Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen!


Motto des Tages

"Why not go out on a limb - isn't that where all the fruit is?"
(Frank Scully)

Quelle: Baptist Health Care Leadership Group


01. Editorial: Kurzbericht über eine ziemlich entlarvende Veranstaltung

Die „Berliner Wirtschaftsgespräche e.V.“ hatten zu einem Frühstück in den Berliner Zoo eingeladen. Mit Ulla Schmidt. Das hätte reizvoll werden können. Doch leider kam die Ministerin nicht, sondern ihre Parlamentarische Staatssekretärin Caspers-Merk. Die gab – wie erwartet – überwiegend nichts wirklich Berichtenswertes von sich. Stattdessen trug sie Kraut- und Rüben-artig vor, was ihr so gerade einfiel. Und das war nichts Gescheites. Schon gar nichts zum Thema. Fast das Schönste war ein wohl eher unfreiwilliges Zitat (siehe unten). Ansonsten das sattsam Bekannte: Mehr Reglementierung senkt die Kosten, stärkt den Wettbewerb und macht das Gesundheitssystem angesichts der Finanzkrise „rüttelfest“. Nun also!

Auch die anschließenden, teilweise wohl besser als Koreferate zu bezeichnenden Wortbeiträge waren zumeist interessengebunden und damit hier uninteressant. Frau Caspers-Merk revanchierte sich mit noch längeren Entgegnungen. Das alles wäre nicht weiter bedeutsam, wenn sie sich bei der einzig interessanten Frage nicht einen besonderen Ausfall geleistet hätte: Rong Yang, ein Chinese (wie sich später herausstellte mit Harvard-Studium) fragte in wenigen wohlformulierten Sätzen in akzentfreiem Deutsch, ob nicht statt einer immer stärkeren Reglementierung ein höheres Maß an wertorientiertem Wettbewerb (im Sinne von Regina Herzlinger und Michael Porter) weitaus erfolgsträchtiger sei. Die Herkunft des Fragers und das Stichwort Amerika lösten bei der Parlamentarischen Staatssekretärin einen Reflex aus, der sie zu einer Unzahl von Zwischenrufen provozierte und einer sich geradezu überschlagenden Tirade über „200 Millionen chinesischer Wanderarbeiter“, verbunden mit (angeblich) „60 Millionen Unversicherten“ in den USA. Auf die Frage ging sie nicht ein. Das war ein Paradebeispiel für das geistige Niveau, mit dem wir heutzutage regiert werden.

Damit hatte der Besuch doch gelohnt: Mit einem neuen Ansporn, weiterzumachen!


02. California Hospital Patient Safety Organization (CHPSO)


The California Hospital Patient Safety Organization (CHPSO), created by the California Hospital Association...

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03. (KHN) Ein einfacher Weg, die Gesundheitskosten zu senken?

NPR reports on a way to reduce national health care costs: "Getting doctors and hospitals in the parts of the country that spend the most on medical care now to bring that spending more in line with that of lower-spending regions."...

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04. (NYT) Evidenzbasierte Werbung

Calculating Consumer Happiness at Any Price
Could it be that humans are not quite as gullible as advertised? ...

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05. (Health Affairs) Wie man Verschwendung und Behandlungen zweifelhaften Nutzens mit Wirksamkeitsvergleichen identifizieren könnte

'Marginal Medicine': Targeting Comparative Effectiveness Research To Reduce Waste

A new way of defining "waste" in health care places some treatments in the category of "marginal medicine"—where benefit is not always worth the risk or cost...

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06. (KFF) Warum eine allgemeine Pflichtversicherung in den USA so schwer durchzusetzen ist.

New Data Note Examines Recent Polling on Public's Willingness to Pay for Health Reform

In a new data note ... the Kaiser Family Foundation’s public opinion and survey research team looks at the raft of polls recently released on the public’s willingness to pay for an expansion of coverage to their fellow citizens....

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07. „Modernes Krankenhausmanagement“: Keine neue Buchbesprechung, nur ein Kurzkommentar

Die erste Auflage des Buches „Modernes Krankenhausmanagement: Konzepte und Lösungen“ von Salfeld, Rainer, Hehner, Steffen, Wichels, Reinhard (Hrsg.) haben wir schon im hmanage Newsletter 334 – etwas enttäuscht von McKinsey – verhalten positiv besprochen. Nun kommt also eine aktualisierte und erweiterte 2. Auflage, deren Kauf wir uns nach dem bisherigen Eindruck lieber verkneifen wollen.

Hier wollen wir uns nur noch einmal das erste Kapitel vornehmen, das McKinsey stolz zur Gratislektüre ins Internet stellt: „Die deutschen Krankenhäuser – international auf dem Weg an die Spitze“. Denn es zeugt von erstaunlich wenig Ahnung, den Leuten einen solchen Brei um den Bart zu schmieren – oder auch von ganz besonderem Opportunismus.

An den vorgestellten Zahlen wollen wir nicht zweifeln – auch wenn sie so stark verkleinert wiedergegeben werden, dass sie nur noch knapp leserlich sind. (Das war schon ein Mangel der ersten Auflage). Die Folgerungen sind allerdings teilweise abenteuerlich:

  • Beispiel: Generelle Krankenhausvergleiche: Wo bleibt die Tatsache, dass Krankenhäuser international völlig unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen (z.B. auch Teile der ambulanten Versorgung oder Patienten stationär versorgen, die das gar nicht brauchen) und dazu auch noch unterschiedlich finanziert sind (Beispiel dualistische Finanzierung oder US-Belegarztsystem)?
  • Beispiel: Adjustierung der OECD-Gesundheitsausgaben nach der Kaufkraft: Dürfen die Krankenhauskosten absolut höher sein, weil die Leute es sich leisten können?
  • Beispiel Personalkosten: Hier sitzt MCK teilweise dem gleichen Trugschluss auf wie frühere Krankenhausvergleiche nach Kostenarten. Schon mal was von Faktortausch gehört? Oder von Outsourcing?
  • Beispiel Einkommen der Ärzte: Wo bleibt z.B. der deutsche Einkommensanteil aus Nebentätigkeit an denselben Patienten, aus Pool etc.? Die für Deutschland genannte Zahl entspricht jedenfalls nicht der Lebenswirklichkeit!
  • Beispiel Zugänglichkeit: Könnte das nicht auch mit der Art der Krankenversicherung und der durch sie begünstigten Überkapazitäten in Deutschland zu tun haben?
  • Beispiel Qualität: Wie kommen die Autoren dazu, die eher homöopathische Dosis an Qualitätstransparenz und ziemlich allgemeine Publikumsbefragungen zur alleinigen Quelle der Behauptung eines „im Durchschnitt angemessenen (Qualitäts-)Niveau(s)“ zu machen?
  • Beispiel Qualität: Wo bleiben dazu die internationalen Vergleiche?

Die Abbildung 1.7 macht das ganze Dilemma deutlich: Wer heute noch als Anforderungen an ein Gesundheitssystem die „Zugänglichkeit“, „Angebotsbreite“, „Hohe Qualität“ sowie „Finanzierbarkeit“ formuliert, ohne alle drei präzise greifen zu können, braucht sich nicht daran zu stören, wenn er ständig Äpfel mit Birnen vergleicht. Auch zur „Wahlfreiheit“, „Erfordernis von Zuzahlungen“ und „Art der Einweisung“ ließe sich manches kritisch anmerken.

Tatsache 1 ist und bleibt: Das deutsche Gesundheitssystem ist im breiten internationalen Vergleich sehr teuer. Tatsache 2 bleibt nach wie vor: Die Prozess- und Ergebnistransparenz des weitaus überwiegenden Teils der (Kosten der) Krankenbehandlung ist miserabel. Daraus einen „Weg zur Spitze“ abzuleiten, ist schon reichlich verwegen. Oder eben opportunistisch. Warum bewegen sich dann nur die internationalen Patientenströme größtenteils so beharrlich an Deutschland vorbei? Es wäre ja schön, wenn sich das änderte! Nur nicht durch Zukleistern der Faktenlage.

Siehe dazu auch KU

 


08. Links

Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat neues Gutachten.

(BQS) Neue Daten zur Behandlungsqualität der Krankenhäuser aus dem Erfassungsjahr 2008

SPD: Mehr Patientenrechte bei Behandlungsfehlern!

Krankenhäuser: Investitionen in Informationstechnologie geplant

Usabil-IT-Studie zur Anwendbarkeit von IT im Krankenhaus

Die Top-Unternehmen im deutschen Mittelstand

For America's Aged, Surgery At Any Price?

The European Experience: The Pluses and Minuses Of Government-Run Health Care

Schreibtisch oder OP? Der Markt für Mediziner verändert sich rasant. Krankenhäuser konkurrieren mit Versicherungen und Beraterfirmen um den Nachwuchs. Besonders gute Chancen haben Ärzte, die sich in Betriebswirtschaft auskennen

Wo ist Gesundheit am teuersten und warum?

Fat In The USA: Obesity Is Rising

Unintentional Fall Injuries Associated with Walkers and Canes in Older Adults Treated in U.S. Emergency Departments

Care Quality Commission UK

Medikamenten-Check: Informationen zu Neben- und Wechselwirkungen von über 100.000 Arzneimitteln

What the Latest Polls Show on Health Care US

Hoffentlich nicht privat versichert

Deutsche Gesellschaft für Klinisches Prozessmanagement e.V.: Erstaunlich interessante Vorträge!


09. Buchbesprechung

ZQ, Qualitätsinitiative, DRG-induzierte Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Organisationen, Professionals, Patienten und Qualität

„DRQ – Diagnosis Related Groups …oder Deutschland Reduziert Gesundheitsleistungen“

Heute ist ein sehr interessanter Bericht zu besprechen: Es geht um die Auswirkungen der Umstellung der Abrechnung stationären Leistungen auf G-DRGs in 30 Niedersächsischen Krankenhäusern. Anlass war die „Vermutung, dass die DRG in hohem Ausmaß unerwünschte Nebenwirkungen (‚Kollateralschäden‘) zur Folge haben. Gleichzeitig stellte sich die Frage, ob nicht auch positive Nebenwirkungen (‚Kollateralnutzen‘) belegt werden können“.

„Ziel des Projektes (war) eine umfassende Analyse DRG-induzierter Auswirkungen auf das aktuelle Versorgungsgeschehen für

  • die Organisation Krankenhaus
  • die Patienten und ihre Angehörigen
  • die in der Patientenversorgung unmittelbar tätigen Berufsgruppen
  • die Zuweiser und die nachgelagerten Bereiche

Dazu wurden diese Thesen formuliert (Zitat):

  • Qualität der Krankenversorgung: Die Qualität der unmittelbaren Patientenversorgung im Krankenhaus hat sich aufgrund der DRG-Einführung nicht verändert. Die sektorale Trennung verhindert, das dies ‚grenzüberscheitend‘ so gesehen wird.
  • Gezielte Selektion lukrativer Behandlungsfälle (‚Rosinenpickerei‘): Die DRG veranlassen Krankenhäuser nicht, nur lukrative Fälle zu selektieren…
  • Zu frühzeitige Entlassung („blutige Entlassung“): DRG führen nicht dazu, dass Patienten systematisch vor dem aus medizinischer Sicht sinnvollen Zeitpunkt aus der stationären Behandlung entlassen werden…
  • Veränderung der Organisation des Krankenhauses: DRG als pauschaliertes Entgeltsystem führen zu einer strategischen (Neu-)Positionierung…
  • Veränderte Arbeitsbedingungen: Die strukturellen Veränderungen und die neuen Anforderungen zur operativen Umsetzung des DRG-Systems bringen veränderte Arbeitsbedingungen…
  • Ökonomische Auswirkungen: Die DRG als pauschaliertes und morbiditätsorientiertes Vergütungssystem stellen grundsätzlich ein anderes Anreizsystem …dar…“

Dazu wurden Vertreter dieser Gruppen befragt:

  • Krankenhausleitung
  • Medizincontrolling / DRG-Beauftragter
  • Ärzte und Pflegende auf Station
  • Patienten auf Station
  • Niedergelassene Ärzte als Zuweiser
  • Experten aus Gesundheitspolitik …

Dabei kam - bezogen auf die Thesen - folgendes heraus:

  • „Qualität der Krankenversorgung: Die Qualität hat sich nicht verändert, vereinzelt sogar verbessert.
  • Gezielte Selektion lukrativer Behandlungsfälle (‚Rosinenpickerei‘): Der Versorgungsauftrag wird unverändert erfüllt. Ökonomische Gründe führen nicht zur Ablehnung. Für eine ‚Rosinenpickerei‘ wurden keine Belege gefunden.
  • Zu frühzeitige Entlassung (‚blutige Entlassung‘): Keine grundlegende Veränderung aus der Sicht der Klinik, Zuweiser sehen das teilweise anders.
  • Veränderung der Organisation des Krankenhauses: Keine ‚Rosinenpickerei‘, aber allmählich Spezialisierung, Schwerpunktbildung.
  • Drehtüreffekt: Aus der Sicht der Krankenhausvertreter nein, aus der Sicht der Niedergelassenen ja. Vorher und heute Abstimmprobleme.
  • Veränderte Organisation: Gezielte Mengenausweitung, Spezialisierung und Intensivierung von Kooperationen. Keine durchgängig neue Prozessgestaltung. Noch keine bessere Verzahnung zwischen den Sektoren. Ansätze zur DRG-spezifischen Erlösoptimierung. Personalabbau, außer bei den Ärzten. Nur wenige grundlegende Veränderungen.
  • Veränderte Arbeitsbedingungen: Höhere Arbeitsdichte, vermehrte Dokumentation wird als berufsfremd empfunden. Eine Umstellung auf effektivere arbeitsteilige Prozesse wurde bislang zumeist versäumt. „Während die Patienten weiterhin …zufrieden sind, beurteilen Ärzte und Pflegende die Qualität (wohl deshalb) kritischer“.
  • Ökonomische Auswirkungen: Je kleiner die Krankenhäuser sind, desto größer ist der Druck auf sie geworden. „Die Krankenhäuser haben das Potential – qualitativ und ökonomisch – eines durchgängigen prozessorientierten Managementsystems überwiegend noch nicht ausgeschöpft“.

Insgesamt hat die Untersuchung zutage gefördert, dass die positiven Erwartungen in die Umstellung sich überwiegend nicht erfüllt haben, die negativen aber auch nicht. Das hier weiter schlummernde Verbesserungspotential an Effektivitätssteigerungen bleibt also noch zu heben. Kaum zu vermuten, dass das jenseits der 30 befragten Krankenhäuser gänzlich anders aussieht! Den Text sollte jeder gründlich selbst lesen. Sehr verdienstvoll! (+++)

Kostenlos zu bestellen bei:
Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ)
Berliner Allee 20
30175 Hannover

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Einschätzung fürs Arbeiten im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Nur gelegentlich finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Bewertung:
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Alle entsprechend gekennzeichneten Titel können durch Anklicken von AMAZON aus der Buchbesprechung heraus bestellen.


10. Veränderungen auf unserer neuen Website

"Work in Progress":

Zur Zeit arbeiten wir schwerpunktmäßig an der Verbesserung der Inhalte des Menüs "Prinzipien".  Die Punkte # 1 bis # 3 sind überarbeitet. Dazu gehörte auch eine erste Aktualisierung der Verlinkung. An den Beginn der jeweiligen Abbildungen jeder Seite setzen wir ein Zitat. Es folgt eine stichwortartige Zusammenfassung ihres Inhalts. Die Bildverweise beziehen sich auf die Reihenfolge der Bilder. Die auf ihnen befindlichen Bildnummern dienen nur internen Zwecken.  

Am Fuß aller Seiten sammeln wir aus unseren Beständen derzeit Links, weil eine automatische Übernahme schon wegen der nochmaligen inhaltlichen und technischen Prüfung nicht möglich war. Diesen (zeitraubenden) Prozess setzen wir kontinuierlich fort. Die Links werden in naher Zukunft nach Sachgruppen zusammengefasst. Allein die Übernahme wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen.