Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

Wir wünschen unseren Lesern ein geruhsames Weihnachtfest, einen guten Rutsch ins Neue Jahr sowie vor allem für 2010 Gesundheit und Erfolg!

--------------------

Unseren hmanage Newsletter 410 erhalten Sie in der ersten Januarwoche.  


01. Editorial: Standardisierung in der Krankenbehandlung (III)

(zum vorherigen Text II gibt es in diesen Tagen bei den Nachrichten auf unserer Website eine überarbeitete Fassung).

Als Beispiel für eine hausinterne Standardisierung möge die Behandlung von Gallensteinen als gastroenterologisches Volumen-Produkt dienen (ICD-Klassifikationen). Ihr strategisches Ziel: Das Herausarbeiten

  • nachhaltig besserer Behandlungsergebnisse
  • einer höheren Wertschöpfung für jeden Patienten

als Alleinstellungsmerkmale (USP) im Wettbewerb, auf die die daran beteiligten Mitarbeiter zu Recht auch persönlich stolz sein können. (Schon deshalb sollten die Veränderungen von diesen aktiv mitgestaltet und ihnen nicht etwa ‚von oben‘ übergestülpt werden. Eine Veränderung wie die hier angeregte hat das Potential, eine neue, weitaus konstruktivere Unternehmenskultur zu schaffen. Die wiederum machte es auch leichter, das kontinuierliche Verbessern zur Dienstaufgabe zu machen).

Zur eigenständigen Entwicklung einer hausintern verbindlichen Schrittfolge mögen für das Beispiel der Behandlung von Gallensteinen die Grafiken in der AWMF-Leitlinie und (vor allem) in der Leitlinie aus der Universität Herdecke hilfreich sein.

Mit einem – seiner vermeidbaren Irritationen, Wartezeiten, Um- und Irrwege beraubten –gleichartigeren und schlankeren (Lean-)Prozess und dessen – durch geeignete organisatorische Maßnahmen erleichterter – strikter Einhaltung seien ohne jede Beeinträchtigung der berechtigten Bedürfnisse der Patienten oder der Mitarbeiter als zwangsläufige Folge genaueren Hinsehens und eines strikten Festschreibens des besten Procedere neben einer höheren Qualität zudem

  • deutlich niedrigere durchschnittliche Gestehungskosten / Fall
  • ein – angesichts der G-DRG-Erlöse – deutlich höherer Überschuss

möglich. Nebenher. Denn neben einem systematischen Abbau von Verschwendung an Zeit und Geld ließe sich damit leichter die niedrigstmögliche Verweildauer einhalten. Mit gleichbleibenden Fixkosten ließen sich bei der Behandlung von Gallensteinen mehr Fälle versorgen und damit neben niedrigeren Kosten auch noch höhere Erlöse erzielen. Das wiederum machte es leichter möglich, die Mitarbeiter fair zu bezahlen und stets in die beste Technik zu investieren.

Das wiederum macht es leichter, sich von Beginn an gleichbleibende Spitzenergebnisse vorzunehmen. Hinsichtlich der bisher ‚offiziellen‘ BQS-Mindesterfordernisse zur Prozessqualität zur

  • Präoperativen Diagnostik bei extrahepatischer Cholestase
  • Erhebung eines histologischen Befundes

bei diesem Eingriff sind selbstverständlich von Beginn an planmäßig je 100%  zu erfüllen. (Denn es gibt – bei Licht betrachtet – keinerlei vernünftige Begründung für das Weglassen außer einer überbordenden Hektik. Und die wird gerade durch ein geordneteres Vorgehen verringert).

Auch für die Ergebnisqualität, bei der BQS gemäß AWMF-Leitlinie festgemacht an der

  • Rate eingriffsspezifischer behandlungsbedürftiger Komplikationen (Blutung, periphere Gallengangsverletzung, Okklusion oder Durchtrennung des Ductus hepatocholedochus, Residualstein im Gallengang) (≤ 95%-Perzentile)
  • Okklusion oder Durchtrennung des Ductus hepatocholedochus (Sentinel Event)
  • Rate allgemeiner behandlungsbedürftiger postoperativer Komplikationen (≤ 95%-Perzentile)
  • Reinterventionsrate bei laparoskopisch begonnener Cholezystektomie (≤ 2%)
  • Letalität in den ASA-Risikoklassen I - III (Sentinel Event)

sind als Zielgröße von Beginn an konkrete, zahlenmäßige Ergebnisse anzustreben. Die prozessualen Vorkehrungen dafür sollten mit der Prozessgestaltung stets so getroffen werden, dass – offensichtlich nicht sonderlich ehrgeizige – BQS-Referenzbereiche der Qualitätssicherung eingehalten werden. Besser wären z.B. Zielgrößen, die sich in deren oberen Quartil befinden! (Dabei sollte es selbstverständlich sein, alle Messwerte in die (künftig verstärkt IT-gestützte) tägliche Pfadroutine einzubauen, zeitnah zu dokumentieren, zu Indikatoren zu aggregieren, vergleichend auszuwerten und – z.B. in Fallkonferenzen – für eine weitere kontinuierliche Qualitätsverbesserung zu nutzen.

Die BQS untersucht nur einen winzigen Ausschnitt des Gesamtgeschehens der (stationären) Krankenbehandlung. Sie kratzt auch hier nur an der Oberfläche. Bestenfalls. Daher sollte in die Prozessgestaltung – ohne hier darauf ausführlicher eingehen zu können – akribisch eingebaut werden, was es an aussagefähigen generellen Qualitätserfordernissen gibt. Zur Patientensicherheit zum Beispiel –  samt der diesbezüglichen Standard Operating Procedures (SOPs) – die der WHO Action on Patient Safety: High 5s:

  • Managing Concentrated Injectable Medicines
  • Assuring Medication Accuracy at Transitions in Care
  • Communication During Patient Care Handovers
  • Improved Hand Hygiene to Prevent Health Care-Associated Infections
  • Performance of Correct Procedure at Correct Body Sites

Am wichtigsten (obwohl dies oft vergessen wird) ist es allerdings, dass die Symptome, die den Patienten ins Krankenhaus getrieben haben, nach der Behandlung verschwunden sind. Bei der Entlassung und – besser – auch eine gewisse Zeit, z.B. ein halbes Jahr, später. Und dass es nicht zu einem der hierzulande verbreiteten ‚Kollateralschäden‘, wie den zuvor aufgeführten oder anderen wie z.B. zu einer nosokomialen Infektion, gekommen ist.

Spezielle Qualitätserfordernisse der Zwischenschritte der Behandlung von Gallensteinen lassen sich z.B. in diese Forderungen an einen gleichartigen Ablauf der standardisiert neben- und nacheinander ablaufenden Einzelschritte der Diagnostik und Therapie kleiden:

  • 21.* Die Grundlagen für eine Behandlungsentscheidung schaffen
    Stellen einer leitlinienentsprechend hinreichend sicheren Diagnose und Prognose (Symptomatische Gallensteine oder Gallengangssteine bzw. asymptomatische Gallensteine) als Ergebnis einer raschen ‚schulgemäßen‘ Schrittfolge aus Erheben der Befunde, Anamnese, Ätiologie, Differentialdiagnose und diagnostischen Tests, speziell die Erhebung eines histologischen Befundes und die Sicherung des Flüssigkeitsablaufs, die keine Schritte auslässt oder hinzufügt, als Voraussetzung einer zeitgerechten und zielführenden Behandlung.
  • 22. Die Behandlungsentscheidung treffen
    Dazu den Patienten nach gründlicher Aufklärung zur generellen Vorgehensweise (ggf. unter Abwägung im konkreten Fall denkbarer Risiken und Alternativen) zu einer bilateralen Zielvereinbarung (Informed Consent) ermutigen, die Vorgehen und geplantes Ergebnis (Outcomes, Value) als Lückenschließung von realem und angestrebtem Zustand sowie die damit verbundenen Rechte und Pflichten beider Seiten für einen größtmöglichen Erfolg festschreibt – auch für den Feedback.
  • 23. Therapie (incl. Pflege / Prävention)
    Im Anschluss an die Schritte (21) und (22) folgt die leitlinienentsprechend standardisierte arbeitsteilige Schrittfolge einer Behandlung – bei Gallensteinen beispielsweise eine Früh-elektive Cholezystektomie. Dazu zählen behandlungsspezifische Formen der Schmerztherapie, der Prämedikation, der perioperativen Prophylaxe von Infektion und Thrombose, der Beruhigung, des Lagerns, des Einleitens, der eigentlichen Operation, des Umgangs mit unvorhersehbaren Abweichungen vom Behandlungsablauf wie Komplikationen des Ausleitens, des Entlagerns, des Aufwachens, der Überwachung etc.
  • 24 (Zwischen-)Outcomes prüfen, Verlegung, Entlassung
    Diesen – in Teilschritten einhergehend mit (21) und (24) einzuhaltenden – förmlichen Schritt haben wir hinzugefügt, um damit ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es bei der Pfadentwicklung und bedingt nötig ist, neben der Messung von Vitalwerten etc. (Zwischen-) Ergebnisse zu spezifizieren (und seien dies nur Zeiten), deren Einhaltung es durch Abhaken oder als Plan-Ist-Vergleiche in den Pfaddokumenten routinemäßig nachzuhalten gilt. Dabei ist besonders die Interaktion mit den Patienten nicht zu vergessen, denn deren ausgewertete Ergebnisse machen zusätzliche ‚Befragungen’ weitgehend entbehrlich.
  • 25 Verlaufs- und Ergebnisdokumentation, Archivierung, Retrieval
    Eine wirklich gute Pfadentwicklung bringt einen großen Teil des heutigen ‚Papierkriegs‘, zu dem die Ärzte und Pflegekräfte heutzutage gezwungen sind, sozusagen ‚automatisch‘ zum Verschwinden. (Das hat bisher nur noch kaum jemand bemerkt, weil in dem, was heutzutage so alles „Pfade“ heißt, kaum je wirkliche Pfade drin sind: Nämlich Dienstanweisungen für die bestmögliche Behandlung von bestimmten Erkrankungen!) Ein guter Behandlungspfad ersetzt komplett das bisherige Vorgehen – samt seiner arbeitsaufwendigen Dokumentation! Er ist zugleich eine gerichtsfeste schriftliche ärztliche Anordnung und eine vorgedruckte Dokumentation – samt weitgehender Vorkodierung für Abrechnungs- und Meldezwecke.

Eine wirkliche Standardisierung macht die Krankenbehandlung besser und effektiver. Ob man das Ergebnis nun „Behandlungspfade“ nennt oder irgendwie anders (z.B. nur ‚patientenfreundlichere Behandlung), ist jedem freigestellt. Vermutlich sollte man die Bezeichnung wegen der in Deutschland damit verbundenen Fehlentwicklung auch lieber ganz vermeiden! Am besten einschließlich des ganzen Aktionismus, mit dem man heute – mit oder ohne (prominente) Berater – alten Wein in neue Schläuche gießt und damit weder die Behandlung verbessert (oder auch nur zuverlässiger die Behandlungsqualität sichert) noch die Behandlungskosten senkt, sondern bestenfalls sehr viel teurere Dokumente als vorher ausfüllt. Oft auch noch zusätzlich.

Ein gut standardisierter Behandlungsablauf fußt auf einer soliden Recherche der heutzutage verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz. Das Ergebnis ist integraler Teil eines Behandlungsordners. Samt (möglichst gerichtsfester) Begründung, warum im Einzelfall so und nicht anders gehandelt werden soll. Ebenfalls in den Behandlungsordner gehören alle Dokumente, die die Entwicklung inhaltlich und zeitlich nachvollziehbar machen.

Ob man sich zur Darstellung eines Flowcharts bedient, ist fast schon Geschmackssache. Doch Cave! Gedankenlos produzierte, viel zu allgemeine ‚Prozessgemälde‘ mögen zwar manchem Ahnungslosen imponieren (besonders „mit Zertifikat“), sind aber bei genauerem Hinsehen bestenfalls als Übersichtsdarstellung geeignet und als wirkliche Pfadbeschreibung sinnlos.

Zwar ist auch zur Detailklärung von Zusammenhängen und Kausalitäten ein Programmablaufplan das richtige Werkzeug der Wahl. Doch nur dann, wenn man damit wirklich professionell umgehen kann. Besser ist dann allerdings oft ein – z.B. mittels MS-Project erstellter – ‚rechenbarer‘ Netzplan. Auch Simulationsprogramme können bei der Ablaufoptimierung hilfreich sein. Doch damit muss man auch umgehen können! An IT-gestützte Workflows sollte man sich jedenfalls erst wagen, wenn der arbeitsteilige Ablauf schon bis in die Details feststeht und unter den Ärzten und Pflegekräften, die mit dem Ergebnis arbeiten müssen, abgestimmt ist.

Von den bislang im deutschen Gesundheitswesen gebräuchlichen Softwareprodukten ist jedenfalls – soweit sie uns denn bekannt sind – eher abzuraten. Damit lässt sich kein wirklicher standardisierter Behandlungsablauf bauen. Auch aus praktischen Gründen sollte man in der Entwicklungsphase weitaus wirkungsvoller fast ausschließlich mit Papier und Bleistift arbeiten! Am Beginn steht ohnehin eine listenmäßige Erstellung einer Schrittfolge. Dafür ist das wichtigste Werkzeug ein Radiergummi.

Das Ergebnis der konzeptionellen Entwicklung kann man für Dokumentationszwecke und für die künftig leichtere Pflege des Regelwerks im Behandlungsordner mit einer geeigneten Software darstellen. (Wir nehmen Igrafx Process for Six Sigma). Ebenfalls in den Ordner gehören auch ausführliche Beschreibungen jedes einzelnen Teilschrittes. Das eigentliche Arbeitswerkzeug ist ein (später ausführlicher zu beschreibendes) checklistenartiges Gebilde, das bei guter Ausführung (zusammen mit dem Inhalt des Behandlungsordners) den größten Teil der bisherigen patientenbezogenen Verlaufs- und Ergebnisdokumentation zu ersetzen vermag. Vorerst in Papierform und bei geeigneter Software auch IT-gestützt.

Der Behandlungsordner hat den Charakter einer schriftlichen Dienstanweisung, einer schriftlichen ärztlichen Anordnung, von der nur abgewichen werden darf, wenn der zuständige Arzt diese im Einzelfall abändert. Sie gehört an jeden Arbeitsplatz und muss von ‚ganz oben‘ unterschrieben werden – am besten von der Leitung selbst! Eine weitere Unterschriftsliste dokumentiert die Selbstverpflichtung aller am Prozess Beteiligten zur Identifizierung mit den schriftlich niedergelegten Regeln und die Verpflichtung auf deren strikte Einhaltung.

„Drei halbe Tage – fertig ist der Pfad!“ (Die Quelle dieses frommen Wunsches wollen wir hier nicht nennen. Darauf kommen wir bei anderer Gelegenheit zurück). Leider ist es nicht ganz so einfach, mittels Standardisierung zu einer besseren und effektiveren Krankenbehandlung zu kommen. Eine solche Entwicklung ist schon ungleich aufwendiger. Sie sollte daher auch nicht begonnen werden, bevor man sich im Rahmen einer strategischen Planung klargemacht hat, welche Investitionen man sich leisten kann (und will), um künftig ungleich bessere Ergebnisse zu erzielen als heute. Bei konsequentem Handeln mit einem baldigen Break Even.

(Fortsetzung folgt. Voraussichtlich im hmanage Newsletter 410)

_______________
* Die Nummerierung folgt unserem prozessorientierten Systemmodell. Darin wird der Behandlungsprozess (2) in die Teilschritte (21) bis (26) zerlegt.


02. (New Yorker) Atul Gawande zur US-Gesundheitsreform

Testing, Testing. The health-care bill has no master plan for curbing costs. Is that a bad thing? by Atul Gawande

Cost is the spectre haunting health reform. For many decades, the great flaw in the American health-care system was its unconscionable gaps in coverage…    Mehr

Anmerkung:
Da legt Gawande die Finger in eine Wunde, die - bei allen Unterschieden - auch die hiesigen Reformbemühungen zieren: Die Kosten der Leistungserbringung werden schlicht ausgespart. Und deren Inhalte sowieso!


03. (KHN) 10 Jahre nach “To Err is Human” immer noch die gleichen Fehler

'Never Events' - Medical Errors - Still Continue 10 Years After Landmark Report

Advocates and experts examine progress made since the Institute of Medicine released its landmark report that called for the elimination of medical errors, or "never events," ten years ago. Modern HealthCare interviews Helen Haskell, who founded the advocacy organization Mothers Against Medical Error, and examines progress and shortcomings: …   Mehr

Anmerkung:
Und bei uns beginnt man diesen „landmark report” erst immer häufiger zu zitieren. Wenigstens das, aber leider auch nicht mehr!


04. (NIST) 2009 wieder zwei Gesundheitsinstitutionen Gewinner des Baldridge Award

Five U.S. Organizations Honored for Innovation and Performance Excellence
with the 2009 Baldrige National Quality Award

President Barack Obama and Commerce Secretary Gary Locke today announced that five organizations are the recipients of the 2009 Malcolm Baldrige National Quality Award, the nation’s highest Presidential honor for innovation and performance excellence.

The 2009 Baldrige Award recipients—listed with their category—are:

“The road to greatness in America has been, and always will be, traveled by those who embrace change and work hard every day to be the best; the organizations we honor today with the Baldrige National Quality Award exemplify that spirit,” President Obama said. “This year's recipients have shown how quality, innovation, and an unending quest for excellence help strengthen our nation and brighten the future of all Americans.”…   Mehr


05. (H&HN) Blick in die Kristallkugel

Crystal Balls

How to predict the future of a hospital in a period of accelerating and tumultuous change…   Mehr


06. (KHN) Zwei Beispiele für Gesundheitsinnovationen: Eine neue pädiatrische Spezialisierung und eine besondere IT-Vernetzung

Two Examples Of Health Innovations: A New Pediatric Specialty And A Well-Wired Clinic

Newspapers report on doctors' efforts to develop new expertise to treat children who have been abused and neglected, as well as those to address a poor community's health needs with electronic health records…    Mehr


07. (Nursing Times) Für Verbesserungen an der Medikation und zur Fehlerverringerung dem Patientendurchlauf folgen

Following the patient journey to improve medicines management and reduce errors

Examining one patient’s journey in hospital highlights where medicines management could be improved to ensure patient safety…    Mehr


08. Links

Video Feature: A conversation with the Joint Commission's Mark Chassin

Postpartum Depression Strikes Fathers, Too

Karrikatur zur aktuellen US-Gesundheitspolitik

HPOE Hospitals in Pursuit of Excellence

SAVE LIVES: Clean Your Hands. Sign Up!

Review of patient safety incidents submitted from critical care units in England & Wales to the UK National Patient Safety Agency

Disclosure and Apology - What’s Missing? Advancing Programs that Support Clinicians

Checking the Right Boxes, but Failing the Patient

Medical simulation gets real

National Patient Safety Agency: combining stories with statistics to minimise harm

Medicare Seeks To Cut Hospital Readmissions With 'Care Transitions' Project

FDA Probes Excessive Radiation Dose Cases

Utah Project Seeks to Reduce 'Overuse Of Health Care'

Klinische Studien: IQWiG fordert Pflicht zur Veröffentlichtung

Elektronische Gesundheitsakte: Mehr Schutz nötig

The Root of the Problem. The issues facing health care are immense, but AHA Chair-Elect John Bluford believes that common sense will prevail in the end.

Women's Health: Opportunities Beyond Obstetrics

PHIS (Pharmaceutical Health Information System) is an European Commission funded project, commissioned by the Executive Agency for Health and Consumers under the call for proposals 2007 in the priority area "health information" of the European Commission, DG Sanco, and co-funded by the Austrian Ministry of Health.

Priorisierung in der Medizin – DFG-Forschergruppe FOR655

Illinois Prepares To Implement Medical Error Reporting Law

Immer Ärger mit dem Pillen-Prüfer

Arme Chirurgen?

Paul A. Samuelson, Economist, Dies at 94

 


09. Buchbesprechung

Reiser, Stanley Joel, Technological Medicine: The Changing World of Doctors and Patients,

Cambridge 2009, ISBN-10: 0521835690, ISBN-13: 978-0521835695, AMAZON

'Wrap a physician, historian of science, philosopher/health policy expert, and accomplished writer and parable-maker (storyteller) all in one author at the same time, and you have Stanley Reiser“ (New York Times).

Heute ist wieder einmal ein Buch vorzustellen, bei dem man bedauert, dass es nur in englischer Sprache verfügbar ist. Denn es ist mehr als lesenswert! Weniger als ‚Gebrauchsanweisung‘ für eine bessere Krankenbehandlung als Anregung zur kritischen Reflexion der eigenen Arbeit und zu den sich daraus ggf. ergebenden Konsequenzen. Worum geht es?

Um technische Neuerungen, die (wie das Stethoskop, Röntgen- und Ultraschallgeräte, der Respirator und die Dialyse) nicht nur die Medizin, sondern auch das Arzt-Patienten-Verhältnis durchgreifend verändert haben oder – wie die Elektronische Krankenakte – erst richtig weiter revolutionieren werden. Und damit auch die Art, in der Medizin künftig organisiert und gehandhabt wird.

Der Inhalt – von uns sinngemäß übersetzt:

  • Liste der Abbildungen
  • Liste der Tabellen
  • Vorwort
  • 1. Die Körpergeräusche hörbar machen: Wie das Stethoskop die Medizin verwandelte
  • 2. Rätselhafte Bilder: Wie Patienten und Ärzte den Röntgenstrahlen begegneten
  • 3. Lebensrettend, doch rasch unbezahlbar: Die unwahrscheinliche Reise der Dialyse
  • 4. Vielversprechend, aber ein Hindernis für die Entlassung: Der janusköpfige Respirator
  • 5. Die Suche nach einer integrierten Medizin: Die Elektronische Krankenakte
  • 6. Methoden auf dem Prüfstand: Vom Aderlass über Antibiotika zur Oregon-Initiative
  • 7. Wo bleibt angesichts all der Initiativen zur Prävention die Gesundheit?
  • 8. Die durch Technik kulturell verwandelte Geburt
  • 9. Die Herrschaft über das Reich der Maschinen bewahren
  • Fußnoten
  • Stichwortverzeichnis

Die Überschriften zu den Kapiteln 1. bis 4. und 8. erklären sich praktisch von selbst. Für deutsche Leser interessant ist sicher besonders das Kapitel 5. Es reicht von den Anfängen des medizinischen Dokumentierens im frühen 19. Jahrhundert (und den ebenso lange anhaltenden ärztlichen Widerständen dagegen) über die Kodierung bis hin zu einer einheitlichen Elektronischen Krankenakte, wie sie in Deutschland in dieser Ausprägung noch nicht einmal irgendwo flächendeckend existiert. Das schließt die beliebte Frage ein, wem denn die gesammelten Daten gehören: dem Arzt oder dem Patienten? Oder der Gesellschaft, um aus der statistischen Aufbereitung der Aufzeichnungen zu lernen? Darin wird aus dem IOM-Bericht „To Err is Human“ (1999/2000) der bedauernde Satz zitiert: „Despite the computer-based patient record being ‚almost her‘ for 45 years, it has still not arrived”. In Deutschland schon gar nicht! Leider. Das Kapitel endet mit einer Diskussion der strategischen Planung der Obama-Administration, das US-Gesundheitswesen mit Hilfe von sehr viel Geld flächendeckend mit einer IT-Infrastruktur zu versehen, die auf einer einheitlichen Elektronischen Krankenakte und deren Auswertung aufsetzt.

Im Kapitel 6. finden sich – kritischer, was die medizinische Seite angeht – Anregungen, die auch hierzulande nützlich sind, z.B. zur Ausgestaltung eines finanzierbaren Gesundheitswesens für alle, wenn auch die vernünftigerweise dafür erforderlichen finanziellen Mittel nicht ausreichen.

Im Kapitel 7. wird deutlich, wie rasch das Gesundheitswesen die Grenzen der Unbezahlbarkeit überschreiten kann, wenn das Ziel aus den Augen zu geraten droht: Was genau wollen wir eigentlich sichern? Das Kapitel 9. sei besonders all jenen zur Lektüre empfohlen, die so gern die Gefährdung des Arzt-Patienten-Verhältnisses – durch wen auch immer – im Munde führen: Worin besteht das eigentlich heute genau nach einer seit Hippokrates 2000-jährigen Geschichte des ständigen Wandels?

Das Besondere an diesem Buch ist es, dass der Autor die Grenzen des ‚Denken in Silos‘ sprengt und dem Leser eine Sicht der Krankenbehandlung vermittelt, die diese – mit oder ohne Technik – auf ihren eigentlichen Zweck zurückführt: Patienten tatsächlich zu helfen. Der Autor macht die Erkenntnis aus Insider-Sicht leichter, dass nicht nur Menschen Maschinen neu erfinden, sondern auch Maschinen unwiderruflich den Menschen. Hier vor allem den Arzt und seine Art zu arbeiten. Dafür geht der Autor in seinen Fallbeispielen zurück zu den Wurzeln. Das regt zum Nachdenken an und zur kritischen Überprüfung eigener Positionen. Sehr empfehlenswert! (+++)

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Einschätzung fürs Arbeiten im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Nur gelegentlich finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Bewertung:
(+++) = Sehr gut
(++) = Gut
(+) = Lesenswert
(0) = Neutral
(-) = Nicht empfehlenswert.

Alle entsprechend gekennzeichneten Titel können Sie durch Anklicken von AMAZON aus der Buchbesprechung heraus bestellen. 


10. Rationierung, Priorisierung und so weiter – und warum die überhaupt nicht nötig sind

Gedanken zum Thema „Medizin am Limit“ in der Zeit vom 10. Dezember 2009, Nr. 51

“Rationierung” – das Wort hört man hierzulande nicht gerne. Dabei handelt es sich doch nur um eine harmlose Bezeichnung für einen unumstößlichen Sachverhalt: die Zuteilung nur beschränkt vorhandener Güter. Dabei wären erst einmal die Fragen zu klären: Wer teilt zu? Genauer gesagt, wer setzt die Prioritäten? Mit welcher Berechtigung? Wie lässt sich die Entscheidung nachprüfen und ggf. nachträglich korrigieren?

„Priorisierung“ – darunter versteht man gemeinhin das Festlegen einer Rangfolge nach Wichtigkeit und / oder Dringlichkeit. Auch da stellen sich die gleichen Fragen: Wer entscheidet? Mit welcher Berechtigung? Wie lässt sich die Entscheidung nachprüfen und ebenfalls korrigieren oder auf andere Weise – z.B. durch irgendeine Wiedergutmachung – heilen?

Im Gesundheitswesen kommt noch ein weiterer Aspekt dazu: Um welches Gut handelt es sich hier eigentlich? Um die in Frage stehende Leistung oder um einen damit (vermeintlich) gestifteten Nutzen, also um den zur Wiederherstellung des im konkreten Einzelfall möglichen Grades an Gesundheit nachweislich notwendigen Beitrag?

Das ist bekanntlich ein weites Feld – oder wie es in der Zeit so schön heißt – „vermintes Gelände“. Da streitet man in Deutschland lieber noch hinhaltend darüber, ob denn Evidenz, d.h. der Nachweis der Wirksamkeit, für die Krankenbehandlung wirklich notwendig sei. In dieser Suppe wabern auch ökonomische Interessen und eine gehörige Portion an Ideologie. Bei jeder anderen Art von Gütern als bei der Gesundheit käme man da sicher auch hierzulande schneller zu einem Konsens!

Leider wird da in der Debatte im deutschen Gesundheitswesen Manches munter durcheinander geschmissen. Es werden zudem Behauptungen in die Welt gesetzt, die entweder von Unkenntnis geprägt sein müssen oder eben von handfesten Interessen. Dabei wäre alles doch ganz einfach: Man müsste sich hierzulande nur endlich dazu bequemen,

  • die gesetzliche Gesundheitssicherung krankheitsartenbezogen auf jene Behandlungen zu beschränken, die nachweislich wirken und wirtschaftlich erbracht werden. Nicht „sparsam“!
  • den (noch vergleichsweise geringen) Stand der Erkenntnis zur Evidenz (= Wirksamkeit) aller Behandlungen zu Papier zu bringen und damit endlich nachvollziehbar zu machen
  • den Nachweis der (Nicht-)Wirksamkeit auch dadurch zu erleichtern, dass Behandlungen und deren Ergebnisse schnellstmöglich routinemäßig IT-gestützt ausgewertet werden
  • dazu für die jeweils bestmögliche Behandlung aller gängigen Krankheiten standardisierte Abläufe zu entwickeln und (nur) diese deutlich besser als heute zu bezahlen
  • gesetzlich die Pflicht zur allgemeinen Transparenz der Krankenbehandlung zu verankern: Von der Anmeldung von Studien bis zur Veröffentlichung von Routineergebnissen.

Dann müsste man sich nicht länger (wie heute) auf Spekulationen stützen („Wer soll den Daumen über Therapien heben und senken?“), wenn es um die Finanzierung von Behandlungen geht. Man bräuchte nicht länger Medizinethiker und Sozialrechtler im Heuhaufen herumstochern zu lassen und dazu eigens erhobene Meinungen als wissenschaftliche Erkenntnisse in die Welt hinauszututen. Zudem würde man bei konsequentem Handeln per saldo so viel Geld sparen, das heute für Sinnloses und eine miserable Organisation („Über-, Unter- und Fehlversorgung“) ausgegeben wird, dass man sich vermutlich für längere Zeit weitere Beitragssteigerungen sparen könnte.

Das Dumme an unserer Forderung ist nur, dass wir damit schon deshalb gegen Betonwände rennen, weil neben der menschlichen Neigung zur Trägheit und zum Festhalten am Gewohnten auch harte Interessen dagegen stehen: Es wird heute noch viel Geld damit verdient, den Menschen mit Überflüssigem eine optimale Behandlung vorzuenthalten. Dafür nimmt man „höheren Orts“ lieber eine gewisse Portion an Rationierung – oder wie immer man die nun zur Tarnung umbenennen will – für die Allgemeinheit in Kauf. Die gilt ja zumeist nur für die Anderen!

Aus objektiven Gründen nötig wäre eine Rationierung in Deutschland bei einem grundlegenden Wandel noch lange nicht! Das zeigen auch die internationalen OECD-Gesundheitsdaten 2009:

  • Deutschland 3.588 Euro / Einwohner (10,5% vom BIP)
  • Schweden 3.323 Euro / Einwohner (9,1% vom BIP)
  • Mittelwert 2.964 Euro / Einwohner (8,9% vom BIP)

Das sollte sich endlich jeder klar machen: Und Erkenntnis ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung! Bis dahin rationieren bereits – wenn man den lockeren Sprüchen aus Ärztelobby und Medien glauben will, in Deutschland hinter dem Rücken der Patienten ärztliche „Einzelkämpfer“ – Ethik hin oder her – aus eigener Machtvollkommenheit nach eigenem Gutdünken. Vielleicht geht man im Falle einer Krankheit doch besser (gezielt) ins Ausland?