Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

343 - 15.07.2008 - Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

"The foolish man seeks happiness in the distance, the wise grows it under his feet”

 

(James Oppenheim)

 

Quelle: Baptist Health Care Leadership Institute

 


01. Editorial: Anmerkungen zu einer – nun schon lange überfälligen – Gesundheitsreform

Angeregt durch das Video einer Diskussion in der University Boston, Mass.*, in der Ulla Schmidt gefragt wurde, was diese von den Deutschen bei ihren eigenen Reformbemühungen lernen könnten, entpuppte sich letztere wieder einmal als Sozialpolitikern, die gar keine Ahnung zu haben scheint, was Gesundheitspolitik eigentlich bewirken sollte: Nicht ein „solidarisches“, gar „gerechtes“ zwangsweises Abkassieren der Bürger zu deren vermeintlichem Wohl, sondern eine Krankenbehandlung hoher Qualität, die für alle noch möglichst lange bezahlbar bleibt. Damit ist unsere Gesundheitsministerin ganz offensichtlich überfordert. Da hat sie einen blinden Fleck.

 

Denn die Qualität der Krankenbehandlung ist bei genauerem Hinsehen in Deutschland heute praktisch genau so wenig bekannt wie zur Zeit der Erfindung der gesetzlichen Qualitätssicherung im § 137 SGB V vor mittlerweile über zehn Jahren. (Daran haben all die im letzten Jahrzehnt vom Himmel gefallenen selbsternannten „Qualitätsexperten“ und „Gesundheitsökonomen“ ein gerütteltes Maß an persönlicher Mitschuld, denen wir das hierzulande pandemisch verbreitete, weithin unsinnige und vom G-BA auch noch „abgesegnete“ deutsche Qualitätsgewusel verdanken). Wir wissen nur, dass Deutschlands Bürgern dafür mehr Geld abgeknöpft wird als in fast allen anderen Industrieländern. Und angeblich sei es auch noch nötig, endlich „mehr Geld ins System zu geben“ (Schmidt).

 

Gleichwohl bleibt es nach wie vor gänzlich unbestritten: „Qualität“ manifestiert sich nirgends im Vorhandensein irgendwelcher „Qualitätsmanagementsysteme“, die die Kausalität von Handeln und Ergebnis im Dunklen belassen. Auch nicht in der Krankenbehandlung (Medical + Service Outcomes). Nach dem heute möglichen Erkenntnisstand können auch akademische Experten volkswirtschaftlicher Prägung nur im Dunklen stochern, was die Wirksamkeit (Value) der eingesetzten Mittel betrifft, also das Verhältnis von Outcomes und Gestehungskosten. Und nicht allein die Tatsache, dass es uns gelungen ist, eine bestimmte (sehr hohe) Summe Geldes erfolgreich auszugeben. Wofür auch immer. Ausgaben und Kosten sind – wie alle Ökonomiestudenten im ersten Semester lernen – zweierlei!

 

Nach den höchst allgemeinen Zahlen von WHO und / oder OECD stehen wir in dieser Hinsicht jedenfalls keineswegs gut da. Dazu endlich Genaueres herauszufinden, scheint aber hierzulande (noch) niemanden so richtig zu interessieren. Am wenigsten jene, die von der Intransparenz der Behandlungsergebnisse auch noch (sehr) gut leben! Denen reicht es verständlicherweise, in bewährter mitteleuropäisch-eminenzbasierter Gepflogenheit, eine Krankenbehandlung hoher Qualität einfach zu behaupten. Ex cathedra. So etwas kann für die, die daran glauben, nur der Papst. Besser wären da in der Krankenbehandlung schon handfeste Beweise. Und Beweise wären bei einer hinreichend (selbst-)kritischen Vorgehensweise ja (grano salis) schon längst möglich!

 

Statt des untauglichen Versuchs, die Kosten von Handlungen durch (Budget-) Deckelung unter Kontrolle zu halten (das geht ohne unabsehbaren Schaden für die Patienten geht nur, solange Überflüssiges und Leerlauf reduziert werden, sollte man sich endlich strategisch vornehmen, zu einer ergebnisbezogenen Bezahlung zu wechseln. Nicht von heute auf morgen. Das geht leider nicht. Aber spätestens bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode. Dann und nur dann hätte ein – trotzdem immer wieder gern beschworener – Qualitätswettbewerb einen Sinn. Heute zahlt man für ambulante Leistungen und stationäre Fälle, ohne auch nur andeutungsweise zu wissen, was man damit alles an (zumindest für die Patienten) Wirkungslosem mitfinanziert. Mit Sicherheit jede Menge!

 

Außerdem ist es – von Ulla Schmidt in der Diskussion immer wieder als ganz besonders „gerecht“ hingestellt – absurd, eine bundeseinheitliche Bezahlung von (Leistungs-) und Fallarten zu fordern und damit zugleich einen Preiswettbewerb auszuschließen, weil man damit sozusagen automatisch einen völlig überteuerten Minimalkonsens finanziert. Auch wenn das noch so vielen Gutmenschen absolut nicht in ihr auf das Gängeln Anderer ausgerichtetes Weltbild passen mag: Trotz aller Mängel und Fehlentwicklungen ist der Wettbewerb samt ungleicher Preise (und damit der Kapitalismus) das weitaus beste Vehikel, eine Krankenbehandlung hoher Qualität auf die Dauer bezahlbar zu halten.

 

Sonst werden wir weiter jede Menge Geldes verschwenden. Und die Qualität – auch die Lebensqualität – der in Gesundheitseinrichtungen Tätigen – wird schleichend immer schlechter.

_______________ 

* Nachricht vom 12.07.08 auf unserer Website:

(kaisernetwork.org) Ulla Schmidt erklärt den Amerikanern das deutsche Gesundheitswesen

What Can Massachusetts Learn from The German Health Care System?

Hier das ganze Video

 

Anmerkung:

Ulla Schmidt hat sich für uns im Ausland gut geschlagen. Allerdings nicht als Gesundheitsministerin, sondern als Person und als Sozialpolitikerin. Was sie im Einzelnen zur Erklärung der Merkwürdigkeiten des deutschen Weges in der Gesundheitspolitik zu sagen und welche Empfehlungen sie den Amerikanern zu geben hatte, lief immer wieder auf das Wort „Solidarität“ hinaus. Die muss – so Ulla Schmidt – der Staat organisieren. Doch das kann sich jeder selbst anhören. Interessant, was sie darüber zum Besten gab: Wie die Institutionen im Gesundheitswesen vielerorts organisiert sind. Davon scheint sie zwar erst wenig mitbekommen zu haben. Doch der Tenor ihrer Eindrücke ist derselbe wie der dieser Website: Man kann eine Menge lernen, wenn man seine eigene Überheblichkeit ablegt und sich nicht zu schade ist, für andere Lösungswege offen zu sein. Danke, dass das auch einmal jemand aus der Politik so deutlich gesagt hat! Leider nur in Amerika.

 


02. (IHI) Lean Mangement in der Ersten Hlfe

Getting Lean in the emergency department (ED)...

Mehr


03. (AHA) Qualitätsmerkmale und Ranking für US-Pflegeheime

CMS to rank nursing homes; issues final sprinkler rule...

Quelle


04. Evidenzbasierte Medizin und ärztliche Therapiefreiheit: Vom Durchschnitt zum Individuum

Die individuelle Patient-Arzt-Beziehung ist angewiesen auf die Urteilskompetenz und Entscheidungsautonomie des Arztes.Therapiefreiheit ist ein wesentliches Element der ärztlichen Professionalität...

Mehr

Anmerkung:
Ein nützlicher Artikel zur (selbst-)kritischen Reflexion des Themas, nur leider gründlich an demselben vorbei, weil die einzig sinnvolle Orientierung nicht genannt wird: Das tatsächlich nachweislich erzielte Ergebnis. Solange man sich – vor welchem Glaubenshintergrund auch immer, also auch dem anthroposophischen – argumentativ um dieses herummogelt, trägt man nicht zur Glaubwürdigkeit der eigenen Position bei: Evidence based medicine hilft. Zumindest wenn Evidence based medicine im angelsächsischen Sinn verstanden wird, nämlich als Nachweis. Manchmal hilft auch etwas anderes, z.B. Lourdes. Evidence based medicine macht die Wirkungsmechanismen klarer: Bei Wiederholung gleiches Ergebnis. Alle anderen Therapieformen scheinen nach wie vor an dieser Prämisse zu scheitern. Da kann nur noch der Glaube helfen. Ich glaube daran, im Lotto zu gewinnen!


05. (Most Wired) Der ROI (Return on Investment) der IT-gestützten Informationsweitergabe

The ROI of Release of Information

This complex process can generate revenue, but the resources involved deserve a closer look...

Mehr

Siehe auch Release of Information Department (ROI)

Siehe auch Datenschutz

Anmerkung:
Auf welche Weise werden eigentlich bei uns sensible Patientendaten sachgerecht IT-gestützt weitergeleitet? Gilt etwa nur das Prinzip: „Nichts rausrücken“? Wem hilft das eigentlich mehr: Den Patienten oder eher jenen, die von ihnen leben?

 


06. (The New Yorker) Juckreiz – und wie (nicht nur) er geheilt werden könnte

Atul Gawande: The Itch. Its mysterious power may be a clue to a new theory about brains and bodies

Scientists once saw itching as a form of pain. They now believe it to be a different order of sensation...

Mehr

 


07. (H&HN) Emotionales Lernen

Emotional Learning

We change our behavior when we feel the consequences of failing to do so.

Since the 1999 Institute of Medicine (IOM) issued its report To Err Is Human, hospitals and health care systems around the world have joined a massive effort to improve their fundamental purpose: saving lives. Creating a culture of safety has been their driving emphasis as they focus on improving systems, clinical process and protocols. The aerospace and nuclear power industry have been used as models for creating systemwide changes.

So, to borrow from the overused political cliché, are patients better off now (meaning are they any safer in our hospitals) than they were nine years ago? The answer is no: In the years following the IOM report we have seen credible documentation to suggest that things have not improved much. The hospital industry occupational injury and illness rate of 8.7 remains virtually unchanged (2003 U.S. Department of Labor). And an article in the June 2003 New England Journal of Medicine reported that clinicians provided appropriate care in only 54.9 percent of their cases.

The Death of Old Habits

The main reason for the lack of substantial improvement in patient care safety and quality is the mental model for problem solving used in health care. Health care leaders focus on outcomes without first taking a look at years of self-defeating behaviors that drive the outcomes…

 

Mehr

 

Anmerkung:

Nicht ohne Grund stammen die allermeisten international bekannt gewordenen Beispiele für interessante Qualitätsverbesserungen aus den USA. Gleichwohl ist man auch dort - wie der Artikel zeigt - trotz jahrelangen Bemühens noch nicht sehr viel weiter. Das ist für uns sicher kein Grund, die Qualität in Deutschland nach wie vor für die beste zu halten und - von Alibi-Veranstaltungen wie nichtssagenden Zertifikaten abgesehen - die Hände weiter in den Schoß zu legen. Das Erwachen wird am Ende nur umso jäher sein! Und das auch noch völlig unnötig. Denn was wirklich zu tun wäre, ist längst bekannt.

 


09. Buchbesprechung

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

Marszalek-Gaucher, Ellen J., Coffey, Richard J., Transforming Healthcare Organizations: How To Achieve and Sustain Organizational Excellence, San Francisco 1991, ISBN-10: 1555422500, ISBN-13: 978-1555422509, AMAZON 

Der Rezensent hatte Ellen Gaucher, sicher (auch vom Anblick und von der Persönlichkeit her) einen der “Leuchttürme” des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen, erstmals Ende der 80er Jahre auf einem Qualitätskongress in den USA erlebt. Als 1991 ihr erstes, noch vergleichweise allgemein gehaltenes (zusammen mit Richard J. Coffey produziertes) Buch zum Thema herauskam, hat er es sogleich nach dem Kauf verschlungen und unendlich viel daraus gelernt. Vor allem dies: Qualitätsmanagement ist eine Leitungsaufgabe. Sie ist nicht delegierbar, und sie verändert bei einem wirklich ernstzunehmenden Vorgehen die ganze Organisation. Das Buch wurde 1993 durch ein zweites, mittlerweile vergriffenes dickeres ergänzt (“Total Quality in Healthcare, From Theory to Practice”), das auch eine vorzügliche Baldridge-geprägte “Gebrauchsanweisung” darstellt.

 

Das erste Buch gibt es noch. Und es ist gut verständlich geschrieben und hat trotz der zwischenzeitlichen Entwicklungen in seiner stringenten Zielorientierung nichts von seinem Glanz verloren. Sein besonderer Nutzen: Es stützt sich auf konkrete Erfahrungen, vor allem in den University of Michigan Hospitals in Ann Arbor, Michigan, die es bis heute in keinem deutschen Krankenhaus geben dürfte. Die aber lange überfällig sind.

 

Ein Zitat: "Key members of one of the most innovative and progressive hospital management teams in the United States offer their advice on strategies for helping hospitals to reach new levels of performance through modern methods of management of quality and productivity. This book is a valuable resource for health care managers" (Donald M. Berwick, M.D., IHI). Die (sinngemäß übersetzte) Gliederung:

 

Vorwort 

Autoren

1.       Exzellenz als Herausforderung für die ganze Organisation

2.       Katalysatoren für den Wandel

3.       Was zu ändern ist

4.       Mission und Vision mit Leben füllen

5.       Einen Total-Quality-Prozess ingangsetzen

6.       Eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung schaffen

7.       Zu Innovation und Kreativität anregen

8.       Die Art des Arbeitens und der Zusammenarbeit verändern

9.       Erfolg für jedermann anstreben

10.   Die Effektivität steigern

11.   Mit quantitativen und qualitativen Informationen umgehen

12.   Die Strategien effektiven Führens überdenken

13.   Exzellenz sichern

Schrittfolge des Wandels

Quellen

Index

 

Das Buch macht auf herzerfrischende Weise deutlich, was sich im deutschen Krankenhaus grundlegend ändern müsste, damit das Qualitätsmanagement endlich aus der Rolle einer lästigen Pflichtübung heraustritt und zu dem mächtigen strategischen Werkzeug für den Erfolg unter veränderten Bedingungen wird, als das es eigentlich von Beginn an gedacht war. Dazu enthält es von der strategischen Weichenstellung über das Prozessmanagement bis zum strategischen Controlling bereits alle Elemente, die dabei eine wesentliche Rolle spielen. (+++)

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!

Liste der bisher besprochenen Bücher

 


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen, (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten).

 

 

(Tagesspiegel) “Eine Marke für mehr Durchblick in der Medizin”

 

“Zum dritten Mal haben Gesundheitsstadt Berlin e.V. und der Tagesspiegel den Berliner Klinikführer erstellt. Mit dem abgeschlossenen „Klinikführer Berlin 2007/2008“ und den jetzt neu vorgestellten Krankheitsbildern liegen für mehr als 210 000 Berliner Krankenhausbehandlungen pro Jahr vergleichende Qualitätsdaten vor. Dies entspricht rund 31 Prozent aller vollstationären Behandlungsfälle in Berlin.

Der Berliner Klinikführer ist Bestandteil einer umfassenden Initiative für mehr Transparenz über die Versorgungsqualität in Berlin. Im letzten Jahr kam der Pflegeheimführer Berlin hinzu – erstmals ist damit in Deutschland die Qualität der stationären Pflege regional vergleichend dargestellt worden. Wir werden den Berliner Pflegeheimführer weiter entwickeln und um wichtige zusätzliche Qualitätsinformationen anreichern…”

 

Mehr

 

Anmerkung:

Ulf Fink, umtriebiger Senator a. D., u. a. “Erfinder” des Hauptstadtkongresses und vieler ähnlicher Regionalveranstaltungen ähnlichen Inhalts und Vorsitzender des Gesundheitsstadt Berlin e.V., liebt es, den Mund voll zu nehmen. So auch hier. Manche Formulierungen scheinen aber durchaus überlegt zu sein. Beispielsweise die „umfassende Initiative” und nicht die umfassende Transparenz. Oder “vergleichende Qualitätsdaten” und nicht Daten, die dem Patienten bei der Klinikauswahl wirklich nutzen könnten. Wenn er schreibt “Unser Ziel ist es, die regionale Versorgungsqualität weitgehend und Schritt für Schritt sektorübergreifend abzubilden”, hört sich das gut an, ohne dass man sich irgendwie festzulegen hat.

Auch Eigenlob liegt Herrn Senator a. D. nicht fern: “Der Berliner Klinikführer hat sich zu einer Marke medizinischer Transparenz entwickelt. Die vorgestellten Qualitätsinformationen und redaktionellen Erläuterungen werden von Patienten und Ärzten als wichtige Informationsquelle genutzt. Der Berliner Klinikführer gilt in vielen Regionen in Deutschland als das Referenzprojekt für Transparenz in der Medizin. Wir werden diese Marke weiter ausbauen”.

Leider sind die Fakten – bei allem Respekt vor der editorischen Leistung von Ingo Bach vom Tagesspiegel – weitaus dürrer. Doch mehr als die relativ harten BQS-Daten und die Angaben aus den irreführenden „amtlichen“ Qualitätsberichten, Arzt-Befragungsergebnisse von IGES, Zertifizierungen und diesmal u. a. fehlende punktuelle Patientenbefragungen von Picker) stehen ihm zur Veröffentlichung auch heute gar nicht zu Verfügung. Vermutlich werden es künftig sogar noch weniger sein. Denn BQS soll aus der Sicht der Ärztelobby künftig wohl noch „praktikabler“ werden.

Angesichts der Tatsache, dass BQS schon heute vor allem für den Arzt „ungefährliche“, also selten Problemfelder offenlegende Indikatoren abfragt und kaum je wirkliche Behandlungsergebnisse, sucht der Patient fast immer vergeblich, was ihn wirklich interessiert: Die Qualität der Behandlung im Sinne der strikten Einhaltung der jeweils bestmöglichen Evidenz der Methode, die Behandlungsergebnisse und den Prozentsatz etwaiger Komplikationen und schädlicher Nebenfolgen. So dient das Ganze wohl mehr der Selbstdarstellung von Herrn Fink als den nach nützlichen Entscheidungsinformationen suchenden Patienten. Und das wird wohl leider auch weiter auf unabsehbare Zeit so bleiben.

 


Motto des Tages