Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

288 - 08.05.2007 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

"Far away in the sunshine are my highest inspirations. I may not reach them, but I can look up and see the beauty, believe in them, and try to follow where they lead"

 

(Louisa May Alcott)

 

Quelle: Baptist Health Care Leadership Institute

 


01. Editorial: Was treibt die Gesundheitspolitik in Sachen Qualität?

Veranstaltung “Förderung der medizinischen Qualitätssicherung: Ergebnisse des Modellprogramms des Bundesministeriums für Gesundheit“: Eindrücke und Beobachtungen – Teil I*

 

(* Ein gesonderter Text mit einigen, dazu naheliegenden Gedanken wird nach dem Teil II. folgen).

 

BMG und G-BA (auch als „Gemba“ bezeichnet) hatten für den 2. und 3. Mai 2007 zu einer zweitägigen Veranstaltung geladen.

 

Im Berliner Maritim-Hotel am Bahnhof Friedrichstraße sollte es ums schöne Thema „Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen gehen: Ergebnisse und Perspektiven“. (Die dort gehaltenen Vorträge sollen auch veröffentlicht werden; daher kann hier auf etliche Einzelheiten verzichtet werden). Mit Ulla Schmidt und 22 Referenten und 2 Moderatoren in gut anderthalb Tagen und allem Drum und Dran eines Milieus, das sich erst in der Folge des § 137 SGB V so richtig entwickelt hat (einschließlich eines gemeinsamen Abendessens). Ein „Who is who?“ wollen wir uns hier ebenso sparen wie Spekulationen über Akzentverschiebungen im Machtgefüge – auch wenn man die kennen muß, um manche Entwicklungen überhaupt zu begreifen. (Anmerkung eines Teilnehmers: „Ich habe gar nicht gewusst, wie machtbewußt die Ärzte sind“).

 

Erst in der Veranstaltung wurde dem Berichterstatter trotz der gemeinsamen Einladung durch die Bundesministerin und Dr. Rainer Hess, den „unparteiischen“ Vorsitzenden des G-BA, so richtig deutlich, dass es sich genauer gesagt um zwei Veranstaltungen handelte: Einen „Erfolgsbericht“ (und kaum eine Andeutung einer kritischen Bestandsaufnahme) aus 16 Jahren Förderung („30 Millionen Euro“) am 2. Mai 2007 (“Förderung der medizinischen Qualitätssicherung: Ergebnisse des Modellprogramms des Bundesministeriums für Gesundheit”) und die Auftaktveranstaltung des durch den Gesetzgeber mit neuen Befugnissen ausgestatteten G-BA am 3. Mai 2007 („2. Nationale Qualitätskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)”). Das (und nur das) erklärte für jemanden, der sich schon lange vor der Berichtsphase mit einem neuzeitlichen Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen befasst hat, manche Akzente in Vorträgen und Diskussionen.

 

Zum ersten Teil: 

Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Selbmann („Stand und Perspektive der Umsetzung von Qualitätsmanagement“) erinnerte mächtig an Kohls Memoiren: Eine rückwirkend umgeschaffene, durch eine rosarote Brille „verschönerte“ Realität (ab ~1950 „Qualitätskontrolle“, ab ~1970 „Qualitätssicherung“ und ab ~2000 UQM)! Das Syndrom teilt er mit von ihm verdienstvollerweise langjährig befragten Krankenhausverantwortlichen („QM heute bei 44% der Krankenhäuser voll ausgebaut, 28% in der Einführungsphase“). Aus seinen Auswertungen ergeben sich Hinweise auf (angeblich) umfängliche Aktivitäten unter der Flagge des QM. 71% melden hauptamtliche QM-Kräfte, 81% einen Beratereinsatz, 81% „QM-Projekte“, 87% „Patientenbefragungen“, 44% machen ISO, 32% KTQ/pCC, 4% EFQM. Interessant: Selbmann bezeichnet Ergebnisqualität (mehrfach) als ein „Fahren im Rückspiegel“ (im Unterschied zu Strukturqualität und Prozessqualität). Er setzt weiter auf Zertifikate („Freiwilligkeit!“), am besten ein „europäisches“.

 

Dr. Berndt Birkner, niedergelassener Gastroenterologe aus München, setzt sich aus ärztlicher Sicht (erfreulich selbstkritisch) mit der Entwicklung im ambulanten Bereich auseinander. Er zitiert Frau Dr. Kastenholz, die im BMG fürs Thema Verantwortliche, mit der schönen Antwort „Seit wann evaluiert der Gesetzgeber seine Gesetze?“ auf die Frage: Führt die beschlossene Maßnahme per se zu einer Verbesserung? Dies sollte unbedingt in den Deutschen Zitatenschatz eingehen! Birkner erhofft für die Zukunft eine größere Wissenschaftlichkeit und nimmt (als erster und nicht einziger auf dieser Tagung) einen Begriff in den Mund, den unsere Leser natürlich schon längst kennen: „Pay for Performance“ (international gemeinhin P4P genannt): „Es müssen die Honorare mit Qualität verbunden werden!“

 

Notizen aus der Diskussion: „Fachgesellschaften im Olymp, Versorger auf der Erde“. Leitlinien kommen nicht an, schon gar nicht beim Patienten! Leitlinien praktisch machen“ (Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten). IQIP: Das Stichwort fällt, aber keine Diskussion. „Sektorübergreifend“ wird immer wieder gebetsmühlenartig verwendet. „Kein ökonomischer Wettbewerb!“ „Die Gesellschaft muß nach Qualität fragen!“

 

Es folgt die erste – wenig erkenntnisförderliche – Rede der Bundesministerin („Stand der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen“). Wann haben wir wieviel Geld für welche (vielen) geförderten Vorhaben ausgegeben? Zitate: „Es ist möglich, Ergebnisse zu erzielen … ganz entscheidende Veränderung zu einer positiven Entwicklung … Bewusstsein gewachsen … Schrittmacherfunktion QS. Ulla Schmidt verspricht sich: „30 Milliarden“ – nein,  nur Millionen für QM".

 

Dr. Bernd Gibis von der KBV referiert unter der Überschrift „Dokumentation und Sichtbarkeit der Qualitätssicherung: Bedeutung der Zertifizierung im ambulanten Bereich “ u.a. über QEP, das Zertifizierungsverfahren der KBV, eine „Qualitätskultur“ und „Qualitätsbewußtsein" als Zeichen ärztlichen Professionalismus. Es bleibt unklar, ob sich letzteres auf die Realität beziehen soll. (Interessant dazu eine kleine Begebenheit am Rande: Auf den Vorhalt, QEP enthalte doch gar keine Bezüge zur ärztlichen Qualität, antwortete in der Pause eine Dame von der KBV doch tatsächlich empört: QEP diene dem Qualitätsmanagement und nicht der Qualitätssicherung. Na also!) Auch Gibis spricht übrigens – ohne allerdings konkreter zu werden – von „Pay for Performance“. „Pay“ ist klar. Aber „Performance“? Und er zitiert sogar Donald Berwick! (Wir haben uns mehrfach mit QEP befasst). Verdienstvoll der Hinweis auf die Mythbusters & Evidence Boost der Canadian Health Services Research Foundation. Da sollte man einmal genauer nachlesen!

 

Herr Dr. Walger von der DKG nutzte sein Thema „Zukünftige Rolle der Zertifizierung im stationären Bereich“ über die Schönheiten von KTQ und dessen Erfolg auch über den stationären Bereich hinaus („563 Zertifizierungen heute morgen … fünf Jahre Routine … 63 rezertifiziert … Erwartete Nutzen? – KTQ gut aufgestellt … Sichtweise der Visitoren Mehrwert ... wir wollen an der Spitze der Qualitätsbewegung sein … Nutzen für die Anwender soll noch gesteigert werden … intern schon vieles passiert“). Leider wird nichts inhaltlich Konkretes vorgestellt. Und was die Visitoren an Beratung treiben mögen, ist – Methode „Kegeln hinter den Vorhang“ – weder im Zertifizierungsverfahren festgelegt, noch sollte es Teil einer unabhängigen Zertifizierung sein! Herr Selbmann hält KTQ für ein „Wettbewerbsinstrument“.

 

Prof. Dr. Schrappe stellte das „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ und seine bisherigen Aktivitäten vor. Ein („typisch deutscher?“) eher  wissenschaftlicher als ein praktischer Ansatz (wie der der WHO). Prof. Dr. Gerlach von der Uni Frankfurt ergänzt das Thema sehr informativ mit einem Bericht zu http://www.jeder-fehler-zaehlt.de/  sowie zu http://www.fehlerzirkel.de/. Die „Anonymität“ wird als ein wichtiges Element hervorgehoben. Kein Hinweis beispielsweise auf http://www.webmm.ahrq.gov/  , aber – wichtig! – auf das US-Aviation Safety Reporting System  und die Flight Safety Foundation  sowie auf PCISME  und das britische National Reporting and Learning System der NPSA  sowie den Zusammenhang zum - von der Bertelsmann-Stiftung geförderten - Europäischen Praxisassessment EPA . „66% Prozessfehler, 34% Wissens-, Fertigkeitsfehler“ . (Hinweis auf ein kommendes Loseblattwerk QM Innere Medizin  – alle Links vom Berichterstatter hinzugefügt).

 

Unter der Überschrift „Orientierung der Qualitätssicherung an der medizinischen Ergebnisqualität“ berichtete Prof. Gaebel, Uni Düsseldorf, von vielen Projekten und dabei gewonnenen Erkenntnissen und Verbesserungen, ohne dass sich dabei auch nur ein konkretes Beispiel einer nunmehr besseren Routine befunden hätte. Außerdem hat er mit seinem Vortrag nicht den Verdacht ausräumen können, unter „Benchmarking“ schlichte Betriebsvergleiche zu verstehen, der sich schon beim Studium der Website http://www.benchmarking-qm.de/  einstellt. Warten wir also auf die „externe Evaluation“!

 

Dr. Matthias Gruhl, Bremen, vom Bremer Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales erfreute vor allem mit der Erinnerung an die Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz 1999, die zumeist erfolgreich umgesetzt seien; den Grad des Selbstbetrugs mag jeder bei der Lektüre selbst abschätzen; im übrigen muß man nur hinreichend vage Ziele setzten, um deren „Umsetzung konstatieren zu können, ohne dass gleich jeder Insider loslacht  (“Weiterentwicklung einer einheitlichen Qualitätsstrategie“). Man lese dazu unbedingt, was die – als solche bezeichnete „Vision für das Jahr 2011“ unter der Überschrift „Weiterentwicklung der Ziele für eine einheitliche Qualitätsstrategie im Gesundheitswesen“ so alles umfasst! Es folgt ein grober Exkurs zur Markenbildung, Gesundheitsratgebern der Medien und Hinweisen auf altbekannte internationale Entwicklungen (New York, Connecticut).

 

Die Diskussion rankt sich um die hierzulande höchst beliebten Themen „Messmethoden“ und „Risikoadjustierung“.

 

Ausrichtung der Qualitätssicherung auf Patientinnen und Patienten: Dazu gab es einen Vortrag von Prof. Dr. Dr. Härter zum „Förderschwerpunkt Patient als Partner“ zu hören, zu dem es nichts Besonderes anzumerken gibt. Über die Rede von Frau Helga Kühn-Mengel, „Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten“ (Letzteres kam mindestens zwanzigmal vor) schweigt besser des Sängers Höflichkeit. Was am Ende von Frau Störzner, Deutsche Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen, zu hören war, war zwar klarer verständlich, klang aber dafür dem Berichterstatter mächtig nach Vereinsmeierei. Vielleicht war er auch nur zu ermüdet. Was Frau Dr. Kastenholz schließlich anstelle des angekündigten Staatsekretärs Dr. Schröder gegen 19:00h noch einmal zusammengefasst hat, hat er sich jedenfalls gespart.

 

Fortsetzung folgt.

Siehe dazu auch: Modellprogramm Qualitätssicherung läuft aus

 


02. (QP) QM in Schulen und Universitäten

Quality Goes To College...

education is being sustained by grassroots organizations.

 Der ganze Artikel

 

Anmerkung:

1. Das gilt auch für deutsche Ausbildungsstätten. Auch im Gesundheitswesen. 

2. Solange man bei uns in Deutschland (außerhalb weniger fortgeschrittener Industrieunternehmen) nicht begriffen hat, welch mächtiges Werkzeug ein richtiges Qualitätsmanagement für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sein kann, wirken Artikel wie der hier vorgestellte eher exotisch. Wenn man sich dann auch noch – wie hierzulande großenteils in der Medizin – dazu einbildet, man biete sozusagen von Hause aus Qualität („Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung der ärztlichen Tätigkeit gehören seit jeher zu den Grundlagen einer bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Patientenversorgung auf hohem Niveau“), wird die Qualität der Krankenbehandlung in Deutschland weder transparent werden, noch gar systematisch verbessert. Und die Ausbildung schon gar nicht. Bis die Menschen das merken. Und sich vorher die Medien darüber hermachen. Mal sehen, wie die Zauberlehrlinge dann reagieren.


03. (Most Wired) Return on Investment von IT-Investitionen gründlicher bewerten

Measuring ROI: Getting Worse Before Getting Better

Sometimes a jump in the number of medical adverse events can mean the health care organization is becoming safer...

Mehr


04. KTQ® – das neue Qualitätsmodell für Krankenhäuser in Österreich?!

"...Das Thema Qualität etabliert sich zunehmend sowohl in der gesundheitspolitischen Diskussion als auch in den einzelnen Organisationen im Gesundheitswesen. In der Öffentlichkeit, d.h. von Patienten und Bürgern wird das Thema bisher noch wenig wahrgenommen, sicher auch deswegen, da sie die Qualität der eigentlichen Leistungen im Gesundheitswesen nur schlecht beurteilen können …"

Mehr

Anmerkung: Dem ist nichts hinzuzufügen.

 


05. (Ärzteblatt) Paschen, Ulrich: Krankenhausleistungen: Annehmbarkeit macht den Unterschied

Acceptability of Hospital Care

"Krankenhausleistungen müssen nach den Bedürfnissen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen differenziert werden. Im Zweifel ist es Annehmbarkeit, die bei der Entscheidung für eine bestimmte medizinische Behandlung den Ausschlag gibt. …"

Mehr 

Anmerkung:

Aus dieser Ecke kommen immer wieder nachdenkenswerte Anregungen. Das einzige, was hier zu ergänzen wäre, ist eine Unterscheidung in Nötig (need) und Nützlich (nice). Bei „Nötig“ ist die wirksamste Alternative, was das „Endergebnis“ angeht, Methode der Wahl. Bei „Nützlich“ könnte gern den Anregungen des Artikels gefolgt werden!


06. (Premier) Gesundes Essen im Krankenhaus – ganz was Neues

CHW hospitals take healthy food goals to high levels

Premier owner Catholic Healthcare West (CHW) developed its own “Food and Nutrition Vision Statement” in 2005 …

Mehr

Anmerkung:
Diese Nachricht scheint für deutsche Gesundheitseinrichtungen immer noch wichtiger zu sein, als man eigentlich annehmen sollte. Eigene Erfahrung lehrt zumindest, dass selbst renommierte Krankenhäuser noch immer den allerschlimmsten Kantinenfraß anzubieten wagen. Sogar Privatpatienten. (Da helfen auch keine noch so schönen Gutachten!)

 

 


07. (AHA) DMPs etc. bisher weder billiger noch besser

Medicare patient outcomes not improved by coordinated care, study finds...

...Mehr


08. Links

Award Krankenhausfinanzierung 2009: Wir gratulieren dem “Team Leber!” 

US-Design-Führer für psychiatrische Einrichtungen

Krankenhausführer: Das gläserne Krankenhaus

Erlösbescheinigungen: Bestätigungen für Krankenhäuser durch Abschlussprüfer 

Risikomanagement: Den Ursachen auf der Spur

HHS Joins International Partners to Promote Electronic Health Records Standards

Canadian Health Services Research Foundation mit Mythbusters & Evidence Boost, einer - in Deutschland dank der Selbstgerechtigkeit der hiesigen Akteure (oder aus welchem Grund auch immer) bisher fehlenden - Seite mit Hinweisen auf Fehleinschätzungen zur Sache Qualität im Gesundheitswesen 

Physicians for a National Health Program (USA): Verweis auf die kanadische Website

http://www.npsa.nhs.uk/health/reporting/background  NPSA: Britisches Fehlermeldesystem

http://www.dgam.de/  Deutsche Gesellschaft für Alternative Medizin (DGAM)

AHRQ: US-Befragungsergebnisse zur Kultur der Patientensicherheit

http://www.dame.at/  Ärzte-Wissensportal

79. GMK-Konferenz: Aufschlussreiche Selbsteinschätzung von Gesundheitsbürokraten, welchen Grad der Zielerreichung das QM in Deutschlands Gesundheitswesen angeblich bereits erreicht hat

OP-Kalkulator: Tool fuer die OP-Kalkulation von OP.Inside: "Ein kleines optisches Helferlein, das in der Diskussion um wirtschaftliches (ambulantes) Operieren helfen soll, die Diskussion, durch welche Maßnahmen eine hoehere Wirtschaftlichkeit (= höhere Erlöse) erreicht werden kann, zu unterstuetzen (= das erlösoptimierende Kodieren?)" Lesenswerte Website: http://www.op-inside.de/ OP.Inside!

http://asrs.arc.nasa.gov/  ASRS Aviataion Safety Reporting System (US-Luftfahrt-Fehlermeldesystem incl. Beinah-Fehler)

www.op-inside.de/page31/page9/assets/op-kalkulator20070505.swf (myDRG)


09. Buchbesprechung

Book Review

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

Qualitätssicherung durch Ärztekammern. Qualitätsbericht der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern, Ausgabe 2007, Köln 2007, kostenfrei bei der Bundesärztekammer, Dezernat 3, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin.

 

Hier gilt es, ein wichtiges Dokument vorzustellen. Dazu die Presseerklärung der Bundesärztekammer vom 19.04.2007 (Hervorhebungen durch uns):

 

 

„Qualitätssicherung – unabhängig und transparent

 

Erster gemeinsamer Qualitätsbericht der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern

 

Fachkundig, patientenorientiert, versorgungsnah und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen – entlang dieser Grundsätze entwickeln die Ärztekammern im öffentlichen Auftrag Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in der Medizin. Diese Arbeit ist nun erstmals in einem gemeinsamen Qualitätsbericht der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern dokumentiert worden.

 

„Qualitätssicherung lebt vom Engagement der Beteiligten und der Bereitschaft zur selbstkritischen Überprüfung der diagnostischen und therapeutischen Prozesse, in deren Mittelpunkt der Patient steht. Für uns Ärztinnen und Ärzte ist Qualitätssicherung kein Lippenbekenntnis, sondern seit Jahrzehnten geübte Praxis in allen Bereichen der Versorgung. Die jetzt vorliegende Darstellung der verschiedenen Qualitätssicherungsaktivitäten der Ärztekammern legt hiervon ein lebendiges Zeugnis ab“, sagte Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer.

 

„Qualitätssicherung kann nur funktionieren, wenn sie von den Betroffenen akzeptiert und weiterentwickelt wird. Viele der vom Gesetzgeber eingeführten verpflichtenden Qualitätssicherungsmaßnahmen führen aber eher zur Demotivation der Betroffenen. Einer überbordenden Dokumentation wird häufig ein höherer Stellenwert eingeräumt als der konsequenten Bewertung und Ableitung notwendiger Maßnahmen“, kritisierte Hoppe.

 

Die Sicherung und kontinuierliche Verbesserung der eigenen Arbeit gehört zum professionellen Selbstverständnis der Ärzteschaft. Die Qualitätssicherungsprojekte der Ärztekammern sind deshalb auch nicht auf Kontrolle und Sanktion ausgerichtet, sie sollen vielmehr Transparenz schaffen, den interkollegialen Austausch unterstützen und den berufsübergreifenden Dialog fördern.

 

Der Qualitätsbericht von Bundesärztekammer und Landesärztekammern enthält eine zusammenfassende Darstellung der Qualitätssicherungsmaßnahmen der Ärzteschaft und gibt einen Überblick über einzelne, beispielhafte Projekte der Ärztekammern. Die gedruckte Fassung des Qualitätsberichts kann kostenfrei bei der Bundesärztekammer, Dezernat 3, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin, angefordert werden“.

 

 

Hier der (zusammengefasste) Inhalt der knapp 89-seitigen Hochglanzbroschüre:

 

 

Vorwort

 

Abkürzungsverzeichnis

 

Einleitung

 

   Qualitätssicherung als Aufgabe der Ärztekammern

 

Die Rolle der Bundesärztekammer

 

QS-Richtlinien der BÄK als Aufgabe der Ärztekammern

 

   Transfusions-, Transplantationsmedizin, Medizinproduktegesetz, Röntgen-, Strahlenschutzverordnung

 

Curriculäre Ärztliche Fort- und Weiterbildung in QS / QM

 

   5 Einzelpositionen

 

Kooperation der BÄK zur Entwicklung und Umsetzung von QS und QM

 

   14 Positionen von BQS bis HTA

 

Aufgaben und Initiativen der Landesärztekammern

 

   Von Fort- und Weiterbildung bis zu den Ärztlichen Stellen für Qualitätssicherung

 

Extern vergleichende Qualitätssicherung durch die Ärztekammern

 

   Bundesweite Gesetzesverpflichtung und Aktivitäten auf Landesebene

 

Einzelbeiträge der Landesärztekammern

 

   17 unterschiedliche Aktivitäten von konkreten Maßnahmen bis zu „Innovativen Konzepten“

 

Ansprechpartner … für den Bereich Qualitätssicherung

 

Anhang: Leitlinien, Richtlinien, Stellungnahmen BÄK

 

 

Schon die Tatsache der Zusammenstellung ist wichtig. Zum einen, weil sie eine Menge Sucharbeit erspart. Zum anderen, weil sie mal mehr deutlich macht, mit welchem Selbstverständnis viele Ärztefunktionäre (keineswegs nur Herr Hoppe) immer noch an das Thema herangehen. Da wird der Eindruck erweckt, alle Qualitätsinitiativen gingen selbstverständlich von der Ärzteschaft aus. Und bei dem Thema handele es sich sowieso um eine innerärztliche Angelegenheit, „in deren Mittelpunkt der Patient steht“, bei der „der Gesetzgeber“ mit seinen Initiativen nur schade. Und Ärzte seien nun einmal bei dem Thema die „Betroffenen“ und – wie jeder weiß – von Natur aus sowieso „unabhängig“.

 

 

Schon die Einleitung beginnt mit dem Satz: „Im Mittelpunkt des ärztlichen Handelns steht der Patient …“. Na also! Es folgt die irreführende Einteilung in „Strukturqualität … Prozessqualität … Ergebnisqualität“. „Die Weiterbildungsordnungen … stellen die wichtigste Säule der Strukturqualitätssicherung … dar“. Von der „Prozessqualität“ liest man in der Broschüre weniger, von der „Ergebnisqualität“ praktisch nichts. Nicht einmal in den Ausführungen zur BQS, die bisher als nahezu einzige von der Ärzteschaft mitgetragene Institution konkrete Prozess- und Ergebnisdaten aufbereitet – wenn auch bisher zum Schutz der Leistungserbringer vor allzu neugierigen Patienten leider nur anonymisiert.

 

 

Ein Satz, dessen ideologisch eingefärbte Elemente man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte: „In Anbetracht der Umbruchsituation im deutschen Gesundheitswesen, die zwischen sozialgesetzlicher Überreglementierung der Regelversorgung und der Umwandlung des Gesundheitswesens in einen nach Wettbewerbskriterien agierenden Gesundheitsmarkt schwankt, sehen sich die Ärztekammern mehr denn je dazu motiviert, ihren öffentlichen Auftrag einer patientenorientierten und mit ärztlichem Sachverstand betriebenen Qualitätssicherung konsequent weiterzuverfolgen“. Also weiter Business as usual?

 

 

In den folgenden Ausführungen geht es nicht einmal um konkrete Ergebnisse oder gar um konkrete Ergebnisverbesserungen, kaum je um die Standardisierung von Prozessen, dafür aber umso mehr um Zuständigkeiten und deren Aufrechterhaltung. Mit dieser kritischen Feststellung soll keineswegs der Eindruck erweckt werden, es gehe auch ohne ärztlichen Sachverstand. Selbstverständlich ist der erforderlich und – was die Krankenbehandlung angeht – sicher auch erfolgsentscheidend. Man sollte ihn nur endlich auch in Deutschland (wie z.B. in den USA oder Kanada) trennen von der ärztlichen Interessenvertretung. Was in dieser Broschüre zu lesen ist, kann beim besten Willen nicht als „unabhängig“ bezeichnet werden. Und die wichtigsten „Betroffenen“ sind keineswegs die Ärzte, sondern die Patienten. Um deren berechtigte Interessen hat es vor allem zu gehen. Und darüber findet sich hier leider nichts Konkretes, sondern nur: „Im Mittelpunkt des ärztlichen Handelns steht der Patient …“!

 

 

Nur eine extreme – mit einer gehörigen Portion Überheblichkeit gepaarte – Selbstbezogenheit eines ganzen Berufsstandes kann solche Sätze hervorbringen: „Im Unterschied zu den an industriellen Anforderungen orientierten Konzepten zu Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement versteht sich das von der AWMF und der KBV mit herausgegebene Curriculum der Bundesärztekammer als spezifisches Angebot für die besonderen Belange der medizinischen Versorgung, in deren Mittelpunkt immer der Patient gesehen werden muß“. Kein Wort zur internationalen Entwicklung des Qualitätsmanagements, bei der Deutschlands selbstkritischere Ärzte in Sachen QM ja schon mächtig abgekupfert haben (siehe ÄZQ). Dort könnten sie bei genauerem Hinsehen auch lernen, wie segensreich „industrielle Anforderungen“ auch fürs Messen, Aggregieren und Auswerten medizinischer Daten für die Qualität und „industrielle“ Methoden und Werkzeuge fürs systematische Verbessern wären. Für diese hat die bisher „geübte Praxis“ nach wie vor den Blick verstellt.

 

 

Die Ärztekammern halten KTQ® immer noch für ein „spezifisch auf die Belange des Gesundheitswesens ausgerichtetes Zertifizierungsverfahren, in dem aus der Sicht der Ärzteschaft nicht Industrienormen und/oder technische Handlungsanleitungen, sondern die Belange und Bedürfnisse der Patienten im Mittelpunkt eines Qualitätsmanagementsystems stehen müssen“. Ideologischer Qualm! Erst konkrete Mindesterfordernisse des Handelns (wie bei der Joint Commission) schaffen die Voraussetzungen für eine gute Ergebnisqualität. Erst die Standardisierung von Behandlungsabläufen stellt sicher, dass (wie schon längst in anderen Teilen der Welt) ein als bestmöglich erprobtes Vorgehen auch zuverlässig zu gleich guten Ergebnissen führt. Dem steht in Deutschlands Ärzteschaft leider immer noch eine „seit Jahrzehnten geübte Praxis“ im Wege. Dies auf wenigen Seiten wieder einmal deutlich gemacht zu haben, gehört zu den unschätzbaren Verdiensten der hier vorgestellten Broschüre. Insoweit ist sie zumindest für alle jene vielen nachdenklichen und veränderungsbereiten Mitmenschen eine Pflichtlektüre, die eine „Bereitschaft zur selbstkritischen Überprüfung“ nicht nur rhetorisch verstehen (+++)

 

 

 

http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=3.71.5057.5140

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen, (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten).

 

KTQ / pCC schöngefärbt

Im Flyer zur (teuren) Veranstaltung „Konfrontation Gesundheit 2007“ am 21. und 22. Juni 2007 in Wien, Anbieter www.businesscircle.at , lesen wir diesen interessanten Tagesordnungspunkt: 

„Qualitäts-Management - die Praxis. Warum KTQ inklusive proCumCert (pCC)“

Es gehe, heißt es dort, (in höchstens einer Stunde) um folgende Punkte:

  • “Analyse der Ausprägungen verschiedener Zertifizierungsverfahren 
  • Risikomanagement sollte integraler Bestandteil des Zertifizierungsverfahrens sein
  • Gezielte Integration von Risikomanagement in das Qualitätsmanagement
  • Stärken etablierter QM-Verfahren im Rahmen der pCC und KTQ-Zertifizierung nutzen
  • Der zugrunde liegende Ansatz des „Peer-Review“ – Beratungs- und Verbesserungsvorschläge der Joint Commission – findet in den Verfahren KTQ und proCumCert ebenfalls Anwendung
  • Erfolgsfaktoren und Lessons Learned”

 

Die Aussagen wecken Mißtrauen. Sehen wir also nach, wer der Referent ist und woher er kommt: „…seit 1997 Qualitätsmanager (mit einer offensichtlich soliden Vorbereitung), davor … als Dipl. Krankenpfleger tätig …“. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried schmückt sich auf der Website http://www.bhs-ried.at/  mit dem Satz „Erstes qualitäts- und wertezertifiziertes Krankenhaus in Österreich!“

 

Dazu finden wir ergänzend diesen (hier gekürzten) Text (Hervorhebungen durch uns): 

Umfassendes Qualitätszertifikat für das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried

Als erstes Spital in Österreich wurde das … nach aktuellen Qualitäts- und Wertemanagementstandards bewertet. Die Zuerkennung des Zertifikates KTQ und proCum Cert ist Ergebnis dieser Bewertung.

… Das ehrgeizige Ziel für die Zertifizierung nach strengen Qualitäts- und Wertestandards ist erreicht. Nach einem Jahr intensiver Arbeit und einer ganzwöchigen Prüfung der Abläufe und Strukturen empfehlen die Visitoren die Verleihung des Qualitätszertifkates an das Ordensspital.

Rückblickend war es ein Jahr intensiven Arbeitens quer durch alle Organisationseinheiten, Fachbereiche und Berufsgruppen. „Wir alle sind glücklich, dass wir unser ehrgeiziges Ziel der Einführung eines Qualitäts- und Wertemanagements mit der heute bekanntgegebenen Bewertung als erstes Krankenhaus in Österreich erreicht haben“, so Geschäftsführer …, ‚damit werden Abläufe und Behandlungsprozesse für unsere Patienten so transparent wie nie zuvor’ … Mit KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus) und proCum Cert (ergänzt die Kriterien von KTQ um die gesellschaftliche, soziale und spirituelle Dimension) wurde ein anspruchsvolles und für das christliche Krankenhaus bedeutsames Konzept gefunden. …

… Zu Beginn der Einführung des Qualitäts- und Wertemanagementsystems KTQ mit proCum Cert wurde eine Ist-Analyse der wichtigsten Abläufe und Strukturen im Krankenhaus durchgeführt. Im Zuge der Ist-Analyse wurden vorhandene Regelungen „durchleuchtet“ und schriftlich festgehalten, falls eine niedergeschriebene Form noch nicht vorhanden war. Mit sogenannten Verfahrensanweisungen wurden die zentralen Prozesse beschrieben und in einem Nachschlagewerk zusammengefasst.

Ein Meilenstein des Projektes war die Quality-Street zur Information aller Mitarbeiter über die Zwischenergebnisse und zum Sammeln von Rückmeldungen. Highlight war dabei eine dem TV-Original nachempfundene Millionenshow zu Fragen der Qualitätssicherung im Krankenhaus. …

… Im nächsten Schritt sammelten 32 Mitarbeiter in 8 Arbeitsgruppen Informationen zu knapp 1400 Fragen. Fragen zur Qualität unserer Dienstleistung, zum Umgang mit Patienten, Mitarbeitern und Angehörigen, zu Sicherheit und Informationswesen, zur Krankenhausführung, Qualitätsmanagement, Spiritualität und Gesellschaft wurden beantwortet und mündeten in den sogenannten Selbstbewertungsbericht.

Die Kriterien des Fragenkataloges spiegeln die Anforderungen an zertifizierte Krankenhäuser. Es geht nicht allein um medizinische und pflegerische Aspekte. Der Umgang mit den Patienten ist ebenso wichtig wie etwa die laufende Weiterbildung der Mitarbeiter und die Vorkehrungen bei Notfällen. ...

… Nun ist die Freude und der Stolz auf das Erreichte bei den Spitalsmitarbeitern umso größer: Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried ist zertifiziert und kann als erstes Spital in Österreich auf ein überprüftes Qualitäts- und Wertemanagement im Interesse der Patienten verweisen”.

 

Wir hatten schon zuvor gehört, dass die Verantwortlichen im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried das Thema „Qualität“ besonders ernstzunehmen scheinen. Das bestätigt auch der außerordentliche Aufwand, mit dem dort die Vorbereitungen auf die Zertifizierung betrieben wurden. Für die auf diese Weise erzielte höchste Punktzahl bei KTQ-/ proCum Cert-Bewertungen sei ihnen also auch von dieser Stelle aus ganz ausdrücklich gratuliert! Von nichts kommt nichts. (Vielleicht könnten Sie auch noch einmal über ihre – anschließend dokumentierten – Besuchszeiten nachdenken: Klasse statt Masse?

„Allgemeine Klasse: 13.30 - 15.30 Uhr und von 18.00 - 19.00 UhrSonderklasse: 07.00 - 20.00 Uhr (außer von 12.00 - 13.30 Ruhepause)Kinderabteilung: 13.30 - 17.30 UhrPalliativstation/Hospiz: Besuche sind jederzeit möglichIntensivstation und Interne Intensivstation: 14.00 - 19.00 Uhr“

 

Was allerdings irritiert ist die Vermengung der Aussagen zu den eigenen (löblichen) Bemühungen mit dem Zertifizierungsansatz von KTQ / proCum Cert. Dort gibt es weder „1400 Fragen“ noch bei genauerem Hinsehen irgendetwas Konkretes, mit ja / nein oder gar anhand einer Skala Bewertbares! Es gibt keine „gezielte Integration von Risikomanagement“. Da hilft auch kein Schmücken mit fremden Federn („Joint Commission“): Deren Visitors prüfen. Sie machen keinen „Beratungs- und Verbesserungsvorschläge“! Eine solche, bei Audits absolut unzulässige – im übrigen auch nirgends bei KTQ schriftlich festgelegte – Vermengung mit den eigentlichen, in „kollegiale Dialoge“ verpackten Prüfungshandlungen kennt nur das faktische Handeln der KTQ-Visitoren!

 

Fazit:
Wo es - wie bei KTQ / pCC - keine messbaren Kriterien gibt, muß die Punktvergabe mittels (vermeintlich) „PDCA“ zwangsläufig zur Ratemethode verkommen. Und damit macht sich auch ein – eigentlich gutes – Krankenhaus angreifbar, wenn es behauptet „nach aktuellen Qualitäts- und Wertemanagementstandards bewertet“. Besonders dann, wenn dazu auch noch suggeriert wird, andere (weitaus bessere) ´Zertifizierungsansätze seien hier ebenfalls abgedeckt! – Wir wollen es uns trotzdem verkneifen, die oben angekündigte Veranstaltung um einem Diskussionsbeitrag anzureichern.