Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

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253 - 01.08.2006 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net - Von der 32. bis zur 35. Woche kein Newsletter!


Motto des Tages

"Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst"

 

Dante Alighieri

 

Quelle: DZKF 5/6 2006

 


01. Editorial: Lean Management

“Make Healthcare Lean“

 

Das Juli-Heft von Quality Progress, der wichtigsten Zeitschrift der American Society for Quality Management (ASQ) – deren Abo / Mitgliedschaft wir nur immer wieder wärmstens empfehlen können – macht wieder einmal mit einem Gesundheitswesen-Titel auf. Der dem Artikel vorangestellte Kurz-Steckbrief:

 

„In 50 Words Or Less

  • Lean processes could contribute as much to the healthcare sector as they have to the auto industry.
  • Lean’s building blocks improve efficiency and eliminate errors.
  • Two examples show how acceptance of lean can grow at healthcare organizations if they start with projects that get quick results”.

 

Der Artikel beschreibt zunächst Unterschiede und (größere) Parallelen zwischen der industriellen Fertigung und der Krankenbehandlung.

 

Lean Management zielt vor allem auf ein gezieltes Vermeiden von Verschwendung. Die vom Lean Management in der Industrie georteten „8 Verschwendungen“ sind sozusagen 1:1 aufs Gesundheitswesen übertragbar:

  • Überproduktion
  • Lagerbestände
  • Bewegungen
  • Transporte
  • Überflüssiges tun
  • Fehler
  • Wartezeiten
  • Leerzeiten

 

Die 18 Elemente (building blocks) des Lean Management

  • Kontinuierliche Verbesserung und KAIZEN-Ereignisse


gelten selbstverständlich auch für Einrichtungen im Gesundheitswesen:

  • 5S am Arbeitsplatz:
    Die – aus dem Japanischen übertragenen – Begriffe “sort, set in order, shine, standardize, sustain“ stehen für einen wohlgeordneten Arbeitsplatz  (“A place for everything and everything in its place”).
  • Sichtbare Regeln:
    Vermeiden von Raten, Suchen und Zurückhalten von Informationen
  • Layout:
    Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitsmittel
  • Standardisiert arbeiten:
    (Standardized work – SW)
    Weit mehr als – gelegentlich auch im hiesigen Gesundheitswesen empfohlene – SOPs, die nach Erstellung normalerweise irgendwo im Regal schmoren. Jeder arbeitet – entsprechend trainiert – danach (wie bei den von uns vertretenen verbindlichen Klinischen Pfaden)
  • Lagern am Arbeitsplatz:
    (Point of use storage - POUS) zur Vermeidung vermeidbarer Wege und Suchzeiten
  • Verringern der Losgröße:
    Das Zusammenfassen von gleichartigen Arbeiten (z.B. von Laboruntersuchungen) unterbricht den Arbeitsfluss und verringert so dessen Effizienz
  • Raschere Wechsel:
    (Quick changeover - QCO)
    Beispielsweise im OP, an Untersuchungsplätzen und bezogen auf Patientenzimmer, z.B. zur Vermeidung von Wartezeiten
  • Poka-yoke:
    (Verringerung der Fehlerwahrscheinlichkeit durch Vermeiden unbeabsichtigter Fehlhandlungen) z.B. durch Ersatz von Handschrift durch Computerausdruck oder Vier-Augen-Prinzip zum Vermeiden von Operation der falschen Seite
  • Kontrolle der eigenen Arbeit:
    Schaffen technischer und zeitlicher Voraussetzungen sowie Training, um Fehler gar erst nicht in der Prozesskette weiterzureichen
  • Autonomation:
    Dafür sorgen, selbst Fehler zu erkennen und zu beseitigen (z.B. Signal bei unbeabsichtigtem Lösen der Verbindung zu einem Messgerät)
  • Pull-System (KANBAN):
    Materialanforderung aus Prozess heraus, z.B. Siebe im OP
  • Arbeitsfluss:
    Anstoßen der Bereitstellung von Personal und Material für den Folgeprozess durch den Prozess zum Vermeiden jeglicher Wartezeiten
  • Just in Time (JIT):
    Materiallieferung so zeitgerecht, dass Material nie ausgeht, desgleichen Befunde, Transportdienst etc.
  • Vorbeugende Instandhaltung:
    (Total productive maintenance - TPM) um zuverlässig sicherzustellen, dass Geräte und Einrichtungen immer verfügbar sind, wenn sie gebraucht werden
  • Wertstromdiagramm:
    (Value stream mapping – VSM) als äußerst mächtiges Werkzeug, Verschwendung zu orten und zu beseitigen; die Anwendung erfolgt durch die Prozessbeteiligten selbst
  • Change Management:
    Aktives Beteiligen der Betroffenen (nicht nur irgendeine „Mitwirkung!) und Schaffen zusätzlicher Nutzen für diese; die Ergebnisse des Veränderungsprozesses sollen deren „Baby“ sein!
  • Teams und Teamarbeit:
    sowohl a) die tägliche Arbeit ist in dauerhaften – zum Verändern befugten (Empowerment) interdisziplinären / multiprofessionellen Teams zu organisieren, am besten im Zuge einer strategischen Umorganisation in „Stationen neuen Typs“, in denen die Krankheiten der dort zu betreuenden Patienten gleichen / ähnlichen Klinischen Pfaden folgen
    als auch b) zeitweilige bereichsübergreifende Veränderungsteams, in denen projektmäßig grenzüberschreitende – auch größere –  Veränderungen erarbeitet werden

 

Der Text schließt mit zwei Beispielen. Im gleichen Heft findet sich u.a. auch ein Text zum Lean Management im universitären Bereich sowie ein äußerst nützlicher Aufsatz über die Weiterentwicklung des PDCA. Einzelheiten dazu haben wir bereits auf unserer Website veröfentlicht.

 


02. (AHRQ) Zu den Folgen langer Arbeitszeiten bei Chirurgen

The impact of the 80-hour resident workweek on surgical residents and attending surgeons.

Since implementation of Accreditation Council for Graduate Medical Education (ACGME) resident duty hour restrictions, several studies have discussed the changes from a policy standpoint, a cost perspective, and with respect to patient safety...

Quelle

 


03. (Most Wired) Patientennutzen von IT-Anwendungen in US-Krankenhäusern selbst noch zu Hause

Tech-Savvy Hospitals Empower Consumers

The nation’s 100 Most Wired hospitals extend care--and convenience--beyond hospital walls with home monitoring devices and online patient services...

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04. (New York Times) Medikationsfehler mit schweren Folgen

Report Finds a Heavy Toll From Medication Errors

 Medication errors harm 1.5 million people and kill several thousand each year in the United States, costing the nation at least $3.5 billion annually, the Institute of Medicine concluded in a report released on Thursday...

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Das Buch zur Gratislektüre / Bestellung

Anmerkung:

Und bei uns? – Wir doch nicht! – Oder???   Berichtet wird jedenfalls vor allem (z.B. im Ärzteblatt), dass die Amerikaner viele Fehler machen. Mehr nicht.

 

 


05. In den USA viel zu viele Ärzte - und bei uns?

Too Many Doctors in the House

CAN we cure our ailing health care system by sending in more doctors? ...

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Siehe dazu auch http://www.dartmouthatlas.org/

Anmerkung:

Und bei uns??? Die Arztdichte in Deutschland liegt international im Spitzenfeld: “Beim Vergleich der praktizierenden Ärztinnen/Ärzte pro 1 000 Einwohner lag Deutschland im Jahr 2000 mit 3,3 auf Platz zwei der betrachteten Länder. Diesen teilte es sich mit Frankreich. Die Spitzenposition nahm die Schweiz mit 3,5 praktizierenden Ärztinnen/Ärzten pro 1 000 Einwohner ein. Die niedrigste Arztdichte wies das Vereinigte Königreich auf (1,8).

Bei der Zahnarztdichte führte Deutschland mit 0,8 praktizierenden Zahnärztinnen/Zahnärzten pro 1 000 Einwohner die Rangliste der betrachteten Länder an. Auf Platz zwei rangierte Frankreich (0,7). Das Vereinigte Königreich bildete mit 0,4 praktizierenden Zahnärztinnen/Zahnärzten pro 1 000 Einwohner wiederum das Schlusslicht beim Vergleich der ausgewählten Länder. Die Zahnarztdichte streute damit im Ländervergleich weitaus weniger als die Arztdichte” (Statistisches Bundesamt).


06. (Most Wired) Ärztliche Vorbehalte gegen Elektronische Krankenakte mildern

Accelerating EHR Adoption Through Certification

Certified electronic health records protect providers and patients...

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07. (Most Wired) Über die Notwendigkeit eines intelligenten IT-Einsatzes: Business Intelligence

The Need for Business Intelligence

Hospitals are flying without radar...

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08. Links

OECD Health Data 2006: Statistics and Indicators for 30 Countries

 

http://ethikverband.de/cms/front_content.php Ethikverband der Deutschen Wirtschaft e.V.

 

http://www.iom.edu/?id=35957 Crossing the Quality Chasm: The IOM Health Care Quality Initiative

 

Häufige Krankheitsbilder

 

Bundesministerium für Gesundheit: Bekanntmachung eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Richtlinie zu Auswahl, Umfang und Verfahren bei Qualitätsprüfungen im Einzelfall nach § 136 Abs. 2 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) („Qualitätsprüfungs-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung") Vom 18. April 2006

 

G-BA gegen Eckpunkte der Regierungskoalition zu Gesetzesreform

 

Aktuelle Statistiken der JCAHO zu Sentinel Events

 

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24944 BÄK und Lebensrechtler gegen Stellungnahme des Ethikrats

 

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS) e.V. ist ein Dachverband wissenschaftlich - medizinischer Fachgesellschaften mit dem Ziel der interdisziplinären Förderung der Schmerztherapie in klinischer Praxis und Forschung über die Fachgebietsgrenzen hinweg

 

Anästhesisten wollen postoperative Schmerztherapie verbessern

 

http://www.dgai.de/ Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und lntensivmedizin e.V." (DGAI)

 

Deutschlands beste Praxis- und Klinik-Website 2006

mit Guide http://www.novartispharma.de/pdf/Website_Guide.pdf

 

Killed by Care: Australischer Umgang mit einer Materie, die bei uns lieber weiter vertuscht oder zumindest totgeschwiegen wird

 

http://www.mri-planning.com/ MRI-Planung

 

Solitär gegen Demenz

 

Gesundheit: Jede Menge Informationsbedarf

 

BMI-Rechner ( BMI, Abkürzung für Body Mass Index)

 

http://www.aok-bv.de/

AOK-Bundesverband - mit einer Übersicht über die Angebote AOK Gesundheitspartner:

http://www.aok-gesundheitspartner.de/bundesverband/banner.html

 

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

Moore, Nancy, Komras, Henrietta, Patient Focused Healing, Integrated Caring and Curing in Health Care, San Francisco 1993, ISBN 1555425844, AMAZON

 

“A hospital is no place for a person who is seriously ill” (Seite 155)

 

Hierzulande tut man immer noch so, als betrete man mit dem Qualitätsmanagement Neuland. „Ausländisches“ findet nach wie vor außerhalb der Scheuklappen statt. Dabei handelt es sich bei Vielem eher um alte Hüte. So auch beim Thema Patientenorientierung. Bei allen ehrenwerten Bemühungen, z.B. die KTQ®-Fragen dazu mit irgendwelchen plausiblen „Nachweisen“ zu füllen, ist bei der Lektüre der daraus resultierenden Berichte – und keineswegs nur dort! – nicht zu erkennen, wie gut die Krankenbehandlung wirklich ist und dass sie sich irgendwo signifikant zum Besseren verändert hätte. Überall nur Beteuerungen, wie patientenorientiert man doch „schon immer“ arbeitet. Beweise dafür? Keine! – Verbesserungen? Fehlanzeige! Vielleicht hilft die Lektüre von Büchern wie diesem ein wenig weiter, sich vorzustellen, worum es wirklich geht:

 

a.    Zuerst einmal um ein systematisches Verbessern der Krankenbehandlung (und ihrer Ergebnisse), die man im Amerikanischen sehr schön in Caring (= sich persönlich kümmern: „putting patients first“) und Curing (= ärztliches Behandeln im engeren Sinne) unterteilt.

b.    Dann auch möglichst um ein Herauskehren von Verschwendung (= vermeidbarer Kosten) durch Um- und Irrwege durch ein gesundheitsförderliches Umfeld (= Healing Environment).

 

In Deutschland fehlt es an beidem. Und wenn – selten genug – überhaupt konkrete Verbesserungen angestoßen werden, scheint das Caring (ebenso wie ein Curing mit wissenschaftlichem Nachweis –EbM) zugunsten einer blinden Ökonomisierung eher vermehrt auf der Strecke zu bleiben. Stattdessen wird immer noch – wenn auch nicht überall – dümmlich darüber diskutiert, warum der Patient nun wirklich kein Kunde sei. Hier die – sinngemäß übersetzte – Gliederung des Buches:

 

Vorsprüche

  1. Wenn der Patient tatsächlich in den Mittelpunkt der Krankenbehandlung gerückt wird
    (Argumentation und Beispiele)
  2. Unter dem Strich: Die Kosten reduzieren und die Qualität steigern
    (Kostensenkung durch Patientenzentrierung – mit Beispielen)
  3. Das Heilen in die Krankenbehandlung zurückbringen
    (Caring als eine eigene Qualität – mit Beispielen)
  4. Die Krankenhäuser patientenzentriert umstrukturieren
    (Grundlegende organisatorische Umstrukturierung– mit Beispielen)
  5. Teamarbeit im patientenzentrierten Krankenhaus
    (Neue Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit – mit Beispielen)
  6. Schaffung eines heilenden Umfelds
    (bloß nicht verwechseln z.B. mit „gesundheitsfördernden Krankenhäusern“!)
  7. Strategien zur Implementierung einer heilenden Krankenbehandlung
    (gegründet auf einen grundlegenden Kulturwandel – mit Beispielen)
  8. Sich eine bessere Zukunft vorstellen
    („All things are ready if our minds be so“ – William Shakespeare, Henry V)
  9. Wie man an die Arbeit geht
    (Welche Berufsgruppe hat dafür was zu tun?)

Nützliche Ressourcen

Quellen

Stichwortverzeichnis

 

Nachdem sich ein systematisches Bemühen um eine immer höhere Qualität für die Patienten in den Institutionen des deutschen Gesundheitswesens – aus welchen Gründen auch immer – nach wie vor nicht so recht einzustellen scheint (oder sich allenfalls in homöopathischen Dosen verbessert), erscheint es mehr als angebracht, die Nase der Verantwortlichen auch auf einige ältere Publikationen zum Thema zu stoßen. Dazu ist dieses – möglicherweise nur noch gebraucht erhältliche – Buch sehr gut geeignet. (+++)

 

 

 

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen.

 

Tagesspiegel: „Nutzen fraglich, Schaden möglich“ – und sich daraus ergebende Gedanken

 

Outcomes questionable, damage possible

 

Was die Behandlung des Hörsturzes bringt

Wir werden uns künftig nicht mehr alles leisten können, was im Gesundheitswesen üblich ist. Experten schätzen den Anteil fragwürdiger Verfahren auf etwa die Hälfte aller gängigen Behandlungen. Typisches Beispiel für ein umstrittenes Verfahren ist die Infusionstherapie des Hörsturzes – aufwändig, von fraglicher Wirksamkeit und keineswegs risikolos. Die Nebenwirkungen reichen von chronischem Juckreiz über Herzbeschwerden bis zum Organversagen. …

 

Mehr

 

Anmerkung:

Interessant, was da zu lesen ist. Da wird allerdings nur wieder ein Beispiel für die offensichtlich unbestreitbare Tatsache vorgestellt, dass den Bürgern im Lande von der Politik ständig neue Beitragserhöhungen für eine gesetzliche Krankenversicherung abgepresst werden, von denen 50% für Zweifelhaftes verpufft. Damit werden zwar (oft nicht gerade niedrige) Einkommen generiert und vielleicht sogar Arbeitsplätze gesichert. Aber ist das der Gesetzesauftrag? – Wohl kaum! Warum also eine Pflichtversicherung für Sinnloses oder gar Gefährliches?

 

Es bedarf keiner besonderen Phantasie sich vorzustellen, wer an dieser Art von „Monetik“ alles ein Interesse haben dürfte. Die Patienten sicher nicht! Und „aufgeklärt“ werden sie darüber im Allgemeinen selbstverständlich auch nicht. Wohl eine besondere Ausprägung von ärztlicher „Ethik“! Dass man sich in diesem Zusammenhang immer noch hinter „juristischen Folgen“ zu verstecken sucht, wirkt allmählich kaum noch komisch. Vernünftige Richter zwingen doch Ärzten kein Handeln auf, das den Patienten nicht nutzt oder gar schadet – es sei denn, es wird ihnen vom Gutachter eminenzbasiert untergejubelt.

 

Eine Unternehmensleitung, die ein solches Verhalten zulässt, sollte sich einmal kritisch nach den ethischen Grundlagen ihres Handelns fragen lassen. Ein Zeichen von Corporate Social Responsibility (CSR) ist so etwas sicher nicht.

 

Da müßte es doch möglich sein, ähnlich wie bei der „Bio“-Bewegung mit nachdenklichen und selbstkritischen Ärzten ein nachweislich (so gut wie möglich) evidenzbasiertes Handeln – am besten im Sinne einer lupenreinen Evidence based medicine – zum Wettbewerbsvorteil auszubauen! Schade, dass „die Verwaltung“ hierzulande immer noch so wenig darüber weiß, was die Klinik so treibt!