Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

307 - 23.10.2007 - Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

"We have a lot more clarity now and we’re getting people to understand the word ‘accountability’. Everyone has a clear idea of what is important and what is expected."

(Glenn Fosdick, CEO, Nebraska Health System)

Quelle


01. Editorial: Niederländische Impressionen

Excellence Models and Safety in Health Care. Allying the EFQM Excellence Model and the INK Management Model to Improve Safety

Mitte Oktober trafen sich die Mitglieder der EFQM Health Community of Practice aus ganz Europa wieder einmal in Amsterdam. Zum Programm gehörte ein interessanter Tag im Domus Medica in Utrecht, gemeinsam ausgerichtet von diesen Institutionen: Zorgplatform INK, The Dutch Institute for Healthcare Improvement CBO, EFQM Nederland, INK, TNO Management Consulting sowie dem Jellinek Mentrum.

Hier die Themen:

  • Adverse events in Dutch hospitals. Findings of the largest patient record study in Europe (M. de Bruijne, Utrecht)
  • Strategies to improve safety in a multinational Company (J. Walter, Siemens Medical Solutions, Siemens Nederland NV) 
  • A Safety Management System for Healthcare (L. v. Star, Groningen)
  • Risk Management and Patient Safety (M. Moullin, Sheffield)
  • The collapse and redesign of the cardio surgical department of the Raboud Academic Medical Centre: A Case Study (H. Wollersheim, Nijmegen)
  • How to use the EFQM Excellence Model to integrate actions to improve safety in Healthcare: The Big Picture (Michael Perides)

Dazu gab es diese drei kurzen Workshops zu „Führung und Organisation von Aufsichtsgremien“, „Prozessen in Teilbereichen“ sowie „Bereichsergebnissen“, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll.

Was hat die Veranstaltung gebracht?

Zu 1.: Informationen zur bisher größten Europäischen Studie über Adverse Events (AE). Neben einer knappen Darstellung der Unterschiede zwischen vermeidbaren und nicht vermeidbaren Adverse Events wird berichtet, wie bei der Studie vorgegangen wurde und was dabei herausgekommen ist:

  • 5,7% Adverse Events (Internationale Studien 3 – 17%)
  • 2,3% Vermeidbare Adverse Events (Internationale Studien 1 – 8%)
  • 4,1% vermutlich vermeidbare Todesfälle ((Internationale Studien 3 – 12%)

Dazu gab es allerlei Aufschlüsselungen, z.B. zur voraussichtlichen Lebenserwartung bei vermutlich vermeidbaren Todesfällen, nach Fächern und Prozeduren, (ähnlich BQS) nach Krankenhäusern, nach Hauptursachen, nach vermeidbaren Kosten (167 Millionen € / Jahr), wobei der Hinweis auf die vermeidbaren Leiden tausender von Patienten nicht vergessen wurde.

Die Empfehlungen:

  • Das Funktionieren der Abteilungen sowohl hinsichtlich der Qualität der Behandlung als auch der Organisation kontrollieren
  • Die Outcomes (Mortalität, Wiederaufnahmen, außergewöhnliche Verlängerungen der Verweildauer) monatlich auswerten
  • Professionelles Handeln dadurch besser unterstützen, dass
    - AEs registriert, diskutiert und verbessert werden müssen
    - Jeder Todesfall in einer entsprechenden Konferenz diskutiert werden muss
    - Die ärztliche / pflegerische Dokumentation regelmäßig ausgewertet wird
  • Die Dokumentation auswertungsgerecht standardisiert wird

Zu diesem schönen Vortrag über die Ergebnisse einer breit angelegten Auswertung von Krankenakten zur Ermittlung von Adverse Events gibt es eine Internet-Quelle, aus der man deren Einzelheiten leicht entnehmen kann.

 

Zu 2.: Einblick in die Komplexität medizintechnischer Produktentwicklungen.
Nach kurzen Hinweisen auf die unverständlich geringe Nutzung der Möglichkeiten installierter „KIS-Systeme“ und verschiedenen Beispielen für Behandlungsfehler erfolgt eine Aufteilung der Risiken für Patienten nach

  • Menschlichen Faktoren
  • Systemfaktoren („eingebaute Fehlervermeidung“)
  • Organisatorisch bedingten Faktoren

Danach werden (viel zu knapp) die unzähligen, zu beachtenden Normen und Regeln vorgestellt. Am Ende der Einführung steht eine Übersicht über die heute und in 20 Jahren wichtigsten Aspekte für die (Siemens-)Kunden.

Risikomanagement: Es dient der Minimierung der Adverse Events von Produkten und Diensten für die Stakeholder. Die werden in großer Tiefe ausdifferenziert. Es folgen die Definitionen von Risiko und Risikomanagement gemäß ISO 14971. Danach gibt es eine Prinzipdarstellung der Risikominderung. Das Ganze wird auf den Produktlebenszyklus medizintechnischer Geräte übertragen und anhand des prinzipiellen Vorgehens bei Siemens ausdifferenziert. Es folgt eine Kurzvorstellung des integrierten Prozess-, Qualitäts- und Risikomanagementsystems.

 

Zu 3.: Ein Konzept zur Integration von Patientensicherheit in die Routineprozesse. Hier wird berichtet, wie das Sicherheitsmanagementsystem des University Medical Centre Groningen aufgebaut und genutzt wird. Die Patienten haben – so die unternehmenspolitischen Grundsätze – das Recht auf eine wohl durchdachte Behandlung:

  • Behandlungsqualität
    - (Effektivität, Effizienz, ein patientenzentrierter Ansatz)
  • Eine sichere Behandlung
    - Die Abwesenheit von Behandlungs- und nicht krankheitsbedingten Schäden

Nachdem die traditionellen, auf das Berichten einzelner „Incidents“ und deren Analyse ausgerichteten Vorgehensweisen sich als suboptimal erwiesen haben, sucht man sich nach kritischer Bestandsaufnahme der eigenen Realität zum Aufholen des Rückstands gegenüber – was die Sicherheit angeht – reifen Unternehmen und Branchen zu organisieren. Hier in Stichworten die Strategischen Ziele:

  • Die Krankenbehandlung ist oft das Ergebnis eines integrierten Prozesses, der in Prozessketten und Klinischen Pfaden organisiert sein könnte
  • Es gibt Standards zur Vermeidung unerwünschter Ergebnisabweichungen
  • Fokus ist das funktionierende Team und nicht die Leistung der einzelnen Person
  • Das – mittels einer komplexen Grafik veranschaulichte – Quality ManagementSystemUMCC schafft den Rahmen. Das UMCC-System arbeitet mit einer prozess- und risikoorientierten Zertifizierung im Sinne der ISO 9001:2000, die Akkreditierung im Sinne professioneller Standards.
  • Identifikation, Analyse und Management patientenbezogener Risiken minimieren diese und optimieren die Nutzen. Es kommen FMEA und HTA zum Einsatz. Ein Berichts- und Analysesystem, das nicht nach Schuldigen sucht, wird eingeführt.

Das Fazit: Der Ansatz muss ganzheitlich und prozessorientiert sein, die Mitarbeiter und alle erreichbaren Quellen einbeziehen. Ein Managementsystem schafft den besten Rahmen dafür und für die Zertifizierung. Was davon tatsächlich realisiert wurde, blieb in diesem Vortrag offen.

 

Zu 4.: Eine britische Variante der Integration des Risikomanagements in die Routine.
Anhand des Beispiels der University College Hospitals, London, wird vorgestellt, wie sich das Risikomanagement (RM) in die strategische / operative Planung einbauen lässt. Die Herausforderungen des Risikomanagements wurden zuvor durch die Politik vorformuliert (Prime Minister’s Strategy Unit, London). Als zu schließende Lücken (gaps) wurden identifiziert:

  • R1 Risikomanagement berücksichtigt nicht die Erfordernisse der Nutzer
  • R2 Risikomanagement ist nicht in die Strategie integriert
  • R3 Lippenbekenntnisse, aber keinerlei förmliche Prozesse
  • R4 Keine Risikomessungen
  • R5 Betonung von Kurzfristzielen, Innovation wird erstickt

Eine der (richtigen) Balanced Scorecard entlehnte Darstellung macht die kausalen Zusammenhänge ebenso deutlich, wie ein Zusammenhang zu den Kriterien des EFQM-Modells für Excellence und den EFQM Frameworks hergestellt wird. Daraus ergibt sich ein (schöne) Risk Maturity Matrix mit 5 verschiedenen Reifegraden.

 

Zu 5.: Die ungeschminkte Darstellung einer typischen „Skandal“-Situation unter dem schönen Titel: „Zusammenbruch und Redesign einer Kardiochirurgie. Bristol (ein früherer Fall) wieder auferstanden. Haben Krankenhäuser ein Gedächtnis? Können Krankenhäuser lernen? (Über diesen Tagesordnungspunkt wird etwas später ausführlich gesondert berichtet).

 

Zu 6.: Zuletzt wird – nochmals aus britischer Sicht – der Bogen zum EFQM-Modell geschlagen. Nach einem Verweis auf den relativ hohen Prozentsatz an Patienten, die nach einschlägigen Studien einen Adverse Event erleiden, und die damit verbundenen vermeidbaren Kosten geht es zum EFQM-Modell mit seinem kausalen Zusammenhang von Befähiger- und Ergebniskriterien (1 – 5, bzw. 6 – 9):

  • Klare Zielvorstellungen führen zu Vision, Mission, Strategischen sowie Operationalen Zielen für die Mitarbeiter.
  • Mit dem Ziel eines bestmöglichen Ressourceneinsatzes lassen sich jene identifizieren, deren Nutzen am größten ist.
  • Mit dem Ziel effizienter Prozesse werden Ineffizienzen erkennbar, bei denen Ressourcen verschwendet werden.
  • Erst mit verlässlichen Messungen lassen sich die wirklichen Treiber für eine weitere Wertschöpfung ermitteln.

Das gelingt unter Berücksichtigung der ‚Weltsicht’ der Beteiligten (Mental Models) am besten mittels Systemdenkens, eines Denkens in Beziehungen und Kausalketten. Es ist nach Ereignissen zu fragen, nach Verhaltensmustern (nach Trends, die Ereignisse miteinander verbinden), nach Systemen (Kausalketten) und nach ‚ Mental Models’ (wie wir aufnehmen und verstehen, was geschieht, und davon lernen). Daraus ergibt sich durch ‚Ausharken’ von

  • Fehlern
  • Verzögerungen
  • Aktivitäten, die keinen Wertzuwachs bringen (no value added – nva)
  • Doppelarbeit
  • Nacharbeiten

nach den Prinzipien des Lean Managements diese prinzipielle, selbstverständlich auch für die Patientensicherheit geltende Schrittfolge: 

  • Die Kundenbedürfnisse verstehen
  • Bestimmen, wie die am besten zu erfüllen sind
  • Daraus eine fehlerfreie Prozessausführung ableiten
  • Damit dem Kunden den erwarteten Output liefern

Für die Umsetzung der solchermaßen zur Steigerung der Patientensicherheit gewonnenen Erkenntnisse wird eine neunstufige Schrittfolge vorgestellt.

Am Ende wird hier noch einmal zusammenfassend verdeutlicht, dass mit diesem Vorgehen alle Kriterien des EFQM-Modells einbezogen wurden.

 

Insgesamt war das eine nützliche Mischung aus theoretischen Erkenntnissen und praktischen Beispielen zum Thema Patientensicherheit. Woanders wird gearbeitet. Wir gründen lieber eine Fachgesellschaft – möglichst auch noch in berufsständischer Abschottung. Armes Deutschland! Auf ähnliche Veranstaltungen wird man hier wohl noch ein paar Jahre warten müssen.

 


02. (H&HN) Most Wired Hospitals 2007: Die Preisträger

"Measuring Value. 2006 Most Wired Winners..."

Mehr

Anmerkung:

Wir hatten die diesjährige Preisverleihung in San Diego anlässlich des diesjährigen Leadership Summit wieder einmal mitgemacht, sind nach Hause zurückgekommen, in den Urlaub gefahren und haben uns an der Summer School zu Klinischen Pfaden in Österreich beteiligt. Dadurch wäre uns der Hinweis auf diesen wichtigen Event beinahe ‚weggerutscht’. Hier ist er also doch noch!

 


03. (H&HN) Eine bessere Art zu sterben

A Better Way to Die

San Diego Hospice uses an integrative approach to hospice care, benefiting dying patients as well as their friends and family members...

Mehr

 


04. (Modern Healthcare) Nützliche Anregungen für eine IT-gestützte Krankenakte der Zukunft – und eine damit verknüpfte Klinische Datenverarbeitung

"The future of EMRs according to Intermountain...

Mehr

 


05. (Business Week) Wenn es Zeit wird, den Staffettenstab weiterzureichen

It's Time to Pass the Ball

If you want your team to succeed, you need to develop others to "take the last shot" when the game is on the line...

Mehr 


06. (myPHR) Persönliche Elektronische Krankenakte

"Keeping your own personal health record (PHR) allows you to provide doctors with valuable information that can help improve the quality of care you receive. A PHR can help reduce or eliminate duplicate tests and allow you to receive faster, safer treatment and care in an emergency. In short, a PHR helps you play a more active role in your healthcare..."

Quelle: http://www.myphr.com/  

Mehr


07. (Most Wired) Für die Patienten eine bessere Erfahrung schaffen

Building a Better Patient Experience

New software can transform the hospital call center into a revenue generator...

Mehr


08. Links

Bacterial Infection Killed Almost 19,000 in 2005

CDC estimates national MRSA infection rate

U.S.: Health Care Expenditures for Uncomplicated Pregnancies

http://www.hscsc.org/ Coalition endorses supply chain standard identifiers 

Schlüsseltext Leape in Health Affairs zum Stand der Qualitätsbemühungen im US-Gesundheitswesen 

Patientenbeschwerden: Arzt reagierte nicht

http://management.about.com/  Managementwissen

http://www.cbo.nl/home_html  CBO - die bekannte niederländische Qualitätsinstitution fürs Gesundheitswesen

http://www.tmc.tno.nl/  TNO Management Consultants (NL)

http://www.zorgplatformink.nl/  Zorgplatform INK - Eine Gemeinschaftsplattform fürs Qualitäsmanagement im Niederländischen Gesundheitswesen

http://www.kaisernetwork.org/  The Kaiser Family Foundation

AHRQ compares effectiveness of treatments for blocked arteries Quelle

Hillary Clinton will Krankenversicherung für alle US-Bürger

(Commonwealth Fund) A Roadmap to Health Insurance for All: Principles for Reform

2008 Presidential Candidate Health Care Proposals Side-by-Side Summary

Garant für gute Qualität“ – Wirklich?

http://poptech.org/  The Human Impact: Pop!Tech 2007

CIO: Kliniken nehmen radikalen Kurs

http://www.akdae.de/  Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

In diesem Zusammenhang ein Vortrag von Prof. Dr.Schrappe

'Qualitätsindikatoren – ein Projekt der KBV´, siehe auch www.kbv.de/themen/aquik.html

http://www.commonwealthfund.org/  The Commonwwealth Fund

NYT: Health Plan Used by U.S. Is Debated as a Model

Software: Überwachung Antibiotika-resistenter Bakterien

 

 

 


09. Buchbesprechung

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

 

Gawande, Atul, Complications, A Surgeon's Notes on Imperfect Science, New York 2002, ISBN 0805063196, AMAZON, jetzt besser die Paperback-Fassung bestellen

(Erstbesprechung für den hmanage Newsletter 63)

 

Damals hieß es: „Statt eines eigenen Kommentars ausnahmsweise einmal eine Besprechung aus Business Week, July 8, 2002, ergänzt um persönliche Anmerkungen: Bitter Medicine: Our society has long had a special regard for doctors. We place enormous trust in them and believe that even if one practitioner does not have the right answer, another surely will. Such complacency, though, is not justified. According to surgical resident Atul Sawande, as often as not make decisions based on guesswork, instinct, or desperation. The training is a long process of trial an error, with humans as their practice material. Diagnoses vary by doctor and even by time of day. As Gawande notes in his lucid Complications, A Surgeon's Notes on Imperfect Science, studies of U.S. medicine found "a stubborn, overwhelming, and embarassing degree of inconsistency in what we do".

 

Anyone facing surgery would find this book an insightful read - and a disquieting one. Gawande's essays divided in three sections with the dismaying titles Fallibility, Mystery, and Uncertainty. Each is meant to demonstrate how messy, tentative, and surprising medicine can be. A Harvard-trained doctor doing a surgical residency at a Boston teaching hospital, Gawande illustrates his themes with cases he has worked on or witnessed, giving readers sense that they are in the operating room.

 

It is not a place for anyone looking for surety. His opening essay, about the way doctors are trained, gives a fiert-hand view of how novice docs are allowed to pratice - on us. Granted, they have to get experience somewhere, but not aware that the person cutting open their chest may never have done it before. If they were, they would surely say "no, thanks" - as, writes Gawande, most doctors do when it comes to surgery perfoermed on themselves or their families. But if everyone refused treatment by an intern or resident, how would doctorsget the training they need?

 

Gawande does a good job of laying out many such conundrums inherent in the practice of medicine. Several of these essays appeared first in the New Yorker, where Gawande is a staff writer, and polished presentations of that magazine shows. His writing is clear; his case histories fascinating.

 

They are also frightening. The final chapter explains how difficult it can be to make a foolproof diagnosis, using the example of a young woman who arrived at his emergency room with seemingly nothing more than an infected blister. By sheer "luck", Gawande had recently another patient who had died of necrotizing fasciitis, a rare, lethal infection that can be treated only by cutting out the infected tissue. He was worried about the new patient, and brought in a specialist willing to biopsy the leg, even though he has thought the diagnosis unlikely. The patient did indeed have fasciitis, but the specialist decided to take a potentially huge risk and not amputate. Instead the woman underwent four operations in four days. She was lucky enough to survive, with all her limbs. Still, Gawande writes that doctors can never be sure if their actions will prove wise. "That our effoerts succeed at all is sometimes a shock to me. But they do. Not always, but often enough". Patients hae little choice but to find comfort in that thought".

Und weiter:

"Bravo! Ich fürchte, Dr. Gawande würde in Deutschland ob seiner Ehrlichkeit die Approbation entzogen! - Eine ganz hervorragende Lektüre für all jene, die nach einer Grundlage für den ehrlichen, selbstkritischen Umgang mit der Materie, mit der eigenen Arbeit und die Aufklärung der Patienten suchen!“

 

Wir haben das Buch zwischenzeitlich mehrmals in der Hand gehabt und aus der punktuellen Lektüre immer wieder großen Nutzen gezogen. Es ist mittlerweile für weniger Geld als Paperback-Fassung erhältlich. Hier die seinerzeit weggelassene Gliederung in sinngemäßer deutscher Übersetzung: 

Vorbemerkungen

Einführung

Teil I – Fehlbarkeit

Lernen mit dem Skalpell

Computer und Hernienfabrik

Wenn der Doktor Fehler macht

9000 Chirurgen

Wenn gute Ärzte schlecht werden

Teil II – Mysterium

Vollmond am Freitag, dem 13.

Verwirrende Schmerzen

Unwohlsein

Rote Tide

Der Mann, der nicht aufhören konnte zu essen

Teil III – Unsicherheit

Abschluss-Schnitt

Geheimnis des toten Babys

Wem gehört der Körper?

Der Fall des roten Beines

Quellenhinweise

Danksagungen

 

Lesen! Man würde sich sehr wünschen, dass das Buch auch einmal in großer Auflage in Deutschland verteilt würde! (+++)

 

P.S. Hier noch zusätzlich eine schöne, einfühlsame Besprechung des Buches in der New York Times 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!

Liste der bisher besprochenen Bücher

 


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen, (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten).

 

(Die Zeit) Der wahre Pflege-Notstand: Alte Menschen leiden, weil die Politik nicht ihre Interessen verfolgt - sondern die der Heime

(statt eines eigenen Kommentars)

„Der Konsens ist vollkommen. Politiker jeglicher Couleur, Verbandsfunktionäre, Heimbetreiber und Experten beteuern derzeit unisono, dass schlechte Pflege selbstverständlich inakzeptabel und jeder Einzelfall ein Fall zu viel sei.

Wie aber kann es dann sein, dass Zehntausende alte Menschen in bundesdeutschen Heimen vor sich hin vegetieren — mit Psychopharmaka vollgedröhnt, bis auf die Knochen wund gelegen, halb verhungert, ihrer Würde beraubt? Die Antwort ist so einfach wie erschreckend: In der seit Jahren geführten Debatte über Qualität in der Pflege geht es nicht um eine optimale Versorgung. Es geht in erster Linie um Geld…

…Statt die Pflegeversicherung dazu zu nutzen, eine moderne, den Bedürfnissen der Beitragszahler angepasste Infrastruktur aufzubauen und damit das Pflegemonopol der Wohlfahrtsverbände aufzubrechen, ließ die Politik die Pfründe der Heimbetreiber nicht nur unangetastet. Sie sattelte noch drauf. Die fatale Folge: Für die Finanzierung der häuslichen Pflege blieb nur ein Restbetrag…

…Denn obwohl lediglich 30 Prozent der Pflegebedürftigen in Heimen betreut werden, kassieren diese mehr als 50 Prozent der von den Pflegekassen jährlich aufgewendeten Gelder…

…Am fehlenden Geld kann es also nicht liegen, dass der MdK seit Jahren bei seinen Prüfungen gerade in Heimen auf verheerende Zustände trifft. Dass Geld fehle, behaupten vor allem die Wohlfahrtsverbände aber regelmäßig, wann immer Missstände in Heimen bekannt werden. Doch sie erklären nicht, wieso bei Gesamtkosten für Bewohner von bis zu 5000 Euro Menschen verhungern und verdursten oder oft nicht einmal die Zeit für normale Körperpflege geschweige denn für einen Ausflug ins Freie erübrigt werden kann.

Diesen Nachweis bleiben sie grundsätzlich schuldig. Denn Leistungs- und Kostentransparenz scheuen viele Heimbetreiber noch immer wie der Teufel das Weihwasser. Und die Politik macht stets mit bei dem menschenverachtenden Spiel…

…Die Ergebnisse bleiben unter Verschluss — und die Verantwortlichen in der Regel selbst dann unbehelligt, wenn Bewohner in einem erbärmlichen Gesundheitszustand vorgefunden werden. Folgenlos bleibt bislang sogar eine Praxis, die Heimleiter mitunter zur zusätzlichen Gewinnmaximierung nutzen: Sie rechnen Phantompersonal ab, das sie gar nicht beschäftigen, und klagen dann über Personalmangel.

Ein gut funktionierendes Kartell aus Politikern, Kassenfunktionären und Verbänden der Pflegeindustrie hat es bislang verstanden, Transparenz weitgehend zu verhindern… Für alte Leute und ihre Angehörigen gilt das Recht auf Schutz der Unversehrtheit aber offenbar nicht. Da hat der Schutz der Heimbetreiber vor Unannehmlichkeiten anscheinend Vorrang.

 

Vollständiger Text: DIE ZEIT Nr. 40 v. 27.09.2007