Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Motto des Tages

"Nothing has the power of an idea whose time has come"

 

(Marvin Johnson, research fellow, Phillips Petroleum)

Quelle: Baptist Health Care Leadership Group


01. Editorial: Behandlungspfade - und kein Ende in Sicht.

Heute kam eine e-Mail mit dem verspäteten Hinweis auf eine Veranstaltung der (noch jungen) Deutschen Gesellschaft für Klinisches Prozessmanagement e.V. und – dafür ist es nie zu spät! - einem Blog eines Teilnehmers am Kongress (Chirurg). Die Lektüre ist in beiden Fällen zu empfehlen. Das Kongressprogramm ist vielversprechend, wenn auch reichlich studien- und leitlinienlastig. Aber immerhin wenigstens das! In Deutschland wird Wie fast alle anderen seiner Kollegen auch. man ja im Laufe der Jahre schon sehr bescheiden. Der chirurgische Blogger ist Traditionalist. Wer ihn gewinnen will, müsste ihn wohl schon davon überzeugen, dass „Pfade“ auch für ihn Vorteile haben können. Besonders, wenn er ein guter Chirurg ist. Und natürlich auch für die Patienten. Wenn man ihn so liest, ist das wohl auf dem Kongress nicht gelungen. Gleichwohl sind die mittlerweile herunterladbaren Vorträge großenteils sehr anregend. Nur von Pfaden war kaum etwas zu hören, auch wenn der Name häufig fiel. Doch dort wurden auch andere Begriffe (wie Balanced Scorecard) falsch verwendet, also: „So What?“

Der Blog…– aber lesen Sie selbst! Was sind also „Pfade?“

„Ein klinischer Behandlungspfad ist der im Behandlungsteam selbst gefundene berufsgruppen- und institutionsüber-greifende Konsens bezüglich der besten Durchführung der Krankenhaus-Gesamtbehandlung unter Wahrung festgelegter Behandlungsqualität und Berücksichtigung der notwendigen und verfügbaren Ressourcen sowie unter Festlegung der Aufgaben und der Durchführungs- und Ergebnisverantwortlichkeiten. Er steuert den Behandlungsprozess, ist gleichzeitig das behandlungsbegleitende Dokumentationsinstrument, und erlaubt die Kommentierung von Abweichungen von der Norm zum Zwecke fortgesetzter Evaluation und Verbesserung.“ So die knappe Definition der (verdienstvollen Münsterschen Pioniere mit dem schönen lateinischen Namen „DRG-Research-Group“. Merke: Wissenschaft ist hierzulande englisch. Ohne Bias!

Wir würden eine etwas knappere Definition vorziehen: „Klinische Behandlungspfade helfen gewaltig, nachweislich die Qualität zu steigern und die Gestehungskosten zu senken“. Das geht allerdings nur, wenn man so etwas tatsächlich will.

Davon war auf dem Kongress (ausweislich der Powerpoint-Vorträge) zwar wenig zu hören. Aber deutlich mehr als nichts! Dafür war von eigenartigen Formen der Kostenrechnung die Rede. Oder ebensolche des Prozessmanagements. Trotz des Namens! Auch Deutschlands Vorreiter in Sachen einer endlich etwas evidenzbasierteren Medizin stehen offensichtlich noch immer vor den Startlöchern und stochern ohne rechten Drive in fremden Studien – vornehmlich aus... - Raten Sie mal! Nicht umsonst sagte ein (vermutlich) Softwerker, für nicht vorhandene Pfade könne man schwer Anwendungsprogramme bauen. Sehr wahr! Ansonsten immer noch viel vom: „Der Pfad bin ich!“ Wie auch unser geschätzter Blogger.

Wirkliche Pfade, die eine neue Bezeichnung rechtfertigen, sind Ausdruck des ernsthaften Willens, das beste und effektivste derzeit bekannte arbeitsteilige Vorgehen bei der Behandlung einer jeden Krankheit. Selbstverständlich so evidenzbasiert, wie dies angesichts des bescheidenen Stands der Entwicklung heute nur irgend möglich ist. Und je weniger man wirklich weiß, wie es tatsächlich um die Kausalität bestimmt ist, desto mehr schreit das Procedere nach Daten. Nach dem Messen, Aggregieren und Vergleichen von möglichst vielen Ressourceneinsatz-, Verlaufs- und Ergebnisdaten.

Dann wird man schon bald merken, dass es klug ist, darauf zu drängen, dass niemand ohne plausible Gründe (und die können nur beim Patienten liegen) vom rechten Pfad abweicht. Denn das wird teurer und mindert zugleich die Qualität. Six Sigma heißt auf Deutsch: Fast Null Fehler. Weniger als 4 Abweichungen (= Fehler) vom vorbestimmten Kurs bei einer Millionen gleichartiger Prozesse! Und – z.B.  mittels Risikominimierung - von einer als Benchmark bekannten höchstmöglichen Fehlervermeidung. Doch davon sind wir noch Lichtjahre entfernt. Leider können wir uns solch eine Verschwendung von Talent und Geld schon lange nicht mehr leisten. Wir könnten es wahrlich besser!


02. „Warum sind Pfade auch 2009 (immer noch) kein Erfolgsrezept“

Impressionen vom 8. ZQ-Forum Integrierte Behandlungspfade am 12. Juni 2009 in Hannover

Außenstehende mag schon die Überschrift irritieren. Nicht aber für einen, der nun schon seit Jahrzehnten inständig darauf hofft, dass sich in Sachen Qualität und Effektivität bei den Leistungserbringern endlich einmal aus eigenem Antrieb etwas Grundlegendes wandelte. Der hätte sich wohl eher gewundert, wenn bereits im 8. Veranstaltungsjahr in der Überschrift oder in den Ausführungen das Wort „Erfolge“ aufgetaucht wäre. Nachweislich messbare Erfolge. Doch dafür wohl noch der Druck. Umso dreister sind die offiziell-gebetsmühlenartigen Qualitätsbehauptungen.

Das Defizit liegt – wie auch die diesjährigen Vorträge in Hannover ein weiteres Mal eindrucksvoll zeigten – zu allerletzt  an den vielen engagierten Akteuren an der Basis. Die bringen schon Erstaunliches zustande. Es liegt an deren Vorgesetzten, vor allem aber an vielen der Letztverantwortlichen für die Führung der Gesundheitsunternehmen.

Hier das knapp kommentierte Programm der Veranstaltung:

Begrüßung (Dr. phil. Brigitte Sens (ZQ)

Sektorübergreifende Behandlungspfade und Kommunikation im prosper-Gesundheitsnetz der Knappschaft (Christian Bauer, IT-Manager Medizinisches Netz, Knappschaft). „Die Effizienz dieses Konzeptes lässt sich bis zum heutigen Tag durchgängig nachweisen“. Tatsächlich war nur zu hören, dass die IT-Unterstützung etwas weiter geht als zumeist sonst und in Spuren sogar die Arztpraxen einschließt. Sicher sehr nützlich, aber kaum das, was man international unter Pfaden versteht!

Eine Bestandsaufnahme nach zwei Jahren Integrierter Versorgung und ihre organisatorische sowie digitale Umsetzung (Markus Weiß, Facharzt für Psychiatrie-Suchtmedizinische Grundversorgung, Walter Borker, Verwaltungsleiter, St. Vinzenz-Hospital Haselünne). Hier ging es um eine erste IT-Unterstützung eines integrierten Versorgungsmodells für Alkoholabhängige (ICD-10 WHO: F 10.2) im Jahre 2007 durch die Firma Comed, mit der man rundum zufrieden zu sein scheint.

Patientenpfade - Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Einsatz (Dr. med. Ingrid Seyfarth-Metzger, Städtisches Klinikum München GmbH, Leitung Competence Center).

„Idealer Verlauf: Pat. Folgt Schritt für Schritt dem Plan, dies garantiert hohe Qualität der Behandlung mit vorhersehbaren Kosten und Aufenthaltsdauer“. Sehr wahr! Nur wo bleiben die Belege? Man spricht in München jetzt von „Patientenpfaden, Leitlinien und SOPs“ als „Voraussetzung für KTQ-Zertifizierung“. „Patientinnen und Patienten“ werden mit ihnen informiert. „2009 laufen 23 Patientenpfade“ integriert“. Das Ganze scheint im Laufe der Jahre fachverbindender geworden zu sein. Ansonsten handelt es sich offenbar immer noch (nur) um hausintern „berufsgruppenübergreifende Leitlinien…mit hoher praktischer Verbindlichkeit“. Diese werden mittlerweile IT-unterstützt („Prozessunterstützung durch Integration in SAP“). Sie ermöglichten „den Nachweis evidence-basierten Vorgehens, Einhaltung von Standards, Leitlinien (Organzentren)“. „Der Nutzen“ sei „besonders groß bei komplizierten Abläufen. Dem Berichterstatter erschloss sich trotz intensiven Zuhörens leider immer noch nicht, was dadurch an Ergebnisqualität (Outcomes) und Nutzen-Kosten-Verhältnis (Value = Medical Outcomes / Cost Outcomes) eigentlich a) transparenter, b) besser und c) effektiver geworden ist. Die Widerstände scheinen auch nicht sonderlich abgenommen zu haben. Was haben die nur die ganzen Jahre gemacht?

Klinische Pfade als Instrumente der Prozesssteuerung in der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH (Jens-Uwe Füldner, Medizincontrolling/Prozesssteuerung, Abt. Health Information Management, Kreiskrankenhaus Greiz GmbH). Ein pfiffiger Ansatz, aus den sich seit der Umstellung auf G-DRGs ansammelnden begrenzten Daten mittels Datenbankrecherche fallartenbezogene Muster abzuleiten, diese unter Leistungs- und Kostengesichtspunkten in etwas zu gruppieren, was man als „Pfade“ bezeichnet und durch gezieltes Fragen die klinisch Verantwortlichen in Erklärungs-Zugzwang bringt. Von wirklich normativ geordneten Pfaden ist das Ganze trotz aller Bewunderung leider noch himmelweit entfernt!

Integrierte Behandlungspfade, erste nachweisbare Effekte zur Wirksamkeit in den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen (Dr. med. Ruth Hecker, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen, Leitung Qualitäts- und Medizinprozessmanagement). Ein herzerfrischend handfester Praxisbericht, in dem es eher um die Schwierigkeiten der Einführung eines geordneteren, IT-gestützten Dokumentenmanagementsystems und ihrer Überwindung, als um nachweislich erzielte Erfolge aus der Einführung ging. Die dortige „Prozesskostenrechnung“ möchte man einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen. INeK?

Praxismanual Integrierte Behandlungspfade - das Erfolgsrezept! (Dr. phil. Brigitte Sens, ZQ Hannover, GQMG-Arbeitsgruppe „Prozessmanagement, Behandlungspfade und Leitlinien“ …). Mit diesem Vortrag erfuhren die Teilnehmer aus berufenem Munde, was es mit der - in Kürze erscheinenden – „Gebrauchsanweisung“ zur Pfadentwicklung auf sich hat, das von der genannten GQMG-Arbeitsgruppe, Vertretern des EbM-Netzwerks und der GMDS-Arbeitsgruppen Qualitätsmanagement in der Medizin und Medizin-Controlling in dieser Gliederung von einem Autorenteam erstellt wurde:

  • Einleitung
  • Voraussetzungen
  • Auswahl
  • Ziele
  • Bestes Wissen
  • Indikatoren
  • Modellierung
  • Dokumentation
  • Implementierung
  • Bewertung / Evaluation

Unser Fazit: Viele interessante Vorträge. Eine insgesamt ‚runde‘ Veranstaltung. Leider blieb auch diesmal wieder im Dunkeln, „warum Pfade auch 2009 immer noch kein Erfolgsrezept“ sind. Vielleicht, weil jeder etwas anderes darunter versteht? Mal sehen, was das angekündigte Praxismanual bringt.

P.S. Die Vorträge werden auf die ZQ-Website gestellt.


03. (H&HN) Eine Menge freie Pflegekapazität – wenn man sie denn effektiver nutzte

Free: 375,000 Nurses

It's not a nursing shortage, it's a nursing wastage.

A lot of energy goes into documenting the fact that there are more nursing jobs out there than there are licensed nurses who want them...

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04. (Washington Post) Krankenhaus bestraft, weil es Behandlungsfehler nicht gemeldet hat.

Lanham Hospital Fined for Not Reporting Errors

Doctors Community Hospital in Prince George's County has been fined by Maryland health regulators after failing to notify them that a patient had died and that at least seven others suffered serious harm last year as a result of mistakes by the medical staff…

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05. (AHRQ) Unbeabsichtigte Folgen der Honorarabzugs bei Behandlungsfehler

Medicare nonpayment, hospital falls, and unintended consequsences.

In October 2008, Centers for Medicare and Medicaid Services put into effect a new policy that withholds payments for eight preventable complications of care, including hospital falls. Safety experts have questioned the "wisdom and justice" of such a policy intervention...

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06. (Hometown Annapolis) Qualitätsabhängige Bezahlung

State links billing rates to hospital performances

Incentives aim to reduce preventable complications...

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07. (PHD) Persönliche Krankenakte auf dem Weg zum interaktiven Werkzeug

Moving PHRs from Static Repositories of Information to Dynamic, Interactive Applications

Project HealthDesign releases findings and resources from initial phase...

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08. Links

A Message from Project HealthDesign

GesundheitPro - das von der Stifutng Warentest am ehesten empfohlene Gesundheitsportal

Moving PHRs from Static Repositories of Information to Dynamic, Interactive Applications

(FTD) Experten wollen Ärzte entmachten

Making Joint Ventures Work. Partnering with a physician group can foster new approaches to treatment

KBV entwickelt Starter-Set ambulanter Qualitätsindikatoren

TÜV In der Praxis umstritten. Qualitätssicherung in der Medizin: Krankenkassen wollen Ärzte von Patienten öffentlich benoten lassen – deren Verbände protestieren

Schweigen ist Gold. Nach dieser Devise bleiben Pharmastudien, die zu negativen Ergebnissen kommen, gern in der Schublade. Doch die Forderung nach Transparenz wird immer lauter

Sieger des Wettbewerbs "Beste Klinik-Website 2008" kommt aus Niedersachsen

Healthcare 411: Making hospital discharges safer for seniors

Quality-monitoring program for bar-code–assisted medication administration

Using information to optimize medical outcomes

Ending extra payment for "never events"—stronger incentives for patients' safety

Obama to ask doctors to back his health care plans

Patient readmissions, emergency visits, and adverse events after software-assisted discharge from hospital: cluster randomized trial

Silence, power and communication in the operating room

Patientenerwartung und Therapiefreiheit: Der Arzt in Fesseln – und der Patient im Abseits

brand 1: Mehr und weniger

Reingelegt! Peer-Review-Journal akzeptierte Nonsense-Manuskript

http://www.gbe-bund.de/  Gesundheitsberichterstattung des Bundes

As Obama Pushes Health Issue, New Cost Concerns Arise

Ärzte-TÜV umstritten

Gesundheit aus dem Netz

Clinical handover: critical communications

Selection of indicators for continuous monitoring of patient safety: recommendations of the project 'safety improvement for patients in Europe'

The impact of medical error

A report card system using error profile analysis and concurrent morbidity and mortality review: surgical outcome analysis, part II

Clinical staging error in prostate cancer: localization and relevance of undetected tumour areas

Errare humanum est: frequency of laterality errors in radiology reports

Effects of shift length on quality of patient care and health provider outcomes: systematic review

Are verbal orders a threat to patient safety?

Physicians Wait For Health IT Guidelines, Officials Want 'Every Doctor's Office' Online


09. Buchbesprechung

  1. Black, John R., Miller, David, The Toyota Way to Healthcare Excellence: Increase Efficiency and Improve Quailty with Lean, Chicago 2009, AMAZON

Dieses Buch haben wir soeben (m hmanage Newsletter 385) besprochen. Doch ausgegebenem Anlass wollen wir die Besprechung noch einmal wegen der besonderen Bedeutung dieses Textes wiederholen. Denn im deutschen Gesundheitswesen geht es nicht mehr so sehr darum, den mächtigen 'Beharrern' mühsam diese oder jene Verbesserung abzutrotzen. Hier geht es heute um einen grundlegenden Wandel. Dafü kann dieses Buch einige sehr wichtige Denkanstöße liefern:

Auf dieses Buch haben wir eine ganze Weile gewartet. In dieser Zeit wurde es – trotz eines gleich bleibenden Preis beim US-Verlag des American College of Healthcare Executives (ACHE) – in Deutschland immer teurer – aus welchen undurchsichtigen Gründen auch immer. Gleichwohl hat sich das Warten gelohnt. Denn hier wird anhand des Beispiels griffig beschrieben, wie in der Praxis bei der Umstellung auf den „Toyota Way“ in einem wirklichen Gesundheitsunternehmen (wenn auch, wie üblich, in den USA: Virginia Mason in Seattle, Washington) tatsächlich vorgegangen wurde.

Der Autor John Black wird im Buch als ein einschlägig erfahrener Praktiker (Boeing) und Berater vorgestellt, während David Miller, der Co-Autor, wohl vor allem für die vorzügliche Lesbarkeit und exzellente Abbildungen gesorgt hat. Beide haben ihr Buch allen gewidmet, die (sinngemäß) „ein Recht darauf haben, als Patienten den Nutzen von Lean und TPS am eigenen Leibe zu erfahren: Als ein respektiertes und geschätztes menschliches Wesen mit aller gebotenen Sorgfalt behandelt zu werden, die alle Unsicherheit aus der Behandlung nimmt“. Mit einem Vorwort von Gary Kaplan, dem Ärztlichen Direktor und CEO des Virginia Mason Medical Center.

Hinweis für alle Gegner der „Kochbuchmedizin“: Schon wieder ein Werk zum Thema. Und was für eins! Hier wie üblich die – von uns sinngemäß übersetzte – Gliederung (unsere Anmerkungen in Klammern):

 

Vorwort

Teil I. Einführung

  1. Ein offener Brief an die Führungskräfte im Gesundheitswesen
    (Warum das Toyota Production System (TPS) auch im Gesundheitswesen funktioniert. Grundlegende Verbesserungen mittlerweile bewiesen. Nichts für Leute, die gleich vor Schreck in Ohnmacht fallen. Mitarbeiter als Schlüssel. Warum verbessern. Persönliches Engagement der Führungskräfte. Fachliche Begleitung. Lange Zeit unter Hochdampf. Was ist Lean Production? Die 7 Prozesse im Gesundheitswesen. Mit der Furcht vor Veränderungen umgehen lernen).
    Das Auskehren von Verschwendung (waste) wird das US-Gesundheitswesen verändern
    („The patient comes first“. Die Folgen von Verschwendung (waste). Rückstand gegenüber dem Ausland – besonders komisch, wenn man ständig die hiesigen Defizite in Sachen Innovationsbereitschaft vor Augen hat! Die 7 Verschwendungen im Gesundheitswesen (MUDA) mit Beispielen. „Es ist die Aufgabe des Lean-Experten, Verschwendung – waste – zu finden. Die Mitarbeiter sind der wichtigste Aktivposten).
  2. Ein kurzer geschichtlicher Abriss zu Lean Management
    (Weit ausgeholt: Vom Mittelalter über Toyota bis zu Boeing, wo der Hauptautor mit Lean gearbeitet hat. Mit eindrucksvollen Erfolgsbeispielen).
  3. Teil II. Implementierung
  4. Das „Lean-Haus“ und die Produktlinien
    (Erklärung des Lean-Konzepts im Zusammenhang – vom prinzipiellen Ansatz und seiner Kernelemente bis hin zum Virginia Mason Production System – VMPS. Immer wieder besonders eindrucksvoll die „drei Beine des Lean-Hockers“: 1 Standardisierung, 2 Taktzeiten (!) und 3 striktes Einhalten der selbstgesetzten Regeln)
  5. Ihr Aktionsplan zur Einführung des Konzepts
    (Zwei Grunderfordernisse: Den Patienten nicht nur rhetorisch in den Mittelpunkt stellen und Veränderungsziele tatsächlich über-erfüllen. Vorbereitung. 11 Grundelemente des Ansatzes als eine Art Gebrauchsanweisung. Lean Accounting anstelle des konventionellen Rechnungswesens. KAIZEN-Organisation des gänzlich anderen Vorgehens bei der Produktionsplanung und in der Routine. Verringern der Taktzeiten. Produktlinien und deren Unterstützungsfunktionen. Art der Zusammenkünfte).
  6. Erst einmal „KAIZEN-Leaders“ schaffen
    (Rollenveränderungen – weg von viel zu vielen Managementfunktionen und hin an die Basis – eine besonders rosige Aussicht für ärztliche Monomanen in Deutschland! Inklusive Lernprozesse. Die üblichen Hindernisse. Nie vergessen strategisch zu denken!)
  7. Abläufe im besonderen Milieu des Gesundheitswesens
    (Beispiele für die 7 Prozesse im Gesundheitswesen: 1 Patientenfluss, 2 Arztfluss, 3 Medikamenten-Fluss, 4 Nachschubkette, 5 Informationsfluss, 6 Fluss an Geräten und Einrichtungen, 7 Fluss des „Process Engineering“ – einer Aktivität, die es so in Deutschlands Gesundheitswesen bisher noch gar nicht gibt, weshalb unter der Überschrift „Prozesse“ auch so viel unausgegorener Unsinn verzapft und verkauft wird).
  8. KANBAN und die Nachschubkette
    (Erklärung von KANBAN und Beispiele aus dem Virginia Mason Medical Center, das Anfang 2009 schon seit 8 Jahren auf dem hier vorgestellten Weg ist.

Teil III. Fallbeispiele

  1. 9 Wie Lean Management ins Virginia Mason Medical Center kam
    (ein sehr eindrucksvoller Erfahrungsbericht, der alle deutschen Halbherzigkeiten in Sachen QM als das offenbart, was sie sind: Zum Fenster hinausgeworfenes Geld! Und sträflich missbrauchtes Engagement).
  2. 10 Fallbeispiele im Virginia Mason Medical Center
    (Übersicht über bisherige Aktivitäten – und wie man sie am Laufen hält).
  3. 11 Fallbeispiele bei den Park Nicollet Health Services
    (Übersicht über bisherige Aktivitäten – und wie man sie am Laufen hält).

Schlussbemerkung
(Eine Zusammenfassung in 12 Punkten – und die Empfehlung eines japanischen Beratungsunternehmens in New York. Mit Adresse, Fax- und Telefonnummer, und e-Mail-Adresse).

  1. Anhang: Übereinkunft mit den Ärzten im Virginia Mason Medical Center
    (Über die Art der veränderten Zusammenarbeit mit den USA-typischen Belegärzten)
  2. Glossar
  3. Danksagungen
  4. Index
  5. Autoren

 

Im Vorwort kommt Dr. Kaplan zu Wort, der CEO im Virginia Mason Medical Center, der seine „frohe Botschaft vom Virginia Mason Production System (VMPS)“ mittlerweile weltweit verkündet. Wir hatten ihn Anfang 2009 in Berlin kennengelernt. Der eigentliche Stoff ist von den beiden Autoren vorzüglich (und leicht verständlich) aufbereitet. Er spricht eigentlich ohne weitere Lobpreisungen für sich: (+++)

 

 

Anmerkung: Hier werden in erster Linie Bücher und Texte besprochen, die aus fachlicher Einschätzung fürs Arbeiten im Gesundheitsunternehmen nützlich sind. Nur gelegentlich finden sich hier auch Besprechungen ärgerlicher Veröffentlichungen, deren Kauf und Lektüre man sich besser sparen sollte.

Bewertung:
(+++) = Sehr gut
(++) = Gut
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(0) = Neutral
(-) = Nicht empfehlenswert.

Alle entsprechend gekennzeichneten Titel können durch Anklicken von AMAZON aus der Buchbesprechung heraus bestellen.


10. Unsere neue Website ist in Betrieb gegangen.

Mit diesem Newsletter sind nicht nur optische Veränderungen verbunden, sondern auch eine völlig neue Website. Obwphl sie schon viel Stoff enthält, ist sie noch keineswegs 'fertig'. Wir werden daran (und an der Ergänzung mit Beispielen in vielen Texten) zumindest noch einige Monate arbeiten. Ansonsten wird die gesamte Seite auch so ständig an neue Erkenntnisse (und Einfälle) angepasst werden. Mit der Umstellung verlieren leider auch alle bisherigen internen Verlinkungen ihre Gültigkeit. Wir werden sie die neue, des Öfteren aktualisierte Links ersetzen. Viel Spaß bei der Suche nach Anregungen!