Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

“We want health care to be abundant, effective, easy and cheap; for too many of us, too much of the time, it is scarce, ineffective and maddeningly difficult. For all of us, it is far too expensive. Why? How did we get in this mess? How do we end up paying so much for health care and not getting what we want?”
(Joe Flower)

Quelle: The Problem with Free Market Health Care


01. Editorial Betr.: Qualitätssicherungskonferenz 2010. Ein Kommentar.

Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (auch als G-BA oder Gemba bezeichnet) am 29. November veranstaltete Konferenz versuchte offensichtlich, nahtlos fortzusetzen, was vor Jahren einmal als BQS-Ergebniskonferenz begann: Business as Usual. Doch es war Etliches anders. Zum einen hatten viel weniger Teilnehmer den Weg an den Westrand von Potsdam gefunden, wohin die Konferenz diesmal verlegt worden war. Zum anderen spielte die „Institution nach § 137a SGB V“ nur eine Nebenrolle. So konnte die Verzögerung durch den Wechsel von BQS zu AGUA überspielt werden.

Nur die schriftliche Selbstdarstellung war irreführend wie gewohnt: Qualitätsreport liefert profunde Daten zur Behandlungsqualität in Krankenhäusern“. Und „Der jährliche bundesweite Qualitätsreport zum Vergleich der Behandlungsqualität in deutschen Krankenhäusern entwickelt sich … zunehmend zum Gütesiegel auch für einzelne Krankenhäuser“ (Siebig). Korrekt müsste es heißen: Der Qualitätsreport liefert erneut – in etwas anderer Darstellung als bisher – einige wenige Daten!

Die Qualität ist auf diese Weise keineswegs „gesichert“. Auch die – gemessen am Gesamtvolumen der Krankenbehandlung – wenigen Daten, die hier präsentiert werden, werden mit (selbst erfundenen) Mindesterfordernissen abgeglichen hinsichtlich des Nachweises der Indikation, bestimmter Prozessschritte und herzlich weniger Ergebniselemente. Die Präsentation klingt, als ob es sich um die Behandlungsqualität handele. Das stimmt nicht. Nicht stationär. Noch weniger insgesamt.

Was unter der Qualität der Behandlung zu verstehen sei, ist hierzulande bis heute nicht klar. Es gibt nicht einmal eine allgemein akzeptierte Definition. Deshalb verwenden Referenten auch auf dieser Konferenz die (ins Deutsche übersetzte) Qualitätsdefinition des amerikanischen IOM aus dem Jahre 1990, auf die auch in der bekannteren, weil wegweisenden späteren IOM-Veröffentlichung „To Err is Human (2000)“ hingewiesen wird:

„Quality of Care – Degree to which health services for individuals and populations increase the likelihood of desired health outcomes and care consistent with current professional knowledge“.

Der Patient als Adressat all der teuren Bemühungen wird von den Interessenvertretern jener, die an ihm in der einen oder anderen Weise verdienen, aus der Diskussion darüber bevormundend herausgehalten: „Der Laie versteht nicht…!“ Auch was im G-BA als „Patientenvertreter“ bezeichnet (und als solcher berufen) wird, spielt auf der Konferenz absolut keine Rolle. (Umso erfreulicher ist das Engagement so unerschrockener Patientenvertreter wie Wolf-Dietrich Trenner, dessen Anmerkungen am Ende der Vortragsreihe 4 den Moderator sprachlos machten).

Ob man sich mit irreführenden Formulierungen nur selbst auf die Schulter klopfen oder bewusst die Öffentlichkeit hinters Licht führen will, sei einmal dahingestellt. Das Maß an Transparenz ist – zugegebenermaßen – ungleich größer als vor 20 Jahren, als man noch bar jeder eigenen Kenntnis lauthals eine „hohe Qualität“ der Krankenbehandlung im Lande zu postulieren pflegte.

Doch mit diesem Tempo würde es wohl noch mindestens hundert Jahre dauern, bis in der Krankenbehandlung hierzulande Methoden- und Ergebnistransparenz herrscht. Also muss – auch gegen Konferenzen wie die hier zu besprechende – mit allen Mitteln verdeutlicht werden: In Deutschland liegen die Ergebnisse des weitaus größeren Teils der Krankenbehandlung – auch der stationären – nach wie vor im Dunklen. Dafür ist der Preis allemal zu hoch!

Der Qualitätsreport erlaubt eigentlich nur die Aussagen: 1. Unter den Kliniken gab es nur relativ wenige Ausreißer nach unten. 2. Es gelang, einige davon einzufangen. Dagegen klingen die gängigen Verlautbarungen so, als ob alles zum Besten stehe („G-BA-Qualitätsreport: Stationäre Behandlung auf gutem Niveau“ – Deutsches Ärzteblatt). Man brauche nur (noch) mehr Geld. Positiv ist anzumerken, dass man sich heute auf ungleich breiterer Front mit dem Thema Qualität befasst.

Wirkliche Transparenz sieht anders aus! Aber wer will die schon? Wofür – und vor allem mit welchem Ergebnis – man heute das ganze Geld ausgibt, das Deutschland weltweit in die Spitzengruppe des OECD-Vergleichs hievt, was die Gesundheitsausgaben angeht, und was davon nur im System versickert, bleibt nach wie vor im Nebel. Nur dass man dringend rationieren (oder „priorisieren“) müsse, scheint schon gänzlich klar zu sein – oft den gleichen Leuten: Es bleibt noch viel zu tun! Verantwortliche aus Gesundheitsunternehmen waren ohnehin nicht unter den Teilnehmern. Dafür war ihnen die Konferenz wohl zu nebensächlich.

Was gab es auf der Konferenz sonst so zu hören?

Zunächst einmal die üblichen Eröffnungsreden. Aus den lichtvollen Ausführungen von Dr. Josef Siebig wurde bereits zu Beginn zitiert. Annette Widmann-Mauz vom Bundesgesundheitsministerium fand, die Patienten müssten irgendwie einbezogen werden. Dr. Thilo Grüning („Vergangenheit trifft Zukunft“ – umfassende Transformation der Qualitätssicherung“) zählte – sachkundig – so viele Aspekte auf, die bei der Qualitätssicherung zu beachten seien, dass dabei die Realität rasch im Nebel verschwand. Im Gedächtnis blieb vor allem Dr. Grünigs Entschuldigung für den ihm vorgegebenen Titel seines Vortrags.

Neben den Plenarveranstaltungen an Beginn und Ende gab es unter diesen Überschriften vormittags und nachmittags parallele Vortragsreihen / Workshops: „Innovationen der Qualitätssicherung“, „Ergebnisse der einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung“, „Wissenschaft trifft Praxis“, „Prozess der Transformation“ „Qualitätsdarlegung“, „Weiterentwicklung Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement“, „Wissenschaft trifft Selbstverwaltung“, „Medizin trifft Recht“.

Da es nicht möglich war, sie alle zu besuchen, bezieht sich das Wenige hierzu Gesagte nur auf die Plenarveranstaltungen und auf die Kurzvorträge der Vortragsreihen 2 und 4.

Vortragsreihe 2: PD Dr. Günther Heller berichtete gewohnt interessant, was WIdO und AOK mit Routinedaten machen. Bärbel Matiaske forderte aus der Sicht einer Patientenberatung weit mehr Transparenz. Dr. Björn Misselwitz versuchte, den Teilnehmern Notwendigkeit und Ergebnisse einer Zusammenführung der Aufzeichnungen der Landesgeschäftsstellen zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern zu einem (nichtöffentlichen) „Länderübergreifenden Bericht“ verständlich zu machen. Interessanter war, was Prof. Dr. Felix Bonnaire und Prof. Dr. Rüdiger Smektala am Beispiel der „Präoperativen Verweildauer bei hüftgelenknaher Femurfraktur“ zur Handhabung von Qualitätsindikatoren mit besonderem Handlungsbedarf ausführten. Das hatte Hand und Fuß – auch für medizinische Laien. Dr. Joachim Gerß trug vor, was das KfH mit der Zusammenführung der Daten aus einer großen Zahl von Standorten anstellt. Zum Abschluss vermittelte PD Dr. Rupert Pfandzelter dem Auditorium den Stand dessen, was man im Zusammenhang mit Deutschlands vertragsärztlicher mittlerweile an stichprobenartigen Qualitätsprüfungen anstellt.

Vortragsreihe 4: Ilona Schlegel, als Vertreterin einer Selbsthilfegruppe eine exemplarische Patientenvertreterin beim G-BA fordert eine bessere Überleitung. Prof. Dr. Conrad Baldamus trägt vor, was man in der Dialyse IT-gestützt neben Querschnittsvergleichen an Interessantem aus Längsschnittvergleichen ableiten kann – wenn man denn über eine solche patienten- bzw. fallbezogene Datenbasis verfügt. Dr. Markus Kösters machte (wohl unfreiwillig) deutlich, dass man in der Psychiatrie noch stark im Nebel stochert. Entsprechend aussagefähig sind „Qualitätsindikatoren für die Integrierte Versorgung von Menschen mit Schizophrenie“. Noch wolkiger wurde es bei Prof. Dr. Peter Falkai („Qualitätssicherung in der Psychiatrie“), was Wolf-Dietrich Trenner zu Recht zu seinem (oben zitierten) Ausbruch provozierte.

Über die zusammenfassende Plenarveranstaltung kann nichts vermeldet werden, weil der Berichterstatter schon vorher die Flucht ergriffen hatte. Schwer vorstellbar, dass dort etwas Wesentliches verpasst wurde. Jetzt kann man nur noch darauf hoffen, dass weniger offizielle „Qualitätsoffensiven“ wie die von Dr. Antje Haas / Dr. Wulf-Dietrich Leber im Rahmen der Vortragsreihe 3 vorgetragene bald in großer Zahl den „G-BA … überholen“ werden. Dann – und nur dann –  besteht eine wirkliche Chance die (hier noch einmal zur Verdeutlichung sinngemäß übersetzte) IOM-Definition der Qualität der Krankenbehandlung in Deutschland mit Leben zu füllen:

Als den Grad der Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, in dem Gesundheitsinstitutionen nach dem Stand der aktuellen Erkenntnis für den Einzelnen und für Patientenpopulationen das angestrebte Ergebnis aus Behandlung und Pflege erzielen. Hier noch einmal der Originalton: „Quality of Care – Degree to which health services for individuals and populations increase the likelihood of desired health outcomes and care consistent with current professional knowledge“.

(An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Vorträge der Konferenz irgendwann auf die G-BA-Website gestellt werden sollen; da man sie dort schwer findet, sollte man sich den Link merken). http://www.g-ba.de/informationen/aktuell/veranstaltungen/qskonferenzen/

 

Wir wünschen Ihnen geruhsame Feiertage und ein gutes Neues Jahr!


02. (PSQH) Krankenhäuser arbeiten zusammen an einer sichereren Chirurgie

Hospitals Collaborate to Prevent Wrong-Site Surgery…

Mehr


03. (Hospital Management) Von 16 Qualitätsstandards 11 verpasst

NHS Trust Falling Short of 11 Key Standards, CQC Warns…

Mehr

Zur Care Quality Commission (CQC): CQC is the new health and social care regulator for England.


04. (H&HN) Die richtigen Ärzte finden, einstellen und halten

Bringing in the Talent. If you want to effectively recruit and retain physicians, you'll need to incorporate a solid recruitment strategy into your organization…

Mehr


05. (Hospital Management) Strikte Standards erforderlich

Stringent Standards

A huge amount of time is spent making sure medical devices meet the highest standards. How do hospital managers ensure the device continues to be safe months or even years after it was acquired?...

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06. (PSQH) Neue Datenbank Elektronischer Krankenakten für Outcomes-Vergleiche

Cleveland Clinic-led Team Develops New Quality Index for Hospitals.

More than 35 million hospital records used to develop publicly-available index…

Mehr


07. (nextgov) Patienten wünschen Elektronische Krankenakte

Patients Want Control of e-Records…

Mehr

Anmerkung:
Sehr interessante Befragungsergebnisse! Besonders in den Links in diesem Text. In den USA wird nicht darüber diskutiert, ob Patientendaten  gespeichert werden dürfen, sondern wann jemand Zugriff dazu hat, insbesondere aber, welchen Einfluss die Patienten darauf haben!


08. (NIST) 2010 erhält schon wieder ein Krankenhaus den Baldridge Award

Seven U.S. Organizations Honored with the 2010 Baldrige National Quality Award…

Mehr

Anmerkung:
Wir gratulieren dem Advocate Good Samaritan Hospital in Illinois!

Das Baldridge Performance Excellence Program kann nach wie vor als erfolgsträchtigster Ansatz gelten, wenn es um die kontinuierliche Verbesserung ganzer Unternehmen geht - und um die Honorierung von Spitzenleistungen. Außerdem ist es für Interessenten äußerst hilfreich, sich die nötigen Informationen (im Unterschied zur EFQM, dem europäischen Gegenstück) komplett aus dem Internet kostenlos herunterladen zu können – auch speziell für das Gesundheitswesen. Umso erfreulicher ist es, dass es mittlerweile etlichen Krankenhäusern bzw. Krankenhausgruppen gelungen ist, einen Baldridge Award zu erringen. Die (Kurzfassungen der) Krankenhaus-Preisbewerbungen (application) kann man zum Selbststudium und zur Anregung für eigene Verbesserungsprogramme ebenfalls kostenlos aus dem Internet herunterladen.


09. Zwei Buchbesprechungen

Bicheno, John , Holweg, Matthias, The Lean Toolbox 4th Edition: The Essential Guide to Lean Transformation, Buckingham, England 2009, ISBN-10: 0954124456, ISBN-13: 978-0954124458, AMAZON

Dieses Buch ist verständlich geschrieben. Es befindet sich – erkennbar – auf dem Stand der aktuellen Erkenntnis. Es ist vorzüglich illustriert. Es ist preiswert. An diesem – knapp 300 Seite starken – Buch stört eigentlich nur eins: Dass es nur in englischer Sprache erhältlich ist. Damit tun sich erfahrungsgemäß Viele im deutschen Gesundheitswesen, die dieses Buch lesen sollten, schwer.

Das Buch ist „industriellem“ Denken verpflichtet, das von Hause aus auf eine ergebnisorientierte Optimierung von Prozessen zielt. Das wäre zwar auch im Gesundheitswesen hilfreich. Doch es aufs eigene Metier anzuwenden, ist – anders als z.B. in angelsächsischen Ländern– dank der Sozialisation in deutschen Gesundheitsberufen nicht jedermanns Sache*. Im Gegenteil!

Mit ein wenig Sprachkenntnis und Abstraktionsvermögen empfiehlt sich allerdings mit der Lean Toolbox ein vorzügliches, umfassendes Lehr- und Nachschlagebuch zu einem Thema, das auch deutsche Gesundheitsunternehmen schon lange intensiver beschäftigen sollte. (Lean ist zwar schon da. Viele assoziieren dank einer vorzüglichen Vermarktung mit seinen Prinzipien „Porsche“. Doch Porsche wurde zwar mittels Lean erfolgreich saniert; doch der Ansatz existiert – wie der Zeittafel im Vorspann zu entnehmen ist – schon viel länger. Ansatzweise selbst in Gesundheitsorganisationen).

Wir wollen uns in dieser Besprechung mit einer knapp kommentierten Übersicht darüber begnügen, was im Einzelnen im Buch nachzulesen ist. Wie immer sinngemäß ins Deutsche übersetzt:

  • Eine Lean-Chronologie (sehr schön; ausführlicher und einprägsamer als zumeist sonst wo)
  • 1 Zur vierten Ausgabe des Lean Toolbox (schon für sich allein wird damit eine vorzügliche Übersicht über das Thema geboten)
  • 2 Philosophie (Lean ist bei genauerem Hinsehen ungleich mehr als eine Toolbox; was dies für den Einsatz genau bedeutet, ist hier nachzulesen; besonders wichtig ist das Vorhandensein einer Kultur des Wandels))
  • 3 Value + Waste (Einprägsame Erläuterung der Schlüsselbegriffe des Ansatzes: Der weiter gesteckte Inhalt von Wertschöpfung  und – nicht mit Schuld zu verbindender – Verschwendung)
  • 4 Handlungsrahmen für die Umsetzung von Lean (Jeweils völlig in sich schlüssige, alternative Vorgehensweisen, den Ansatz mit Leben zu füllen)
  • 5 Strategie, Planung, Umsetzung (Strategische Vorgehensalternativen bei dem Ansatz, Lean in die Unternehmensstrategie zu integrieren)
  • 6 Flow vorbereiten (Den gleichmäßigen Fluss des Produkts durch den Fertigungsprozess, in der Krankenbehandlung also den Patienten-Fluss und die diesen stützende Organisation)
  • 7 Mapping, Assessment und Analyse (Den Wertstrom aufzeichnen, prüfen und verbessern und dabei alles zu tun, was zielführend ist, und alles wegzulassen, was keinen Wertbeitrag leistet)
  • 8 Layout und Design von Zellen (Arbeitsplatzgestaltung nach Lean-Prinzipien; der nächste Schritt, wenn der Wertstrom in erster Näherung optimiert ist)
  • 9 Terminplanung (Verbessern der Einsatz- und Ablaufplanung)
  • 10 Theory of Constraints, Factory Physics (Engpass-Steuerung, Gesetze der Fabrikorganisation, anzuwenden mit dem Ziel einer systematischen Steigerung der Wertschöpfung)
  • 11 Qualität (Komplexität verringern, Lean + Six Sigma kombinieren, Toyota Produktionssystem; es wird einmal mehr deutlich, das „QM“ nichts Eigenständiges, von der Routine Entkoppeltes ist)
  • 12 Verbesserungen (Alternative Methoden zur systematischen weiteren Ergebnisverbesserung, etwas, das in Deutschlands Gesundheitsinstitutionen noch einen „blinden Fleck“ darstellt)
  • 13 Management des Wandels (Change Management + Lean, Überwinden von Widerständen; auch hier wird klar, dass Vieles nur zwei Seiten einer Medaille beschreibt)
  • 14 Nachhaltigkeit – einen dauerhaften Wandel hinkriegen (Was alles zu Nachhaltigkeit führt, nicht nur ökologisch)
  • 15 Entwicklung, Einführung neuer Produkte (Alternative kundenorientierte Vorgehensweisen, auch gut auf Gesundheitsinstitutionen übertragbar)
  • 16 Die Nachschubkette im Sinne von Lean neu ausrichten (= Supply Chain; diese Komponente ist in Gesundheitsunternehmen – wenn überhaupt – auch schon im Visier)
  • 17 Abrechnen und Messen bei und für Lean (zielgerichtetes Erweitern der Kostenrechnung; die blinde Übertragung der Daten konventionell ermittelter Zahlen führt in die Irre)
  • 18 Lean – wie es zustande kam (Ein knapper, dafür umso einprägsamerer historischer Abriss)
  • 19 Weitere Ressourcen: Wo es weitere Hilfe gibt (Bücher des Autors, Planspiele, internationale Links; In Großbritannien gibt es sogar Lean-Zertifikate!)
  • Stichwortverzeichnis

Die Daurstellungen sind erfreulicherweise knapp gehalten. Da der Inhalt trotzdem vergleichsweise umfassend dargestellt wird, erfordert er ein vergleichsweise konzentriertes Lesen. Eine komplette Gebrauchsanweisung fürs eigene Vorgehen bietet er nicht. Wo eine weitere Vertiefung geboten scheint, finden sich hier – höchst aktuelle – Anregungen zu einer tiefergehenden Lektüre (ggf. nach deutschen Übersetzungen suchen! Und in Kauf nehmen, dass sie die Inhalte nicht selten verzerren).

Das Buch bietet im Text jede Menge Erklärungen für die Begriffsflut. Eine immer neue Lektüre ist hilfreich, weil englischsprachige Fachbegriffe zum Thema in Deutschland zwar rasch adaptiert, aber ebenso rasch mit falschen Inhalten „entschärft“ werden. Viele Begriffe – auch in den Kapitelüberschriften – sind (wie auch ansonsten in der Managementtheorie und –praxis) unmittelbar erfolgreichen Managementbüchern entlehnt. Die Lektüre ist sehr zu empfehlen! (+++)

_____
* Vielleicht hilft die Lektüre der Textvariante für Dienstleistungsunternehmen ein wenig dabei, die Brücke zur eigenen Arbeit zu schlagen: The Lean Toolbox for Service Systems.

 

Kuhlen, Ralf, Rink, Oda, Zacher, Josef, (Herausgeber), Jahrbuch Qualitätsmedizin 2010, Berlin 2010, AMAZON

Über die von den Helios-Kliniken und dort von Thomas Mansky initiierte Initiative Qualitätsmedizin (IQM) wurde im hmanage Newsletter schon mehrfach berichtet. Als das Besondere daran wurde bewertet, dass es hier tatsächlich darum geht, routinemäßig verfügbare Ergebnisdaten zu nutzen, um mit Hilfe von Vergleichen Qualitätsdefizite aufzuspüren und systematisch zu beseitigen. Hier findet statt, was ansonsten häufig nur behauptet wird: Eine systematische Qualitätssicherung! Als Besonderheit heben die Herausgeber „drei gemeinsame Grundsätze“ hervor:

  • Die „manipulationssichere und effiziente Messung medizinischer Ergebnisqualität mit Routinedaten“
  • Die „transparente Veröffentlichung der Ergebnisse“
  • Die „Durchführung von Peer-Reviews“

Mit diesem Buch wird erstmals im Zusammenhang zu Papier gebracht, was sich hinter dem Kürzel im Einzelnen verbirgt und wo man mit der Arbeit heute steht. Hier die Gliederung

  • Geleitwort (aus der Bundesärztekammer: Klackow-Franck)
  • I   IQM – Ziele, Methoden, Ergebnisse
  • 1 Qualitätskultur (de Meo, Kuhlen)
  • 2 Eine kurze Geschichte der Initiative Qualitätsmedizin (de Meo)
  • 3 Ergebnisqualität aus Routinedaten (Scriba)
  • 4 German Inpatient Quality Indicators G-IQI (Mansky, Nimptsch)
  • 5 Warum ist Transparenz so wichtig? (Scheu)
  • 6 Ergebnisse 2009 (Zacher, Schuler)
  • 7 Peer Review – wie wir Qualität verbessern lernen (Rink, Eberlein-Gonska)
  • II   IQM im Kontext der Methoden und Verfahren der Qualitätssicherung
  • 1 IQM – ein Qualitätsmanagement-Verfahren unter vielen? (Ekkernkamp, Jakolow-Standke)
  • 2 Die Rolle des Qualitätsmanagement-Beauftragten (Reiter)
  • 3 Standards, SOP, Behandlungspfade (Martin)
  • 4 Patientensicherheit (Heller, Albrecht)
  • 5 Befragungen als Qualitätsmanagement-Methode: Einführung (…)
  • 6 Befragungen als Qualitätsmanagement-Methode: Patientenbefragung (Jakolow-Standke)
  • 7 Befragungen als Qualitätsmanagement-Methode: Mitarbeiterbefragung (Eberlein-Gonska)
  • 8 Befragungen als Qualitätsmanagement-Methode: Einweiserbefragung (Ehlers)
  • 9 Umgang mit „Fehlern“ (Christ-Steckhan, Vargas Hein)
  • 10 Mortalitäts- und Morbiditätskonferenzen (Meier-Hellmann, Lapp)
  • Mitglieder der Initiative Qualitätsmedizin
  • Ansprechpartner der Initiative Qualitätsmedizin

Schade, dass das Buch gleich im ersten Satz des Geleitwortes mit einer Selbstbeweihräucherung beginnt: „Die Qualitätssicherung ist ureigenstes Anliegen der ärztlichen Profession…“. Obwohl die Ärzteschaft – „primum nil nocere“ –zur Qualitätstransparenz verpflichtet wäre und zur Vermeidung aller Behandlungen, die den Patienten nichts nutzen oder gar schaden, haben ärztliche Standesvertreter in Deutschland – von wenigen Ausnahmen abgesehen – die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse ihres (Be-)Handelns bis heute erfolgreich verhindert. Die gegenteilige Behauptung hier noch 2010 lesen zu müssen, ist schon ärgerlich! Im Geleitwort wirkt, was IQM im Meer von intransparenter Diagnostik und Therapie als ein kleines Stück Ergebnistransparenz erfolgreich zustande gebracht hat, wie eine standespolitische Rückzugsposition nach einem jahrzehntelangen Hinhaltespiel: Bis hierher und nicht weiter! (Ein Vorgänger von Frau Klackow-Franck verkündete noch ungerührt: „Ärztlichem Handeln ist Qualität immanent!“ Auch ohne jedes Messen.

Doch das ist in diesem Buch der einzige Wermutstropfen. Der – herzerfrischende – Text des Helios-Chefs de Meo und seines ärztlichen Ressortchefs Kuhlen bestätigt mit drastischen Worten, was zuvor gesagt wurde. Wo sich – so deutlich wie bei Helios – die Unternehmensspitze selbst Qualität auf die Fahnen schreibt, ist man auf einem guten Weg:

  • „Qualität ist eine gemeinsame Aufgabe“
  • „Qualität braucht eine aktive Fehlerkultur“
  • „Qualität braucht Kontrolle im fairen Benchmark“ („Benchmark“ ist allerdings etwas Anderes)
  • "Qualität braucht kollegiale Unterstützung“

Auch hier gilt allerdings: Man ist deutlich weiter als der Geleitzug der deutschen Krankenhäuser. Doch man steht erst am Anfang einer langen Entwicklung.

Zu Teil I:
Sich Peter C. Scriba als Gallionsfigur von IQM geholt zu haben, war sicher eine kluge Entscheidung. Hier setzt sich Scriba teils kritisch, teils eher oberflächlich mit den bestehenden „Methoden der Qualitätsmessung“ auseinander und arbeitet heraus, was IQM im Vergleich so reizvoll macht. Thomas Mansky macht (zusammen mit Ulrike Nimptsch) deutlich, was ihn am Thema bewegt: Die – äußerst nützliche – Entwicklung und die Auswertung eigener „German Inpatient Quality Indicators (G-IQI)“ aus Routinedaten, die für Berichts- und Abrechnungszwecke ohnehin erhoben werden. Ein externer Vergleich mit möglichst vielen anderen Häusern: Erst Helios. Heute IQM und ein Sprung ins Ausland. Die Nutzung der aus Soll-Ist-Vergleichen und dem Ausweis von Sentinel Events gewonnenen Erkenntnisse zum „Einfangen“ von Ausreißern mittels Peer Review. Dass sich die 140 Kennzahlen nur auf „30 bedeutsame Krankheitsbilder und Behandlungen“ beziehen und damit nur auf einen Bruchteil der gesamten stationären Behandlung, wird nicht weiter diskutiert. Auch nicht woanders im Buch.

Mit dem folgenden – viel zu knappen – Text versuchen Frank G. Murphy und Christoph deutlich zu machen, welche Folgen der Einsatz auf die Unternehmensleitung hat. Anschließend geben Josef Zacher und Ekkehard Schuler eine eindrucksvolle, knapp 20 Seiten lange Übersicht über 92 IQM-Einzelergebnisse im Jahre 2009. (Wo sind die anderen 48 Indikatoren geblieben?) Oda Rink und Maria Eberlein-Gonska stellen vor, wie der Prozess der Peer Reviews inganggesetzt wurde.

Zu Teil II:
Axel Ekkernkamp und Angelika Jakolow-Standke versuchen – nicht ganz überzeugend – zu erklären, was IQM unter anderen „Qualitätsmanagement-Verfahren“ auszeichnet. Von Andreas H.H. Reiter erfahren wir, wie er IQM mit den „klassischen QM-Beauftragten-Aufgaben“ verbindet. Jörg Martin skizziert, wie er sich „Standards, SOP, Behandlungspfade“ vorstellt– viel zu kurz, um erkennbar zu machen, wie genau die besser funktionieren sollen. Es folgt ein – offensichtlich wohlüberlegter – Text mit vielen Quellen von Axel R. Heller und Detlev Michael Albrecht zum Thema Patientensicherheit. Da hätte man schon gern gewusst, wie das in Dresden in der Praxis funktioniert! Die nächsten vier Texte verschiedener Autorinnen reißen an, was man mit Befragungen anstellt. In ein „Jahrbuch“ muss offensichtlich auch so etwas, obwohl es mit IQM direkt nichts zu tun hat. Die Anführungsstriche beim Wort „Fehler“ signalisieren im nächsten Text von Claudia Christ-Steckhan und Ortrud Vargas Hein, dass den beiden Damen aus der Charité bei dessen Verwendung nicht ganz geheuer zu sein scheint. Eindrucksvoll, was sie zustande gebracht haben, aber vermutlich noch ziemlich weit entfernt von ihrer eigenen Prämisse: „Insofern ist Risikomanagement eine Gemeinschaftsleistung aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (MA) und Teams der Kliniken, die jeden Tag wieder erbracht werden muss“. Im letzten Text lesen wir mit Freude, dass M&M-Konferenzen nun auch in Deutschland begrifflich angekommen sind – zumindest bei Helios. Leider fehlt ein Stichwortverzeichnis.

Der Gesamteindruck?
Zwiespältig! Zum einen ist ein etwas tieferer Blick in den Helios-IQM-Ansatz allein schon eine Pflichtlektüre. Zum anderen steht hier auch jede Menge Oberflächliches, das eher wieder den Eindruck erweckt, dass ein wirkliches Qualitätsmanagement selbst bei den deutschen Pionieren noch lange nicht angekommen ist. Das Entfernen von „Bad Apples“ aus dem Korb entspricht eigentlich einer Entwicklungsphase der klinischen Qualitätsbemühungen, die man z.B. in den USA unter der Bezeichnung „Quality Assurance“ auf das Ende der 70er Jahre datieren kann. Das darauf folgende Qualitätsmanagement setzt im täglichen Geschehen einer jeden Klinik an. Am Empowerment der am Patienten tätigen Teams, für jeden Patienten zuverlässig bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Und an einer kontinuierlichen Verbesserung (Continuous Quality Improvement – CQI) als Dienstaufgabe! Am besten gleich im Sinne des Toyota Produktionssystems (TPS). Doch angesichts des – interessengeprägten – Minenfelds, in dem man sich beim Thema im deutschen Gesundheitswesen bewegt, ist IQM gleichwohl eine Art Licht am Ende des Tunnels! (+++) 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Einschätzung fürs Arbeiten im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Nur gelegentlich finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Bewertung:
(+++) = Sehr gut
(++) = Gut
(+) = Lesenswert
(0) = Neutral
(-) = Nicht empfehlenswert.

Alle entsprechend gekennzeichneten Titel können Sie durch Anklicken von AMAZON aus der Buchbesprechung heraus bestellen.


10. Links

Deutschsprachige Links

 

Sozial-Holding als einer der besten Arbeitgeber für Beschäftigte über 50 Jahre ausgezeichnet

Kassen gegen riskante Klinik-Therapien ohne Prüfung

Kassen wollen neue Therapien in Innovationszentren testen

Risikomanagement: Die zehn Gebote der Piloten

KBV-Qualitätsbericht Ausgabe 2010

http://www.arztbibliothek.de/ Vergleichsweise seriöse Medizininformationen

BARMER GEK Pflegereport 2010

Der Kaiserschnitt

Krankenhaus Barometer 2010

Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2011

Qualitätssicherung mit Routinedaten aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft

TAZ: Klinik, nicht Wurstfabrik

Gesundheitsreport: Risse in der Fassade

Gesundheitsmonitor 2010: Patienten vertrauen ihren Ärzten

Große Unterschiede bei Hüftoperationen

ORF.at: „Kleine Spitäler haben Kostennachteile“ Angeblich.

 

Englischsprachige Links

Planetree

It’s a Small Town After All: Rarely has a town been conceived and constructed in the glare of publicity and aura of hope that greeted Disney’s master-planned, picture-perfect village of Celebration in central Florida.

Extra Vitamin D and Calcium Aren’t Needed, Report Says

North Carolina Hospitals Err Despite Safety Initiatives

Tele-ICUs Could Save Money; Health Care IT Companies See Bolstered Support

UK Heart Surgery Named Best in Europe

New Disposal Device Reduces Needlestick Injuries by 81%

The Joint Commission Launches New Web Site. Offers ‘Daily Update,’ interactive opportunities

Case study: Hospital takes lessons from Toyota

Update: Washington hospital cuts costs with Toyota model

Parkland knee surgery done by doctor in training leads to amputation, questions

Fighting to Keep the Baldrige Program Alive

SHSMD Advisory: Principles and Practices for Marketing Communications in Hospitals and Health Systems

Death Rates 'Higher Than Expected' in 19 NHS Trusts

Hospitals Turn To Luxury Services To Entice Patients

As a marker for hospital quality, cost alone is unreliable, new study suggests

Maximizing the Value of Post-acute Care

Conquering Antibiotic Overuse

Three Drug Companies To Pay $421 Million In Fraud Settlement

Health Affairs, December 2010; Volume 29, Issue 12

Inefficiency Hurts U.S. in Longevity Rankings

CIA The World Factbook

How Physicians Can Reduce Patient Wait Times

Community Health Unveils $3.3 Billion Bid for Tenet

Scientists Identify Mechanism of Catheter-Related Bacterial Infection

Health Care and the Deficit