Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

170 - 15.12.2004


Motto

If you don't generate excitement, you don't generate much
(Bill Marriott)


01. Editorial: Zertifizierung – für Ärzte

Certification – for Doctors (physicians & surgeons)!

 

„Mit Zertifikat!“ – Wo diese beiden Worte draufstehen, sieht sich – vor die Wahl gestellt – (zumindest) der Deutsche zum Kauf ermutigt: Ein Produkt „mit Zertifikat“ kann doch nur gut sein, zumindest besser als ein anderes ohne ein solches Gütesiegel – besonders dann, wenn es sich auch noch um ein  „Qualitätszertifikat“ handelt!

 

Diesen bekannten Reflex nutzen viele, die etwas verkaufen möchten, um ihre Ware an den Mann zu bringen – Gerechte und Ungerechte. Warum also nicht auch z.B. Krankenhäuser? Das Ausnutzen geschäftlicher Chancen gehört zu den Grundelementen der Marktwirtschaft. Wo dafür irgendein Zertifikat dienlich sein kann, sollte es angestrebt und dann auch werbend herausgestellt werden.

 

In der freiwilligen Austauschbeziehung „Ware gegen Geld“ hat sich der Kunde dann allerdings schon selbst sachkundig zu machen, ob, was er da zu kaufen beabsichtigt, auch das Geld wert ist, das ihm anschließend für das Erfüllen anderer Wünsche fehlen wird. Hält das Qualitätszertifikat wirklich, was sich der Käufer davon verspricht?

 

Dafür müßte der Kunde schon wissen, für welche Qualität das Zertifikat genau steht. Für die Echtheit oder gar für den Nutzen von Zertifikaten gibt es leider noch keine Zertifikate!

 

Schon das Praxisschild des Dr. med. X verheißt nur eine relative Sicherheit, dass der Praxisinhaber auch über eine gültige Approbation verfügt. Doch das läßt sich noch leicht erfragen. Eine Auskunft darüber, ob das Wissen des Dr. med. X sich noch auf dem aktuellen Stand befindet, und ein Beleg dafür, dass er es tatsächlich anwendet.

 

Von der Flut kommerzieller „Qualitätszertifikate“, soll hier gar nicht die Rede sein. Die verschaffen ohnehin nur eine höchst trügerische Sicherheit. Bei kommerziellen Zertifikaten kann in erster Näherung eigentlich nur geraten werden: Finger weg! Das spart Zeit und Geld.

 

Es gibt noch einen anderen Zertifikatstyp: Wer sich nach der ISO 9001 zertifizieren läßt, mag diese Tatsache als „Qualität“ verkaufen. Gleichwohl ist dies nichts anderes als die gegen Entgelt ausgestellte Konformitätsbescheinigung („Zertifikat“) eines kommerziellen Zertifizierers darüber, dass er – salopp formuliert – seine Prozesse aufgeschrieben hat und danach arbeitet. („Wahre Profis“ unter den Anbietern einer Zertifizierungsvorbereitung bringen die fertigen Prozesshandbücher gleich mit).

 

Im deutschen Gesundheitswesen gibt es für den arglosen Interessenten an einem Gütesiegel etwas weitaus Unerfreulicheres: Von Selbstverwaltung und Fachgesellschaften förmlich „abgesegnete“ Zertifikate für Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeinstitutionen und neuerdings sogar Arztpraxen, die bei genauerem Hinsehen keinerlei Qualität belegen können (und dies vielleicht auch gar nicht wollen)!

 

Dass derartige Qualitäts-Placebos vielen der oft überlasteten (und daher nicht so genau hinsehenden) Geschäftsführungen offensichtlich leicht als „Marketinginstrumente“ untergejubelt werden können, läßt sich schon an der wachsenden Zahl der bereits vergebenen vermeintlichen „Gütesiegel“ ablesen. Man „beweist“ im vertrauten Geleitzug verbleibend auf einfache Weise seine „Qualität“! Bewusste Irreführung oder Ausweis eines fehlenden Durchblicks? – keine Ahnung!

 

Zumindest bewirken all diese fragwürdigen Entwicklungen, dass es in Deutschland nicht so schnell zu einer Entwicklung wie in den angelsächsischen Ländern – allen voran in den USA – kommen wird, die Qualität von Behandlungsergebnissen (und deren Gegenteil) allmählich ins öffentliche Bewusstsein geraten und damit Qualitätsverbesserungen erst als solche erkennen läßt. – Cui bono???

 

Gewisse Zertifikate sind allerdings auch nützlich: Ohne Approbation, gesetzlich anerkanntes Diplom oder Zusatzbescheinigung etc. keine Befugnis, bestimmte Tätigkeiten auszuüben. Ohne Eichplombe keine Sicherheit, dass das jeweilige Gerät den Anforderungen genügt hat – zumindest zum Prüfzeitpunkt. Ohne aktuelle „TÜV-Plakette“ am Gebrauchtwagen geringere Verkaufschancen. Eine massive Verkaufsförderung durch die positive Bewertung durch die Stiftung Warentest.

 

Alle letztgenannten Zertifikate bestätigen das Einhalten von Mindesterfordernissen. Nur einige davon erfordern regelmäßige Nachprüfungen. Jeder Autofahrer kennt sie aus seinem Kraftfahrzeugschein. Auch bei wichtigeren Berufen wie dem des Piloten sind diese die Voraussetzung für ein Nichterlöschen der Lizenz zur weiteren Berufsausbildung – nicht aber merkwürdigerweise beim deutschen Arzt. Dagegen sträuben sich die Interessenvertretungen nach wie vor mit Händen und Füßen und allerlei haarsträubenden Argumenten – zumindest aus der Sicht des „Laien“.

 

Die mittlerweile nach langen standesinternen Kämpfen wenigstens vorgeschriebenen Punkte für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen sind dafür nicht der geringste Ersatz, zumal mit der Nichterfüllung ja keineswegs die Lizenz zur weiteren ärztlichen Tätigkeit entzogen wird – auch dies aus der Sicht des (potentiellen) Patienten als Vertreters einer vermutlich gigantischen Mehrheit der Bevölkerung. Hier besteht ganz gewiss Handlungsbedarf: Wir brauchen schnellstens eine ernstzunehmende Zertifizierung für Ärzte. Mit turnusmäßiger Nachprüfung. Dann könnte sich man (fast) alle anderen Zertifikate sparen!

 

Allerdings ist es nach den bisherigen Erfahrungen in Deutschland leider fast genau so gewiss, dass sich dieses Land auch bei einer möglicherweise einmal kommenden „Pisa-Studie für Ärzte“ nicht gerade im Spitzenfeld befinden dürfte. Dafür besteht ja bisher nicht der geringste Anreiz – im Gegenteil! Zu Lasten der Patienten, der Beitragszahler, der Staatsbürger – kurz des immer so gern in Sonntagsreden beschworenen „Menschen“!

 

Zur aktuellen Lektüre empfohlen: http://www.cmaj.ca/cgi/content/full/171/4/301.

 

 

Quelle: Newsletter "Patient als Partner" No.3

 

P.S. Soeben hörte ich von einem niedergelassenen Arzt, wie viele Angebote er „fast täglich“ wegwirft, „schon für 6000 Euro zu einem „Zertifikat“ zu kommen. Der Quatsch ist damit nicht gemeint!


02. (AHA) Patientensicherheit im US-Gesundheitssystem mittelmäßig

Article gives U.S. health care system C+ in patient safety

 

Despite signs of progress since the Institute of Medicine released its 1999 report on medical errors, the nation still has a long way to go to achieve a safe, reliable system of care, according to an article in today’s issue of “Health Affairs.” The article’s author, Robert Wachter, M.D., associate chairman at the University of California at San Francisco’s Department of Medicine, gives the U.S. health care system an overall grade of C+, with “striking areas of progress tempered by clear opportunities for improvement.” Bright spots, he says, are that caregivers are much more sensitive to patient safety issues today than they were five years ago; the Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations is driving the standardization of practices proven to improve patient safety; and information technology is gaining momentum. Wachter gives low marks, however, to the nation’s error-reporting and medical malpractice systems. Too little attention has been devoted to translating error reports into meaningful action, he says, and the “broken” liability system is demoralizing physicians and creating major access problems, without fairly compensating patients. Wachter also calls for team training in medical and nursing schools. The “most important question moving forward,” he concludes, is determining what factors will “catalyze the far greater investment (in money, time, and attention) that will be needed to make health care significantly safer.”

 

Anmerkung:
Und bei uns?


03. (AHA) Arbeitsumfeld der Pflege umwandeln

Transforming the Nursing Environment

 

A pilot program sponsored by the Robert Wood Johnson Foundation and led by nurses is testing ideas to improve the quality of care. Seton Northwest Hospital, one of the pilot sites, is already reaping rewards from the program.

 

Before health care organizations can improve patient care, their leaders must understand the direct link between the quality of care patients receive and the work environment in which their caregivers function.

 

Gesamttext: http://www.hospitalconnect.com/hhnmag/jsp/articledisplay.jsp?dcrpath=HHNMAG/PubsNewsArticle/data/041207HHN_Online_Barnett&domain=HHNMAG


04. (H&P) Stellungnahmen zum Editorial in hmanage Newsletter 168

Answer to our editorial in hmanage Newsletter 168

 

1. Brief

“Vielen Dank für Ihr Editorial. Ihre Anmerkungen sind fachlich aus Ihrer Sicht richtig, dennoch ist das Problem in der Realität von vielen so wahrgenommen wie von Dr. Grüneisen beschrieben. Das DRG System läßt es eben in vielen Bereichen nicht zu den tatsächlichen therapeutischen Bedarf von Patienten abzubilden und damit zur gerechten Vergütung zu kommen. Natürlich sind die historisch fortgeschriebenen tagesgleichen Pflegesätze auch ungerecht, dennoch in den Kliniken wird natürlich nun geschaut wie kommen wir zu Geld und nicht wie geht es unseren Patienten am besten. Wir alle erleben in der täglichen Realität das es eben niemanden interessiert eine gute Ergebnisqualität zu erreichen, sondern möglichst viele der neuen Regularien zu erfüllen und stundenlang patientenfern administrative Aufgaben, welche auch noch als Arztaufgabe festgelegt wurden, abzuarbeiten. Der eigentliche Arztberuf findet an guten Tagen zu 25% an schlechten zu 5% statt. Das kann nicht richtig sein und zeigt wie krank das System ist und woher die Wahrnehmungen des Kollegen Grüneisen kommen”.

 

Gruß (Ärztin aus einem Universitätsklinikum)

 

Antwort H&P:

“Sie haben ja (leider) so Recht!

 

Aber nicht, weil die objektiven Bedingungen so sein müßten, wie sie von Ihnen und Ihrem Kollegen zu Recht angeprangert werden! Es ist nach wie vor genug (zu viel) Geld im System. Die Krankenhäuser bekommen - alles in allem - trotz sich verändernder Abrechnungsmodalitäten kaum weniger Geld als bisher. Das Geld wird allerdings in Zukunft anders verteilt - wenn die G-DRGs erst einmal richtig, d.h. realitätsnah funktionieren auch "gerecht". Universitätsklinika werden allerdings in ganz Deutschland Mittel für Forschung und Lehre - nicht für die Krankenversorgung! - gekürzt. Fragen Sie z.B. einmal in Bayern! Ob das sinnvoll ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Notwendig wegen fehlender Mittel ist es allemal - siehe Diskussion des Bundeshaushalts!

 

Vielmehr ist es so, dass die Probleme in den sogenannten "Hochleistungskrankenhäusern" hausgemacht sind. Man hat sich dort (höheren Orts, aber auch an der Basis) im Laufe der Jahre an den Luxus ziemlich dysfunktionaler Strukturen und Abläufe gewöhnt, die sich nun - vor dem Hintergrund deutsch-eherner Besitzstände - nur sehr schwer zum Besseren (patient focused) umbauen lassen. Allerdings sehe ich dort auch niemanden (schon gar nicht in der Charitè - trotz sehr teurer Berater), der sich überhaupt daran macht. Und das Ergebnis müssen die ausbaden, auf deren freudigen Einsatz ein (Universitäts-)Krankenhaus angewiesen ist - die Ärzte, zumindest die Ärzte an der Basis! Gleichwohl hat Dr. Grüneisen absolut nicht Recht, wenn er "Rentabilität" als ein vermeintliches Ziel benennt: Damit macht er es seinen Gegnern nur unnötig leicht. Es geht um weniger Verschwendung durch eine schlechte Organisation!

 

Bessere arbeitsteilige Abläufe in der Krankenbehandlung erfordern von den Beteiligten weitaus weniger Zeit pro Patient (und bringen mehr Zeit für eine wirkliche Zuwendung). Ein gezielterer IT-Einsatz in der Krankenbehandlung würde den "Papierkrieg" auf geradezu mikroskopische Elemente zusammenschnurren lassen. Was Sie vermutlich an patientenferner Belastung erleben, ist keineswegs naturnotwendig. Aber..  Die Organisation muß rasch und grundlegend umgestaltet werden, und dies im laufenden Betrieb! Vor allem die personellen Ressourcen müssen gänzlich anders verteilt werden. Sicher gegen erbitterte Widerstände von allen Seiten, bei den Hochschullehrern genau so wie bei verdi und natürlich auch von der Politik, ich fürchte, gleich welcher Couleur. Es ist ja so schön, alles beim Alten zu lassen (bis das Schlamassel sich überhaupt nicht mehr in Ordnung bringen läßt).

 

Ich sehe als Ursache vor allem ein Problem der obersten Spitze und ihrer Führung (die vorige genau so wie die jetztige). Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, ob diese überhaupt ein plausibles Konzept hat, die ihr anvertraute Einrichtung an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Hinweise, wie man so etwas sinnvollerweise macht und dabei die Schlüsselfiguren als Motor einsetzt und nicht durch hilflose Maßnahmen immer stärker gegen sich aufbringt (und dann auch noch zu falschen Schlußolgerungen verleitet), finden Sie an vielen Stellen in meinen Newslettern (siehe z.B. Editorial im hmanage Newsletter 169 mit Johns Hopkins, Mayo Clinic, Cleveland Clinic und Duke Medical Center als Beispielen!) sowie auf meiner Website (Stichworte EFQM, BSC etc., MBNQA-Preisträger, Nachricht vom 23.11.04). Jetzt wären bessere Vorschläge angebracht. Klagen hilft nicht!”

 

Antwort der Ärztin darauf:

 

„wie fast immer stimme ich Ihnen völlig zu, die Diagnose stimmt! Eines ist mir jedoch völlig klar, wir werden hier keine grundlegenden Änderungen kurzfristig erfahren, da jeder Einschnitt sofort vor Gericht und dann durch viele Instanzen geht. Hier müßten also echte Reformen unabhängig von heutigen Strukturen erdacht und dann ausserhalb der Gerichtsbarkeit zur Stabilisierung der heutigen Besitzstände umgesetzt werden. In Deutschland eine völlige Illusion. Natürlich weiß auch ich Lösungen die im Laufe der nächsten Jahre zu einem erfreulichen Wechsel im Gesundheitssystem führen könnten, aber die will keiner, und schon garnicht Politik oder Selbstverwaltungspartner, geschweige denn deutsche Professoren - versuchen Sie doch mal am professoralen Stande etwas zu ändern ............ auch da will keiner hinsehen!

 

Ich versuche z.B. seit Wochen  unabhängige wissenschaftliche Partner zu finden, die bereit wären mit mir den Anteil der Reparaturmedizin in der Charité zu untersuchen - mehrfache Antwort angesehener Institute: Das ist wichtig, das ist richtig, aber leider politisch nicht gewollt, dafür müßten Sie uns das Geld mitbringen ..... und bitte zitieren sie uns nicht ....

 

Fazit: Schön das wir beide Lösungen kennen, leider müssen wir warten bis jemand sie hören und umsetzen will“.

 

2. Brief

 

“Lieber Herr Prof. Hildebrand,

mit Interesse habe ich Ihren Kommentar in Ihrem Newsletter gelesen..

Zu Ihrem  Statement möchte ich aus meiner Sicht  folgende Gedanken anfügen:

Es ist in diesen schwierigen Zeiten auf dem Gesundheitsmarkt leider zunehmend zu beobachten ,dass in den Kliniken vornehmlich oekonomische Ziele als medizinische Ziele verkauft werden. Das Perfide in diesem "Spiel" ist die Tatsache,dass man unkritische  Mediziner dazu missbraucht,die oekonomischen als  medizinische Ziele  darzustellen.

Oekonomie muss sein,dies ist bei den Bewertungsänderungen des DRG-Systems

2005 und dem hieraus vermutbaren Minus in den Krankenhausbudgets unstrittig.

Wenn wir aber zukünftig die von allen (Fachunkundigen) ständig geforderte medizinische Qualität (für unsere Patienten?) erhalten wollen,müssen sich die Kliniken und hier speziell die Ärzte um klare medizinische Konzepte kümmern,die oekonomisch angepasst werden müssen (Kostenreduktion wo möglich und im Rahmen des Qualitätsanspruches vertretbar).

 

Nicht die Oekonomie,sondern die Medizin muss den betriebswirtschaftlich machbaren Weg vorgeben.

 

Um dies umzusetzen müssen verstärkt medizinisch-betriebswirtschaftlich kompetente ärztliche Krankenhausmanager Einsatz finden,die leider in der geforderten Kompetenz in Deutschland nur selten zu finden sein dürften. Und selbst wenn sie da sind,haben sie derzeit noch mit  einer profilneurotischen Verteidigungsmaschinerie  der betriebswirtschaftlichen Geschäftsführungen bezüglich  angestammter Machtterritorien  zu kämpfen.

 

Sehr augenfällig wird diese Machtdemonstration in der Positionierung des Med.Controllings im Gesamtcontrolling. Auch wenn sich nach wie vor viele von den einlullenden  Lippenbekenntnissen der Klinikleitungen bezüglich der erkannten  Wertigkeit des Medizin Controllings blenden lassen,Tatsache bleibt,dass die meisten betriebswirtschaftlichen Controller im Einklang mit den Klinikleitungen  die Meinung vertreten,das im DRG-System existentiell notwendige Med.Controlling locker schultern zu können. Nach wie vor fehlt eine kernkompetenzorientierte Arbeitsplatzbeschreibung für die Position eines  Med.Controllers,oder haben Sie  inzwischen in dieser Sache den Stein der Weisen gefunden..??!

 

(Medizin-Controller aus dem privaten Krankenhausbereich)


05. (AHA) FDA gibt Funk-Kennzeichnung zur Vermeidung von OP-Fehlern frei

FDA approves radio tags to prevent surgical errors

 

The Food and Drug Administration (FDA) has approved a radio frequency identification tag that will feature patient information designed to ensure that surgeons perform the correct surgery, on the correct patient, involving the correct part of the body. The surgical tags, manufactured by Florida-based SurgiChip Inc., will feature the printed name of the patient and the anatomical site for surgery. The inside of the tag is encoded with the date of the surgery, the type of surgery to be performed and the name of the surgeon who will be performing the procedure. Prior to surgery, physicians are to scan the encoded information on the tags and ask the patients for confirmation. On the day of surgery, patients reconfirm the information, and the tags, which have an adhesive backing, are to be placed on the patient's body near the surgical site. The tags are scanned again in the operating room, verified with the patient's medical chart and then placed in the patient's hospital file.


06. (AHA) Wofür andernorts Preise verliehen werden

Organization honors New England hospital trustee with leadership award

 

The New England Healthcare Assembly, an organization dedicated to excellence in the governance of the region’s health care institutions, today presented its 2004 Trustee Leadership Award to Vincent O’Reilly, vice chairman of the Dana Farber Cancer Institute in Boston. O’Reilly was chairman of the Dana Farber board when a Boston Globe medical reporter died tragically following a medication error in 1994. Colleagues and clinicians there said he insisted on open and forthright communications and on expansive investigations that went on to address systemic issues related to patient safety. AHA President Dick Davidson commented on the award, "Dana Farber dealt forthrightly with a crisis in patient safety and in doing so became a model for the entire hospital field. That could not have happened without strong board leadership and support symbolized by Vince O'Reilly."

 

Anmerkung:
Das kann bei uns nicht passieren: Da passieren ja im allgemeinen nur Fehler, wenn sich ein Patient unabweisbar beschwert (und bei der Beschwerdestelle auch noch recht bekommt)!


07. (AHRQ) Neue Information der Kampagne “ Closing the Quality Gap”

Second Volume of "Closing the Quality Gap" Is Available

 

The second volume in the series of AHRQ Evidence-based Practice Center Technical Reviews, titled Closing the Quality Gap: A Critical Analysis of Quality Improvement Strategies, Volume 2: Diabetes Mellitus Care, is now available. The reports explore the human and organizational factors influencing quality improvement strategies and evaluate nine quality improvement strategies, tools, or processes aimed at reducing the quality gap. Volume 2 examines strategies for improving the quality of care for adults with type 2 diabetes through changes in provider behavior, patient behavior, and modifications to the organization of care. Outpatient care for diabetes exemplifies the challenges of, and opportunities for, chronic disease management. Select to download Volume 2, or send an e-mail to ahrqpubs@ahrq.gov for a print copy. Select to download Volume 1; Volume 3, which will focus on improving the treatment of patients suffering from hypertension, will be available soon.
http://www.ahrq.gov/clinic/evrptpdfs.htm#qualgap2
http://www.ahrq.gov/clinic/evrptpdfs.htm#qualgap1


08. Links

 

http://www.dini.de/dini/zertifikat/ Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI)

 

http://www.diaeten-sind-doof.de/

 

http://www.rsmmcgladrey.com/Resource_Center/mednews.html Med News (US

 

http://www.sozialgesetzbuch-bundessozialhilfegesetz.de/ Sozialgesetzbuch

 

http://www.bundesregierung.de/-,11931/Pressekonferenzen.htm Wie der Name sagt..

 

http://www.jcrinc.com/publications.asp?durki=8670 Preventing Medication Errors: Handwritten Orders

 

http://www.evibase.de/ Von “Patient als Partner” empfohlene Website / Newsletter.

 

http://www.businessenglishnetwork.de/ Wie der Name sagt..

 

http://www.zynx.com/products/products-cpc.asp Clnical Pathway Constructor

 

Website: http://www.dartmouthatlas.com/about.php Dartmouth Atlas of Health Care Project Center for the Evaluative Clinical Sciences at Dartmouth Medical School, October 7, 2004, Project

 

http://patientenstellen.de/ BundesArbeitsGemeinschaft der PatientInnenstellen (BAGP)


09. Buchbesprechungen / Herausragende Empfehlungen (I)

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

Feigenbaum; Armand V., Feigenbaum, Donald S., The Power of Management Capital, Utilizing the New Drivers of Innovation, Profitability, and Growth in a Demanding Global Economy,
New York 2003 (+++)

Herausragender strategischer Nutzen für die Umgestaltung von Gesundheitseinrichtungen.

 

Baptist Health Care Leadership Institute, Scripting, Pensacola FLA 2003 (www.BaptistLeadershipInstitute.com)  - hmanage Newsletter 161 - (+++ )

Sehr nützliche Anregungen, neue Gewohnheiten einzuüben.

 

Carpman, Janet, Design That Cares Planning Health Facilities for Patients and Visitors, 2nd Edition, Chicago 1993 - hmanage Newsletter 26 - (+++)

Keine Ahnung, warum solche Anregungen zur Patientenorientierung bei uns zumeist ignoriert werden!

 

Chaplin/Terninko, Customer Driven Health Care - QFD for Process Improvement and Cost Reduction, Milwaukee Wi 2000 - hmanage Newsletter 08/25 - (+++)

Was Patientenorientierung so alles bedeuten könnte.

 

Cloke, Kenneth, Goldsmith, Joan, The End of Management and the Rise of Organizational Democracy, San Fancisco 2001 - hmanage Newsletter 90 - (+++)

Spannendes zur Neuordnung unserer Organisationsstrukturen.

 

Collins, Jim, Good to Great, Why Some Companies Make the leap ... and Other Don´t, New York 2001 ISBN 0066620996 - hmanage Newsletter 108 - ( +++ )

Schon ein Klassiker zum Thema Mitarbeiterorientierung.

 

Gaucher, Ellen J., Coffey, Richard J., Total Quality in Healthcare, From Theory to Practice, San Francisco 1993 - hmanage Newsletter 01 - (+++)

Standardwerk für ein ganzheitliches Qualitätsmanagement

 

Guinane, Carole S., Clinical Pathways, Tools and Methods for Designing, Implementing, and Analyzinig Efficient Care Practices, New York 1997, ISBN 0786311231 - hmanage Newsletter 36 - (+++)

Prima Gebrauchsanweisung!

 

Imai, Maasaki, KAIZEN, München 1991 - hmanage Newsletter 01 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Ishikawa, Kaoru, Guide to Quality Control, Tokyo 2000 (Japanische Erstauflage 1971) Nur bei www.JCAHO.org! hmanage Newsletter 53 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

JCAHO, Using Performance Improvement Tools in Health Care Settings, Chicago 1996, Nur bei www.JCAHO.org! - hmanage Newsletter 01 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

JCAHO, The Measuring Mandate, Chicago 1993, Nur bei www.JCAHO.org! - hmanage Newsletter 01 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

JCAHO, A Guide to Performance Measurement for HospitalsChicago 2000 Nur bei www.JCAHO.org! - hmanage Newsletter 85 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Joint Commission Resources, Failure Mode and Effects Analysis in health Care, Proactive Risk Reduction, Oakbrook Terrace IL 2002. ISBN 086688758X - hmanage Newsletter 123 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Joint Commission Resources, Tools for Performance Measurement in Health Care, A Quick Reference Guide, Oakbrook Terrace IL 2002. ISBN 0866887156 - hmanage Newsletter 118 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Joint Commission Resources, Putting Evidence to Work: Tools an resources, Oakbrook Terrace IL 2002. ISBN 0866887156 - hmanage Newsletter 119 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Kaplan / Norton, The Strategy Focused Organization, Boston 2000 (+++)- Kaplan / Norton, Die strategiefokussierte Organisation, Stuttgart 2001, die deutsche
Übersetzung - hmanage Newsletter 32 - (+++)

BSC-Standardwerk!

 

Katz, J.M., Green, E., Managing Quality, A Guide to System-Wide Performance Management in Health Care (Second Edition) St. Louis 1997, ISBN 0-8151-4973-5) - hmanage Newsletter 153 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Mozena/Emerick/Black, Stop Managing Costs, Designing Healthcare Organizations Around Core Business Systems, Milwaukee 1999 (+++)

Eine erfrischende Anregung, den Unfug des Sparens endlich aufzugeben!

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Hinweis auf unsere Trainings im ersten Halbjahr

 

Wir laden Sie hiermit herzlich zu einem außergewöhnlichen Trainingsprogramm ein. Was unsere Trainingsveranstaltungen in Ansatz und Inhalt von anderen unterscheidet:

  1. Wir konzentrieren uns auf „grenzüberschreitende“ Aspekte des Management im Gesundheitswesen – sowohl was die Einrichtungen als auch was die dort tätigen Berufsgruppen betrifft.
  2. Wir bieten nur Veranstaltungen zu Themen an, für die unsere Kompetenz im Vergleich zur Konkurrenz sehr hoch ist. Um die Nase vorn zu behalten, entwickeln wir jedes Training kontinuierlich weiter (Beispiel EFQM).
  3. Wir bieten fachlich keinen „Einheitsbrei“, sondern halten uns, was den jeweiligen Stoff und seine Vermittlung angeht, im vordersten Feld der internationalen Entwicklung – mit der „Bodenhaftung“ der organisatorischen Realität.
  4. Wir springen inhaltlich nicht auf jeden „Veranstaltungs-Zug“, der Gewinn versprechen mag. Wenn wir von etwas nicht überzeugt sind (Beispiel KTQ®), muten wir es auch nicht unseren Teilnehmern zu.
  5. Von Ausnahmen abgesehen, ist die Teilnehmerzahl unserer Trainings auf maximal 16 begrenzt. Unsere Gruppen bestehen nie aus mehr als 7-8 Teilnehmern. So hat jedes Gruppenmitglied eine optimale Lernchance.
  6. Wir bemühen uns um faire Preise. Im allgemeinen sind darin zum einen Materialien enthalten, die den Rahmen des Üblichen deutlich sprengen, und zum anderen Abendveranstaltungen, die wir so andernorts kaum je erlebt haben.

 

Die Programmübersicht für das erste Halbjahr 2005 einschließlich aller zugehörigen Flyer finden Sie neben vielen inhaltlichen Anregungen zu dem jeweiligen Thema unter http://www.hmanage.net/index.php?id=30.


01. Editorial: Zertifizierung – für Ärzte!

 

<H2 style="MARGIN: 12pt 0cm">

 

xx.12.2004

 

hmanage-Newsletter 170<o:p></o:p></H2>

Herzlich willkommen!

Hier finden Sie – gestützt auf überwiegend englischsprachige Quellen – "grenzüberschreitende" Informationen und Kommentare zum (Qualitäts-)Management von Gesundheitseinrichtungen sowie der fortwährenden Verbesserung des Gesundheitssystems: Nachrichten, Kurztexte, Definitionen, Links und Downloads. Der hmanage-Newsletter dient der Horizonterweiterung: Was hierzulande immer noch als unmöglich gilt, ist woanders nicht selten schon längst realisiert!

Wir bieten hier einen freien Blick über den Tellerrand der abgeschotteten Milieus des verkrusteten und "versäulten" deutschen Gesundheitssystems und seiner Berufsgruppen. Kritisch, praxisorientiert und ohne Scheuklappen. Und das Ganze kostet Sie nach wie vor nichts!

Über Anregungen, Stellungnahmen, interessante Meldungen sowie Verbesserungsvorschläge würden wir uns sehr freuen. Für die immer weiter wachsende Nachfrage und den anhaltenden Zuspruch bedanken wir uns ganz herzlich!

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Ihr

Prof. Dr. Rolf Hildebrand


Motto des Tages:

If you don't generate excitement, you don't generate much
(Bill Marriott)


<H3 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">Unser heutiger Inhalt<o:p></o:p></H3>

01. Editorial: Zertifizierung – für Ärzte!

02. (AHA) Patientensicherheit im US-Gesundheitssystem mittelmäßig

03. (AHA) Arbeitsumfeld der Pflege umwandeln

04. (H&P) Stellungnahmen zum Editorial in hmanage Newsletter 168

05. (AHA) FDA gibt Funk-Kennzeichnung zur Vermeidung von OP-Fehlern frei

06. (AHA) Wofür andernorts Preise verliehen werden

07. (AHRQ) Neue Information der Kampagne “ Closing the Quality Gap”

08. Links

09. Buchbesprechungen / Herausragende Empfehlungen (I)

10. Hinweis auf unsere Trainings im ersten Halbjahr 2005


<H3 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">Hier die Einzelheiten:</H3>

<H3 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt"><o:p></o:p> </H3>

<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">1. Editorial: Zertifizierung – für Ärzte!
      Certification – for Doctors (physicians & surgeons)!</H4>

<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt"> </H4>

„Mit Zertifikat!“ – Wo diese beiden Worte draufstehen, sieht sich – vor die Wahl gestellt – (zumindest) der Deutsche zum Kauf ermutigt: Ein Produkt „mit Zertifikat“ kann doch nur gut sein, zumindest besser als ein anderes ohne ein solches Gütesiegel – besonders dann, wenn es sich auch noch um ein  „Qualitätszertifikat“ handelt!

 

Diesen bekannten Reflex nutzen viele, die etwas verkaufen möchten, um ihre Ware an den Mann zu bringen – Gerechte und Ungerechte. Warum also nicht auch z.B. Krankenhäuser? Das Ausnutzen geschäftlicher Chancen gehört zu den Grundelementen der Marktwirtschaft. Wo dafür irgendein Zertifikat dienlich sein kann, sollte es angestrebt und dann auch werbend herausgestellt werden.

 

In der freiwilligen Austauschbeziehung „Ware gegen Geld“ hat sich der Kunde dann allerdings schon selbst sachkundig zu machen, ob, was er da zu kaufen beabsichtigt, auch das Geld wert ist, das ihm anschließend für das Erfüllen anderer Wünsche fehlen wird. Hält das Qualitätszertifikat wirklich, was sich der Käufer davon verspricht?

 

Dafür müßte der Kunde schon wissen, für welche Qualität das Zertifikat genau steht. Für die Echtheit oder gar für den Nutzen von Zertifikaten gibt es leider noch keine Zertifikate!

 

Schon das Praxisschild des Dr. med. X verheißt nur eine relative Sicherheit, dass der Praxisinhaber auch über eine gültige Approbation verfügt. Doch das läßt sich noch leicht erfragen. Eine Auskunft darüber, ob das Wissen des Dr. med. X sich noch auf dem aktuellen Stand befindet, und ein Beleg dafür, dass er es tatsächlich anwendet.

 

Von der Flut kommerzieller „Qualitätszertifikate“, soll hier gar nicht die Rede sein. Die verschaffen ohnehin nur eine höchst trügerische Sicherheit. Bei kommerziellen Zertifikaten kann in erster Näherung eigentlich nur geraten werden: Finger weg! Das spart Zeit und Geld.

 

Es gibt noch einen anderen Zertifikatstyp: Wer sich nach der ISO 9001 zertifizieren läßt, mag diese Tatsache als „Qualität“ verkaufen. Gleichwohl ist dies nichts anderes als die gegen Entgelt ausgestellte Konformitätsbescheinigung („Zertifikat“) eines kommerziellen Zertifizierers darüber, dass er – salopp formuliert – seine Prozesse aufgeschrieben hat und danach arbeitet. („Wahre Profis“ unter den Anbietern einer Zertifizierungsvorbereitung bringen die fertigen Prozesshandbücher gleich mit).

 

Im deutschen Gesundheitswesen gibt es für den arglosen Interessenten an einem Gütesiegel etwas weitaus Unerfreulicheres: Von Selbstverwaltung und Fachgesellschaften förmlich „abgesegnete“ Zertifikate für Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeinstitutionen und neuerdings sogar Arztpraxen, die bei genauerem Hinsehen keinerlei Qualität belegen können (und dies vielleicht auch gar nicht wollen)!

 

Dass derartige Qualitäts-Placebos vielen der oft überlasteten (und daher nicht so genau hinsehenden) Geschäftsführungen offensichtlich leicht als „Marketinginstrumente“ untergejubelt werden können, läßt sich schon an der wachsenden Zahl der bereits vergebenen vermeintlichen „Gütesiegel“ ablesen. Man „beweist“ im vertrauten Geleitzug verbleibend auf einfache Weise seine „Qualität“! Bewusste Irreführung oder Ausweis eines fehlenden Durchblicks? – keine Ahnung!

 

Zumindest bewirken all diese fragwürdigen Entwicklungen, dass es in Deutschland nicht so schnell zu einer Entwicklung wie in den angelsächsischen Ländern – allen voran in den USA – kommen wird, die Qualität von Behandlungsergebnissen (und deren Gegenteil) allmählich ins öffentliche Bewusstsein geraten und damit Qualitätsverbesserungen erst als solche erkennen läßt. – Cui bono???

 

Gewisse Zertifikate sind allerdings auch nützlich: Ohne Approbation, gesetzlich anerkanntes Diplom oder Zusatzbescheinigung etc. keine Befugnis, bestimmte Tätigkeiten auszuüben. Ohne Eichplombe keine Sicherheit, dass das jeweilige Gerät den Anforderungen genügt hat – zumindest zum Prüfzeitpunkt. Ohne aktuelle „TÜV-Plakette“ am Gebrauchtwagen geringere Verkaufschancen. Eine massive Verkaufsförderung durch die positive Bewertung durch die Stiftung Warentest.

 

Alle letztgenannten Zertifikate bestätigen das Einhalten von Mindesterfordernissen. Nur einige davon erfordern regelmäßige Nachprüfungen. Jeder Autofahrer kennt sie aus seinem Kraftfahrzeugschein. Auch bei wichtigeren Berufen wie dem des Piloten sind diese die Voraussetzung für ein Nichterlöschen der Lizenz zur weiteren Berufsausbildung – nicht aber merkwürdigerweise beim deutschen Arzt. Dagegen sträuben sich die Interessenvertretungen nach wie vor mit Händen und Füßen und allerlei haarsträubenden Argumenten – zumindest aus der Sicht des „Laien“.

 

Die mittlerweile nach langen standesinternen Kämpfen wenigstens vorgeschriebenen Punkte für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen sind dafür nicht der geringste Ersatz, zumal mit der Nichterfüllung ja keineswegs die Lizenz zur weiteren ärztlichen Tätigkeit entzogen wird – auch dies aus der Sicht des (potentiellen) Patienten als Vertreters einer vermutlich gigantischen Mehrheit der Bevölkerung. Hier besteht ganz gewiss Handlungsbedarf: Wir brauchen schnellstens eine ernstzunehmende Zertifizierung für Ärzte. Mit turnusmäßiger Nachprüfung. Dann könnte sich man (fast) alle anderen Zertifikate sparen!

 

Allerdings ist es nach den bisherigen Erfahrungen in Deutschland leider fast genau so gewiss, dass sich dieses Land auch bei einer möglicherweise einmal kommenden „Pisa-Studie für Ärzte“ nicht gerade im Spitzenfeld befinden dürfte. Dafür besteht ja bisher nicht der geringste Anreiz – im Gegenteil! Zu Lasten der Patienten, der Beitragszahler, der Staatsbürger – kurz des immer so gern in Sonntagsreden beschworenen „Menschen“!

 

Zur aktuellen Lektüre empfohlen: http://www.cmaj.ca/cgi/content/full/171/4/301.

 

 

Quelle: Newsletter "Patient als Partner" No.3

 

P.S. Soeben hörte ich von einem niedergelassenen Arzt, wie viele Angebote er „fast täglich“ wegwirft, „schon für 6000 Euro zu einem „Zertifikat“ zu kommen. Der Quatsch ist damit nicht gemeint!


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">2. (AHA) Patientensicherheit im US-Gesundheitssystem mittelmäßig
       Article gives U.S. health care system C+ in patient safety</H4>

 

Despite signs of progress since the Institute of Medicine released its 1999 report on medical errors, the nation still has a long way to go to achieve a safe, reliable system of care, according to an article in today’s issue of “Health Affairs.” The article’s author, Robert Wachter, M.D., associate chairman at the University of California at San Francisco’s Department of Medicine, gives the U.S. health care system an overall grade of C+, with “striking areas of progress tempered by clear opportunities for improvement.” Bright spots, he says, are that caregivers are much more sensitive to patient safety issues today than they were five years ago; the Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations is driving the standardization of practices proven to improve patient safety; and information technology is gaining momentum. Wachter gives low marks, however, to the nation’s error-reporting and medical malpractice systems. Too little attention has been devoted to translating error reports into meaningful action, he says, and the “broken” liability system is demoralizing physicians and creating major access problems, without fairly compensating patients. Wachter also calls for team training in medical and nursing schools. The “most important question moving forward,” he concludes, is determining what factors will “catalyze the far greater investment (in money, time, and attention) that will be needed to make health care significantly safer.”

 

Anmerkung:
Und bei uns?


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">3. (AHA) Arbeitsumfeld der Pflege umwandeln
    
Transforming the Nursing Environment</H4>

 

A pilot program sponsored by the Robert Wood Johnson Foundation and led by nurses is testing ideas to improve the quality of care. Seton Northwest Hospital, one of the pilot sites, is already reaping rewards from the program.

 

Before health care organizations can improve patient care, their leaders must understand the direct link between the quality of care patients receive and the work environment in which their caregivers function.

 

Gesamttext: http://www.hospitalconnect.com/hhnmag/jsp/articledisplay.jsp?dcrpath=HHNMAG/PubsNewsArticle/data/041207HHN_Online_Barnett&domain=HHNMAG

 


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">4. (H&P) Stellungnahmen zum Editorial in hmanage Newsletter 168
    
Answer to our editorial in hmanage Newsletter 168</H4>

 

1. Brief

“Vielen Dank für Ihr Editorial. Ihre Anmerkungen sind fachlich aus Ihrer Sicht richtig, dennoch ist das Problem in der Realität von vielen so wahrgenommen wie von Dr. Grüneisen beschrieben. Das DRG System läßt es eben in vielen Bereichen nicht zu den tatsächlichen therapeutischen Bedarf von Patienten abzubilden und damit zur gerechten Vergütung zu kommen. Natürlich sind die historisch fortgeschriebenen tagesgleichen Pflegesätze auch ungerecht, dennoch in den Kliniken wird natürlich nun geschaut wie kommen wir zu Geld und nicht wie geht es unseren Patienten am besten. Wir alle erleben in der täglichen Realität das es eben niemanden interessiert eine gute Ergebnisqualität zu erreichen, sondern möglichst viele der neuen Regularien zu erfüllen und stundenlang patientenfern administrative Aufgaben, welche auch noch als Arztaufgabe festgelegt wurden, abzuarbeiten. Der eigentliche Arztberuf findet an guten Tagen zu 25% an schlechten zu 5% statt. Das kann nicht richtig sein und zeigt wie krank das System ist und woher die Wahrnehmungen des Kollegen Grüneisen kommen”.

 

Gruß (Ärztin aus einem Universitätsklinikum)

 

Antwort H&P:

“Sie haben ja (leider) so Recht!

 

Aber nicht, weil die objektiven Bedingungen so sein müßten, wie sie von Ihnen und Ihrem Kollegen zu Recht angeprangert werden! Es ist nach wie vor genug (zu viel) Geld im System. Die Krankenhäuser bekommen - alles in allem - trotz sich verändernder Abrechnungsmodalitäten kaum weniger Geld als bisher. Das Geld wird allerdings in Zukunft anders verteilt - wenn die G-DRGs erst einmal richtig, d.h. realitätsnah funktionieren auch "gerecht". Universitätsklinika werden allerdings in ganz Deutschland Mittel für Forschung und Lehre - nicht für die Krankenversorgung! - gekürzt. Fragen Sie z.B. einmal in Bayern! Ob das sinnvoll ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Notwendig wegen fehlender Mittel ist es allemal - siehe Diskussion des Bundeshaushalts!

 

Vielmehr ist es so, dass die Probleme in den sogenannten "Hochleistungskrankenhäusern" hausgemacht sind. Man hat sich dort (höheren Orts, aber auch an der Basis) im Laufe der Jahre an den Luxus ziemlich dysfunktionaler Strukturen und Abläufe gewöhnt, die sich nun - vor dem Hintergrund deutsch-eherner Besitzstände - nur sehr schwer zum Besseren (patient focused) umbauen lassen. Allerdings sehe ich dort auch niemanden (schon gar nicht in der Charitè - trotz sehr teurer Berater), der sich überhaupt daran macht. Und das Ergebnis müssen die ausbaden, auf deren freudigen Einsatz ein (Universitäts-)Krankenhaus angewiesen ist - die Ärzte, zumindest die Ärzte an der Basis! Gleichwohl hat Dr. Grüneisen absolut nicht Recht, wenn er "Rentabilität" als ein vermeintliches Ziel benennt: Damit macht er es seinen Gegnern nur unnötig leicht. Es geht um weniger Verschwendung durch eine schlechte Organisation!

 

Bessere arbeitsteilige Abläufe in der Krankenbehandlung erfordern von den Beteiligten weitaus weniger Zeit pro Patient (und bringen mehr Zeit für eine wirkliche Zuwendung). Ein gezielterer IT-Einsatz in der Krankenbehandlung würde den "Papierkrieg" auf geradezu mikroskopische Elemente zusammenschnurren lassen. Was Sie vermutlich an patientenferner Belastung erleben, ist keineswegs naturnotwendig. Aber..  Die Organisation muß rasch und grundlegend umgestaltet werden, und dies im laufenden Betrieb! Vor allem die personellen Ressourcen müssen gänzlich anders verteilt werden. Sicher gegen erbitterte Widerstände von allen Seiten, bei den Hochschullehrern genau so wie bei verdi und natürlich auch von der Politik, ich fürchte, gleich welcher Couleur. Es ist ja so schön, alles beim Alten zu lassen (bis das Schlamassel sich überhaupt nicht mehr in Ordnung bringen läßt).

 

Ich sehe als Ursache vor allem ein Problem der obersten Spitze und ihrer Führung (die vorige genau so wie die jetztige). Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, ob diese überhaupt ein plausibles Konzept hat, die ihr anvertraute Einrichtung an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Hinweise, wie man so etwas sinnvollerweise macht und dabei die Schlüsselfiguren als Motor einsetzt und nicht durch hilflose Maßnahmen immer stärker gegen sich aufbringt (und dann auch noch zu falschen Schlußolgerungen verleitet), finden Sie an vielen Stellen in meinen Newslettern (siehe z.B. Editorial im hmanage Newsletter 169 mit Johns Hopkins, Mayo Clinic, Cleveland Clinic und Duke Medical Center als Beispielen!) sowie auf meiner Website (Stichworte EFQM, BSC etc., MBNQA-Preisträger, Nachricht vom 23.11.04). Jetzt wären bessere Vorschläge angebracht. Klagen hilft nicht!”

 

Antwort der Ärztin darauf:

 

„wie fast immer stimme ich Ihnen völlig zu, die Diagnose stimmt! Eines ist mir jedoch völlig klar, wir werden hier keine grundlegenden Änderungen kurzfristig erfahren, da jeder Einschnitt sofort vor Gericht und dann durch viele Instanzen geht. Hier müßten also echte Reformen unabhängig von heutigen Strukturen erdacht und dann ausserhalb der Gerichtsbarkeit zur Stabilisierung der heutigen Besitzstände umgesetzt werden. In Deutschland eine völlige Illusion. Natürlich weiß auch ich Lösungen die im Laufe der nächsten Jahre zu einem erfreulichen Wechsel im Gesundheitssystem führen könnten, aber die will keiner, und schon garnicht Politik oder Selbstverwaltungspartner, geschweige denn deutsche Professoren - versuchen Sie doch mal am professoralen Stande etwas zu ändern ............ auch da will keiner hinsehen!

 

Ich versuche z.B. seit Wochen  unabhängige wissenschaftliche Partner zu finden, die bereit wären mit mir den Anteil der Reparaturmedizin in der Charité zu untersuchen - mehrfache Antwort angesehener Institute: Das ist wichtig, das ist richtig, aber leider politisch nicht gewollt, dafür müßten Sie uns das Geld mitbringen ..... und bitte zitieren sie uns nicht ....

 

Fazit: Schön das wir beide Lösungen kennen, leider müssen wir warten bis jemand sie hören und umsetzen will“.

 

2. Brief

 

“Lieber Herr Prof. Hildebrand,

mit Interesse habe ich Ihren Kommentar in Ihrem Newsletter gelesen..

Zu Ihrem  Statement möchte ich aus meiner Sicht  folgende Gedanken anfügen:

Es ist in diesen schwierigen Zeiten auf dem Gesundheitsmarkt leider zunehmend zu beobachten ,dass in den Kliniken vornehmlich oekonomische Ziele als medizinische Ziele verkauft werden. Das Perfide in diesem "Spiel" ist die Tatsache,dass man unkritische  Mediziner dazu missbraucht,die oekonomischen als  medizinische Ziele  darzustellen.

Oekonomie muss sein,dies ist bei den Bewertungsänderungen des DRG-Systems

2005 und dem hieraus vermutbaren Minus in den Krankenhausbudgets unstrittig.

Wenn wir aber zukünftig die von allen (Fachunkundigen) ständig geforderte medizinische Qualität (für unsere Patienten?) erhalten wollen,müssen sich die Kliniken und hier speziell die Ärzte um klare medizinische Konzepte kümmern,die oekonomisch angepasst werden müssen (Kostenreduktion wo möglich und im Rahmen des Qualitätsanspruches vertretbar).

 

Nicht die Oekonomie,sondern die Medizin muss den betriebswirtschaftlich machbaren Weg vorgeben.

 

Um dies umzusetzen müssen verstärkt medizinisch-betriebswirtschaftlich kompetente ärztliche Krankenhausmanager Einsatz finden,die leider in der geforderten Kompetenz in Deutschland nur selten zu finden sein dürften. Und selbst wenn sie da sind,haben sie derzeit noch mit  einer profilneurotischen Verteidigungsmaschinerie  der betriebswirtschaftlichen Geschäftsführungen bezüglich  angestammter Machtterritorien  zu kämpfen.

 

Sehr augenfällig wird diese Machtdemonstration in der Positionierung des Med.Controllings im Gesamtcontrolling. Auch wenn sich nach wie vor viele von den einlullenden  Lippenbekenntnissen der Klinikleitungen bezüglich der erkannten  Wertigkeit des Medizin Controllings blenden lassen,Tatsache bleibt,dass die meisten betriebswirtschaftlichen Controller im Einklang mit den Klinikleitungen  die Meinung vertreten,das im DRG-System existentiell notwendige Med.Controlling locker schultern zu können. Nach wie vor fehlt eine kernkompetenzorientierte Arbeitsplatzbeschreibung für die Position eines  Med.Controllers,oder haben Sie  inzwischen in dieser Sache den Stein der Weisen gefunden..??!

 

(Medizin-Controller aus dem privaten Krankenhausbereich)


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">5. (AHA) FDA gibt Funk-Kennzeichnung zur Vermeidung von OP-Fehlern frei
    
FDA approves radio tags to prevent surgical errors</H4>

 

The Food and Drug Administration (FDA) has approved a radio frequency identification tag that will feature patient information designed to ensure that surgeons perform the correct surgery, on the correct patient, involving the correct part of the body. The surgical tags, manufactured by Florida-based SurgiChip Inc., will feature the printed name of the patient and the anatomical site for surgery. The inside of the tag is encoded with the date of the surgery, the type of surgery to be performed and the name of the surgeon who will be performing the procedure. Prior to surgery, physicians are to scan the encoded information on the tags and ask the patients for confirmation. On the day of surgery, patients reconfirm the information, and the tags, which have an adhesive backing, are to be placed on the patient's body near the surgical site. The tags are scanned again in the operating room, verified with the patient's medical chart and then placed in the patient's hospital file.


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">6. (AHA) Wofür andernorts Preise verliehen werden
     
Organization honors New <st1:country-region w:st="on"><st1:place w:st="on">England</st1:place></st1:country-region> hospital trustee with leadership award
</H4>

 

The New England Healthcare Assembly, an organization dedicated to excellence in the governance of the region’s health care institutions, today presented its 2004 Trustee Leadership Award to Vincent O’Reilly, vice chairman of the Dana Farber Cancer Institute in Boston. O’Reilly was chairman of the Dana Farber board when a Boston Globe medical reporter died tragically following a medication error in 1994. Colleagues and clinicians there said he insisted on open and forthright communications and on expansive investigations that went on to address systemic issues related to patient safety. AHA President Dick Davidson commented on the award, "Dana Farber dealt forthrightly with a crisis in patient safety and in doing so became a model for the entire hospital field. That could not have happened without strong board leadership and support symbolized by Vince O'Reilly."

 

Anmerkung:
Das kann bei uns nicht passieren: Da passieren ja im allgemeinen nur Fehler, wenn sich ein Patient unabweisbar beschwert (und bei der Beschwerdestelle auch noch recht bekommt)!


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">7. (AHRQ) Neue Information der Kampagne “ Closing the Quality Gap”
     
Second Volume of "Closing the Quality Gap" Is Available</H4>

 

The second volume in the series of AHRQ Evidence-based Practice Center Technical Reviews, titled Closing the Quality Gap: A Critical Analysis of Quality Improvement Strategies, Volume 2: Diabetes Mellitus Care, is now available. The reports explore the human and organizational factors influencing quality improvement strategies and evaluate nine quality improvement strategies, tools, or processes aimed at reducing the quality gap. Volume 2 examines strategies for improving the quality of care for adults with type 2 diabetes through changes in provider behavior, patient behavior, and modifications to the organization of care. Outpatient care for diabetes exemplifies the challenges of, and opportunities for, chronic disease management. Select to download Volume 2, or send an e-mail to ahrqpubs@ahrq.gov for a print copy. Select to download Volume 1; Volume 3, which will focus on improving the treatment of patients suffering from hypertension, will be available soon.
http://www.ahrq.gov/clinic/evrptpdfs.htm#qualgap2
http://www.ahrq.gov/clinic/evrptpdfs.htm#qualgap1


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt"> </H4>

<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">8. Links</H4>

http://www.dini.de/dini/zertifikat/ Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI)

 

http://www.diaeten-sind-doof.de/

 

http://www.rsmmcgladrey.com/Resource_Center/mednews.html Med News (US

 

http://www.sozialgesetzbuch-bundessozialhilfegesetz.de/ Sozialgesetzbuch

 

http://www.bundesregierung.de/-,11931/Pressekonferenzen.htm Wie der Name sagt..

 

http://www.jcrinc.com/publications.asp?durki=8670 Preventing Medication Errors: Handwritten Orders

 

http://www.evibase.de/ Von “Patient als Partner” empfohlene Website / Newsletter.

 

http://www.businessenglishnetwork.de/ Wie der Name sagt..

 

http://www.zynx.com/products/products-cpc.asp Clnical Pathway Constructor

 

Website: http://www.dartmouthatlas.com/about.php Dartmouth Atlas of Health Care Project Center for the Evaluative Clinical Sciences at Dartmouth Medical School, October 7, 2004, Project

 

http://patientenstellen.de/ BundesArbeitsGemeinschaft der PatientInnenstellen (BAGP)


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">9. Buchbesprechungen / Herausragende Empfehlungen (I)</H4>

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

Feigenbaum; Armand V., Feigenbaum, Donald S., The Power of Management Capital, Utilizing the New Drivers of Innovation, Profitability, and Growth in a Demanding Global Economy,
New York 2003 (+++)

Herausragender strategischer Nutzen für die Umgestaltung von Gesundheitseinrichtungen.

 

Baptist Health Care Leadership Institute, Scripting, Pensacola FLA 2003 (www.BaptistLeadershipInstitute.com)  - hmanage Newsletter 161 - (+++ )

Sehr nützliche Anregungen, neue Gewohnheiten einzuüben.

 

Carpman, Janet, Design That Cares Planning Health Facilities for Patients and Visitors, 2nd Edition, Chicago 1993 - hmanage Newsletter 26 - (+++)

Keine Ahnung, warum solche Anregungen zur Patientenorientierung bei uns zumeist ignoriert werden!

 

Chaplin/Terninko, Customer Driven Health Care - QFD for Process Improvement and Cost Reduction, Milwaukee Wi 2000 - hmanage Newsletter 08/25 - (+++)

Was Patientenorientierung so alles bedeuten könnte.

 

Cloke, Kenneth, Goldsmith, Joan, The End of Management and the Rise of Organizational Democracy, San Fancisco 2001 - hmanage Newsletter 90 - (+++)

Spannendes zur Neuordnung unserer Organisationsstrukturen.

 

Collins, Jim, Good to Great, Why Some Companies Make the leap ... and Other Don´t, New York 2001 ISBN 0066620996 - hmanage Newsletter 108 - ( +++ )

Schon ein Klassiker zum Thema Mitarbeiterorientierung.

 

Gaucher, Ellen J., Coffey, Richard J., Total Quality in Healthcare, From Theory to Practice, San Francisco 1993 - hmanage Newsletter 01 - (+++)

Standardwerk für ein ganzheitliches Qualitätsmanagement

 

Guinane, Carole S., Clinical Pathways, Tools and Methods for Designing, Implementing, and Analyzinig Efficient Care Practices, New York 1997, ISBN 0786311231 - hmanage Newsletter 36 - (+++)

Prima Gebrauchsanweisung!

 

Imai, Maasaki, KAIZEN, München 1991 - hmanage Newsletter 01 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Ishikawa, Kaoru, Guide to Quality Control, Tokyo 2000 (Japanische Erstauflage 1971) Nur bei www.JCAHO.org! hmanage Newsletter 53 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

JCAHO, Using Performance Improvement Tools in Health Care Settings, Chicago 1996, Nur bei www.JCAHO.org! - hmanage Newsletter 01 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

JCAHO, The Measuring Mandate, Chicago 1993, Nur bei www.JCAHO.org! - hmanage Newsletter 01 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

JCAHO, A Guide to Performance Measurement for HospitalsChicago 2000 Nur bei www.JCAHO.org! - hmanage Newsletter 85 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Joint Commission Resources, Failure Mode and Effects Analysis in health Care, Proactive Risk Reduction, Oakbrook Terrace IL 2002. ISBN 086688758X - hmanage Newsletter 123 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Joint Commission Resources, Tools for Performance Measurement in Health Care, A Quick Reference Guide, Oakbrook Terrace IL 2002. ISBN 0866887156 - hmanage Newsletter 118 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Joint Commission Resources, Putting Evidence to Work: Tools an resources, Oakbrook Terrace IL 2002. ISBN 0866887156 - hmanage Newsletter 119 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Kaplan / Norton, The Strategy Focused Organization, Boston 2000 (+++)- Kaplan / Norton, Die strategiefokussierte Organisation, Stuttgart 2001, die deutsche
Übersetzung - hmanage Newsletter 32 - (+++)

BSC-Standardwerk!

 

Katz, J.M., Green, E., Managing Quality, A Guide to System-Wide Performance Management in Health Care (Second Edition) St. Louis 1997, ISBN 0-8151-4973-5) - hmanage Newsletter 153 - (+++)

QM-Standardwerk!

 

Mozena/Emerick/Black, Stop Managing Costs, Designing Healthcare Organizations Around Core Business Systems, Milwaukee 1999 (+++)

Eine erfrischende Anregung, den Unfug des Sparens endlich aufzugeben!

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">10. Hinweis auf unsere Trainings im ersten Halbjahr 2005<o:p></o:p></H4>

 

Wir laden Sie hiermit herzlich zu einem außergewöhnlichen Trainingsprogramm ein. Was unsere Trainingsveranstaltungen in Ansatz und Inhalt von anderen unterscheidet:

 

1)       Wir konzentrieren uns auf „grenzüberschreitende“ Aspekte des Management im Gesundheitswesen – sowohl was die Einrichtungen als auch was die dort tätigen Berufsgruppen betrifft.

 

2)       Wir bieten nur Veranstaltungen zu Themen an, für die unsere Kompetenz im Vergleich zur Konkurrenz sehr hoch ist. Um die Nase vorn zu behalten, entwickeln wir jedes Training kontinuierlich weiter (Beispiel EFQM).

 

3)       Wir bieten fachlich keinen „Einheitsbrei“, sondern halten uns, was den jeweiligen Stoff und seine Vermittlung angeht,
im vordersten Feld der internationalen Entwicklung – mit der „Bodenhaftung“ der organisatorischen Realität.

 

4)       Wir springen inhaltlich nicht auf jeden „Veranstaltungs-Zug“, der Gewinn versprechen mag. Wenn wir von etwas nicht überzeugt sind (Beispiel KTQ®), muten wir es auch nicht unseren Teilnehmern zu.

 

5)       Von Ausnahmen abgesehen, ist die Teilnehmerzahl unserer Trainings auf maximal 16 begrenzt. Unsere Gruppen bestehen nie aus mehr als 7-8 Teilnehmern. So hat jedes Gruppenmitglied eine optimale Lernchance.

 

6)       Wir bemühen uns um faire Preise. Im allgemeinen sind darin zum einen Materialien enthalten, die den Rahmen des Üblichen deutlich sprengen, und zum anderen Abendveranstaltungen, die wir so andernorts kaum je erlebt haben.

 

Die Programmübersicht für das erste Halbjahr 2005 einschließlich aller zugehörigen Flyer finden Sie neben vielen inhaltlichen Anregungen zu dem jeweiligen Thema unter http://www.hmanage.net/index.php?id=30.


<H3 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt">"Kleingedrucktes" <o:p></o:p></H3>

Als Nutzer unseres im April 2001 gestarteten hmanage-Newsletters haben wir die Angehörigen all jener Berufsgruppen im Blick, für die eine Auseinandersetzung mit dem Management im Gesundheitssystem aus dem einen oder anderen Grunde wichtig ist, desgleichen jene Funktionsträger auf allen hierarchischen Ebenen, deren Entscheidungen die Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems prägen. Eine Reihe von Informationen dürfte auch für Patienten als Nutzer ("Kunden") des Systems und für deren Angehörige interessant sein.

Wo wir englischsprachige Quellen nutzen, übersetzen wir diese zumeist nicht. Nebenher informieren wir darüber, was es für Sie bei uns an Neuem gibt. Weitere dauerhafte Informationen finden Sie auf unserer Website www.hmanage.de.

Unsere Auswahl erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen. Anlagen prüfen wir mit dem jeweils neuesten Virenprogramm. Haften können wir für eine Virenfreiheit allerdings nicht. Die Verwendung jeder hier wiedergegebenen Information ist ausdrücklich erwünscht. Eine Nachricht darüber und über den erzielten Nutzen würden wir allerdings sehr begrüßen. Für den Wahrheitsgehalt von Dritten übernommener Nachrichten können wir keine Verantwortung übernehmen.

Wichtiger Hinweis zu allen Links: Mit Urteil vom 12.05.1998 – AZ 312 O 85/98 – hat das LG Hamburg entschieden, dass der Veröffentlicher durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. zu verantworten hat. Dies kann laut LG Hamburg nur dadurch vermieden werden, dass er sich ausdrücklich von den Inhalten distanziert. In diesem Sinne machen wir ausdrücklich deutlich, dass wir keinerlei Einfluss auf die Inhalte und die Gestaltung der Websites haben, auf die wir durch einen Link hinweisen! Im Sinne des Urteils distanzieren wir uns von allen Inhalten der verlinkten Seiten und machen uns den Inhalt nicht zu eigen.

Falls Sie an unserem Newsletter kein Interesse haben sollten, schicken Sie uns bitte eine kurze e-mail. Ihre Adresse wird dann unverzüglich gelöscht. Auf Wunsch nehmen wir gern weitere Interessenten  kostenlos in unseren Verteiler auf: Schreiben Sie bitte an dh(at)hmanage.de.

Unsere Adresse / Website

Dr. Hildebrand & Partner GmbH
Nestorstr. 11
10709 Berlin
hildebrand(at)hmanage.de
www.hmanage.de, www.hmanage.net
USt-Id Nr.: DE 136617359


01. xxxx

  1. Wir konzentrieren uns auf „grenzüberschreitende“ Aspekte des Management im Gesundheitswesen – sowohl was die Einrichtungen als auch was die dort tätigen Berufsgruppen betrifftWir bieten nur Veranstaltungen zu Themen an, für die unsere Kompetenz im Vergleich zur Konkurrenz sehr hoch ist. Um die Nase vorn zu behalten, entwickeln wir jedes Training kontinuierlich weiter (Beispiel EFQM).

 

 

 

  1. Wir bieten fachlich keinen „Einheitsbrei“, sondern halten uns, was den jeweiligen Stoff und seine Vermittlung angeht,
  2. im vordersten Feld der internationalen Entwicklung – mit der „Bodenhaftung“ der organisatorischen Realität.
  3. irspringen inhaltlich nicht auf jeden „Veranstaltungs-Zug“, der Gewinn versprechen mag. Wenn wir von etwas nicht überzeugt sind (Beispiel KTQ®), muten wir es auch nicht unseren Teilnehmern zu. Von Ausnahmen abgesehen, ist die Teilnehmerzahl unserer Trainings auf maximal 16 begrenzt. Unsere Gruppen bestehen nie aus mehr als 7-8 Teilnehmern. So hat jedes Gruppenmitglied eine optimale Lernchance.

 

 

6) Wir bemühen uns um faire Preise. Im allgemeinen sind darin zum einen Materialien enthalten, die den Rahmen des Üblichen deutlich sprengen, und zum anderen Abendveranstaltungen, die wir so andernorts

 


01. Editorial: Zertifizierung – für Ärzte!

 

<H4 style="MARGIN: 12pt 0cm 3pt"> </H4>

„Mit Zertifikat!“ – Wo diese beiden Worte draufstehen, sieht sich – vor die Wahl gestellt – (zumindest) der Deutsche zum Kauf ermutigt: Ein Produkt „mit Zertifikat“ kann doch nur gut sein, zumindest besser als ein anderes ohne ein solches Gütesiegel – besonders dann, wenn es sich auch noch um ein  „Qualitätszertifikat“ handelt!

 

Diesen bekannten Reflex nutzen viele, die etwas verkaufen möchten, um ihre Ware an den Mann zu bringen – Gerechte und Ungerechte. Warum also nicht auch z.B. Krankenhäuser? Das Ausnutzen geschäftlicher Chancen gehört zu den Grundelementen der Marktwirtschaft. Wo dafür irgendein Zertifikat dienlich sein kann, sollte es angestrebt und dann auch werbend herausgestellt werden.

 

In der freiwilligen Austauschbeziehung „Ware gegen Geld“ hat sich der Kunde dann allerdings schon selbst sachkundig zu machen, ob, was er da zu kaufen beabsichtigt, auch das Geld wert ist, das ihm anschließend für das Erfüllen anderer Wünsche fehlen wird. Hält das Qualitätszertifikat wirklich, was sich der Käufer davon verspricht?

 

Dafür müßte der Kunde schon wissen, für welche Qualität das Zertifikat genau steht. Für die Echtheit oder gar für den Nutzen von Zertifikaten gibt es leider noch keine Zertifikate!

 

Schon das Praxisschild des Dr. med. X verheißt nur eine relative Sicherheit, dass der Praxisinhaber auch über eine gültige Approbation verfügt. Doch das läßt sich noch leicht erfragen. Eine Auskunft darüber, ob das Wissen des Dr. med. X sich noch auf dem aktuellen Stand befindet, und ein Beleg dafür, dass er es tatsächlich anwendet.

 

Von der Flut kommerzieller „Qualitätszertifikate“, soll hier gar nicht die Rede sein. Die verschaffen ohnehin nur eine höchst trügerische Sicherheit. Bei kommerziellen Zertifikaten kann in erster Näherung eigentlich nur geraten werden: Finger weg! Das spart Zeit und Geld.

 

Es gibt noch einen anderen Zertifikatstyp: Wer sich nach der ISO 9001 zertifizieren läßt, mag diese Tatsache als „Qualität“ verkaufen. Gleichwohl ist dies nichts anderes als die gegen Entgelt ausgestellte Konformitätsbescheinigung („Zertifikat“) eines kommerziellen Zertifizierers darüber, dass er – salopp formuliert – seine Prozesse aufgeschrieben hat und danach arbeitet. („Wahre Profis“ unter den Anbietern einer Zertifizierungsvorbereitung bringen die fertigen Prozesshandbücher gleich mit).

 

Im deutschen Gesundheitswesen gibt es für den arglosen Interessenten an einem Gütesiegel etwas weitaus Unerfreulicheres: Von Selbstverwaltung und Fachgesellschaften förmlich „abgesegnete“ Zertifikate für Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeinstitutionen und neuerdings sogar Arztpraxen, die bei genauerem Hinsehen keinerlei Qualität belegen können (und dies vielleicht auch gar nicht wollen)!

 

Dass derartige Qualitäts-Placebos vielen der oft überlasteten (und daher nicht so genau hinsehenden) Geschäftsführungen offensichtlich leicht als „Marketinginstrumente“ untergejubelt werden können, läßt sich schon an der wachsenden Zahl der bereits vergebenen vermeintlichen „Gütesiegel“ ablesen. Man „beweist“ im vertrauten Geleitzug verbleibend auf einfache Weise seine „Qualität“! Bewusste Irreführung oder Ausweis eines fehlenden Durchblicks? – keine Ahnung!

 

Zumindest bewirken all diese fragwürdigen Entwicklungen, dass es in Deutschland nicht so schnell zu einer Entwicklung wie in den angelsächsischen Ländern – allen voran in den USA – kommen wird, die Qualität von Behandlungsergebnissen (und deren Gegenteil) allmählich ins öffentliche Bewusstsein geraten und damit Qualitätsverbesserungen erst als solche erkennen läßt. – Cui bono???

 

Gewisse Zertifikate sind allerdings auch nützlich: Ohne Approbation, gesetzlich anerkanntes Diplom oder Zusatzbescheinigung etc. keine Befugnis, bestimmte Tätigkeiten auszuüben. Ohne Eichplombe keine Sicherheit, dass das jeweilige Gerät den Anforderungen genügt hat – zumindest zum Prüfzeitpunkt. Ohne aktuelle „TÜV-Plakette“ am Gebrauchtwagen geringere Verkaufschancen. Eine massive Verkaufsförderung durch die positive Bewertung durch die Stiftung Warentest.

 

Alle letztgenannten Zertifikate bestätigen das Einhalten von Mindesterfordernissen. Nur einige davon erfordern regelmäßige Nachprüfungen. Jeder Autofahrer kennt sie aus seinem Kraftfahrzeugschein. Auch bei wichtigeren Berufen wie dem des Piloten sind diese die Voraussetzung für ein Nichterlöschen der Lizenz zur weiteren Berufsausbildung – nicht aber merkwürdigerweise beim deutschen Arzt. Dagegen sträuben sich die Interessenvertretungen nach wie vor mit Händen und Füßen und allerlei haarsträubenden Argumenten – zumindest aus der Sicht des „Laien“.

 

Die mittlerweile nach langen standesinternen Kämpfen wenigstens vorgeschriebenen Punkte für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen sind dafür nicht der geringste Ersatz, zumal mit der Nichterfüllung ja keineswegs die Lizenz zur weiteren ärztlichen Tätigkeit entzogen wird – auch dies aus der Sicht des (potentiellen) Patienten als Vertreters einer vermutlich gigantischen Mehrheit der Bevölkerung. Hier besteht ganz gewiss Handlungsbedarf: Wir brauchen schnellstens eine ernstzunehmende Zertifizierung für Ärzte. Mit turnusmäßiger Nachprüfung. Dann könnte sich man (fast) alle anderen Zertifikate sparen!

 

Allerdings ist es nach den bisherigen Erfahrungen in Deutschland leider fast genau so gewiss, dass sich dieses Land auch bei einer möglicherweise einmal kommenden „Pisa-Studie für Ärzte“ nicht gerade im Spitzenfeld befinden dürfte. Dafür besteht ja bisher nicht der geringste Anreiz – im Gegenteil! Zu Lasten der Patienten, der Beitragszahler, der Staatsbürger – kurz des immer so gern in Sonntagsreden beschworenen „Menschen“!


02.

Despite signs of progress since the Institute of Medicine released its 1999 report on medical errors, the nation still has a long way to go to achieve a safe, reliable system of care, according to an article in today’s issue of “Health Affairs.” The article’s author, Robert Wachter, M.D., associate chairman at the University of California at San Francisco’s Department of Medicine, gives the U.S. health care system an overall grade of C+, with “striking areas of progress tempered by clear opportunities for improvement.” Bright spots, he says, are that caregivers are much more sensitive to patient safety issues today than they were five years ago; the Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations is driving the standardization of practices proven to improve patient safety; and information technology is gaining momentum. Wachter gives low marks, however, to the nation’s error-reporting and medical malpractice systems. Too little attention has been devoted to translating error reports into meaningful action, he says, and the “broken” liability system is demoralizing physicians and creating major access problems, without fairly compensating patients. Wachter also calls for team training in medical and nursing schools. The “most important question moving forward,” he concludes, is determining what factors will “catalyze the far greater investment (in money, time, and attention) that will be needed to make health care significantly safer.”

 

Anmerkung:
Und bei uns?


01. Editorial: Zertifizierung – für Ärzte!

 

„Mit Zertifikat!“ – Wo diese beiden Worte draufstehen, sieht sich – vor die Wahl gestellt – (zumindest) der Deutsche zum Kauf ermutigt: Ein Produkt „mit Zertifikat“ kann doch nur gut sein, zumindest besser als ein anderes ohne ein solches Gütesiegel – besonders dann, wenn es sich auch noch um ein  „Qualitätszertifikat“ handelt!

 

Diesen bekannten Reflex nutzen viele, die etwas verkaufen möchten, um ihre Ware an den Mann zu bringen – Gerechte und Ungerechte. Warum also nicht auch z.B. Krankenhäuser? Das Ausnutzen geschäftlicher Chancen gehört zu den Grundelementen der Marktwirtschaft. Wo dafür irgendein Zertifikat dienlich sein kann, sollte es angestrebt und dann auch werbend herausgestellt werden.

 

In der freiwilligen Austauschbeziehung „Ware gegen Geld“ hat sich der Kunde dann allerdings schon selbst sachkundig zu machen, ob, was er da zu kaufen beabsichtigt, auch das Geld wert ist, das ihm anschließend für das Erfüllen anderer Wünsche fehlen wird. Hält das Qualitätszertifikat wirklich, was sich der Käufer davon verspricht?

 

Dafür müßte der Kunde schon wissen, für welche Qualität das Zertifikat genau steht. Für die Echtheit oder gar für den Nutzen von Zertifikaten gibt es leider noch keine Zertifikate!

 

Schon das Praxisschild des Dr. med. X verheißt nur eine relative Sicherheit, dass der Praxisinhaber auch über eine gültige Approbation verfügt. Doch das läßt sich noch leicht erfragen. Eine Auskunft darüber, ob das Wissen des Dr. med. X sich noch auf dem aktuellen Stand befindet, und ein Beleg dafür, dass er es tatsächlich anwendet.

 

Von der Flut kommerzieller „Qualitätszertifikate“, soll hier gar nicht die Rede sein. Die verschaffen ohnehin nur eine höchst trügerische Sicherheit. Bei kommerziellen Zertifikaten kann in erster Näherung eigentlich nur geraten werden: Finger weg! Das spart Zeit und Geld.

 

Es gibt noch einen anderen Zertifikatstyp: Wer sich nach der ISO 9001 zertifizieren läßt, mag diese Tatsache als „Qualität“ verkaufen. Gleichwohl ist dies nichts anderes als die gegen Entgelt ausgestellte Konformitätsbescheinigung („Zertifikat“) eines kommerziellen Zertifizierers darüber, dass er – salopp formuliert – seine Prozesse aufgeschrieben hat und danach arbeitet. („Wahre Profis“ unter den Anbietern einer Zertifizierungsvorbereitung bringen die fertigen Prozesshandbücher gleich mit).

 

Im deutschen Gesundheitswesen gibt es für den arglosen Interessenten an einem Gütesiegel etwas weitaus Unerfreulicheres: Von Selbstverwaltung und Fachgesellschaften förmlich „abgesegnete“ Zertifikate für Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeinstitutionen und neuerdings sogar Arztpraxen, die bei genauerem Hinsehen keinerlei Qualität belegen können (und dies vielleicht auch gar nicht wollen)!

 

Dass derartige Qualitäts-Placebos vielen der oft überlasteten (und daher nicht so genau hinsehenden) Geschäftsführungen offensichtlich leicht als „Marketinginstrumente“ untergejubelt werden können, läßt sich schon an der wachsenden Zahl der bereits vergebenen vermeintlichen „Gütesiegel“ ablesen. Man „beweist“ im vertrauten Geleitzug verbleibend auf einfache Weise seine „Qualität“! Bewusste Irreführung oder Ausweis eines fehlenden Durchblicks? – keine Ahnung!

 

Zumindest bewirken all diese fragwürdigen Entwicklungen, dass es in Deutschland nicht so schnell zu einer Entwicklung wie in den angelsächsischen Ländern – allen voran in den USA – kommen wird, die Qualität von Behandlungsergebnissen (und deren Gegenteil) allmählich ins öffentliche Bewusstsein geraten und damit Qualitätsverbesserungen erst als solche erkennen läßt. – Cui bono???

 

Gewisse Zertifikate sind allerdings auch nützlich: Ohne Approbation, gesetzlich anerkanntes Diplom oder Zusatzbescheinigung etc. keine Befugnis, bestimmte Tätigkeiten auszuüben. Ohne Eichplombe keine Sicherheit, dass das jeweilige Gerät den Anforderungen genügt hat – zumindest zum Prüfzeitpunkt. Ohne aktuelle „TÜV-Plakette“ am Gebrauchtwagen geringere Verkaufschancen. Eine massive Verkaufsförderung durch die positive Bewertung durch die Stiftung Warentest.

 

Alle letztgenannten Zertifikate bestätigen das Einhalten von Mindesterfordernissen. Nur einige davon erfordern regelmäßige Nachprüfungen. Jeder Autofahrer kennt sie aus seinem Kraftfahrzeugschein. Auch bei wichtigeren Berufen wie dem des Piloten sind diese die Voraussetzung für ein Nichterlöschen der Lizenz zur weiteren Berufsausbildung – nicht aber merkwürdigerweise beim deutschen Arzt. Dagegen sträuben sich die Interessenvertretungen nach wie vor mit Händen und Füßen und allerlei haarsträubenden Argumenten – zumindest aus der Sicht des „Laien“.

 

Die mittlerweile nach langen standesinternen Kämpfen wenigstens vorgeschriebenen Punkte für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen sind dafür nicht der geringste Ersatz, zumal mit der Nichterfüllung ja keineswegs die Lizenz zur weiteren ärztlichen Tätigkeit entzogen wird – auch dies aus der Sicht des (potentiellen) Patienten als Vertreters einer vermutlich gigantischen Mehrheit der Bevölkerung. Hier besteht ganz gewiss Handlungsbedarf: Wir brauchen schnellstens eine ernstzunehmende Zertifizierung für Ärzte. Mit turnusmäßiger Nachprüfung. Dann könnte sich man (fast) alle anderen Zertifikate sparen!

 

Allerdings ist es nach den bisherigen Erfahrungen in Deutschland leider fast genau so gewiss, dass sich dieses Land auch bei einer möglicherweise einmal kommenden „Pisa-Studie für Ärzte“ nicht gerade im Spitzenfeld befinden dürfte. Dafür besteht ja bisher nicht der geringste Anreiz – im Gegenteil! Zu Lasten der Patienten, der Beitragszahler, der Staatsbürger – kurz des immer so gern in Sonntagsreden beschworenen „Menschen“!

 

Zur aktuellen Lektüre empfohlen: http://www.cmaj.ca/cgi/content/full/171/4/301.

 

 

Quelle: Newsletter "Patient als Partner" No.3

 

P.S. Soeben hörte ich von einem niedergelassenen Arzt, wie viele Angebote er „fast täglich“ wegwirft, „schon für 6000 Euro zu einem „Zertifikat“ zu kommen. Der Quatsch ist damit nicht gemeint!


10. Hinweis auf unsere Trainings im ersten Halbjahr 2005

 

Wir laden Sie hiermit herzlich zu einem außergewöhnlichen Trainingsprogramm ein. Was unsere Trainingsveranstaltungen in Ansatz und Inhalt von anderen unterscheidet:

  1. Wir konzentrieren uns auf „grenzüberschreitende“ Aspekte des Management im Gesundheitswesen – sowohl was die Einrichtungen als auch was die dort tätigen Berufsgruppen betrifft
  2. Wir bie nur Veranstaltungen zu Themen an, für die unsere Kompetenz im Vergleich zur Konkurrenz sehr hoch ist. Um die Nase vorn zu behalten, entwickeln wir jedes Training kontinuierlich weiter (Beispiel EFQM).

Wir bieten fachlich keinen „Einheitsbrei“, sondern halten uns, was den jeweiligen Stoff und seine Vermittlung angeht,
im vordersten Feld der internationalen Entwicklung – mit der „Bodenhaftung“ der organisatorischen Realität.

Wir springen inhaltlich nicht auf jeden „Veranstaltungs-Zug“, der Gewinn versprechen mag. Wenn wir von etwas nicht überzeugt sind (Beispiel KTQ®), muten wir es auch nicht unseren Teilnehmern zu.

Von Ausnahmen abgesehen, ist die Teilnehmerzahl unserer Trainings auf maximal 16 begrenzt. Unsere Gruppen bestehen nie aus mehr als 7-8 Teilnehmern. So hat jedes Gruppenmitglied eine optimale Lernchance.

Wir bemühen uns um faire Preise. Im allgemeinen sind darin zum einen Materialien enthalten, die den Rahmen des Üblichen deutlich sprengen, und zum anderen Abendveranstaltungen, die wir so andernorts kaum je erlebt haben.

 

Die Programmübersicht für das erste Halbjahr 2005 einschließlich aller zugehörigen Flyer finden Sie neben vielen inhaltlichen Anregungen zu dem jeweiligen Thema unter http://www.hmanage.net/index.php?id=30.