Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

282 - 27.03.2007 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

"QC is everybody's job"

(Armand Feigenbaum)

Quelle: Total Quality Control 1983

 


01. Editorial: Dualistische Finanzierung (II): Was spricht nun nach 35 Jahren Praxis gegen eine dualistische Finanzierung?

Dual Financing of German Hospitals

 

Eine staatliche Investitionslenkung hat schon in der DDR nicht funktioniert.

 

Schon die Einführung der dualistischen Finanzierung war vor 35 Jahren eine Schnapsidee. Auf so etwas kommen nur Menschen, die in Haushaltansätzen denken und handeln. Also Kameralisten. (Die soll es immer noch geben). Für die sind Investitionen genau so ein Verbrauch wie Löhne und Gehälter, Medikamente oder Mullpäckchen. Das wurde dem Autor erst richtig klar, als er im Einführungsjahrzehnt der KHG die Ehre hatte, für die Berliner Krankenhäuser federführend das kaufmännische Rechnungswesen einführen zu dürfen. Als es an die erste Anlageninventur ging, findet sich in dessen Anlagenverzeichnis als einziges Anlagegut das Denkmal von Rudolf Virchow!

 

Wer Investitionen so behandelt, hat kein Gefühl für deren Effekt. Für die Auswirkung auf die Qualität und die Wirtschaftlichkeit des Produkts, im Krankenhaus also des Ergebnisses der Krankenbehandlung. Wenn Geld da ist, wird es – ob nötig oder nicht – auch ausgegeben. Wenn kein Geld da ist, behilft man sich mit Behördendenken so gut es geht. Man läßt das Loch im Dach – egal welche Folgeschäden es verursacht! In der Krankenhauspraxis z.B. mit allerlei Tricks von „Leihstellung“ von Geräten und deren überteuerte Finanzierung durch Verbrauchsmaterialien über den Zusammenkauf aus Ersatzteilen bis hin zur „wundersamen Geldvermehrung“, z.B. mittels Leasings.

 

Von einer Optimierung der – als Nutzensteigerung im Sinne aller vier Ergebniskriterien des EFQM-Modells für Excellence verstandenen – Wertschöpfung keine Rede! Krankenhausverantwortliche werden so gezwungen, weiter wie Beamte zu denken. Oder sie gehen zu einem privaten Träger, So kann man bestenfalls Ersatzinvestitionen vornehmen, z.B. die Investition einer neuen Röntgenröhre. Kaum aber Rationalisierungsinvestitionen. Und schon gar keine Investitionen in irgendwelche Innovationen, die sich – immer mit einem gewissen Grad an Unsicherheit – erst sehr viel später auszahlen.

 

Da auch noch so gut meinende Beamte der Fördermittelbehörde kaum in der Lage sind, unter vielen Investitionsalternativen die „richtige“ – will sagen die mit der größten Wirkung – herauszufischen, erfolgt die Mittelverteilung zwangsläufig „nach Gutsherrenart“: Jeder kommt mal dran. (Wenn das Geld reicht). Oder die kommen dran, die – bildlich gesprochen – „am lautesten schreien“. Das erinnert den Autor an seine Zeit als Verwaltungsleiter in einem deutschen Universitätsklinikum, wo die Professoren „soziale Gerechtigkeit“ in der Verteilung der Investitionsmittel einzufordern pflegten (es zumindest – weil sie es so gewohnt waren – versuchten). Und gelegentlich gibt es einmal ein Goldstück aus der Uhrentasche. So wurde in Berlin z.B. seinerzeit das UKB (über-)finanziert. (So – hat ein früher bei der Plankommission der DDR tätiger Mitarbeiter erklärt - hat das auch dort funktioniert. Samt nachgehender Prüfung der Mittelverwendung).

 

Also ist es nur klug, als Krankenhaus möglichst immer viel mehr zu fordern, als man zu brauchen glaubt. (So wächst der „Investitionsstau“. So kann die DKG mit neuen Horrorzahlen glänzen. Die „50 Milliarden“ (s. o.) enthalten vermutlich auch ein gehöriges Stück an völlig frei erfundenem „Bedarf“. Als zeitweiliger Bürokrat kennt man schließlich das Spiel). Weggestrichen wird sowieso etwas. Da kommt es nur darauf an, am Ende des Verhandelns mehr überzuhaben, als man eigentlich braucht. Solange sich die Fördermittelpauschalen an Betten orientieren, klammert man sich „selbstverständlich“ an der einmal vorhandenen Bettenzahl fest. Bei der lustigen Verweildauerdehnung zum „Nachweis“ der Notwendigkeit dieser Betten stören nur die DRGs. Bei genauerem Hinsehen machen sie auch die ganze Krankenhausplanung überflüssig. Und schon kommt’s dicke: „Die öffentliche Daseinsfürsorge darf auf keinen Fall gefährdet werden!“ Wie kommen wir nur an alle Güter des täglichen Bedarfs, ohne dass der Staat die „Daseinsvorsorge“ sichert? Wie weiland bei den Trabbis? Oder vielleicht wie bei den wunderbaren DDR-Krankenhäusern?

 

Was treibt also die Kämpfer für eine dualistische Finanzierung wirklich? Bei den Beamten in den Landesregierungen ist die Sache klar. Die würden schlicht nicht mehr gebraucht, wenn ihre schöne Fördermittelbehörde wegfiele. Alle anderen scheint vor allem die Sorge um eine Abnahme des eigenen Einflusses (oder des Einflusses der eigenen Gruppe) zu treiben. „Die Kassen sollen nicht noch mehr Macht kriegen!“ Das sollte man auch bei der Hausratversicherung einführen. Die investiven Anteile übernimmt bei der Schadensregulierung der Staat. Das schaffte endlich neue Arbeitsplätze. Zumindest „Plätze“!

 

Was haben die Patienten davon? Es wird argumentiert, dass nur eine flächendeckende Versorgung sichergestellt werden könnte, wenn man die Aufgabe nicht den Kassen überließe. Kommt man in dünner besiedelten Gebieten etwa nicht an sein Auto? Oder an seine Brötchen? – Wir haben in Deutschland die nahezu höchste Bettendichte der Welt! In vielen anderen Ländern – wie z.B. in den USA – ist auf dem Lande mit sehr viel weniger Menschen pro Quadratkilometer als hier auch nicht die „Versorgungssicherheit“ gefährdet! („Rural Hospitals“ werden dort besonders unterstützt. Sie bekommen z.B. einen Zuschlag zu ihren DRGs). Das sind doch alles vorgeschobene Gründe! Was wirklich genau zu bedenken ist, ist der Übergang vom Jetzt zum Morgen. Dazu später mehr!

 

(Fortsetzung folgt)

 


02. (AHA) Website zu Qualitätsbemühungen in Kalifornien

"A California task force this week launched CalHospitalCompare.org,

For more on the voluntary effort, visit the Foundation’s Web site."

 


03. (AHA) Medikationsfehler während der Operation

United States Pharmacopeia (USP) ...issued a report on medication errors in the perioperative Setting... the preoperative holding area, operating room and post-anesthesia care unit...

For more ... visit the USP Web site. (siehe dort unter Media – News Releases – MEDMARX Releases Report)

 


04. (Most Wired) Die Bedeutung der Uhrzeit bei zunehmender ITK

Watching the Clock, Part 2

As more devices become network appliances, they can be synchronized to a legally traceable, worldwide time standard. The result is reduced costs and more effective use of resources...

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Editor’s note: See Last week 


05. (AHA) Indiana: Vorläufiger Bericht über Behandlungsfehler 2006

"Indiana Gov. Mitch Daniels and state health officials this week released preliminary 2006 data from a new state system for reporting medical Errors".


06. (AHRQ) Das OECD-Projekt zu Qualitätsindikatoren

The OECD Health Care Quality Indicators Project

This supplement of the International Journal for Quality in Health Care, sponsored by the Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ), is devoted to the Health Care Quality Indicators (HCQI) Project...

Quelle und Details: http://www.ahrq.gov/clinic/oecdqiproj.htm

 


07. (QP) Ein besserer Service durch a) Zuhören und b) Konsequenzen daraus ziehen

Deliver Great Service by Listening and Adapting...

Mehr

 


08. Links

Veranstaltungshinweis: Die A3CP SUMMERSCHOOL in Österreich am Attersee

http://www.sgipt.org/gesko/arztdich.htm  Korrelation von Arztdichte und Gesundheitsausgaben

(Financial Times Deutschland über Kaiser Permanente, die weltgrößte HMO: Allerlei kleine Fehler, isngesamt aber zutreffend geschildert 

Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement Greifswald - nützliche BWL-Lektüre (beinahe gar nicht erst angesehen, weil auf der Startseite gleich unter dem Gruppenfoto ein Riesenexemplar des KTQ-Logos mit der etwas irreführenden nächsten Zeile prangt: "Wissen lockt". (Den Slogan wird man bei KTQ wohl so schnell kaum begreifen).

Useful Safety Tips & Websites (for patients)

Joint Commission Online March 2007

Arzt 1900 - sehr anregend!

http://www.jcrinc.com/14430/  e-SOC Compliance (Joint Commission Extends Date for Complying with the Electronic Statement of Conditions)

http://www.helios-klinikfuehrer.de/  Klinikführer der Helios-Kliniken für einweisende Ärzten, Patienten und Krankenkassen

(GMDS) Begriffe und Konzepte des Qualitätsmanagements

HCAHPS: Patient Perspectives on Care

Satisfaction in the Healthcare Setting ASQ Tutorial

The Patien in Patient Safety

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

Frankel, Allan S. (Ed.), Strategies for Building a Hospital wide Culture of Safety, Chicago 2006, ISBN: 1-59940-003-0, Hier bestellen: Joint Commission

 

Bei uns ist das Thema relativ neu. Immerhin hat das/die rührige ÄZQ (http://www.aezq.de/ ) – Dr. Ollenschläger sei Dank – vor nicht allzu langer Zeit die löbliche Initiative ergriffen, es in die Köpfe der hiesigen Ärzteschaft zu treiben. Dazu gibt es jetzt auch eine eigene Website (http://www.forum-patientensicherheit.de/patientensicherheit ). Dort finden sich allerlei Links, die Besuchern unserer Website bekannt vorkommen müssten – kennen sie diese doch schon seit längerer Zeit! Erfreulich, erfreulich, dass sich die Reichweite verfügbaren Wissens so (hoffentlich) kräftig erhöht!

 

Was – wie das ganze auf Messen ausgerichtete Qualitätsmanagement – bei uns immer noch ein Nischendasein führt, ist es in den USA längst zu einem kaum noch überschaubaren Strom angewachsen, seit vor mittlerweile 7 Jahren der IOM-Report „To Err is Human“ die Krankenhauswelt aufgerüttelt hat. Alle – von der AHA über die AHRQ bis zum IHI sowie zu Fachzeitschriften wie JAMA – haben sich dort die Patientensicherheit auf die Fahne geschrieben, natürlich auch die Joint Commission. Die hat z.B. schon längst ihre Prüfregeln darauf angepasst.

 

Heute wollen wir unseren Lesern eine – vom Herausgeber kommentierte – Sammlung von 21 ausgewählten Aufsätzen aus dem Joint Commission Journal on Quality and Patient Safety aus den Jahren 2002 – 2005 zur Lektüre empfehlen, auf deren Aufzählung hier ausnahmsweise verzichtet werden soll. Die hat nicht nur irgendwelche kleinen Verbesserungen im Auge (und auch keine die fehlende Qualitätstransparenz einnebelnden kosmetischen „Korrekturen a la KTQ®), sondern setzt mit ihrer Zusammenschau auf einen Wandel der ganzen Organisation zu immer geordneteren Behandlungsprozessen, weil nur die eine Gewähr gleichmäßig guter und in der Folge immer besserer Ergebnisse bieten.

 

Auch wenn das in einer Kultur immer noch schwer vorstellbar ist, die sich mit dem Glauben an die eigene Qualität begnügt: Irgendwann wird man sich auch in Deutschland dazu bequemen, endlich auf einen solchen Kurs zu setzen. Wir fordern nun schon seit weit mehr als zwei Jahrzehnten, auch in der Krankenbehandlung das eigene Handeln an Ergebnissen auszurichten. Nachdem wir mit solch frechen Zumutungen vor wenigen Jahren noch ‚gesteinigt’ wurden, lassen sich nunmehr ganz, ganz allmählich Führungskräfte dieses Thema wenigstens hier und da vortragen! Damit wird es sich immer weniger unter den Teppich kehren lassen. Um den Kulturschock zu beschleunigen, braucht man Informationen. Daher unsere Website. Daher unser Newsletter. In diesem Buch zum Schwerpunkt Patientensicherheit gibt es eine Menge davon aus erster Hand!

 

Sein Ziel: Eine neue Kultur der Patientensicherheit in der ganzen Organisation. Festgemacht in ihrer Strategie, in ihren Strukturen, im Arbeitsumfeld, in einem den Patienten in den Mittelpunkt stellenden ergebnisorientierten Handeln und Messen. Die Adressaten: Die oberste Führungsebene – und nicht nur „Zuständige fürs Qualitätsmanagement“. So ist das Ganze nicht allein eine nicht sonderlich ernst genommene „ärztliche Angelegenheit“ (was wegen der ‚Schweigepflicht’ kaum jemanden auffällt), sondern eine Aufgabe der obersten Leitung des Krankenhauses bzw. des Krankenhauskonzerns!

 

Dazu muß den Verantwortlichen in jeder Art und Größe von Organisation das Thema Patientensicherheit erst einmal bewußt werden (und nicht z.B. in strikt geheimen Hygienedaten vergraben werden). Es gilt, vom (in Deutschland leider sehr verbreiteten) „strafenden“ Kontrollansatz wegzukommen und z.B. eher positive Ergebnisse (z.B. Heilung) und vermiedene negative Ergebnisse (z.B. Komplikationen) herauszustellen. Der gute Wille reicht zumeist nicht. Die Rahmenbedingungen sind als „Treiber“ tatsächlich so zu ändern, dass zwangsläufig bessere Ergebnisse erzielt werden. Innovative Einfälle müssen wirklich Praxis werden. Führungskräfte sollten sich für Visiten bei den Patienten nicht zu schade sein. Sie sollten die Patenschaft für bestimmte Stationen übernehmen. Das fördert das Bewusstsein, hier wirklich wichtig zu sein, und es schärft die Aufmerksamkeit für die Vermeidung von Fehlern. (Zwischen-)Ergebnisse sind wirklich zu messen und auszuwerten – auch was fast schief gegangen ist. Hindernisse für eine neue Kultur der Patientensicherheit sind wirklich beiseite zu räumen, IT-Ansätze und auch allfällige Baumaßnahmen darauf auszurichten. Die Patientensicherheit erfordert förmliche, organisationsweite neue Regeln. Es gibt erprobte Ansätze, den Prozess der Veränderung zu beschleunigen. Natürlich darf hier das Thema „Risk Management“ nicht fehlen. Auch nicht ein besonders darauf ausgerichtetes Mitarbeitertraining. Das Ganze ist strategisch und operativ zu planen und regelmäßig rückzukoppeln. Eingebettet in einen Ansatz, der selbstverständlich auch die finanziellen Aspekte umfasst. Sehr lesenswert. (+++) 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen, (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten).

 

(Deutsches Ärzteblatt) “Ständestaatlicher” Quark 

In DÄ 48/2006 wurde über die Idee der Rhön-Klinikum AG berichtet, die Rolle des Krankenhausarztes neu zu fassen. Was deren Vorstandsvorsitzender Pföhler dazu vorschlug, schien zwar eher mit der heißen Nadel genäht, aber ansonsten nicht ganz falsch zu sein. Darauf wies auch ein in Australien akademisch tätiger deutscher Arzt im DÄ 10/2007 hin. Zwei andere haben sich da wieder eher in der – bei den vermeintlichen „Laien“ ach so beliebten – überheblichen Weise ausgelassen, die auch die Mehrzahl anständiger / vernünftiger Ärzte immer wieder in Misskredit bringt und wieder einmal sehr schön belegt, dass Ärzte doch keine „Fachleute für alles“ sind, wie das der stellvertretende MB-Vorsitzende einmal ironisch ausdrückte: „Klinikarzt der Zukunft: Der Arzt wird eingegrenzt (Das Rad hat Herr Pföhler sicher nicht neu erfunden  … Ich habe diesen Beruf vor nunmehr 16 Jahren nicht gewählt, um von einem privaten Konzern als Betreuer eines immer aufgeblaseneren bürokratischen Systems eingesetzt zu werden …“) sowie „Klinikarzt der Zukunft: Keine Aufgabe für Diplom-Kaufleute (… Kein Arzt kann einem anderen Arzt eine Diagnostik und/oder Therapie vorschreiben bzw. diese ihm gegenüber „durchsetzen“. … Wer schneidet, entscheidet folgerichtig auch, ob dies indiziert ist und er dies verantworten kann. … Diese Vorgehensweise ist die weltweit alltägliche und erfahrungsgemäß auch im Sinne des Patienten bewährte Praxis. … Wie kann der ehemalige Geschäftsführer eines Universitätsklinikums, ehemalige Präsident der DKG und jetzige Vorstandschef eines privaten Klinikbetreibers die Behauptung von einer „bisherigen Arztorientierung im Krankenhaus“ aufstellen, die auf jeden, der mit dem Klinikalltag vertraut ist, äußerst befremdlich wirken muss. … Die Aufgabe, ein („neues“) „ärztliches Berufsbild“ zu implementieren, sollte nicht Diplom-Kaufleuten überlassen werden, sondern ausschließlich ärztlichen Gremien … vorbehalten bleiben. Sei es auch nur, weil sie hoffentlich Patienten nicht als „Kunden“, Gesundheit nicht als „Ware“, das Ergebnis ärztlicher wie auch pflegerischer Leistung nicht als „Gesamtprodukt“ sehen und die Gesundheit der Patienten und nicht etwa deren Wirtschaftlichkeit als oberstes Gebot ihres Handelns sehen …“).

 

Merke: 

Der Patient als eigentlicher Entscheider kommt in solchen Argumentationen gar nicht erst vor. Stattdessen wird ein Feindbild künstlich geschaffen, gegen das es sich dann füglich „argumentieren“ läßt. Das stärkt nur das Bedürfnis, Ärzten nicht mehr allein ungeprüft die – in Verlauf und Ergebnis offensichtlich nach wie vor der ‚ärztlichen Schweigepflicht“ unterliegende Krankenbehandlung zu überlassen. Und die Befugnis fürs Organisieren sollte man schnellstens doch besser jenen überlassen, die davon so viel mehr verstehen als betriebswirtschaftliche Laien wie Ärzte (hoffentlich) von der Krankenbehandlung. Wenn’s ans Fachliche geht, natürlich nie gegen die Ärzte!