Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

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26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

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Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

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263 - 13.11.2006 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

Good leaders make people feel that they're at the very heart of things, not at the periphery. Everyone feels that he or she makes a difference to the success of the organization. When that happens people feel centered and that gives their work meaning.

 

(Warren Bennis)

 

Quelle: Baptist Health Care Leadership Institute

 


01. Editorial: Vom “Mekka der Medizin” zu „Medical Meccas"

Lange bevor einfallsreiche Mitmenschen begannen, aus dem hiesigen Gesundheitswesen die „Wachstumsbranche Gesundheitswirtschaft“ zu machen, gab es in (West-)Berlin schon Politiker, welche der Stadt das Etikett “Mekka der Medizin” anzuheften suchten. Doch daraus wurde nichts. Derzeit wird versucht, Berlin als Gesundheitsstadt zu verkaufen. Mit enormen Wachstumschancen und einem riesigen Patientenpotential reicher Ausländer. (Reich müssen sie schon sein). Derweil schießen allerorten im Lande Gesundheitsregionen mit ähnlichen Ambitionen ins Kraut. Da mag schon ein Blick in die letzte Ausgabe von Newsweek nützlich sein, das mit dem Titel „Hospital Hotspots“ aufmacht und dazu einen zwölfseitigen Schwerpunkt bietet. Untertitel: “Why Patients are Flocking Overseas For Operations. Plus 10 World Class Destinations”. Alle woanders.

 

Nr. 1: Bumrungrad International Hospital Bangkok – selbstverständlich mit Zertifikat der Joint Commission. Text und Bild: http://www.msnbc.msn.com/id/15365149/site/newsweek/.

Nr. 2: Buchinger – zwar in Deutschland, aber kein richtiges Krankenhaus, sondern spezialisiert aufs Heilfasten.

Nr. 3: All India Institute – im Jahre 2005 mit 3,5 Millionen für je 1 Dollar behandelten Patienten, wobei die internationalen Patienten das Ganze mit dem (vergleichsweise sehr wenigen) Geld für ihre Behandlung finanzieren.

Nr. 4: Die Fyodorov-Augenklinik in Moskau. Motto: „The proper care of eyes is our mission and we have the latest technology and a highly skilled medical stuff which enable us to provide the best care allowed".

Nr. 5: Denver Health Motto: “Level One Care for ALL”. Newsweek schreibt: “Computerized health care is saving money and improving treatment at Denver Health”. Bei US News.

Nr. 6: Brigham and Women's Hospital: Eines der besten Krankenhäuser im Ranking von US News: “BWH Ranked 11th Among Nation's Hospitals by U.S. News & World Report”.

Nr. 7: Hospital for Tropical Diseases: “A World Center of Excellence Dedicated to Treatment, Prevention and Training” als Gliederung der University College London Hospitals des staatlichen britischen Gesundheitssystems NHS

Nr. 8: Groupement Hospitalier Edouard Herriot: Spezialität abgetrennte Gliedmaßen. “Swapping Body Parts. A doctor's boldness has made the Hôpital Edouard-Herriot a center for transplantology”.

Nr. 9: Sourasky Medical Center: Spezialität Mikrochirurgie. “Israeli doctor Eyal Gur literally specializes in putting the smile back on patients' faces”.

Nr. 10: Mount Sinai Medical Center: Riesenkrankenhaus. Bei US News. Ausgezeichnet als Magnet Hospital for Nursing Excellence. „Mount Sinai Scores High in ‘Best Doctors’ List“. Hier besonders empfohlen für seine Palliativmedizin.

 

Könnte es sein, dass hierzulande die falschen Träume geträumt werden? Dass wir auch in der Krankenbehandlung zu Spitzenleistungen in der Lage sind, steht außer Frage. Dass wir sie auch nachweislich erbringen, ist nur für eine überschaubare Zahl von Ausnahmen bekannt. Solange die Spitzenqualität sich eher im eminenzbasierten Selbstbild widerspiegelt, läßt sie sich schlecht verkaufen. Ins Ausland schon gar nicht. Denn international gibt es längst Messlatten für die Qualitätsmessung in der Krankenbehandlung und Zielmarken, die es mindestens zu erreichen gilt. Warum man in Deutschland trotzdem immer noch zögert, eine breite Qualitätstransparenz in der Krankenbehandlung herzustellen, ist weniger verständlich!

 


02. (Most Wired) IT-gestütztes Curriculum für Pflegekräfte

A Common Curriculum for Nurses

Using IT to deliver standardized education for new nursing graduates helps eliminate inconsistencies in care practices...

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03. (AHA) New Website für Qualitäts- und Kostenvergleiche im US.Gesundheitswesen

Consumer Health Ratings is dedicated to providing consumers with information they can use to make better-informed decisions about their health care...

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04. (AHA) Sprinkleranlagen in Pflegeheimen

Rule would require automatic sprinkler systems in long-term care facilities

The Centers for Medicare & Medicaid Services today released a proposed rule that...


05. (H&HN) Eine wirkliche Qualitätssicherung in der Arztpraxis

Improving Care in Physician Offices

 “We will not achieve even close to the level of quality and safety we need ...,” said health policy analyst Lucian Leape, M.D., in a Business Week article (“The Best Medical Care In The U.S.,” as long as we have individual practitioners and hospitals doing individual things” ...

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Anmerkung:

Wahrscheinlich weitaus nützlicher als noch so schöne Zertifikate, die in Sachen Qualität letztlich nichts beweisen!

 


06. (AHA) IT-gestützte ärztliche Anordnung untersucht

Report examines CPOE implementation at five community hospitals

A new report prepared for the Massachusetts Hospital CPOE Initiative ...


07. (AHA) Ein nachdenklich machender Methodenvergleich

Study comparing kidney and artery treatments inconclusive

 

As more patients with narrowed arteries undergo vessel-widening angioplasty, a new study finds inadequate evidence to clearly support the procedure over drug therapy, the Agency for Healthcare Research and Quality reports...


08. Links

Fortune 100 Best Companies to Work For, davon mehrere Krankenhäuser!

 

(FTD) Watching you

 

http://www.dkgev.de/pdf/1470.pdf Aktuelle DKG-Statistisk

 

Stellungnahme des Gemeinsamen Bundesausschusses zum GKV-WSG

 

http://www.ncqa.org/ National Committee for Quality Assurance (NCQA)

 

Qualitätsmanagementverfahren KTQ® jetzt auch für Pflegedienste“: Darauf mag sich jeder seinen eigenen Reim machen!

 

Die Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling stellt sich vor

 

Joint Commission Names Organization, Individual Recipients of 2006 Ernest Amory Codman Awards

 

BVmed Newsletter. Interessant die Grafik über die privaten Krankenhausbetreiber

 

http://www.outcomes-trust.org/ Medical Outcomes Trust , dazu Instrumente

http://www.outcomes-trust.org/instruments.htm

 

http://gateway.nlm.nih.gov/gw/Cmd NLM Resources

 

http://www.medworld.de Medizinischer Gesundheitsratgeber

 

http://www.patiententelefon.de/ Dito

 

http://www.patienteninfo-berlin.de/ Übersichtliche Informationsseite

 

http://www.patient-als-partner.de/ Wie der Name schon sagt

 

Leitlinien Physiotherapie Beispiel

 

Neuer Qualitätsbericht - auch nicht besser!

 

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

 

Nelson, Eugene C., Batalden, Paul B., Ryer, Jeanne C., Joint Commission Clinical Improvement Action Guide, Chicago 2006, ISBN 0-86688-553-6, Joint Commission Resources

 

„Health care providers still don’t get it. What other industry asks you to pay more for your defects? DRGs … are higher for complications than for uncomplicated events. If an infection occurs during a hospital stay, the cost goes up and the buyer is expected to pay it. When we sell a computer, if there is a problem, we have to fix it at no cost to the customer. We need to pay for the health achieved, not for the work done” (Robert Hungate, formerly of Hewlett Packard).

 

Diese – im äußeren Erscheinungsbild etwas improvisiert wirkende, (im amerikanischen Heftformat) gerade einmal 210 Seiten umfassende – Broschüre hat es in sich: Sie dürfte selbst für jene Ärzte, Pflegekräfte und andere im klinischen Betrieb der USA Beschäftigten, welche die die Dinge in ihrem Einflussbereich aus eigenem Antrieb verbessern, eine Menge Anregungen bieten. Hierzulande könnte sie angesichts der verbreiteten Lethargie und einer mit Larmoyanz gepaarten Selbstgerechtigkeit schon eine Art Kulturrevolution hervorrufen, wenn in Gang käme, was hier als eine handliche Gebrauchsanweisung für ein systematisches Vorgehen zusammengestellt wurde: Eine bei den Ergebnissen beginnende Verbesserung des Systems, zumindest ganzer Aufgabenfelder im System.

Hier die sinngemäß übersetzte (gekürzte und knapp erläuterte) Gliederung:

 

Vorwort (Donald Berwick)

Einführung

  • Kapitel 1: Den Wandel initiieren: Wie man am besten startet
  • Kapitel 2: Die Krankenbehandlung verbessern: Ergebnisorientiertes Prozessmanagement
  • Kapitel 3: Die Outcomes und die Kosten messen: „Value = f (Quality / Costs x Volume)“*
  • Kapitel 4: Von den Besten lernen: Benchmarking wirklich richtig anwenden
  • Kapitel 5: Auf dem Wandel aufbauen: Konzepte, jeden klinischen Prozess zu verbessern
  • Kapitel 6: Die Erfolge sichern: Haltbare Verbesserungen in der täglichen Arbeit
  • Anhang A: Arbeitsblätter für klinische Verbesserungen: Formulare für die Methoden
  • Anhang B: Wertsteigerungen bei den Kosten und der Qualität messen: Messmethoden
  • Anhang C: Prinzipielles zur Datensammlung: Messprozess, Prozessdarstellung richtig entwickeln

Glossar

Literatur- und Ressourcenverzeichnis

 

Die Broschüre hält, was sie verspricht: Joint Commission Clinical Improvement Action Guide: Sie bietet nach einer knappen, holzschnittartigen Übersicht ausführliche Handlungsanleitungen. Mit hinreichend ausführlichen Beispielen. Gäbe es doch eine gütige Fee, die dieses ausgezeichnete Werk a) als Pflichtlektüre und b) dann als Arbeitsanleitung in alle deutschen Gesundheitseinrichtungen katapultierte: Dann wären wir schon bald ein ganzes Stück weiter! (+++)

 

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen (oder auch gelegentlich Anregungen aus dem Ausland, die hier beachtet werden sollten). 

 

BQS Ergebniskonferenz Externe stationäre Qualitätssicherung

 

Report on the 2005 Conference German External Quality Assurance Results for Hospitals

 

Am 7. November 2006 hatte die BQS im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 91 SGB V (G-BA) zur diesjährigen Ergebniskonferenz Externe stationäre Qualitätssicherung nach Berlin eingeladen. Eröffnet von Professor Polonius vom Gemeinsamen Bundesausschuss – u.a. mit dem denkwürdigen Satz: „Entscheidend ist doch der Erfolg (der Behandlung)“. Mit einem ziemlich fahrigen Grußwort unserer allseits geschätzten Bundesministerin Ulla Schmidt („…Qualitätssicherung ist ein wesentlicher Bestandteil eines guten Gesundheitswesens…“). Mit einem Erfolgsbericht ihres Geschäftsführers Dr. Mohr. Der strich – verständlicherweise stolz – besonders Erfolge der strukturierten Dialoge mit den (selbstverständlich nicht so genannten) „schwarzen Schafen“ unter den Krankenhäusern heraus. Und mit eindrucksvollen Beispielen von Dr. Veit aus Hamburg. Danach gab es 3x3 Workshops – vor allem zu einzelnen fachlichen Schwerpunkten. Dazu je einen Vortrag zum (künftigen?) Zusammenhang von Leitlinien und Qualitätsindikatoren sowie zum Strukturierten Dialog. Ein Block diente schließlich einem „Blick über den Tellerrand: Qualitätssicherung im Ausland“. Nicht aus Großbritannien, nicht aus Schweden, nicht aus den USA. Nein, merkwürdigerweise mit Berichten aus den Niederlanden und der Schweiz – also aus zwei Ländern, die auch noch nicht so sehr weit mit ihren Qualitätsbemühungen zu sein scheinen. Und zu einem erst in den Anfängen steckenden Projekt der Europäischen WHO. Die Anregungen daraus mussten sich also in Grenzen halten. Den Schlussteil hat sich der Berichterstatter – abgeschreckt von den Überschriften – gespart.

 

Was hat die Veranstaltung gebracht?

 

Selbst die Ministerin scheint zu ahnen, dass die Qualität wichtig ist. Allerdings macht sie den Eindruck, diese schon hoch zu finden, so dass nur ein wenig mehr Transparenz nötig sei, um Deutschland im Wettbewerb der Gesundheitssysteme richtig „auf den Weg (zu) bringen“. Und eine Ausweitung der Qualitätssicherung auf die integrierte Versorgung. Wenn sie sich da nicht mal irrt!

 

BQS hat sich gesettlet, ist (erfreulicherweise) ziemlich unangreifbar geworden. Der Ansatz sollte massiv über die – seinerzeit eher zufällig zustande gekommene Sammlung von 24 Themenfeldern zu ausschließlich invasiven Behandlungsverfahren (Ausnahme Dekubitusprophylaxe), davon allen 10 Eingriffe aus der Herzchirurgie, hinaus auf die Behandlung aller wichtigen Krankheiten ausgedehnt werden. Auch über die stationäre Krankenversorgung hinaus. Dafür könnte gern ein großer Teil der sonstigen Aktivitäten zum Thema wie die heutigen Qualitätsberichte, KTQ und sonstige Zertifikate wegen weitgehender Sinnlosigkeit ersatzlos eingestampft werden!

 

Zwei grundlegende Verbesserungsvorschläge:

 

Erstens: Der – vergleichsweise große – Aufwand für die strukturierten Dialoge sollte zugunsten einer Veröffentlichung der (kommentierten) Prozess- und Ergebnisdaten zu nicht länger anonymisierten Krankenhäusern selbstkritisch überdacht werden. Heute ist das so wie ein Autotest, bei dem die Hersteller nicht genannt werden. Dann würden sich nach US-Erfahrungen die Krankenhäuser – und zwar alle, nicht nur die schlechter wegkommenden – schon aus eigenem Antrieb um immer bessere Ergebnisse bemühen. Umso besser, wenn dafür eine professionelle Unterstützung organisiert werden könnte! Warum nicht durch die BQS und ihr mittlerweile verfügbares Freiwilligen-Heer?

 

Zweitens: Die BQS sollte aus der Verklammerung der G-BA herausgenommen und in eine eigene, möglichst unabhängige Institution wie die Stiftung Warentest umgewandelt werden. Dann müßte sie sich nicht länger auf die Themenfelder beschränken, die (standes-)politisch opportun sind: Sie könnte selbst die Initiative ergreifen und um Interessenten werben, die Teilbereiche der Krankenversorgung aus eigenem Antrieb verbessern wollen. Dann käme erheblich mehr Dynamik ins Spiel – auch was die Preis-Leistungs-Relation betrifft. Und die hätten wir in Deutschland dringend nötig. Dann könnten sogar die diesmal vorgestellten Anregungen aus dem Ausland sinnvoll genutzt werden. Sonst drohte der – bisher sehr lobenswerten Aktivität – wohl unweigerlich eine baldige Verkalkung.

 

Was das Deutsche Ärzteblatt dazu (nur) schreibt.

 

Statement Polonius

 

Irreführende Überschrift zur Presseerklärung