Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

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26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

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Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?


 

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Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an eine Reise der International Hospital Federation nach Salt Lake City und San Francisco im Jahre 1996, die ihn vor mehr als 20 Jahren geradezu vom Hocker gerissen hat. Und die letztlich dazu führte, unzählige weitere Auslandsreisen und Kontakten folgen zu lassen. Belohnt mit einer Flut von Anregungen für ein besseres Management im Gesundheitswesen. Bis heute. Damals war Scott S. Parker – der Vor-, Vor-, Vorgänger von Marc Harrison, MD, des heutigen President & CEO von Intermountain Healthcare – grandioser Gastgeber einer Fachbesuchergruppe aus 19 Ländern aus allen Kontinenten. Mit dem Autor dieser Zeilen als Leiter der zweiköpfigen ‚deutschen Delegation‘.

Scott Parker stellte uns schon damals ein – unter seiner Leitung seit 1975 aufgebautes – komplettes Gesundheitssystem für nahezu eine Million potentieller Patienten im Staate Utah vor, das explizit auf die beste Erfüllung der Bedürfnisse dieser Zielgruppe ausgerichtet war. Ohne vermeintlich ‚naturgesetzliche‘ Sektorengrenzen beachten zu müssen wie dies hierzulande üblich ist. (Für archäologisch Interessierte u.a. nachzulesen in „das Krankenhaus“, Heft 11/1996: „Quality –the Cutting Edge“).

Die damaligen Teilnehmer wurden mit einem Programm beeindruckt, das diese von Beginn an aktiv einbezog. Sowohl in einen fachlichen Austausch als auch in ein vergnügliches Drumherum: vom Barbecue als Cowboys und Cowgirls verkleideter Besucher im echten Western-Museumsdorf über einen kollektiven Square Dance, angeführt von Scott Parker und Frau Hildebrand (dem zweiten Mitglied der deutschen Delegation), über eine Poster Show aktueller Verbesserungsprojekte der Basis, präsentiert in einem original amerikanischen Schwarzwalddorf (mit alkoholfreiem Rot- und Weißwein), bis hin zu einem Konzert in der zentralen Kathedrale der Mormonen 1996!

healthcareDIVE präsentierte kürzlich einen Report über den außerordentlichen Erfolg von Marc Harrison, MD entgegen dem allgemeinen Branchen-Trend wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben („helping to bend the healthcare cost curve”). Bei einer nachweislich höheren Qualität und Patientensicherheit und einem ständig verstärktem sozialen Engagement. Als konstitutivem Element der Routine. Nachzulesen unter der healthcareDIVE-Überschrift „Adressierung the cost curve is helping Intermountain's margins“). Darin befindet sich der Link (Scrollen!) zu einer knapp einstündigen Präsentation „Intermountain 2017 – Report to the Community“. Mit der lohnt es sich genauer zu befassen!

Als Denkanstoß und als Anregung, aus eigenem Antrieb ans grundlegende Verbessern zu gehen. Strategisch und als Teil der tagtäglichen Routine von jedermann. Medizinisch und ökonomisch. Unter dem Slogan: “Helping people live the healthiest lives possible®" (Intermountain). Wie dort aus dem Krankenhaus heraus, ohne auf die nächsten Einfälle der Politik zu warten. Als genuine – und vorrangige – Managementaufgabe. Intermountain hat sich dazu heute folgenden konkreten Geschäftszweck gegeben (sinngemäß übersetzt):

  • „Die beste Gesundheit im eigenen Einzugsbereich
  • Eine intensive Konzentration auf das Leben jedes Einzelnen
  • Gut gerüstet sein, die Krankenbehandlung weltweit zu verbessern“

Was – im Rahmen der äußeren Randbedingungen – institutionell die beste finanzielle Gesundheit voraussetzt. Am besten – wie dort – bestätigt durch eine Best-Bewertung durch die einschlägigen Rating-Unternehmen. So etwas lässt sich nachweislich erreichen, wenn man dafür endlich alle Beteiligten an der Basis für gezielte Kostensenkungen und Steigerungen der Patientensicherheit auf standardisiert(“using a continuous improvement process that engaged the clinical frontline and leadership”) en Behandlungspfaden (“standardizing care”) mobilisiert. Patientenzentriert: “How to best serve patients helped to make operations more efficient, cutting costs as a result”. Evidence based.

Ein routinemäßiges “… taking out costs is something we've done over a long period of time and we're rigorous about it “ ließ sich – wie gesagt – bei Intermountain schon vor gut 20 Jahren besichtigen! (Quelle der Zitate: healthcareDIVE). Wie Marc Harrison, MD in seiner Präsentation „Intermountain 2017 – Report to the Community“ belegt, mit nachweislichem Erfolg. Qualitativ und wirtschaftlich. Mittlerweile ist man uns in dieser Hinsicht Meilen voraus. Wohl nicht ‚in den USA‘ insgesamt. Schon gar nicht unter Trump. Aber z.B. – und keineswegs nur – vor Ort bei Intermountain Healthcare!

Dazu muss man allerdings Anregungen jenseits des eigenen Tellerrandes erst einmal bewusst auf sich wirken lassen. Diesseits wie jenseits des Atlantiks. Und sie dann – nach einer selbstkritischen Bestandsaufnahme des heutigen Tuns – sukzessive konsequent befolgen. Das geht auch hierzulande! Mit einem zielgerichteten Management, das die intern und extern Beteiligten überzeugt. Was auch immer der Politik dazu einfällt. Vielleicht sollte man dafür ja nicht weitere 20 Jahre verstreichen lassen? Im Patienten- und im Mitarbeiterinteresse.

Gemessen an dieser Forderung wirkt die aktuelle Qualitätsdiskussion hierzulande eher deprimierend. Ob es nun um das unverminderte Fortbestehen kassenfinanzierten Behandelns ohne jeden wissenschaftlichen Nachweis („Naturheilverfahren: Wieviel Phyto und Co. steckt in internistischen Leitlinien?“) geht. Oder um die Selbstdarstellung jener, die sich in Sachen Qualität in Deutschland an der Spitze des Fortschritts wähnen, auf einem kürzlichen Berliner Kongress („SIQ! Forum 2016“). Dort klebt man bis heute immer noch an der retrospektiven Sammelauswertung nun einmal bestehender großer Datenbestände zur kollektiven „Qualitätssicherung“. Wobei eine proaktiv-konuinuierliche Steigerung der Qualität und der Wirtschaftlichkeit – also des Nutzens für den Patienten – nicht einmal als Zufallsprodukt erkennbar sind. Armes Deutschland!