausgeführt, dokumentiert, ausgewertet und weiter verbessert? Auf der Ebene des einzelnen Krankenhauses würde interessieren, wie konkret Erkenntnisse der Peer Reviews in stabil bessere Ergebnisse umgesetzt werden. Wie sehen die arbeitsteiligen Prozesse vorher / nachher aus? Wenn dafür keine Lösung gefunden wird, ist alles Bemühen doch per saldo für die Katz. Oder?

 

Link zu den Präsentationen

Link zu den Abstracts


02. (NQF) Aktuelle Liste meldepflichtiger Vorkommnisse

NQF Releases Updated Serious Reportable Events…

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Hier die Liste:

SURGICAL OR INVASIVE PROCEDURE EVENTS

  • Surgery or other invasive procedure performed on the wrong site
  • Surgery or other invasive procedure performed on the wrong patient
  • Wrong surgical or other invasive procedure performed on a patient
  • Unintended retention of a foreign object in a patient after surgery or other invasive procedure
  • Intraoperative or immediately postoperative/postprocedure death in an ASA Class 1 patient

PRODUCT OR DEVICE EVENTS

  • Patient death or serious injury associated with the use of contaminated drugs, devices, or biologics provided by the healthcare setting
  • Patient death or serious injury associated with the use or function of a device in patient care, in which the device is used or functions other than as intended
  • Patient death or serious injury associated with intravascular air embolism that occurs while being cared for in a healthcare setting

PATIENT PROTECTION EVENTS

  • Discharge or release of a patient/resident of any age, who is unable to make decisions, to other than an authorized person
  • Patient death or serious injury associated with patient elopement (disappearance)
  • Patient suicide, attempted suicide, or self-harm that results in serious injury, while being cared for in a healthcare setting

CARE MANAGEMENT EVENTS

  • Patient death or serious injury associated with a medication error (e.g., errors involving the wrong drug, wrong dose, wrong patient, wrong time, wrong rate, wrong preparation, or wrong route of administration)
  • Patient death or serious injury associated with unsafe administration of blood products
  •  Maternal death or serious injury associated with labor or delivery in a low-risk pregnancy while being cared for in a healthcare setting
  • (NEW) Death or serious injury of a neonate associated with labor or delivery in a low-risk pregnancy
  • Patient death or serious injury associated with a fall while being cared for in a healthcare setting
  • Any Stage 3, Stage 4, and unstageable pressure ulcers acquired after admission/presentation to a healthcare setting
  • Artificial insemination with the wrong donor sperm or wrong egg
  • (NEW) Patient death or serious injury resulting from the irretrievable loss of an irreplaceable biological specimen
  • (NEW) Patient death or serious injury resulting from failure to follow up or communicate laboratory, pathology, or radiology test results

ENVIRONMENTAL EVENTS

  • Patient or staff death or serious injury associated with an electric shock in the course of a patient care process in a healthcare setting
  • Any incident in which systems designated for oxygen or other gas to be delivered to a patient contains no gas, the wrong gas, or is contaminated by toxic substances
  • Patient or staff death or serious injury associated with a burn incurred from any source in the course of a patient care process in a healthcare setting
  • Patient death or serious injury associated with the use of physical restraints or bedrails while being cared for in a healthcare setting

RADIOLOGIC EVENTS -(NEW) Death or serious injury of a patient or staff associated with the introduction of a metallic object into the MRI area
POTENTIAL CRIMINAL EVENTS

  • Any instance of care ordered by or provided by someone impersonating a physician, nurse, pharmacist, or other licensed healthcare provider
  • Abduction of a patient/resident of any age
  • Sexual abuse/assault on a patient or staff member within or on the grounds of a healthcare setting
  • Death or serious injury of a patient or staff member resulting from a physical assault (i.e., battery) that occurs within or on the grounds of a healthcare setting


03. (IOM) Programm für ein wert- und wissenschaftsgetriebenes Gesundheitswesen

Die Broschüre:
IOM Roundtable on Value & Science-Driven Health Care:
The Learning Health System and its Innovation Collaboratives. Update Report

Anmerkung:
Man beachte das breite Spektrum der Mitglieder und Sponsoren!

Dia-Sequenz zum Thema

Anmerkung:
Schlagende Argumente. Auch für hiesige Diskussionszwecke sehr geeignet.

IOM-Website mit den Round-Table-Aktivitäten

About IOM

Anmerkung:
Wir bräuchten in Deutschland dringend einen ähnlichen Report. Die Zahlen wären zwar etwas anders, doch die Tendenz so ähnlich. Und damit auch die Verbesserungschancen!


04. H&HN Die nächste IT-Revolution: Die fünfte Welle

The Next IT Revolution: Nearly Ubiquitous Computing…

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Anmerkung:
Von den 5 Wellen hat man hier bisher oft nur Bruchstücke erlebt. Zumindest was die Unterstützung des klinischen Betriebs betrifft. Warum eigentlich?


05. (H&HN) Neues von Atul Gawande zur Kombination von Checklisten und Unternehmenskultur I+II

Q&A with Atul Gawande, Part 1

Surgeon and author Atul Gawande talks to HRET president Maulik Joshi about how to use surgical checklists and a strong culture of teamwork to reduce surgical complications and deaths…

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Q&A with Atul Gawande, Part 2Surgeon, professor and author Atul Gawande talks to HRET President Maulik Joshi about how hospitals can control health care costs and improve quality at the same time…

Mehr 

Neuer Aufsatz von Atul Gawande im New Yorker zur kontinuierlichen persönlichen Weiterqualifizierung des Chirurgen:

Personal Best. Top athletes and singers have coaches. Should you?


06. (PSQH) Mehr als nur Gerede in Sachen Patientensicherheit

Design for Reliability: Barcoded Medication Administration…

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07. (Johns Hopkins Medicine) Vermeidbare Todesfälle bei weniger Ärztlicher Arroganz und fehlender Transparenz führen zu mehr Transparenz und weniger ärztlicher Selbstherrlichkeit

Bringing True Accountability to Health Care: Lessons From Efforts to Reduce Hospital-Acquired Infections

Johns Hopkins researcher argues that arrogance, lack of transparency stand in way of saving lives…

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08. (H&HN) Die Pflege in einer Ära neuer Verantwortlichkeiten

Nursing in the New Era of Accountability

As the health care system begins a multifaceted transformation, nurses will make important contributions to our collective success…

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09. Buchbesprechungen

Kuhlen, R., Rink, O., Zacher, J. (Hrsg.) Jahrbuch Qualitätsmedizin 2011, Berlin 2011, ISBN-10: 3941468596, ISBN-13: 978-3941468597

Willkommen zum zweiten „Jahrbuch Qualitätsmedizin“! Das erste Jahrbuch wurde hier im hmanage Newsletter 434 vom 13.12.2010 besprochen. Das erspart manche Erläuterung. Genau gesagt müsste der Titel um die Kürzel „QMR“ und / oder IQM erweitert werden. Denn in den Jahrbüchern wird keineswegs „die Qualitätsmedizin“ in toto abgehandelt, sondern ein – nachweislich funktionierender – Ansatz, die Qualität der stationären Krankenbehandlung durch Einfangen von Ausreißern auf ein angestrebtes Qualitätsniveau mit einem Vorgehen zu heben, das mittlerweile auch „zum offiziellen Verfahren in Österreich und der Schweiz“ wurde (S. X). „IQM“ findet sich immerhin auf dem Titelbild.

Bei IQM werden mit der IT-gestützten Auswertung (relativ manipulationssicherer) Routinedaten der G-DRG-Abrechnung mit Hilfe der IQM-Indikatoren, die sich auf die German Inpatient Quality Indicators (G-IQI, Version 3.1) stützen, negative Ausreißer in einer größeren Zahl von Vergleichshäusern geortet und mittels Peer Review, einer – mittlerweile auch von der Bundesärztekammer geförderten – Methode der Klärung eines fehlerhaften / fehlerträchtigen Vorgehens gezielt durchleuchtet. (Was hier Peer Review heißt, wurde im Zuge der externen Qualitätssicherung gemäß § 137 SGB V als ähnliches Vorgehen „Strukturierter Dialog“ genannt vom BQS-Nachfolger AQUA/SQG beibehalten). Peer Reviews wurden nun auch außerhalb der Helios-Gruppe durchgeführt.

„Der Umfang der IQM-Qualitätsindikatoren… umfasst nunmehr 184 Einzelparameter mit 75 Kennzahlen, von denen 46 als Qualitätsziele definiert sind… mehr als 1/3 aller Krankenhausfälle“ (Vorwort S. IX). Man spricht in dem Buch immer wieder davon, eine „offene Fehlerkultur“ schaffen zu wollen – ein in Deutschland sicher nicht einfaches Unterfangen.

Das Jahrbuch Qualitätsmedizin 2011 gliedert sich (mit Beiträgen von: Margarita Amon, Ines Chop, Martina Egle, Axel Ekkernkamp, Fabiola Fuchs, Christian Günster, Angelika Jakolow-Standke, Elke Jeschke, Christina Kobylinski, Thomas Mansky, Jörg Martin, Martin Mohren, Ulrike Nimptsch, Oda Rink, Stephen Schröder, Ekkehard Schuler, Peter C. Scriba, Hans-Joachim Standke, Frank Templin, Josef Zacher und Daniel W. Zahnd) grob in diese (ggf. kurz kommentierten) Kapitel:

  • 1 IQM-Indikatoren Version 2.0
    (knappe, schlüssige Methodenbeschreibung)
  • 2. Ergebnisse 2010
    (Übersichtsmäßige Erläuterung)
    2.1 Herzerkrankungen
    2.2 Schlaganfall
    2.3 Geriatrische Frührehabilitation
    2.4 Lungenerkrankungen
    2.5 Operationen an Bauchorganen
    2.6 Gefäßoperationen
    2.7 Geburtshilfe und Frauenheilkunde
    2.8 Orthopädie und Unfallchirurgie
    2.9 Erkrankungen der Harnwege und männlichen Geschlechtsorgane
    2.10 Intensivmedizin
  • 3 IQM-Version 2.0 Adaption in der Schweiz: Die CH-IQI
  • 4 Erfahrungsbericht Einführung A-IQI Version 1.0
  • 5 Aktueller Stand und Ausbau des QSR-Verfahrens
    (Erweiterung um patientenbezogene Kassendaten)
  • 6 Nutzungsmöglichkeiten von Routinedaten für die einrichtungs- und sektorenübergreifende Qualitätsmessung und Versorgungsforschung (Diskussion durch den „Erfinder“)
  • 7 Erste Ergebnisse trägerübergreifender Reviews bei IQM-2010
    (Veränderungspotential, Leitung muss das Verfahren tragen!)
  • 8 Peer Review im Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendhal. Was hat sich 2010 aufgrund des Peer Review 2009 in der Klinik verändert? (Mühsamer Gewöhnungsprozess an mehr Transparenz)
  • 9 Peer Review – eine Fallstudie und eigene Erfahrungen
    (Reviewer finden mehr)
  • 10 Peer Review bei Schlaganfall in der Klinik am Eichert 2010
    (Reviewer finden mehr und bestätigen die Qualität)
  • 11 Was Peers noch lernen können. Von der Evaluation des IQM-Reviews zum Curriculum Ärztliches Peer Review der Bundesärztekammer (Diskussion)
  • 12 Der Wissenschaftliche Beirat
    (Kritische Reflexion der Vorsitzenden: „Wir müssen unsere Annahmen über die Wirksamkeit unseres Vorgehens objektivieren“… nicht nur freundliche Aufmerksamkeit“. Liste der Mitglieder)
  • 13 Möglichkeiten und Grenzen medizinischer Qualitätskennzahlensysteme
    Übersicht, keine kritische Auseinandersetzung)
  • Mitglieder der Initiative Qualitätsmedizin
  • Ansprechpartner der Initiative Qualitätsmedizin

Insgesamt eine sehr gelungene Information über die Methode und deren Entwicklungsstand. Für QM-Interessierte – zusammen mit Band 1 (und dessen ausführlicher Besprechung) – eine Pflichtlektüre. (+++)

 

Kaplan, Robert S., Porter, Michael E., How to Solve The Cost Crisis In Health Care, Harvard Business Review (HBR) September 2011, Reprint R1109B[1].

„What is not measured cannot be managed or improved. Since providers misunderstand their costs, they are unable to link costs to process improvements or outcomes, preventing them from making systemic and sustainable cost reductions“.

Was hier der Besprechung des Textes aus der Harvard Business Review als Leitzitat vorangestellt wird, charakterisiert auch aufs Trefflichste die Situation in Deutschland: Dank der Fehlinterpretation von Kosteninformationen kommt hierzulande offensichtlich kaum jemand auf die Idee wertsteigernder Prozess- und Systemverbesserungen[2].

Stattdessen pflegt man – auf dem Wege der kaskadenförmigen Kosten-Schlüsselung (mittels InEK-Kalkulation der G-DRGs als Vollkosten-Durchschnittswerte für völlig unterschiedlich ablaufende Behandlungsprozesse für ein und dieselbe stationäre Behandlung) errechnete – „interne Budgets“ für Kostenstellen zu bewirtschaften: „Kostenstellenkameralistisch“. Dabei wird gern übersehen, dass diese angesichts des fehlenden Bezugs zur einzelnen Behandlung und deren Ergebnis für ein professionelles Prozessmanagement herzlich ungeeignet, weil eher irreführend sind: Weg vom „Hürdenlauf“ des Patienten durch die Fachabteilungen und hin zu einem standardisierten (und damit auch besser kalkulierbaren) arbeitsteiligen Prozess. Am besten in eigenen – auf die Behandlung bestimmter Krankheiten spezialisierten – Stationen („Integrated Practice Units – IPUs“[3]).

Über die Qualität; also über ein tatsächlich ergebnissicherndes, risikominimierendes Vorgehen und daraus resultierender Ergebnisse weiß man herzlich wenig. Fall für Fall messbar, aggregierbar und damit aussagefähig vergleichbar sind die nur im Ausnahmefall. In Deutschland noch weniger als in den USA. Trotz aller vermeintlichen Qualitätssicherung, Zertifikate und Qualitätsberichte. Sektorenübergreifend – wenn es denn schon solche Sektoren gibt – überhaupt nicht („the entire life cycle of care for the patient’s medical condition“).

Die Konsequenz diesseits wie jenseits des Atlantik:

„To put it bluntly, there is an almost complete lack of understanding of how much it costs to deliver patient care, much less how those costs compare with the outcomes achieved. Instead of focusing on the costs of treating individual patients with specific medical conditions over their full cycle of care, providers aggregate and analyze costs at the specialty or service department level“[4].

Mit dem heutigen Kostenmanagement – so die Autoren – bleibe eine bessere Krankenbehandlung unbelohnt: Wer schon gut arbeite, habe keinerlei Anreiz, noch besser zu werden. Wer vermeidbare Kostenelemente (z.B. mittels eines Eliminierens überflüssiger Behandlungsschritte oder einer gezielten Prävention nosokomialer Infektionen) eliminiert und damit zugleich die Qualität steigert, wird dafür heute mit einer schlechteren Bezahlung bestraft. (Insofern ist das Streben mancher Krankenhausmanager nach einem möglichst hohen CMI äußerst kritisch zu betrachten):

Das suchen die Autoren im Rahmen eines aktuellen Pilotprojekts zu ändern. Und das auch noch mittels eines Vergleichs USA – Europa, der auch eine Klinikgruppe in Deutschland einschließt.

Hier die (von uns sinngemäß übersetzte, ggf. kurz kommentierte) Gliederung:

  • Den Mehrwert (Value) der Krankenbehandlung verstehen
    [„Value in health care is measured in terms of the patent outcomes achieved per dollar expended… To properly manage value, both outcomes and cost must be measured at the patient level. Measured outcomes and cost must encompass the entire circle of care for the patient’s particular medical condition“.
    Das Messen von Behandlungsergebnissen erfreue sich – so die Autoren – in den USA zunehmender Aufmerksamkeit. Über die Kosten darauf zielender standardisierter Prozesse wisse man aber nichts. Hierzulande steckt auch Ersteres noch in den Kinderschuhen. Also können sich Kalkulationen noch gar nicht darauf beziehen. An eine Standardisierung der arbeitsteiligen Prozesse der Krankenbehandlung ist hier – alles in allem – nicht einmal zu denken. Stattdessen versucht  man sich an einer „Sektorenübergreifenden Qualitätssicherung“, deren erste Umsetzung erst in ein paar Jahren einsatzfähig sein soll.
    Die maßgeblichen Kosten ergeben sich aus den während des gesamten Behandlungsablaufs („a patient’s full cycle of care for a specific medical condition, including the treatment of associated complications and common comorbidities“) anteilig eingesetzten Ressourcen (klinisches und administratives Personal, Medikamente und andere Verbrauchsmaterialien, Werkzeuge, Räume, Geräte und Einrichtungen).
    Eine Wertsteigerung tritt ein, wenn es bei gleichbleibender Qualität gelingt, die (solchermaßen ermittelten) Kosten zu senken. Oder bei unveränderten Kosten die Qualität zu steigern. Das bedarf eines Systems, das eine verursachungsgerechte Kostenermittlung mit einer Messung der Behandlungsergebnisse verbindet.
    Zur Beschreibung und Messung des Mehrwerts der Krankenbehandlung sei auch auf Porters jüngsten Aufsatz im NEJM verwiesen: “What Is Value in Health Care?[5]”].
  • Die Herausforderung, patientenbezogene Fallkosten zu ermitteln
    [Die Fallkostenermittlung ist angesichts der heutzutage noch äußerst fragmentierten Medizin alles Andere als einfach. Sowohl was die Art der Behandlung ein und derselben Krankheit angeht, als auch deren höchst unterschiedliche Organisation. Auch wo eine solche in der Sache ohne weiteres möglich wäre, steckt die Standardisierung noch in den Kinderschuhen. Man spricht nicht umsonst noch häufig von „ärztlicher Kunst“.
    Also steht am Beginn eine Festlegung auf die bestmögliche Schrittfolge der Behandlung einer bestimmten Krankheit und der Dauer ihrer Einzelschritte. Dann lassen sich aus zwei Parametern relativ einfach die Kosten eines jeden Prozesses entlang der Behandlungskette ermitteln:
    a) aus den Kosten der genutzten Ressourcen
    b) aus der Dauer, die der Patient diese Ressource nutzt.
    Die Autoren nennen diese verbesserte Form des Activity-based Costing (amerikanische Version der Prozesskostenrechnung) nach einer früheren Veröffentlichung Kaplans in HBR 2004 „Time-driven Activity-based Costing“ (TDABC). Das wird anhand eines Fallbeispiels durchgespielt.]
  • Patientenbezogene Fallkosten: Ein einfaches Fallbeispiel
    [Rechenbeispiel]
  • Der Prozess der Kostenermittlung
    1-- Die Krankheit auswählen
    2-- Deren Behandlungskette definieren
    3-- Prozessdarstellung jedes Behandlungsschritts
    [einschließlich aller Supportprozesse bzw. der damit bereitgestellten Ressourcen]
    4-- Zeitschätzung je Prozess
    [Standardzeiten für kurze Prozesse, Zeitmessungen für längere, schwer vorhersehbare Prozesse; so lassen sich auch die Auswirkungen von Prozessabweichungen auf die Kosten ermitteln]
    5-- Kostenschätzung einzusetzender Ressourcen
    6-- Kapazitätsschätzung je Ressource, Kalkulation des Kapazitätskostensatzes je Ressource
    7-- Die Gesamtkosten der Behandlung ermitteln
  • Gelegenheiten zur Steigerung des Mehrwerts
    -- Unnötige Prozessabweichungen, nicht wertschöpfende Prozesselemente eliminieren
    -- Ressourcennutzung verbessern
    -- Prozess am richtigen Ort ablaufen lassen
    -- Klinische Fertigkeiten an Prozess anpassen
    -- Durchlaufzeit (Cycle Time) verkürzen
    -- Gesamten Behandlungsprozess optimieren
  • Den finanziellen Nutzen (tatsächlich) realisieren
  • Eine neue (wertsteigernde) Art der Bezahlung erfinden

Das Fazit: Diesen Artikel sollte niemand versäumen, der sich wirklich ernsthaft darum bemüht, im eigenen Verantwortungsbereich eine Krankenbehandlung hoher Qualität bezahlbar zu halten: Auf der Leistungserbringer-Ebene gibt es hier einen aussichtsreichen Weg zum Ziel! (+++)


[1] Für wenig Geld aus dem Internet herunterladbar.

[2] Wie sie aufmerksamen Lesern des hmanage Newsletters und / oder Besuchern meiner Website www.hmanage.net nicht ganz unbekannt sein sollte; und dies schon seit einer ganzen Reihe von Jahren. Zur kontinuierlichen Wertsteigerung des „Produkts“, also des Verhältnisses aus Ergebnisqualität und Gestehungskosten: Value = {Medical Outcomes + Service Outcomes} / Cost Outcomes.

[3] Vgl. dazu z.B. die Buchbesprechung von “Porter, Michael E., Olmsted Teisberg, Elizabeth, Redefining Healthcare, Creating Value-Based Competition on Results”, hmanage Newsletter 250 vom 11.07.2006.

[4] Vgl. dazu z.B. die Buchbesprechung von “Kaplan, Robert S., Cooper, Robin, Cost & Effect, Using Integrated Cost Systems to Drive Profitability and Performance” im hmanage-Newsletter 116 vom 16.09.2003.

[5] In „The New England Journal of Medicine (NEJM)“ 2010. Inklusive zweier aufschlussreicher Ergänzungstexte Porters und einer Menge kontroverser Wortmeldungen dazu, die sehr an eigene Diskussionen zum Thema in Deutschland erinnern. Kostenlos herunterladbar.

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Einschätzung fürs Arbeiten im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Nur gelegentlich finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Bewertung:
(+++) = Sehr gut
(++) = Gut
(+) = Lesenswert
(0) = Neutral
(-) = Nicht empfehlenswert.

Alle entsprechend gekennzeichneten Titel können Sie durch Anklicken von AMAZON aus der Buchbesprechung heraus bestelle

 

 

 

 


10. Links

Deutschsprachige Links

 

2011: Gesundheitskosten nehmen OECD-weit zu.

Z-Bax. der aktuelle DRG-Preisindikator des WIdO

Gute Praxis. Auditverfahren im CLINOTEL-Krankenhausverbund

AQUA / SGQ Bericht zum Strukturierten Dialog 2010

(Deutsches Ärzteblatt) Patientensicherheit: Ich sehe was, was du nicht schreibst

(Ärztezeitung) Patientensicherheit muss Chefsache sein

(medinfoweb) Sepsis wird zum großem Problem

(ZI) Versorgungsatlas

(Deutsches Ärzteblatt) Vom Arztdasein in Amerika

Speziell Ressourcenreicher Weg einer Patientin

(HR online) Pflegekraft schildert Hygiene-Skandal

(Deutsches Ärzteblatt) Das elektronische Krankenhaus

(Forum Patientensicherheit) Wollen Sie mehr über High 5s erfahren?

„Infektionsschutzgesetzt: Kliniken mangelt es an technischer Voraussetzung“. Wohlgemerkt im Jahre 2011!

Systematische Bewertung von Selbstzahlerleistungen“ IGeL auf dem HTA-Prüfstand

Vier von fünf Rücken-Operationen überflüssig

Häufige Revisionen nach Metall-auf-Metall-Endoprothesen

(Deutsches Ärzteblatt) Wenig Begeisterung nach zehn Jahren DMP

Mut zu Transparenz und Qualitätswettbewerb. Impulse für mehr Qualität in der Medizin.

JAHRESBERICHT 2009 DES DEUTSCHEN HERZSCHRITTMACHER-REGISTERS

Bundesärztekammer: Curriculum Peer Reviews

Quinth Qualitätsindikatorenthesaurus des GKV-Spitzenverbandes

Heiße Luft: „Kliniken verbessern erneut ihre Qualität in der Patientenversorgung

KPMG Gesundheitsbarometer HEALTH CARE

Bain-Studie zum Gesundheitsmarkt 2020

(Wulf-Dietrich Leber) Was erwartet der GKV-Spitzenverband von der sektorübergreifenden Qualitätssicherung?

DIMDI: Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL): Was nutzt den Patienten?

Informationstechnologie in der Medizin: Der virtuelle Patient

Randomisierte kontrollierte Studien – unverzichtbar in der klinischen Forschung

(SpiegelOnline) Unnötige Rückenoperationen. "Die Medizin verführt die Patienten"

Dazu Video: http://www.spiegel.tv/#/filme/ruecken-staerken-titel/

 

Englischsprachige Links

 

(NYT) THE RECKONING. AMERICA AND THE WORLD A DECADE AFTER 9/11

An MRI for back pain may only confuse the diagnosis

The empowered patient is a relief for physician practice

Doctor, do you have enough money?

Holistic medicine needs to be rescued by physicians

http://www.qualityindicators.ahrq.gov/

Why doctors and patients have turned against each other

(AARP’s Policy Institute, Commonwealth Fund, SCAN Foundation) Raising Expectations. A State Scorecard on Long-Term Services and Supports for Older Adults, People with Physical Disabilities, and Family Caregivers

(Fierce Health)  Patient scores predict survival rates

Unintended consequences of standardizing physician practice

(H&HN) Robot Doctors. Machine intelligence is replacing human intelligence, but that's no reason for despair.

(KevinMD) The problem with early detection of disease in medicine

(Fierce Health) Hospitals fined $650k for patient safety violations in California

(KevinMD) Don’t always blame anesthesia for problems in the OR

(KevinMD) Private rooms in the ICU can reduce length of stay

Patient Quality, Care Coordination Programs Surface In California

Mayo: Social media useful to recruit patients for clinical research

So Much Denial, So Little We Can Do About It. When Americans refuse to take any responsibility for their own health, our options are limited.

Achieving a 90 minute door-to-balloon time in STEMI patients

The Primary Care Problem. The surge may be coming. Are you prepared?

HHS Finds More Than 30,000 Health Record Breaches

Hospital rankings, mortality rates based on chance, study says

Don't count on financial incentives to improve care quality

Scripps, Advocate, Mountain States Test Pioneer ACO Waters

Accountable Care Organizations (ACOs), Explained

IHI: Saving lives by studying deaths: Using standardized mortality reviews to improve inpatient safety

(anmeldepflichtig; kostenlos)

Stanford Hospital ER Data Posted On Public Website, Now Removed

(H&HN) A Bleak Future for Nursing?

Low-cost infection control changes to save $12M yearly

Researchers Investigate Impact Of Physician Financial Incentives

Hospital workers rewarded for reporting errors before they happen

Native beauty. Blending traditional culture with modern technology

Mandated Update Expands Diagnostic Codes Used By Health Care Providers

Hospital group fined $3.8M for alleged Medicare, Medicaid fraud

(Modern Healthcare) Percentage of uninsured held steady in 2010, Census Bureau says

(CNN) Number of people without health insurance climbs

U.S. proposes direct patient access to lab tests

Joint Commission names 405 top-performing hospitals

Big, teaching hospitals missing from Joint Commission top-performers list

List Of Top-Performing Hospitals Includes Small And Rural Hospitals

(AHRQ) Eliminating CLABSI: A National Patient Safety Imperative. Second Progress Report on the National On the CUSP: Stop BSI Project

Dazu: Central venous catheter

HHS: Doctor malpractice, disciplinary data no longer public

The Collection. First, Do No Harm. Virtual MentorAmerican Medical Association Journal of Ethics

University of Michigan Health System Patient Safety Toolkit

4 top reasons for hospital layoffs

New Report Finds Improvements In Hospital Performance

AHA report: Not all readmissions avoidable, 'ill-suited' quality indicator

Basic central-line infection prevention saves $104M, Johns Hopkins says

(Trustee) Planning Under Pressure. Delivery system transformation accelerates hospitals' goal-setting processes.

Patients want better informed consent, doc communication

(BMJ) Patient-centred communication: a sophisticated procedure

(HPOE) Null Toleranz für im Krankenhaus erworbene mit Pneumonien - Projektbericht: Zero Tolerance The VAP Prevention Initiative

Hospital-wide commitment is secret to patient experience success

How care coordination, IT slashes emergency department visits

Wachter’s World

Physician Leader: Medical Resident Training Should Focus On Cost-Conscious Care

Poll Finds Health Industry 'Not Adquately Prepared' To Protect Patients' Digital Records

(Medscape) Schwesternhauben im Zeitablauf

5 tips to avoiding the never event

Prompting Physicians to Address a Daily Checklist and Process of Care and Clinical Outcomes: A Single-Site Study

Recent and upcoming improvements of the AHRQ Quality Indicators and first experience with Present on Admission (PoA)

(Jon Nicholl) Risk adjustment: Never enough or too much

Hospitals Fall Short In Efforts To Curb Readmissions

iTunes Envy Spurs Hospitals to Revamp Patient Portals

(Wachter) Patient Safety in the US and UK, Part II: Top-Down vs. Bottom-Up

Fighting Tradition — Physical Therapy. Hospitals are bucking conventional wisdom that acute patients are too ill for PT, and integrating it into care earlier and more thoroughly

Preventing a Hospital-Wide Never Event

Can Controlling Health Care Costs Create Jobs?

Program encourages reporting accidents waiting to happen: the Good Catch Awards

Borrow best practices for hospital readmission reduction programs

ECRI: Central-Line-Associated Bloodstream Infections

AHRQ: Your health depends on good communication

HIMMS: Meaningful Use OneSource

Does Wellness Matter? Employers large and small continue to jump on the wellness bandwagon, but maybe not for the reasons you expect.

Urgent Matters Program Toolkit. Proven Solutions to ED Crowding

Best Practices: Building Capacity Through Leadership and Accountability

Hospital accused of patient dumping, educates ER staff

(NYT) Remedy Is Elusive as Metallic Hips Fail at a Fast Rate

Proposed database could boost comparative effectiveness research

Research institute promotes records use in clinical studies

Hospitals with higher nursing standards safer for patients

The Two-Way Street of Patient Engagement in Health IT