Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

317 - 15.01.2007 - Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

"Sometimes what counts can't be counted, and what can be counted doesn't count"

(Albert Einstein)

Quelle: Woods, Michael S., Healing Words. The Power of Apology in Medicine


01. Editorial: Der Kunde hat immer Recht - selbst wenn er Unrecht hat. – Das gilt auch für Patienten!

Kürzlich ging diese Nachricht durch die Medien: „Wolfsburg. Klinikum: ‚Eins plus vom TÜV 

Nach Vorwürfen von Patienten verweist die Krankenhausleitung auf Ergebnisse von Zufriedenheits-Befragungen

Kritik an Pflege und Hygiene haben einige Patienten des Klinikums geäußert. Dessen Leitung verwahrt sich entschieden gegen die Vorwürfe.

In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz erklärte der Erste Stadtrat Klaus Mohrs: "Dass Patienten ihre Medikamente nicht bekommen oder Schwestern erst spät oder überhaupt nicht auf ein Klingeln des Patienten reagieren – so etwas gibt es bei uns nicht.…"

 

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Anmerkung: Ein Rat. Privatissime et gratis.

Eine Stellungnahme wie diese kann tödlich sein. Selbst wenn der Stadtrat wirklich mit seiner Stellungnahme inhaltlich völlig Recht haben sollte. Doch das ist kaum anzunehmen. Denn so genau kann er es überhaupt nicht wissen, selbst wenn er den ganzen Tag persönlich in seinem Krankenhaus unterwegs wäre. Was wiederum kaum anzunehmen ist.

In diesem Fall scheint er den konkreten Vorwürfen auch nicht nachgegangen zu sein, sondern spontan „zurückgehauen“ zu haben. So etwas sollte man nie machen! Wer der Kritik nachgeht, wer – mit welchem Ergebnis auch immer – für Aufklärung sorgt, die eigene Organisation noch einmal nachvollziehbar darauf ‚trimmt’ und die Mitarbeiter darauf einschwört, den Patienten bedingungslos in den Mittelpunkt zu stellen, wird sich kaum noch einmal zu einer Stellungnahme wie der hier nachgedruckten hinreißen lassen. Denn damit schadet er sich und seiner Einrichtung nur selber!

Hygiene konkret: Wer in Sachen Hygiene nichts zu verbergen hat, veröffentlicht seine Ergebnisse. Wer eine erstklassige wirklich nachweisen kann, hat keinen Grund, das diesbezügliche Aktionsprogramm der Öffentlichkeit zur Vertrauensbildung vorzustellen, desgleichen die Ergebnisse der routinemäßigen Begehungen. Wer – wie hier – nur Behauptungen aufstellt, dem glaubt man nicht! Seit wann lobt es das RKI die bloße Regeleinhaltung?

Patientenzufriedenheit konkret: Wer „die große Mehrheit der Patienten … zufrieden“ wähnt und sich damit zufrieden gibt, zielt zu kurz. Desgleichen, wer 67 „dokumentierte“ Beschwerden bei 27 500 stationär behandelten Patienten für ein gutes Ergebnis hält und eine sehr viel größere Dunkelziffer offensichtlich gar nicht erst in Betracht zieht. „Eine Umfrage unter rund 1000 Patienten“ (von jährlich allein 27 500 stationär behandelten Patienten) ist so gut wie keine Umfrage. „82 Prozent der Befragten zufrieden“ besagt noch nichts darüber, wie gut die Patienten das Krankenhaus finden. „Zufrieden“ ist gerade die Schulnote 3, also wahrlich kein Ruhmesblatt! Und das auch nur bei gerade einmal 3,7% aller Patienten in einer Befragung unbekannter Professionalität.

Die Schlussbemerkung macht geradezu sprachlos: „Deutschlandweit herrsche in den Kliniken Personalknappheit. (Das ist so nicht richtig. Nur bei den Loser-Krankenhäusern). Die Krankenkassen kämen nur für die medizinisch und pflegerisch notwendige Versorgung auf, für Gespräche oder Zuwendung fehle schlichtweg das Geld“. (Das ist sowieso falsch). – Hoffentlich haben da nur die Journalisten etwas gründlich missverstanden!

Merke: Wer seine Patienten ernst nimmt, beschimpft sie nicht. Denn sie werden sich das merken. So etwas spricht sich schneller herum als noch so gute Taten! Im Übrigen müssen Patienten auch in Wolfsburg nur wenige Kilometer bis zum nächsten Krankenhaus fahren. Das werden sie in Zukunft wohl auch immer öfter tun, wenn sie sich dort besser aufgehoben fühlen.

 


02. (Workforce Management) Über die Angstkultur des Fehlerverschweigens

Ein auch bei uns völlig totgeschwiegener Sachverhalt!

The Silent Treatment: 'Just Be Quiet About It'...

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03. (Tagesspiegel) „Wollen Sie, dass Ihr Vater verhungert?“

"Viele sterbenskranke Patienten werden am Lebensende künstlich ernährt – eine fragwürdige Maßnahme..."

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Anmerkung: Wer über Qualität redet, hat sich auch diesem Thema zu stellen!


04. (AHRQ) Zurückbleiben von Gegenständen bei chirurgischen Eingriffen durch Zählen vermeiden?

"Managing the prevention of retained surgical instruments: what is the value of counting? ..."

Quelle

Siehe auch http://www.chicagotribune.com/news/chi-wed


05. (International Journal for Quality in Health Care) Über den Nutzen von Checklisten in der Krankenbehandlung

"Development of medical checklists for improved quality of patient care...

1 Sunnybrook Health Sciences Centre, Toronto
2 Guy's & St Thomas' NHS Foundation Trust, London United Kingdom"

...

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06. (American Medical Association) Kein Geld bei Behandlungsfehlern wird zum Standard

"No pay for "never event" errors becoming standard..."

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07. (Banner Health) Werkzeug zur Beschleunigung der Reaktionszeit in der Ersten Hilfe

About the Door-to-Doc Patient Safety Toolkit

The challenges faced by hospital emergency departments (EDs) throughout the United States are well documented...

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Anmerkung:

Eine komplette Darstellung mit vielen nützlichen Detail-Informationen!


08. Links

ACHE Code of ethics

Über-, Unter- und Fehlversorgung (Dias)

http://info.kritische-ereignisse.de/?p=53 Aus kritischen Ereignissen lernen. Ein Berichts- und Lernsystem für die Altenpflege

Endoprothesenregister: „Ganze Produktgruppen werden vom Markt verschwinden"

Wieweit geht die Therapiefreiheit? Qualitätssicherung, Leitlinien und Recht

http://intermountainhealthcare.org/xp/public/institute/library/faculty6.xml Eine Reihe von Vorträgen von Brent James

 

http://www.dkgev.de/media/file/3897.021_026.pdf  Aktuelle Situation der  Krankenhäuser in Deutschland - wie die DKG es sieht

http://www.thehealthcareblog.com/  The Health Care Blog - Everything you always wanted to know about the Health Care system. But were afraid to ask.

Nützliche Website eines nachdenklichen Arztes

"Ärztliche Kunst"

Krankenunterlagen: Wer darf Einsicht nehmen?

http://web.ncqa.org/  Die neue Website der NCQA

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

The Project Management Tool Kit: 100 Tips and Techniques for Getting the Job ... Von Tom Kend

FAZ Preisvergleich lohnt auch im Pflegeheim

Bundesärztekammer Curriculum Ärztliches Qualitätsmanagement 4. Auflage 2007

http://www.pathwayshealth.org/  Pathways, a community-based not-for-profit healthcare organization

Henry Mintzberg: Produktivität ist nicht gleich Produktivität , siehe auch  http://www.henrymintzberg.com/

Leserbrief Quantität ist nicht gleich Qualität

Kommentar Fritz Beske, Gesundheitswesen: Qualität gibt es nicht zum Nulltarif. Anmerkung: Woher kennt Herr Beske so genau die Qualität?

BÄK GLossar QS

Kampf gegen Verschwendung: "Der Kampf gegen Verschwendung hört niemals auf "

Auch eine Reform: Beitragssteigerung durch Bürokratieschub

(NZZ) Helden mit Skalpell Es gibt doch noch richtige Halbgötter!

 


09. Buchbesprechung

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

 

Der Tagesspiegel (Hrsg.) Klinikführer Berlin 2007 / 2008, 49 Berliner Krankenhäuser stellen sich dem Qualitätsvergleich. Mit großer Ärzte- und Patientenbefragung, Nicht im Buchhandel, Zu bestellen beim Tagessspiegel. http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2451847

 

Diesmal soll eigens auf eine – gut 180 Seiten starke – Broschüre hingewiesen werden, die den aktuellen Stand der bislang aufgezeichneten und veröffentlichten Fragmente der Qualität für jene Krankenhäuser in vorzüglicher Weise aufbereitet, die sich an der Erhebung der Selbstdarstellungen beteiligt haben. Hier der (knapp kommentierte) Inhalt:

Vorworte (Das Unvermeidliche an „Festreden“)

Analysen (wohl eher Besinnungsaufsätze) 

Methodik (Der Tagesspiegel hat richtig Zeit und Geld investiert!)

Patientenorientierung (Blosse Selbstdarstellung der Krankenhäuser: Alle sind patientenorientiert!)

Krankheitsbilder (Erklärungstabelle)

  • Frauenkrankheiten und Geburtshilfe 
  • Urologische Behandlungen (hier auch Hinweis auf möglichen „Patientenkauf“)
  • Gehirnerkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Augenheilkunde
  • Orthopädie (hier auch Hinweise auf problematische Prothesen)
  • Lungenkrankheiten

Klinikessen

Patientenzufriedenheit damit (Krankenhausbezug)

Patientenfürsprecher (Krankenhausbezug)

Patientenverfügung (Allgemeines)

Frauen leben gefährlicher (Allgemeines)

Hygiene – Krank im Krankenhaus (KEIN Krankenhausbezug)

Klinikportraits (Tabellarische Selbstdarstellungen, keineswegs immer zutreffend)

Danksagung

 

Zu allen Themenfeldern eigene Erklärungstexte. Besonders interessant: Die Spalten der Erklärungstabelle:

 

  • Klinik

  • Anzahl der Operationen

  • Anzahl der Hochrisikopatienten (ASA), Manipulationsgeneigt: „Fast nur Hochrisiko-Patienten?“

  • BQS-Qualitätsdaten

  • Dokumentationsquote der BQS-Fälle

  • Zertifikat

  • Empfehlung der Ärzte

  • Patientenzufriedenheit

Insgesamt sehr vorsichtig mit eigenen Einschätzungen, bei einer kann dies der Rezensent sogar aus eigener Erfahrung feststellen: Er hatte im Interview zu Protokoll gegeben, dass es bei  KTQ keine nachprüfbaren Ergebnisse gebe. Daraus hat der Tagesspiegel diesen Satz gemacht: „Deshalb schwer nachprüfbar FÜR LAIEN“. KTQ ist für Niemanden nachprüfbar!

Jede Menge Werbung in der Form von Anzeigen, vor allem der Krankenhäuser. Bei diesen kann man wieder gut erkennen, was denen wichtig ist: Die Patientenorientierung sicher nicht!

Der Klinikführer Berlin stützt sich auch nur auf die allgemein zugänglichen wenigen Daten, ergänzt diese aber durch eigens dafür erhobene und ausgewertete Befragungsergebnisse und Zuweiser-Voten. Weit besser als das Übliche! Nur leider auch wieder eine Irreführung, weil immer noch eine höchst unzulängliche Informationsquelle zur Behandlungsqualität. Doch mehr gibt die Informationslage einfach nicht her! Man sollte ihn auf jeden Fall kennen! (++ / +++)

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!

Liste der bisher besprochenen Bücher

 


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen, (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten).

 

 

(Stern) Höhere Kassenbeiträge. "Gesundheitsstudie ist eine Frechheit"

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach und CSU-Fraktionsvize Zöller haben überraschend deutlich den Gesundheitsfonds verteidigt. Im stern.de-Interview bezeichneten die Experten einen prognostizierten Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent als "Panikmache".

 

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Anmerkung: Eine einfache Erfahrung:

Wenn in eine Organisation eine weitere Hierarchieebene eingezogen wird, macht das die Organisation doch immer um diese Ebene umso teurer, je mehr Zusatzarbeiten die übernimmt. Warum soll das hier auf einmal anders sein?

Natürlich erhöht das auch den Anteil der Bürokratiekosten an den gesamten Gesundheitskosten. Also wird für die Krankenbehandlung eben weniger übrig bleiben. Gemessen an der bereits vorhandenen Bürokratie, die dem Bürger immer mehr Geld aus der Tasche zieht, um es ihm nach Abzug der Verwaltungskosten in anderer Verteilung wieder zurückzugeben, mag der Fonds nur relative geringe zusätzliche Kosten verursachen. Zusätzliche Kosten bleiben es trotzdem.

Warten wir’s also einfach ab! Oder hoffen wir besser auf eine gütige Fee, die uns den Unsinn des Gesundheitsfonds vielleicht doch noch erspart).