Exzellentes Management im Gesundheitswesen
24.03.17 17:25

Leitspruch

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit....

22.03.17 17:39

NEU! hmanage Newsletter 495.

Der hmanage Newsletter 495 ist da. Nachdem Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können Sie den...

26.05.17 14:19

(hmanage) 20 Jahre komplett vertan?

(Vorabversion - aktualisiert)

 

Eine E-Mail von healthcareDIVE brachte eine Erinnerung zurück: an...

23.05.17 18:24

(Fierce Healthcare) “Mit weniger Verschwendung die Patientensicherheit steigern”

“Putting a lid on waste: Needless medical tests not only cost $200B—they can do harm”

16.04.17 18:31

(blogridge) Führungsprinzipien beim aktuellen Gewinner des Baldridge Award

“Leadership Practices of 2016 Baldrige Award Recipients: Memorial Hermann Sugar Land Hospital”

14.04.17 18:42

(Health Leaders Media) Stationäre Versorgung im ländlichen Bereich: Anregungen

“In Remote Idaho, A Tiny Facility Lights The Way For Stressed Rural Hospitals”

12.04.17 12:27

Asklepios-Werbung im Hamburg-Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT

“Unsere Kliniken verfügen über ein kontinuierliches Qualitätsmanagement, denn die Sicherheit Ihrer...

Willkommen

230 - 21.02.2006 Aktuelle Sinnsprüche und Informationen auf unserer Website www.hmanage.net

 


Motto des Tages

"Any fool can critizize, condemn, and complain - and most fools do"

 

(Dale Carnegie)

 

Quelle: The Transparency Edge


01. Editorial: Warum nur immer so viele amerikanische Beispiele?

In Deutschland macht sich nicht sonderlich beliebt, wer heutzutage aus den USA Positives zu vermelden hat. "Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse!" Wie immer die sein mögen. Die Vorurteile sitzen tief. Und die derzeitige US-Regierung scheint ja auch ein besonderes Händchen zu haben, Gründe dafür nachzuliefern. Gleichwohl wird ein großer Teil dessen, was unseren hmanage-Newsletter ausmacht, bisher und wohl auch in Zukunft aus Quellen in den USA gespeist. Das hat einen Hauptgrund und mehrere weitere Gründe.

  1. Der Hauptgrund: Aus den USA kommen - bei allen Mängeln des dortigen Gesundheitssystems - seit Jahrzehnten in einem kontinuierlichen Strom weit mehr Anregungen für ein besseres Management im Gesundheitswesen als aus irgendeinem anderen Land. Dort wird zum anderen oft vorexerziert, womit wir - im Guten und im Schlechten - einige Zeit später ebenfalls „beglückt" werden. Das beginnt mit Begriffen ("PDCA", „evidence based medicine", „clinical pathways", "balanced scorecard") und endet bei ganzen Programmen (DRGs, Managed Care und Disease Management). Dort kennen uns seit mittlerweile mehr als 30 Jahren sehr gut aus.
  2. Daneben ist es gerade für Deutsche höchst erzieherisch zu erleben, dass man auf Veränderungsvorschläge keineswegs immer „Ja, ABER.." reagieren muß, sondern das Neue auch einfach „sportlich" ausprobieren kann. Die Begeisterungsfähigkeit der Menschen in den USA ist ansteckend! Und damit die Bereitschaft, das Risiko von Misserfolgen einzugehen, gepaart mit einem insgesamt (z.T. vom japanischen TQM entlehnten) rationaleren Umgang mit Fehlern, der eine Bestrafung weitgehend ausschließt. Von einer „Suche nach den Schuldigen" hört man in den USA heute sehr viel seltener! In Deutschland besteht stattdessen eine Tradition der der Ablehnung und der "Fehlervermeidung" mittels Vertuschens ("Schweigepflicht!", "Datenschutz!" etc., etc.).
  3. Ein weiterer wichtiger Grund: In der angelsächsischen Tradition einer Ergebnisorientierung und des Messens in der Medizin bietet Nordamerika einen ständigen Strom von Anregungen, das Management, die Planung und die Organisation der Krankenbehandlung zunehmend industriellen Vorbildern anzugleichen, die - wie das z.B. Toyota Produktion System - keineswegs immer aus den USA stammen müssen. Nicht umsonst kommt der größere Teil der ernstzunehmenden medizinischen Studien offensichtlich aus den Vereinigten Staaten. Dem professionellen, auf nachweislichen Fakten beruhenden Outcomes Management in der Krankenbehandlung gehört die Zukunft. Die "mitteleuropäisch-ärztliche" Phobie gegen jegliches Messen in der Medizin ("nicht valide!") sollte nicht länger hingenommen werden!
  4. Bei uns wird kopiert, was in den USA begonnen hat. Wegen der - teilweise erheblichen - Zeitverzögerung bis zur Übernahme von Neuerungen (die Routine der DRGs begann beispielsweise schon 1983) läßt sich in den USA (und leider nicht in Deutschland) schön vorab studieren, zu welchen gewünschten und unerwünschten Effekten Systemveränderungen und deren Um- und Irrwege geführt haben - und was danach kommen dürfte: Nach einem zunehmenden (bei uns im Unterschied zur Schweiz nicht einmal begonnenen) Wechsel zu Managed Care die ergebnisorientierte Bezahlung: "Pay for Performance" (= PFP / P4P) gehört die Zukunft!
  5. Nicht zuletzt führt der Schneeballeffekt zu immer neuen Erkenntnissen. Je öfter der Autor sich (seit Mitte der 70er Jahre) vor Ort begeben hat, desto größer wurde der Durchblick in die Zusammenhänge und damit auch die fachliche Ausbeute. Man lernt sukzessive, wohin man zu sehen hat. Über Jahrzehnte am besten vor Ort. Am besten ist immer noch der persönliche Kontakt. Nun hat das Internet den Informationsfluss beschleunigt, wenn man weiß, wohin man sehen muß. Das macht diese und jene Reise über den Atlantik (und ein vermehrtes Herumärgern mit Homeland Security beim Ein- und Ausreisen) entbehrlich. Auf welche Weise auch immer - wir bleiben am Ball!

Solange also das erfreuliche Interesse unserer Abonnenten anhält und deren Zahl ständig weiter wächst, wird der hmanage-Newsletter fleißig weiter aus dieser Quelle schöpfen. Kein Mensch ist gezwungen, Anregungen zu nutzen!

 

P.S. Auch wenn sich der Newsletter naturgemäß auf positive Anregungen konzentriert, soll damit keineswegs zum Ausdruck gebracht werden, „in Amerika sei alles besser". Das sieht in den USA und natürlich auch bei H&P niemand so. Aber man wird ja wohl noch vom guten Beispiel abkupfern dürfen!


02. (ASQ) Wie Hotel-Mitarbeitern Freundlichkeit beigebracht wird

Quality News Today Story of the Week:
Hotel Chain Teaches Employees To Be Nice, Rewards Them, Keeps Them

Lesenswerter Artikel über ein – dem Berichterstatter aus eigener Anschauung durch einen dortigen Qualitätskongress persönlich bekanntes – Hotel der internationalen Ritz-Carlton-Gruppe auf Amelia Island, die schon zum zweiten Mal (Zweitbewerbung erst nach 7 Jahren möglich) den weltweit angesehensten Malcolm Baldridge National Quality Award (MBNQA) errungen hat.


03. (Deutsches Ärzteblatt) Wider den lächelnden Dienstleister

Against those Smiling Service Providers

 „Seitdem die Ökonomisierung des ärztlichen Berufsalltags konsequent umgesetzt wird, befinden sich die Ärzte zunehmend in der Defensive, da sie fachlich und argumentativ auf diesen Einbruch völlig fachfremder Kriterien in ihre Berufsrealität nicht vorbereitet sind. Die gesundheitsökonomische Umwidmung des Arztes zum „Leistungsanbieter“ und des Patienten zum „Kunden“ hat offenbar viele Ärzte argumentativ erschlagen. ...“ usw., usw 

...Mehr: - Lesen Sie doch das gesamte Lamento!

Dazu ist zu sagen:

Mag sein, dass die Ärzte im Gemeinsamen Bundesausschuss bei ihren Entscheidungen das Patientenwohl so wenig im Auge haben, wie ihre Kollegen unterstellen. Mag sein, dass die Kassenvertreter bei ihren Entscheidungen nicht immer an das Wohl ihrer Versicherten denken. Einen „Primat der Ökonomie” kann man beiden nicht gerade unterstellen. Das Ergebnis ökonomischen Handelns sähe jedenfalls anders aus als das, was der Gemeinsame Bundesausschuss so an Entscheidungen absondert. Das riecht doch oft nach subjektiven Wertungen, verbunden mit dem Bemühen zu „sparen“ und abgeschmeckt mit einer gehörigen Portion politischen Opportunismus!

1. Der verantwortungsvolle Arzt – so hofft zumindest der „Laie“ – tut nichts, was dem Patienten schadet. 2. Der verantwortungsvolle Arzt tut auch nichts, was dem Patienten nichts nutzt – selbst wenn dies sein Einkommen mehrt. 3. Der verantwortungsvolle Arzt verschwendet – lächelnd oder nicht – kein Geld. So trägt er dazu bei, dass dem Patienten nach Abzug der Krankenversicherung (und seiner sonstigen Abgaben) noch etwas Geld zum Leben bleibt. 4. Der verantwortungsvolle Arzt tut alles, was der Patient braucht. 5. Der verantwortungsvolle Arzt soll gut verdienen. – Gibt es den verantwortungsvollen Arzt? Oder gilt unter Ärzten etwa nur Satz 5? 

Lesen Sie dazu auch: "Ethik im Gesundheitswesen: Behandlungsqualität – oberste Priorität".


04. (OECD) Die Kosten des Gesundheitswesens werden in den nächsten Jahrzehnten dramatisch steigen

Study projects growing pressure on public health spending over and above effects of ageing society...

Mehr

Anmerkung:

Da wird man sich bei uns ja wohl auf das pessimistischere OECD-Szenario einrichten müssen - oder?


05. (H&HN / AHA) Katrina in New Orleans: Aus einer Katastrophe lernen

1) Lessons from a Tragedy

When Scripps Health in San Diego deployed teams to Houston to care for hurricane victims, the organization gained valuable insight into preparing for a disaster...

Mehr 

2) New Orleans hospital reopens; trauma center to open in area next month

Tulane University Hospital & Clinic in downtown New Orleans today reopened its emergency department and other inpatient and outpatient services as planned...

Yesterday, Ochsner Clinic Foundation and Louisiana State University Health Care Services Division announced plans to re-establish level-1 trauma care in the New Orleans area...


06. (AHRQ) Geld für verbesserte Medikationssicherheit mittels Barcode

Wayne Memorial receives $500K for patient safety initiative.

This article announces a Pennsylvania hospital's receipt of funding to implement medication bar-coding and scanning in an effort to improve patient safety. …

Mehr


07. (AHRQ) Was kann man in der Erstversorgung der Patienten tun, um Medikationsfehler zu vermeiden? Literaturübersicht

Interventions in primary care to reduce medication related adverse events and hospital admissions: systematic review and meta-analysis...

Mehr 


08. Links

Veranstaltungshinweis: ASQ Quality Institute for Healthcare

 

"Mit dem audit berufundfamilie hat die Hertie-Stiftung dem landläufigen Vorurteil, familienbewusste Personalpolitik sei ein Luxus, den man sich nur in wirtschaftlich guten Zeiten erlauben kann, ein überzeugendes Argument entgegengesetzt"

 

http://www.3sat.de/ Die Gesundheitskrise - Macht mehr Medizin gesünder?

 

US-Notfallregeln als Anregung

 

Aufsatz "Ethik im Gesundheitswesen: Behandlungsqualität oberste Priorität"

 

ESQH is a not-for-profit organisation dedicated to the improvement of quality in European healthcare. It consists of 15 members, all of whom are National Societies for Quality in Healthcare

 

www.oecd.org/ OECD

 

www.efqm.org EFQM

 

WWW.juse.or.jp JUSE (Japan)

 

www.quality.nist.gov MBNQA (USA)

 

www.nqi.ca National Quality Institute (Kanada)

 

www.acq.org.au Business Excellence Australia

 

www.saef.co.za South African Excellence Foundation (Südafrika)

 

www.fpnq.org.br Fundacao para o Premio Nacional da Qualidade (Brasilien)

 

19th European Congress on Surgical Infections: Facing the Challenge of Surgical Infections

 

Communication in critical care environments: mobile telephones improve patient care

 

Die Anfänge eines neuen Gesundheitsratgebers

 

Definition Primary care

 

PHA Correct Site Surgery

 

Patient Safety Improvement Corps: An AHRQ/VA partnership

 

 


09. Buchbesprechung

Book Review

 

Bewertung (+++) = sehr gut über (0) = neutral bis (-) = nicht empfehlenswert. Bestellung – soweit nicht ausgeschlossen – durch Anklicken des Titels hier oder über unsere Website www.hmanage.net bei Amazon.

 

 

 

Kassirer, Jerome P., On the Take, How Medicine’s Complicity With Big Business Can Endanger Your Health, New York 2005, AMAZON

 

Dieses Buch des langjährigen Herausgebers von New England Journal of Medicine, einer der angesehensten Medizinzeitschriften der Welt, hat in den USA Furore gemacht.

Denn es zeigt anhand einer Vielzahl von Beispielen auf, wie sich Patienten am besten gegen ihre Ärzte schützen. In den USA. In Deutschland “ist ja alles ganz anders”! „An important and thought-provoking analysis of the extensive conflicts of interest that pervade the relationship between pharmaceutical companies and the medical profession“ (Senator Edward M. Kennedy).

Hier die (wie üblich von uns sinngemäß übersetzte) Gliederung:

Vorspüche

  1. Gratisgeschenke, Essenseinladungen, Fortbildung und Sondervereinbarungen
  2. Geldgeprägtes Verhalten
    “If You’ve Got the Money, ... I’ve Got the Time“
  3. Interessenkonflikte: Finanziell und auf andere Weise
  4. Ich von Geschenken zu beeinflussen? – Nie!
  5. Falschinformation von Ihrem Arzt
  6. Unsere zuvorkommenden Standesorganisationen
  7. Können Sie Ihrem Arzt vertrauen?
  8. Können wir unseren Forschern trauen?
  9. Wie ist das Ganze passiert?
  10. Was könnte dagegen getan werden?

Fußnoten

Stichwortverzeichnis

 

Der Autor nennt – Seite für Seite – Ross und Reiter – etwas, das man sich in Deutschland sehr schwer vorstellen kann. Hier kommt ja die Wahrheit immer erst dann bröckchenweise ans Licht, wenn es sich überhaupt nicht mehr vermeiden läßt. Und dies zumeist im Zusammenhang mit Skandalen, die „selbstverständlich“ immer nur Ausnahmen sind. In Tateinheit mit der ärztlichen Schweigepflicht und einem – oft nur vorgeschobenen – Datenschutz ist der Bürger als beitrags- und steuerzahlender Patient einem wahren Moloch ausgeliefert. Vertrauensbildend ist das nicht gerade!

 

Die Lektüre des Buches ist besonders jenen Verantwortlichen auch im deutschen Gesundheitswesen zu empfehlen, denen das Wohl ihrer Patienten wirklich am Herzen liegt. Es steht zu hoffen, dass dies immer noch die weitaus größere Mehrheit der Ärzte, Pflegekräfte und der Angehörigen aller anderen Berufsgruppen ist – nicht zuletzt auch der „Manager“!

 

 

Anmerkung: Hier werden nur Bücher und Texte besprochen, die der Rezensent aus persönlicher Einschätzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen empfiehlt hält, oder ärgerliche, deren Kauf und Lektüre man sich sparen sollte. – Zu weiteren Buchempfehlungen sehen Sie auch in unsere Website!


10. Widerspruch: „Medizinische Versorgung durch Pflegekräfte?

An dieser Stelle finden Sie Stellungnahmen zu Nachrichten aus dem deutschen Gesundheitswesen, die nicht unkommentiert bleiben sollen.

 

Medical Treatment by Nurses?

 

Unter dieser – etliche Leser vermutlich provozierenden – Überschrift kommt Hans Ditzel in seinem Kommentar in M&K 02/2006 zu dem (diese sicher beruhigenden) Schluss, dass sei aus dem gleichen Grunde auszuschließen, aus denen man „Maurern und Zimmerleuten“ nicht die Aufgabe von „Architekten und Bauingenieuren“ überträgt. ‚Schuster bleib bei deinem Leisten!’ Doch die Überlegung greift zu kurz. Sie kann so nur unterschrieben werden, wenn die Krankenbehandlung in unserem Lande auf die Dauer so weiter organisiert würde, wie wir es heute gewohnt sind. Fein säuberlich in Zuständigkeits-Schubladen eingeteilt. Die damit verbundenen Pfründe – im Fachjargon auch als „Budgets“ bezeichnet – werden mit Klauen und Zähnen verteidigt, wobei alle Beteiligten an Verarmungsängsten zu leiden scheinen. Doch hier wollen wir uns nicht in die Niederungen der Politik begeben.

 

Die säuberlichen standes- bzw. berufspolitischen Grenzziehungen im korporatistisch verfassten deutschen Gesundheitswesen erkennt man z.B. an einer der häufigsten Antworten im klinischen Bereich des Krankenhauses: „Nicht zuständig!“ Begründung: Siehe oben. Dies ist ineffizient und teuer. Und es ist häufig – siehe ‚Blut abnehmen’ – überhaupt nicht sachlich, sondern ausschließlich berufspolitisch begründet. Doch der Beitragszahler löhnt ja! Da das hiesige Gesundheitswesen mittlerweile an die Grenzen seiner Bezahlbarkeit stößt, ist die Überlegung überhaupt nicht abwegig, ohne jegliche Qualitätsabstriche Teilaufgaben der Krankenbehandlung an Angehörige der jeweils kostengünstigsten Berufsgruppe zu delegieren, deren (ggf. erweiterte) Qualifikation dies zulässt. Das mag sich für manche Leser wie ‚Kassengestell’ lesen. Mancher ruft: ‚Zweiklassen-Medizin!“ Oder (bei hinreichender Borniertheit): ‚Alles nur graue Theorie!’ Doch so einfach ist die Antwort nicht.

 

In den USA sind beispielsweise in der ambulanten Versorgung ‚Nurse Practitioners’ (bei einer allerdings qualifizierteren Ausbildung) zur Zufriedenheit aller Beteiligten seit Jahren etabliert. In Südkalifornien betreuen (so der persönliche Augenschein) qualifizierte Pflegekräfte in einem Schwerpunktkrankenhaus Patienten mit Wundheilungsstörungen völlig eigenständig auf einem Klinischen Pfad, der zuvor in der örtlichen Universitätsklinik von Spezialisten aus Medizin und Pflege entwickelt und erprobt worden ist. Die (Zwischen-)Ergebnisse werden – eine zwingende Voraussetzung wirklich ernstzunehmender Pfade – gemessen und ausgewertet. Ärzte werden erst tätig, wenn es zu irgendwelchen Beobachtungen oder Komplikationen kommt, für welche dessen Regeln keine hinreichende Handlungsanweisung bieten. Das spart eine Menge Geld und hilft, teure Arbeitskraft gezielt dort einzusetzen, wo sie den besten Beitrag zum Gesamtergebnis leisten kann.

 

Statt also Bestehendes ohne weiteres Überlegen hierzulande immer weiter als unverrückbar zu erklären, sollten die nachdenklicheren Zeitgenossen endlich beginnen, die Krankenbehandlung ohne Rücksicht auf Interessen von ihrem jeweils angestrebten Ergebnis her neu zu denken, mit dem Ziele einer qualitätsoptimierenden Standardisierung zu entwickeln und (‚Plan’ im PDCA), in der Routine zu erproben (‚Do’ in PDCA), auszuwerten (‚Check’ in PDCA) und im Sinne einer schriftlichen ärztlichen Anordnung als multiplizierbare Vorgehensweise jenen (mit ‚Verfallsdatum’) bereitzustellen, die dann (bei Erfüllung der in der Pfaddokumentation festgeschriebenen Qualifikation) damit arbeiten (‚Act’ in PDCA). Wer dann noch dafür sorgte, dass solchermaßen entstandene Klinische Pfade in der Verantwortung eines kompetenten ärztlichen ‚Eigners’ kontinuierlich fortgeschrieben würden, würde nicht nur viel Geld sparen (Aussage des leitenden Mediziners im obigen Beispiel: „Bei dieser Anwendung in Deutschland mindestens 50%), sondern dank eines gleichmäßigen bestmöglichen Vorgehens auch noch die Qualität der Ergebnisse massiv steigern!

 


09. Buchbesprechung