Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

“Be a yardstick of quality. Some people aren't used to an environment where excellence is expected”
(Steve Jobs)
Quelle: ASQ


01. Editorial: "Qualität kennt keine Grenzen - Transparenz und Verbesserung": Wie steht es heute um das eigene Bemühen um Qualität in der Krankenbehandlung?

„Die Stadt Göttingen, berühmt durch ihre Würste und Universität…“ (Heinrich Heine, Die Harzreise, 1824); heute vor allem durch SQG/AQUA, der (nach BQS zweiten, nunmehr sektorenübergreifenden) Zentrale des integrierten Qualitätswesens der Krankenbehandlung für Deutschlands Patientinnen und Patienten. Von dort können wir diesmal nicht berichten, weil das Tagungsprogramm für den 18. Mai 2011 keinen erkennbaren Grund erkennen ließ, eigens dorthin zu reisen. Die nachlesbaren Vorträge bestätigen: Die Entscheidung war richtig! Doch hier soll es gar nicht um SQG/AQUA gehen. Oder gar um diese Veranstaltung.

Hier ist vielmehr wieder einmal daran zu erinnern, wofür das – in Deutschlands Gesundheitswesen ohnehin höchst zögerlich gestartete – Qualitätswesen gedacht ist: Um den Patienten, wenn denn eine Behandlung unausweichlich ist - gute Behandlungsergebnisse zu sichern. Und auf dem Wege dorthin nichts Nötiges zu unterlassen und zugleich jegliche Verschwendung zu vermeiden. Ist, was hierzulande heute geschieht, in diesem Sinne wirklich zielführend?

Die "externe Qualitätssicherung" (QS).

Zu dem, was hierzulande so heißt, sind also früher BQS, heute SQG/AQUA von den Krankenhäusern für (nach welchen Kriterien auch immer ausgewählten) Krankheiten und Behandlungen bestimmte vogegebene Daten zur vergleichenden Auswertung aufzuliefern: Zur Indikation, zu Prozesselementen und zu Ergebnisaspekten. Anonymisiert, sodass niemand weiß, welches Krankenhaus denn nun wie gut ist. Die Ergebnisse werden von SQG/AQUA nach akribischer Auswertung vergleichend nebeneinandergestellt. "Ausreißer" werden dazu gebracht, sich ergebnismäßig zurück in den Geleitzug zu begeben. Das alles kennen wir schon von BQS. SQG/AQUA macht nun alles viel besser. Viel langsamer. Und vermutlich auch viel teurer. (Dazu äußert man sich bemerkenswerterweise nicht öffentlich). Und entfernt das Land damit weiter den je von einer - eigentlich anzustrebenden - flächendeckenden, Ross und Reiter nennenden Qualitätstransparenz. So werden heute mit den G-DRGs für Krankenhausbehandlungen "Festpreise" bezahlt, ohne zu wissen, wofür, d.h. für welche Ergebnisqualität denn genau. Und keiner findet das eigenartig.

Deutschland setzt weiter auf "gefühlte Qualität".

Meldepflichten zum Nachweis gewisser Mindesterfordernisse sind zweifellos nötig. Freiwillig würde niemand etwas nach außen melden, was zusätzliche Arbeit macht und dazu möglicherweise auch noch erkennen lässt, dass man nicht ganz so gut arbeitet, wie man immer vorgibt. Wohlgemerkt zum Festpreis. Dabei ist nicht einmal genau bekannt (und festgelegt), wo sich der Anfangs- und der Endpunkt einer solchermaßen bezahlten, tatsächlich notwendigen Behandlung befinden. Solche Aspekte gehörten zu einer wirklichen Qualitätssicherung der Krankenhäuser aus eigenem Antrieb, die ihren Namen verdient! Und natürlich ein krankheitsarten- bzw. behandlungsbezogenes Aufzeichnen, Aggregieren und (vergleichendes) Auswerten von (Zwischen-)Ergebnissen für das gesamte Behandlungsspektrum. Danach wird hierzulande nicht einmal gerufen. Deutschland setzt in der Krankenbehandlung weiter auf "gefühlte Qualität". Und behauptet zugleich, eine "Spitzenqualität" zu sichern.

Wer etwas melden muss, macht nichts zusätzlich. Wozu auch?

Meldepflichten haben immer den Nachteil, dass alle Welt nur tut, was nun einmal vorgeschrieben ist. Nichts sonst. SQG/AQUA bietet nicht nur keine Transparenz, sondern nur eine Spur davon. Und tut so, als ob "die Qualität" in toto hoch sei. Damit verhindert SQG/AQUA auch, dass sich irgendjemand um eine weitergehende Transparenz bemüht. Dass leistungserbringerseitig nicht alle Welt darauf scharf ist, ausdrücklich auf diesen Umstand hinzuweisen, ist menschlich. Auch auf dem AQUA-Kongress. Das muss man wissen, wenn man die Funktionäre über die – ach so große – Transparenz schwadronieren hört! Leider noch etwas stark verspätet. Doch daran würde selbstverständlich gearbeitet.

Immer noch eher "ungefährliche" Indikatoren.

Wenn die Inhalte von Meldepflichten zum Nachweis von Mindesterfordernissen auch noch von entgegengesetzten Interessen (wie beim G-BA) geprägt sind, wobei das wohlverstandene Patienteninteresse nicht gefragt ist, und - wie auch immer ernannte -  „Patientenvertreter“ dabei bis heute nicht einmal mitstimmen dürfen, ist klar, was dabei bestenfalls herauskommen kann: (Faule) Kompromisse! So wird von Interessengruppen schon „sichergestellt“, dass selbst im verbleibenden winzigen Ausschnitt des Gesamtgeschehens nur eine eher gebremste Transparenz Platz greift. Der Patient, der dumme Lackel, merkt ja eh nichts! Und zahlt blind seinen Pflichtbeitrag weiter. (Und wechselt höchstens bei neuen Zusatzbeiträgen erzürnt die Krankenkasse, bis es nur noch eine Einheitskasse gibt). Mit einer - von homöopathischen Dosen erweiterter Klarheit abgesehen - von BQS zu SQG/AQUA eher noch abnehmenden Transparenz. (Dazu sollte man sich wirklich einmal die oben verlinkten Kongressbeiträge zu Gemüte führen).

(Entscheidungs-)Informationen für den Patienten? Wohl kaum! 

Unterstellt man einmal, dass es sich bei den hier angesprochenen Qualitsbemühungen wirklich vor allem darum geht, den Patienten mit für ihn aussagefähigen (Entscheidungs-)Informationen zu einer anstehenden Behandlung zu versorgen, müsste erst einmal klargestellt werden, was es mit welcher Zuverlässigkeit genau zu melden gilt. Das scheint bislang unterblieben zu sein. Stattdessen haben andere diese Entscheidung paternalistisch getroffen. Ob der Patient damit etwas anfangen kann, scheint den Erfindern und den Verfechtern des famosen Verfahrens reichlich egal zu sein: "Der Patient interessiert sich doch nur für das Essen" (ein deutscher Chefarzt). Dass in der oben zitierten Veranstaltung auch ein Vortrag gehalten wird, dier die - allgemeine - Notwendigkeit der Patientenbefragung betont, ist für sich schon aufschlussreich genug. Das Ignorieren des (bis heute weithin unbekannten) Patienteninteresses beginnt schon bei der Datenqualität.

Weithin unklare Datenqualität. Aussagefähigkeit noch unklarer. 

"Garbage in, garbage out": Was schon ganz frühe Datenverarbeiter wußten, scheint - aus welchen Gründen auch immer - heute in Vergessenheit geraten zu sein. Solange die Eingangsdaten nicht stimmen, taugen die Ausgangsdaten nichts. Also müsste man sich bei der QS erst einmal darüber klar werden, welche Fragestellung es eigentlich genau zu bearbeiten gilt. Wenn das halbwegs klar ist, führen auch Meldepflichten nur dann zu einer hinreichend genauen Abbildung punktueller Realität, wenn die gemeldeten Daten nicht (z.B. durch Weglassen) geschönt werden. Und wenn es bei Zuwiderhandeln hinreichend schmerzliche Sanktionen gibt. Beides ist bei der deutschen Variante des Qualitätswesens im Gesundheitsbereich nicht der Fall: Patientendaten werden nicht als Hard Copy der Krankenakte erhoben, sondern mit einer zeitverzögerten Übertragung auf eigene elektronische Erhebungsdokumente.  Mogeleien fallen nur im extremen Ausnahmefall auf.

"Die lineare Extralpolation des Punktes in den Raum". 

Dafür wird alles daran gesetzt, aus den nun einmal vorhandenen Daten keine Fehlschlüsse zu Lasten der für die Leistungserbringung Verantwortlichen zuzulassen: Von statistischen Glättungen bis hin zur akribischen Risikoadjustierung. Wenn dazu am Ende Mittelwerte und Bandbreiten publiziert werden, werden auch die produzierten Informationssplitter aussagelos. Zur Sicherheit gleichwohl anonymisiert. Mit Ausnahmen für die (weithin aussagelosen, Krankenhäusern zur turnusmäßigen Veröffentlchung gleichwohl verbindlich vorgeschriebenen) "Qualitätsberichte" nur dort, wo niemand schlecht dasteht. Wohlgemerkt bei vergangenheitsbezogenen Daten, deren Aufbereitung mindestens 1 Jahr (und in den "Qualitätsberichten" 2 Jahre) zurück liegt. Wie wäre es mit einer datenbankgestützten, (nur) patientenbezogen pseudonymisierten Veröffentlichung aller Behandlungsdaten zu Verlauf und Ergebnis zum Zwecke eigener Auswertung für alle, die sich dafür interessieren. Mit oder auch ohne sachkundige Unterstützung? Heute wird der geschätzten Öffentlichkeit nur etwas vorgegaukelt, was so nicht belagt ist: "Die Qualität" der Krankenbehandlung!

Quality Assurance (QA) vs. Quality Improvement (QI).

Die "externe Qualitätssicherung" (Quality Assurance QA) entspricht dem internationalen Stand in der Krankenbehandlung vor mehr als 20 Jahren. Fast ebenso lange wird andernorts an der systematischen Qualitätsverbesserung (Quality Improvement QI) gearbeitet. Hier nicht. (Nur KTQ behauptet es; leider bislang ohne jeden Nachweis; doch hierzulande ist man ja gläubig). Eine gute Qualitätssicherung erfolgt aus eigenem Antrieb. Das ist hier so nicht der Fall. Sie sichert nachvollziehbar die Konformität mit anerkannten Mindesterfordernissen bzw. besser -ergebnissen. Die sind hier kaum nachvollziehbar: "Experten glauben es".

Mängelbeseitigung als Verbesserung verkauft.  

„Verbesserungen“ bestehen in dem - von AQUA nahezu ohne Änderung als sektorale „externe Qualitätssicherung“ von BQS übernommen - Ansatz darin, dass negative Ausreißer eingefangen werden. Das heißt dann in der Öffentlichkeit so: "Die Qualität (wohlgemerkt die Qualität der ganze Krankenversorgung) ist schon wieder weiter gestiegen".  Ohne rot zu werden. Das Gros der Krankenhausbeschäftigten ahnt vermutlich nicht einmal davon, dass es so etwas im eigenen Hause gibt: Neben einer - wie auch immer gearteten - Meldepflicht von gewissen Daten auch noch ein Nachbessern von Vorgehnsweisen, die außerhalb der vom Verfahren vorgegebenen Grenzwerte liegen. Wen wundert es, wenn sich die Qualitätsbemühungen der dazu "Verdonnerten" auf die (lustlose) Pflichterfüllung beschränken! Und auf die stolze Veröffentlichung jener wenigen Daten, be denen man glaubt, vergleichsweise gut dazustehen: "Unsere hohe Qualität wurde wieder einmal bestätigt!"

20 Jahre weitgehend vertan - trotz oder wegen der heutigen QS?

Seit dem Start der bundesweiten „externen Qualitätssicherung“ sind nun schon 20 Jahre (!) ins Land gegangen. 10 Jahre später folgte die „offiziöse“ KTQ. In beiden Fällen war die Patientenbeteiligung Null. Und das Patienteninteresse wurde einfach - branchenüblich - bevormundend unterstellt. Damit - und mit der Bereitstellung von ein paar Stellen für QM - scheint das Gros der Krankenhausverantwortlichen zu glauben, in Sachen Qualität schon heute mehr als seine Pflicht zu tun.

Eine Initiative, die Qualität, gar das Nutzen-Kosten-Verhältnis im eigenen Krankenhaus / Verantwortungsbereich a) erst einmal flächendeckend transparent zu machen und dann b) systematisch weiter zu steigern, ist in all den Jahren hierzulande nicht zu beobachten. Es sei denn, sie erfolgte - kaum anzunehmen - heimlich. Dass in Sachen Qualität irgendwo ganze Krankenhausmannschaften am Werke seine, ist nicht bekannt. Ausnahmen ausgenommen.

Lobenswert ist dabei zweifellos die IQM-Initiative. Doch auch deren Repräsentanten erwecken leider eher den Anschein, alles zu tun, wo tatsächlich nur ein wenig mehr als beim Mainstream abgedeckt wird. Aufbruchstimmung zu einem höheren Mehrwert für den Patienten hat das - soweit bekannt - noch in keinem einzigen deutschen Krankenhaus erzeugt.

Eine bundesweite Kampagne zur allmählichen Steigerung der Transparenz des Behandlungsgeschehens (und einer sich daraus zwangsläufig ergebenden Vereinheitlichung) sowie immer weiteren Verbesserungen gibt es in Deutschland bis heute nicht. In der gesamten Gesundheitsreform-Dikussion kommt die Qualität - sei es als Steigerung der Transparenz, der Outcomes oder der die ökonomische Seite einbeziehenden Wertschöpfung - praktisch nicht vor. Die - scheint man zu glauben - sei ohnehin gegeben. Und "die Zitrone ausgequetscht". dabei hat man hier bisher nicht einmal an der Oberfläche gekratzt!

Die Qualität lässt sich weiter steigern. Und die Wirtschaftlichkeit auch.

Eine Verbindung zur Bezahlbarkeit wie bei der US-Kampagne „Striving for Top Box: Hospitals Increasing Quality and Efficiency“ existiert hierzulande praktisch nicht. Der Patient steht ja schließlich auch so „im Mittelpunkt“! Und da soll er wohl auch stehenbleiben. Nicht zufällig gibt es hierzulande kein Krankenhaus, das in mittlerweile 20 Jahren auch nur in die Nähe eines ernstzunehmenden Qualitätspreises wie (in Europa) des EFQM Excellence Award geraten wäre. In den USA haben seit 2002 schon 11 Krankenhäuser den (schwierigeren) Baldridge Award erworben! Absicht oder bloße Ignoranz? Der Effekt ist leider der Gleiche! Es bleibt noch unendlich viel zu tun. Wenn man denn die Qualität wirklich so ernstnimmt, wie man immer behauptet.

Das muss man allerdings erst einmal wollen!


02. (KHN) Viel mehr Krankenhausfehler als gemeldet

Study: Hospital Adverse-Event Figures Exceed Previous Estimates

The research, which was published in the journal Health Affairs, used new tools to find that as many as one in three people in the U.S. will experience some type of mistake during a hospital stay. Also, the findings estimate the number of actual hospital errors to be as much as 10 times higher than found by voluntary reporting programs…

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03. (Commonwealth Fund) Ungeplante Wiederaufnahme: Was kann man von den Besten lernen?

Reducing Hospital Readmissions: Lessons from Top-Performing Hospitals

Significant variability in 30-day readmission rates across U.S. hospitals suggests that some are more successful than others at providing safe, high-quality inpa­tient care and promoting smooth transitions to follow-up care. This report offers a synthesis of findings from four case studies of hospitals with exceptionally low readmission rates…”

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04. (Health Affairs) Schottland: Messbare Erfolge in Sachen Patientensicherheit

Scotland’s Successful National Approach To Improving Patient Safety In Acute Care

What does it take to transform the safety of health care across a nation, even a small one? The Scottish Patient Safety Programme, mandated by the government, began in January 2008 with the aim of reducing mortality in Scotland’s hospitals by 15 percent in five years…

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05. (ASQ) Qualtätsmethoden helfen, die Kosten bei höherer Qualität zu senken

Quality Quandaries: Lean Nursing

Health care is an important new area for quality engineering. This study provides an example of Lean Six Sigma in health care. The particular case study explores reducing the length of hospital stay for total hip replacement patients…

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(Herunterladen nach Registrierung)


06. (New York Times) MRSA in 153 Veterans Hospitals in den USA erfolgreich angegangen

Study Finds Drop in Deadly V.A. Hospital Infections…

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Siehe dazu auch:
(Deutsches Ärzteblatt) „MRSA-Prävention: Umstrittene Erfolge in US-Kliniken“

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Anmerkung:
Die Überschrift signalisiert etwas Anderes als der Text: Bewusste Irreführung? Wenn Verbesserungen sowieso „umstritten“ sind, kann man ja in aller Ruhe auf hohem Ross seinen Tiefschlaf fortsetzen!


07. (H&HN) Handlungsrahmen einer IT-Strategie

The Scope of an IT Strategy. Does your institution use IT as effectively as possible?

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08. (New England Journal of Medicine) In 10 Jahren kein Fortschritt in Sachen Patientensicherheit

Study Finds No Progress in Safety at Hospitals…

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09. Buchbesprechungen

1) Bernhart, Michelle S., Maher, Francis J., ISO 26000 in Practice: A User Guide, Milwaukee WI 2011, ISBN-10: 0873898125, ISBN-13: 978-0873898126, AMAZON

“Dies ist ein wichtiges Buch”. So steht es zumindest im ersten Satz des Vorworts von Dorothy P. Bowers, der Leiterin der Technical Advisory Group dieser – freiwilligen – internationalen Norm: „The organization can pursue its mission, but it must meet the expectations of civil society“. Auch das Krankenhaus. Selbst wenn sich das hierzulande noch nicht so recht herumgesprochen zu haben scheint. Davon sind viele Aufgabenfelder verbunden, u.a. Aufsicht und Leitung (Governance), Qualitätsmanagement, Risikomanagement (incl. „Patientensicherheit“), Umweltaspekte, Öffentlichkeitsarbeit etc.

Dieses Büchlein soll nicht die (teure) Norm DIN ISO 26000 zur sozialen Verantwortung (SR) ersetzen. Es soll auf einfache Weise dabei helfen, sie als eine Art „Gebrauchsanweisung“ freiwillig umzusetzen, z.B. auf dem Wege zu Excellence im Zusammenhang mit dem EFQM-Kriterium 8 oder zur inhaltlichen Ausfüllung der Regelwerke der DIN ISO 9001 bzw. DIN ISO 14001 und ihrer Zertifizierung.

Hier seine (sinngemäß übersetzte und in Klammern erläuterte) Gliederungsübersicht:

  • Vorsprüche
  • Kapitel 1 Einführung (und Schrittfolge einer Einführung als PDCA: Selbstbewertung, Teambildung, interne / externe Stakeholder adressieren, was für die Organisation wichtig ist, messbare Ziele und Planung der Verantwortlichkeiten, Implementieren und Start der Rückkopplung, Kommunizieren und berichten, Selbstbewertung wiederholen etc.)
  • Kapitel 2 Ein Fundament für soziale Verantwortung schaffen (Was will man damit erreichen? Wie soll sich die Organisation ändern? Wie kommt man dahin? Wie kann die Norm dabei helfen? Wie beginnen? Stufen zu einem Paradigmenwandel: a. Compliance, b. Risikomanagement, c. wertebasiertes Handeln, d. Effizienz, e. Nachhaltigkeit, verantwortliches Wachstum)
  • Kapitel 3 Implementieren von sozialer Verantwortung (Ausmaß, Bedeutung Due Diligence, Ist-Zustand, Veränderungen, Relevanz und Signifikanz bezüglich der internationalen Norm und nationaler rechtlicher Vorgaben, Aspekte der sozialen Verantwortung, Priorisierung, Ermitteln bestehender Lücken = Gap Analysis, Anpassung des bestehenden Managementsystems um Aspekte der ISO 36000, neue Methoden und Werkzeuge zur Implementierung einer Strategie in Sachen SR, Feedback)
  • Kapitel 4 Kommunizieren, Überwachen und Verbessern des Ansatzes der SR (Glaubwürdigkeit, Unterstützung des Engagements der Stakeholder, beste Vorgehensweisen, Einbau in den Kommunikationsplan, Verbesserung, Verbindung der Aspekte, Bezug zu GRI, AA1000APS, Kommunikation zur Einbeziehung der Stakeholder. Kernbotschaften entwickeln und intern bzw. extern kommunizieren, Berichterstattung, Erhöhung der Glaubwürdigkeit, Verbesserung überwachen)
  • Quellen
  • Autoren
  • Stichwortverzeichnis

Auf gerade einmal rund 130 Seiten wird hier überzeugend dargelegt, worum es bei der DIN ISO 26000 geht und was zu tun ist. Da auf die Norm selbst hier nur Bezug genommen wird, anschließend noch kurz eine Übersicht ihrer (englischsprachigen) Gliederung der ISO 26000:

  • Foreword
  • Introduction
  • 1 Scope
  • 2 Terms and definitions
  • 3 Understanding social responsibility
  • 4 Principles of social responsibility
    - General
    - Accountability
    - Transparency
    - ethical behavior
    - Respect for stakeholder interests
    - Respect for the rule of law
    - Respect for international norms of behaviour
    - Respect for human rights
  • 5 Recognizing social responsibility and engaging stakeholders
  • 6 Guidance on social responsibility subjects
    - General
    - Organizational governance
    - Human rights
    - Labour practices
    - The environment
    - Consumer issues
    -Community involvement and development
  • 7 Guidance on integrating social responsibility throughout an organization
  • Annex A
  • Annex B
  • Bibliography

Das Thema gewinnt auch im Gesundheitswesen an Bedeutung. Hier kann man nachlesen, wie man es normgerecht angeht. Praktisch und lesenswert! (++)

 

2) Paschen, Ulrich (Herausgeber), QM-Handbuch der Guten Hospital-Praxis GHP®, Das QM-System für das ganze Krankenhaus 2011, Hamburg 2011, ISBN-10: 3842349939, ISBN-13: 978-3842349933, AMAZON

Nun gibt es also in der 2. erweiterten Ausgabe eines 1995 erstmals vorgestellten „Good-Practice“-Regelwerks fürs Krankenhaus, das eine gute Hilfe dabei sein kann, bei der Arbeit an Regeln im und für das Krankenhaus die Übersicht zu behalten. Auch für Nicht-Fans der DIN ISO 9000 und ihrer Terminologie („Qualitätsmanagementsysteme“)! Deren – auch hier Anwendung findendes – Grundprinzip hat eine Menge für sich: Sich als Organisation erst Regeln geben. Und sich dann auch nachweislich daran halten. Wer sich das durch sachkundige unbeteiligte Dritte bestätigen lassen will, bemüht sich um ein Zertifikat nach DIN ISO 9001. Wer dies entbehrlich findet, kann aus dem Regelwerk großen Nutzen ziehen – auch wenn die Bundesärztekammer es lange Zeit für ungeeignet hielt, bis auch dort jemand feststellte, dass dem nicht ganz so ist. Heute findet die Norm bereits in allerlei Teilbereichen des Krankenhauses Anwendung.

Paschen beseitigt mit seinem – verdienstvollen – Werk einen vermeintlichen Mangel der Norm: Die der Allgemeinverbindlichkeit geschuldete Abstraktheit der Begriffe, mit denen etwas einfacher gestrickte Gemüter verständlicherweise nichts anzufangen vermögen. Hier die (mit Paschens Website zum Thema mit beispielhaften Einzelheiten verlinkte) Grobgliederung des Handbuchs:

Damit geht das Handbuch inhaltlich weit über das hinaus, was in der Website auch gratis nachzulesen wäre. Besonders nützlich erscheint die Verbindung zu anderen Normen. Damit ist es auch für jene ein unerlässlicher Text, die ihre Organisation nicht danach strukturieren wollen. Für Letztere sowieso. Das Buch sollte man unbedingt kennen! (+++)

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Einschätzung fürs Arbeiten im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Nur gelegentlich finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Bewertung:
(+++) = Sehr gut
(++) = Gut
(+) = Lesenswert
(0) = Neutral
(-) = Nicht empfehlenswert.

Alle entsprechend gekennzeichneten Titel können Sie durch Anklicken von AMAZON aus der Buchbesprechung heraus bestellen.


10. Links

Deutschsprachige Links

 

DKG-Krankenhausstatistik Foliensatz

MHH: „OP-Checklisten erhöhen Patientensicherheit“ (Leider ohne handfeste Fakten)

AQUA- Tagung "Qualität kennt keine Grenzen - Transparenz und Verbesserung"

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin: Nah an der Versorgungsrealität

Bis zu 30.000 Tote pro Jahr durch Krankenhausinfektionen

Die Welt – ökonomisch gesehen

Zivile Sicherheitsforschung: Üben für den Ernstfall

Berliner Modellprojekt zur Verblisterung: Zahl und Dauer der Krankenhausaufenthalte sinkt

Verordnungsfähigkeit homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel: BSG bestätigt Rechtsauffassung des G-BA

www.forum-gesundheitspolitik.de

AOK QISA

Avenir Suisse

Bundesärztekammer setzt bei Qualitätssicherung auf Peer-Reviews

Medizin-Management-Verband

Krankenhaushygiene: Jährlich 30 000 tödliche Infektionen

Kirchliche Krankenhäuser wollen Menschen mit Behinderungen besser betreuen

Hilfe zum Leben. Mit einem einheitlichen Verzeichnis aller Todesfälle in Deutschland könnten Mediziner Gesundheitsrisiken besser abschätzen.

Das aufgezwungene Leben. Wenn Todkranke sterben wollen, ist das ihr elementares Freiheitsrecht.

Orthopäden mahnen zur Zurückhaltung beim Gelenkersatz

Plagiate in der Wissenschaft: Weitgehend totgeschwiegen

Ignaz Philipp Semmelweis: Retter der Mütter

Falscher "Herr Schmidt" unterm Messer

SF «Arena»: Führen Fallpauschalen zu «blutigen Entlassungen?

CTBTO-Messstellen Cäsium 137

Was Patienten an Homöopathie schätzen

Hoppe hoppe Reiter, zahl`n wir nicht, dann schreit er

Patientenbefragungen als Element der Qualitätssicherung

Nischendasein - Der Hauptstadtkongress braucht mehr eHealth-Themen

Klinik- und Praxisskandale: Offenheit zählt

Wasem et al. Neuordnung der ambulanten Onkologie

(FAS) “Bundesärztejammer” – Lesenswert, auch wenn das Herunterladen extra bezahlt werden muss!

 

Englischsprachige Links

 

 

All National Academies Press PDF Books free to download

Global Reporting Initiative (GRI), G3 Guidelines (auch auf Deutsch)

AA1000 AccountAbility Principles Standard (AA1000APS)

Consumer Assessment of Healthcare Providers and Systems (CAHPS)

AHRQ Patient Safety Net

C2DS: CODE OF ETHICS FOR MANAGERS OF HEALTH CARE ESTABLISHMENTS Made by Le Comité pour le Développement Durable en Santé (France)

HealthCare.gov Take health care into your own hands

HCWH Healthcare Without Harm Green Purchasing

Delivering Results. New practices are dramatically reducing one of the most devastating medical problems: birth injuries and deaths

Managing Disgruntled Employees and Patients. Using ombudsmen can help solve workplace problems and avoid bad press

AHRQ Eliminating CLABSI: A National Patient Safety Imperative.

THeSRO*
(* social responsible organization)

SAVE LIVES: Clean Your Hands: WHO's global annual campaign (Darin z.B. "Hand Hygiene. Self-Assessment Framework 20102 Als Beispiel-Beleg dafür, was die Aktion Saubere Hände - HAND-KISS - trotz zitierter Vorlage NICHT tut)

http://www.aktion-sauberehaende.de/index.htm

Healthcare Staffing Shortage Poll: Rough Waters Ahead ASQ Experts Share Quality Concerns, Advice

Cut! Work With Me Here, People. Hospitals play a critical role in the lives of older Americans, and vice versa.

2011 ISMP Medication Safety Self Assessment for Hospitals

Development of a tool within the electronic medical record to facilitate medication reconciliation after hospital discharge

(AHA) THE WORK AHEAD: Activities and Costs to Develop an Accountable Care Organization (pdf)

HHS unveils interactive training tool to prevent HAIs

HHS: From Hospitals to Healthcare Coalitions - Transforming Health Preparedness and Response in Our Communities

Digital Holdouts: Is Your Doctor Still Using Paper? What's the tipping point for getting primary care docs to adopt electronic records?

The Mother of All Hospital Administrators. Not just a leader in nursing, Florence Nightingale designed and ran the first modern hospital

Avoiding Staff Burnout as Major Changes Hit Health Care (Video)

Snapshot: Global Electronic Medical Records Market

(AHRQ) webM&M May 2011

Perfecting Every Aspect of the Patient Experience (Video)

Patient Satisfaction. Satisfaction Surveys Start to Focus on the Whole Picture

Why Self-Employed Consultants Fail

(IHI) Flow

Physician Practices, E-Prescribing and Accessing Information to Improve Prescribing Decisions

Enabling Medication Management Through Health Information Technology (Health IT)

The Reform That's Already Happening: Arztpraxen auf dem Wege von der Cottage Industry zu strukturierten Abläufen

Hospitals rated for patient satisfaction

Significant Number of Medicare Patients Getting Too-Frequent Colonoscopies

Unit-based care teams and the frequency and quality of physician–nurse communications

'Use Only as Directed' Isn't Easy

Another tragic parenteral nutrition compounding error

'I never thought at my age I'd have to find a new doctor'. Does your hospital have a strategy for reaching different generations of patients?

Hospital Week: Quality Care Inside and Outside the Hospital. By Al Stubblefield and Joel Allison (Video)

Health Care Spending in the United States and Selected OECD Countries April 2011

Effective Surgical Safety Checklist Implementation

Hip-Replacement Patients' Readmissions Rise With Shorter Stays, Study Says

Progress and Pain: Stories from the International Forum

Form Follows Function: How to Build A Strong ACO

siehe dazu: The Affordable Care Act

CMS Administrator Dr. Donald Berwick: “We can have it all

JAMA: Factors Associated With Closures of Emergency Departments in the United States

Hawaii Hospitals Take a Chance on Value-Based Purchasing

Evaluating Popular Media and Internet-Based Hospital Quality Ratings for Cancer Surgery

Leading Hospital CEOs Bullish On Future, Integration Prospects

Health Care Certificate-of-Need Laws: Policy or Politics?

Canadian Patient Safety Institute. improvingcaresearchcentre.com

http://www.improvingcaresearchcentre.com/English/Pages/default.aspx

Hand Hygiene Measurement and Education. Compliance improvement can be successful, sustained, and cost effective.

Hospitals Overhaul ERs to Reduce Mistakes

Federal Initiatives to Drive Quality of Care: What Patient Safety Officers Need to Know

On Being Wrong (and Human)

RWJF Quality/Equality. Aligning Forces for Quality AF4Q

Your Medicine: Be Smart. Be Safe. (with wallet card)

CDC guidelines for infection control

Better Health Greater Cleveland

Detroit loves ... cars, the Red Wings and healthy living!

Community Health Alliance Humboldt County CA

Failure mode and effects analysis (FMEA)

Tornado severely damages MO hospital

Some Providers Fight For Chance At Federal Health IT Funding

Resistant. Why a century-old battle over vaccination continues to rage.

The Problem with Interconnectivity. Health care leaders need to address the top five network security threats facing their organizations

For Patients of Different Ages, the Medium Matters. Reaching four generations of health care consumers means paying close attention to the way they prefer to receive information.

CMS Announces Dollars Doled Out To Docs, Hospitals For Digital Records

IHI Open School

The "Top 5" Lists in Primary Care. Meeting the Responsibility of Professionalism

Doctors Inc.: As Physicians’ Jobs Change, So Do Their Politics

Truth Telling: Can Your Hospital Handle It?

Tuning In to Patients’ Cries for Help

Scans, Hospital Infections At Heart Of New Quality Issues