Exzellentes Management im Gesundheitswesen
(1) Zuerst der Patient.
(2) Dann das Ergebnis.
(3) Dann die Behandlung.
(4) Dazu die Ressourcen.
(5) Pflicht zur neuen Routine.
(6) Feedback als Regel.
(7) Als Rückgrat die IT.
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Information - fürs Behandeln der wichtigste "Produktionsfaktor".




Informationen als Blutkreislauf einer perfekten Ergebniserzielung.



Dies ist der letzte Schritt unserer Orga-nisationsgestaltung  in 6 (+ 1) Schritten.

Informationen sind - auch wenn das den meisten Akteuren gar nicht so bewußt sein mag - der wohl wichtigste 'Produk-tionsfaktor' der Krankenbehandlung. Sie schlummern allerdings bis heute - zumindest was die inhaltlichen Entscheidungsinformationen im eigentlichen Behandlungsprozess [2] angeht - auch im Krankenhaus ganz überwiegend in den Köpfen der anteilig behandelnden Ärzte. Ansonsten verläßt man sich hierzulande im Jahre 2009 noch weitgehend auf Papieraufzeichnungen zur Verlaufs- und Ergebnisdokumentation. Schon dies macht schon aus Kapazitätsgründen weitergehenden Aufzeichnungen oder gar Auswertungen äußerst schwierig. IT-Unterstützung gibt es in der Krankenbehandlung bestenfalls in Teilbereichen, z.B.

  • zur Patientenindentifikation (künftig Gesundheitskarte)
  • für Abrechnungszwecke (G-DRGs) und Meldepflichten (§ 301 SGB V)
  • für den vorgeschriebenen Qualitätsbericht

Es wird in Deutschland zwar schon lange viel über eine "Elektronische Krankenakte" geredet, aber ganz offensichtlich gänzlich Unterschiedliches darunter verstanden. Die Entwicklung ist höchst unterschiedlich weit gediehen. Etwas halbwegs Vollständiges (wie z.B. bei Intermountain Healthcare) harrt in Deutschland noch der Realisierung, obwohl und in der externen Vernetzung hier mit weitem Abstand das größte Rationalisierungs- und Qualitätsverbesserungspotential schlummert.

, und zwar sowohl in deren Infrastrukur (wo dies längst begriffen zu sein scheint) als im 'Kerngeschäft' der Krankenbehandlung (wo noch riesige ). Genauer gesagt, die nach

  • Inhalt
  • Qualität
  • Zeit
  • Ort

richtigen, weil allein zielführenden Informa-tionen. Künftig wird - ob das nun alle Beteiligten mögen oder nicht - mit Sicherheit immer stärker darauf gedrängt werden, die

  • Transparenz
  • Qualität
  • Wirtschaftlichkeit

der Krankenbehandlung zu belegen. Und zwar in einer Weise, dass die berechtigten Schutzinteressen aller Beteiligten, vor allem der Patienten, strikt berücksichtigt werden. Zugleich machen die Wissensexplosion hinsichtlich der Möglichkeit und Wirksamkeit von Behandlungen sowie die zunehmende Arbeitsteilung die Aufgabe immer komplexer, das Ganze informationell in den Griff zu bekommen.

Das geht nicht ohne eine massive IT-Unterstützung. Umso erstaunlicher ist die - im Vergleich mit der Industrie, der Luftfahrt oder den Banken - nach wie vor geringe IT-Durchdringung des Kernprozesses der integrierten Krankenbehandlung, oder gar deren externe Vernetzung. Die Gründe dafür sind vielfältig, u.a. diese:

  • Ein insgesamt 'vorindustrielles' Gesundheitswesen
  • Eine großenteils staatlich dominierte Finanzierung
  • Das in der Ärzteschaft gepflegte berufliche Selbstverständnis
  • Kaum Durchblick hinsichtlich der Prozesszusammenhänge
  • Zerfasernde Strukturen der Investititonsentscheidung
  • Ein erst allmählich aufkommendes Unternehmertum

Doch all dies befindet sich heute in der - mehr oder weniger - schleichenden Auflösung. Zugleich wachsen die Möglichkeiten der Informations- und Kommunika-tionstechnologie weiter exponentiell, wobei sich deren Preise weiter in die entgegen-gesetzte Richtung bewegen. Internationale Vorbilder machen teilweise seit Jahrzehn-ten vor, was - wenn man denn nur wollte - schon heute alles gehen würde.

Also empfiehlt es sich, die künftige Ausgestaltung der IT-Infrastruktur des Gesundheits-unternehmens ganzheitlich anzugehen: 

  • Inhaltlich (Welchen Ergebnisbeitrag zu dessen Wertschöpfung soll die Informationstechnologie leisten?)
  • Hinsichtlich einer künftig patientenzentrierten Datenbank (Welche abgestimmten Standards sind zu beachten?)
  • Hinsichtlich der einzusetzenden Anwendungssoftware (Welche integrierten Strukturen sind prinzipiell anzustreben?)
  • Hinsichtlich der externen Vernetzung (Welche inhaltlichen und technischen Erfordernisse sind zu beachten?)
  • Hinsichtlich der technisch-organisatorischen Infrastruktur (ITK-Geräte, Betrieb und Ausfallsicherungen)

Dies ist - stärker als nahezu jede andere Investition in Bauten und Ausrüstungen, Ausstattung und Medizintechnik - eine Investitionsaufgabe, die es erfordert, den IT-Beitrag zum Ergebnis eines künftig gänzlich veränderten Geschehens gedanklich so gut wie möglich vorwegzunehmen. Einschließlich der mit dem vergleichsweise hohen und risikobehafteten Mitteleinsatz verbundenen finanziellen Aufwendungen und Nutzen. Das Ganze muß und wird sich rechnen! Im Kern eines solchen Konzepts steht - grob skizziert - eine Patientendatenbank, in der

  • alle persönlichen Patientendaten für die aktuelle Behandlung sowie "von der Wiege bis zu Bahre" verfügbar gehalten werden
  • persönliche Daten für eine Behandlung direkt zur Verfügung stehen 
  • ebenso eine pseudonymisierte Kopie der gleichen Personendaten für Forschungs- und Auswertungszwecke
  • es - ähnlich wie heute schon in Registern etc. - aggregierte Datenbestände für generelle interne und externe Vergleiche gibt

Die IT-Anwendungen sollten - besonders im klinischen Bereich - auch in Deutschland so organisiert (und geschützt) sein, dass sie die tägliche Arbeit massiv unterstützen und unter dem Strich keine zusätzliche Arbeit machen. Dass so etwas selbst mit weitaus teurerer Technik als heute geht, haben wir schon vor mittlerweile Jahrzehnten durchgespielt (und durchgerechnet). Davon sind wir angesichts einer mittlerweile weitaus intensiveren Durchdringung der Materie heute stärker überzeugt denn je.

Die - alle mittlerweile schon viele Jahre alten, nahezu unverändert weiter gültigen  - Übersichten in den Abbildungen dieser Seite zeigen unabhängig vom Grad der tasächlichen IT-Unterstützung vergleichsweise grob und zusammenfassend:

  • eine Zerlegung in Prozesse und deren Informationsbeziehungen* (große Abbildung)
    • 1 Patienten gewinnen, aufnehmen
    • 2 Patienten behandeln, pflegen
    • 3 Entlassung, honoriert werden
    • 4 Materielle Ressourcen beisteuern
    • 5 Personelle Ressourcen beisteuern / Human Resources (HR)
    • 6 Finanzen, Rechnungswesen, Statistik
    • 7 Managementprozesse
  • den Versuch einer Gliederung in Datenklassen
    • BET Standorte, Betriebsmittel
    • MLE Medizinische Leistungen
    • VER Ver-, Entsorgung
    • MAR Umfeld, Markt
    • PAT Patienteninformationen
    • LEIT Geld-, Leitungsinformationen
    • MIT Mitarbeitereinsatz
    • KRA Krankheitsinformationen
    • MAT Materialeinsatz
  • eine grobe 'Vorsortierung' in aufgabenspezifische IT-Arbeitsplätze
    • EIS Management-Informationssystem
    • AIS Medizinische Infrastruktur
    • PAD Patienten(vor-)aufnahme
    • APA Arzt- / Pflege-Arbeitsplatz
    • ARCH (Medizinische / Pflege-)Planung und Dokumentation
    • HR Personalwirtschaft / Human Resources
    • LOG Logistik, Ver- und Entsorgung
    • TECH Medizin, Haustechnik etc.

Für einen ganzheitlichen IT-Ansatz gilt selbstverständlich das Prinzip, allen  Berechtig-ten überall und jederzeit auf alle Informationen den gesicherten Zugriff zu ermöglichen. Das gilt sowohl im Zuge der Routine als auch für jegliche Abfragen und Sonderauswertungen.

Was wäre, wenn…? Was wäre, wenn der Arzt bei der Erstuntersuchung eines jeden Patienten alle Anamnesedaten unverzögert zur Verfügung hätte? Was wäre, wenn er seine Diagnose ad hoc mit dem wissenschaftlichen Erfahrungsschatz abgleichen könnte? Was wäre, wenn sich daraus fast automatisch (Vorschläge für) alle therapeutischen und diagnostischen Folgeaktivitäten ableiten und terminieren ließen? Was wäre, wenn die Last des Dokumentierens zu einer Kette von Häkchen auf dem elektronischen Verlaufsdokument zusammenschnurren könnte? Was wäre, wenn die Planung und Dokumentation der erforderlichen personellen und materiellen Ressourcen großenteils automatisch erfolgte? Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wohl nirgendwo sonst könnte man heute zum Wohle der Patienten solch riesige Verbesserungen erzielen wie im Gesundheitswesen. Die Gründe?

  • Die Wirksamkeit und Qualität der Krankenbehandlung beruht in einer Weise auf der raschen und vollständigen Erhebung, Verarbeitung und Weiterleitung von Information, die ihresgleichen sucht.
  • Gleichwohl hat man hier erst sehr spät begonnen, die Möglichkeiten der Informationstechnologie effektiv zu nutzen und dabei zugleich selbstverständlich auch die notwendigen Sicherheitskonzepte (Stichwort: Weltweiter Zahlungsverkehr) 'wasserdicht' zu machen.

Dazu müsste man sich allerdings zunächst einmal richtig klar machen, worauf es in der Krankenbehandlung wirklich ankommt: Auf nachweisliche und nicht nur auf gefühlte Ergebnisse. „Man“ steht hier keineswegs nur für „Wer auch immer“. „Man“ ist auch nach aller Erfahrung zunächst einmal kaum die Politik. „Man“ ist die oberste Ebene der Verantwortlichen in den Gesundheitsunternehmen. Denn nur die könnten bei Bedarf dafür sorgen, dass bessere Lösungen auch gegen mächtige Partikular-interessen durchgesetzt werden. Und nur die könnten die dafür erforderlichen unternehmerischen Investitionen schultern. Dafür wäre es allerdings nicht schlecht, wenn die Politik (wie z.B. in den USA) die notwendigen Anreize schaffte.

Siehe auch: Prozesse / Ressourcen

Siehe auch: Ergebnisse

Siehe auch: Controlling

 

_______________
* Selbstverständlich bestehen in und zwischen den Prozessen Beziehungen unterschiedlicher Dimension. Nach Hans Ulrich (1970, S. 49) z.B.:

  • Die materielle Dimension (physikalisch-technologisch)
  • Die soziale Dimension (zwischenmenschliche Beziehungen)
  • Die kommunikative Dimension (Sender, Übermittler, Emfänger von Information)
  • Die wertbezogene Dimension (wirtschaftliche, aber auch ethische Werte)  


Links zu nützlichen Informationen

 

Elektronische Patientenakte:

http://www.projecthealthdesign.org/

Moving PHRs from Static Repositories of Information to Dynamic, Interactive Applications

KFF: Quality of Care - Eine sehr schöne Zusammenstellung! (Auch PHR)

Internetrecht

A Better Balance in the Pharmacy, Part 1, Part 2: IT-Unterstützung in der Apotheke - und was dabei zu beachten ist

Microsoft HealthVault
"Microsoft® HealthVault™ is designed to put you in control of your health information"

The Microsoft HealthVault Be Well Fund is designed to assist academic and research health organizations in the creation of innovative online health applications for patients. These applications should make use of shared health data and connected home health devices to improve the potential for positive health outcomes for patients.

Google Health

"Plug and Play" Hospitals”. Medical devices that exchange data could make hospitals safer.

EMR/EHR Utilization: Wie viele IT-Installationen mit elektronischer Krankenakte gibt es?

Gesundheitstelematik: Dossier im Internet abrufbar

Standardization to Drive Performance. Quality improvement efforts are built on uniform practices and data elements.

HIMSS Analytics provides comprehensive healthcare data and research that supports improved decision-making

Five Lessons From Seattle On Adopting Electronic Medical Records

(NQF) Standardisierter Qualitätsdatenset