Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

238 - 18.04.2006 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net


Motto des Tages

“If we are lucky, what will come of this sorry mess is a wider awareness that virtue is rooted in surely acknowledging where we have gone wrong”

 

(Ellis Cose, “Lessons of the Trent Loss Mess”, Newsweek, December 23, 2002

 

Quelle: Pagano, Barbara, Pagano, Elizabeth, The Transparency Edge, How Credibility can Make or Break You in Business, New York 2003, ISBN 0071422544, Besprechung im hmanage Newsletter 228

 


01. Editorial: Qualitätsmanagement LIVE

Qualitäty management LIVE

 

Anläßlich a) der Fertigstellung eines Curriculums zum Thema für den Anbieter eines Studiengangs fürs Gesundheits- und Sozialmanagement in diesen Tagen und b) der Vorarbeiten am „Nachfolger“ des erfolgreichen Buches des Autors „Das bessere Krankenhaus“ (bei einem anderen Verlag) soll an dieser Stelle auf die Website der Intermountain Healthcare hingewiesen werden. Er hatte vor zehn Jahren die einmalige Chance, sich diese Einrichtung im Rahmen einer Study Tour der International Hospital Federation ein paar Tage lang von deren damaligen CEO vorführen zu lassen. Was dort heute als „Our Mission, Vision & Values” zu lesen ist, erscheint nach den eigenen Beobachtungen mehr als plausibel. Und es straft jene Lügen, die hierzulande so gern ohne Sinn und Verstand über „amerikanische Verhältnisse“ schwadronieren. Doch lesen Sie selbst!

 

An dieser Stelle wollen wir uns aber auf das Qualitätsmanagement beschränken. Unter „Quality & Clinical Excellence” finden sich nicht etwa Hinweise auf ein vermeintliches „Qualitätsmanagementsystem“ oder auf zweifelhafte Zertifikate. (Dass man die Akkreditation“ der Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations (JCAHO) besitzt, bedarf nicht einmal einer Erwähnung). Stattdessen lesen wir:

 

“Improving Clinical Quality & Saving Lives:
Our focus on quality improvement has helped Intermountain achieve medical outcomes that are among the best in the nation.

 

Commitment to Quality

Clinical Best Practice

Prevention & Health Education

State-of-the-Art Technology

 

Intermountain Healthcare is recognized internationally as a leader in health care quality improvement. We are committed to efforts that will deliver the best possible care Intermountain can provide to our patients”.

 

Eine “Commitment to Quality” kann zwar jeder von sich behaupten. Doch hier stehen dafür auch Belege: Man ist ein nationales Vorbild (“A national model”). Die Gruppe verfügt über ein eigenes Forschungszentrum unter der Leitung des international renommierten Dr. Brent C. James zur Unterstützung der Klinker bei ihrer Arbeit („Institute for Health Care Delivery Research“). Intermountain hat etliche renommierte Qualitätspreise gewonnen. (An der Verleihung von The Healthcare Forum/Witt Award: Commitment to Quality im Jahre 1991 hat der Autor bereits selbst teilgenommen). Intermountain arbeitet in den Bereichen seit langem mit datenbankgestützten patientenbezogenen klinischen Pfaden („Delivery Care Protocols“) an der systematischen Ergebnisverbesserung:

 

Cardiovascular

Oncology

Women & Newborns

Intensive Medicine

Primary Care

Pediatric Specialties

Patient Safety Initiative

 

Intermountain fördert das gesundheitliche Wohlbefinden nicht durch (in der Kombination mit einem in der Krankenbehandlung ohnehin kaum sinnvollen) Wellness-Angebot, das vor allem zusätzliches Geld bringen soll, sondern mit nützlichen Informationen und Partnerschaften:

 

Community health education classes

Consumer health information centers

Health-related community partnerships

 

Und Intermountain arbeitet mit Medizinin- und Informationstechnik nach dem Stand der Kunst („Technology Making Clinically Excellent Medicine Possible”).

 

¨    Interactive website

¨    Clinical Workstation

¨    Advanced clinical practice tools

¨    Bedside computers

¨    Robotic Pharmacy System

¨    PET Scanner

¨    DexaScan

¨    IDX

 

Intermountain wird wirtschaftlich professionell geführt. Aus seinen Jahresberichten geht daneben Jahr für Jahr hervor, für wie viele zig Millionen Dollar unversicherte Patienten (In den USA nach wie vor ein großes Problem) gratis versorgt werden. Der Autor ist davon überzeugt, dort viel gelernt zu haben.

 

Noch Fragen?

 


02. (AHA) Über 55% aller amerikanischen Krankenhausaufnahmen über die Erste Hilfe

AHRQ data examines hospital admissions through the ED

...

For more information, see the AHRQ’s two briefs on the topic.


03. (AHRQ) Neue Krankenhaus-Standards in den USA schreiben Einzelzimmer vor

New standards for hospitals call for patients to get private rooms.

This article reports on design guidelines that will require newly constructed hospitals to have only private rooms. Single-patient rooms may help reduce infection rates, improve recovery time, and enhance patient safety. …

Quelle


04. (AHA) Qualitätsvergleich mehrerer Gesundheitssysteme durch Befragung

Studies examine health care experiences of adults in six countries

The Commonwealth Fund ...

The studies are available at www.cmwf.org

Anmerkung:

  1. Deutschland wird aus der Sicht der befragten Erwachsenen insgesamt am besten beurteilt
  2. Deutschland wird in Sachen Gleichbehandlung am schlechtesten beurteilt
  3. Deutschland liegt bei den Gesundheitsausgaben im Spitzenfeld (USA sehr viel teurer)

Dennoch bestünde selbst dann kein Anlass, sich zufrieden zurückzulehnen: Bei den Kosten liegen wir mit im Spitzenfeld. Es ist allerdings nicht klar, ob hier außer den Kosten nun Fakten beurteilt werden oder eher Befindlichkeiten: „Jeder klagt darüber, was er immer in den Medien hört“. Das würde auch den eigenen Beobachtungen in verschiedenen Ländern entsprechen.


05. (AHRQ) Auch in der Krankenbehandlung keine Sicherheit ohne Aufmerksamkeit!

Safety requires a state of mindfulness (Part II).

ISMP Medication Safety Alert! Acute Care Edition. March 23, 2006;11:1-2.

This article continues a discussion on the cognitive processes that lead to mindfulness, a defining characteristic of high-reliability organizations. Part I discussed two other elements of mindfulness.

Quelle


06. (AHRQ) Wir geben hiermit gern eine Buchempfehlung weiter:

Forgive and Remember: Managing Medical Failure. 2nd ed., Bosk CL. Chicago, IL: University of Chicago Press; 2003. ISBN: 0226066789.

"In this seminal study, Bosk, a medical sociologist at the University of Pennsylvania, spent a year observing the surgical residents and faculty at an unnamed hospital, in the process exploring the balance between autonomy and oversight in medical training, how physicians deal with their errors, and the nature of accountability in the medical profession. This edition, published more than two decades after Forgive and Remember was first published, includes a new prologue, epilogue, and list of appendices. The book is informative for both lay readers and clinicians".

Quelle


07. (AHA) Auswirkungen der alternden Bevölkerung auf das Personal im Gesundheitswesen

Report examines impact of aging population on health care workforce

A new report by the Center for Health Workforce Studies at the State University of New York at Albany examines ...


08. Links

http://www.bqs-qualitaetsindikatoren.de/ Aktuelle BQS-Erläuterungen zu Ergebnnisindikatoren

 

Ärzteblatt: Internisten: „Sepsis wird häufig unterschätzt“ - Und???

 

Sana: "Umsatzplus von 30 Prozent im Geschäftsjahr 2005. Sana Kliniken setzen auf Qualitätsoffensive" - Mit KTQ!

 

http://www.medi-netz.com/ Medizin-News

 

(Ärzteblatt) Kliniken als mitarbeiterfreundliche Krankenhäuser ausgezeichnet

 

http://www.mydrg.de/ Nützliche Website - für alle, die sie noch immer nicht kennen!

 

National Guideline Clearinghouse

 

Clin-eguide, part of Wolters Kluwer Health, aims to improve clinical outcomes by delivering evidence-based knowledge to the point of care. Clin-eguide Clinical Reference and Clin-eguide Order Sets can be integrated with vendor or hospital clinical systems.

 

Lesenswertes Papier der Europäischen WHO zum Thema Patientensicherheit

 

Society Today : Britische Website zu sozialpolitischen Themen (incl. Gesundheit)

 

http://www.bvmed.de/Start/ Unternehmen der Medizintechnologie

 

http://www.hschange.org/ Health System Change

 

http://www.dngfk.de/ Deutsches Netz gesundheitsfördernder Krankenhäuser

 

http://www.ismp.org/ Institute for Safe Medication Practices

 

US Pharmacopeia: Die United States Pharmacopeia (USP) legt die Qualitätsstandards für  Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und weitere Produkte der Gesundheitspflege fest.

 

"Das DocCheck® Flexicon hat sich innerhalb von nur 2 Jahren zu einem beliebten medizinischen Nachschlagewerk entwickelt".

 

http://www.cgdev.org/ CGD is an independent, not-for-profit think tank that works to reduce global poverty and inequality by encouraging policy change in the U.S. and other rich countries through rigorous research and active engagement with the policy community.

 

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

Völkel, Ingrid, Ehmann, Marlies, Spezielle Pflegeplanung in der Altenpflege, Qualitätssicherung bei der stationären und ambulanten Pflege, 2. Auflage, München 2000, ISBN: 3437550411, AMAZON.

 

„Qualität ist alles das, das verbessert werden kann“ (Imai) – Aus dem Vorwort zur 2. Auflage.

 

Auch wenn die hier vorgestellten Inhalte nicht unbedingt zum fachlichen Repertoire des Rezensenten gehören, sollen an dieser Stelle doch immer wieder auch Bücher vorgestellt werden, die es ihrer Zielgruppe erleichtern, eine Krankenbehandlung oder Pflege hoher Qualität tatsächlich zu sichern und sich darüber auch auf den Weg einer kontinuierlichen Verbesserung zu begeben.

 

Da hier in der Sache die eigene Fachkompetenz erfordert wäre, sollen hierzu einige Zitate aus Besprechungen bei AMAZON eingeflochten werden. „.. hilft bei der Planung ..“. ... nicht nur für Altenpflegeschüler sehr nützlich“ ... „anschaulich, hat für jedes AEDL eine Beispielsplanung und lässt es ohne Probleme zu, die individuelle Pflegeplanung .. sachlich und fachlich korrekt zu gestalten. Jedes AEDL ist für sich zu betrachten, oder im Zusammenhang zu nutzen. .. Unser Haus hat sich .. entschlossen dieses Buch anzuschaffen. Es überzeugt! .. Ich habe bisher kaum ein Buch zum Thema gefunden, das so umfangreich und praxisnah Beispiele für Pflegeplanungen zeigt, die für den eigenen Stations-Alltag übernommen werden können“. Die (Grob-)Gliederung:

 

  1. Die Pflegeversicherung – Gesetzliche Grundlagen für Pflegeplanung
  2. Professionalisierung der Pflege
  3. Voraussetzungen für individuelle Pflegeplanung und Dokumentation
    Schön erklärt!
  4. Das Pflegeprozessmodell mit Fallbeispiel
  5. Krankheitsbilder mit speziellen Pflegemaßnahmen, Fallbeispiel und individueller Pflegeplanung
    Der umfangreichste Teil
  6. Pflegestandards
    Abgrenzung von 5 und 6 nicht ganz plausibel, zu wenig „Standard“!
  7. Anhang
  8. Literaturverzeichnis

Sachregister

 

Das Buch erscheint schon deshalb interessant, weil es zeigt, dass es offensichtlich auch hierzulande in Organisationen des Gesundheitswesens möglich ist, ohne jeden (ohnehin oft falsch verstandenen) QM-Jargon und jenseits jeglicher QM-Schwadroniererei mit einfachen Worten solide Ablaufregeln für das arbeitsteilige Handeln zu Papier zu bringen. Sehr schön! Bei Manchem hätte man gern nachgefragt. Die Regeln sehen so aus, als ob nur unkoordinierte „Einzelkämpfer“ ans Werk gingen. Insgesamt dennoch ein schönes Beispiel für eine sinnvolle Prozessorganisation ohne jedes Wortgeklingel. Das könnte ein nützliches Input für die professionelle Pflegeorganisation der Zukunft in der Altenpflege sein! (++).

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch: (NAV-Virchow-Bund) Protestpost, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen.

 

Wir danken dem NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V. für diese Post:

 

„Die Berlin-Essener Resolution

Auf der Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor wurde die Berlin-Essener Resolution verlesen und per Akklamation verabschiedet:

 

  1. Wir fordern, die freie Arztwahl durch die Patientinnen und Patienten beizubehalten und die Unabhängigkeit und Freiberuflichkeit der Ärzte zu sichern.
  2. Wir fordern für unsere Klinikärzte international konkurrenzfähige Gehälter, die Bezahlung aller Überstunden und die Anerkennung von Bereitschaftsdiensten als vollwertige Arbeitszeiten.
  3. Wir lehnen den uns von Politik und Kassen aufgezwungenen, überflüssigen und monströsen Bürokratismus ab. Er stiehlt uns die Zeit für die Patientenversorgung. Wir lassen uns nicht weiter zu Erfüllungsgehilfen einer staatlichen Rationierungsbürokratie degradieren.
  4. Wir fordern die Sicherstellung einer wohnortnahen ambulanten Haus- und Fachärztlichen Versorgung durch unabhängige Ärzte, eine Mindestvergütung auf Basis des versprochenen Punktwertes von 5,11 Cent, das Ende der Budgetierung ärztlicher Leistungen sowie den Erhalt der privaten Krankenvollversicherung.
  5. Wir sind gegen eine staatlich diktierte Listenmedizin und eine auf Rationierung ausgerichtete Einheitsgebührenordnung mit staatlich diktierten Dumpingpreisen - beides führt zu inakzeptablen Qualitätseinbußen in der Medizin.
  6. Wir fordern von der Politik endlich öffentliche Ehrlichkeit und eine Stützung des Vertrauensverhältnisses zwischen Patient und Arzt. Für Rationierungen sollen diejenigen einstehen und sich verantworten, die meinen, sie anordnen zu müssen.
  7. Wir lehnen jede Koppelung des Verordnungsverhaltens der Ärzte an ihre Vergütung ab. Bonus-Malus-Regelungen sind unmoralische Angebote und dienen nur dem Zweck, die staatlich gewollte heimliche Rationierung unter Demontage der ärztlichen Integrität am Patienten zu vollstrecken.
  8. Wir lehnen jede Abwälzung des Morbiditätsrisikos sowie der Mehrkosten medizinischer Innovationen unserer alternden Gesellschaft auf die Ärzte ab.
  9. Wir lehnen die Einführung der "Elektronischen Gesundheitskarte" ab, so lange die Unverletzlichkeit der Patientendaten nicht gesichert ist und so lange keine nachvollziehbare Kosten-Nutzen-Analyse vorliegt. Wer den wirtschaftlichen Nutzen an der „eCard" hat, soll auch deren Kosten tragen.
  10. Wir fordern den Wechsel zum Kostenerstattungsprinzip im deutschen Gesundheitswesen, damit für Patient und Arzt Transparenz hergestellt wird und der Arzt wieder ausschließlich Anwalt seiner Patienten sein kann.

In unserer Demokratie müssen alle Bürgerinnen und Bürger als mündig und selbstverantwortlich ernst genommen werden. Dazu gehört notwendig die Freiheit, über den Umfang der eigenen Gesundheitsversorgung frei von Bevormundung durch Staat oder Kostenträger selbst und eigenverantwortlich bestimmen zu dürfen.

Impressum:

NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.,

Leiter der Pressestelle: Klaus Greppmeir

Chausseestraße 119b, 10115 Berlin

Fon: (030) 28 87 74 22, Fax: (030) 28 87 74 15

E-Mail: presse(at)nav-virchowbund.de

Internet: www.nav-virchowbund.de

 

Dazu können wir uns ein paar Anmerkungen nicht verkneifen:

  1. Woran können denn Patienten erkennen, welchen Arzt sie „frei“ wählen sollten? Und wie steht es mit der freien Arztwahl im Krankenhaus? Eine Fortsetzung der ärztlichen „Freiberuflichkeit“ von Einzelkämpfern mit garantierten Festeinkünften als alleinige Organisationsform ist – wie überall in der Welt –schon aus Qualitätsgründen auch hierzulande kaum vorstellbar.
  2. Geldforderungen privilegierter Gruppen überzeugen den Rest der Bevölkerung zweifellos sofort. Wir sollten sammeln gehen! Dass sich die ärztlichen Arbeitsbedingungen in vielen deutschen Krankenhäusern grundlegend ändern müssen, steht dagegen außer Frage. Die Ursachen für diese unzumutbare Situation liegen aber nicht selten gerade wieder bei (Chef-)Ärzten!
  3. Zu wenig konkret! Dass die Sinnhaftigkeit ärztlichen Handelns auch in Deutschland allmählich nachvollziehbar gemacht werden soll, kann doch ernstlich nur von solchen Mitmenschen bestritten werden, die etwas zu verbergen haben!
  4. Die Sicherstellung einer wohnortnahen Krankenversorgung erfordert keineswegs eine Aufrechterhaltung unseres „versäulten“ Gesundheitssystems. Im Gegenteil! Der Abrechung von Einzelleistungen ist der falsche Anreiz einer Leistungsausweitung eingebaut. Die „Deckelung“ ist allerdings kein Ersatz für den Nachweis der Notwendigkeit. Eine private Krankenvollversicherung halten auch wir für nötig – am besten für alle (allerdings mit anderen Regeln als heute).
  5. Unverständliches Wortgeklingel: Einbußen welcher Qualität???
  6. „Wir fordern von der Politik endlich öffentliche Ehrlichkeit“ – Natürlich! Und von der organisierten Ärzteschaft (Beispiel „Rationierung“). Mit Resolutionen wie der hier vorgestellten tut sie jedenfalls dem Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt keinen guten Dienst!
  7. Siehe 6.
  8. Siehe 6.
  9. Der Schutz der Persönlichkeitssphäre (der Patienten!) muß gesichert werden. Ein Missbrauch durch Dritte muß ausgeschlossen werden. Und eine Transparenz des Leistungsgeschehens ist seit Jahrzehnten überfällig. Wer sich weiter dagegen stemmt ... siehe Punkt 3!
  10. Zum Kostenerstattungsprinzip siehe Punkt 4. Anwälte suchen sich Patienten im übrigen besser selbst aus – woanders.

 

„In unserer Demokratie müssen alle Bürgerinnen und Bürger als mündig und selbstverantwortlich ernst genommen werden“. Sie haben das Recht, sich gegen Resolutionen wie diese zu wehren. Das sollten die vielen anständigen Ärzte, die wir im Laufe unseres Berufslebens kennenlernen durften, auch tun! Eigenverantwortlich.

 

Wir können uns auch ein besseres Gesundheitswesen vorstellen – einschließlich einer besseren Bezahlung all dessen, was für die Behandlung für den Patienten zielführend ist. Was uns allerdings hier als „Argumentation“ aufgetischt wurde, läßt nur inständig hoffen, dass die ärztliche Behandlung nicht von einer ähnlich hohen Qualität ist!