Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

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26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

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261 - 31.10.2006 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

"A good leader encourages followers to tell him what he needs to know, not what he wants to hear"

 

(John C. Maxwell)

 

Quelle: Baptist Health Care Leadership Institute

 


01. Editorial

Privatisierung? – Privatisierung! Aber …

 

In diesen Tagen erreichte uns diese e-Mail:

 

„aus langjähriger Erfahrung im Gesundheitswesen kann ich Ihrem 260er Editorial in Analyse und Schlussfolgerung nur beipflichten, wie ich auch Ihren „Frust“ in der Ausgabe 250 – „Das hat sich – soweit wir das übersehen können – als glatte Illusion herausgestellt“ - verstehe.

Das deutsche Gesundheitssystem ist tatsächlich eine Gelddruckmaschine für Private, wie auch für alle Änderungen abholde Interessengruppen in den öffentlich-rechtlichen und staatlichen Krankenhäusern, wobei dabei die faktische Allianz zwischen Gewerkschaft und Chefärzten besonders pikant ist.

 

Dabei liegt die Lösung auf der Hand, wie der gigantischen Verschwendung, den riesigen Leerkosten, Einhalt geboten werden und einer bevorstehenden verstärkten Rationierung von Gesundheitsleistungen, dem eigentlichen gesellschaftlichen Problem im engeren Sinne, vorgebeugt werden kann.

Sie haben auf erfolgreiche Private, auf Unternehmer im Krankenhauswesen, hingewiesen.

Die einfache Frage lautet also: Was machen diese und wie anders?

Es wäre ein Leichtes, synoptisch einen Vergleich mit der Situation öffentlich-rechtlicher und freigemeinnütziger Krankenhäuser und ihrem so genannten Management zu erstellen. Die „Schlüsselfiguren“ auf der Leistungsanbieterseite, in erster Linie die Trägervertreter im Aufsichtsorgan, könnten sich – mit medialer Unterstützung – gezwungen sehen, in den Spiegel ihres Missmanagements zu blicken.

Aber vor allem geht es darum, Beitragszahlern und Krankenhausmitarbeitern deren ideologische Angst-Sperren im Kopf überwinden zu helfen.

An drastischen Beispielen für das Versagen der „Führung“ zu deren Lasten mangelte es ja wahrlich nicht, um das Ganze auch schön anschaulich und damit nachvollziehbar darstellen zu können.

 

Dabei dürfte allerdings das zentrale Problem das Rollenverständnis der Medienvertreter sein und deren Sachkenntnis über die mediale Schlagzeile hinaus, was Sie ja selbst in Ihrer Anmerkung zum ZDF-Magazin Frontal 21  beschreiben. Aber auch unterschiedliche Printmedien, wie FAZ, FTD und Spiegel beispielsweise, liefern reihenweise Kostproben mangelnder Sachkenntnis und Recherche.

 

Vielleicht versuchen Sie sich ja an der Synopse und helfen damit dem System auf die Sprünge.

 

Mit freundlichen Grüßen

Werner Soßna“

 

Über den Vorschlag (des ehemaligen kaufmännischen Direktors des Universitätsklinikums Giessen) gilt es nachzudenken.

Es wäre gewiss des Schweißes der Edlen wert, der Öffentlichkeit deutlich zu machen, wo ein großer Teil des Geldes der Versicherten einfach verschwindet, ohne nur im geringsten zur Behandlung und Heilung Kranker beizutragen. Keineswegs vor allem bei den Krankenkassen oder dem künftig noch zusätzlich zu bezahlenden Gesundheitsfonds, sondern bei den Leistungserbringern. Und das Geld der Steuerzahler für all jene kommunalen (und universitären) Träger, die auch noch stolz darauf sind, ihr Geld für die Deckung vermeidbarer Defizite buchstäblich verbrennen zu sehen: „Wir tun etwas Besonderes für unser Krankenhaus!“

 

Das bedürfte allerdings einer Einsicht, die bei den Politikern und bei den Medien völlig fehlt: Dass bis heute hierzulande völlig im Dunklen liegt, wieviel Prozent des vielen Geldes, dass den Bürgern für Gesundheitszwecke abgepresst wird, eigentlich für Heilung und Linderung von Leiden (oder wenigstens für die Prävention) einen messbaren Nutzen stiftet. Und wieviel Geld in einem großen schwarzen Loch verschwindet. Die Bürger werden darüber jedenfalls völlig im Unklaren gelassen.

 

In Deutschland herrscht trotz der krakenartig verbreiteten Qualitätshuberei bezüglich der Behandlungsprozesse und (vor allem) Ergebnisse praktisch Null Transparenz. Solange man nicht weiß, welche Diagnostik wirklich nötig und nützlich ist sowie welche Behandlung wirkt und welche ganz sicher nicht, ist jeder Versuch, die Kosten zu erfassen, ohnehin müßig. Merkwürdigerweise glaubt man den Ärzten (bei den oben Genannten) immer noch blind, dass die schon das Richtige tun, obwohl die es selbst durchaus besser wissen (müssten). Doch so lange bezahlt wird, was geleistet wurde, und nicht, was genützt hat, wird sich daran auch kaum etwas ändern.

 

Bei den „Privaten“ ist immerhin bekannt, dass sie (im Vergleich zu anderen Branchen saftige) Gewinne einfahren, wo „Freigemeinnützige“ bei einer vergleichbaren Bezahlung oft an einer „schwarzen Null“ herumkrebsen und es „Öffentlichen“ unter den gleichen Bedingungen sogar gelingt, „rote Zahlen zu schreiben“. Insider wissen genau, warum. Doch der Kavalier genießt und schweigt. Und warum sollten die anderen sich – solange sie noch ein Amt zu verlieren haben – dazu freiwillig erklären? Märtyrer sind hierzulande kaum gefragt!

 

Danach wäre es also klüger, noch mehr Krankenhäuser zu privatisieren. (Und nicht die Rechtsform zu ändern. Das wäre nur alter Wein in neuen Schläuchen). Über die Motive derer, denen – bildlich gesprochen – finanziell das Wasser am Halse steht und die sich nun gezwungen sehen, ihr „Tafelsilber zu verscherbeln“ (oder besser das ihrer Kommune) wollen wir hier gar nicht räsonieren.

 

Echt „Private“ brauchen dringend einen marktwirtschaftlichen Handlungsrahmen. Sie müssen einem harten Qualitäts- und Preiswettbewerb ausgesetzt werden. Der wäre heute schon wegen fehlender Transparenz gar nicht möglich. Außerdem stehen Festpreise wie die der G-DRGs dem Wettbewerb zusätzlich entgegen. So lange sich das nicht ändert, schafft eine weitere Privatisierung weitere – aus Pflichtbeiträgen der Versicherten gespeiste – „gesetzlich geschützte Gelddruckmaschinen“.

 

Die nutzen zwar den Shareholders – seien die Träger nun Einzelpersonen oder Aktionäre. Das ist für die Bürger keineswegs besser. Im Gegenteil: Mit zunehmender Konzentration steigt die Gefahr der Monopolbildung. Und schon Oligopole sind – wie man an den Mineralölgesellschaften sowie den Strom- und Gasversorgern sieht – für das Gemeinwesen auf die Dauer weitaus gefährlicher als noch so schlafmützige Kommunalpolitiker. Hamburg und viele Gegenden in den Neuen Bundesländern sind schon bald so weit.

 

Erst wenn auch im Gesundheitswesen – und zwar auf der Ebene der Leistungserbringung  und nicht der (wie alle anderen im Dunkeln tappenden) Krankenkassen ein wirklicher Wettbewerb ermöglicht wird, ist mit sinkenden Preisen bei einer immer höheren Qualität zu rechnen. Sonst wird alles nur teurer. Wie das Benzin. Und der Strom. Und das Gas.

 

Gleichwohl eröffnet (vor dem Hintergrund einiger Jahrzehnte Erfahrung im Gesundheitswesen) nur eine weitere Privatisierung der Krankenhäuser die Chance einer durchgreifenden Verbesserung. Wenn – ja wenn die Politik die Rahmenbedingungen endlich radikal ändert. (Und da soll man ja bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben).

 


02. (New York Times) Solidarität (christliche Nächstenliebe) auf amerikanisch

Ministry’s Medical Program Is Not Regulated

It looks like a business and, in many ways, acts like one. But it is beyond the reach of most of the rules and government oversight that apply to businesses — because it is a church mission...

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03. (AHA) Bericht über Auswirkung interkultureller Kompetenz auf Qualität der Krankenbehandlung

"The Commonwealth Fund has released a series of reports exploring the role of cultural competency in improving health care quality, ..."


04. (Most Wired) Regionaler Austausch von Gesundheitsdaten

eHealth Connecticut: The Path to Statewide Sustainability

A local health access program serves as a stepping stone to the state’s RHIO...

Mehr

 

 


05. (Premier) IOM empfiehlt Leistungsbezogene Bezahlung

Pay-for-performance recommended in new report

The IOM report summary, "Rewarding Provider Performance: Aligning Incentives in Medicare," suggests ...

Mehr

Executive Summary

Zur Bestellung: http://www.nap.edu/catalog/11723.html


06. (Most Wired) Das Arbeiten mit elektronischer Krankenakte einfacher machen

Resolving EMR Productivity Issues with Human Factors Engineering...

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07. (AHA) Aktuelles Werkzeug zur Bewältigung besonderer Vorkommnisse im Krankenhaus

Hospital Incident Command System updated

The California Emergency Medical Services Authority has released an updated version of the Hospital Incident Command System...


08. Links

http://www.blacksmithinstitute.org/get10.php: World's most polluted places

 

Ärztemeinung ist bei Klinikvergleich wichtig. Erfahrungen einer Berliner Tageszeitung / Kaum Änderung des Einweiserverhaltens / Große Resonanz bei Patienten

 

JCR/OSHA/American Red Cross 2nd Annual Emergency Preparedness Conference: Disaster Readiness on the Home Front

 

http://www.zentrum-patientenschulung.de/ Zentrum Patientenschulung - Internetangebot zu Patientenschulung und Gesundheitsbildung in der medizinischen Rehabilitation

 

Qualitätsbericht Rhön-Klinikum

 

Leitlinien Physiotherapie Beispiel

 

http://www.patient-als-partner.de/ Wie der Name schon sagt

 

http://www.gutepillen-schlechtepillen.de/ Nützliche Website

 

Bericht über den internationalen Workshop "Evidence based Medicine and Clinical Practice Guidelines – Facts and Fiction" vom 5. Oktober 2006 in Berlin

 

Qualitätsinstitut stellt Jahresbericht 2005 vor

 

Hunderte Patienten starben - weil Krankenschwestern fehlten

 

Krankenhaus Barometer 2006

 

(case mix news) Die unendliche Geschichte der Gesundheitsreformreformen: Ursachen, Nebenwirkungen und Therapien http://www.make-love-not-law.com/index.html (make-love-not-law)

 

http://www.versorgungsleitlinien.de/patienten/pl_khk PatientenLeitlinie zur NVL KHK (Konsultationsphase)

 

 

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

IQWiG, Methoden, Version 2.0 (Entwurf vom 28.09.2006) von der IQWiG-Website herunterladbar

 

Vor kurzem hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) der Öffentlichkeit – wie angekündigt – den Entwurf der 2. Version seiner „Wissenschaftlichen Methodik“ vorgestellt, deren Inhalt jedem seiner Produkte zugrunde liegen wird. Mittlerweile gibt es solche Produkte. Und immer wieder wird – vermutlich interessengesteuert – behauptet, die Methoden des IQWiG entbehrten jeder wissenschaftlichen Grundlage. (So wird eben ein der deutschen Medizin um die Wahrheit gekämpft…).

 

Gegenüber der seinerzeit von uns besprochenen Version 1.0 scheint sich beim ersten Durchblättern kaum etwas Wesentliches verändert zu haben. Die Gliederung ist etwas gestrafft. Das beginnt schon mit der männlichen und weiblichen Schreibweise. Es gibt allerdings sehr viel mehr Quellen. Was uns aufgefallen ist, sieht eher nach Taktik aus. Auch die ist selbstverständlich legitim. Das Inhaltsverzeichnis gliedert sich nach wie vor in folgende Blöcke:

 

Präambel

1. Wissenschaftliche Methoden und Biometrie

2. Spezielle Beurteilung medizinischer und versorgungsrelevanter Inhalte

3. Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen für Bürger und Patienten

4. Berichtserstellung

 

Zu 1. hatten wir in der Erstbesprechung geschrieben: „Im ersten Punkt „Wissenschaftliche Methoden und Biometrie“ werden unter Verweis auf eine eindrucksvolle Zahl von Quellen vor allem Zielsetzungen und statistische Methoden angesprochen (1.1 – 1.22), allerdings nicht zumindest ebenso genau erklärt, wie man was damit macht. So ist der Leser genötigt, nach der richtigen Literatur dafür zu suchen. Den ersten Satz des Kapitels 1.1 sollten sich all jene hinter die Ohren schreiben, die sich immer noch einbilden, ein wirksames Qualitätsmanagement durch allerlei Mengenangaben und eine Ansammlung wolkiger Sprüche ersetzen zu können: „Die Darstellung von Interventions- und Expositionseffekten ist zunächst eindeutig an eine klare Zielvariable zu knüpfen“. Einfacher: Ohne quantitative Qualitätsziele keine nachvollziehbaren Erfolge (= Abweichungen von der Zielerreichung)! Es geht – wichtig! – stets um Wahrscheinlichkeitsaussagen (1.3). Die Beurteilung der Studienqualität orientiert sich weiterhin an randomisierten klinischen Studien, Good Clinical practice (GCP) und Guter epidemiologischer Praxis (GEP) (1.5). Kapitel 1.23 spricht an, wann qualitative Studien zum Einsatz kommen. Kapitel 1.24 befaßt sich mit dem Einsatz von Konsultationstechniken und 1.25 mit der Peer Review“.

 

Zu Punkt 2. wurde seinerzeit angemerkt: „Unter ’Spezielle Beurteilung medizinischer und versorgungsrelevanter Inhalte’ werden allerlei heterogene Themen von der Nutzenbewertung über die Gesundheitsökonomie bis zu Placeboeffekten angesprochen und kritisch bewertet. Für deren hinreichende Erklärung gilt das zuvor Gesagte: Statt einer Erläuterung gibt es jeweils jede Menge Quellen, durch die man sich allerdings erst einmal durcharbeiten müßte, um zu verstehen, was inhaltlich als Lösung vorgeschlagen wird: Handelt es sich also um eine Veröffentlichung für Insider, die selbstverständlich „wissen“, worum es geht? Oder soll der Leser halt „glauben“ – sozusagen eine höhere Stufe von eminenzbasierter Medizin? Damit würde das IQWiG die Chance vertun, sich wirklich mitten in der Gesellschaft zu etablieren, für die es geschaffen worden ist“. Jetzt gibt es zwar allerlei Präzisierungen wie Gliederung der Effekte nach den Zielgrößen (2.1):

-       Mortalität

-       Morbidität (Beschwerden und Komplikationen)

-       Gesundheitsbezogene Lebensqualität

-       Interventions- und erkrankungsbezogener Aufwand

-       Patientenzufriedenheit

Im wesentlichen findet sich hier das Gleiche wie in der Version 1.0.

 

In der Erstbesprechung stand: „Unter 3. ‚Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen für Bürger und Patienten’ lesen wir gleich zu Beginn von 3.1 erfreut: ‚Das Institut verfolgt das Ziel, ein effektiver, zuverlässiger, vertrauenswürdiger Herausgeber von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen für Bürger und Patienten zu sein’. Sehr lobenswert. Mal hoffen, dass man davon als einfacher Bürger und Patient bald etwas merkt! Leider fehlt jeglicher Hinweis darauf, den interessierten selbst mitdenkenden Bürger und Patienten auch darüber aufzuklären, wie begrenzt das medizinische Wissen immer noch ist. Deshalb wirken IQWiG-Freudenmeldungen wie „Patienten bescheinigen dem deutschen Gesundheitswesen hohe Qualität“, wenn man den ganzen Sachverhalt studiert, gleich ziemlich ernüchternd. Erstens ist dies gar nicht so. Und zweitens sollte ein Institut wie IQWiG wohl eher dazu anhalten, offen gelegte Defizite herauszuarbeiten und zu helfen, diese zu beseitigen! Die Kapitel 3.1 – 3.5 befassen sich mit Details der Informationsvermittlung“. Dazu konnten wir beim Durchblättern nichts Neues entdecken.

 

„Das gesamte Kapitel 4. ist schließlich (in der ersten Version) der Darstellung der Vorgehensweise bei der Berichtserstellung durch das IQWiG gewidmet“. Das ist bei einem leicht veränderten Procedere im Prinzip so geblieben.

 

Insgesamt kamen wir das erste Mal zu folgender Bewertung: „Insgesamt eine verdienstvolle, in dieser Form wohl einmalige Methodenzusammenstellung in der Form einer Selbstverpflichtung, der man in der Neuauflage noch einige Details zur jeweiligen Methode oder zum Nachlesen der angesprochenen Methoden wünschen würde. Sonst dürfte die Broschüre höchstens IQWiG-intern von Nutzen sein. Und das wäre wirklich schade! (+)“. Leider hat uns die Hoffnung getrogen. Der Text ist auch in der Version 2.0 für den interessierten Laien – was die Methoden der Anlage medizinischer Studien und deren Auswertung angeht – noch genau so wenig verständlich die in der Version 1.0. Mit diesem Produkt aus dem Elfenbeinturm dürfte sich das IQWiG schon in einer Welt falscher Freunde und offener Feinde kaum einen Gefallen tun. Leider hat auch der große Kreis im Grunde freundlich Gestimmter daran keine Freude. Als Informationsquelle für die eigene Einschätzung der IQWiG-Verlautbarungen ist das Werk jedenfalls völlig ungeeignet (-).

 

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen, (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten). 

 

(G-BA) „Qualitätsberichte der Krankenhäuser werden ab dem Jahr 2007 übersichtlicher und verständlicher"

 

§ 1 Ziele des Qualitätsberichts

Die Ziele des Qualitätsberichts umfassen

1. Information und Entscheidungshilfe für Versicherte und Patienten im Vorfeld einer Krankenhausbehandlung,

2. eine Orientierungshilfe bei der Einweisung und Weiterbetreuung der Patienten insbesondere für Vertragsärzte und Krankenkassen,

3. die Möglichkeit für die Krankenhäuser, ihre Leistungen nach Art, Anzahl und Qualität nach außen transparent und sichtbar darzustellen” (Originalton).

 

In diesen Tagen hat der Gemeinsamer Bundesausschuss gemäß § 91 Abs. 7 SGB V (G-BA) fröhlich verfügt (Hervorhebungen durch uns):

 

„Die Qualitätsberichte der deutschen Krankenhäuser werden ab dem Jahr 2007 übersichtlicher, vergleichbarer und für die Patienten noch verständlicher gestaltet, als das bisher der Fall war“.

 

Das würde Freude auslösen, wenn dort nicht stünde: „… noch verständlicher …“. Das läßt nichts Gutes erwarten. Verschafften doch die bisher geltenden Regeln Null Transparenz. Und jetzt wird diese noch verständlicher? Hier der Inhalt:

 

„A         Struktur- und Leistungsdaten des Krankenhauses

A-1       Allgemeine Kontaktdaten des Krankenhauses

A-2       Institutionskennzeichen des Krankenhauses

A-3       Standort(nummer)

A-4       Name und Art des Krankenhausträgers

A-5       Akademisches Lehrkrankenhaus

A-6       Organisationsstruktur des Krankenhauses

A-7       Regionale Versorgungsverpflichtung für die Psychiatrie

A-8       Fachabteilungsübergreifende Versorgungsschwerpunkte des Krankenhauses

A-9       Fachabteilungsübergreifende medizinisch-pflegerische Leistungsangebote des Krankenhauses

A-10     Allgemeine nicht-medizinische Serviceangebote des Krankenhauses

A-11     Forschung und Lehre des Krankenhauses

A-12     Anzahl der Betten im gesamten Krankenhaus nach § 108/109 SGB V

A-13     Fallzahlen des Krankenhauses”

 

Kommentar: Das müssen Patienten ganz spannend finden! Niedergelassene auch?

 

„B         Struktur- und Leistungsdaten der Organisationseinheiten / Fachabteilungen

B-[X].1  Name der Organisationseinheit / Fachabteilung

B-[X].2 Versorgungsschwerpunkte der Organisationseinheit / Fachabteilung

B-[X].3  Medizinisch-pflegerische Leistungsangebote der Organisationseinheit / Fachabteilung

B-[X].4  Nicht-medizinische Serviceangebote der Organisationseinheit / Fachabteilung

B-[X].5  Fallzahlen der Organisationseinheit / Fachabteilung

B-[X].6  Hauptdiagnosen nach ICD

B-[X].7  Prozeduren nach OPS

B-[X].8  Ambulante Behandlungsmöglichkeiten

B-[X].9  Ambulante Operationen nach § 115b SGB V

B-[X].10 Zulassung zum Durchgangs-Arztverfahren der Berufsgenossenschaft

B-[X].11 Apparative Ausstattung

B-[X].12 Personelle Ausstattung

B-[X].12.1 Ärzte

B-[X].12.2 Pflegepersonal

B-[X].12.3 Spezielles therapeutisches Personal“

 

Kommentar: Was sollen Patienten damit konkret anfangen? Und Niedergelassene? Wenn bestimmte personelle und materielle Ressourcen unbekannter Qualität ausgewiesen werden, weiß doch immer noch niemand, mit welchen – positiven oder eher nicht so positiven Effekten die genutzt werden! Und wenn bestimmte Prozeduren a) überhaupt und b) häufiger ausgeführt werden, sagt das doch auch nichts über deren Ergebnis! Wie steht es beispielsweise mit der Fehlerrate, mit den dabei verursachten Infektionen oder sonstigen Begleitschäden? Informationen über die Ergebnisqualität? Fehlanzeige!

 

„C         Qualitätssicherung

C-1       Teilnahme an der externen vergleichenden Qualitätssicherung nach § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 SGB V (BQS-Verfahren)

C-1.1    Im Krankenhaus erbrachte Leistungsbereiche / Dokumentationsrate

C-1.2    Ergebnisse für ausgewählte Qualitätsindikatoren aus dem BQS-Verfahren

C-2       Externe Qualitätssicherung nach Landesrecht gemäß § 112 SGB V

C-3       Qualitätssicherung bei Teilnahme an Disease-Management-Programmen (DMP) nach § 137f SGB V

C-4       Teilnahme an sonstigen Verfahren der externen vergleichenden Qualitätssicherung

C-5       Umsetzung der Mindestmengenvereinbarung nach § 137 Abs. 1 S. 3 Nr. 3 SGB V

C-6       Ergänzende Angaben bei Nicht-Umsetzung der Mindestmengenvereinbarung nach § 137 Abs. 1 S. 3 Nr. 3 SGB V (Ausnahmeregelung)“

 

Kommentar: Jeder, der neu in die Materie einsteigt, müßte sich spätestens hier endgültig veralbert finden. Die Teilnahme am BQS-Verfahren, an Landes- oder sonstigen Erhebungen ist verpflichtend, der Ausweis der Prozentsätze, in denen diese Verpflichtung bei BQS ignoriert wird, sicher kein Qualitätsbeleg! Da hilft auch keine eigenen Berichtsspalte für Ausreden („Kommentar“). Warum sollen wohl nur Ergebnisse für „ausgewählte“ Qualitätsindikatoren genannt werden? Und warum steht hier nichts über den – doch von der BQS frei Haus gelieferten Vergleich mit anderen Krankenhäusern? ‚Zu viel Transparenz kann den Laien wohl verunsichern’? Die Angabe des Erreichens von Mindestmengen bei relativ exotischen Eingriffen geht an den Informationsbedürfnissen des Gros der Patienten / Niedergelassenen sicher weit vorbei! Ansonsten gilt das schon zuvor Gesagte: Ohne den Ausweis guter Ergebnisse können alle diese Meldungen eher als die Fortsetzung des Versuchs gewertet werden, Qualitätstransparenz in Deutschland weiter zu verhindern!

 

Und dann noch das berühmte Kaptel D:

 

„D         Qualitätsmanagement

D-1       Qualitätspolitik

D-2       Qualitätsziele

D-3       Aufbau des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements

D-4       Instrumente des Qualitätsmanagements

D-5       Qualitätsmanagement-Projekte

D-6       Bewertung des Qualitätsmanagements”

 

Was hierzu an Erläuterungen steht, ist zwar etwas konkreter geworden. Doch durch die Aufzählung von Stichworten und / oder die Behauptung damit zusammenhängender Aktivitäten ändert das leider nichts an der Tatsache fehlender wirklicher Ergebnistransparenz fürs deutsche Krankenhaus. Vorgeschrieben vom G-BA. Das wächst sich allmählich zum Skandal aus!

 

In der G-BA-Pressemeldung dazu lesen wir:

 

„Die Änderungen sehen beispielsweise vor, dass die Qualitätsberichte künftig ein Inhaltsverzeichnis und eine Einleitung haben, in der das Krankenhaus kurz vorgestellt und Verantwortliche sowie Ansprechpartner genannt werden“.

 

Wird dadurch der Inhalt verständlicher? Es geht weiter:

 

„Insgesamt wird durch spezielle Vorgaben zur Berichtsstruktur eine bessere Orientierung und Vergleichbarkeit hergestellt, gleichzeitig gibt es Freiräume für individuelle Darstellungen, wie etwa die Organisationsstruktur eines Krankenhauses oder dessen besondere Kompetenzen“.

 

Mehr Transparenz durch „Freiräume“? – Der G-BA hat verfügt:

 

Auf die bisherige Auflistung von DRG-Kodierungen, die eigentlich nur der Bildung von diagnosebezogenen Abrechnungspositionen innerhalb des im Jahr 2002 neu eingeführten Fallpau­schalensystems dienen, wird verzichtet“.

 

Das kann doch nur heißen: Jetzt müssen die (gerade erst mühsam definierten) Produkte nicht einmal mehr genannt werden. Und das soll die Vergleichbarkeit von Krankenhäusern verbessern? – Wir lesen:

 

„Die Versorgungsschwerpunkte, das Leistungsspektrum und die Ausstattungsmerkmale werden übersichtlicher dargestellt“.

 

Und?

 

„Die Darstellung von Behandlungsergebnissen soll zukünftig nach einheitlichen Regeln erfolgen“.

 

Behandlungsergebnisse? – Die werden doch gar nicht dargestellt! – Wir lesen:

 

„Zudem wird es neben den im Internet als PDF-Datei zu veröffentlichenden Qualitätsberichten ab dem Jahr 2007 eine Datenbankversion im einheitlichen XML-Format geben, um umfassende vergleichende Analysen zu erleichtern“.

 

Wenn schon keine konkreten Inhalte, dann doch wenigstens „umfassende vergleichende Analysen“? Nein, auch „Orientierungs- und Nutzungsmöglichkeiten vor allem für die Patienten“ werden verbessert. Ohne die Inhalte endlich zu konkretisieren? Und das nennt Herr Professor Dr. Michael-Jürgen Polonius, Vorsitzender des G-BA für den Krankenhausbereich, dann:

 

„Bei der Auswertung der Qualitätsberichte hat sich gezeigt, dass die bisherige Gliederung nicht zweckmäßig ist und die Orientierungs- und Nutzungsmöglichkeiten vor allem für die Patienten verbessert werden müssen, die wissen wol­len, welches Krankenhaus speziell ihre Erkrankungen optimal behandeln kann. Diese Vorgabe hat der G-BA in der überarbeiteten Regelung jetzt besser und patientenfreundlicher umgesetzt“ …“.

 

Wollen die beim B-GA nun wirklich keine Qualitätstransparenz? Oder wissen sie etwa noch immer nicht, was das (weltweit) ist?