Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

378 - 14.04.2009 - Wir begrüßen Sie mit einem neuen Newsletter. Zwischendurch finden Sie aktuelle Nachrichten, Kommentare und Vorabveröffentlichungen zu späteren Newslettern auf unserer Website www.hmanage.net.


Motto des Tages

"If the blind lead the blind, both shall fall in the ditch"

 

 

(Jesus Christ)

 

Quelle: Baptist Health Care Leadership Group


01. Editorial: (Case Mix News): „Selbsteinstufungen von Krankenhäusern hinsichtlich Patientensicherheit taugen nichts“

In den – von uns im Übrigen geschätzten - Case Mix News von MyDRG lesen wir mit einiger Verblüffung den obigen Satz. Den Originaltext, auf den sich das vernichtende Urteil bezieht, hatten wir schon vorher mit einem ganz anderen Eindruck gelesen und die (wichtige) Nachricht über den JAMA-Bericht sogleich in unsere Linksammlung aufgenommen. Eine nochmalige Durchsicht des Originaltextes bestätigt unseren ursprünglichen Eindruck. Hier zur Verdeutlichung noch einmal dessen Zusammenfassung (Hervorhebungen durch uns):

“In summary, although a recent study has found that hospitals performing well on the first 3 initiatives of the Leapfrog Hospital Survey do have lower risk-adjusted mortality, our analysis was unable to find a correlation between better performance on the fourth initiative (the Safe Practices Survey) and lower risk-adjusted mortality. It is possible that inviting hospitals to self-report on their patient safety practices and then assigning them to quartiles of score is not an effective way to assess hospital quality and safety. Our findings should not be interpreted, however, as indicating that the safe practices are not important or that they cannot be measured in an informative and valid way. Rather, future work should seek to establish valid methods for assessing adherence to the safe practices. Further research is needed to determine how performance on the Safe Practices Survey or other instruments designed to measure safe practices performance may correlate with other outcomes of interest to patients and policy makers”.

 

Quelle: JAMA

 

Kommentar:

Die Überschrift, lieber Herr Sommerhäuser, in den Case Mix News vom 03.04.09 ist grob irreführend – allerdings durchaus in der schlechten deutschen Tradition, den Stand der internationalen Entwicklung in Sachen Qualitätsmessung und qualitätsorientierter Prozessstandardisierung schlicht zu ignorieren oder ihn  – wenn dies beim besten Willen nicht mehr möglich ist – ignorant umzuinterpretieren. Wir wissen in Deutschland eben alles besser, von unserem Gesundheitswesen können ohnehin alle anderen Länder und besonders die USA lernen und deshalb wollen wir uns nicht durch irgendwelche schnöden Fakten von unserem Erfolgskurs abbringen lassen.

Für uns ist der JAMA-Text dagegen ein gutes Beispiel für das angelsächsisch-kritische Hinterfragen einmal getroffener Annahmen auf dem Wege zu einer am Ende immer sichereren und besseren Krankenbehandlung. Hier hat sogar eine Risikoadjustierung ihren Sinn. Von einem solchen Vorgehen sind wir (interessengesteuert?) in Deutschland - soweit erkennbar - noch himmelweit entfernt. Leapfrog ist keineswegs eine Gemeinschaft von Ignoranten, die staatliche AHRQ (die den JAMA-Artikel verbreitet) sowieso nicht. Die - und die in Sachen möglicher Transparenz und Kausalität von Diagnostik und Therapie Sand-in-die-Augen-Streuer - findet man eher diesseits des Atlantiks (und des britischen Kanals)!

Wir würden im Übrigen auch dem Denken und Handeln im US-Gesundheitswesen eine raschere Weiterentwicklung wünschen – weg von der verbreiteten ärztlichen Prozessorientierung und hin zu einer strikten Ergebnisorientierung. Mit einem routinemäßigen Messen aller möglicherweise relevanten Sachverhalte und einer datenbankgestützten Erforschung möglicher kausaler Zusammenhänge. Dann und nur dann würden die Player allmählich nur noch das routinemäßig an Diagnostik und Therapie einsetzen (und abrechnen), was mit hinreichender Sicherheit nachweislich wirkt. Es ist fast sicher, dass damit für längere Zeit alle aktuellen Finanzierungsprobleme des Gesundheitswesens verschwinden würden. Allerdings auch die damit verbundenen Pfründen. Kein Wunder also, dass derartige Vorstellungen von dem Gros der Insider so lange weiter als „weltfremd“ denunziert werden dürften, bis sie sich mit ihrer eigennützigen Haltung endgültig ins Abseits gestellt haben. Irgendwann zwangsläufig auch hierzulande.


02. (H&HN) Was macht man mit schwierigen Mitarbeitern?

The Problem Employee

Don’t allow toxic workers to poison the work environment. Send them packing or let them leave on their own so others can flourish...

Mehr


03. (KFF) Einwände gegen Mortalitätsvergleiche

Massachusetts Hospital Mortality Rating System Could Discourage Care for Sickest Patients...

Mehr


05. (AHRQ) Fragebogen zur Kultur der Patientensicherheit in Arztpraxen

Medical Office Survey on Patient Safety Culture

In response to medical offices interested in a survey that focuses on patient safety culture in their offices, AHRQ sponsored the development of the Medical Office Survey on Patient Safety Culture...

Mehr


06. (NYT) An Behandlungen glauben, die gar nichts taugen

Believing in Treatments That Don’t Work

As Washington debates health care reform, emergency room physician Dr. David H. Newman explores how medical ideology often gets in the way of evidence-based medicine...

Mehr


07. (H&HN) Für Gesundheitsunternehmen die Anforderungen an Führungskräfte der nächsten Generation

The Next Generation of Health Care Leaders: Ten Challenges

What will the health care leaders of tomorrow be like? ...

Mehr


08. Links

Health Care Monitoring. Die Verbraucherstudie für den deutschen Gesundheitsmarkt

Gesundheitsausgaben 2007 um knapp 8 Milliarden Euro gestiegen

NYT: The First Showdown on Health Care

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V.

IQWiG stellt neuen Entwurf der Methoden zur Kosten-Nutzen-Bewertung zur Diskussion

President Obama Announces the Creation of a Joint Virtual Lifetime Electronic Record

Improved pain resolution in hospitalized patients through targeting of pain mismanagement as medical error.

Doctor dozed during surgery, report says

The Troika Card: Design firm Frog proposes a smarter, stronger, more secure Social Security card.

The AHA Quality Center is a resource of the AHA to help hospitals accelerate their quality and performance improvement processes

Health Literacy, eHealth, and Communication: Putting the Consumer First: Workshop Summary

Wetten, dass der Gesundheitsfonds noch lange leben wird?

Study raises questions about public health plan

http://www.chwhealth.org/index.htm  Catholic Healthcare West

Health Security in America

Believing in Treatments That Don’t Work

Doctors Talk, but Do Patients Understand?

Removing Medtronic Heart Cables Is Hard Choice

DNA Test Outperforms Pap Smear


09. Buchbesprechung

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

Teperi, Juha, Porter, Michael E., Vuorenkoski, Lauri, Baron, Jennifer F., The Finnish Health Care System: A Value-Based Perspective, Helsinki 2009, ISBN 978-951-563-658-4, ISSN 1457-571X (paperback), ISBN 978-951-563-659-1 ISSN 1457-5728 (URL: http://www.sitra.fi), aus dem Internet herunterladbar.

 

Viele können es hierzulande offensichtlich immer noch nicht so recht verstehen. Doch wenn es darum geht, die Qualität und die Effektivität des Gesundheitswesens zu verbessern, halten wir es – im Kontrast zur in dieser Hinsicht ansonsten waltenden intellektuellen Abstinenz – für eine nützliche Sache, immer wieder über den Tellerrand der eigenen Landesgrenzen zu sehen. Denn von den Pionieren kann man vieles lernen – vor allem in den USA, aber auch in ganz Europa.

Daher war es für uns eine Selbstverständlichkeit, uns unmittelbar nach dessen Erscheinen im Jahre 2006 das Buch „Redefining Healthcare, Creating Value-Based Competition on Results“ von Michael E. Porter, und Elizabeth Olmsted Teisberg vorzunehmen, es im hmanage Newsletter 250 erstmals zu besprechen und die Besprechung wegen dessen besonderer Bedeutung zuletzt im hmanage Newsletter 351 zu wiederholen. Es postuliert als Erfolgsmaß eine Wertschöpfung für den Patienten als „Health outcomes achieved per unit of cost spending“. (Das ist schon sehr viel länger unser Ansatz).

Auch als ein – auf dieser Denke beruhendes – Gutachten von Elizabeth Olmsted Teisberg Furore in der Schweiz machte, waren wir zur Stelle.

Diesmal geht es also um ein vom Strategieexperten Michael E. Porter geprägtes Papier zum – als leistungsfähig und relativ kostengünstig geltenden – finnischen Gesundheitswesen. Denn man will sich auch dort – so der Originalton in der Einführung – „nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen (und) seine Ressourcen effektiver nutzen“, während man das System in Deutschland vermeintlich aus Gründen der Gerechtigkeit lieber immer weiter politisch verteuert. Es gilt in Finnland, „den Wert, den das System als Ganzes produziert, immer weiter zu erhöhen“. Dafür, dass dies ohne weiteres möglich ist, gibt es international genügend eindeutige Beweise.

„Niedrigere Gestehungskosten sind keineswegs ein Zeichen für schlechtere Outcomes, höhere Ausgabensorgen nicht automatisch für eine bessere Versorgung“. Das sollte man auch endlich einmal bei uns begreifen! „Von Ergebnis- und Kosten-Transparenz kann man (keineswegs nur in Finnland) kaum sprechen… (es bestehen) anachronistische Strukturen und Prozesse…“. (Auch das sollte den Lesern des hmanage Newsletters durchaus bekannt vorkommen!) Der wertorientierte Ansatz einer Gesundheitsreform ist – so lesen wir mit leiser Wehmut – in Finnland längst auf dem Weg. Er soll durch das Papier nur noch weiter angeschoben werden. Hier die – wie immer sinngemäß übersetzte und gekürzte Gliederung des Textes:

  • Vorwort
  • Liste der Abkürzungen
  • Autoren
  • Finnische Einführung
  • I      Einführung
  • II     Prinzipien eines wertorientierten Ansatzes (die bekannten Thesen in schöner Kurzfassung)
  • III    Übersicht über das finnische Gesundheitssystem (nützlich zur Horizonterweiterung)
  • IV   Zugang und Standards des Zugangs (dito)
  • V     Strukturen (dito, interessant das offensichtliche Ausmaß der Verbreitung von Guidelines)
  • VI   IT im Gesundheitswesen (offensichtlich weiter als bei uns, soll weiter gepusht werden)
  • VII  Ergebnismessung (deutlich breiter angelegt als unsere Alibi-Aktivitäten wie BQS)
  • VIII Gesamtbeurteilung und Empfehlungen (schon allein deshalb Lektüre sehr empfehlenswert!)
  • Quellen

Wer sich bereits intensiv mit dem Ansatz von Michael E. Porter / Elizabeth Olmsted Teisberg befasst hat, findet hier inhaltlich nichts Neues. Gleichwohl wirken die Wiederholung der Lektüre und die damit zwangsläufig verbundene erneute kritische Reflexion als probater Verstärker. Nebenher erfährt man noch einige Details zu Finnlands Gesundheitswesen. Insgesamt eine rundum lesenswerte Lektüre. Und das auch noch kostenlos! (+++)

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!

Liste der bisher besprochenen Bücher


10. Methoden

Fällt auch diesmal aus. Eine Änderung (mit Abbildungen) ist in Vorbereitung.