Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

"Your most precious possession is not your financial assets. Your most precious possession is the people you have working there, and what they carry around in their heads, and their ability to work together"

(Robert Reich)

Quelle: Baptist Health Care Leadership Group


01. Editorial: „Externe Qualitätssicherung“. Ein Trauerspiel der vorgetäuschten Transparenz.

Der Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 28.08.09 entnahmen wir: „Die sektorenübergreifende Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland kann ab sofort beginnen. Einen entsprechenden Vertrag über die Entwicklung von Verfahren zur Messung und Darstellung der Versorgungsqualität in Deutschland unterzeichneten am Freitag … Vertreter des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und des Göttinger AQUA-Instituts für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH … AQUA … arbeitet (jetzt) mit Hochdruck an der Entwicklung eines entsprechenden Methodenpapiers, das dann mit den zu beteiligenden Organisationen des Gesundheitswesens diskutiert und öffentlich zugänglich gemacht werden soll“.

Kein Wort zur Sache. Weder zum Inhalt der Ausschreibung, die die BQS aus der stationären Qualitätssicherung herausschoss, noch zu den Auswahlkriterien des G-BA – noch gar dazu, was man sich wohl im Kartell der Leistungserbringer und Versicherer unter der neuen (besseren?) Qualitätssicherung vorstellen mag. Was zumindest die Patienten als Qualität der Krankenbehandlung erwarten, hat offensichtlich keiner je gefragt.

Das passt ins Bild der Bevormundung mündiger Bürger.

Auch wenn der einzige Zweck der ganzen Krankenbehandlung darin besteht, die Gesundheit von Patienten (soweit möglich) wiederherzustellen, und Qualität den Grad beschreiben sollte, in dem dies tatsächlich geschieht, wird gesetzlich abgesichert hinter verschlossenen Türen darüber verhandelt, wie die Qualität der Behandlung zu beurteilen ist.

Schon bei der herzlich geringen Zahl und der – wohl eher zufällig zustande gekommenen und fürs Ganze keineswegs repräsentativen – winzigen Auswahl an Behandlungen, deren Auswertung der BQS bislang erlaubten waren, wurde kaum je die Wirksamkeit kritisch hinterfragt oder gar das Ergebnis. Von der Wirksamkeit der Gesamtheit aller stationären Behandlungen ganz zu schweigen! Stattdessen beschränkte man sich weitaus überwiegend auf die Beurteilung des Grades der Einhaltung gewisser Regeln zur Indikation, Diagnostik und / oder Therapie anhand von Referenzbereichen – eine für interessierte medizinische Laien (= Patienten) nur bruchstückhaft nachvollziehbare Vorgehensweise. Das soll jetzt also besser werden. Sektorenübergreifend.

Da darf man aber gespannt sein!

Besonders deshalb, weil von offizieller Seite der Selbstverwaltung und des G-BA stets behauptet wurde, „die Qualität der Krankenbehandlung“ sei vorzüglich und steige immer weiter. Anders ist auch die in diesen Tagen veröffentlichte Schlagzeile „Verbesserungen bei 80 von 206 Qualitätsindikatoren – BQS veröffentlicht Qualitätsreport für das Jahr 2008“ kaum zu verstehen. Das grenzt schon an eine bewusste Irreführung!

Schon was der BQS bis zu ihrer Ausbootung im Jahre 2009 an Auswertungen gerade einmal zugestanden wurde, bezieht sich a) nur auch einen – keineswegs repräsentativen – Bruchteil aller Krankenhausbehandlungen, b) auch dort nur im Ausnahmefall auf die Qualität der Behandlungsergebnisse und c) hinsichtlich der „Verbesserungen“ auch nur um das „Einfangen“ eines Teils der Häuser, deren gemeldete Zahlen zuvor außerhalb der geforderten Referenzbereiche lagen. Das ist zwar schön, aber noch jahrelangem Bemühen wohl von eher homöopathischem Nutzen!

Einen Patienten interessierte doch vor allem:

Welche Behandlung hilft mir tatsächlich? Welche Ergebnisse werden damit heute mit welcher Wahrscheinlichkeit erzielt? Welche Nebenwirkungen sind dabei in Kauf zu nehmen? Welche Alternativen gibt es? Welche davon ist aus welchen Gründen zu empfehlen? Stehen Nutzen und Risiken in einem akzeptablen Verhältnis? Wird etwa zu meinen Lasten gespart? Was ist bei den ärztlichen Empfehlungen Behauptung und was ist nachweisbar? Welche Motive treiben den Arzt zu seiner Empfehlung? Hinzu kommen – im täglichen Leben selbstverständliche – Fragen wie diese: Wie steht es eigentlich mit der fachlichen Qualität des Behandlers? Wie lässt sich die – am besten an seinen Erfolgen – belegen?

Solch “laienhafte“ Wissbegier bleibt im deutschsprachigen Raum bislang fast ungestillt.

Schon solch simple Fragen treffen leistungserbringerseitig nach wie vor auf den allerhöchsten Unwillen. (Wer sie seinen Patienten ehrlich beantwortete, könnte sich damit ohne faule Tricks eine – derzeit unschlagbaren – Wettbewerbsvorteil verschaffen). Doch eine umfassende Transparenz von Gepflogenheiten, Methoden und Ergebnissen passt wohl nicht zum ärztlichen Selbstverständnis und schon gar nicht in die Standespolitik. Man ahnt schon, warum. Und wenn doch einmal ein Zipfel Realität sichtbar wird wie kürzlich im Zusammenhang mit den schon lange bekannten „Kopfprämien“ der Krankenhäuser für Zuweiser, gibt es dafür die albernsten Begründungen: „Nur die – angeblich vom Gesetzgeber gewollte – „Ökonomisierung“ bringt den Arzt also dazu, so zu handeln! Als ob ökonomisches Handeln a priori schlecht wäre!

Zu Beginn der Auseinandersetzungen zum schönen Thema Qualität war der Widerstand gegen allzu viel Qualitätstransparenz noch unstrukturiert. Die – bezüglich der Wahrung der Patienteninteressen eher inkompetente – „Selbstverwaltung“ unterschiedlicher, wenn nicht gar entgegengesetzter Interessen verzögerte viele Jahre jede Entscheidung. Am Ende kam es zum faulen Kompromiss namens KTQ, der die Qualitätstransparenz einfach ausklammerte. Das „KTQ-Gütesiegel“ wurde so zwangsläufig nicht zur allseits respektierten „TÜV-Plakette“ wie ihr internationales Vorbild bei der Joint Commission. Das Abhaken von einigen Mindesterfordernissen blieb der (typisch deutschen) „externen Qualitätssicherung“ bis zu deren Ausbootung im Jahre 2009 der BQS vorbehalten.

Belege für die behauptete hohe Qualität der Krankenbehandlung als Ganzes gibt es bis heute nicht.

Wenn AQUA da nicht noch „mit Hochdruck … sektorenübergreifend“ ein Kaninchen aus dem Hut zaubert, ist auch kaum zu erwarten, dass dabei nun etwas Gescheiteres herauskommen kann als bisher. „Ab Anfang 2010“ schon gar nicht! Hier wird von irgendwelchen Strippenziehern wohl wieder einmal nur auf Zeit gespielt. Das würde jedenfalls gut ins Bild der Qualitätsbehauptung anstelle der überfälligen Qualitätstransparenz passen! Jetzt wäre erst einmal eine breite öffentliche Diskussion darüber überfällig, wie die Qualität der Behandlung beschrieben, gemessen und ausgewertet werden sollte. Überhaupt und – z.B. anhand von Tracern – repräsentativ.


02. (KHN) Tödliche Behandlungsfehler bleiben unberichtet

Deadly Hospital Errors Go Unreported

Estimates say nearly 98,000 people die from preventable medical mistakes each year, yet there is no comprehensive system for reporting medical errors, Hearst Newspapers/Houston Chronicle reports...

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Anmerkung:
Das ist bei uns ganz anders. Oder??? Bei uns passieren solche Fehler offensichtlich nur, wenn sie aufkippen!

 


03. (KHN) Konkrete Beispiele für eine kostengünstigere Krankenbehandlung - und das auch noch in nachweislich höherer Qualität

The Billings Clinic and Cleveland Clinic Provide Models Of High Quality, Low-Cost Care

The News Hour With Jim Lehrer profiled two clinics that are seen to provide excellent health care services at low cost...

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Anmerkung:
Wann gibt es auch bei uns endlich einmal ein solches Thema im Fernsehen?


04. (AHRQ) RWJF Charting Nursing’s Future: Was man gegen die Qualitäts- und die Sicherheitslücke tun kann

Addressing the quality and safety gap—parts I-II.

Part I of this three-part series examines the quality improvement experience of four health care organizations and one state government. Part II examines how nursing intersects with health information technology implementation efforts. Part III will be available in early 2010…    Mehr


05. (Hearst Newspapers) Dead by Mistake: Eine Website, wie sie bei uns immer noch fehlt

Calls for medical error reporting reform heard across country

Federal and state legislators line up behind mandatory reporting of medical errors following Hearst national investgation…

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06. (KHN) Rücken-Behandlungen laufen trotz fehlender Nachweise der Wirksamkeit unvermindert weiter

Comparative Effectiveness: Back Surgery Remains Popular Despite Poor Study Results

Studies have recently found that vertebroplasty – a type of back surgery in which cement is injected into the spine – isn't effective, but many patients and their doctors insist it works...

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07. (HSC) Spart die IT-Überwachung von Intensivpatienten Kosten?

Does Telemonitoring of Patients—The eICU—Improve Intensive Care?

Health Affairs, Web exclusive

Intensive care units are an essential and costly component in most U.S. hospitals...

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08. Links

Die Beutelschneider (Moseley Studie) - Siehe dazu auch das Wedeln mit "vielen Studien", die angeblich das Gegenteil beweisen, ohne auch nur eine einzige tatsächlich zu benennen. Und mit so schönen Worten wie " Die von Moseley getätigten Aussagen sind, obwohl vordergründig evidenzbasiert, als falsch einzustufen. Sie sind aus statistischen, medizinischen und ethischen Gründen abzulehnen": Wer sich so äußert, produziert erst die Skepsis, die er zu  bekämpfen sucht!

Research Trove: Patients’ Online Data

Energetic About Improving Quality, Carolyn Clancy, director of the Agency for Healthcare Research & Quality

Five Lessons From Seattle On Adopting Electronic Medical Records

New Web Site Will Help Utah Residents Compare, Buy Health Insurance

Medical tort reform could save billions

Canadian Health Care: Socialized Insurance, Not Socialized Medicine

ATLS Advanced Trauma Life Support (Englisch)

Zu viel versprochen. Die meisten Europäer überschätzen den Nutzen der Früherkennung. Vor allem die Deutschen. (Woran liegt das wohl?)

Quality and Safety Education

Allerlei Informationen zum US-Gesundheits und Sozialwesen - nach Bundesstaaten

E-Health Vision Takes Shape; 'Easier Said Than Done,' Brits Say

Pflegekomplexmaßnahmen-Scores für Erwachsene (PKMS-E), Kinder und Jugendliche (PKMS-J) und Kleinkinder (PKMS-K)

KPMG Gesundheitsbarometer. August 2009, Sommerausgabe

St Francis Bon Secour - auch eine Krankenhaus-Website. Nett, aber wenig Fakten!

Codierqualität in den Krankenhäusern: Unberechtigte Vorwürfe

Zertifizierung von Medizinprodukten: Gefährliche Lücken im System

Reality check for checklists

The competent surgeon: individual accountability in the era of "systems" failure

Handelsblatt Halbmanager in Weiß

Wie Kliniken an Patienten und Mitarbeitern sparen

Ein Kompromiss gegen das Wohl der Frühchen

(New York Times) 10 Schritte zu einer guten Gesundheitsreform aus Expertensicht (Atul Gawande, Donald Berwick, Elliott Fisher und Mark McClellan)

Hospitalizations in which Patients Leave the Hospital against Medical Advice (AMA), 2007

Ulla Schmidt: Das Arbeitszeugnis

Ärzte sollen Krankenhäusern Prämien abpressen

Asklepios: "Wir machen Qualität sichtbar"

Überschätzter Jobmotor Gesundheitsswirtschaft (Das haben wir schon immer so gesehen)

Reform lässt DRG-Preise steigen (Mehr Bürokratie kostet!)

USA: Eine Million zusätzliche Prostatektomien durch PSA-Screening

Joint Commission Online – September 2, 2009

Joint Commission Online - August 26, 2009

Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infektionen Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention

http://www.bqs-qualitaetsreport.de/ BQS-Qualitätsreport 2008

How Will the Uninsured be Affected by Health Reform?

Iowa Hospital Uses Innovative Design To Reduce Error

Niederlande sind Vorbild gegen Klinik-Keime

«Viele Ärzte lassen ihren Patienten keine Wahl»

World’s Best Health Care

Tangible and Unseen Health-Care Costs. Spending by Doctors Extends Beyond Insurance as Many Take Steps to Protect Themselves; Patients' Wishes Push Up Bills, Too

Health Workers' Misdeeds Kept In Secret Database

Minnesota Offers Model For Cost-Effective Health Care

Krankenhauseinweisungen: Fangprämie

Evidenzbasierte Medizin: Häufiger Regelverstoß bei Studienregistrierung


09. Buchbesprechung

Joint Commission International, Joint Commission International Akkreditierungsstandards für Krankenhäuser, 3. Auflage, Gültig ab Januar 2008, käuflich zu erwerben als Papierfassung oder als pdf-book in English Language, (official) translation to German - JCI Accreditation Standards for Hospitals, 3rd edition, PDF book, weitere Übersetzungen in diese Sprachen: Arabic, Chinese, Czech, Danish, Italian, Brazilian Portuguese, European Portuguese, Spanish, Thai. Hier finden Sie eine Übersicht aller verfügbaren Handbücher.

Seit der zweiten Auflage der – im hmanage Newsletter 183 vom 12.03.05 besprochenen deutschsprachigen Fassung der – internationalen Standards hat sich inhaltlich eine Menge getan. (Außerdem ist die Übersetzung ins Deutsche jetzt auch besser als früher, wenn auch nach wie vor, vermutlich wegen fehlender Industrie- und Branchennähe, nicht irritationsfrei; so wird z.B. „Facility Management“ mit „Anlagenmanagement“ übersetzt und „effective“ mit „effizient“). Was wir heute vorstellen, könnte noch weitaus stärker als die früheren Versionen der Standards eine Blaupause dafür sein, wie die Qualitätsfähigkeit (nicht nur) von Krankenhäusern ziemlich zuverlässig bewertet werden kann. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Weitaus besser wäre sicher eine Akkreditierung nach den weltweit eingesetzten Standards der Joint Commission International, einer Abteilung der amerikanischen Joint Commission Resources, Inc., für die – wie wir uns im unmittelbaren Kontakt überzeugen konnten – allmählich auch erfahrene deutschsprachige Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen scheinen.

Damit ist zwar – wie bei der TÜV-Plakette beim Auto – immer noch kein Qualitätsbeweis verbunden. Doch die Wahrscheinlichkeit von Qualität steigt damit ganz gewaltig. Verglichen mit einer Akkreditierung durch die Joint Commission International haben jedenfalls praktisch alle deutschen Zertifikate für den stationären, ambulanten und Reha-Bereich bestenfalls Alibi-Charakter. Nur das US-Original der Standards für

  • Krankenhäuser
  • Ambulante Einrichtungen
  • Versorgungskontinuum
  • Klinische Labors
  • Krankentransporte
  • Krankheitsarten und zustandsspezifische Programme

bietet noch schärfere (und erheblich häufiger aktualisierte) Spielregeln. Hier der Inhalt:

  • Vorwort
  • Einleitung
  • Joint Commission International Akkreditierungsrichtlinien
  • Übersicht der Änderungen
  • Internationale Patientensicherheitsziele (zusammen mit WHO)
  • Funktionale Kapitel I: Patientenorientierte Standards
  • Zugang zur und Kontinuität der Behandlung (Access to Care and Continuity of Care – ACC)
  • Patienten- und Familienrechte (Patient and Family Rights – FPR)
  • Assessment von Patienten (Assessment of Patients – AOP)
  • Behandlung von Patienten (Care of Patients – COP)
  • Anästhesie und chirurgische Behandlung (Anestesia and Surgical Care – ASC)
  • Management und Gebrauch von Medikamenten (Medication Management and Use – MMU)
  • Schulung von Patienten und Angehörigen (Patient and Family Education – PFE)
  • Funktionale Kapitel II: Organisationsorientierte und …
  • Qualitätsverbesserung und Patientensicherheit (Quality Improvement and Patient Safety – QPS)
  • Prävention und Kontrolle von Infektionen (Prevention and Control of Infections – PCI)
  • Steuerung, Führung und Leitung (Governance, Leadership, and Direction – GLD)
  • Anlagenmanagement und Sicherheit (Facility Management and Safety – FMS)
  • Mitarbeiterqualifikation und Weiterbildung (Staff Qualifications and Education – SQE)
  • Kommunikations- und Informationsmanagement (Management of Information – MOI)
  • Glossar
  • Index

Leider wurde der nützliche Methodenvergleich (ISO 9000, Baldridge, and Joint Commission US Health Care Standards) aus der weitergehenden US-Version auch diesmal nicht übernommen.

Die Einleitung bietet eine probate Übersicht zum Aufbau des Manuals und zur JCI-Vorgehensweise. Schon bei der Lektüre schämt man sich, wenn man bedenkt, was uns in Deutschland – speziell mit KTQ – stattdessen an oberflächlichen und irreführenden Zertifizierungen zugemutet wird, obwohl man methodisch hier und dort manches abgekupfert hat (z.B. die Hervorhebung – hier aus guten Gründen mittlerweile wieder aufgegebener – „Kernstandards“). Außerdem findet sich hier eine Übersicht der vorgenommenen Änderungen. Interessant die aufgezählten Zwecke:

  • Leitfaden für ein effizientes & effektives Management
  • Leitfaden für die Organisation und die Ausführung der Krankenbehandlung sowie die Steigerung ihrer Effizienz und Effektivität
  • Bewertung der wichtigsten Funktionen eines Gesundheitsunternehmens
  • Vertrautheit mit den unbedingt zu erfüllenden Standards der JCI
  • Vertrautheit mit den darüber hinausgehenden Compliance-Erfordernissen
  • Kenntnis der Regeln des JCI-Procedere
  • Verständnis bezüglich der JCI-Terminologie

Wichtig ist auch ein Element, das in deutschen Zertifizierungen gänzlich fehlt: Die „messbaren“ Elemente der Standards, also jene Erfordernisse, die im Zuge des Akkreditierungssurveys numerisch bewertet werden. Die messbaren Elemente eines Standards zeigen auf, was für eine vollständige Compliance erfüllt sein muss.

Die Joint Commission International Akkreditierungsrichtlinien beschreiben die Voraussetzungen und den generellen Akkreditierungsprozess und den Validierungsprozess zur Messung seiner Effektivität. Besonders lesenswert ist die Lektüre der – in dieser Form neu hinzugekommenen – Tracer-Methode als Kernelement des Prozesses. Dabei wird der Lauf unter verschiedenen Aspekten ausgewählter Gruppen von Patienten durch den Behandlungsprozess und der dabei gemachten Patientenerfahrungen durch die ganze Organisation verfolgt. Dazu gehören insbesondere:

  • Durchsicht der Krankenakte
  • Beobachtung des Behandlungsprozesses
  • Beobachtung des Medikationsprozesses
  • Beobachtung des Prozesses der Infektionsprävention und -kontrolle
  • Beobachtung des Prozesses der Behandlungsplanung
  • Diskussion der Datennutzung - und was daraus gelernt wurde
  • Diskussion des Umwelteinflusses auf die Sicherheit und die diesbezügliche Rolle der Mitarbeiter
  • Diskussion mit Patienten und Familienangehörigen
  • Beobachtung des Prozesses der Notfallbehandlung und diesbezüglicher Aspekte des Patientenflusses und der Dienste der medizinischen Infrastruktur
  • Prüfung aktueller und / oder abgeschlossener Patientenakten zu vergleichbaren Situationen

Dabei werden auch andere Aktivitäten unter die Lupe genommen, die damit zusammenhängen. Eine besondere Rolle spielen patientenbezogene System-Tracer, speziell zur Datennutzung, zur Infektionsprävention und -kontrolle und zum Medikamentenmanagement.

Eine weitere Besonderheit des Ansatzes ist die formalisierte Meldepflicht für Sentinel Events, deren Ursachenanalyse und (künftige) -prävention mittels FMEA.

Seit der letzten Überarbeitung spielen diese Internationalen Patientensicherheitsziele im JCI-Ansatz eine ganz besondere Rolle:

  • Korrekte Patientenidentifikation
  • Verbessern einer effektiven Kommunikation
  • Verbessern der Sicherheit von Medikationen hohen Risikos
  • Sichern korrekter Operationen (korrekte Seite, Prozedur, Operation)
  • Verringern des Risikos nosokomialer Infektionen
  • Verringern des Verletzungsrisikos durch Stürze

Die eigentlichen Standards der JCI werden im Hauptteil des Manuals in den oben fett hervorgehobenen „Funktionalen Kapiteln I und II“ (Section I and Section II) beschrieben.

Zu jedem dieser Kapitel gibt es (wie auch zu den Patientensicherheitszielen) für jeweils (einen oder) unterschiedlich viele zu erfüllende Standards ausführliche Beschreibungen in dieser Gliederung:

  • Überblick
  • Standards (Aufzählung)
  • Standards, Absichten und Messbare Elemente (Detailerläuterungen)

Da die Qualitätsterminologie im Gesundheitswesen alles andere als einheitlich ist, ist das Glossar am Ende dieses Manuals außerordentlich hilfreich. Wer sich – was auch zur Klärung gelegentlich nicht gänzlich nachvollziehbarer deutschsprachiger Ausführungen im Manual sehr empfehlenswert ist – auch die englischsprachige Originalversion der JCI besorgt, verfügt damit zugleich über ein vorzügliches kleines Wörterbuch branchenspezifischer Fachbegriffe.

Ähnlich nützlich ist der Index, weil hier nicht nur Spezifika der Joint Commission International kapitel- und seitenbezogen zusammengestellt sind, sondern auch jede Menge Begriffe fachlichen oder organisationsbezogenen Inhalts wie Ärztemuster, klinische Pfade oder Arbeitsplatzbeschreibungen.

Ob man sich nun dem aufwendigen und nicht ganz billigen Procedere einer Akkreditierung durch die JCI unterziehen will oder nicht, ist natürlich von jedem Krankenhaus selbst zu entscheiden. Dabei sollte man sich den Zusatznutzen klarmachen, den man sich damit einhandelt:

  • Eine grundlegende kritische Reflexion des gesamten betrieblichen Geschehens!

Darauf lässt sich ungleich einfacher ein weitergehender Ansatz der Formalisierung des Geschehens im Sinne der ISO 9000 oder gar der Prozess einer kontinuierlichen Verbesserung im Sinne des EFQM-Modells für Excellence aufbauen. Zudem verfügt man am Ende des Bewertungsprozesses über eine wirklich handfeste Bestätigung der Qualität des Krankenhausgeschehens (wie bei der TÜV-Plakette beim Auto) und nicht nur ein Larifari-Zertifikat wie beim zugegebenermaßen weitaus „bequemeren“ KTQ®, das bestenfalls „beweist“, dass man sich irgendwie mit der Materie befasst hat.

JCI verspricht nicht (wie KTQ®), dass „die Gesundheit der Patienten nur profitieren (kann)“. Hier stimmt es aber – wenn man so große Worte überhaupt in den Mund nehmen will – tatsächlich! Für alle, die wirklich nach handfesten Anregungen für sinnvolle Verbesserungen suchen, bietet der Akkreditierungsprozess dank der von der JCI gebotenen weltweiten Erfahrung das wohl derzeit mit Abstand beste inhaltliche Fundament für die eigene Qualitätsarbeit. Ein großes Stück davon lässt sich bereits vergleichsweise preiswert mit der bloßen Lektüre des Manuals erzielen: Joint Commission Internationale Standards für Krankenhäuser sollte für jeden, der in Sachen Qualität im Krankenhaus ernsthaft mitreden will, eine absolute Pflichtlektüre sein! (+++)

 

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Einschätzung fürs Arbeiten im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Nur gelegentlich finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Bewertung:
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Alle entsprechend gekennzeichneten Titel können durch Anklicken von AMAZON aus der Buchbesprechung heraus bestellen.


10. Neues auf hmanage.net

Nach einer dreiwöchigen Urlaubsunterbrechung haben wir uns wieder an die weitere Bearbeitung unserer Website www.hmanage.net gemacht. Dabei gehen wir die bereits fertiggestellten Seiten durch und füllen sukzessive die vielen, noch vorhandenen Lücken. Neben Detailverbesserungen auf der gesamten Website - beginnend mit der Startseite - liegt der Schwerpunkt derzeit beim Füllen der Service-Seite "Qualitätsmanagement". Dort werden Sie in Kürze eine knappe Übersicht über das Gesamthema finden.