Exzellentes Management im Gesundheitswesen
23.08.16 06:52

Zitat des Tages

“Most people will experience at least one diagnostic error in their lifetime, sometimes with...

19.07.16 17:56

NEU! hmanage Newsletter 492.

Der hmanage Newsletter 492 ist jetzt verfügbar. Wenn Sie diese Nachricht aufgerufen haben, können...

26.08.16 16:08

(hmanage) Arbeiten mit der DIN EN ISO 9001 und der DIN EN 15224

(Vorabveröffentlichung der Buchbesprechung zum hmanage Newsletter 493)

Dr. med. Ulrich Paschen,...

17.08.16 12:14

hmanage Newsletter: Ein Blick zurück. Und nach vorn.

(Vorveröffentlichung des Editorials zum hmanage Newsletter 493)

Den hmanage Newsletter gibt es...



Das Ziel: Eine Krankenbehandlung hoher Qualität bezahlbar halten. Auch ohne jede neue Vorschrift.












Die Realität: Nach wie vor kaum Qualitäts- und Kostentransparenz. Dafür aber immer teurer.

Deutschlands Gesundheitswesen zählt zur Weltspitze. In vieler Hinsicht: Mit einem flächendeckenden Leistungsangebot. Mit gut ausgebildeten Menschen. Mit einer - alles in allem - opulenten Ausstattung. Mit einem fast unbeschränkten Zugang  zum  Weltmarkt aller Güter und Leistungen für die Behandlung jedes einzelnen Patienten. Und mit einer Krankenversicherung, die nahezu niemanden auslässt.

Dabei ist nicht einmal annähernd klar, welcher Gegenwert an Wertschöpfung für die Patienten daraus erwächst. Die "hohe Qualität" ist - von punktuellen Spitzenleistungen abgesehen - eher Wortgeklingel. Für mehr als ein Mittelmaß fehlen handfeste Qualitäts-Nachweise. Schon was die Notwendigkeit und die Wirksamkeit vieler Behandlungen betrifft. Von der Methoden- und Ergebnistransparenz der erbrachten Leistungen nicht zu reden! Allen Qualitätsbeteuerungen zum Trotz.

  • Die Prozess- und Ergebnistransparenz ist gering.

Deutsche Ärzte sind es nicht gewohnt, ihr Handeln zu begründen. "Laien" gegenüber schon gar nicht. Sie dokumentieren ihr Tun nur ungern: "Bürokratie!" Beides mag am immer noch eher schwachen "sauberen Wissen" (Antes) liegen, was die Kausalität von Behandlung und Ergebnis betrifft. Hinzu kommt: Ärzte sehen zumeist nur ein Bruchstück des Behandlungsverlaufs "ihrer" Patienten. Diese Fragmentierung der Behandlung wird zwar allenthalben beklagt, doch kaum je ernsthaft in Frage gestellt. Das könnte ja Interessen gefährden! 

  • Prozesse und Strukturen sind bisher kaum faktengestützt standardisiert

Auf strukturelle Mindesterfordernisse wird geachtet ("Strukturqualität"). Für "ca. 20% aller stationären Behandlungen" (Mohr) gibt es dank AQUA/SQG (früher BQS) nach jahrelangem Ringen Nachweiselemente einer gewissen Mindestqualität von Indikation und Prozesselementen ("Prozessqualität") sowie zu wenigen Ergebnissen ("Ergebnisqualität"). Ausreißer nach unten werden zeitversetzt "eingefangen". Zum "Festpreis" (Bundesbasisfallwert, Bewertungsrelationen von G-DRGs).

  • Die Transparenz verschwindet allerdings in der Durchschnittskalkulation.

Ärzte leisten dem auch noch Vorschub: Wer nicht allein auf beste Ergebnisse (und die geringste Belastung) für jeden Patienten zielt und - auch unter dem Druck zu einem missverstandenen ökomischen Handeln "von oben" - Überflüssiges tut oder veranlasst, weil es zusätzliches Geld bringt, wer bei unveränderten Erlösen die Öffnungszeiten seiner Praxis kürzt und sich als Krankenhausarzt an einem erlös-optimierenden Kodieren  beteiligt, macht etwas grundfalsch. Kein Wunder, wenn da das Patientenvertrauen schleichend bröckelt!

  • Ohne Ergebnistransparenz auch keine sinnvolle Gesundheitsreform.

Die Politik doktert an einer "gerechteren" Finanzierung herum und bringt dabei auch noch die bescheidenen Anfänge ins Trudeln (BQS, IQWiG), für eine gewisse Methoden-, Verlaufs- und Ergebnistransparenz der Routine zu sorgen. Und für wirksame Anreize . Stattdessen nimmt sie immer noch hin, dass hierzulande für unbewiesene Methoden und eine kontraproduktiv fragmentierte Organisation der Krankenbehandlung  eine Menge Geld verschwendet wird: Die "Zitrone" ist noch lange nicht "ausgepresst"! Das Geld ist teilweise nur ziemlich falsch verteilt!

Bearbeitungsstand: 04.11. 2014.













Die Therapie: Management. Ausgerichtet auf die Maximierung des Patientennutzens.

Politik soll für die nötigen Anreize sorgen, für jeden Patienten ergebnisoptimierend und risikominimierend das Richtige zu tun. Dazu gehören Mindesterfordernisse der Nachweisbarkeit ärztlichen Handelns und seiner Ergebnisse. Für jeden Einzelfall. Samt Vermeidung von Komplikationen und unerwünschten Nebenwirkungen.
Der Schlüssel für nachhaltige Verbesserungen liegt vor Ort. Bei den dort tätigen Ärzten, Pflegekräften und anderen Health Professionals. Vor allem aber an der Spitze der Institutionen: Bei einem am maximalen Patientennutzen als Oberziel orientierten Management. Von den Verantwortlichen ist künftig mehr zu fordern als ein - trägerabhängig unterschiedlicher - ökonomischer Erfolg. Von einer "schwarzen Null" bis zu einer Maximierung des Shareholder Value.

  • Eine dauerhafte Bezahlbarkeit der Erzielung der bestmöglichen Gesundheit.

Genauer gesagt eine nachweislich hohe Behandlungsqualität (= Medical & Service Outcomes). Eine hohe Wertschöpfung für jeden einzelnen Patienten und für die Gesell-chaft [Patientennutzen (Value) = (Medical & Service Outcomes) / Cost Outcomes] im nationalen und im internationalen Vergleich. Und deren kontinuierliche Verbesserung. Aus fachlicher Sicht und aus der informierten Sicht von Patienten und Angehörigen. Das wird ohne durchgreifende Verbesserung der Arbeitsbedingungen oft nicht zu haben sein. Umso wichtiger ist auch die Sicht der Mitarbeiter. Und deren Zustimmung. Zunächst - entsprechend kommuniziert - bei den Pionieren unter den stationären Leistungserbringern. Denen werden die anderen schon folgen.

  • Es geht - mit anderen Worten - um den höchstmöglichen Stakeholder Value.

Der müsste - nicht zuletzt mit Hilfe der Politik - zum Auswahlkriterium für die Anbieter von Gesundheitsleistungen (und für die Krankenversicherung) werden. Die sollten sich dafür sukzessive bestmöglich (neu) organisieren können. Dann würden sich angesichts einer heute keineswegs schlechten Dotierung des Gesamtsystems die leichtfertigen Forderungen nach einer „Priorisierung“ oder „Rationierung“ rasch in Luft auflösen. Es würde nur ungleich weniger Geld auf dem Wege zu den Patienten versickern. So etwas lässt sich nicht durch Vorschriften erzielen. Das bedürfte eines konsequenten und mitreißenden Managements. Auf diese Prinzipien verpflichtet:

  • Menschlichkeit, Qualität und ethisches Verhalten zur Maxime zu machen.
  • Bei Patienten und Ärzten zum Leistungserbringer der Wahl zu avancieren.
  • Mit immer besseren Behandlungsergebnissen die Nachfrage zu steigern.
  • Jegliche Verschwendung systematisch 'auszukehren'.
  • Ein immer noch besserer Arbeitgeber zu sein als schon heute.
  • Im öffentlichen Ansehen zum vielgelobten 'Leuchtturm' zu werden.
  • Damit konkurrenzlos gute finanzielle Ergebnisse zu erzielen.

Wohlgemerkt unter den gleichen Randbedingungen der staatlichen Reglementierung wie alle anderen Leistungerbringer. Doch mit dem in diesem Zusammenhang zwingend zu schaffenden - jedermann zugänglichen - Nachweis, dass es sich hier keineswegs (wie bei den "Qualitätsberichten") um ein Täuschungsmanöver oder um 'Werbelyrik' handelt, sondern um eine Faktenbeschreibung. Auf dem Weg zu immer besseren Ergebnisse wird hier jede Menge Anregung geboten:

  • Mit praktischer Managementerfahrung in (Groß-)Projekten und an der Spitze von Gesundheitsunternehmen,
  • Mit dem Einblick in eine Vielzahl unterschiedlicher Gesundheitsinstitutionen und -systeme in Deutschland, in (fast ganz) Europa und vor allem auch in den USA,  
  • Mit Management- und Methoden-Know-how, das mit hohem Aufwand stets auf dem neuesten Stand der Erkenntnis gehalten wird
  • Mit Durchblick aus einem wirklich langjährigen Befassen mit ergebnisorientierten arbeitsteiligen Behandlungsprozessen

Das erfordert neben Systemdenken, Zielklarheit und Stehvermögen Erfahrung und Weitsicht. Und die Bereitschaft, um besserer Ergebnisse für den Patienten - anders ausgedrückt um  eines höheren Patientennutzens - willen auf Gewohntes zu verzichten. Vielleicht sogar auf diese oder jene lieb gewordende Pfründe. Das Wichtigste aber ist es anzufangen! Ohne auf den Gesetzgeber oder die Nachbarn im Geleitzug der Leistungserbringer zu warten. Vor Ort. Also dort, wo man steht.

Bearbeitungsstand: 04.11. 2014.


Sich lernend ständig weiterentwickeln. Zum exzellenten Gesundheitsunternehmen.