Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkomen

270 - 02.01-2007 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

Flaming enthusiasm, backed up by horse sense and persistence, is the quality that most frequently makes for success

 

(Dale Carnegie)

 

Quelle: ASQ

 


01. Editorial: „Prozesse“ – das fünfte Befähigerkriterium im EFQM-Modell für Excellence (III)

Processes – the Fifth Enabler Criterion of the EFQM Excellence Model

 

Das EFQM-Kriterium 05 Prozesse bezieht sich mit seinen 5 Teilkriterien auf die betrieblichen Prozesse: Die ersten beiden Teilkriterien wurden bereits in den hmanage Newslettern 255 und 266 abgehandelt:

255 05 Prozesse I (5a „Prozesse werden systematisch gestaltet und gemanagt“)

266 05 Prozesse II (5b „Prozesse werden nach Bedarf und unter Nutzung von Innovationen verbessert, um Kunden und andere Interessengruppen voll zufrieden zu stellen und die Wertschöpfung für diese zu steigern“)

Diesmal geht es um die Teilkriterien 5c – 5d. (Das letzte Teilkriterium 5e wird später behandelt):

 

Zu 5c: „Produkte und Dienstleistungen werden auf Basis der Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden entworfen und entwickelt“

Bei diesem Teilkriterium stehen die berechtigten Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt – ob diese nun ausdrücklich artikuliert werden oder nicht. Hier geht es naturgemäß vor allem um die Patienten. Die brauchen zunächst einmal eine ‚maßgeschneiderte’ Information darüber, was – unter verschiedenen denkbaren (Be-)Handlungsalternativen – in ihrem konkreten Fall das Beste wäre. Um dies einschätzen zu können, ist ein hinreichendes Maß an Sicherheit erforderlich, den aktuellen Stand der Entwicklung – evidence based medicine! – zu vermitteln und ihn als Institution auch zu beherrschen. Das bedarf des Nachweises eines stringenten Vorgehens, wie man sich in der Organisation denn zuverlässig à jour hält.

Genau so wichtig ist es, tatsächlich den Nachweis führen zu können, dass den Patienten nichts angedreht wird, was den Patienten sicher nichts nutzt – auch nicht Privatpatienten! Schließlich gehört hierher ein zuverlässiges Procedere, dass die Wahrscheinlichkeit, in dieser Organisation (z.B. durch eine nosokomiale Infektion) zu Schaden zu kommen, nachweislich äußerst gering ist.

Am besten wäre es sicher, wenn es für jede (nach kritischer Selbstprüfung verbleibende) Behandlung eine patientenzentriert standardisierte Vorgehensweise gäbe, die auch – so erforderlich – genügend individuelle Betreuungszeit ‚freischaufelt’. Und eine ‚grenzüberschreitende’, auf diese ausgerichtete arbeitsteilige Organisation.

Schließlich sind in diesem Zusammenhang alle denkbaren individuellen Serviceleistungen in die Überlegungen einzubeziehen – seien diese (wie eine besondere Freundlichkeit) gratis, oder (weil nicht im versicherten Leistungsumfang enthalten) nur gegen ein zusätzliches Entgelt erhältlich. Ein gutes Alleinstellungsmerkmal ist zweifellos alles, was im Unterschied zur Konkurrenz im Preis enthalten ist!

Für all dies empfiehlt sich – PDCA! – ein eingespieltes Vorgehen der Entwicklung, Implementierung und Aktualisierung.

 

Zu 5d: „Produkte und Dienstleistungen werden hergestellt, vermarktet und betreut“

Um auf die Dauer konkurrenzfähig zu sein, muß die Organisation überdurchschnittliche Prozesse und Ergebnisse bieten. Bei diesem Teilkriterium geht es vor allem darum zu belegen, dass alles, was man sich bezogen auf die einzelne Behandlung / Betreuung vorgenommen hat, zuverlässig eingehalten wird – nachweislich! Dazu gehört sowohl ein ergebnisoptimiertes standardisiertes Vorgehen als eine –von den Patienten / Klienten ausdrücklich bestätigte – herausragende persönliche Betreuung.


02. (AHA) Pflegekräfte werden als die ethischste Berufsgruppe angesehen – in den USA

Nurses ranked most ethical profession by public

The public continues to view nursing as the nation's most honest and ethical profession, according to ... Gallup Poll...


03. (National Geographic) Wie hilft Qualitätsmanagement den Verwundeten in einem Krieg?

Iraq War Medicine

"Severely wounded" no longer has to mean the end of a military career, as a small number of U.S. veterans of the war in Iraq are showing...

Mehr

Das englischsprachige Dezemberheft von National Geographic hat den Leser mit eindrucksvollen Fotos mit der Nase auf ein Problem gestoßen, von dem man ‚hinter dem Ofen’ lieber nichts hört: Was geschieht in einem Krieg eigentlich mit dem Verwundeten?

Damit soll nicht für oder gegen Kriege Position bezogen werden – schon gar nicht zum Irak-Krieg. Jedem, der dabei Verletzungen davonträgt, muß geholfen werden. Das Vorgehen hat sich – auch und nicht zuletzt dank eines wirklich massiven Qualitätsmanagements – mittlerweile massiv verbessert. Der Berichterstatter hat aus erster Hand erlebt, was der Einsatz einer Balanced Scorecard (BSC) bei den US-Sanitätsdiensten dazu beiträgt. Aus der Quelle läßt sich entnehmen, was in der Praxis dabei herausgekommen ist.

 

 


04. (Most Wired) Vier Alternativen zum Schutz von IT-Kooperation

Four Ways to Protect IT Collaborations

When competitors work together, conflicts are inevitable. Prevent disagreements from derailing progress by making conflict engagement strategies part of the project plan. …

Mehr


05. (JCR) Wenn Patienten und Ärzte über Fehler sprechen, meinen sie etwas ganz Verschiedenes

Study Indicates that Patients’ Broad Definition of Medical ‘Errors’  can Undermine Satisfaction with Care...

Hospital patients define medical errors much more broadly than the traditional clinical definitions of medical errors...


06. (Most Wired) Auswirkung der Gentechnik auf die künftige Routine-IT

Personalized Medicine Challenges Traditional Approaches to IT...

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07. (AHA) Unterschied zwischen Überzeugung und Realität beim Medikamentenverbrauch

Survey reveals discord between consumer drug use beliefs, behavior

... a consumer survey released today by the National Community Pharmacists Association...


08. Links

http://www.zitate.de/ Zitate (nur ausnahmsweise unsere Quelle!)

 

http://www.quality.nist.gov/ Baldridge National Quality Program

 

http://psnet.ahrq.gov/resource.aspx?resourceID=4679 Hospitals adopt new color-coding for patient wristbands

 

http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_53/EssenerGesundheitskonferenz.asp?navibereich=ges - Patientenüberleitung - Anregungen

 

Sprinkler in Pflegeeinrichtungen!

 

Ärzteblatt: Fünf einfache Regeln vermeiden zwei Drittel aller katheterassoziierten Bakteriämien

 

Deutschland eine große Gesundheitsregion - und das auch noch mit Gesundheitsreform!

 

Strategies for Reducing the Door-to-Balloon Time in Acute Myocardial Infarction

 

http://www.dgschmerztherapie.de/ Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.

 

http://www.sana.de/download/meb_05.pdf Sana Medizinischer Entwicklungsbericht 2005

 

http://www.inqa.de/Inqa/ Initiative Neue Qualität der Arbeit

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

 

 

Lown, Bernard, The Lost Art of Healing: Practicing Compassion in Medicine, Practicing Compassion in Medicine, New York 1999, ISBN 0345425979, AMAZON (Taschenbuchversion, mittlerweile auch auf Deutsch: Die verlorene Kunst des Heilens. Anleitung zum Umdenken, Suhrkamp (und nicht etwa einer der ärztlichen Fachverlage), 6. Auflage 2004, AMAZON.

 

„This book has an informative, important and highly civilized message. But that is only part of its claim. It is completely interesting to read, fully accessible without simplification to all”
(John Kenneth Galbraith)

 

Dieses Buch des emeritierten Harvard-Mediziners hatte ich mir vor ein paar Jahren aus der Stanford-Buchhandlung mitgebracht. Schon vorher war mir im Gespräch mit Ärzten immer deutlicher geworden: Die Krankenbehandlung ist krank (auch wenn Ärztefunktionäre nicht nur hierzulande gebetsmühlenartig das Gegenteil behaupten und nach mehr Geld rufen). Der allererste Satz des Buches: “Medicine in the United States is widely regarded as the best in the world”. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor? Wir brauchen keineswegs „mehr Geld im System“, sondern einen Neuanfang: „… medicine has lost its way, if not its soul“. Und das haben keineswegs „die Politiker“ verursacht oder eine – als „gefährlich“ empfundene – „Technisierung und Computerisierung“ (siehe Punkt 10 dieses Newsletters), sondern hat zu tun mit einer ärztlichen Grundhaltung. „Heilen“ – so Lown – wurde weithin durch „Behandeln“ ersetzt. Hier der (sinngemäß ins Deutsche übersetzte) Inhalt des Buches:

 

I. Vorsprüche

I. Auf den Patienten hören: Die Kunst der Diagnose

1. Die Wissenschaft der Anamnese-Erhebung und die Kunst des Zuhörens

2. Zuhören durch Berühren

3. Herz und Verstand

4. Das Münchhausen-Syndrom

 

II. Den Patienten heilen: die Kunst des ärztlichen Handelns

 

5. Worte, die verstümmeln

6. Worte, die heilen

7. Dunkelheit des Herzens, erhellende Worte

8. Die Kraft, sicher zu sein

9. Außerordentliche Praktiken des Heilens

10. Behandlungsfehler korrumpieren das Heilen

 

III. Den Patienten heilen: Wissenschaft

 

11. Digitalis: Der Preis von Erfindungen

12. Eine neue Tradition der Medizin

13. Der Schock, der heilt: Gleichstrom und Defibrillator

14. Die Kardiologische Abteilung

15. Die ventrikulare Extrasystole: Herzschlag oder Vorbote?

 

IV. Behandlungsgrenzen

 

16. Die Behandlung Älterer - Probleme und Herausforderungen

17. Tod und Sterben

 

V. Der Lohn, Arzt zu sein

 

18. Eine moderne biblische Geschichte

 

VI. Die Kunst, Patient zu sein

 

19. Die Ärzte zum Zuhören bringen

 

Stichwortverzeichnis 

 

Der spätere Friedensnobelpreisträger Lown schreibt sinngemäß: Zu viele gut aus- und weitergebildete Ärzte haben ‚Caring“ durch ‚Managing’ ersetzt. Sie erheben keine sorgfältige Krankengeschichte, machen zu viel Gebrauch von Medizintechnik. Sie verschreiben in exzessiver Weise Medikamente, und sie verursachen damit nicht selten den Tod oder bleibende Schäden. Sie hören nicht zu, und sie verwenden eine Sprache, die die Patienten erschreckt. Er belegt seine Aussagen mit eindrucksvollen Beispielen aus dem eigenen Erleben. Kunstfehlerprozesse sind für Lown (plausibel) keine Ursache für die Krankheit des Systems, sondern eine Folge eigenen Handelns.

 

Lown schreibt – und das auch noch als geradezu ‚klassischer’ Schulmediziner! – Ärzte müssten viel mehr auf den individuellen emotionalen Stress bei den Patienten achten. Sie müssten offen sein für alternative Formen der Krankenbehandlung, wie sie beispielsweise mit der Akupunktur aus China hierher gekommen sind. Sie müssten das unterschiedliche Lebensalter ihrer Patienten bei ihren Einschätzungen und Entscheidungen im Auge behalten. Und sie müssten auch wieder lernen, mit der Würde des Alters und des Sterbens umzugehen. Das Buch endet – auch wenn es in erster Linie (Krankenhaus-) Ärzte anspricht, mit einer Aufforderung an die Patienten, ihre Ärzte zum Zuhören zu bringen. Und das Ganze ist auch noch so kurzweilig geschrieben, dass man bei der Lektüre gar nicht so recht mitbekommt, dass man hier eine Streitschrift liest. (+++)

 

Anmerkung: Bei den von Lown angesprochenen Problemen dürfte es sich um die wohl wichtigste Ursache dafür handeln, dass unser Gesundheitswesen finanziell aus dem Ruder zu laufen droht (und unseren großartigen Politikern dazu nichts Besseres einfällt, als es hier und da eher willkürlich zu beschneiden und den Bürgern dafür ansonsten nur noch mehr Geld abzupressen). Das zu ändern bedarf schon eines Mindestmaßes an Selbsterkenntnis. Nur die Ärzte könnten hier wirklich für einen Wandel sorgen. Doch die Politik könnte dafür die richtigen Anreize setzen. Und die im Gesundheitswesen Verantwortlichen könnten in ihren eigenen Organisationen damit beginnen – wenn sie dies denn wollten.

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen, (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten).

 

 

 

(Ärzteblatt) Gesundheitstelematik: Folgen für die Arzt-Patient-Beziehung

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte könnte dazu führen, dass die Wertigkeit der zwischenmenschlichen Begegnung von Arzt und Patient gegenüber der voranschreitenden Technisierung weiter ins Hintertreffen gerät. …

Mehr Dtsch Arztebl 2006; 103(51–52): A 3469-71.

 

Dazu einige Anmerkungen:

(1) „Patienten erwarten vom Arzt … auch Zuwendung. Ob bei Nutzung der eGK diese Bedürfnisse ausreichend befriedigt werden können, ist fraglich“. – Das Urteil ist von Beginn an klar. Jetzt muß es nur noch (wortreich) begründet werden:

(2) „Zwischen dem medizinischen Wissen eines … Patienten und … seines Arztes besteht ein asymmetrisches Gefälle. Aus der bedrängten Lage des Patienten gesehen, besitzt der Arzt ‚die Macht, zu bestimmen, was Krankheit ist oder auch nicht’. – Das ist doch die heutige Situation!

(3) „ermöglicht die eGK Einsicht in sämtliche gespeicherte Daten. Im Gefühl des Patienten könnten diese zusätzlichen Informationen … ein neues Gefühl des „Sich-ausgeliefert-Fühlens“ produzieren“. – Das läßt sich doch leicht dadurch heilen, dass man – auf die Dauer unausweichlich – den Patienten zum Herrn über seine Daten macht! Das gefährdete allerdings ggf. die Asymmetrie.

(4) „… wächst die Versuchung, Anamnesedaten aus der ePA zu übernehmen“. – Das ist doch zu hoffen! Zumindest wenn sich der Patient jederzeit von der Vollständigkeit und Richtigkeit seiner Daten überzeugen kann!

(5) „kann sich … ein Frage-und-Antwort-Spiel entwickeln, welches lediglich dazu dient zu überprüfen, ob die Daten in der Akte vollständig sind und welche Daten neu hinzugefügt werden müssen“. – Das ist doch absurd! Ich hoffe nicht, dass die konkrete Ausprägung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland so etwas erfordert! Wenn der Patient seine Daten führte, könnte er sich (ggf. unter Zuhilfenahme einer sachkundigen Person seines Vertrauens, ggf. gegen Zusatzhonorar sogar des Arztes) jederzeit selbst davon überzeugen!

(6) „Der Wunsch des Patienten hinsichtlich der ärztlichen ePA-Moderation insbesondere unter Zeitdruck könnte den Arzt verärgern und so seine Empathie mindern“. – Aha! Das spricht also gegen die elektronischen Gesundheitskarte?

(7) „Weil sich der Arzt mit seinem Computer beschäftigt, wird dem Patienten das Gefühl von Nebensächlichkeit vermittelt. Computervermittelte Kommunikation kann so als Entsinnlichung gewertet werden“. – Ebenfalls eine absurde Vorstellung. Das wäre so, als ob das Electronic Banking dazu geführt hätte, dass der Schalterbeamte jetzt weniger Zeit für den Kunden hat. Eine Elektronische Krankenakte könnte unter dem Strich den heutigen Papierkrieg massiv verringern!

(8) „Die Nutzung der ePA würde so eine Entmenschlichung in der Begegnung vorantreiben …“. – Das ist ja eine Schreckensvision! Die Arbeitserleichterung läßt dem Arzt weniger Zeit für den Patienten! Wo man – vor allem im Ausland – mit einer Elektronischen Krankenakte arbeitet, ist doch längst das Gegenteil eingetreten! German Angst ….!

(9) „Trotz des propagierten sicheren Datenschutzes ist mit hohem Gefährdungspotenzial durch großzügige Freistellung von Daten und unsachgemäßer Dokumentation zu rechnen“. – Das klingt eher wie ein ‚Wehret den Anfängen!’

(10) „… ist zu befürchten, dass die eGK die Qualität der ärztlichen Leistung weiter reduziert“. – Das ist die zwangsläufige Folgerung einer selbst erfundenen Behauptung!

(11) „… bezüglich diagnoseabhängiger Honorierung ergänzen: Wird der Patient zum Träger potenzieller Vergütungsgrundlagen, verwechselt der Arzt seine Berufung mit der Beliebigkeit eines Jobs“ – Ein Rundumschlag. Jetzt gefährdet auch noch eine sachgerechtere, weil Fehlanreize zur unnötigen Leistungsmehrung hemmende Bezahlung des Arztes das Patientenwohl!

(12) „Unterstützt die eGK aber die Ausweitung von diagnoseabhängigen Vergütungssystemen, besteht die Gefahr, dass Ärzte noch mehr als heute in ökonomisch bedingte Identitätskrisen kommen. Ökonomie und Rationierung machen Ärzte zu „Instrumenten des Systems“ – Die Gesundheitskarte als Krankheitsursache beim Arzt! Und sie führt dazu auch noch zur Rationierung!

(13) „In der Krankheitssituation erscheint es kontraproduktiv, vom Patienten Entscheidungen zu verlangen, wer wann wo seine Daten lesen darf“. – ???

(14) „Die gezielten Informationen in Massenmedien zu allen auf einer eGK dokumentierten Diagnosen kann die Compliance verbessern, aber auch dazu verleiten, die Kompetenz des Arztes infrage zu stellen, …“. – Vielleicht sollte man so etwas Ungehöriges am besten unter Strafe stellen?

(15) „muss trotz Nutzung der dem Patienten zur Verfügung stehenden Informationsmöglichkeiten eine asymmetrische Wissenslage bezüglich medizinischer Zusammenhänge und notwendiger Maßnahmen bestehen und auch im Sinne einer guten Compliance erhalten bleiben, damit ärztliche Fürsorgepflicht und patienteneigene Selbstbeteiligung im Gleichgewicht bleiben …”. – Darauf wird die Autorin dieses wunderbaren Textes wohl vergeblich hoffen! Hoffentlich.

(16) „Die Akzeptanz der eGK bedingt zwar auch die Frage nach entsprechender Honorierung zusätzlicher Leistungen, … auch die Sicherung der ärztlichen Profession als freier Beruf gehen Hand in Hand mit der Sorge um die Patienten, die durchsichtiger, planbarer, immer mehr zum „Objekt der Verdatung (werden) …“. Die Gesundheitskarte als Gefahr fürs Einkommen und das standespolitische Selbstbild? Die armen Patienten!

(17) „Die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung des Arzt-Patienten-Verhältnisses ist hoch ... Die Gefahr, dass mit zunehmender Technisierung Kommunikation nur noch als seelenlose Datenübermittlung in der ärztlichen Sprechstunde stattfindet, ist nicht gebannt“. – Eine „seelenlose Datenübermittlung“! Das muß man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen!

 

Ein Horrorgemälde. Glücklicherweise endet es relativ versöhnlich:

(18) „Mit gelungenen Gesprächen und daraus sich entwickelnden guten Arzt-Patienten-Beziehungen wäre die Medizin auf einem guten Weg, Technik zu nutzen, um eine … Qualitätssicherung zu betreiben und für Arzt und Patient die Zufriedenheit zu fördern.“

 

Um auf die Dauer in hoher Qualität für alle bezahlbar zu bleiben, müssen die Krankenbehandlung (und die Rolle der Ärzte) möglichst bald grundlegend neu gedacht werden. Ganzheitlich. Und nicht als Alibi für die eigenen Interessen. Dabei kann die Diskussion um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte einen fruchtbaren Beitrag leisten. Aber bitte etwas rationaler! Lesen Sie dazu: „Das bleibt von Eichendorff“ von Burkhard Müller-Ullrich in CICERO, Januar 2007, S. 77.