Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

246 - 14.06.2006 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

"Empowering your people will empower the entire company"

(Steve Ballmer, CEO, Microsoft Corporation)

 


01. Editorial

Konsumenteninformation im Gesundheitswesen

 

Zitat: „…, I have applied everywhere for information, but in scarcely an instance have I been able to obtain hospital records fit for any purpose of comparison. If they could be obtained they would enable us to decide many other questions ... They would show the subscribers how their money was being spent, what good was really being done with it, or whether the money was not doing mischief rather than good." (Florence Nightingale, Notes on Hospitals. London: Longman, Roberts, and Green, 1863). Quelle: Vortrag Ulrich Schrader, FH Frankfurt am Main, auf Econique Krankenhaus Workflow Summit 08.-09.05. in Berlin)

 

Auf einer amerikanischen Website lesen wir unter der Überschrift (sinngemäß): „Nicht alle Krankenhäuser sind vom Herrgott gleich geschaffen: Der größte Fehler, den Sie bei der Wahl eines Krankenhauses machen können, ist der Gang in die nächste Einrichtung oder in die " größte und beste" in Ihrer näheren Umgebung. Für die rascheste Gesundung müssen Sie das Krankenhaus wählen, das für Ihre besonderen Bedürfnisse am besten geeignet ist. Finden Sie daher heraus, welche Fragen Sie stellen sollten, um sich die wirksamste Behandlung zu sichern ...“.

 

(Originaltext: “All Hospitals are not Created Equal. The biggest mistake you can make when choosing a hospital is to simply go the closest facility or the "biggest and best" one in your area. To make the swiftest recovery possible, you need to select a hospital that's best suited to your particular needs. Find out what questions you should ask to get the most effective treatment possible”). Was immer der Nutzen solcher Aktivitäten sein mag: Sie folgen einem wachsenden Bedürfnis der Menschen zumindest in allen Industriestaaten nach Information im Falle einer Krankheit und nach der besten Adresse, etwas dagegen zu tun.

 

Solche Konsumenteninformationen finden sich im deutschen Gesundheitswesen erst allmählich. (Über Aktivitäten der Zeitschrift Focus, der Stiftung Warentest sowie im westlichen Nordrhein Westfalen haben wir seinerzeit berichtet. Mit der irreführenden „Informationsverschmutzung“ – in Anlehnung an den amerikanischen Begriff „information pollution“ –  durch vorgebliche Qualitätsberichte, die keinerlei Qualitätsinformation enthalten, haben wir uns gründlich auseinandergesetzt). Nun startet der Tagesspiegel eine Kampagne („Der große Berliner Klinikvergleich“) zu einigen wenigen Diagnosen in Bereich schneidender Fächer, mit der wir uns zu gegebener Zeit sorgfältig befassen werden. Bisher stehen zu Methode („BQS“, Arztempfehlungen) nur unzureichende Informationen zur Verfügung.

 

In der Vergangenheit herrschte unter Politikern, Krankenkassen, Leistungserbringern, Medien sowie den Bürgern als (potentielle) Patienten wohl die Vorstellung vor, es werde „das Beste“ geboten. Also blieb das Thema bis zur Einführung von Fallpauschalen in Deutschlands Gesundheitswesen praktisch unbekannt. Schon als Begriff mag die „Qualitätssicherung“ vielen Ärzten anrüchig sein, enthält er doch vermeintlich die Unterstellung, es gebe etwas zu sichern. „Ärztlichem Handeln ist Qualität immanent!“ (F.-W. Kolkmann, früher Bundesärztekammer). Umso lieber ersetzte wohl man die Qualitätssicherung durch den Begriff „Qualitätsmanagement“ – was immer das nun sein mag! Doch allmählich wird auch in Deutschland immer häufiger nach der Qualität der Krankenbehandlung gefragt.

 

Und die erfährt man nicht. Denn die Qualität (als Differenz "Delta" zwischen Aufnahme- und Entlassungswerten des Patienten) wird in der ambulanten und stationären Versorgung Deutschland im Einzelfall überhaupt nicht gemessen. Sehen Sie doch einmal in eine x-beliebige Krankenakte! Nur in – nicht zuletzt von der BQS (bzw. von Vorläufern) geprägten – Ausnahmefällen besteht bisher ein Konsens, was überhaupt gemessen werden sollte. Wo (im Unterschied z.B. zu angelsächsischen Ländern) keine Behandlungsergebnisse dokumentiert werden, können sie auch nicht IT-gestützt aggregiert, ausgewertet und verglichen werden.

 

Gerade in der Medizin kommt es sehr darauf an, keine Äpfel und Birken zu vergleichen. Da dies alles andere als einfach ist, haben es die Gegner jeglicher Transparenz alles andere als schwer: “Das Misstrauen kommt immer in methodischer Verkleidung” (Tagesspiegel). Man kann auch sagen: Alle verdichtenden Vergleiche sind angreifbar – und damit auch alle Bewertungen, die sich darauf stützen. Umso wichtiger sollte es daher sein:

 

1.       Endlich alle in der stationären / ambulanten Krankenbehandlung anfallenden Patientendaten schnellstmöglich in standardisierter Form IT-gestützt zu speichern (EHR).

2.       Diese Patientendaten für Vergleichszwecke im (nahezu) vollem Umfang zu anonymisieren, um eine Verletzung der Persönlichkeitssphäre schon durch Verfahren unmöglich zu machen.

3.       Aus dem wachsenden nationalen Datenbestand für Vergleichs- (und für Forschungs-)Zwecke standardisierte und individuelle Ergebnisauswertungen abzuleiten.

4.       Ergebnisse nur unter genau festgelegten Randbedingungen vergleichbar zu machen – und nur Ergebnisse für vergleichende Qualitätsbewertungen zu verwenden!

5.       Eine unabhängige Prüfinstanz (wie der Bundesrechnungshof), die mit geeigneten Mitteln hinreichend sicherstellt, dass die Basisdaten nicht manipuliert werden.

 

Alle anderen Versuche, krankheitsartenbezogen verdichtete Patientendaten zu vergleichen oder gar „Laien“ für persönliche Entscheidungszwecke zu überlassen, werden auf die gleiche, nicht einmal gänzlich unberechtigte Ablehnung stoßen: „Nicht valide!“ So kann sich einen bevormundende Grundhaltung noch lange hinter „wissenschaftlichen“ Argumenten verstecken. Dann und nur dann werden Patienten – mit oder ohne professionelle Unterstützung – die Möglichkeit haben, sich bezogen auf die individuelle Fragestellung ihrer Erkrankung zielführende Entscheidungsinformationen zu generieren, a) welche alternativen Behandlungen welchen Erfolg versprechen und b) welche Leistungserbringer welche dieser Behandlungen besonders erfolgreich durchführen.

 

Ein solches Vorgehen läßt sich nicht von heute auf morgen einführen. Da aber seit – dem u. a. darauf zielenden, weiland ergebnislos abgebrochenen, vom BMFT finanzierten IT-Projekt – DOMINIG nun schon gut 30 Jahre ins Land gegangen sind und andere Länder in Sachen EHR längst vorgeprescht sind, sollte es doch auch möglich sein, sich auf eine solchen Kurs zu begeben. Und dies umso eher, als das Arbeiten mit einem EMR auch innerhalb der Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie in deren Zusammenspiel ganz außerordentliche Rationalisierungschancen eröffnete.

 


02. (Urgent Matters) US-Konsenspapier zur Qualitätsmessung in der Notfallmedizin

Emergency Department Performance Measures and Benchmarking Summit:
The Consensus Statement...

Der ganze Text

Lesen Sie dazu auch http://www.urgentmatters.org/edCrowding/index.asp !

 

 


03. (AHA) Bericht zur Patientenzufriedenheit in den USA

Report examines patient satisfaction

A new report from Press Ganey summarizes survey findings from hospitals and other health care organizations that partner with the company to measure patient satisfaction. The inpatient section includes data from about 2.2 million patients treated at 1,576 hospitals during 2005...


04. (H&HN) Keine Qualität ohne Führung

The Leadership behind Quality

Speakers at this year’s Leadership Summit will help hospital and health care executives articulate a vision for quality improvement, then create the systems, incentives and culture that improve performance. …

Mehr 


05. (H&HN) Wie viele Krankenhausbetten werden wir künftig wirklich brauchen?

(Queue Fever, Part 1)

A little number crunching can show hospitals how many beds and staff members they really need.

(Queue Fever, Part 2)

While mathematical formulas can help manage irregular patient arrivals, hospital leaders can make even greater improvements by evening out the scheduled procedures and processes.


06. (Most Wired) Eine amerkanische Stimme zum Datenschutz

Protecting Privacy Without Harming Patients

Personal accountability, rather than EMR access restrictions, is best for patients, clinicians and staff...

Mehr

 

 


07. (Most Wired) Qualität und integierte IT-Systeme

Quality and Integration: A Q&A with Gail Warden

Across-the-board quality improvement will occur only when hospitals use sophisticated information technology and share best practices with other organizations...

..Mehr


08. Links

(Tagesspiegel).Das sind keine TUeV-Plaketten! Klinikberater Hildebrand ueber Zertifizierungen: "Zertifikate bewerten nicht die Qualitaet der Behandlung"

 

http://www.env-it.de/luftdaten/start.fwd Aktuelle Immissionsdaten und Ozonvorhersage des Umweltbundesamtes

 

Compendium 2000-2005. Washington DC: National Quality Forum; 2006. ISBN: 1933875003.

 

http://www.afgis.de/ Das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e.V. ist ein Zusammenschluss von Verbänden, Unternehmen und Einzelpersonen zur Förderung der Qualität von Gesundheitsinformationen. Das von afgis e.V. vergebene Qualitätslogo dient zur Kennzeichnung von qualitativ hochwertigen Gesundheitsinformationsangeboten im Internet. Das aktuelle Verfahren ist eine Weiterentwicklung des früheren afgis-Modells für Transparenz. Geprüfte Angebote sind an einem jeweils um die Jahreszahl erweiterten afgis-Qualitätslogo zu erkennen. Zu den von afgis geprüften Merkmalen gehört allerdings nicht die inhaltliche Richtigkeit medizinischer Informationen.

 

http://www.onmeda.de/ Deutsches Gesundheitsportal

 

http://www.netdoktor.de/ Deutsches Gesundheitsportal

 

http://www.medinfo.de/ „Das erste medizinische Infoleitsystem weltweit, das Qualitätsauszeichnungen sichtbar macht" – allerdings auch unkritsch zweifelhafte ...

 

PATIENT SAFETY PRACTICES (PSP) – An online resource for improving patient safety

 

http://www.qs-reha.de/index.php Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben zum 01. Juni 2005 erstmalig einen "Qualitätsbericht Rehabilitation" herausgegeben, der hier Instrumente & Downloads zum Download zur Verfügung stellt.

 

http://www.spirem.de/clinpath.de/index_clinpath.php Die Adresse von Clinpath

 

Manual Patienteninformation - Empfehlungen zur Erstellung von evidenzbasierten Patienteninformationen

 

http://www.gutepillen-schlechtepillen.de Online-Zeitschrift: Gute Pillen - Schlechte Pillen

 

Der Arztbesuch im Wandel: vom Paternalismus zur Partnerschaft

 

http://www.ahrq.gov/consumer/quicktips/tiptests.htm Quick Tips—When Getting Medical Tests

 

http://www.ahrq.gov/consumer/nxtstepvid.htm Video on Next Steps After Your Diagnosis

 

http://www.ahrq.gov/consumer/diaginfo.htm Next Steps After Your Diagnosis - Finding Information and Support

 

http://www.ahrq.gov/consumer/guidetoq/ Guide to Health Care Quality - How to Know It When You See It

 

http://www.ahrq.gov/consumer/5steps.htm Five Steps to Safer Health Care

 

http://www.ahrq.gov/consumer/checkmeds.htm Check Your Medicines - Tips for Taking Medicines Safely

 

http://www.ahrq.gov/consumer/20tipkid.htm 20 Tips to Help Prevent Medical Errors in Children

 

http://www.ahrq.gov/consumer/20tips.htm 20 Tips to Help Prevent Medical Errors

 

http://webmm.ahrq.gov/ AHRQ WEb M&M  Morbidity and Mortality Rounds on the Web

 

http://www.netzwerkpfade.at/ Eine österreichische Aktivität zum Thema

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

Drew, John, McCallum, Blair, Roggenhofer, Stefan, Unternehmen Lean, Schritte zu einer neuen Organisation, Frankfurt 2005, ISBN 3593376512, AMAZON

 

Dieses – im Jahre 2004 von McKinsey-Mitarbeitern in den USA veröffentlichte – x-te Buch zum Lean Management und zum Toyota Produktionssystem leitet seine Begründung aus der Tatsache ab, dass die darin enthaltenen Fakten zwar alle hinlänglich bekannt sein sollten, aber in der praktischen Umsetzung überwiegend doch nicht zu dem angestrebten Erfolg geführt haben. Das führen die Autoren vor allem darauf zurück, dass bei den Versuchen einer „Lean Transformation“ oft nicht alle drei Elemente einbezogen werden: 1) Das „Operating System“, 2) die Managementstrukturen und 3) Verhaltensänderungen – und dass die diesbezüglichen Erfahrungen bei Toyota ignoriert wurden.

 

Vorsprüche

1. Lean Production – oft kopiert und nie erreicht?

Teil I: Die Eckpfeiler der Lean-Philosophie

2. Das Konzept der schlanken Produktion

3. Das technische System

4. Die Managementinfrastruktur

5. Einstellungen und Verhalten
    Fallstudie EADS

Teil II: Der Weg zum schlanken Unternehmen

6. Eine wegweisende Entscheidung

7. Die Sondierung des Terrains

8. Einbeziehung des Managements

9. Die Veränderungen bekommen ein Gesicht

    Fallstudie Siemens

10. Den Wandel verankern

Diverse Anhänge, besonders eine nützliche Tabelle zu Schwachstellen etc.

 

Das –gut lesbare – Buch stützt sich ausschließlich auf industrielle Beispiele. Im Teil I (Eckpfeiler der Lean-Philosophie) werden die Grundlagen beschrieben. Teil II beschreibt anhand eines fiktiven Beispiels den Weg zum schlanken Unternehmen. Trotz etlicher nützlicher Detail-Anregungen bleibt dem Leser aus dem Gesundheitswesen auch mit dem Willen zur Transformation die Aufgabe, das Gelesene a) auf die Verhältnisse von Dienstleistungsunternehmen und zusätzlich b) auf die im Vergleich zu den doch viel rationaleren arbeitsteiligen industriellen Prozessen recht mittelalterlichen Gepflogenheiten der Leistungserstellung in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen umzudenken. Gut, aber zum Lean Management im Gesundheitswesen nicht unbedingt die Lektüre der Wahl! (++)

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


Widerspruch

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen.

 

(Stern) Norbert Blüm: „ Neoliberale sind Kulturbanausen"

 

„Neoliberals as Philistines"

Da hat der “Stern” sich ja einen schönen Gastbeitrag eingefangen: “Unternehmen wie Post oder Bahn lassen ihren Service verkümmern, weil es ihnen nur noch ums Geld geht. Der Mensch wird in der Wirtschaft zur Störgröße … (Post oder Bahn waren ja seit jeher für ihren herausragenden Service berühmt!)  ... Der Kranke im Großklinikum ist eine Nummer im ‚Patientenfluss’, ein Begriff, der dem Aktenfluss in der Verwaltung nachgebildet wurde. Es fehlt nur noch die ‘Ablage’ im Krankenhaus, dann ist die Analogie perfekt. In japanischen Pflegeheimen wird mit automatisierten Waschanlagen für Patienten experimentiert, in die Menschen in Spezialbetten geschoben werden. Der Unterschied zur Autowäsche ist relativ gering … Es genügt der alltägliche Umgang mit Menschen, die normal geblieben sind, um zu erkennen, dass der Neoliberalismus die Karikatur eines gelungenen Lebens ist … die Neoliberalen sind Kulturbanausen … Der Neoliberalismus ist der praktische Feldversuch, die Geld-Theorie von Karl Marx zu verifizieren … Der Midas-Mythos ist ein Menetekel des Neoliberalismus ... Wer nur in Geld-Kategorien denkt, ist gar kein Unternehmer, sondern eher ein Unterlasser ...“. Zumindest den letzten Satz können wir auch unterschreiben!

 

Mit seinem – in Deutschland nach wie vor höchst beliebten – Zerrbild vom „Neoliberalismus“ empfiehlt sich der Meister der sicheren Rente und Pflegeversicherung wohl der Linkspartei. Eine ernstzunehmende Alternative bietet er nicht: Schreckliche Vereinfacher und Realitätsverdreher aller Länder vereinigt euch! Marktwirtschaft ist nicht alles. Außer bei ihren Kritikern bietet die Marktwirtschaft kein komplettes Gesellschaftsmodell. Marktwirtschaft dient der Versorgung mit Gütern aller Art zum niedrigsten Preis. Mehr nicht. Das schaffen Sozialismus und Kommunismus nun wirklich nicht. Marktwirtschaft und Demokratie passen gut zusammen. Sozialismus und Kommunismus erfordern dagegen eine Diktatur („des Proletariats“ – bis letzteres ihrer überdrüssig wird). Marktwirtschaft birgt in sich allerdings den Keim der Selbstzerstörung: Ohne Staat also keine dauerhafte Marktwirtschaft. Leider auch: Je mehr Staat, desto weniger Marktwirtschaft, desto weniger Chancengleichheit und desto weniger Freiheit. Keine Freiheit schließlich ohne Verantwortung, Rechte und Pflichten gegenüber der Gesellschaft. Auch gegenüber den sozial Schwachen.

 

Nicht umsonst kritisieren Blüm (und Konsorten) am liebste Branchen (wie das Gesundheits- und Sozialwesen) und Unternehmen (wie die Bahn und die Post), die sich schon wegen ihrer Herkunft erst an marktwirtschaftliche Gepflogenheiten werden gewöhnen müssen. Und sich – wie kritisiert – verhalten, solange sie sich das als Monopolisten glauben, gefahrlos leisten zu können. Nicht wegen zu viel, sondern – dank fehlender Konkurrenz – wegen zu wenig Marktwirtschaft! Die wird es allerdings auch im Gesundheitswesen erst geben, wenn sich an der Basis Wahlmöglichkeiten auf der Grundlage von Leistungs- und Qualitätstransparenz bei der Leistungserbringung entwickeln – eine Situation, von der wir noch himmelweit entfernt sind! Vielleicht ist das den notorischen Verhinderern gerade recht? Dann reichen „Zertifikate“, deren Sinn im Nebel bleibt. Und kein Leistungserbringer braucht sich wirklich ernsthaft um eine kontinuierliche Verbesserung zu bemühen: Business as usual! – Könnte es nicht sein, dass man in Deutschland gerade deshalb den ‚Wohlstand für alle’ (Ludwig Erhard) verspielt und wirtschaftlich weiter im Kielwasser dynamischerer Länder dümpelt?

 

Lassen wir Herz-Jesu- und sonstigen Sozialisten wie Norbert Blüm et al doch das Vergnügen, sich weiter ihre krausen Gedanken zu machen. Und sorgen wir – jeder in seinem eigenen Gestaltungs- und Verantwortungsbereich – für eine Vision und eine Rückbesinnung auf eigene Werte, mit denen wir im internationalen sportlichen Wettbewerb uns auch gesellschaftlich wieder ins Spitzenfeld vorarbeiten können. Nicht nur im Fußball. Das Zeug dafür sollten wir in unserem – kulturell erfreulicherweise immer bunter werdenden – Land doch haben! Und zwar mehr denn je.