Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

269 - 27.12.2006 ktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

“Was wir fanden, war jede Menge Verschwendung, die wir allerdings nicht als solche betrachteten – bis wir den Prozess besser verstanden“.

 

(Savary / Crawford-Mason)

 

Quelle: The Nun and the Bureaucrat--How They Found an Unlikely Cure for America's Sick Hospitals,


01. Editorial

Baldridge National Quality Program: Wärmstens zur Lektüre empfohlen

 

Baldridge National Quality Program – useful to be read

 

Allen, die immer noch glauben, bei EN ISO 9000:2000, EFQM oder KTQ® etc. handele es sich um „Qualitätsmanagementsysteme“, die recht und schlecht ihre gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen, und sich im übrigen einbilden, eine „Krankenversorgung hoher Qualität“ zu bieten, ohne dies letztlich belegen zu können, sei zum Jahreswechsel hiermit eine besonders lesenswerte Lektüre empfohlen: Die Health Care Criteria for Performance Excellence des amerikanischen Baldridge National Quality Program für das Jahr 2007:

 

Hier die (von uns kommentierte „Core Values and Concepts“ des Baldridge National Quality Program:

 

  • „Visionary Leadership“:
    Visionäre Führung im Sinne eine Mobilisierung der Mitarbeiter zu gemeinsamen Spitzenleistungen auf dem Weg zu Excellence.
  • „Patient-focused Excellence“:
    Eine patientenzentrierte Excellence stellt den Patienten / Klienten bedingungslos in den Mittelpunkt jeglichen Denkens und Handelns.
  • „Organizational and Personal Learning“
    Das systematisch geförderte Lernen jedes Einzelnen systematisch zu einem organisatorischen Lernen bündeln.
  • „Valuing Staff and Partners“:
    Erst eine wirkliche Wertschätzung für Mitarbeiter und externe Partner führt zu immer besseren Ergebnissen auf dem Weg zu Excellence.
  • „Agility“:
    Agilität (= Behendigkeit) – eine im deutschen Gesundheits- und Sozialbereich (noch) Eigenschaft mit besonders hohem Entwicklungspotential.
  • „Focus on the Future“:
    Zukunftsorientierung ist das Gegenteil eines Hangelns von Haushaltsjahr zu Haushaltsjahr und des Wartens auf neue Einfälle der Politik.
  • „Managing for Innovation“:
    ’Innovation’ wird hier verstanden als immerwährende Weiterentwicklung zur kontinuierlich besseren Zielerreichung für alle Stakeholder.
  • „Management by Fact“:
    Eine wirkliche Orientierung an Fakten schließt aus, die Qualität der eigenen Organisation für spitzenmäßig zu halten, ohne Belege dafür zu haben.
  • „Social Responsibility and Community Health“
    Die soziale und gesundheitspolitische Verantwortung von Unternehmen ist in den USA schon weiter gediehen als in Europa. Davon sollten wir lernen!
  • „Focus on Results and Creating Value“
    Die Orientierung an Ergebnissen und einer angemessenen Wertschöpfung muß hier nicht noch einmal ausdrücklich begründet werden.
  • „Systems Perspective“:
    Systemdenken ist eine Voraussetzung, die bei europäischen Ansätzen zwar angelegt, aber wenig ausgeprägt ist. Auch diese Anregung ist hilfreich.

Und hier die (ebenfalls erläuterten) Baldridge-Kriterien für das Jahr 2007:

 

  1. „Leadership“ (120 Punkte):
    Eine auf Excellence zielende Führung
  2. „Strategic Planning“ (85 Punkte):
    Eine auf Excellence zielende strategische Planung
  3. “Focus on Patients, Other Customers, and Markets” (85 Punkte):
    Excellence mit Fokus auf Patienten und andere Kunden und Märkte
  4. “Measurement, Analysis, and Knowledge Management” (90 Punkte):
    Excellence im Messen, Analyse und Wissensmanagement
  5. „Workforce Focus“ (85 Punkte):
    Eine auf Excellence zielende Art der Mitarbeiterorientierung
  6. „Process Management“ (85 Punkte)
    Eine auf Excellence zielendes Prozessmanagement
  7. „Results“ (450 Punkte):
    Exzellente Ergebnisse bei den „Core Values and Concepts“

 

Den Rest müssen Sie schon selbst übersetzen! Die Lektüre ist jedenfalls wärmstens zu empfehlen - auch EFQM-Afficionados!

 

Übrigens hat mit dem North Mississippi Medical Center 2006 nicht nur erneut ein amerikanisches Krankenhaus den Malcolm Baldridge National Quality Award (MBNQA) gewonnen, sondern auch Premier (Motto: Premier’s Owners will be the leading healthcare systems in their markets, and with them, Premier will be a major influence in reshaping healthcare), von deren Aktivitäten wir schon oft Interessantes berichtet haben.

 


02. (H&HN) Geschäftsführer als Chefverkäufer

The CEO as Chief Sales Officer

Hospital CEOs reap rewards for time spent selling their organizations to physicians and others in the community...

Mehr

 


03. (IHI) Auslöser-Werkzeuge zur Identifizierung vermeidbarer Fehler

Introduction to Trigger Tools for Identifying Adverse Events...

The use of "triggers," or clues, to identify adverse events (AEs) is an effective method for measuring the overall level of harm from medical care in a health care organization...

Mehr 


04. (AHRQ) Neue Anregungen für den Umgang mit Großschäden und Katastrophen

New AHRQ Information on Mass Casualty Care Is Available...

Select to read the Providing Mass Medical Care with Scarce Resources: A Community Planning. A print copy is available by sending an e-mail to ahrqpubs@ahrq.hhs.gov...


05. (H&HN) Patientensicherheit wirklich nachhaltig anstreben

Sustainable Patient Safety

Hospital leaders who take the time to walk around their facilities and talk with front-line staff about safety can have an enormous impact on quality...

Mehr 


06. (AHA) Die nächste Phase der US-Kampagne für mehr Patientensicherheit hat begonnen

IHI, others launch next phase of patient safety campaign

...

The 5 Million Lives Campaign...


07. (AHA) Elektronische Krankenakte für Patienten

"America's Health Insurance Plans and the Blue Cross and Blue Shield Association today announced plans for a personal health record model to facilitate information sharing between consumers and caregivers and improve portability..."


08. Links

(NYT) Ford Chief Seeks Ideas From Toyota

 

National Clearinghouse for Long-Term Care Information

 

Dezemberausgabe des Premier-Newsletters

 

http://psnet.ahrq.gov/resource.aspx?resourceID=4671 Safety by design

 

Medinfoweb: Gesetze und Richtlinien für das MDK-Prüfungsverfahren

 

FasterCures, a nonprofit group working to speed new treatments to the public

 

Zuzahlungen in den USA - wie das (kommende?) deutsche Rauchverbot

 

The Israel Center for Medical Simulation: a paradigm for cultural change in medical education

 

Qualitätspreis "Mit Transparenz Vertrauen schaffen"

 

http://psnet.ahrq.gov/resource.aspx?resourceID=4674  Experiences of health professionals who conducted root cause analyses after undergoing a safety improvement programme.

 

Immerhin: KV: Qualitätsbericht 2006 - Wie gut sind unsere Ärzte?

 

Deutschland eine große Gesundheitsregion - und das auch noch mit Gesundheitsreform!

 

So gut ist KTQ: Studie von Prof. Schubert, Herdecke

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

 

Nordsieck, Fritz, Betriebsorganisation, Lehre und Technik, Textband und Tafelband, Stuttgart 1961 / 1972, ISBN 3791000810 (vergriffen)

 

Diesmal sei auf ein höchst einflussreiches Werk zum Prozessmanagement hingewiesen, das Sie wohl nur noch in guten Bibliotheken werden ausleihen können. Es hat im Laufe der Jahre – wie nur wenige andere – die berufliche Arbeit des Rezensenten zum Thema geprägt. Was immer man – von extrem wenigen löblichen Ausnahmen abgesehen – heutzutage stattdessen als Prozessbeschreibungen findet, ist entweder trivial (weil zu oberflächlich) oder zumindest für Organisationszwecke unverständlich. Leider.

 

Auch wenn das Buch a) für die Industrie geschrieben wurde, es b) nun schon seit vielen Jahren vergriffen ist, c) begrifflich reichlich ungewohnt ist und d) es darstellungstechnisch Museumswert hat (es wurde noch mit Tusche auf Pergament gezeichnet), kann seine Lektüre nur wärmstens empfohlen werden – zumindest all jenen, welche die Prozesse in der Krankenbehandlung und um diese herum wirklich ernsthaft gestalten wollen und sie dazu hinreichend genau beschreiben müssen. Hier die (Grob-)Gliederung:

 

Lehre von der Betriebsorganisation

A.  Organisation des Betriebsaufbaus

I.          Aufgabenplanung und Aufgabengliederung

II.         Betriebsgliederung als Aufgabenverteilung

III.        Aufgabenverbindung, Integration und Koodination

IV.        Stellenplanung und Stellenbewertung

B.  Organisation des Arbeitsablaufs

I.          Wesen und Stufen der Ablaufregelung

II.         Arbeitsgliederung und Rationalisierung

1.          Wesen der Arbeitsgliederung

2.          Arbeitszyklus

3.          Arbeitsteilung und Typen der Reihung

4.          Arbeitsstufe, Arbeitsträger, Arbeitsgruppe

5.         Teilarbeiten

6.         Arbeitsarten

7.         Arbeitselemente und Bewegungsstudium

8.         Anwendung der Arbeitsgliederung, Zusammenhang aller Rationalisierungsarbeiten

III.        Prinzipien der Organisation und des Arbeitsvollzugs

1.       Grundprinzipien

2.       Prinzip der Stetigkeit der Arbeitsfolge

3.       Die Prinzipien der Leistungsabstimmung

4.       Wesen und Bedeutung der Leistungsabstimmung

5.       Taktabstimmung

6.       Rhythmusabstimmung

IV.      Grundlagen der Datenorganisation

Organisationstechnik

 

C. Moderne Einsichten und Methoden der Betriebsorganisation

1.       Organisationslehre und Kybernetik

2.       Das Kreismodell der Betriebsführung

3.       Die Organisierbarkeit von Entscheidungsprozessen

4.       Projekt-Teams und Integration

Exkurs: Netzplantechnik zwischen Betriebsaufbau und Betriebsablauf

I.        Die Aufgabe des Organisierens

1.        Wesen des Organisierens

2.        Organisieren, eine Verwaltungsaufgabe

3.        Ethische, soziale, psychologische und pädagogische Aspekte der Organisationsaufgabe

4.        Richtlinien der Organisation, Eigenschaften einer guten Organisation

II.       Der Organisator und seine Hilfsmittel

1.        Der Organisator

2.        Die „Organisationsabteilung“

3.        Hilfsmittel des Organisators, insbesondere das Schaubild

 

III.      Der Ablauf der Organisationsarbeit

1.       Planung und Klärung der Organisationsaufgabe

2.       Die Ist-Aufnahme des bestehenden Zustandes

3.       Die Analyse der Ist-Aufnahme

4.       Die Sollplanung der neuen Organisation

5.       Die Solleinführung, Erprobung und Abschlussberichterstattung

Literaturverzeichnis

Sachverzeichnis

 

Das Buch beschreibt – auch wenn man methodisch inzwischen international mächtig hinzugelernt hat – wirklich solide Organisationsarbeit. Wer von einer fremden industriellen Materie zu abstrahieren versteht, wird einen großen Nutzen daraus ziehen. Damit werden all die amateurhaften selbsternannten „Prozessexperten“ allerdings kaum etwas anfangen können, die heutzutage Fortschritte verhindern: (+++)

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen, (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten).

 

Diesmal nur eine kurze Notiz (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung – FAS 24. Dezember 2006, Nr. 51, Seite 28):

 

“Die Amerikaner reformieren das Gesundheitswesen … Nur die deutschen Kollegen … verteidigen … heldenhaft das saubere Image ihres Berufsstandes“.

 

Anmerkung:

Da haben doch die Journalisten hellsichtig den Finger geradezu traumwandlerisch in die richtige Wunde gelegt: Die Reformunfähigkeit in diesem Lande liegt nicht nur an einer Ministerin, die vom Gesundheits-Sozialismus zu träumen scheint, einer Regierung, deren Koalitionspartner sich gegenseitig blockieren, und unendlich vielen Lobbyisten, sondern vor allem am – dringendst reformbedürftigen - antiquierten ärztlichen Selbstbild in Deutschland! Ob sich das auch hierzulande noch einmal ändert? - Oder rationieren wir stattdessen lieber?